Der Neuzugang der Kölner konnte im Duell gegen den HSV nicht überzeugen. Auch Gazibegovic selber war mit den Leistungen nicht zufrieden, blickt aber positiv in die Zukunft. Es war ein durchwachsenes Debüt für Jusuf Gazibegovic beim 1. FC Köln.
Gleich zu Beginn der Partie gab es Gelb für den neuen Abwehrspieler. Es war ein durchwachsenes Debüt für Jusuf Gazibegovic beim 1. FC Köln.
Jusuf Gazibegovic vor dem Spiel mit dem 1. FC Köln
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Das Spiel gegen den HSV war erst wenige Augenblicke alt, da setzte der Kölner Neuzugang bereits ein erstes Zeichen. Nach einer Ecke der Kölner setzte Immanuël Pherai zum Tempolauf an, Jusuf Gazibegovic griff beherzt zu, unterband den Konter und sah folgerichtig den gelben Karton und das schon nach fünf Minuten. Keine guten Voraussetzungen für das Premierenspiel und vor allem ein Duell gegen einen der besten und schnellsten Außenbahnspieler der Liga, gegen Jean-Luc Dompé. Für den 24-Jährigen war die Verwarnung ohnehin eine Spur zu hart. „Wenn ich es mir jetzt nach dem Spiel so anschaue, verstehe ich es immer noch nicht. Es waren 80 Meter bis zum Tor, er legt sich den Ball 20 Meter vor“, sagte Gazibegovic und erklärte, dass er später noch zwei, drei Fouls gespielt hätte, bei denen der Schiedsrichter dann aber nicht so hart entschieden, „drüberweggeschaut“ hätte.
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Gazibegovic: „Persönlich glaube ich, dass da schon mehr drin gewesen ist“
So aber stand da die Verwarnung und damit die Bürde gegen den schnellen Dompé nicht ganz so beherzt zur Sache zu gehen. „Natürlich hemmt dich so etwas“, sagte der Rechtsverteidiger. „Vor allem gegen so einen Spieler wie Dompé. Es ist nicht einfach mit so viel Speed und Dynamik, wie er hat. Es ist nicht einfach.“ Nicht ganz so einfach verlief das Zweitliga-Debüt des Nationalspielers von Bosnien-Herzegowina. Nachdem der 24-Jährige in den Testspielen gegen Lugano und Viktoria Köln noch einen beachtlichen Eindruck hinterlassen hatte, verlief das Spiel gegen den HSV nicht ganz so geschmeidig für den Rechtsverteidiger. Gazibegovic fand nicht so recht in die Begegnung, spielte auf der rechten Seite weder defensiv noch offensiv eine große Rolle.
„Persönlich glaube ich, dass da schon mehr drin gewesen ist. Das habe ich mir ein bisschen anders vorgestellt“, sagte Gazibegovic, der zumindest die Kulisse als „geil“ empfand. Der 24-Jährige war schon im Dezember als erster Neuzugang nach dem Registirerungsverbot vorgestellt worden. Und die Erwartungen sind groß. Kein Wunder, Gazibegovic kommt von Sturm Graz als Champions-League-Teilnehmer, als Stammspieler beim östereichischen Bundesligisten und der Nationalmannschaft von Bosnien-Herzegwoina sowie als Akteur, dessen Marktwert vom Online-Portal transfermarkt.de auf fünf Millionen Euro eingeschätzt wird. Dass der Abwehrspieler nicht in die Begegnung fand, lag sicherlich auch am behäbigen Spiel der gesamten Mannschaft. „Wir haben unsere Philosophie am Anfang nicht gezeigt. Das war einfach nicht genug. Wir waren nicht entschlossen genug. Wir haben viele unnötige Fehler gemacht. Kleinere Fehler“, sagte der Neuzugang.
„Es kann nur besser werden“
Doch auch individuell wollte es nicht so richtig laufen. Der 24-Jährige kam in einer Stunde Spielzeit auf 25 Ballkontakte und eine Passquote von 48 Prozent. Jeder zweite gespielte Pass landete beim Gegner. Gerade die Anspiele in die Tiefe in Richtung Damion Downs wollten nicht ankommen. Erstaunlich aber auch die Zweikampfbilanz. Gazibegovic ging in drei Duelle, spielte dabei genau drei Fouls. Unterm Strich stand somit in der offiziellen Statistik kein einziger geführter Zweikampf, für einen Abwehrspieler eine doch überraschende Bilanz. Offensiv schlug der Neuzugang eine Flanke, die aber keinen Abnehmer fand. Am Ende stand ein durchwachsenes erstes Pflichtspiel für die Geißböcke. Das schwache Spiel der Kölner wollte der Abwehrspieler nicht zu schwarz sehen. „Es ist ein Spiel. Das erste von vielen, die wir jetzt noch haben. Ich glaube, es kann nur besser werden.“
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Dem FC fällt in der Offensive zu wenig ein. Doch das Problem besteht nicht erst seit dem 0:1 gegen den HSV am vergangenen Samstagabend. Die Erfolgsserie der Kölner gegen Ende der Hinrunde täuschte vielleicht dann doch über Schwachstellen hinweg: Kommentar zur Niederlage des 1. FC Köln gegen Hamburg.
Die fehlende Balance war in der Hinrunde fast schon zu einem geflügelten Begriff geworden, bevor die Geißböcke in die erfolgreiche Schlussphase starteten. Nun zeigt sich, dass die altbekannten Probleme keineswegs zur Vergangenheit gehören: Kommentar zur Niederlage des 1. FC Köln gegen Hamburg.
Gerhard Struber vom 1. FC Köln
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Die Stimmung rund ums Geißbockheim ist eine andere geworden. Und das nicht nur, weil die Kölner am Samstagabend die erste Niederlage seit Oktober einstecken mussten. Gerhard Struber schlägt mittlerweile andere Töne an. Die schwierige Phase vor der sportlichen Wende moderierte der FC-Coach noch weg, sprach unter anderem von einem Rucksack der vergangenen Saison, den die Mannschaft zu tragen habe. Doch es scheint fast so, als sei die Schonfrist für seine Spieler vorbei oder als habe sich der Trainer so in Köln eingelebt, vielleicht sogar emanzipiert, dass nun einfach eine andere Tonart angebracht seien. Ungewöhnlich hart geht der 47-Jährige mit seiner Mannschaft ins Gericht. Ungewöhnlich, aber sicher nicht unangebracht. Hart aber fair, mag man sagen. Denn die Leistung seiner Mannschaft war gegen den Hamburger SV tatsächlich alles andere als gut und damit auch kritisierbar.
