Vier FC-Profis sind mit ihren Nationalmannschaften unterwegs. Und für einen geht es um den großen WM-Traum. Es stehen gleich mehrere Länderspiele an: An diesen Tagen spielen die Profis des 1. FC Köln.
Während das Team mit dem neuen Trainer René Wagner hinter verschlossenen Türen arbeitet, befinden sich gleich mehrere Spieler auf Länderspielreise.
Said El Mala machte für den DFB bislang schon ordentlich Dampf
FC-Trainer René Wagner zeigte sich durchaus zufrieden mit dem Umstand, nun ein wenig mehr Zeit für sein Team und die Suche nach den Stellschrauben zu haben. An jenen will der 37-Jährige in den kommenden Tagen und Wochen drehen, um für den Abstiegskampf gewappnet zu sein. Die Länderspielpause kommt dem Coach also gerade recht. Und das, obwohl die große Kennenlernphase für den ehemaligen Co-Trainer eigentlich nicht so richtig nötig ist. Doch alle Spieler stehen dem Coach nicht zur Verfügung. Zum einen fehlen nach wie vor einige Akteure verletzungsbedingt, zum anderen befinden sich gleich vier Profis mit den Nationalmannschaften auf Länderspielreise. Einige weitere stehen auf Abruf.
EM-Quali für Said El Mala
Und schon heute Abend geht es für Jakub Kaminski um den großen WM-Traum. Der 23-Jährige trifft mit Polen auf die Mannschaft aus Albanien (21 Uhr, DAZN). Sollte sich das Team um „Kuba“ und Superstar Robert Lewandowski in Warschau durchsetzen, steht am kommenden Dienstag das Finale um das WM-Ticket an. Im zweiten Halbfinale stehen sich die Ukraine und Schweden gegenüber. Der Sieger des Mini-Turniers fährt zur WM in die USA, nach Mexiko und Kanada. Dort reist Isak Johannesson bereits jetzt schon hin. Allerdings nur zu Testspielen. Denn Island scheiterte (wie von come-on-fc berichtet) in einem packenden Spiel gegen Polens möglichen Finalgegner die Ukraine. In Toronto geht es erst gegen Kanada (Sa, 28.03., 18 Uhr) und dann gegen Haiti (Di, 31.03., 18.30 Uhr).
Für Said El Mala und Rav van den Berg stehen dagegen Qualifikationsspiele auf dem Programm. Der 19-jährige El Mala spielt mit der deutsche U21 am Freitag um 18 Uhr gegen Nordirland, am kommenden Dienstag steht dann das packende Spitzenspiel gegen den Tabellenführer aus Griechenland auf dem Spielplan – ebenfalls um 18 Uhr. Beide Partien überträgt ProSieben Maxx. Van den Berg muss auch am Freitag ran. Die Niederlande trifft in der EM-Quali auf Norwegen. Am Dienstag folgt ein Testspiel gegen Belgien. Sebastian Sebulonsen (Norwegen), Kristoffer Lund (USA) und Denis Huseinbasic (Bosnien-Herzegowina) wurden nicht berufen.
Immerhin auf Abruf befinden sich einige Jungprofis. Fynn Schenten, Cenny Neumann und Mikolaj Marutzki stehen auf der Liste der deutschen U19, Youssoupha Niang auf dem der U20. Das gleiche gilt für Jahmai Simpson-Pusey und die U21 der Three Lions.
Am Abend trifft Jakub Kaminski mit Polen in den WM-Playoffs auf Albanien. Das Ziel ist die WM-Teilnahme. Für den 23-Jährigen ist es wohl auch die Chance, auf andere Gedanken zu kommen, weit weg vom 1. FC Köln: Was bedeutet das Kwasniok-Aus für Jakub Kaminski?
Zwei Siege ist Jakub Kaminski noch von der WM im kommenden Sommer entfernt. Darauf liegt der Fokus, während in Köln der größte Befürworter des Polen die Koffer packen musste.
Die Reise mit der Nationalmannschaft dürfte für Jakub Kaminski gerade recht kommen. Der 23-Jährige wird im Kreise der polnischen Auswahl ganz sicher auf andere Gedanken kommen. Beim FC läuft es bekanntlich nicht rund, zwei Siege in 18 Spielen sind eine verheerende Bilanz. Und möglicherweise wird die Entlassung von Lukas Kwasniok den „Allrounder“ unter den Spielern mit am meisten getroffen haben. Kaum ein Akteur hat so von dem 44-jährigen Trainer profitiert wie eben Kaminski. Unter dem aus dem polnischen Gliwice stammenden Ex-Coach war „Kuba“ zum absoluten Leistungsträger avanciert. Kaum ein Spieler spult Woche für Woche ein ähnliches Programm auf konstant hohem Niveau ab. Kaminski betonte immer wieder, dass seine gute Leistung auch mit dem Vertrauen des Trainers zusammenhänge.
Noch lebt die WM-Hoffnung
Nun wird Kaminski René Wagner vorspielen. Dass der Pole einen herben Leistungsabfall einstecken wird, ist unwahrscheinlich. Genauso, dass Wagner auf den Schienenspieler in den kommenden Wochen verzichten wird. Sechs Tore und drei Vorlagen sind der beste Wert, den der Linksaußen je in einer Bundesliga-Saison erreicht hat. Er gehört damit zu den Topscorern beim FC, ist Teil der insgesamt doch erfolgreichen Offensive. Am Abend wird Kaminski auf anderer Bühne, auf internationaler vorspielen. Mit Polen will der 23-Jährige im Sommer zur WM. Er ist wohl der einzige Kölner Kandidat, der sich sehr große Hoffnungen auf eine Teilnahme am Endturnier machen darf. Vorausgesetzt, Polen erreicht dieses. Dazu sind zwei Siege notwendig. Gegen Albanien am Abend und dann – wenn ein Sieg eingefahren wird – am kommenden Dienstag gegen den Sieger des anderen „Halbfinales“ zwischen der Ukraine und Schweden.
