Der 1. FC Köln hat im Sommer auch an seinem Tempodefizit geschraubt
Simon Bartsch
Vor ziemlich genau einem Jahr wurde beim FC über ein vermeintlich mangelndes Tempo in der Mannschaft diskutiert. Ob das Thema gerechtfertigt war, lässt sich im Nachhinein schwer sagen. Sicher ist aber: Der 1. FC Köln hat im Sommer am Tempo gearbeitet. Und das möglicherweise auf mehreren Ebenen.
Zwölf Neuverpflichtungen haben dem FC vor der Saison ein neues Gesicht verpasst. Das lässt sich auch Daten gut festhalten. Der 1. FC Köln hat im Sommer unter anderem am Tempo gearbeitet. Vielleicht auch ein Grund des Erfolgs.
Said El Mala gehört zu den schnellsten Kölner Spielern (Foto: Alex Grimm/Getty Images)
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Als die Geißböcke vor ziemlich genau einem Jahr in der 2. Bundesliga das erste Mal ein wenig ins Schlittern gerieten und die Kluft zwischen geballter Offensive und vogelfreier Defensive das erste Mal so richtig aufploppte, wurde ein potenzielles Defizit der Kölner zum Thema: das Tempo. Vier Tore gegen den Karlsruher SC, fünf gegen Darmstadt – das oft durch Umschaltmomente, in denen die Kölner nicht so richtig hinter herkamen. Damals Mitte Oktober 2024 wurde das an einem Umstand handfest: Mit Linton Maina schaffte es nur ein FC-Profi mit seiner Maximal-Geschwindigkeit in die Top-80 der Liga. Jeder aktive oder ehemalige Fußballer weiß natürlich, dass die Höchstgeschwindigkeit nicht alles ist. Antritt, Explosivität, selbst das mentale Umschalten spielen im Fußball bekanntlich eine mindestens genauso große Rolle. Und die Höchstgeschwindigkeit ist dann vielleicht auch in einem großen Ganzen, ohne krasse Ausreißer zu betrachten.
Acht FC-Profis in der Top-100
Vieleicht waren die Werte auch aufgrund der taktischen Herangehensweise mit hohem Pressing und Ballgewinnen tief in der gegnerischen Hälfte so ausgefallen. Dennoch war nun mal nicht von der Hand zu weisen, dass der FC in dieser Zeit in der Liste der Höchstgeschwindigkeiten unterpräsentiert und parallel auf dem Platz ein gewisses Defizit in Sachen Geschwindigkeit auszumachen war. Das änderte sich auch bis zum Ende der Spielzeit mit angepasstem System nicht mehr. Linton Maina kam auf einen Bestwert von 35,87 km/h und lag damit auf Platz elf der schnellsten Spieler der 2. Bundesliga. Bis der nächste Akteur des FC in jener Bilanz auftauchte, musste man aber lange suchen. Erst auf Platz 70 befand sich Winterneuzugang Joël Schmied mit 34,29 km/h. Insgesamt schaffen es nur vier Kölner Spieler in die Top-100. Zum Vergleich: Vom Mitaufsteiger Hamburger SV waren es gleich doppelt so viele.
Doch an diesem Maximaltempo haben die Kölner im Sommer ganz offensichtlich gearbeitet. In der Top-Ten sucht man den FC aktuell noch vergebens. Doch mit den in der vergangenen Spielzeit gemessenen 35,87 km/h wäre Maina aktuell der drittschnellste Bundesliga-Profi. Das hinter Bazoumana Touré mit 35,97 und Unions Oliver Burke mit 36,01 km/h. In dieser Spielzeit ist tatsächlich bislang ein Neuzugang der schnellste Kölner Spieler. Kristoffer Lund wurde gegen Hoffenheim mit 35,11 km/h geblitzt, liegt damit in der Liga auf Rang 14. Auf Platz 35 folgt Said El Mala (34,38) und auf Platz 36 Jakub Kaminski (34,37). Mit Joel Schmid liegt ein Winterneuzugang des Vorjahres auf dem internen vierten Platz (34,34 km/h; Rang 40). Sebastian Sebulonsen schafft es auf Rang 70 (33,81) und in der Top-100 befinden sich dann auch Maina (33,55), Jan Thielmann (33,48) und Isak Johannesson (33,38).
Zwar gehören die Geißböcke somit weiterhin nicht zu den allerschnellsten Spielern der Liga, im Mittel ist die Maximalgeschwindigkeit aber schon gestiegen. Das liegt neben der Kaderzustellung sicherlich auch an der Spielweise des Kölner Trainers. Gerade in Sachen Tempo ist beim FC aktuell jedenfalls kein Defizit mehr auszumachen.
Schwere Phase für Gazibegovic: Wieder nicht im Kader, in der National-Elf erneut auf Abruf
Simon Bartsch
Für Jusuf Gazibegovic will es in dieser Spielzeit einfach nicht laufen. Gegen den VfB Stuttgart stand der Rechtsverteidiger am Sonntag zum dritten Mal in Folge nicht im Kader des 1. FC Köln: Jusuf Gazibegovic weiterhin außen vor.
Er wurde als der erste neue Spieler nach dem Registrierungsverbot gefeiert, galt im Winter als möglicher Königstransfer beim 1. FC Köln: Doch Jusuf Gazibegovic ist beim FC weiterhin außen vor. Auch in der Nationalmannschaft wurde der Rechtsverteidiger nicht in den direkten Kader berufen.