Dem FC fällt zu wenig in der Offensive ein
Struber beschrieb den Auftritt als überschaubar, dass das Team nicht auf dem erhofften Level gewesen sei und man so am Ende nichts ernten werde. Anders ausgedrückt, mit solchen Leistungen werden die Geißböcke zum Saisonfinale wenig mit dem Aufstieg zu tun haben. Die Worte des Trainers treffen genauer ins Ziel als die wenigen Torabschlüsse von Luca Waldschmidt und Co. Schon nach den Testspielen gegen Lugano und Viktoria Köln wurde der Coach deutlich, wohl ahnend, dass es so gegen den HSV schwer werden würde. Recht hat er. Der FC ließ gegen Hamburg viel vermissen. Die Kölner Verantwortlichen sprachen später von der fehlenden Intensität und meinten vermutlich das intensive, agressive Anlaufen. Denn die Laufleistung in Sachen Kilometer und Sprints lag über dem Ligadurchschnitt und der des Gegners.
Zudem unterliefen den Kölnern aber erstaunlich viele Fehlpässe, Ballverluste und die Rückeroberung des Spielgeräts dauerte zu lange. Ein produktives Zusammenspiel war nicht erkennbar. Das ist die eine Wahrheit, doch es gibt noch weitere Teile, die ebenfalls zum Gesamtbild gehören. Und die erzählem wiederum eine in dieser Spielzeit durchaus bekannte Geschichte, die die Niederlage gegen den HSV alles andere als zur Überraschung machen sollte. Denn wie schon in der gesamten Saison verlor der FC auch gegen Hamburg mehr Zweikämpfe als er gewann. Köln kommt gerade einmal auf 46 Prozent der gewonnenen Duelle am Boden. Einzig Greuther Fürth weist einen schlechteren Wert auf. Zudem ist die mangelnde Durchschlagskraft ebenfalls ein ständiger Begleiter der Geißböcke, zumindest seit Oktober. Oder anders ausgedrückt: Den Kölnern fällt nicht erst seit Jahresbeginn zu wenig in der Offensive ein.
Es steht und fällt mit der Qualität der Gegner
Bislang war der Tenor: Hinten Stabilität, ein Tor vorne wird schon reichen – so genannte eklige Siege. Und der Erfolg in den Begegnungen vor der Winterpause hat dieser Maxime Recht gegeben. Doch hätten die Spiele gegen beispielsweise Regensburg, Münster und Fürth auch als eine Warnung empfunden werden können. Denn wirklich viel besser als gegen Hamburg hat der FC dort auch nicht gespielt. Nicht besser, aber erfolgreich. Denn immerhin nutzten die Kölner dort jeweils eine Großchance zu den Siegtreffern. In der Außenwahrnehmung haben die Siege, spätestens aber die Herbstmeisterschaft die Mängel ganz offensichtlich kaschiert. Dass diese „Erfolgsstory“ nicht von Dauer sein würde, war ehrlicher Weise abzusehen und sie steht und fällt dann doch vielleicht mit der Qualität des Gegners. Dass die Kölner es anders können, haben sie gerade zu Saisonbeginn doch eindrucksvoll bewiesen.
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Das HSV-Spiel könnte den Eindruck erwecken, als fehle dem FC die richtige Balance noch immer. Vielleicht sind Strubers markige Worte der richtige Weckruf. Angebracht waren sie allemal. Wenn am Ende der Rückrunde der gleiche Erfolg der Hinrunde steht, werden die Worte ziemlich schnell in den Hintergrund geraten. Man kann es auch so sehen, gewinnt der FC am Samstag gegen Elversberg, egal wie, haben die Kölner schon zwei Punkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt der Hinserie – und das Ergebnis dieser ist bekannt.
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Geglückte Generalprobe der FC-Reserve vor dem Regionalliga-Restart: Die U21 des 1. FC Köln gewinnt ihr Testspiel gegen den Siegburger SV mit 4:1. Dabei musste der Trainer Evangelos Sbonias auf einige Spieler verzichten.
Der U21-Coach Evangelos Sbonias war zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Der letzte Test vor Beginn der zweiten Saisonhälfte am kommenden Samstag bei der U21 des SC Paderborn verlief positiv. Die U21 des 1. FC Köln gewinnt ihr Testspiel gegen den Siegburger SV mit 4:1.
Oliver Schmitt erzielte ein Tor gegen den Siegburger SV (Archivfoto)
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Es war nicht der Spielverlauf, der Evangelos Sbonias die Stimme kostete. Die U21 gewann ihr Testspiel eine Woche vor dem Liga-Restart gegen den klassentieferen Siegburger SV standesgemäß mit 4:1. Die Heiserkeit des Kölner Coaches hatte andere Ursachen, auch wenn Sbonias nach seiner jüngsten Hospitation bei den FC-Profis scherzte: „Eine Woche nicht großartig geredet. Jetzt sofort wieder auf 100 Prozent und schon ist die Stimme weg.“ Grund zu lautstarken Kommandos von der Außenlinie hatte der Trainer jedoch nicht. Sbonias lobte sein Team nach dem Auftritt: „Es war ein guter letzter Test, sehr seriös, ohne große Fehler und keine Torschüssen zugelassen.“ Die FC-Tore erzielten Oliver Schmitt, Emin Kujovic, Joao Pinto und Phil Thieltges. Siegburg traf zum zwischenzeitlichen 1:3.
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“In der zweiten Phase war es ein bisschen zu wild“
Ein kleines Manko machte der Kölner Übungsleiter dann aber doch aus: „In der zweiten Phase war es ein bisschen zu wild, weil wir die Angriffe nicht mehr zu Ende gespielt haben. Wenn du gegen einen tief stehenden Gegner auf so einem Platz das Ding nicht zu Ende spielst, dann frisst du diese Umschalt-Momente und dann kann es sein, dass noch so ein Tor passiert.“ Doch zu kritisch wollte Sbonias keineswegs rüberkommen: „Ich bin zufrieden mit dem Engagement und dem Willen von jedem einzelnen, der hier auf dem Platz stand.“ Dabei musste der Trainer auf einige Spieler verzichten. Der Stammtorhüter Alessandro Blazic fehlte aufgrund von Rückenproblemen, Rijad Smajic aufgrund muskulärer Probleme, die erst am Tag zuvor beim Training aufgetreten seien. Auch Mansour Ouro-Tagba musste seine FC-Premiere verschieben, Sbonias führte auch hier muskuläre Probleme an.