Wie es nach der möglichen WM für den Polen weitergeht, ist dieser Tage wieder ein wenig offener. Eigentlich wollen die Kölner unbedingt die Kaufoption für Kaminski ziehen. Das ist kein Wunder, der FC würde rund 5,5 Millionen Euro bezahlen, der Marktwert des Offensivspielers wird auf zwölf geschätzt. Zudem ist der sportliche Wert ein großer. Doch ist es kaum vorstellbar, dass der 23-Jährige im Fall der Fälle den Weg mit ins deutsche Unterhaus gehen würde. Beim Abstieg wird der FC Kaminski sicher nicht halten können. Zumal der 23-Jährige sich wohl eine Ausstiegsklausel in den Vertrag schreiben lassen will. Das auch, weil er noch ganz andere Ziele verfolgt.
Kaminski träumt von Barcelona
So gab Kaminski nun in einem Interview mit polnischen Medien bekannt, dass er sich durchaus mittelfristig einen Wechsel nach Barcelona vorstellen könne. Und in der Bundesliga? Da wäre Borussia Dortmund, jener Verein für den unter anderem schon Robert Lewandowski oder Jakub Błaszczykowski aufgelaufen sind, die erste Wahl. Vorerst wird der Kölner „Kuba“ erst einmal mit René Wagner weiter arbeiten. Und der hat schon angekündigt, dass er nicht nur die Spieler, die zuletzt weniger gespielt haben, abholen will. Nein, auch die bisherigen Stammspieler sollen an Bord geholt werden. Aber das ist für Kaminski in Zeiten der WM-Playoffs wohl eh noch eine andere Welt.
Noch vor einem guten Jahr geisterte der Begriff „Talenteflucht“ ums Geißbockheim. Und mit Justin von der Hitz haben die Kölner einmal mehr ein großes Talent gehen lassen müssen. Das will man eigentlich vermeiden beim 1. FC Köln: Aber David Fürst steht wohl im Fokus von Juventus Turin.
Mit der Vertragsverlängerung von Benjamin Ley haben die Kölner ein Talent an sich gebunden. Ein anderes könnte die Kölner erneut ablösefrei verlassen. Zumindest gibt es großes Interesse.
David Fürst im Kreise der U19 des 1. FC Köln beim Spiel gegen Inter (2. v. r.)
Für Cenny Neumann war das Derby am Samstag ein Nachmittag zum Vergessen. Dabei hatte der Tag aus seiner Sicht eigentlich gut angefangen. Nur wenige Minuten vor dem Spielstart erfuhr der Rechtsverteidiger, dass er in die Anfangsformationen stehen, sein Profidebüt geben würde. Das Spiel verlief weniger gut. Neumann hatte seine Aktien in den Gegentoren. Zwei davon erzielte ausgerechnet ein ehemaliges Kölner Talent, dass nicht gerade im Besten aus Köln weggegangen ist. Nach dem Derby erklärte Jens Castrop, warum er den Verein damals verlassen hat. „Ich weiß nicht, ich war ein sehr ehrgeiziger junger Spieler und ich wollte so schnell wie möglich mein Debüt machen. Ich habe all die Spieler in meinem Jahrgang um mich herum gesehen, die ganzen Talente, wie sie in ihren Mannschaften zu ihren ersten Spielen kommen und ich stand irgendwie auf der Stelle, kam nicht weiter“, so der Mittelfeldspieler, der aber Köln keinen Vorwurf machen wolle.
Für Castrop der richtige Weg
Tatsächlich steht auch Castrop für eine ganze Reihe an ehemaligen Kölner Talenten, die aus Sicht der Fans gerne hätten bleiben oder zumindest mehr Geld in die Kassen hätten spülen können – wenn nicht müssen. Castrop, Justin Diehl, Justin von der Hitz, Meiko Wäschenbach – die Liste ist noch länger. Und nicht selten war die Rede davon, dass der aufgezeigte Weg nicht den Wünschen oder Planungen der Youngster entsprach. Es ist eine komplizierte Gemengelage, bei der unterschiedliche Parteien unterschiedliche Ziele verfolgen. Mal geht es für die Spieler nicht gut aus, mal sehr gut – wie nun im Fall von Castrop, der in Gladbach mindestens zum erweiterten Kreis der Stammformation gehört und sich berechtigte Hoffnungen auf eine WM-Teilnahme mit Südkorea machen darf.
Dass sich junge Spieler gegen die Wege ihrer Heimatvereine entscheiden, ist nicht ungewöhnlich. Nur haben sie in Köln alleine durch den Fall Florian Wirtz eine andere empfundene Tragweite. Noch im vergangenen Jahr geisterte der Begriff Talenteflucht rund um das Geißbockheim. „In der Vergangenheit war es leider viel zu häufig so, dass wir Spieler im falschen Moment vom Hof haben gehen lassen. Das ist definitiv eine große Geschichte, die ich mir anheften lasse. Wir wollen die Spieler halten. Das klappt nicht immer“, hatte Thomas Kessler im Sommer gesagt, als klar war, dass von der Hitz den Verein verlassen würde. Zur Wahrheit gehört auch, dass der 19-Jährige in Nürnberg erst im Februar sein erstes Spiel gemacht hat. Dann aber gleich vier und sogar einen ersten Assist feierte.
