Neuer FC-Trainer René Wagner: „Es ist eine Chance und gleichzeitig aber auch eine hohe Erwartung“

Rene Wagner und Armin Reutershahn beim Training
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Neuer FC-Trainer René Wagner: „Es ist eine Chance und gleichzeitig aber auch eine hohe Erwartung“

Nach der Entlassung von Lukas Kwasniok ist René Wagner in der Trainer-Hierarchie gestiegen. Am Dienstagvormittag leitete der 37-Jährige seine zweite Einheit als Cheftrainer der Geißböcke. Das sagt René Wagner zu seiner Aufgabe beim 1. FC Köln.

Um 11 Uhr bat der 37-Jährige die Mannschaft zu seiner zweiten Einheit als Cheftrainer am Geißbockheim. Über seine neue Rolle äußerte sich der bisherige Co-Trainer im Anschluss an das Training.

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Die Entlassung von Lukas Kwasniok am Sonntag kam wohl nicht mehr so richtig überraschend. Nach dem 3:3-Unentschieden hatte Geschäftsführer Thomas Kessler ein Treuebekenntnis vermieden und als der nun Ex-Trainer das Geißbockheim am Sonntagvormittag verließ, mit dem Wissen, dass es noch eine Gremiumssitzung geben solle, war wohl auch dem 44-Jährigen klar, dass es eng werden würde. Für René Wagner ergibt sich aus der Entlassung nun eine Chance. „Ich kenne die Stadt und von daher macht es mich auch ein bisschen stolz, aber darum geht es ja gar nicht, sondern am Ende geht es darum eine Aufgabe zu erfüllen“, sagte Wagner am Rande der Einheit am Dienstag.

„Chance“ und „hohe Erwartung“

Für den gebürtigen Dresdener ist es nun die erste Station als Cheftrainer. „Es ist eine Chance und gleichzeitig aber auch wahrscheinlich eine hohe Erwartung“, so Wagner. „Ich versuche das ein bisschen auszublenden, weil ich weiß, ich kann besser arbeiten, wenn ich organisiert bin und mir nicht so viel Gedanken mache über das, was vielleicht da draußen passiert.“ In Fachkreisen gilt Wagner als akribischer Arbeiter und Taktikfuchs. Auch Thomas Kessler hält große Stücke auf den Coach. Nicht umsonst hat er ihn zum Interims-Trainer gemacht. „Ich begleite ihn jetzt schon ein bisschen länger und kenne ihn auch schon ein bisschen länger. Und bin von seiner fachlichen Expertise maximal überzeugt. René ist ein sehr smarter Mensch, der einen guten Umgang auch mit dem Staff hat, einen guten Umgang auch mit der Mannschaft hat. Und dem ich absolut zutraue, jetzt diese Rolle einzunehmen“, meinte der Geschäftsführer am Montag über den Cheftrainer-Neuling.

Dabei hat Wagner auch in den vorherigen Wochen bereits einige gute Aspekte gesehen. So suche er mit Blick auf die anstehenden Aufgaben vor allem nach kleinen Dingen, die es zu verändern gilt, um wieder zu Erfolgen zu kommen. „Ich glaube, wichtig ist es jetzt, Ruhe zu bewahren. Weil logischerweise jetzt von außen viel auf uns einprasseln wird und ein Trainerwechsel normalerweise nie was Gutes ist. Von daher ist es wichtig für uns, uns jetzt auf das zu fokussieren, was wir glauben, was uns gegen Frankfurt helfen kann, ohne jetzt den Druck des Spieltags am Wochenende zu haben. Das heißt, beruhigt zu analysieren, wo die vielleicht kleinen Stellschrauben sind, über die auch der Thomas gestern schon gesprochen hat. Die wollen wir in aller Ruhe angehen. Und dann können wir immer noch Richtung Frankfurt ein bisschen emotionaler werden“, so der 37-Jährige. So soll dem 1. FC Köln unter ihm endlich die Trendwende nach zuletzt sieben sieglosen Spielen gelingen.

Neuer Co-Trainer für Wagner

Dabei erkennt Wagner auch, dass es durch den Trainerwechsel natürlich einige Spieler gibt, die sich Gedanken machen. Zum einen Profis, die zuletzt viel gespielt haben, „weil die wissen nicht, was passiert die nächsten Tage, die nächsten Wochen, habe ich noch die gleiche Position, die ich davor hatte.“ Aber zum anderen gebe es auch Spieler, die zuletzt seltener auf dem Platz standen und nun vielleicht durch den Trainerwechsel befreiter auftreten können. Die verschiedenen Erwartungen der jeweiligen Profis muss der 37-Jährige nun passend moderieren.

Hilfe bekommt der Cheftrainer dabei von einem neuen Co-Trainer. So stellte der FC am Montag Armin Reutershahn als Assistenten für Wagner vor. Der 66-Jährige soll dem Trainerneuling mit seiner Erfahrung aus seinen Stationen als Co-Trainer bei unter anderem dem Hamburger SV, bei Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Nürnberg, dem VfB Stuttgart, der TSG Hoffenheim, bei Borussia Mönchengladbach, bei Borussia Dortmund sowie bei Hertha BSC Berlin. „Ich war selber in der Bundesliga jetzt viele Jahre, aber der Armin war noch mal einige Jahre mehr als ich und von daher brauchte ich jemand an meiner Seite, der mich dann vor allen Dingen auch mal zurückholt, wenn ich vielleicht zu stark auf dem Gas stehe, weil da stehe ich oftmals zu oft und ich glaube, der Armin hat jetzt einfach die Bremse in der Hand“, so Wagner über die Rolle seines neuen Assistenten.