Etienne Borie kam nicht zu erhofften Rückkehr, musste mit Knöchelschmerzen weiter pausieren: „Da wollen wir kein Risiko eingehen“, betonte der Trainer. Bei allen Spielern sei es aber grundsätzlich möglich, dass sie bis zum kommenden Wochenende wieder einsatzfähig sein werden. Am Samstag startet die U21 bei der U21 des SC Paderborn in die zweite Saisonhälfte. „Jetzt geht es darum, die letzte Frische zu holen und letzte Stellschrauben zu drehen“, skizzierte Sbonias die Aufgabe für die letzte Vorbereitungswoche. Mit dem bisherigen Stand sei er zufrieden: „Die Jungs haben super mitgezogen und wir hatten bis jetzt zum Glück keine größeren Verletzungen. Zwei, drei muskuläre Probleme sind normal in dieser Phase, insbesondere auch bei den Wetterbedingungen.“
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Das Spitzenspiel des 1. FC Köln gegen den HSV wurde überschattet durch Fan-Ausschreitungen in der Hamburger Innenstadt. Friedliche Köln-Fans waren von Vermummten angegriffen worden. Nach Angriff auf FC-Fans: LKA nimmt Ermittlungen auf.
Nach dem Angriff auf friedliche FC-Fans: Das LKA nimmt nach den Ausschreitungen Ermittlungen wegen Landfriedensbruch auf und die Verantwortlichen beider Vereine finden drastische Worte im Rahmen der Begegnung des 1. FC Köln beim HSV.
Polizei im Einsatz vor einem Fußballspiel (Symbolfoto: Polizei im Einsatz vor einem Fußballspiel/GettyImages)
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Die Szenen waren erschreckend: Friedlich feiernde FC-Fans auf dem Kiez voller Vorfreude auf das Samstagabendspiel der Geißböcke gegen die Rothosen, wie aus dem Nichts angegriffen. Die Bilder der Massenschlägerei verbreiteten sich binnen weniger Minuten in den Sozialen Medien. Rund 150 Vermummte prügelten vor dem Club „Rutsche“ wahllos auf Kölner Fans ein, darunter ältere Feiernde und Frauen. Die überraschten Kölner versuchten, sich in Sicherheit zu bringen. Über Verletzte ist noch nicht viel bekannt. FC-Sportdirektor Christian Keller sprach im Vorfeld des Abendspiels von einem Verletzten, der mit Verdacht auf Schädelbruch im Krankenhaus behandelt werde. HSV-Fans distanzierten sich von den Angreifern. Nach Informationen von come-on-fc.com haben sich zahlreiche der Angreifer zuvor am Hamburger Hafen versammelt.
Polizei stellt Beweismittel sicher
In der Nacht zu Sonntag gab die Polizei Hamburg auch ein erstes Statement ab. Demnach sei es um 15.10 Uhr zu den Ausschreitungen auf der Friedrichstraße gekommen. Die Vermummten seien anschließend in die Gerhardstraße geflüchtet. Ein Großaufgebot der Polizei rückte an und überprüfte rund 400 mutmaßlich Beteiligte. Dabei stellten die Einsatzkräfte diverse Beweismittel sicher, darunter mehr als 60 Vermummungsmaterialien und mutmaßliche Tatkleidung. Gegen einige Tatverdächtige wurden Aufenthaltsverbote ausgesprochen. Das zuständige Landeskriminalamt hat unter anderem wegen des Verdachts des schweren Landfriedensbruchs und der Körperverletzung Ermittlungen aufgenommen und bittet Geschädigte und Zeuginnen und Zeugen, die Hinweise geben können, sich beim Hinweistelefon der Polizei Hamburg zu melden.
Zu weiteren nennenswerten Vorkommnissen sei es laut Polizei nicht gekommen. Dem Vernehmen nach sollen drei Menschen verletzt worden sein. Noch am Abend bezogen auch die Vereine Stellung. „Wir freuen uns auf ein Fußballfest mit einer tollen Atmosphäre von zwei tollen Fanszenen. Wir haben aber auch diese schlimmen Bilder gesehen. Was heute Nachmittag passiert ist, dafür fehlen mir die Worte“, sagte Keller vor der Begegnung. „Nach meinem Kenntnisstand waren die FC-Fans wirklich harmlos. Wenn harmlose Passanten von vermummten Halbstarken angegriffen werde, wenn auf Frauen und Alte eingeschlagen wird, das ist dermaßen asozial, das habe ich selten gesehen.“ Ähnlich äußerte sich auch HSV-Vorstand: „Wir werden es aufarbeiten. Gewalt widerspricht den Grundwerten des HSV. Das ist nicht akzeptabel.“
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Der 1. FC Köln zeigt gegen den schwachen HSV eine entäuschende Leistung und kassierte eine verdiente 0:1-Niederlage. Die Begegnung war auf beiden Seiten von einem Spitzenspiel weit entfernt. Auch deswegen fand FC-Trainer Gerhard Struber mahnende und warnende Worte.
Spitzenreiter gegen Tabellendritter – es sollte das Topspiel der 2. Bundesliga werden, wurde diesem Titel aber nur tabellarisch gerecht. Gerade die Geißböcke blieben viel schuldig. Der 1. FC Köln zeigt gegen einen schwachen HSV eine alarmierend eintäuschende Leistung und wird hart auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.
Die Spieler des 1. FC Köln sind enttäuscht (Foto: Selim Sudheimer/GettyImages)
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Die Enttäuschung war den Kölner Spielern anzusehen, als sie da über den Rasen des Volksparkstadions schlichen. Ratlosigkeit, Enttäuschung, Frust. Und das war durchaus verständlich. Nicht etwa weil der FC die erste Niederlage seit Oktober eingesteckt hatte. Auch nicht, weil die Kölner die Tabellenführung nach der 0:1-Pleite beim HSV eben an die Rothosen abgegeben hatten. Vielmehr bot die erstaunlich schwache Leistung der Geißböcke Grund für die dunkle Gefühlslage. Keeper Marvin Schwäbe sprach später davon, dass es von allem einfach zu wenig gewesen sei. Dabei war der Torhüter wohl der beste Kölner Spieler, hatte den FC lange im Spiel gehalten, sogar den Elfmeter von Ransford Königsdörffer zunächst stark gehalten, war dann aber beim Nachschuss machtlos und in dieser Situation auch selbstkritisch. „Er schießt ihn leider nicht ganz so platziert, wie ich es mir erhofft habe, sonst bekomme ich ihn zur Seite weg“, sagte Schwäbe.