Juve an David Fürst interessiert?
Der heutige Geschäftsführer erklärte damals, dass man den jungen Spielern ein attraktives Umeld schaffen wolle. „Und das ist dann eben nicht nur die im sportlichen Bereich, sondern auch eine ganzheitliche Seite zur Verfügung stellen. Wir versuchen ein Rundum-Paket zu bieten, was aber darin münden muss, wenn die Spieler so talentiert sind, dass sie die Plattform bekommen, in Zukunft das Trikot im Stadion zu tragen“, so Kessler. Möglicherweise waren das dann auch Gründe, die Benjamin Ley dazu bewegt haben, den Vertrag beim FC zu verlängern. Das gab der Verein am Mittwoch bekannt, Ley sprach davon, dass ein Traum in Erfüllung gehen würde. Dass aber nicht jedes Talent automatisch beim FC verlängert, zeigt ein anderes Beispiel.
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Eins, das den Kölnern wehtun könnte. Leys Mannschaftskollege David Fürst fiel erst am vergangenen Wochenende mit einem sehenswerten Treffer in den Winkel im DFB-Pokal-Halbfinale auf. Der Rechtsverteidiger hatte auch schon vor 50.000 Zuschauern in der Youth League gegen Inter Mailand überzeugt. So sehr, dass nun Ex-Trainer Lukas Kwasniok den Youngster auf dem Zettel hatte, ihn einige Male mittrainieren ließ und sogar Einsatzzeit in Aussicht stellte. Die bekam zuletzt Cenny Neumann auf jener Position. Brisant: Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Mittwochabend berichtet, soll Juventus Turin das Talent gleich mehrfach beobachtet haben. Fürst stehe im Fokus der Italiener. Nach Informationen von come-on-fc.com sollen auch weitere italienische Clubs aufmerksam geworden sein.
Starke Zeichen
Der „Kölner Stadt-Anzeiger“ berichtet zudem über weiteres Interesse aus Deutschland. Augsburg und Stuttgart sollen die Fühler demnach nach dem Spieler, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, ausstrecken. In Köln weiß man natürlich um die Qualität des Youngsters und wird auch Fürst einen Weg aufzeigen wollen. Auch, wenn es die aktuelle personelle Situation anders vermuten lässt, wartet auf Fürst bei den Profis große Konkurrenz. Schließlich sind die Geißböcke im Falle des Klassenerhalts mit Sebastian Sebulonsen, Alessio Castro-Montes, Jan Thielmann und eben Neumann gut aufgestellt. Und dennoch: Die Vertragsverlängerungen von Ley, aber auch von Fynn Schenten vor einigen Wochen ein gutes, vor allem aber ein starkes Zeichen.
Seit dem Sommer ist Jaka Cuber Potocnik an RW Essen verliehen. Auch wenn er dort bisher eher wenig gespielt hat, soll der Youngster nun vor einer Ausdehnung seines Kontrakts stehen beim 1. FC Köln: Darum ergibt eine Verlängerung mit Jaka Potocnik Sinn.
Am Wochenende spielte Jaka Cuber Potocnik das erste Mal durch in der dritten Liga bei Rot-Weiss Essen. Zuvor hatte das FC-Talent sich aber vor allem mit der Joker-Rolle zufrieden geben müssen – auch aufgrund von Verletzungen. Trotzdem möchten die Geißböcke nun wohl mit dem 20-Jährigen verlängern.
Jaka Potocnik ist momentan an Rot-Weiss Essen verliehen
Bisher lief die Zeit von Jaka Cuber Potocnik beim 1. FC Köln noch nicht so, wie es sich alle Seiten bei seinem Wechsel Anfang 2022 idealerweise vorgestellt hatten. Als großes Talent gekommen, stand der Slowene erstmal deshalb im Rampenlicht, weil um seinen Transfer ein großer Streit mit dem abgebenden Verein Olimpija Ljubljana stattfand. Dieser endete bekanntlich mit der zwischenzeitigen Transfersperre für die Geißböcke. Ohne selber etwas dafür zu können, lastete damit ein ziemlicher Druck auf dem Talent. In der vergangenen Saison gegen den Karlsruher SC gab er dann sein Debüt bei den Profis. Für weitere Einsätze hat es bisher jedoch nicht gereicht. Stattdessen kam der Angreifer nur bei der U21 zum Einsatz. Dort deutete Potocnik mit neun Treffern in 24 Partien 2024/25 immerhin sein weiter vorhandenes Potenzial an. Um ihm Spielpraxis auf einem höheren Niveau zu ermöglichen, entschieden die FC-Verantwortlichen im vergangenen Sommer, den Youngster in die Dritte Liga zu Rot-Weiss Essen zu verleihen.
Wenig Einsatzzeit in Essen
Das mit der Spielpraxis hat bis jetzt allerdings nur sehr bedingt funktioniert. Denn nach 30 Spieltagen kam der Stürmer erst zwölf Mal zum Zug, erzielte dabei zwei Tore. Grund dafür waren auch mehrere Muskelverletzungen, durch die der 20-Jährige insgesamt 14 Begegnungen verpasste. Am vergangenen Wochenende gegen Viktoria Köln stand das FC-Talent dann das erst zweite Mal in der Startelf, durfte zum ersten Mal 90 Minuten durchspielen. Das lag aber vor allem am Ausfall seines Konkurrenten Marek Janssen wegen Muskelproblemen. Sonst ist der 28-Jährige im Sturm gesetzt, Potocnik bleibt nur die Joker-Rolle.