Jusuf Gazibegovic kommt beim FC gerade nicht zum Zug
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Der Frühherbst des vergangenen Jahres hatte es für Jusuf Gazibegovic terminlich schon in sich: Hier Champions League gegen Brügge und Co., Länderspiele gegen unter anderem die DFB-Auswahl und Spitzenspiele gegen Teams wie RB Salzburg. Immer von Beginn an, meist über die 90 Minuten und immer als Leistungsträger beim späteren Meister Sturm Graz. Ein Jahr später sieht die Situation um den Linksverteidiger ganz anders aus. Gazibegovic ist mittlerweile Spieler des 1. FC Köln und bei den Geißböcken weiterhin außen vor. Der Rechtsverteidiger war am Sonntag im Duell gegen Stuttgart zum dritten Mal in Serie nicht Teil des Kölner Kaders. Zu Jahresbeginn noch als Königstransfer – und dazu noch der erste nach der Transfersperre – gefeiert, aktuell noch nicht einmal ein Platz auf der Bank.
Huseinbasic erneut nicht nominiert
In der vergangenen Woche äußerte sich der Bosnier noch bei „Sky“ über die aktuelle Situation, die ihm schwer falle. Zumal er in der Nationalmannschaft doch recht ordentliche Leistungen gezeigt habe. Tatsächlich überzeugte der Abwehrspieler im Duell gegen San Marino, spielte 90 Minuten. Auch im anschließenden Duell gegen die Wahlheimat Österreich machte Gazibegovic eine gute Figur. Allerdings war der Bosnier zunächst nicht berücksichtigt worden, stand auf der „Abruf“-Liste. Erst durch die Verletzung von Arjan Malic rückte der Rechtsverteidiger nach. Und auch dieses Mal gehört der 25-Jährige zu den drei Spielern, die auf Abruf stehen. Sollte kein Spieler ausfallen, wird Gazibegovic dieses Mal wohl keine Spielpraxis in der Nationalmannschaft sammeln können.
Immerhin dürfte der Abwehrspieler dann aber beim Cologne-Cup am 9. Oktober zum Einsatz kommen. Denis Huseinbasic wurde auch dieses Mal gar nicht erst von Bosnien-Coach Sergej Barbarez berücksichtigt. Im Juni war der Mittelfeldspieler früher von der Nationalmannschaft heimgereist. Aus „mentalen“ Gründen, wie es später hieß. Seitdem spielt Huseinbasic keine Rolle mehr. Zu Beginn der Spielzeit war er auch von Lukas Kwasniok nicht berücksichtigt worden, biss sich dann aber in das Team. Erst am vergangenen Sonntag war der 24-Jährige nach einer guten Stunde im Duell der Kölner gegen den VfB eingewechselt worden. Davon scheint Jusuf Gazibegovic aktuell ein Stück weit entfernt zu sein.
Und daran wird sich wohl so schnell auch nichts ändern. Denn Sebastian Sebulonsen ist sicherlich eine der bislang vielversprechendsten Neuverpflichtungen. Der Norweger hat sich komplett festgespielt. Das dürfte sich der Rechtsverteidiger bei seinem Wechsel im Januar gänzlich anders vorgestellt haben.
Erstmals in der Liga Startelf, aber nicht überzeugend: „Das hat Linton zu sehr herausgefordert“
Simon Bartsch
Linton Maina lief am Sonntag das erste Mal in dieser Saison in der Liga von Beginn an auf. Doch auf einer eigentlich ungewohnten Position tat sich der Offensivspieler schwer in der Begegnung des 1. FC Köln: Linton Maina kann sich gegen Stuttgart nicht empfehlen.
Schon in der Vorbereitung musste er hin und wieder als offensiver Schienenspieler ran. Wirklich viel hat es nicht gebracht für den 1. FC Köln: Linton Maina kann sich im Duell gegen den VfB Stuttgart nicht empfehlen.
Linton Maina im Spiel gegen den VfB Stuttgart
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Als Lukas Kwasniok in der jüngeren Vergangenheit auf Linton Maina angesprochen wurde, da geriet der Trainer fast schon ins Schwärmen. Er habe zu dem Kölner Flügelflitzer schon ein besonderes Verhältnis wurde der Trainer nicht müde, zu betonen. „Mein Verhältnis zum Linton ist sehr warm, herzlich, weil er ein guter Mensch ist“, sagte der Trainer. „Linton musst du mal in den Arm nehmen und dann versuchst du aber, ihn wieder so ein bisschen zu kitzeln, ein bisschen anzustacheln.“ Das tat Kwasniok zuletzt. Vielleicht sogar ein wenig mehr als das. Der Außenbahnspieler kam in den ersten Liga-Spielen so gut wie gar nicht zum Einsatz, wurde gegen Wolfsburg noch nicht einmal für den Kader berücksichtigt. Gegen Leipzig wurde Maina dann eingewechselt, drehte auf und empfahl sich für mehr. „Linton Maina ist grundsätzlich mal eine Waffe“, sagte der Coach noch am vergangenen Freitag in Bezug auf einen möglichen Startelf-Einsatz. „Und die versuchen wir, im richtigen Moment zu nutzen.“ Der Moment schien für den Trainer gegen Stuttgart gekommen zu sein.