Wieder ein unterschiedliches Maß? Einmal mehr Schiri-Frust beim 1. FC Köln

Sören Storks schickt Eric Martel vom Platz
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Wieder ein unterschiedliches Maß? Einmal mehr Schiri-Frust beim 1. FC Köln

Nach dem 3:3 gegen Borussia Mönchengladbach ist die Diskussion um den Trainer beim FC beendet. Lukas Kwasniok steht nicht länger an der Seitenlinie der Geißböcke. Im Spiel sorgte aber ein anderer Protagonist für viel Unmut im Umfeld des 1. FC Köln: Schiri-Frust im Rheinderby.

Keinen Sieger gab es im Rheinderby – und damit das Aus von Lukas Kwasniok, der mit dem FC zum siebten Mal in Serie ohne Sieg blieb. Doch es gab noch weiteren Frust.

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Eigentlich hatte er das Zeug zum nächsten Derbyhelden zu werden. Leidenschaftlich schmiss sich Eric Martel in gefühlt jeden Zweikampf – und das sogar im vordersten Drittel. Kein Kölner Spieler bestritt mehr Zweikämpfe als der FC-Sechser, Martel gewann mehr als 60 Prozent der Duelle, spulte zudem neben Jakub Kaminski die meisten Kilometer ab. Immer wieder peitschte der 23-Jährige Fans und Mitspieler an. Und mit seinem zweiten Saisontor nährte Martel nur wenige Minuten vor Schluss die Hoffnung der Fans, das Derby sogar noch komplett zu drehen. „Das ist natürlich dann wieder ein Momentum, das vielleicht auf uns rübergegangen wäre“, sagte der Torschütze des 3:3. „Wenn du hier kurz vor Schluss den Ausgleich schießt, hast vielleicht noch zehn Minuten zu spielen – mit den Fans im Rücken, glaube ich, hätten wir schon gute Chancen gehabt, das Spiel noch komplett zu drehen.“

„Finde das ein bisschen hart“

Doch dann traf der Mittelfeldspieler in einem Luftduell seinen Gegenspieler Joe Scally mit dem Arm am Kopf. Schiedsrichter Sören Storks zögerte einen Moment und zeigte Martel dann die Gelb-Rote Karte. „Der Schiedsrichter kommt zu mir und sagt, das ist eine Abseitssituation und dann kann er für mich nicht das Foul danach bewerten. Wenn es eine Abseitssituation ist, dann darf er mir danach nicht Gelb-Rot geben. Ich finde das ein bisschen hart, muss ich sagen“, erklärte Martel. „Hart“ aus noch einem ganz anderen Grund. Denn bereits zuvor gab es exakt die gleiche Aktion. Nur, dass dort der Kölner Spieler mit dem Ellbogen niedergestreckt wurde. Nur ließ Storks in dem Moment die Gelbe Karte stecken. Erstaunlich, denn diese saß an dem Tag eigentlich ziemlich locker.

Inklusive des Platzverweises sprach der Schiedsrichter neun Verwarnungen aus. Für Thomas Kessler „viele Gelbe Karten auch im Laufe des Spiels, bei denen ich wirklich Fragezeichen hatte“. So zum Beispiel auch bei Marvin Schwäbe, der als Kapitän bekanntlich durchaus das Gespräch mit dem Schiedsrichter suchen darf und nicht gerade zu verbalen Entgleisungen neigt. Dennoch sah der Keeper wegen Meckerns Gelb. Und das, nachdem ein Gladbacher den Konter über Jakub Kaminski unterband. Ein taktisches Foul für das Jan Thielmann kurz zuvor den Karton gesehen hatte, der Gladbacher kam ohne den gelben Karton aus. Sieben Mal zeigte Storks den FC-Profis Karten. „Ich fand, dass wir heute viele Situationen hatten, wo ich mich wirklich gewundert habe, warum er entschieden hat, wie er entschieden hat“, sagte Kessler. 

„Ich suche nie nach Ausreden“

Das fand offenbar auch Ex-Trainer Lukas Kwasniok, der nach der Begegnung ein besonders emotionales Gespräch mit dem Schiedsrichter suchte. „Ich suche nie nach Ausreden und jammere nicht. Und trotzdem ist uns das Glück auch nicht hold“, sagte der 44-Jährige. „Wenn du als Trainer eine gute Perfomance hast, die du als Trainer beeinflussen kannst, dann brauchst du die Momente, die auf deiner Seite sind und ich weiß nicht, wie oft wir diese Situationen auf unserer Seite in Bezug auf Gelb-Rote Karten oder Elfmeter hatten.“ Auch daher habe man zu wenig Punkte eingefahren so der Tenor. „Klar, Erik erwischt den Gegner leider mit dem Ellbogen und die Situation ist mit Gelb-Rot zu bewerten. Aber wenn eine Sekunde früher gepfiffen wird, dann gehen weder Eric noch der Gegner zum Kopfball“, sagte Kwasniok.

Der ehemalige Trainer habe sich darüber echauffiert, weil „diese Dinge in Summe nicht auf unserer Seite sind“. Schon in den vergangenen Wochen hatte Kwasniok immer wieder über ein unterschiedliches Maß an Entscheidungen gesprochen.


Vom Co- zum Cheftrainer – und das über Umwege: René Wagner übernimmt beim 1. FC Köln

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Vom Co- zum Cheftrainer – und das über Umwege: René Wagner übernimmt beim 1. FC Köln

René Wagners ungewöhnlicher Weg führte ihn vom College-Fußball in den USA über Stationen im Nachwuchsbereich und als Analyst auf die Trainerbank des 1. FC Köln. Nun befindet sich der 35-Jährige mitten im Abstiegskampf und nimmt seine bislang größte Herausforderung als Interimstrainer an. 1. FC Köln: Das Wagnis René Wagner beginnt.

Montagnachmittag war es soweit: Interimscoach René Wagner betrat zum ersten Mal in seiner Rolle als Cheftrainer das Trainingsgelände am Geißbockheim. Geschäftsführer Sport Thomas Kessler setzt große Stücke auf das Trainertalent, dass gegen Eintracht Frankfurt und Werder Bremen die Wende einläuten soll.