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FC-Verantwortliche finden deutliche Worte
Schwäbe brachte den Verlauf des Spiels dann aber auf seine doch nüchterne Art ziemlich deutlich auf den Punkt: „Scheiße“, sagte der Keeper frustriert. Tatsächlich hatten die Kölner im Volksparkstadion zu wenig angeboten. Da aber auch der HSV nicht ins Spiel fand, ebenfalls fahrig wirkte, hatte die Begegnung insgesamt wenig von einem Spitzenspiel. „Atmosphärisch war das heute auf hohem Niveau hier in diesem Stadion, auf dem Spielfeld kann man das aber nicht behaupten“, fand auch Gerhard Struber deutliche Worte. Und doch ging die Niederlage in Ordnung. „In erster Linie hat bei uns die Intensität gefehlt. Es waren zu wenig Meter, Tempoläufe und Sprints. Das ist für unser Spiel aber unabdingbar. Wenn es an den Basis-Komponenten fehlt, ist es schwierig, ein gutes Spiel zu machen“, sagte Christian Keller.
Köln gewann nur 45 Prozent der Zweikämpfe, die Geißböcke schienen oft einen Schritt zu spät zukommen, brachten im Schnitt nur vier von fünf Bällen zum Mitspieler und schossen sechs Mal Richtung Tor, der HSV kam auf 15 Abschlüsse. Viel zu oft landeten Pässe beim Gegner oder sogar direkt im Aus, und das zum Teil unbedrängt. Der neue Spitzenreiter löste die Aufgabe gegen den FC auch nicht viel besser. Und so war gerade die erste Halbzeit besonders chancenarm. Erst kurz vor der Pause wurde Jean-Luc Dompé im Sechzehner stark freigespielt. Der Franzose drang zum Elferpunkt und schlenzte Richtung langes Eck, doch Schwäbe machte sich lang. Das sah gut aus, war unterm Strich aber auch ein Torwartball. Ein Keeper von Schwäbes Format musste den Ball halten.
Struber: „Wir haben in vielen Belangen nicht das gebracht, was ich mir vorstelle“
Nach dem Wechsel steigerte sich der FC ein wenig, war griffiger zielstrebiger – wenn auch nur ein wenig. „Die erste Halbzeit war die deutlich schwächere von zwei schwachen Halbzeiten. Dann sah es ab und zu auch mal nach einem Fußballspiel aus“, sagte Keller. Doch nach Toren sah es auch weiterhin bei beiden Teams eher nicht aus. Und so passte es zum Spielverlauf, dass ein Elfmeter die Entscheidung brachte. „Das tut dann auch in gewisser Weise weh“, sagte Struber. „Aber gleichzeitig war das heute einfach zu wenig von uns.“ Und der Trainer ergänzte überraschend deutlich: „Das war schon sehr überschaubar, was wir angeboten haben. Wir haben schon einen anderen Anspruch, auch eine andere Erwartung an unser Spiel gehabt“, so der Coach. „Wir brauchen keine halbschwangeren Leistungen. So werden wir am Ende nichts ernten.“
Tatsächlich hatte die Leistung nicht viel von einem Aufstiegskandidaten. Die Tabellenführung haben die Kölner verspielt und können am Sonntag sogar aus den Aufstiegsplätzren rutschen. „Wir beschäftigen uns nicht so sehr mit der Tabelle. Wir wissen, dass wir Spitzenreiter waren“, sagt Struber angebsprochen auf die Bürde eines Primus. „Es geht aber in den jeweiligen Spielen darum, alles zu investieren, immer bereit zu sein, miteinander das Ding anzugehen. Wir haben in vielen Belangen nicht das gebracht, was ich mir vorstelle.“ Und damit dürfte der Trainer auch die Meinung der Kölner Fans getroffen haben. „Der HSV hat gewonnen und dafür gratuliere ich ihm auch. Der HSV hat heute aber auch keine besonders starke Leistung gebracht. Auch hier muss man die Kirche im Dorf lassen. Da kommen schon noch andere Leistungen auf uns zu“, warnte der Coach.
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Der FC startet mit einer Niederlage in die Rückrunde und gibt die Tabellenführung ab. Der 1. FC Köln unterliegt dem HSV vollkommen verdient 0:1. In einer chancenarmen Begegnung setzte sich der Gastgeber mit einem verwandelten Elfmeter von Ransford Königsdörffer durch.
Der FC hatte sich für den Rückrundenstart viel vorgenommen, gegen den HSV kam dabei aber nicht viel raus. Der 1. FC Köln unterliegt dem HSV vollkommen verdient 0:1. In einer durchwachsenen Begegnung, die nicht wirklich viel von einem Spitzenspiel hatte, erzielte Ransford Königsdörffer per Strafstoß den einzigen Treffer. Der FC kassiert damit die erste Pleite seit Oktober.
Gerhard Struber wirkt enttäuscht (Foto: Christian Kaspar-Bartke/GettyImages)
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Die Vorfreude auf die Begegnung war groß, sie wurde getrübt: Am Nachmittag war es in Hamburg zu Ausschreitungen gekommen. HSV-Hooligans hatten auf dem Kiez Kölner Fans angegriffen. Christian Keller bestätigte vor der Begegnung, dass ein Kölner Anhänger mit Verdacht auf eine Schädelfraktur im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Begegnung wurde zudem mit einer Viertelstunde Verspätung angepfiffen und das aufgrund des Verkehrsaufkommens. Gerhard Struber hatte seine Mannschaft vorab ein- und auch umgestellt. Jusuf Gazibegovic stand erwartungsgemäß in der Startformation. Zudem kehrte Dominique Heintz nach seiner Gelbsperre zurück und Luca Waldschmidt begann für Florian Kainz. Der Offensivspieler hatte sich mit eienr starken Leistung gegen Viktoria Köln für die Aufgabe empfohlen.
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Einzig Dompé wird im ersten Abschnitt gefährlich
Doch die Form brachte Waldschmidt nicht mit in die Begegnung im Volksparkstadion. Von dem Offensivspieler war so gut wie gar nichts im ersten Abschnitt zu sehen. Das lag aber auch daran, dass die Kölner in der Offensive grundsätzlich nicht so richtig stattfanden. Der FC entfachte zunächst Druck, presste hoch und kam so auch zu einem erstem harmlosen Herantasten. Gefahr erzeugten die Kölner dabei aber nicht. Der HSV steigerte sich zunehmend, war aber im Schlussdrittel ebenfalls nicht präsent. Erst Mitte der ersten Halbzeit wurden die Aktionen zielstrebiger. Unter anderem brachte Bakery Jatta eine Flanke von der rechten Seite. Doch Schwäbe war da (25.). In dieser Phase war der HSV die dominierende Mannschaft, die Kölner kamen zum Teil aus dem eigenen Schlussdrittel nicht mehr heraus.