„Wir haben gewusst, dass so etwas passieren kann“
Und doch überraschte der Trainer – zumindest in Teilen. Am Sonntagabend stand Maina dann in der Startelf. Doch nicht etwa als Offensivkraft, vielmehr als Schienenspieler einer Fünferkette, der also auch Defensivaufgaben übernehmen sollte. Eine Rolle, die der gebürtige Berliner auch schon in der Vorbereitung immer mal wieder übernommen hatte. Schon damals konnte man die ein oder andere defensive Schwierigkeit ausmachen, die Maina aber durch sein Tempo meist ausgleichen konnte. Nur ging es damals nahezu ausschließlich gegen unterklassige Mannschaften. „Der VfB hat widererwarten die halbrechte Seite überladen. Wir hatten uns auf die halblinke mit Mittelstädt eingestellt. Aber Vagnoman war der Spieler, der das Spiel oft mit angetrieben hat. Dadurch hatten wir oft eine Zwei-gegen-drei-Konstellation. Das hat Linton zu sehr herausgefordert. Er ist kein links defensivverteidigender Schienenspieler. Wir haben gewusst, dass so etwas passieren kann“, sagte der Trainer. „Wir haben mit Jakub eine Allrounder-Waffe, die einfach den Rücken besser sichern kann.“
Also stellte der Trainer noch während der ersten Halbzeit um, setzte Maina offensiver ein und auf Jakub Kaminski auf dem defensiveren Part. „Es ist zwar nicht konkret gefährlich geworden, aber wenn die Bälle zwei-, dreimal genauer gekommen wären, hätte es lichterloh gebrannt. Ich bin proaktiv zu Werke gegangen“, sagte der Coach. Doch nach seinem guten Auftritt gegen Leipzig blieb Maina dieses Mal blass, konnte sich nicht erneut in Szene setzen. Zwar zog der 26-Jährige die meisten Sprints auf Kölner Seite an, Torgefahr erzeugte der Offensivspieler aber nicht. Ganz anders eben Kaminski, der alleine auf fünf Torabschlüsse kam. Es wirkt fast so, als müsse Kwasniok seine „Waffe“ wieder ein wenig anstacheln. Gut möglich, dass das dann wieder auf anderer Position passiert.
Kommentar: Jede Nicht-Nominierung ist individuell schmerzhaft, doch darin liegt eine Chance des 1. FC Köln
Simon Bartsch
In der zweiten Liga war Linton Maina noch einer der besten FC-Spieler, in der Bundesliga war er bis jetzt außen vor. Aber andere Kölner Profis haben schon gezeigt, dass unter Lukas Kwasniok jeder seine Chance bekommt: Ein Kommentar zur Nichtberücksichtigung von Linton Maina.
Gegen Wolfsburg stand Linton Maina nicht im Kölner Kader und hat bisher in dieser Spielzeit noch keine Minute in der Bundesliga gespielt. Der Linksaußen muss auf seine Chance beim neuen Trainer warten: Ein Kommentar zur Nichtberücksichtigung von Linton Maina.
Linton Maina stand gegen den VfL Wolfsburg nicht im FC-Kader
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Es war wohl einer der emotionalsten Momente für die Fans des 1. FC Köln in der abgelaufenen Saison: Die aus dem Nichts kommunizierte Vertragsverlängerung von Linton Maina. In der Wahrnehmung der Fans sendete der Außenbahnspieler ein Signal. Das Signal mit starken Leistungen auch in der Bundesliga vorangehen zu wollen. Eigentlich. Denn ein paar Monate später sieht die Bilanz nach drei Bundesliga-Spieltagen ganz anders aus für den besten Kölner Vorlagengeber der Vorsaison. Bis jetzt hat Maina – bis auf in der ersten DFB-Pokalrunde – noch keine Minute gespielt. Gegen Wolfsburg war er noch nicht mal für den Kader berücksichtigt worden.
Jeder kann seine Chance bekommen
Verwunderung und vielleicht auch ein Hauch Wehmut gingen durch Teile der Fans in den Sozialen Medien. Für den Offensivspieler eine Situation, die er so bei der Vertragsunterschrift nicht erwartet hat. Doch für Trübsal ist aktuell kein Platz. Im Gegenteil. Der 26-Jährige ist gut daran beraten, jetzt Geduld zu beweisen, die richtige Reaktion zu zeigen und nicht lange zu hadern. Denn sein Trainer Lukas Kwasniok hat mehrfach betont, dass jeder Spieler seine Chance erhalten wird. Und der Coach hat die Worte bereits auch mit Leben gefüllt und seinen Kader und den großen Konkurrenzkampf bisher clever gemanagt. Wenn man den Pokal mit einbezieht, hat bis auf Dominique Heintz jeder Profi Einsatzzeit bekommen. Nur Eric Martel spielte alle vier Spiele durch. Alle drei Ligaspiele absolvierten zusätzlich noch Marvin Schwäbe und Jakub Kaminski. Neben ihnen konnten sich alle Akteure also mindestens als Joker beweisen.
Dass jeder beim FC seine Chance erhält und dann auch nutzen kann, zeigt sich auch am Beispiel Denis Huseinbasic. Gegen Regensburg war der Mittelfeldspieler nicht im Kader, beim Bundesliga-Auftakt in Mainz saß er das ganze Spiel auf der Bank. Eine Woche später gegen den SC Freiburg bekam der 24-Jährige dann seine Möglichkeit, stand direkt in der Startelf und machte eine ordentliche Partie. Gegen Freiburg war Luca Waldschmidt außen vor, spielte gegen Wolfsburg von Beginn an, traf gegen seinen Ex-Club. Kwasniok nutzt tatsächlich den gesamten Kader, kann die Akteure bei Laune halten. Niemand ist für ewig auf die Bank verbannt, wenn er sich denn im Training reinhängt. Genau diesen Weg müssen nun Maina, aber auch die Mitspieler gehen. Das Signal ist eindeutig, auf frühere Leistungen braucht sich beim FC niemand ausruhen, dafür ist die Kaderbreite zu groß.