Trotz der bisher dadurch eher enttäuschenden Leihe, soll der 20-Jährige kurz vor einer Vertragsverlängerung stehen. Das berichtete der Kicker. Außerdem solle der Stürmer im Sommer erneut verliehen werden – eventuell wieder zu RWE. Angesichts der geringen Einsatzzeiten stellt sich schon für sowohl die Verlängerung als auch die mögliche erneute Leihe nach Essen die Frage, wie sinnvoll beides ist. Es könnte bei der Ausdehnung des Kontrakts der Eindruck entstehen, dass sich die Kölner nicht die Blöße geben wollen, ausgerechnet den Spieler, wegen dem sie sich eine Transfersperre eingeholt haben, ohne Gewinn gehen zu lassen, auch wenn es vielleicht nicht für das FC-Niveau reicht.
„Zwei Dinge auf hohem Niveau gemacht“
Dem ist jedoch entgegenzusetzen, dass die Verantwortlichen bei den Geißböcken heute andere sind als bei der Verpflichtung. So hatte sich der FC zum Beispiel 2024 wegen seiner Rolle im Potocnik-Transfer von Berater Jörg Jakobs getrennt. Seit dem vergangenen Jahr ist außerdem ein neuer Vorstand im Amt. Die mögliche Verlängerung mit dem Angreifer dürfte daher eher an sportlichen Gründen liegen. Denn auch wenn er bisher weniger zum Zug kam, hat der 20-Jährige weiter vielversprechende Anlagen, die der Youngster potenziell jetzt mehr ausspielen und entwickeln kann, wenn er länger verletzungsfrei bleiben sollte.
So lobte etwa RWE-Trainer Uwe Koschinat nach dem Einsatz am vergangenen Wochenende seinen Schützling: „Jaka hat zwei Dinge auf hohem Niveau gemacht. Zum einen ist er ein Spieler, der sich im eigenen Ballbesitz sehr intelligent bewegt und der unheimlich gut anspielbereit ist. Darüber hinaus bringt er schon eine sehr ordentliche Robustheit mit.“ So scheint der Coach vom Slowenen überzeugt zu sein. „Toll, dass wir jetzt den Beweis haben, dass wir über zwei hervorragende Mittelstürmer verfügen“, so der Trainer. Diese Wertschätzung Koschinats dürfte auch der Grund sein, warum Essen im kommenden Sommer erneut ein mögliches Ziel für eine Leihe ist. Dafür, ob der 20-Jährige noch ein Jahr bei RWE verbringt, dürfte vielleicht ebenfalls entscheidend sein, wie viel Einsatzzeit Potocnik nun noch im restlichen Saisonverlauf erhält. Zumindest aus Sicht seines Trainers hat der Slowene am vergangenen Wochenende schonmal eine gute Visitenkarte von sich abgegeben.
Der FC hat den Kontrakt mit einem seiner großen Talente ausgedehnt. Benjamin Ley verlängert beim 1. FC Köln. Der 17-Jährige spielt seit elf Jahren mit dem Geißbock auf der Brust.
Noch vor wenigen Monaten hinterließ er einen guten Eindruck bei der U17-Weltmeisterschaft, nun hat er sich langfristig an die Geißböcke gebunden. Benjamin Ley bleibt noch einige Jahre beim FC.
Benjamin Ley verlängert seinen Vertrag bei den Geißböcken (Foto: 1. FC Köln)
Die Geißböcke arbeiten weiter an der mittelfristigen Zukunft. Die Kölner haben eins ihrer größten Talente langfristig an sich gebunden. Wie der Verein am Mittag mitteilte bleibt Benjamin Ley weiterhin Teil der Geißböcke. „Wir freuen uns sehr, dass Ben seine sportliche Zukunft beim FC sieht und die nächsten Schritte seiner noch jungen Laufbahn gemeinsam mit uns gehen möchte. Ben ist am Geißbockheim groß geworden und zeichnet sich nicht nur durch sein großes Talent, sondern auch durch seinen Ehrgeiz und seine Mentalität aus“, sagt Lukas Berg, technischer Direktor der Kölner. „Diese Eigenschaften haben ihm von der U8 bis zur Unterschrift dieses Vertrags verholfen und bieten eine hervorragende Basis, um sich hier zum Profi zu entwickeln. Auf diesen Traum werden wir weiterhin gezielt zusammen hinarbeiten.“
„Ich werde weiter an meinem Traum hart arbeiten“
Der gebürtige Berliner wechselte 2015 ans Geißbockheim, ist seitdem fester Bestandteil jeglicher Juniorenmannschaften. Aktuell bei der U19 von Stefan Ruthenbeck. „Ich freue mich sehr über das Vertrauen der Verantwortlichen und danke allen, die mich auf meinem Weg bis hierhin begleitet haben“, sagt Ley. „Für mich geht heute ein großer Traum in Erfüllung und ich freue mich, bei meinem Heimatverein, den ich, seit ich denken kann, liebe, verlängert zu haben. Ich werde weiter hart an meinem Traum arbeiten, vor 50.000 Fans im RheinEnergieSTADION zu spielen.“ Einen Vorgeschmack erhielt der 17-Jährige im Februar als er mit der U19 in der Youth League vor ausverkauften Haus gegen Inter Mailand spielte.