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Bei bestem Frühlingswetter betrat der Interimstrainer zum ersten Mal in seiner neuen Funktion das Grün am Geißbockheim. Weniger als zwei Wochen bleiben ihm, um seine Mannschaft auf das Duell gegen Eintracht Frankfurt vorzubereiten. Thomas Kessler äußerte, er habe vollstes Vertrauen in Wagner. „Wir waren sehr froh, dass wir ihn im Sommer davon überzeugen konnten, dann wieder zum ersten Mal zu Köln zu kommen.“ Kessler begründete die Entscheidung für Wagner mit dessen persönlicher Bindung zu ihm und seiner Überzeugung, dass dieser auch fachlich der Aufgabe gewachsen sei: „Ich kenne ihn schon lange und begleite ihn schon eine Weile. Ich bin von seiner fachlichen Expertise maximal überzeugt. René ist ein sehr smarter Mensch, der einen guten Umgang mit dem Staff und der Mannschaft hat. Und ich traue ihm absolut zu, jetzt diese Rolle einzunehmen.“

Spannender Werdegang

Doch wer ist dieser Mann, dem Kessler die Wende im Abstiegskampf zutraut? Wagners Weg auf den Chefsessel am Geißböcke (Wenn auch zunächst nur Interimsweise) kann man als atypisch beschreiben. Der gebürtige Dresdener feierte den Höhepunkt seiner aktiven Karriere in der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden und beim VfL Oldenburg, bekam als Akteur auf dem Platz allerdings nie so richtig einen Fuß in die Tür, wie er in einem Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger erklärte. “In meiner Zeit als Spieler habe ich in der zweiten Mannschaft von Dynamo Dresden gespielt und auch immer mal wieder mit den Profis mittrainiert. Aber mir wurde relativ schnell klar, dass das nichts wird mit der Profikarriere. Dann sprach mich eine Agentur an, die junge Sportler an Colleges in die USA vermittelt. Ich hatte die Möglichkeit, dort mit einem Stipendium zu spielen. Das fand ich spannend.”

So zog es ihn im Jahr 2013 nach Hawaii. Bald schon machte er in Übersee seine ersten Schritte an der Seitenlinie – zunächst als Nebenjob neben dem Studium, später dann als Jugendtrainer in einer Akademie in Florida. Von dort aus ging es weiter zu Inter Miami, wo er die U17 und U19 des damals neu gegründeten Vereins von England-Legende David Beckham trainierte. Über einen Kontakt gelangte er aus dem Sunshine State nach Ostwestfalen, wo er unter Steffen Baumgart als Analyst und im Scouting Fuß fasste. Baumgart folgte er nach Köln und weiter in den Norden zu den Vereinen HSV und Union Berlin. Zu Beginn der laufenden Spielzeit sorgte er nach fünf Jahren für einen Tapetenwechsel: Er und seine Frau zogen zurück in die Domstadt. Dort wurde er nach Vermittlung durch Thomas Kessler Teil des Teams von Lukas Kwasniok.

Neue Impulse durch engere Bindung zur Mannschaft

Nun trägt Trainertalent Wagner die Hauptverantwortung in der Domstadt. Am Montag erklärte Kessler, warum dies aus seiner Sicht der richtige Weg sei, worin Wagners große Stärke liege und was ihn von seinem ehemaligen Chef Lukas Kwasniok unterscheide. „Er ist ein sehr kommunikativer Mensch, hat auch eine Art, Leute mitzunehmen. René hat natürlich auch den großen Vorteil, dass er in unserer internationalen Mannschaft quasi sein eigener Simultandolmetscher sein kann. Ich habe selbst jemanden erlebt, der in Ansprachen zur Mannschaft auf Deutsch und Englisch sehr natürlich mit der Mannschaft sprechen kann, sodass auch die Emotionen übertragen werden“, schlussfolgerte der Geschäftsführer. Einer der Gründe für die Trainerentlassung sieben Spieltage vor Saisonende war, dass man sich für das Saisonfinale frische Impulse wünschte.

Wie diese Entscheidung für die interne Lösung Pro-Wagner damit zusammenpasse, erläuterte Kessler wie folgt: „Es hat eben nicht so viel gefehlt. Die Mannschaft hat die Qualität, die Saisonziele zu erreichen. Man hat Woche für Woche gesehen, dass die Mannschaft auf dem Platz alles dafür gibt. Manchmal fehlten eben nur Kleinigkeiten. Ich glaube, dann ist es von Vorteil, wenn du jemanden hast, der die Mannschaft mit all ihren Stärken und Schwächen kennt. Es liegt in der Natur der Sache, dass man vielleicht die eine oder andere Stellschraube anders dreht als in den Wochen zuvor“. Ausschlaggebend war auch die enge Beziehung zwischen Wagner und den Spielern. In diesem Aspekt geriet Ex-Coach Kwasniok bekanntlich mehrfach in die Kritik. „Ich nehme die Jungs so wahr, dass sie es sehr wohlwollend empfunden haben, in den letzten Monaten mit René zusammenzuarbeiten. Daher hoffe ich natürlich auch, dass der eine oder andere Spieler einen engeren Zugang zu den Jungs hat“, sagte Kessler.

Ist Kesslers Lösung zu gewagt?