Kwasniok hält die Spannung hoch
Und das ist der richtige Weg: Denn dass Kwasniok solche Chancen verteilt, macht den FC stark. Jeder Profi weiß, dass er auch bei Rückschlägen wie einer Nichtnominierung weiter hart arbeiten muss und diese Arbeit nicht umsonst ist. Das hält das Niveau und die Spannung der Mannschaft im Training und dadurch ebenfalls im Spiel hoch. Ja, es besteht weiter das Risiko, einer gewissen Unzufriedenheit. Aber bis jetzt schafft es der Trainer gut, seinen Kader mit ehrlichen Ansprachen und Rotationen bei Laune zu halten und die Kaderbreite wirklich zu einer Stärke zu machen. Jeder kann es schaffen, sich in die Startelf zu spielen. Und die Wechsel nahmen bis jetzt noch kein so extremes Ausmaß an, dass es das Kölner Spiel gestört hätte. Wenn Kwasniok weiter die richtige Balance findet, wird das ein wichtiger Punkt für eine erfolgreiche Saison der Geißböcke sein. Und eben auch eine Möglichkeit für Spieler wie Linton Maina, doch noch die angestrebte wichtige Rolle beim FC zu erreichen.
Vom Aufstiegshelden aufs Abstellgleis? Etablierte Spieler wie Pacarada, Heintz und Co müssen sich dem Konkurrenzkampf stellen
Simon Hense
Mit Rav van den Berg hat der FC bereits zehn Neuverpflichtungen getätigt. Das könnte auch Konsequenzen für einige langjährige Spieler haben beim 1. FC Köln: Einigen Aufstiegshelden droht das Abstellgleis.
In der abgelaufenen Saison wurden sie noch gefeiert, jetzt müssen sie um ihren Platz kämpfen beim 1. FC Köln: Einigen Aufstiegshelden droht das Abstellgleis. Denn der FC rüstet in allen Mannschaftsteilen gehörig für die Bundesliga auf.
Leart Pacarada und Dominique Heintz müssen in der kommenden Saison um ihre Einsatzzeiten kämpfen
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Er war in der abgelaufenen Saison einer der Dauerbrenner beim 1. FC Köln: Mit acht Vorlagen in 31 Einsätzen hatte Leart Pacarada einen gehörigen Anteil am Kölner Aufstieg. Ein Jahr zuvor in der Abstiegssaison hatte der Linksverteidiger seinen Stammplatz an Max Finkgräfe verloren. Doch in der zweiten Liga blühte der 30-Jährige auf und verdrängte mit guten Leistungen auch seinen jungen Konkurrenten wieder auf die Bank. Nun möchte der kosovarische Nationalspieler in der kommenden Spielzeit zeigen, dass er auch in der Bundesliga überzeugen kann. Doch das Blatt könnte sich erneut gegen Pacarada wenden. Denn mit Kristoffer Lund hat der FC bereits einen Linksverteidiger mit Ambitionen auf die Startelf verpflichtet und auch das Interesse an Derrick Köhn ist noch nicht gänzlich vom Tisch. Ersterer könnte Pacarada seinen Stammplatz jetzt schon streitig machen. Pacarada wurde für die Begegnung gegen Regensburg nicht nominiert.
Große Konkurrenz in der Defensive
Es könnte darum eng werden für Pacarada. Erst Recht, wenn wie geplant noch ein weiterer Linksverteidiger kommen sollte. Aber auch so ist nicht klar, auf wie viel Einsatzzeit der 30-Jährige kommen wird. Lund spielte gegen die Lombarden gut, zeigte sich vor allem offensiv gefährlich. Und auch in der Innenverteidigung, wo der kosovarische Nationalspieler in der Vorbereitung wie beim Spiel gegen Atalanta öfter ran musste, hat der FC mit Cenk Özkacar einen Linksfuß geholt. Der saß zwar im letzten Testspiel des Sommers noch auf der Tribüne, dürfte aber jetzt den Konkurrenzkampf anheizen. Und gegen Bergamo spielte auch Tom Krauß eine gute Rolle als linker Innenverteidiger. Darüber hinaus kommt auch noch Rav van den Berg dazu, der bei einer Ablösesumme von bis zu zehn Millionen Euro zumindest mittelfristig für die Startelf im Abwehrzentrum eingeplant sein dürfte. Wenn Pacarada also nicht noch wechseln sollte, könnte er in der Bundesliga trotz seiner guten Aufstiegssaison aufs Abstellgleis geraten.
Ähnlich geht es Dominique Heintz und Julian Pauli. Nachdem Letzterer vor allem vor seiner längeren Verletzung in der Hinrunde 2024/25 überzeugte, trug der Routinier vor allem nach dem ersten Drittel der Saison als Stammspieler zum Aufstieg bei. Durch die Verstärkungen in der Innenverteidigung könnte es wie bei Pacarada nun aber für beide eng werden. Bei Heintz steht sowieso die Frage im Raum, ob er noch die Qualität für die höchste deutsche Spielklasse hat. Besonders das Tempo des 32-Jährigen könnte zum Problem werden. Es könnte daher gut sein, dass der Linksfuß gegenüber Neuzugängen wie Özkacar und van den Berg das Nachsehen hat. Pauli dagegen hat bis jetzt noch nie in der Bundesliga gespielt. Es ist also nicht klar, ob das Talent schon die Reife für die erste Liga hat. Außerdem verpasste der 20-Jährige mit einem im Trainingslager erlittenen Bänderriss weite Teile der Vorbereitung und bekam so nicht die Chance, sich zu empfehlen. So droht auch dem Youngster ein Platz auf der Bank. Auch wenn die Kölner ihn deshalb vielleicht noch für Spielpraxis verleihen könnten.