Der Mittefeldspieler kommt in dieser Saison wettbewerbsübergreifend auf 25 Einsätze für die U19. Insgesamt erzielte Ley vier Tore und bereitete sechs weitere vor. Für die deutsche U17 lief der Berliner mittlerweile sechs Mal auf. Bei der bitteren Halbfinal-Niederlage im DFB-Pokal am vergangenen Sonntag stand der Youngster 120 Minuten auf dem Feld. Der FC unterlag dem VfL Wolfsburg nach hartem Kampf 2:3.
So wirklich überraschend ist die Nachricht wohl nicht. Denn der Treffer, den der Kölner Stürmer erzielte, gehörte einer ganz eigenen Liga an. Es war ein besonderes Tor für den 1. FC Köln: Ragnar Ache gewinnt die Wahl zum Tor des Monats Februar deutlich.
Ragnar Ache hat das Tor des Monats Februar geschossen. Gegen Hoffenheim traf der FC-Profi sehenswert und brachte die Geißböcke bereits in der 15. Minute in Führung. Nach einem weiteren Tor von Said El Mala, aber auch zwei Treffern der Sinsheimer endete die Partie 2:2.
Die Reaktionen auf den Treffer in der 15. Minute der Begegnung des 1. FC Köln gegen die TSG Hoffenheim hallten noch einige Tage nach. Denn das Tor von FC-Stürmer Ragnar Ache sorgte weit über die Domstadt hinaus für Aufsehen. Der 27-Jährige stieg vor dem gegnerischen Kasten in die Höhe und hämmerte die Kugel mit einem perfekten Fallrückzieher ins Netz. Mitspieler Cenk Özkacars Reaktion auf das Traumtor ging durch die sozialen Netzwerke. Der Türke riss die Augen auf, schlug die Hände ins Gesicht und konnte es einfach nicht fassen. Ache sicherte sich mit seinem Treffer den Eintrag in die Geschichtsbücher.
“Mein Körper hat sich gefühlt selbst bewegt“
Auch der Torschütze selbst konnte nach dem Spiel nicht ganz fassen, was er vollbracht hatte. „Mein Körper hat sich gefühlt selbst bewegt. Geht der rein, sieht es top aus. Geht er daneben, dann lacht das ganze Stadion. Das ist immer so ein 50:50-Ding. Man hat so einen Tag oder man hat so einen Tag nicht. Mein Körper hat einfach reagiert. Ich habe es auch ein, zweimal jetzt gesehen, aber ich kann es selber noch nicht so glauben, also momentan nicht“, so Ache. Die Wahl zum Sportschau Tor des Monats Februar gewann der 27-Jährige erdrutschartig. Mit 71,4 Prozent der Stimmen überholte der FC-Angreifer sogar Mario Götze und das Tor, das Deutschland 2014 zum Weltmeister machte. Ache reiht sich damit als 38. Akteur in eine lange Riege von Titelträgern des 1. FC Köln ein.
Der FC ist damit hinter den Bayern der erfolgsreichste Verein der Tor-des-Monats-Geschichte der Sportschau. Alleine sieben dieser Treffer steuerte Lukas Podolski bei, der überhaupt die meisten Auszeichnungen der Sportschau sammelte. Zuletzt hatte Timo Hübers im Mai 2023 mit seinem Hackentreffer gegen Hertha BSC ein Tor des Monats für den FC erzielt. Einen Fallrückzieher eines Kölner Profis gab es auch schon unter den besonderen Treffern. Roda Antar traf ebenfalls sehenswert im März 2008 gegen Wehen Wiesbaden. Aches Treffer dürfte auch gute Chancen für die Jahreswahl haben. Das ist erst zwei Kölnern zuvor gelungen. Pierre Littbarski erzielte 1985 gegen Werder Bremen ein Tor des Jahres, das von Marcel Risse gegen Borussia Mönchengladbach 2016 ist unvergessen.
Der FC geht mit einem neuen Trainer in die letzten Saisonspiele. René Wagner erklärte, dass es kleinere Stellschrauben gebe, an denen nun gearbeitet werden soll beim 1. FC Köln: Gibt es eine neue Chance unter René Wagner?
Überraschend kam der Trainerwechsel am Sonntag dann nicht mehr. Nun leitet René Wagner die Geschicke bei den Geißböcken. Und sicherlich gibt es den ein oder anderen Spieler, der sich nun mehr Einsatzzeit verspricht.
Luca Waldschmidt und Florian Kainz werden eingewechselt
René Wagner unterhielt sich am Dienstagvormittag bereits mit den Medien, da war die Mannschaft noch auf dem Platz und übte sich vergnügt im Torschuss. Als Außenstehender konnte man schon den Eindruck gewinnen, dass eine gewisse Last bei dem ein oder anderen abgefallen sei, sich der ein oder andere Spieler freier fühle. „Das Gefühl habe ich definitiv“, sagte Wagner. „Ich glaube, das bringt die Sache eines Trainerwechsels mit sich. Es gibt immer Jungs, die unzufrieden sind mit der aktuellen Situation.“ Das dürften in der jüngeren Vergangenheit wohl mehrere Akteure gewesen sein. Spieler, die unter Lukas Kwasniok nicht die erhoffte Spielzeit bekommen haben. Spieler, die noch in der vergangenen Saison Stammspieler der Aufstiegsmannschaft gewesen sind.