Es bleibt abzuwarten, ob Wagner, für den es die erste Cheftrainerposition im Profifußball ist, die Geißböcke aus der Krise führen kann – zunächst gegen Frankfurt und dann gegen Bremen. Dabei schwebt über dem Wagner-Experiment insbesondere die Frage: Ist jetzt der richtige Zeitpunkt, auf einen unerfahrenen Coach zu setzen? Ja, meint Kessler. Mit der Unterstützung des jüngst verpflichteten Co-Trainers Armin Reutershahn gebe man Wagner geballte Bundesliga-Erfahrung mit auf den Weg. „Was man natürlich nicht wegdiskutieren kann, ist, dass er in der Bundesliga noch nie eine Mannschaft als Cheftrainer geleitet hat. Und da war für uns klar, dass wir ihm jemanden zur Seite stellen wollen, der sowohl charakterlich als auch fachlich zu ihm passt und eben auch die Erfahrung hat.“

Abschied vom Team des 1. FC Köln – So erfuhr Lukas Kwasniok von seinem Aus

Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln ist nicht glücklich mit der Situation (Foto: Sebastian Widmann/Getty Images)
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Abschied vom Team des 1. FC Köln – So erfuhr Lukas Kwasniok von seinem Aus

Nach acht Monaten ist die Zeit für den 44-Jährigen bei den Geißböcken abgelaufen. Die Chance, um seinen Job zu kämpfen, bekam der nun Ex-Trainer nicht mehr. So erfuhr Lukas Kwasniok vom Aus beim 1. FC Köln.

Der Abschied von Gerhard Struber und Christian Keller verlief im Mai mit vielen Nebengeräuschen, das Aus von Lukas Kwasniok deutlich stiller. Thomas Kessler erklärte am Montag, wie der Sonntag abgelaufen ist.

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Keine halbe Stunde dauerte der letzte Auftritt am Geißbockheim als Trainer des 1. FC Köln für Lukas Kwasniok. Der 44-Jährige tauchte am Sonntagvormittag gut gelaunt auf und eben kurz darauf dann schon wieder genauso gut gelaunt wieder ab. Kwasniok wird sicherlich geahnt haben, dass sich seine Zeit beim FC dem Ende zuneigte. Ein Gespräch mit der Geschäftsführung um Thomas Kessler gab es jedenfalls zu diesem Zeitpunkt noch nicht. „Wir haben mit dem Trainer gestern nicht besprochen, sondern wir haben uns im Kreis der sportlichen Führung ausgetauscht und sind dann zu dem Entschluss gekommen“, sagte Thomas Kessler. Der Entschluss bedeutete das Aus des Trainers. Mit René Wagner ist bereits der Nachfolger gefunden und in den bisherigen Co-Trainer haben die FC-Bosse „vollstes Vertrauen“.

„Wir haben uns dann vernünftig ausgetauscht“

Das hatte bei Kwasniok abgenommen. So sehr, dass es eben nicht mehr ausreichte. Nach zwei Siegen in 18 Spielen und nur drei Punkten aus den vergangenen sieben Begegnungen wohl aus rein statistischer Sicht alles andere als überraschend. Dass der Trainer nicht mehr zu Wort kam, bedeutet auch, dass der Kampfgeist, den Kwasniok noch auf der Pressekonferenz nach dem 3:3 gegen Mönchengladbach zur Schau stellte, im Keim erstickt wurde. Der 44-Jährige bekam nicht mehr die Chance, einen Weg aufzuzeigen, wie er die Wende mit der Mannschaft schaffen will. Nachdem die Gremien das Trainer-Aus bestätigt hatten, suchte Kessler dann das persönliche Gespräch mit Kwasniok. „Wir haben uns dann aber noch vernünftig ausgetauscht. Wir haben da schon noch eine Zeit lang zusammengesessen und haben uns über Punkte ausgetauscht, aber da gab es jetzt keine Diskussionen“, so der Geschäftsführer weiter.

Die Entscheidung war zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon getroffen. „Natürlich war Lukas enttäuscht. Er hat sich sehr akribisch mit der Situation auseinandergesetzt und bis zum letzten Moment alles dafür getan, die Saisonziele zu erreichen. Dann ist eine Enttäuschung völlig normal“, sagte Kessler. Noch am Samstag hatte der 44-Jährige vehement für sich gekämpft, Werbung gemacht und möglicherweise die Entscheidungsträger damit auch ein wenig unter Druck gesetzt, zu handeln. Er spüre zu 100 Prozent Rückendeckung, so der Ex-Trainer. Für einen kleinen Beigeschmack sorgten unterdessen die Reaktionen einiger FC-Spieler. Die verliehenen Imad Rondic und Jusuf Gazibegovic ließen einen Like bei Instagram auf die Freistellungs-Meldung des FC da. Die beiden Spieler waren von dem 44-Jährigen ausgemustert worden.

Am Montagabend bekam Lukas Kwasniok die Chance, sich noch von der Mannschaft zu verabschieden. Wie die „Bild“ berichtet, sollen dazu die Spieler ins Stadion gekommen sein.


Thomas Kessler spricht über das Trainer-Aus: „Sind zum Entschluss gekommen, etwas ändern zu wollen“

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Thomas Kessler spricht über das Trainer-Aus: „Sind zum Entschluss gekommen, etwas ändern zu wollen“

Nach knapp acht Monaten ist das Kapitel Lukas Kwasniok beim FC beendet. Vorerst wird der bisherige Co-Trainer René Wagner das Training übernehmen beim 1. FC Köln: Das sagt Thomas Kessler zum Trainer-Aus.

Die ganz große Überraschung war die Meldung am Sonntagabend dann nicht mehr. Lukas Kwasniok ist nicht mehr Trainer der Geißböcke. Der 44-Jährige wurde nach sieben sieglosen Spielen in Serie vom Verein freigestellt. Am Montag äußerte sich Thomas Kessler zu der Entscheidung.