Keine sicheren Plätze im zentralen und offensiven Mittelfeld
Das dürfte bei Denis Huseinbasic keine Option sein. Der 24-Jährige war in der abgelaufenen Spielzeit im zentralen Kölner Mittelfeld gesetzt und steuerte drei Tore und eine Vorlage bei. Nun ist die Konkurrenz jedoch deutlich größer und namhafter. Mit Tom Krauß kam ein potenzieller Stammspieler mit Bundesliga-Erfahrung dazu. Und Isak Johannesson war 2024/25 einer der besten Spieler der zweiten Liga, der gerade mit seiner Kreativität eine wichtige Facette ins Kölner Spiel bringen könnte. Außerdem gibt es ja sowieso noch den unumstrittenen Eric Martel. Huseinbasic hat natürlich schon eine Chance, auf Einsatzzeiten zu kommen. Dafür müsste er sich aber im Vergleich zur vergangenen Saison steigern, um nicht am Ende hinter den anderen nur Reservist zu sein. Gegen Regensburg reichte es nicht für den Kader.
Ein Konkurrenzkampf droht auch Linton Maina. Auch wenn der Außenspieler in der zweiten Liga wahrscheinlich der wichtigste Feldspieler des FC war. Aber gerade in der Offensive hinter der Spitze hat Trainer Lukas Kwasniok einige Optionen. Jakub Kaminski, Marius Bülter, Jan Thielmann, Said El Mala, Florian Kainz, Luca Waldschmidt und je nach Positionierung auch Johannesson – die Liste ist lang. Da kann auch ein Profi mit zweifellos vorhanden guten Anlagen wie Maina Probleme bekommen. So musste er im Test gegen Bergamo und auch schon zuvor in der Vorbereitung auf die linke Schienenspieler-Position ausweichen. Aber auch dort gibt es jetzt mit Lund und potenziell Köhn wie bereits beschrieben mehr Auswahl für den Coach. Trotzdem ist davon auszugehen, dass der 26-Jährige seine Chancen bekommen wird. Diese muss der Linksaußen aber auch nutzen. Ansonsten droht ihm wie einigen anderen Aufstiegshelden in der kommenden Saison die Bank.
Das ist derzeit die größte Schwachstelle im Kader des 1. FC Köln
Hendrik Broschart
Die Linksverteidiger-Position ist derzeit die größte Problemzone im Kader des 1. FC Köln. Ein möglicher Ausfall von Leart Pacarada nach einer Sprungelenksverletzung im gestrigen Training verschärft diese Situation zusätzlich. 1. FC Köln: Auf dieser Position herrscht dringend Handlungsbedarf
Nachdem Leart Pacarada am Donnerstag das Training verletzungsbedingt frühzeitig abbrechen musste, vertiefen sich die Sorgenfalten bei den Verantwortlichen des 1. FC Köln: Auf dieser Position herrscht dringend Handlungsbedarf
Aktuell der einzige Linksverteidiger im Kader: Leart Pacarada
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Die Bedeutung von Leart Pacarada für den sportlichen Erfolg des 1. FC Köln kann aktuell kaum hoch genug eingeschätzt werden. Der 30-Jährige hat sich nicht nur als verlässlicher Leistungsträger auf dem Platz etabliert, sondern nimmt auch abseits des Rasens eine zentrale Rolle in der Mannschaft ein. Als Führungspersönlichkeit fängt er die Sorgen seiner Mitspieler gekonnt auf. So auch jüngst im Trainingslager, als er sich offen dem Neuzugang Ragnar Ache annahm, der noch Anlaufschwierigkeiten im Team offenbarte. Doch ausgerechnet jetzt, in einer Phase, in der die Geißböcke ohnehin mit personellen Baustellen zu kämpfen haben, lastet auf den Schultern des Linksverteidigers besonders viel Verantwortung. Denn Pacarada ist aktuell der einzige gelernte Linksverteidiger im Kader. Umso größer nun die Sorgen, als er am Donnerstag das Training mit bandagiertem Knöchel vorzeitig abbrechen musste. Die Position droht zum echten Problemfall zu werden, sportlich, aber auch strukturell. Mit jeder Trainingsminute, die Pacarada fehlt, steigt der Druck, in der verbleibenden Transferperiode dringend nach Verstärkung zu suchen. Pacaradas Bedeutung für das Gefüge der Rheinländer war selten offensichtlicher als jetzt.
Wilde Experimente und taktische Kniffe aus der Not heraus
Die Kaderlücke auf der linken Verteidigerposition stellte prompt das Improvisationstalent von Lukas Kwasniok und seinem Trainerteam auf den Prüfstand. Flügelstürmer Linton Maina wurde etwa gegen Siegburg oder Leicester prompt mit Defensivauffgaben versehen. Das sorgte für lange Wege über die Aussenbahn und konsequent für eine enorme Beanspruchung auf dieser Position. Gegen Gegner wie Leicester City oder den Siegburger SV konnte dieser Ansatz unterm Strich aufgehen, doch die intensive Beanspruchung der Schienenspieler offenbarte im in den bisherigen Tests auch Nachteile dieser Spielanlage. Gerade in der Rückwärtsbewegung taten sich Räume auf, die gegen besser besetzte Bundesliga-Konkurrenten werden dürften. Mit Beginn der Saison könnte diese Variante daher rasch wieder ad acta gelegt werden. Ein klares Zeichen, wie dringend der FC auf dieser Schlüsselposition Transferbedarf hat, um taktisch flexibler agieren und defensiv stabil bleiben zu können. Insbesondere auch das Experiment mit Steffen Tigges als Linksverteidiger zeigt: es herrscht akuter Handlungsbedarf auf dem Transfermarkt.