Doch Hamburg machte viel zu wenig aus der Überlegenheit. Chancen blieben weiterhin Mangelware. Die beste Möglichkeit vergab Jean-Luc Dompé. Der Franzose wurde mit einem tollen Doppelpass freigespielt, ging in die Box und versuchte es mit einem Schlenzer Richtung langes Eck. Doch Marvin Schwäbe parierte stark, allerdings auch einen Torwartball. Den Geißböcken fiel im ersten Abschnitt gar nichts ein. Da aber auch der HSV nicht zwingend wurde, ging es torlos in die Kabine. Struber wechselte zur Pause Max Finkgräfe für Pacarada ein und der Linksverteidiger fügte sich sofort mit einem Fehlpass ein. Doch der HSV machte auch daraus zu wenig. Das Spiel war in dieser Phase sehr ausgeglichen. Vor allem, weil es sehr zerfahren blieb, beide Mannschaften mit Fehlpässen glänzten, Spielfluss kaum aufkam.
Königsdörffer trifft vom Punkt
Erst nach einer knappen Stunde musste Schwäbe einmal mehr eingreifen. Eine Ecke von Miro Muheim landete bei Adam Karabec, der aus fünf Metern aufs Tor köpfte. Der Kölner Keeper riss mit einem starken Reflex die Arme gerade noch hoch und rettete so (60.). Der FC war zwar nun besser im Spiel, die Chancen gehörten nun aber den Rothosen. Unter anderem brachte Muheim eine Ecke direkt aufs Tor, die Schwäbe wegfaustete, den Nachschuss von Marco Richter hielt der Kölner Keeper erneut gut (65.). Schließlich kam Finkgräfe einen Schritt zu spät gegen Richter, trat dem Mittelfeldspieler auf den Fuß. Schiedsrichter Christian Dingert entschied zu recht auf Strafstoß. Der gerade erst eingewechselte Ransford Königsdörffer trat an, scheiterte zunächst an Schwäbe, versenkte dann aber den zweiten Ball sicher (79.).
Der FC warf noch einmal alles nach vorne. Doch es fehlten auch weiterhin die Ideen. Eine lange Flanke von Jan Thielmann verpasste Finkgräfe, trotz aller Artistik (85.). Anschließend setzte Martel einen Schuss an den Pfosten, stand dabei aber ohnehin im Abseits. Auch in den letzten Minuten fiel dem FC nichts mehr ein. Es blieb beim 0:1. Am kommenden Samstag ist die SV Elversberg in Köln zu Gast.
Ausschreitungen vor der Begegnung des 1. FC Köln in Hamburg: Im Vorfeld der Partie zwischen dem Hamburger SV und den Geißböcken ist es zu wilden Schlägereien auf dem Kiez gekommen. Die Polizei ist mit einem Großaufgebot vor Ort.
Die Vorfreude auf das Samstagabend-Spiel den Rückrundenstart ist groß, doch sie wird getrübt. Offenbar gibt es Ausschreitungen vor der Begegnung des 1. FC Köln in Hamburg. Zahlreiche Vermummte sind offenbar auf Kölner Fans losgegangen.
Polizei bei einem Fußballspiel (Symbolbild: Sascha Schuermaann/GettyImages)
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Gegen Nachmittag meldeten die ersten User auf „X“, dass sich zahlreiche Einsatzfahrzeuge auf dem Weg Richtung Innenstadt befänden. Tatsächlich war die Polizei mit einem Großaufgebot auf dem Weg zur Friedrichstraße. Auf Videos, die come-on-fc.com vorliegen, sind um die 50 vermummte Hooligans mit blauen Schals zu sehen, die vor dem bekannten Club „die Rutsche“ scheinbar wahllos auf friedlich vor der Kneipe stehende Menschen einprügeln und eintreten. Gegnerische Hooligans sind auf den Bildern nicht zu sehen. Mobiliar wird demonliert, gegen Fensterscheiben geschlagen. Besucher eines weiteren Clubs rufen nach der Polizei. Wie die MorgenPost schreibt, soll es Verletzte gegeben haben. Das hat die Polizei Hamburg aber bislang noch nicht bestätigt. Christian Keller bestätigte am Abend, dass ein Fan mit Verdacht auf Schädelfraktur untersucht wird.
Keller: „Das ist dermaßen asozial“
Laut TAG24 teilte ein Sprecher des Lagedienstes der Polizei mit, dass die Beamten gegen 15 Uhr zum Kiez gerufen wurden. Die Beamten hätten die Situation mit einem Großaufgebot auflösen und die beiden Fanlager voneinander trennen können. Der Angriff erfolgte gegen 15 Uhr, also rund fünfeinhalb Stunden vor Anpfiff. In den sozialen Medien distanzieren sich HSV-Fans von den Anhängern. „Das sind keine HSVler, das sind keine Fans“, hieß es unter anderem. Christian Keller äußerte sich im Vorfeld der Begegnung gegen den HSV. „Es fehlen mir die Worte. Wenn harmlose Passanten – auch wenn sie in FC-Klamotten rumlaufen, dann von vermummten Halbstarken angegriffen werden, da weiß ich gar nicht, was ich dazu sagen soll. Und dann Halbstarke auf ältere Menschen und Frauen einschlagen. Das ist dermaßen asozial“, so der Sportdirektor.
Am Abend ist der FC bekanntlich zu Gast zum Spitzenspiel beim Hamburger SV. Die Begegnung wird um 20.30 Uhr angepfiffen. Rund 7.000 FC-Fans sollen nach Norddeutschland mitgereist sein. Es habe aber mehr als 60.000 Anfragen aus Köln gegeben, heißt es. Mit ordentlich Unterstützung aus der Domstadt ist also zu rechen. Der FC startet als Tabellenerster in die Partie, die Rothosen haben vor dem Duell drei Punkte Rückstand. Mit einem Sieg oder einem Unentschieden blieben die Kölner Spitzenreiter, bei einer Niederlage würde der HSV vorbeiziehen. Die Begegnung gibt es im neuen Liveticker-Gewand bei come-on-fc.com.
Zwar ist die Verletzung keine schlimme, dennoch reicht es für Tim Lemperle nicht. Der Angreifer verpasst das Duell gegen den Hamburger SV und damit die dritte Begegnung in Folge. Als Offensivkraft drängte sich zuletzt Luca Waldschmidt auf – allerdings nicht als Lemperle-Alternative. Am Samstagabend kommt es zum Duell gegen den HSV: So könnte der 1. FC Köln spielen.