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Diese war dem ehemaligen Keeper der Kölner nicht leicht gefallen. Immerhin hatte Kessler den Trainer als Wunschlösung im Sommer ans Geißbockheim geholt. „“, so Kessler. Am Sonntag informierte der 40-Jährige Kwasniok in einem persönlichen Gespräch über das Aus. In einer Medienrunde am Montagmittag äußerte der Geschäftsführer nun weitere Details zu der Trainerentlassung. “Ich habe die Entscheidung sicherlich nicht einfach gemacht. Aber nach der ganzheitlichen Bewertung sind wir zu dem Entschluss gekommen, dann etwas ändern zu wollen”, stellte Kessler klar. Auschlaggebend sei die Punkteausbeute aus den Duellen mit direkten Konkurrenten im Tabellenkeller gewesen: “Wir hatten natürlich in den letzten Wochen jetzt schon die Chance, gegen direkte Konkurrenten auf Siege einzufahren. Und ich glaube, wenn man dann unterm Strich schaut, dass wir aus den letzten 18 Spielen auch nur zwei gewonnen haben, die aber dann gegen direkte Konkurrenten waren, dann haben wir das leider nicht geschafft […]”.

Kessler: „Wir haben vollstes Vertrauen in René“

Nun soll René Wagner die Wende herbeiführen. Der 37-Jährige war bereits unter Steffen Baumgart Assistenz-Trainer beim FC und später auch bei Union Berlin. Im Sommer holte Kessler den Inhaber der UEFA-Pro-Lizenz wieder an den Rhein. Für seine ersten Schritte als Cheftrainer der Geißböcke stärkte Kessler ihm den Rücken: „Wir haben jetzt erst mal vollstes Vertrauen in René. Wir waren sehr froh, dass wir ihn im Sommer davon überzeugen konnten, dann wieder zum ersten Mal zu Köln zu kommen“, so Kessler. Wagner gilt als enger Vertrauter des Geschäftsführers, der die große Stärke des bisherigen Co-Trainers im zwischenmenschlichen sieht: „Ich begleite ihn jetzt schon ein bisschen länger und kenne ihn auch schon ein bisschen länger. Und bin von seiner fachlichen Expertise maximal überzeugt. René ist ein sehr smarter Mensch, der einen guten Umgang auch mit dem Staff hat, einen guten Umgang auch mit der Mannschaft hat. Und dem ich absolut zutraue, jetzt diese Rolle einzunehmen“. Unterstützung erhält Wagner vom jüngst verpflichteten Co-Trainer Armin Reutershahn. Kessler besetzte die vakante Co-Trainer-Position am Montagmorgen neu.


Armin Reutershahn wird neuer Co-Trainer des 1. FC Köln

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Armin Reutershahn wird neuer Co-Trainer des 1. FC Köln

Nach der Entlassung von Lukas Kwasniok und Frank Kaspari hat der 1. FC Köln die vakante Co-Trainer Position neu besetzt. 1. FC Köln: Armin Reutershahn wird neuer Co-Trainer von René Wagner

Auf der Suche nach einem neuen Co-Trainer ist man in der Domstadt fündig geworden. Der erfahrene Armin Reutershahn komplettiert das Team von Interimscoach René Wagner.

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Am Montagnachmittag begann Interimscoach René Wagner mit der Vorbereitung auf sein erstes Spiel als Cheftrainer des 1. FC Köln. Dabei wird er nun von seinem neuen Co-Trainer Armin Reutershahn unterstützt. Nach der Umstrukturierung auf der Trainerposition musste Thomas Kessler schnell einen Nachfolger für den ebenfalls entlassenen Co-Trainer Frank Kaspari finden. Wie der Verein am Montagmittag verkündete, wurde die vakante Position mit Armin Reutershahn besetzt. Kessler äußerte sich dazu wie folgt: „Armin bringt große Erfahrung als Co-Trainer mit und wird René mit seiner fachlichen Kompetenz sowie dem Wissen, das er auf seinen zahlreichen Stationen gesammelt hat, in der täglichen Arbeit mit der Mannschaft unterstützen.“

Viel Erfahrung in turbulenten Zeiten

Armin Reutershahn wurde am 1. März 1960 in Duisburg geboren. Seine Trainerlaufbahn begann er im Jahr 1991 als Co-Trainer bei Bayer 05 Uerdingen. Es folgten langjährige Engagements als Assistenztrainer in der Bundesliga, unter anderem beim Hamburger SV, bei Eintracht Frankfurt, dem 1. FC Nürnberg, dem VfB Stuttgart, der TSG Hoffenheim, bei Borussia Mönchengladbach und bei Borussia Dortmund. In der Saison 2024/25 war Reutershahn zuletzt als Co-Trainer bei Hertha BSC tätig.


Lukas Kwasniok scheitert am 1. FC Köln: Ein Trainer-Aus auf Etappen

Lukas Kwasniok hat seinen Kader um drei Spieler reduziert
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Lukas Kwasniok scheitert am 1. FC Köln: Ein Trainer-Aus auf Etappen

Acht Monate leitete Lukas Kwasniok die Geschicke am Geißbockheim. Nun muss der 44-Jährige gehen. Es gibt einen Neuanfang beim 1. FC Köln: Gleich mehrere Gründe für das Aus von Lukas Kwasniok.

Dem fulminanten Start folgt nun ein bitteres Ende. In seiner Zeit am Geißbockheim war der 44-Jährige Teil des neuen Gesichts des 1. FC Köln und erzielte zu Beginn der Saison überdurchschnittlich gute Ergebnisse. Zuletzt blieben diese allerdings aus – und so musste der Coach am Sonntagabend die Koffer nehmen.

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Mit einem Rucksack bepackt und dem Smartphone am Ohr tauchte Lukas Kwasniok am Sonntagvormittag am Geißbockheim auf, gut gelaunt. Keine halbe Stunde später war der Besuch dann auch schon wieder beendet und der 44-Jährige verließ ähnlich strahlend den Parkplatz des Trainingsgeländes, auf dem er rund acht Monate die Geschicke der Geißböcke leitete. Kwasniok ist lang genug im Fußballgeschäft, beschäftigt sich so akribisch mit dem Business, dass er zu diesem Zeitpunkt mindestens geahnt hat, in welche Richtung die Gespräche am Sonntag laufen würden. Am Nachmittag bekam er dann von Thomas Kessler die Bestätigung in einem persönlichen Gespräch. Der 44-Jährige ist nicht mehr länger Trainer der Geißböcke, seine Mission Klassenerhalt gescheitert.