Die händeringende Suche nach Verstärkung reisst noch nicht ab
Wie der Verein am Freitagmorgen bekannt gegeben hat, trainiert Pacarada nach dem Trainingsabbruch bereits wieder Individuell. Die Schlimmsten Befürchtungen sind demnach nicht eingetreten. Fakt ist aber: Aktuell klafft auf der linken Defensivseite des 1. FC Köln eine spürbare Lücke. Mit dem Wechsel von Max Finkgräfe zu RB Leipzig nach der abgelaufenen Spielzeit hat der Klub einen talentierten Linksverteidiger verloren, die entstandene Baustelle wurde bislang nicht geschlossen. Naheliegend sind die intensiven Bemühungen auf dem Transfermarkt um eine Verstärkung für die defensive Außenbahn. In den Fokus gerückt ist zuletzt Derrick Köhn, der aktuell noch bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht. Der dynamische Außenverteidiger gilt als einer der heißesten Kandidaten für einen Wechsel an den Rhein und hat durch seine Erfahrung aus 27 Bundesliga Einsätzen und 14 Auftritte in der Süper Lig sicher das Zeug dazu, die Sorgen auf der linken Defensivseite der Geissböcke zu mildern.
Systemfrage beim 1. FC Köln: Vor- und Nachteile der Fünferkette mit offensiven Schienenspielern
Luca Kaiser
In drei von vier Testspielen agierte der FC mit einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Dabei besetzte gegen Leicester City und den Siegburger SV unter anderem Linton Maina sehr offensiv die Schienenposition beim 1. FC Köln: Ist die Fünferkette mit Schienenspielern die Zukunft?
Mit 7:0 setzte sich der FC vergangenen Mittwoch im vierten Test gegen den Siegburger SV durch. Dabei agierte die Mannschaft von Trainer Lukas Kwasniok das dritte Mal mit der Dreier- beziehungsweise Fünferkette, die der Coach auch in Paderborn spielen ließ. Und in dem System überzeugte in den bisherigen Testspielen auch der 1. FC Köln: Ist die Fünferkette mit Schienenspielern die Zukunft?
Sebastian Sebulonsen im Spiel gegen Leicester City
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Viele FC-Fans dürften sich schon am vergangenen Freitagabend gewundert haben, Linton Maina gegen Leicester City als linken Schienenspieler zu sehen. Sonst kennen ihn die Anhänger nur auf offensiveren Positionen. Gegen den englischen Zweitligisten musste der eigentliche Linksaußen dann aber das erste Mal als Außenverteidiger in der Kölner Fünferkette ran. Dass diese Position eher eine unbekannte ist, merkte man dem ehemaligen Hannoveraner jedoch nicht an. Der 26-Jährige interpretierte seine Rolle dabei aber auch sehr offensiv und schaffte durch sein enormes Tempo viel Raum für seine Mitspieler.
Und auch sein Gegenstück auf der rechten Seite, Neuzugang Sebastian Sebulonsen, überzeugte gegen Leicester als Schienenspieler mit viel Drang nach vorne. So erzielte der Norweger etwa nach wenigen Minuten die Führung für die Geißböcke und blieb auch danach ein Aktivposten. Aber nicht nur vergangenen Freitag lief der 1. FC Köln mit offensiven Schienenspielern auf. Auch ein paar Tage später gegen den Siegburger SV agierten die Geißböcke mit einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette.
Fünferkette auch in der Bundesliga?
Was bei dem System bisher bei allen Schienenspielern auffiel: Neben dem großen Offensivdrang legten die Außenspieler auch den Rückwärtsgang ein und nahmen dafür große Wege in Kauf. Das trifft sowohl auf Maina und Sebulonsen zu als auch auf die Alternativen Steffen Tigges auf links und Jusuf Gazibegovic auf rechts. Durch die überzeugenden Auftritte der Mannschaft in den Spielen gegen Bergisch Gladbach, Leicester und den Siegbuger SV zeigt sich, dass das System mit offensiven Schienenspielern und einer Dreier- beziehungsweise Fünferkette beim 1. FC Köln funktionieren kann.
Und vielleicht kann es das für den FC ja auch in der Bundesliga. Trainer Lukas Kwasniok scheint zumindest ein Fan des Systems und auch von offensivstarken Spielern auf den Schienenpositionen zu sein. So ließ der Coach bereits beim SC Paderborn in der vergangenen Spielzeit ähnlich spielen. Dabei setzte er auf der rechten Seite auf den gelernten Mittelfeldspieler Raphael Obermair und auf der linken auf Aaron Zehnter. Beide sind weniger klassische Außenverteidiger. Sie haben ihre Stärken wie etwa auch Maina und Sebulonsen eher in der Offensive. Diese Stärken konnten die Schienenspieler in Kwasnioks System hervorragend ausspielen. So hatten die beiden einen großen Anteil daran, dass der SC Paderborn bis zum letzten Spieltag um den Aufstieg in die erste Liga kämpfte. Gemeinsam waren Zehnter und Obermair an knapp der Hälfte der Paderborner Ligatore direkt beteiligt.
Defensive Stabilität noch unklar
Wie man an Zehnter und Obermair sieht, passen auch zwei Spieler, die eher offensiv denken, auf die Schienenpositionen in Kwasnioks 3-4-2-1-System. Maina und Sebulonsen haben unter anderem gegen Leicester gezeigt, dass auch sie auf diesen Positionen spielen und offensiv überzeugen können. Klappt dies auch gegen bessere Gegner, hätte der FC auf jeden Fall viel Power im Spiel nach vorn. Allerdings bleibt fraglich, wie es gegen stärkere Mannschaften defensiv aussieht. Denn auch gegen den Siegburger SV gab es durchaus Probleme im Rückwärtsgang, die Maina mit seinem enormen Tempo noch bereinigen konnte. In der Bundesliga dürfte das Tempo ein deutlich höheres sein.