Für die beiden Neuverpflichtungen des FC geht es am ersten Liga-Arbeitstag nach Hamburg. Auch für Coach Gerhard Struber ist es das erste Mal im Volksparkstadion beim Duell gegen den HSV: So könnte der 1. FC Köln spielen.
Denis Huseinbasic im Duell gegen den HSV. (Foto: Christof Koepsel/Getty Images)
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Im Gegensatz zu seinem Vor-Vorgänger Steffen Baumgart ist Gerhard Struber alles andere als ein offenes Buch was seine Aufstellung angeht. Zumindest plaudert der Österreicher nicht gerne, vor allem aber nicht offen über seine Startelf. Die Überraschungen halten sich dann aber wiederum meist in Grenzen. Der Coach hat seine Stammelf gefunden und nach den Erfolgen in der Hinrunde keinen großen Grund, die eigentliche Stammformation umzuändern – abgesehen von den Neuzugängen. Jusuf Gazibegovic wird direkt ein der Startelf stehen, bei Joël Schmied wollte der Trainer sich noch nicht festlegen. Allerdings gab der Coach wiederum sehr offen zu, warum der neue Abwehrspieler nur vielleicht in der Anfangsformation stehen würde. Struber wollte abwarten, wie es um seine angeschlagenen Spieler steht.
Wie stellt Struber die Offensive auf?
Am Freitagnachmittag gab es dann ein wenig mehr Gewissheit. Und obwohl der Coach keine komplett guten Nachrichten im Gepäck hatte, waren die Chancen für einen Startelf-Einsatz des neuen Abwehrspielers nicht gestiegen. Zwar trat Tim Lemperle die Reise nach Hamburg nicht mit an, dafür aber Dejan Ljubicic. Beide Akteure hatten sich am Dienstag im Testspiel gegen Viktoria Köln muskuläre Verletzungen zugezogen und mussten vom Platz. Immerhin keine strukturellen Verletzungen, wie der FC mitteilte. Struber hatte dennoch angekündigt, kein Risiko eingehen zu wollen. Das scheint bei Lemperle wiederum zu groß gewesen sein. Nun bleibt es bei Dejan Ljubicic auf der Sechs. Damit steht Eric Martel wieder in der Innenverteidigung und Schmied sitzt zunächst auf der Bank.
Auf der linken Seite hat sich Leart Pacarada festgespielt. Für den verletzten Tim Lemperle läuft Damion Downs auf, der Stürmer ist aktuell der zweitbeste Torjäger der Geißböcke. Mit seinen drei Torbeteiligungen gegen Viktoria Köln hat sich auch Luca Waldschmidt in die Startelf gespielt, dafür sitzt Florian Kainz zunächst auf der Bank.
Gut möglich also, dass Waldschmidt für Florian Kainz oder Linton Maina in die Startelf rotiert. Dann würde Struber wohl doch auf Downs in der Spitze setzen.
39 Tore, die beste Chancenverwertung, die größte Gefahr bei Ecken, die meisten Kontertore – der HSV überzeugt in zahlreichen Statistiken. Und ausgerechnet in der vergangenen Wochen schwächelte die sonst so sichere Kölner Hintermannschaft. Das muss sich schnell ändern. Der 1. FC Köln trifft nun nämlich auf die stärkste Offensive der Liga.
Wirklich rund lief es in der vergangenen Woche nicht in der Hintermannschaft der Geißböcke. Gerade das Prunkstück der vergangenen Spieltag schwächelte. Ein schlechter Zeitpunkt. Denn der 1. FC Köln trifft nun auf die stärkste Offensive der Liga,
Eric Martel verteidigt gegen den Hamburger SV. (Foto: Christof Koepsel/GettyImages)
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Zufrieden konnte Gerhard Struber mit den jüngsten Auftritten seiner vermeintlichen A-Startelf nun wahrlich nicht sein. Der Trainer der Geißböcke musste gleich zwei Mal innerhalb weniger Tage mit ansehen, wie das eigentliche Prunkstück seiner Mannschaft ins Schwimmen geriet. Seit dem zehnten Spieltag, einem bitteren Abend im Oktober, haben die Geißböcke in der Liga nur noch drei Gegentore kassiert. Struber hatte sich anschließend zur Dreierkette durchgerungen, die Defensive mit mehr Erfahrung gestärkt und so eine überraschende Defensiv-Stärke herausgekramt. Waren die Auftritte seiner Hintermannschaft bis zu jenem Wochenende durchaus mit dem Begriff vogelwild zu beschreiben, prägte in den vergangenen Wochen das Wort „stabil“ die Redensweise der Kölner Verantwortlichen und Spieler.
Selke und Königsdörffer mit von der Partie
Nun aber offenbarte die FC-Defensive aber in den Testspielen gegen den FC Lugano und auch gegen Viktoria Köln erstaunliche Schwächen. Vier Tore kassierte die vermeintliche A-Elf, die bekanntlich ab dem 1. Januar von einem Champions-League-Teilnehmer verstärkt wurde, innerhalb von zwei Halbzeiten. Die erste Halbzeit gegen Lugano waren eigentlich viel mehr zwei Viertel und die Spielzeit betrug 60 Minuten. Dennoch: Vier Gegentreffer in insgesamt 105 Spielminuten sind für eine Mannschaft, die sich schon wieder auf dem Weg Richtung Bundesliga sieht, zu viel. Nicht umsonst fand Struber nach beiden Begegnungen ungewohnt deutliche Worte. Und das war angesichts des überschaubaren Stellungspiels, gepaart mit unerklärlichen Patzern alles andere als überraschend. Denn Struber weiß natürlich, was am Samstagabend da auf die Kölner zurollt.
Der HSV stellt nun mal die gefährlichste Offensive der Liga. 39 Tore haben die Rothosen in dieser Spielzeit bereits erzielt. Der SV Darmstadt kommt immerhin auf 36, hat aber seit Freitagabend auch eine Begegnung mehr absolviert (2:2 gegen Düsseldorf). Für die starke Torausbeute benötigen die Hamburger im Schnitt die wenigsten Versuche. Jeder sechste Schuss sitzt – Liga-Bestwert. Und das ist in der Offensive nicht der einzige. Der HSV schlägt die meisten erfolgreichen Flanken, hat die meisten Tore per Kopfball erzielt, die meisten Tore nach Kontern erzielt und ist am gefährlichsten bei Ecken. Kurzum, Hamburg stellt die gefährlichste Offensive der Liga. Und mit Davie Selke und Ransford Königsdörffer und Davie Selke zwei Top-Torjäger der aktuellen Spielzeit. Die beiden Angreifer wurden vor der Begegnung gegen den FC rechtzeitig fit. Und gerade Selke wird sicherlich besonders ambitioniert gegen seinen Ex-Club auflaufen.