Euphorie durch den Entertrainer

Angesichts der Punkteausbeute war die Trainerentlassung wohl unausweichlich. Vielleicht nicht, weil sie wirklich richtig ist – immerhin gibt es ja zahlreiche Statistiken und Studien, die selbst in der Abstiegsnot von einem Wechsel der doch so wichtigen Position abraten. Vielmehr, weil die Maschinerie in diesem Geschäft nun mal so läuft. Bleiben die erhofften Erfolge aus, muss der Trainer gehen – so einfach ist die Fußball-Matrix auf diesem Gebiet. Doch Kwasniok scheiterte eben nicht nur an der Zählerausbeute. Ein nicht ganz unwichtiger Punkt für das Aus im März dürfte erstaunlicherweise schon mit der Verpflichtung begonnen haben. Nach dem Aus von Gerhard Struber und dem Aufstieg in die Bundesliga wollte der FC eine Veränderung herbeiführen.

Wie schon bei Steffen Baumgart 2021 auf Markus Gisdol (mit Zwischenspiel von Friedhelm Funkel) schien die Wahl nach einem eher biederen Fußball unter Gerhard Struber wieder auf einen Trainer fallen zu müssen, der mit seiner Spielidee, aber auch mit seiner Art Euphorie auslösen kann (wieder mit Zwischenspiel von Friedhelm Funkel). 2021 hatte der FC mit Ach und Krach die Klasse gehalten. Unter Gisdol schien die Marschroute „Niederlage verhindern“ zu lauten – unter Baumgart „Spiele gewinnen“ und das höchst attraktiv. Kwasniok trat das Amt beim FC ebenfalls mit dem Versprechen von Unterhaltung an, erfand für sich selbst den Begriff des „Entertrainers“.

Das Aus war folgerichtig

Und der 44-Jährige bekam von Thomas Kessler einen Kader dahingestellt, mit dem genau das gelingen sollte. Rund 25 Millionen Euro investierte der jetzige Geschäftsführer Sport in einen Kader, der Offensivfußball leben sollte. Und tatsächlich: Mit dem erfolgreichen Saisonauftakt wuchs die Euphorie rund um das Geißbockheim. Trainer und Sportdirektor wurden über den grünen Klee gelobt und das eigentliche Saisonziel Klassenerhalt schien schon damals längst überholt – war es aber nicht. Kwasnioks trefflichste extern geäußerte Analyse der vergangenen Wochen war wohl die Einschätzung, dass der FC in dieser Phase überperformte und damit die Realität extrem vernebelte. So sehr, dass der nun Ex-Coach den Verein zu einem Zeitpunkt verlassen muss, in dem er sich rein nach der Tabelle noch – wenn auch geradeso – im Soll befindet.

Doch zwei Siege in 18 Spielen überleben Trainer nicht nur in Köln nicht – das Aus war also folgerichtig. Der sportliche Erfolg blieb zum zweiten Mal über einen längeren Zeitraum aus. Schon im Winter stand Kwasniok auf der Kippe. Auch, weil es zu Misstönen zwischen ihm und der Mannschaft und ihm und den Fans gekommen war. Die Ausbootung einiger arrivierter Kräfte kam intern und extern nicht so richtig an. Dazu wurden auch die – zum Teil verletzungsbedingten – Rotationen kritisiert. Kwasniok bot in der Hinrunde beispielsweise nicht einmal die gleiche Startelf auf. Der Umgang mit Said El Mala bot ebenfalls viel Gesprächsstoff. Zudem eckte der Trainer mit einigen Äußerungen empfindlich an, sorgte auch damit für Unmut bei den eigenen Fans.

Externe Faktoren

Dazu gab es noch ein beachtliches Ausmaß an externen Faktoren, die Kwasniok durchaus öfter hätte kommunizieren können. Etwa die unglaubliche Verletzungsmisere, die sicher nicht nur auf eine Trainingssteuerung zurückzuführen ist. Immerhin waren neben Lukas Kwasniok noch etliche andere Trainer in die Einheiten involviert, die sich wohl bemerkbar gemacht hätten, wenn eine Über- oder Fehlbelastung offensichtlich gewesen wäre. Und so ganz anders als das Training anderer Bundesligisten wird wohl auch das Kwasnioksche nicht gewesen sein. Dazu tatsächlich ein erstaunliches Ausmaß an 50:50-Entscheidungeen, die gegen den FC ausgelegt wurden.

Nun übernimmt René Wagner. Die Aufgabe ist sieben Spieltage vor Saisonende keine einfache. Immerhin haben es die Kölner in der eigenen Hand und die Euphorie ist aktuell nicht mehr die größte.


Kommentar: Zwischen Leidenschaft und Kontrollverlust

Lukas Kwasniok beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
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Kommentar: Zwischen Leidenschaft und Kontrollverlust

Kommentar: Der 1. FC Köln zieht die Reißleine und trennt sich von Lukas Kwasniok. Doch hinter der Entlassung steckt mehr als nur eine schwache Punkteausbeute. Warum ein Trainer mit klarer Idee, aber fehlender Balance am Ende an sich selbst und seinem Umfeld scheiterte beim 1. FC Köln: Zwischen Leidenschaft und Kontrollverlust

Seit Sonntagabend ist das Aus von FC-Trainer Lukas Kwasniok offiziell. Die Gremien, die über die Entscheidung diskutierten, tagten lange, bis ein Ergebnis feststand.