Und gerade da könnten die Kölner in den Spielen als Außenseiter vor allem in der Defensive vor größere Probleme gestellt werden. In den Testspielen bis zum Saisonstart wird sich also zeigen, ob Kwasniok das Risiko mit einer Dreierkette und zwei offensivstarken Schienenspielern eingeht oder doch auf eine defensivere Variante setzt. Gerade der Härtetest gegen Atalanta Bergamo könnte darüber mehr Auskunft liefern.
„Es gab schon lukrativere und bessere Angebote“: Linton Maina über seine Vertragsverlängerung, Ziele und Zukunft beim FC
Simon Bartsch
Linton Maina verlängerte im Sommer beim FC. Mit come-on-fc.com sprach er während des Trainingslagers in Bad Waltersdorf über seine Zeit bei den Geißböcken und seine Position beim 1. FC Köln: Linton Maina spricht über seine Konkurrenz und die Zukunft.
Der 26-Jährige bekommt neben Florian Kainz auch durch die beiden Neuzugänge Said El und Jakub Kamiski neue Herausforderer beim 1. FC Köln: Linton Maina spricht über seine Konkurrenz und die Zukunft.
Linton Maina im Interview mit come-on-fc.com
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Herr Maina, wie ich dem Tagebuch-Eintrag von Luca Kilian auf der FC-Homepage entnommen habe, hatte der Trainer für die Mannschaft eigentlich Abend-Läufe angekündigt, die sich als Scherz herausgestellt haben. Eher „Glück gehabt“ oder doch „Ach Schade“?
Linton Maina: Ich war schon froh, dass es nur ein Spaß war. 21 Uhr ist ja schon sehr spät, es war dunkel.
Man sagt ja, dass Sprintertypen nicht so richtig heiß auf Ausdauerläufe sind. Wie sieht das bei Ihnen aus?
Nein, gar nicht (lacht). Ich glaube, keiner von uns mag Läufe besonders gerne, aber sie gehören in der Vorbereitung dazu. Wir Spieler haben dann schon gerne den Ball am Fuß.
Nach Außen wirkt der Trainer, als wäre er für jeden Spaß zu haben. Gibt es hier in Bad Waltersdorf noch mehr Scherze vom Coach?
Er macht schon seine Späßchen. Lukas Kwasniok ist grundsätzlich ein sehr lockerer Typ. Solange wir unsere Leistung bringen, dann geht er bei jedem Spaß vorne weg.
“So wie jetzt, habe ich es noch nicht erlebt“
In der vergangenen Saison sind Sie mit einem Km/h Wert von 35.7 geblitzt worden. Jetzt wirkt es so, als habe der FC ganz gezielt weitere schnelle Spieler verpflichtet. Sind Sie noch immer der Schnellste? Gab es schon ein internes Wettrennen?
Für unsere Mannschaft und unser Spiel ist es gut, wenn wir schnelle Spieler dazubekommen. Tempo hilft einfach jeder Mannschaft. Ob ich dann noch der Schnellste bin, wird sich dann im Laufe Saison zeigen.
Vor drei Jahren saßen wir in Donaueschingen für ein Interview zusammen. Damals hatten Sie gerade beim FC unterschrieben, waren voller Vorfreude auf Europa, monierten aber ein wenig die „härteste Vorbereitung, die sie je erlebt hätten“. Bleibt es dabei oder legt Lukas Kwasniok in Sachen Intensität noch einen drauf?
Ich glaube, dass ich damals noch nicht so fit war, wie ich es jetzt bin. Deswegen würde es mir bei Steffen Baumgart jetzt gar nicht mehr so schwerfallen. Im folgenden Jahr ging es für mich auch schon viel besser. Jede Vorbereitung ist hart – aber so wie jetzt, habe ich es noch nicht erlebt.
Linton Maina im Zweikampf mit Jan Thielmann
„Es war eine Katastrophen-Saison“
In den vergangenen drei Jahren ist beim FC viel passiert. Europa, Abstieg, Aufstieg. Aus der Euphorie wurde Enttäuschung und zuletzt wieder Hoffnung – wie würden Sie Ihre Zeit in Köln beschreiben?
Es gab viele Ups und Downs. Sowohl mit der Mannschaft als auch persönlich hatten wir damals ein erstes gutes Jahr. Dann kam das zweite Jahr, in dem wirklich unheimlich viel schief gelaufen ist. Ich habe in den drei Jahren den Verein und die Stadt von allen Seiten kennengelernt. Jetzt bin ich froh, dass es vergangene Saison einen guten Abschluss gab. Ich hoffe, dass es jetzt in diese Richtung weitergeht.
In der Abstiegssaison lief es bei der gesamten Mannschaft nicht rund. Die Kritik war zum Teil echt heftig. Auch die an Ihrer Person. Wie gehen Sie mit Kritik um?
Ehrlich gesagt bin ich kein großer Fan von dem, was geschrieben oder gesagt wird. Und das oft von Leuten, die eine Meinung äußern, aber oft nicht so nah dran sind. Es war ganz sicher eine Katastrophen-Saison. Es lief einfach vieles schief. Auch in der vergangenen Saison war das wieder so. Es wurde oft viel zu sehr auf die Dinge geschaut, die nicht gelaufen sind als auf das, was gut war. Umso größer ist der Stolz, dass wir es als Mannschaft geschafft haben, aufzusteigen. Die Kritik liest man natürlich, aber wenn man in die Kabine kommt, wissen wir, dass wir aufeinander bauen können. Wir müssen als Mannschaft funktionieren, egal, was geschrieben wird.
In der vergangenen Saison haben dann einige Spieler wieder richtig aufgedreht. Sie sind Topscorer beim FC geworden, trotz Verletzungspause. Wie haben Sie den Schalter umgelegt?