Zuletzt wenig Spielzeit
Luca Waldschmidt hatte sich im Winter beispielsweise kritisch über seine Einsatzzeit geäußert. Noch im vergangenen Frühling hatte der ehemalige Nationalspieler betont, er könne sich einen Verbleib bei den Kölnern vorstellen, wenn er denn auf die erhofften Einsatzminuten käme. Zwar stand der Siegener in 27 Ligaspielen 18 Mal auf dem Platz, aber nur sechs Mal von Beginn an. Sieben Mal saß Waldschmidt 90 Minuten auf der Bank. Auch Florian Kainz stand in dieser Saison nur noch selten auf dem Feld. Der Österreicher spielte seit Mitte Dezember ganze drei Mal – insgesamt 20 Minuten. Mittlerweile hat der 33-Jährige sein Karriere-Ende angekündigt – allerdings, so betonte er zuletzt bei Sky Austria, sei seine Situation beim FC nicht ausschlaggebend gewesen.
Denis Huseinbasic spielte seit dem 2:2 gegen Heidenheim Mitte Januar nur noch einmal und das fünf Minuten. Und auch Said El Mala soll dem Vernehmen nach mit seiner Spielzeit bei Lukas Kwasniok nicht zufrieden gewesen sein. Zumal es für das Talent auch um die WM-Teilnahme ging und wohl auch noch geht. Es wird also sicherlich einige Profis geben, die sich unter Wagner nun mehr Spielzeit erhoffen, die auf eine neue Chance zählen.
Doch Wagner will eben nicht nur auf jene Akteure schauen. „Es gibt auch die Spieler, die super zufrieden waren mit der Situation“, sagte der neue Coach. „Die Spieler, die einfach auch eine tragende Rolle die letzten Spiele gespielt haben, denen geht’s vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil die wissen nicht, was passiert die nächsten Tage, die nächsten Wochen, habe ich noch die gleiche Position, die ich davor hatte und deswegen gibt es ja nicht immer nur Jungs, die mit der breiten Brust hier rumlaufen, sondern ganz im Gegenteil, auch die, die sich vielleicht Gedanken machen, was passiert mit mir.“
Eine neue Chance erhoffen sich dann aber die Spieler, die diese immer seltener erhielten. Denn Tatsache ist auch, dass Kwasniok in den vergangenen Wochen weniger rotierte, einer Stammachse vertraute. Und laut Wagner haben die Kölner in der jüngeren Vergangenheit auch nicht so sonderlich viel falsch gemacht. Eben bis auf die Ergebnisse.
Ein neuer Impuls mit bekanntem Gesicht: Kann Co-Trainer René Wagner den 1. FC Köln im Abstiegskampf wachrütteln? Hat Geschäftsführer Thomas Kessler mit seiner Entscheidung das richtige Gespür bewiesen – oder pokert er zu hoch beim 1. FC Köln: Kann René Wagner Chefcoach?
Nach Lukas Kwasnioks Entlassung übernimmt Co-Trainer René Wagner beim 1. FC Köln. Thomas Kessler setzt auf dessen Nähe zur Mannschaft und hofft auf frische Energie im Kampf um den Klassenerhalt. Ob Wagner die Wende schafft, wird man sehen müssen.
Soll mit frischem Impuls die Wende einleiten: Interims-Trainer René Wagner. (Foto: Herbert Bucco)
Geschäftsführer Thomas Kessler kann die Länderspielpause gut gebrauchen. Hinter dem 40-Jährigen liegt ein Wochenende voller belastender Entscheidungen. So musste er sich nicht nur dazu durchringen, seinen Cheftrainer vor die Tür zu setzen und damit auch eine erste persönliche Niederlage in seiner strategischen Funktion einzugestehen. Zudem musste er schnell einen Nachfolger finden, der den Club aus dem Abwärtsstrudel der letzten Wochen wieder auf Kurs Klassenerhalt führen kann. Seine Wahl fiel auf den bisherigen Co-Trainer Kwasnioks, René Wagner. Eine Entscheidung, die nicht allzu naheliegend war. Kessler begründete die Entlassung Kwasnioks mit dem Bedürfnis nach einem frischen Impuls für das Saisonfinale. Doch ist der ehemalige Co-Trainer, der noch nie eine Partie als Cheftrainer auf Bundesliganiveau an der Seitenlinie stand, wirklich die richtige Wahl?
Neuer Impuls durch gleiches Personal?
Diese Entscheidung lässt sich nachvollziehen, wenn man den Begriff „Impuls“ genauer betrachtet. Die Geißböcke spielten unter Kwasniok keinen schlechten Fußball. Die ausbleibenden Erfolge sind vielmehr eine Folge unglücklicher Verkettungen von Umständen, auf die der geschasste Coach wenig Einfluss hatte. Verletzungen und individuelle Fehler haben den Kölnern wohl mehr Punkte gekostet als fragwürdige Trainerentscheidungen. Der gewünschte Impuls bezieht sich daher weniger auf das Sportliche.
Kessler setzt auf Wagner, weil dieser innerhalb der Mannschaft und des Vereins ein hohes Ansehen genießt. „Ich nehme die Jungs auch so wahr, dass sie es sehr wohlwollend empfunden haben, in den letzten Monaten mit René zusammenzuarbeiten. Daher hoffe ich natürlich auch, dass der ein oder andere Spieler einen engeren Zugang zu den Jungs hat.“ Der Haussegen am Geißbockheim hing unter Vorgänger Kwasniok zuletzt schief. Vielleicht traf der 44-Jährige ein oder zwei unpopuläre Entscheidungen zu viel und unterschätzte den Effekt der Ausbootung langjähriger FC-Profis wie Luca Waldschmidt oder Florian Kainz.