„Ich war nicht verärgert, sondern eher ein Stück weit enttäuscht“
Aber mit Jean-Luc Dompé und Miro Muheim warten noch zwei überragende Vorlagengeber. Der Frust nach den durchwachsenen Leistungen seiner Mannschaft war bei Struber angesichts der drohenden Offensivgefahr durchaus verständlich. „Ich war nicht verärgert, sondern eher ein Stück weit enttäuscht von dieser ersten Halbzeit. Die war einfach nicht auf dem Niveau, wie wir uns das gemeinsam vorstellen“, sagte der Trainer nach dem Duell gegen die Viktoria. „Da gilt es einfach darüber zu reden, die Dinge dann zu verbessern. Da haben wir am Samstag eine große Chance unter Beweis zu stellen, dass wir stabil sind, dass wir bereit sind, auch gegen so einen großen Gegner dort alles zu unternehmen, um drei Punkte zu entführen.“ Eine Begegnung wie im Hinspiel ist dabei nicht erwarten. Der HSV überließ den Kölnern damals den Ball, stand tief und setzte blitzschnelle Konter. Vermutlich werden sich die Rothosen nun wieder mehr ins Spiel einbringen.
Und der FC wird sich auf die Defensivarbeit konzentrieren müssen – das Erfolgsrezept der vergangenen Spieltage. Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass die vergangenen Gegner nicht alle eine überragende Offensivkraft entwickelten. Das wird am Samstagabend anders sein. Insofern wird schon der Liga-Auftakt ein erster Gradmesser, in welche Richtung es gehen kann.
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Am Freitag ist es so weit. Die Rückrunde der 2. Bundesliga beginnt. Für den 1. FC Köln steht direkt das schwere Auswärtsspiel gegen den Hamburger SV an. Es ist der Auftakt in eine Saisonhälfte, in der sich die halbe Liga berechtigte Hoffnungen auf den Aufstieg machen kann. Das sind die Konkurrenten des 1. FC Köln im Aufstiegskampf.
Die 2. Bundesliga ist wohl so spannend wie nie zuvor. Den Spitzenreiter Köln und den Tabellenneunten aus Kaiserslautern trennen gerade einmal fünf Zähler. Da noch 17 Begegnungen zu spielen sind, ist auch noch lange nichts entschieden. Das sind die Konkurrenten des 1. FC Köln im Aufstiegskampf.
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1. FC Köln – 31 Punkte Nach anfänglichen Problemen und dem Tiefpunkt gegen den SC Paderborn (1:2) kehrten die Kölner nach einer Systemumstellung, aber auch einigen personellen Veränderungen in die Erfolgsspur zurück. Besonders die neu gewonnene Defensiv-Stabilität ist wohl einer der Hauptpunkte für den Umschwung am Geißbockheim. Seit Ende Oktober sind die Kölner in der Liga ungeschlagen und kletterten dadurch auf Platz eins in der Tabelle. Mit Jusuf Gazibegovic und Joël Schmid haben sich die Kölner qualitativ nochmal verstärkt. Besonders Gazibegovic dürfte ein Upgrade für die Rechtsverteidigerposition sein, auf der in der Hinrunde regelmäßig Offensiv-Akteur Jan Thielmann aushelfen musste. Der Bosnier sammelte in dieser Saison bereits Erfahrung in der Champions League und machte dabei deutlich, dass er mehr Qualität als für die zweite Liga hat.
Von den Namen her haben die Kölner den wohl qualitativ hochwertigsten Kader. Dennoch sollte der FC keinen Gegner unterschätzen. Gerade im Sturm fehlen vielleicht noch Alternativen. Doch auch wenn der FC nicht mehr aktiv wird und weiter die Defensiv-Stabilität an den Tag legt, dürfte der Aufstieg nur über das Team von Gerhard Struber führen.
Mindestens acht Verfolger
Karlsruher SC – 29 Punkte
Nach einem hervorragenden Saisonstart und einer zwischenzeitlichen Ergebniskrise verabschiedeten sich die Karlsruher mit zwei Siegen in die Winterpause. Mit der Hinrunde dürften sowohl Christian Eichner als auch die Fans des KSC sehr zufrieden sein. Besonders in der Offensive zeigten die Badener ansprechende Leistungen. Vor allem Top-Torjäger Budu Zivzivadze konnte überzeugen. Der Georgier verließ den Club jedoch im Winter und wurde nun durch Mikkel Kaufmann ersetzt. Durch den Verlust des Stürmers haben die Karlsruher nicht nur ihre absolute Lebensversicherung verloren, sondern auch den Publikumsliebling. Jetzt muss man sehen, wie der Ersatz einschlägt und schnell integriert werden. Sollte dies nicht gelingen, ist es gut möglich, dass es am Wildpark eine weitere Saison in der zweiten Liga gibt.
Hamburger SV – 28 Punkte
So wie die Spielzeiten zuvor ist auch diese kein Selbstläufer für den ehemaligen Bundesliga-Club. Nach sehr schwankenden Leistungen gab es beim HSV bereits einen Trainerwechsel. Merlin Polzin übernahm für Steffen Baumgart, der in seiner Amtszeit keine positive Entwicklung herbeiführen konnte. Besonders bitter ist der Ausfall von Torjäger Robert Glatzel, auf den die Rothosen noch länger verzichten müssen. Unter Polzin holten die Hamburger aus vier Spielen acht Punkte. Eine wirkliche Verbesserung im Spiel war jedoch auch unter ihm bislang nicht zu erkennen. Dass der Kader der Hanseaten über viel Qualität und Potenzial verfügt, ist unumstritten. Gelingt es dem Trainer, die Mannschaft an ihr Maximum zu bringen, sind die Hamburger neben den Kölnern der zweite Topfavorit für den Aufstieg in die erste Liga.