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Am Sonntagabend machte der Verein das Unausweichliche offiziell: Der 1. FC Köln und Lukas Kwasniok gehen noch vor der Länderspielpause getrennte Wege. Trainer-Talent Robert Wagner, im Sommer als Co-Trainer von Union Berlin ans Geißbockheim gekommen, übernimmt die Mannschaft vorerst. Die Entlassung nach dem Derby ist die logische Folge der desaströsen Kölner Durststrecke. Der letzte Sieg liegt mehr als fünf Wochen zurück. Sportdirektor Thomas Kessler äußerte sich folgendermaßen: „Lukas’ Fußballwissen und seine fachliche Expertise sind unbestritten. Er hat unsere Mannschaft mit großer Sorgfalt und hohem Engagement vorbereitet. Trotz leidenschaftlicher Auftritte war zuletzt ein klarer Abwärtstrend erkennbar. Wir haben zu wenige Punkte geholt – das ist die Realität“.

Zwei Siege in fünf Monaten sowie drei Punkte aus den Duellen gegen Hoffenheim, Hamburg und Gladbach waren am Ende zu wenig. Mit 0,96 Punkten pro Spiel weist Kwasniok eine Bilanz auf, die historisch schwach ist für einen Trainer mit vergleichbarer Amtszeit beim FC. Und doch dürfte die Entscheidung den Verantwortlichen alles andere als leicht gefallen sein.

Der Trainerposten beim FC wird einmal mehr zum heißen Stuhl

Denn zur Wahrheit gehört, dass Kwasniok genau für das verpflichtet wurde, was ihm nun möglicherweise zum Verhängnis wurde. Seine Emotionalität, seine Energie und seine klare fußballerische Idee passten perfekt zur Aufbruchstimmung nach dem Aufstieg. Er sollte Euphorie entfachen, dem Spiel eine Handschrift verpassen, welche den neuen Ansprüchen der Domstädter gerecht wird. Das gelang ihm in der Anfangsphase eindrucksvoll. Doch spätestens im Winter geriet dieses Konstrukt aus der Balance. Kwasniok verlor zunehmend das richtige Maß zwischen dem Anspruch, Dinge zu verändern sowie das Maximum aus der Mannschaft herauszuholen, und dem Gespür dafür, wann er Spieler und Umfeld überfordert. Seine Intensität wurde offenbar vom Erfolgsfaktor zum Risiko.

In dieser Entwicklung trägt auch die sportliche Leitung Verantwortung. Es wäre die Aufgabe von Thomas Kessler gewesen, moderierend einzugreifen, den Trainer einzufangen und in kritischen Phasen zur Mäßigung zu mahnen. Dass dies offenbar nicht gut genug gelungen ist, hinterlässt die erste sichtbare Delle in seiner Amtszeit als Sportdirektor. Denn am grundsätzlichen Profil Kwasnioks lässt sich wenig kritisieren. Es fehlte weder an Leidenschaft noch an Überzeugung oder Qualität, um mit Köln die Klasse zu halten. Auch das Verletzungspech spielte eine Rolle, etwa vor dem Derby mit dem Ausfall von Tom Krauß. Entscheidend war jedoch die Gemengelage aus Aufstiegseuphorie, vielversprechenden Transfers, starkem Saisonstart und wachsendem Erwartungsdruck.

Hinzu kamen personelle Entscheidungen, deren Tragweite Kwasniok womöglich unterschätzt hat. Die Degradierung etablierter Führungsspieler mit großem Einfluss auf die Kabine blieb nicht folgenlos. Spätestens seit dem „Kwasni Yok“-Protest aus der aktiven Fanszene war erkennbar, dass auch intern etwas mächtig ins Wanken geraten sein musste. So stellt sich die Frage, ob Kwasniok am Ende weniger an den sportlichen Herausforderungen scheiterte als an fehlender Feinfühligkeit im Umgang mit Mannschaft und Öffentlichkeit.

Nicht allein ein Trainerproblem

Am Ende bleibt ein ambivalentes Bild: ein Trainer, der das Spiel des FC belebt hat, dessen Intensität aber auch das Binnenklima überforderte. Kwasniok wollte vielleicht zu viel, zu schnell und verlor dabei das Gespür für den richtigen Ton in einer Stadt, die Emotionalität schätzt, aber ebenso Klarheit verlangt. Für den 1. FC Köln beginnt damit einmal mehr die Suche nach Stabilität – sportlich, strategisch und auf der Trainerbank. Und vielleicht sogar die Erkenntnis, dass dieses Kapitel mehr ist als nur das Scheitern eines Trainers.


Nach Trainer-Aus! Das sagen Thomas Kessler und René Wagner: „Wir haben zu wenige Punkte geholt“

Lukas Kwasniok vom 1. FC Köln beim Duell gegen den VfL Wolfsburg
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Nach Trainer-Aus! Das sagen Thomas Kessler und René Wagner: „Wir haben zu wenige Punkte geholt“

Lukas Kwasniok ist also nicht mehr Trainer des 1. FC Köln. Der FC und der 44-Jährige gehen getrennte Wege. René Wagner übernimmt vorerst beim 1. FC Köln: Das sagt Thomas Kessler zum Kwasniok-Aus.

Die große Überraschung war die Nachricht am Sonntagabend nicht mehr. Lukas Kwasniok ist nicht mehr Trainer der Geißböcke. Dazu äußerte sich auch Thomas Kessler.