Wagenburgmentalität adé
Auf einer Medienrunde am Dienstagmittag erklärte Wagner, er wolle ein offenes Ohr für Sorgen und Zweifel seiner Spieler haben: „Es gibt immer Spieler, die mit der aktuellen Situation unzufrieden sind“, so der 37-Jährige. Missverständnisse will Wagner nicht nur bei Spielern aus der zweiten oder dritten Reihe ausräumen. Er wolle für alle da sein, machte der Interimscoach deutlich: „Aber genauso gibt es Spieler, die mit der Situation super zufrieden waren. Die gilt es aufzufangen. Die Spieler, die in den letzten Spielen eine tragende Rolle gespielt haben, denen geht es vielleicht jetzt nicht so gut mit dem Trainerwechsel, weil sie nicht wissen, was in den nächsten Tagen und Wochen passiert, ob sie noch die gleiche Position haben wie zuvor.“
Gelingt es Wagner, den Störfaktor Unzufriedenheit bis zum Spiel gegen Frankfurt auszumerzen, hätte er eine große Baustelle geschlossen. Denn Unzufriedenheit und Grüppchenbildung haben nachweislich gravierende Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit einer Mannschaft. Solche Spannungen hemmen insbesondere in entscheidenden Zweikämpfen die letzte Überzeugung. Eine neue Gesprächskultur, wie Wagner sie pflegt, kann diesen negativen Emotionen entgegenwirken. Offenheit, Vertrauen und weniger Stress in Trainings- und Spielsituationen fördern Motivation und Zusammenhalt – die Grundlagen für sportlichen Erfolg.
Kann Wagner Chefcoach?
Ob Kessler mit Wagner als Interimscoach zu viel riskiert, lässt sich womöglich mit einem Blick nach Wales beantworten. Forscher der Universität Cardiff haben in einer groß angelegten Studie untersucht, wie sich ein Trainerwechsel auf die Leistung einer Mannschaft auswirkt. Das Ergebnis: Der Erfolg nach einem Wechsel hängt nicht von der bisherigen Trainererfahrung ab. Weder fehlende Erfahrung noch der Status als ehemaliger Spitzenspieler schmälern laut den Forschern die Wirkung eines Trainerwechsels. Entscheidend scheint vor allem der Effekt der Veränderung selbst, nicht die Eigenschaften des neuen Trainers.
Die Länderspielpause verschafft den Geißböcken nun etwas Zeit für die fußballerische Feinjustierung. Dabei komme es vor allem darauf an, trotz der Tabellensituation einen kühlen Kopf zu bewahren, so Wagner: „Ich glaube, dass wir jetzt einfach fokussiert und ein bisschen locker bleiben wollen. Durch meine Erfahrung beim 1. FC Köln kenne ich die Leute und ihre Macken. Ich versuche vor allem im Staff, so zu kommunizieren, dass alle das Gefühl haben, dass wir es gemeinsam schaffen können.“
In den vergangenen Wochen musste der FC immer wieder rechts hinten experimentieren. Jetzt steht mit Sebastian Sebulonsen aber der Stammspieler für die Position wieder zur Verfügung – zum Glück für den neuen Trainer René Wagner: Sebulonsen Rückkehr ist für den 1. FC Köln extrem wichtig.
Durch die Ausfälle von Sebastian Sebulonsen und Alessio Castro-Montes musste Lukas Kwasniok zuletzt immer wieder auf der Rechtsverteidiger-Position umstellen. So kam Cenny Neumann gegen Mönchengladbach zu seinem Startelfdebüt – und war da an allen Gegentreffern beteiligt. Umso wichtiger ist es für Kwasniok-Nachfolger René Wagner, dass er erstmal nicht experimentieren muss – dank der sehr wichtigen Rückkehr von Sebulonsen.
Sebastian Sebulonsen steht dem 1. FC Köln wieder zur Verfügung
Eine Gemeinsamkeit hat der neue FC-Trainer René Wagner schonmal mit Sebastian Sebulonsen: Der Coach spielte früher selber wie der Norweger heute Rechtsverteidiger. Wenn auch auf einem deutlich niedrigerem Niveau in der Regional- und Oberliga. Aber nicht nur, weil beide die gleiche Position inne haben beziehungsweise hatten, dürfte der Blick des Trainers besonders auf Sebulonsen gerichtet sein. Denn dadurch, dass der Norweger gegen Eintracht Frankfurt nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung steht, bleibt Wagner wohl eine unangenehme und schwierige Entscheidung erspart.
Experimente durch Sebulonsen-Ausfall
Denn gerade in den vergangenen Wochen, als der Norweger erst wegen einer Muskelverletzung gegen Augsburg und Dortmund ausfiel und sich dann nach seiner Einwechslung gegen den HSV die fünfte Gelbe Karte abholte, war der FC immer wieder zum Experimentieren gezwungen. So setzte Lukas Kwasniok meistens rechts hinten auf Tom Krauß. Der machte seine Sache zwar sehr ordentlich, fehlte aber gleichzeitig dadurch im zentralen Mittelfeld. Dort hatte sich der 24-Jährige zuvor mit starken Leistungen festgespielt. Durch das Aushelfen als Rechtsverteidiger fiel er im Zentrum jedoch als Stabilisator weg. Außerdem zeigte Krauß nicht den gleichen Offensivdrang wie Sebulonsen oder auch Alessio Castro-Montes.
Im Derby, als Sebulonsen seine Gelbsperre absaß, fiel der eigentliche Sechser dann kurzfristig nach dem Aufwärmen aus. Notgedrungen stellte Kwasniok daher Nachwuchsspieler Cenny Neumann als Rechtsverteidiger auf – das Startelfdebüt für den Youngster. Leider war es jedoch kein sonderlich erfolgreiches. Schon nach 30 Sekunden musste der 19-Jährige beim 0:1 durch Jens Castrop das erste Mal Lehrgeld zahlen. Nach einem schönen Pass von Franck Honorat verlor Neumann das Duell und musste Castrop ziehen lassen. Bei den anderen beiden Gegentoren gab der Startelfdebütant ebenfalls zumindest keine gute Figur ab. Wie sich daran zeigt, stellt Neumann also (noch) keine ausreichende Alternative dar.