Überraschungsteams rechnen sich Chancen aus
SV 07 Elversberg – 28 Punkte
Die größte Überraschung in dieser Saison ist eindeutig die SV Elversberg. Die Saarländer sind mit 28 Punkten voll im Kampf um den Aufstieg dabei. An ihr eigentliches Saisonziel, nämlich den Klassenerhalt, kann die Elv so gut wie einen Haken machen. Zwischenzeitlich stand das Team sogar auf Platz eins und konnte viele andere Spitzenteams ärgern. Besonders die beiden Offensivspieler Fisnik Asllani und Muhamed Damar sorgten für teils hervorragende Leistungen. Im Vergleich zu den anderen Mannschaften besitzen die Saarländer zwar vom Namen her weniger Qualität, stellen jedoch im Hinblick auf die Bereitschaft und den Einsatz einige Mannschaften in den Schatten. Am Ende dürfte es für das Team von Horst Steffen dennoch schwierig werden, in die Bundesliga aufzusteigen.
1. FC Magdeburg – 28 Punkte
Besonders auswärts konnten die Magdeburger in dieser Saison überzeugen. In neun Spielen holte das Team von Christian Titz 22 Punkte und steht damit auf Platz eins in der Auswärtstabelle. Ganz anders sieht es bei den Heimspielen der Sachsen aus. Hier ist der FCM noch sieglos und wartet seit fast einem Jahr auf einen Sieg vor heimischem Publikum. Unter Titz spielen die Blau-Weißen den wohl attraktivsten Fußball der Liga, der sehr stark auf Dominanz und Ballbesitz ausgerichtet ist. Das Problem sind häufig individuelle Fehler, die in der Hinrunde einige Punkte kosteten und damit eine noch bessere Situation zur Winterpause verhinderten. Sollten die Magdeburger ihre individuellen Fehler abstellen und auch mal zu Hause drei Punkte holen, sind auch sie ein ganz heißer Kandidat für die Top-Drei der Liga.
Konkurrenten rüsten auf
SC Paderborn 07- 28 Punkte
Genau wie die SV Elversberg gehört auch der SC Paderborn zu den positiven Überraschungen dieser Saison. Das Team von Lukas Kwasniok zeigte konstant gute Leistungen und rückte dadurch sogar auf Platz eins in der Tabelle vor. Vor der Winterpause ging den Ostwestfalen die Leichtigkeit ein wenig verloren. Genau wie beim 1. FC Magdeburg haben sich die Paderborner häufig durch individuelle Fehler um wertvolle Punkte gebracht. Kwasniok äußerte daher vor der Winterpause starke Kritik an seiner Mannschaft. Die Verantwortlichen reagierten sofort und verpflichteten mit Marvin Mehlem und Casper Terho zwei Spieler, die die Qualität in der Mannschaft anheben. Vor allem Mehlem scheint ein großer Gewinn. In der vergangenen Saison spielte der Spieler mit Darmstadt 98 in der Bundesliga und war dort trotz des Abstiegs einer der wenigen Lichtblicke der Lilien. Sollten die Paderborner ihre Konstanz aus den ersten Spielen wiederfinden und die Neuzugänge einschlagen, sollte man den SCP im Aufstiegskampf auf keinen Fall unterschätzen.
Hannover 96 – 27 Punkte
Hannover 96 sorgte in der Winterpause für eine große Überraschung. Die Niedersachsen entließen Trainer Stefan Leitl und verpflichteten dafür Andre Breitenreiter. Dieser Wechsel war nicht wirklich vorhersehbar, könnte aber der entscheidende Impuls für den Aufstieg in die erste Liga sein. Vom Kader her sind die Hannoveraner deutlich besser besetzt, als es der aktuelle Platz vermuten lässt. Mit Jessich Ngankam, Marcel Halstenberg und Havard Nielsen hat der aktuelle Siebte drei Spiele im Kader, die bereits gezeigt haben, dass sie zu gut für die zweite Liga sind. Damit der Aufstieg wirklich gelingen wird, verstärkten sich die 96 in dieser Transferperiode mit zwei sehr spielstarken und robusten Defensivspielern. Mit den Transfers von Kenneth Schmidt sowie Boris Tomiak vom 1. FC Kaiserslautern sorgten die Verantwortlichen für eine qualitativ hochwertige Breite im Kader. Sollte es Breitenreiter gelingen, die Konstanz ins Team zurückzubringen, dürfte Hannover bis zum Ende ganz oben mitspielen.
Findet Düsseldorf wieder in die Spur?
Fortuna Düsseldorf – 26 Punkte
Nach der verlorenen Relegation startete die Fortuna sehr stark in die neue Saison. Die Offensive konnte den Abgang von Top-Torjäger Christos Tzolis auffangen, während die Defensive die gewohnte Stabilität auf den Platz brachte. Diese ging den Düsseldorfern im Verlauf der Hinrunde verloren. In vielen Spielen kassierte die Fortuna zu einfache Gegentore. Ein positives Signal. Die Verantwortlichen verlängerten trotz der teils ungenügenden Leistungen mit Trainer Daniel Thioune, der die Fortuna von einem Abstiegskandidaten zu einem sehr guten Zweitligisten entwickelte. Dadurch soll die Kontinuität in den nächsten Jahren fortgeführt werden, um als Verein weiterzuwachsen. Um noch mehr Qualität und Breite in der Offensive zu haben, verpflichteten die Rheinländer Moritz-Broni Kwarteng vom VfL Bochum. Wenn die Fortuna wieder zu ihrer alten Form zurückfindet und die anderen Teams ein wenig schwächeln, ist mit den Fortunen auf jeden Fall zu rechen.
1. FC Kaiserslautern – 26 Punkte
Die Pfälzer spielen bislang eine sehr solide Runde. Nach der komplizierten Vorsaison zeigt die Richtung unter Markus Anfang nun wieder nach oben. Die Lauterer konnten sich trotz der immer wieder auftretenden Verletzungen und damit verbundenen Ausfällen ihres Stürmers Ragnar Ache kontinuierlich weiterentwickeln. Die Mannschaft von Anfang zeigte spielerisch gute Leistungen. Mit Boris Tomiak verloren die Pfälzer einen sehr wichtigen Spieler an den Konkurrenten Hannover 96. Der Verlust des Defensivspielers ist für den Verein sehr schmerzhaft, da er ein echter Führungsspieler im Team war. Ob die Verantwortlichen einen Ersatz verpflichten, ist bislang nicht klar. Im Aufstiegskampf dürfte dem 1. FC Kaiserslautern eher eine Außenseiterrolle zukommen, da die Qualität der Konkurrenten zu groß ist. Zumal auch Ragnar Ache den Verein noch verlassen könnte.
Am Ende des Tages würde es aber auch nicht verwundern, wenn selbst der formstarke SV Darmstadt dann wieder ein Wörtchen mitreden will.
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