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Lange wurde am Sonntag am Geißbockheim diskutiert, am Abend gab es dann die Meldung. „Wir haben uns am Sonntag sehr intensiv mit unserer aktuellen Situation beschäftigt und sind zu der Entscheidung gekommen, für die letzte Phase der Saison auf der Cheftrainer-Position einen Impuls zu setzen. Lukas’ Fußballwissen und seine fachliche Expertise sind unbestritten“, sagte Thomas Kessler. „Er hat unsere Mannschaft mit großer Sorgfalt und hohem Engagement auf die Spiele vorbereitet. Trotz leidenschaftlicher und ordentlicher Auftritte war zuletzt ein klarer Abwärtstrend in unserer Entwicklung erkennbar. Wir haben zu wenige Punkte geholt – das ist die Realität. Vor diesem Hintergrund sind wir nach intensiver Analyse zu der Entscheidung gekommen, Lukas freizustellen. Wir danken ihm für seine Arbeit beim FC und wünschen ihm für seinen weiteren Weg alles Gute.“

Wagner übernimmt interimsmäßig

Nun übernimmt René Wagner die Geißböcke vorerst. Das erste Training wird der bisherige Co-Trainer am Montagnachmittag leiten. „Wir sind überzeugt, dass René gemeinsam mit unserem Trainerteam und der Mannschaft unser Ziel erreichen wird. Dafür bringt unser Team die Qualität, die Mentalität und die notwendige Bereitschaft mit. René kennen und schätzen wir seit seinem ersten Engagement bei uns als Co-Trainer als ausgewiesenen Fußballfachmann“, so der Geschäftsführer weiter. „In der Zwischenzeit hat er beim Hamburger SV und Union Berlin, in seiner Rolle seit Saisonbeginn bei uns sowie durch den Erwerb der UEFA Pro Licence in England wertvolle Erfahrungen gesammelt. Er kennt die Mannschaft, hat einen guten Zugang zu den Spielern und wir trauen ihm absolut zu, die vorhandenen guten Leistungen nun auch wieder in positive Ergebnisse zu überführen.“ 

Für den 37-Jährigen ist es der erste Posten als Cheftrainer. „Die Verantwortung, die mir der FC übertragen hat, werde ich mit dem gleichen Engagement und der gleichen Hingabe angehen wie meine bisherigen Aufgaben“, so Wagner. „Gemeinsam mit der Mannschaft, meinen Trainerkollegen, unserem Staff und mit der Unterstützung des gesamten Vereins werde ich alles daransetzen, um in der Bundesliga zu bleiben.“


Der 1. FC Köln stellt Lukas Kwasniok frei – René Wagner übernimmt vorerst

Lukas Kwasniok ist nicht mehr Trainer des 1. FC Köln
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Der 1. FC Köln stellt Lukas Kwasniok frei – René Wagner übernimmt vorerst

Es hatte sich nach dem 3:3-Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach bereits angedeutet, nun ist es auch offiziell: Der 1. FC Köln entlässt Trainer Lukas Kwasniok. René Wagner soll die Mannschaft vorerst übernehmen.

Es war ein emotionales Spiel, es war ein vorentscheidendes Spiel und am Ende stand wieder nur ein Punkt. Der FC bleibt auch im siebten Spiel in Serie ohne Sieg. Und das hat nun Konsequenzen. Lukas Kwasniok ist nicht mehr Trainer der Geißböcke.

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Bis zuletzt hat der 44-Jährige gekämpft, doch sieben sieglose Spiele in Folge oder zwölf Punkte aus 18 Begegnungen waren am Ende dann doch zu wenig. Lukas Kwasniok und der 1. FC Köln gehen ab sofort getrennte Wege. Am Samstagnachmittag war der FC im Rhein-Derby nicht über ein 3:3-Unentschieden hinausgekommen und hatte den erhofften Befreiungsschlag demnach verpasst. Schon nach dem Spiel deutete sich das Ende der Liaison an. Thomas Kessler hatte bei Sky und auch in der Mixed Zone ein Treuebekenntnis vermieden. Man wolle die Situation sachlich und rational analysieren. „Wir werden uns in Ruhe Gedanken machen und ich werde auch eine Nacht drüber schlafen“, sagte Kessler. Es sei klar, dass man „an irgendwelchen Stellschrauben“ drehen müsse.

Wagner übernimmt interimsmäßig

Noch am Samstagabend hatte es am Geißbockheim Gespräche mit Geschäftsführung und Vorstand gegeben. Am Sonntag folgten weitere Gespräche. Auch Lukas Kwasniok war noch einmal am Geißbockheim. Das Votum fiel am Ende gegen Kwasniok aus. Sicherlich auch, weil der Nachfolger in der bevorstehenden Länderspielpause fast zwei Wochen Zeit hat, das Team wieder in Spur zu bringen. Bereits am Samstagabend wurde Co-Trainer René Wagner als möglicher Nachfolger auf der Cheftrainerposition heiß gehandelt. Der 37-Jährige kam im vergangenen Sommer von Union Berlin in Kwasnioks Stab und gehörte zuvor zum Kernteam von Trainer Steffen Baumgart. Wagner übernimmt die Mannschaft vorerst. Auch das kommt nicht überraschend. Wagner war am Sonntag bereits am Geißbockheim als die FC-Bosse nach und nach eintrafen.

Lukas Kwasniok kann nicht mehr hingucken
René Wagner übernimmt

Kessler gilt als großer Befürworter des bisherigen Co-Trainers, holte ihn im Sommer zurück ans Geißbockheim, obwohl Wagner Union Berlin und Steffen Baumgart den Rücken kehrte, um in eine Cheftrainer-Rolle zu schlüpfen. Der 37-Jährige gilt als Vertrauter der Spieler und wird intern als taktisches Mastermind gesehen. Kwasniok hatte die Mannschaft im Sommer übernommen. Der ehemalige Trainer des SC Paderborn wollte eigentlich eine Pause vom Profifußball machen, nach eigener Aussage sei er aufgrund des FC-Angebots von diesem Plan abgewichen. Nach starkem Saisonauftakt hatte der FC bereits im Winter eine erste Formdelle, die zweite nun mit sieben sieglosen Spielen in Folge hat der 44-Jährige nicht als Trainer des FC überstanden. Auch Assistent Frank Kaspari wurde ebenso wie Kwasniok von seinen Aufgaben entbunden.