Sebulonsen-Rückkehr eine Stellschraube?
Umso wichtiger ist es für Wagner jetzt, dass Sebulonsen wieder spielberechtigt und fit ist. So dürfte der Norweger dem FC defensiv wieder mehr Stabilität verleihen. Gleichzeitig unterstützt der 26-Jährige die Offensive mehr, als es etwa Krauß getan hatte. Außerdem kann Letzterer so wieder auf seiner Idealposition im Zentrum eingeplant werden, wenn Wagner weiter auf ihn setzt. So bleiben dem neuen Coach Experimente erspart. Die Rückkehr Sebulonsens ist damit wohl eine der einfachsten „Stellschrauben“, an denen der Trainer nun für das kommende Spiel gegen die Eintracht drehen kann.
Dabei wird er wahrscheinlich hoffen, dass Sebulonsen wie vor seiner Verletzung erneut zum Dauerbrenner bei den Geißböcken wird. Denn bis zum Augsburg-Spiel hatte der Rechtsverteidiger immer zur Verfügung gestanden und war eine der Konstanten in der Kölner Mannschaft. Da mit Castro-Montes die etatmäßige Alternative weiter ausfällt, ist es noch wichtiger für den neuen Trainer und die Mannschaft, dass der 26-Jährige wieder genau diese verlässliche Stütze wird.
Acht Monate arbeitete René Wagner an der Seite von Lukas Kwasniok. Nun hat der ehemalige Co-Trainer den 44-Jährigen beerbt. Am Dienstag äußerte sich der neue Cheftrainer des 1. FC Köln: René Wagner lobt die Arbeit mit Lukas Kwasniok.
Zum ersten Mal arbeitet Rene Wagner nun als Cheftrainer eines Bundesligisten. Am Dienstag äußerte sich der 37-Jährige vor den Medien und sprach auch über seinen Vorgänger.
Am Dienstagvormittag wurde es zuweilen auch mal etwas lauter auf dem Gelände am Geißbockheim. „Das ist nicht der Fehler von Marvin, ihr müsst dann auch mal mit zurück arbeiten“, hallte es bei der zweiten Trainingseinheit der Geißböcke unter Interimscoach René Wagner über den Platz, nachdem der Keeper einen Treffer in die obere Ecke seines Kastens kassiert hatte. Die Ansagen des neuen FC-Coaches waren deutlich, laut und bestimmt. Und sie standen damit im klaren Kontrast zum gestrigen ersten Training, als der 37-Jährige seinen Assistenten Armin Reutershahn die Einheiten weitestgehend überließ. Und irgendwie ein Kontrast zu seiner Zeit als Co-Trainer unter Lukas Kwasniok. Beim 44-Jährigen stand Wagner als Co zwangsläufig in der zweiten Reihe. Nun muss der 37-Jährige die Verantwortung für das Ziel des Klassenerhalts übernehmen.
Noch kein Kontakt zu Kwasniok
Für den noch jungen Coach eine große Aufgabe – und das in seinem ersten Job als Trainer einer Bundesligamannschaft. Unter Kwasniok arbeitete Wagner seit vergangenen Sommer und konnte sich das ein oder andere abschauen. „Ich habe unheimlich viel von Lukas mitgenommen. Lukas ist ein Trainer, der unfassbar inhaltlich arbeitet. Er lebt den Fußball jeden Tag, jede Sekunde, jede Millisekunde im Leben.“ Tatsächlich wird der 44-Jährige von verschiedenen Seiten als akribischer Arbeiter beschrieben. Kwasniok war auch beim FC bemüht, auf jeden Gegner den richtigen Schlüssel zu finden. Vor allem aber die aufopferungsvolle Arbeit hat offenbar Eindruck hinterlassen. „Das war was, was ich definitiv mitnehmen werde und auch mitnehmen muss, weil es mir einfach noch mal eine andere Perspektive gegeben hat“, so Wagner.
Für seinen Ex-Cheftrainer findet der Interimscoach lobende Worte. „Ich glaube, es hat mich am Ende als Trainer auch noch mal viel besser gemacht und das war auch das Ziel im Sommer nach Köln zu kommen. Ich wollte eine neue Perspektive, einen neuen Chef sehen, ich wollte was anderes sehen und das war mir besonders wichtig und das habe ich auch bekommen“, so Wagner über seine Zusammenarbeit mit Kwasniok. Dennoch muss der 37-Jährige nun seinen eigenen Weg finden, die Stellschrauben drehen, an denen es unter dem 44-Jährigen noch gehapert hat. Zusammen mit dem neuen Co-Trainer Armin Reutershahn soll dies nun gelingen. Einen Kontakt zu Kwasniok hat es noch nicht gegeben. „Den werde ich jetzt aber suchen“, sagte Wagner. Dafür hat sich Steffen Baumgart bei dem neuen FC-Coach gemeldet. „Steffen hat mir gesagt, dass ich bei mir bleiben soll. Er kennt mich jetzt lange genug“, sagte Wagner. „Er sagte auch, dass meine neue Rolle ein paar andere Themengebiete aufmachen wird. Es gibt das eine oder andere Thema, das ich schon bearbeiten musste, worüber ich mich früher nicht kümmern brauchte.“