Es ist einfach nochmal ein Unterschied zwischen 1. und 2. Liga. Die Einstellung hat in der Mannschaft gestimmt. Wir hatten das Gefühl, dass wir mit dem Team etwas ganz Großes erreichen können. Das hat sich durch das gesamte Team gezogen. Zudem habe ich ein wahnsinniges Vertrauen vom Trainer bekommen. Und das war sicher auch nicht immer so in der Vergangenheit. Das war für mich außergewöhnlich und hilft dir als Spieler. Gerade in den ersten Spielen hat es unheimlich viel Spaß gemacht. Da war es am Ende egal, wer die Scorer sammelt.
„Ich fühle mich in Köln extrem wohl“
Sie werden immer als einer der Leader in der Mannschaft beschrieben. Wäre das Kapitänsamt eins, das Sie reizen würde?
Erstens kann ich das ohnehin nicht beeinflussen und zweitens sind wir da aktuell sehr gut aufgestellt. Wir haben ein, zwei Kandidaten, die schon lange dabei sind, die in Frage kommen. Wir sind eine Mannschaft, die sich lange kennt. Wir erfahrenen Spieler brauchen ganz sicher keine Binde am Arm, um in der Kabine etwas zu sagen.
Wahrscheinlich suchen die jungen Spieler auch Ihren Rat. Mit welchen Fragen können sie zu Ihnen kommen?
Auch, wenn es nett gemeint war, hat es mich durchaus genervt, wenn ältere Spieler gekommen sind und uns erklärt haben, wie es damals gelaufen ist. Die Erfahrungen muss jeder Spieler selbst machen. Wenn einer Hilfe braucht, bin ich da. Ich laufe aber keinem Spieler hinterher und erkläre ihm, was er zu tun hat. Bei uns werden die neuen Spieler alle schnell integriert.
Dem Vernehmen nach waren in der vergangenen Spielzeit zahlreiche Bundesligisten an Ihnen interessiert. Auch Leart Pacarada sprach davon, dass Sie Angebote hatten, bei denen man eigentlich nicht „nein“ sagen konnte. Warum das „Nein“ zur Konkurrenz und das „Ja“ zum FC?
Ich fühle mich in Köln extrem wohl und weiß, was ich am Verein und am ganzen Umfeld habe, wie das Standing im Verein ist. Es gab einige andere Angebote, darunter auch lukrativere und bessere. Es war dennoch schnell klar für mich, dass ich in Köln bleibe. Ich habe mit Christian (Keller, Anm. d. Red.) schon in der Vorbereitung zur vergangenen Saison gesprochen. Ich war sehr froh, dass das alles so geklappt hat. Wenn man sich wohlfühlt, ist das das Wichtigste.
Aber es war schon klar, dass Sie Bundesliga spielen wollten?
Ja, das war schon klar. Trotzdem habe ich auch gesagt, dass ich auch beim Nicht-Aufstieg, erst einmal schaue. Ich bin nicht der Typ, der sagt „Ich rede hier auf keinen Fall mehr mit irgendwem“. Aber es war auf jeden Fall mein Ziel, Bundesliga zu spielen. Ich habe aber auch ganz klar gesagt, dass es mein Ziel ist, mit dem FC Bundesliga zu spielen.
Linton Maina hat sich Richtung 1. FC Köln entschieden
„Es wussten nicht viele“
Und dann haben Sie nach dem Erfolg über Kaiserslautern die Unterschrift publik gemacht und mit den ersten Worten („Ich habe vor fünf, sechs Wochen bei einem Bundesligisten unterschrieben“; Anm. d. Red.) bei so manchem Fan für Schnappatmung gesorgt, es dann aber schnell aufgeklärt. Kam die Idee spontan oder war das geplant?
Es wussten nicht viele, dass ich so früh unterschrieben habe. Auf einmal hat mir jemand das Mikro gegeben und meinte, dass ich etwas sagen soll. Das war vorher nicht so abgesprochen. Ich glaube auch, dass wir uns vorher nicht getraut haben, darüber zu sprechen, weil es nicht klar war, ob es am Ende mit dem Aufstieg auch klappt. Dass es dann am Ende so war, ist natürlich schön.
Mit Said El Mala bekommen Sie in dieser Saison Konkurrenz von einem Spieler, den man im vergangenen Sommer noch nicht so auf dem Schirm hatte. Wie schätzen Sie Said ein?
Ich habe jetzt erst ein paar Mal mit Said trainiert und wir hatten ein Testspiel gegen ihn. Jeder sieht, was er draufhat. Er hat ein wahnsinniges Dribbling und einen guten Torabschluss. Ich bin froh über jeden guten Spieler, den wir bekommen. Wir müssen schauen, wie der Trainer sich das vorstellt und was sein Plan ist. Wir haben einen richtig guten Jungen dazubekommen – nicht nur ihn, die anderen zählen auch dazu.
„Ich sehe mich am liebsten links“
Said El Mala ist einer. Florian Kainz hat uns im Interview gesagt, er spielt am liebsten links, auch Jakub Kaminski hat erklärt, er spiele am liebsten links. Das ist schon viel Konkurrenz…
Wir müssen zunächst ein System finden, das zu uns und zur Mannschaft passt – Dreierkette, Viererkette, zwei Spitzen, eine Spitze. Ich sehe mich am liebsten links, habe aber auch oft schon rechts oder im Zentrum gespielt. Ich mag es, vorne meine Freiheit zu haben und trotzdem die Taktik nicht zu vergessen. Am Ende muss man sehen, was das Beste für die Mannschaft ist. Der Trainer wird das regeln.
Was trauen Sie dem FC in dieser Saison zu?
Zuallererst eine konstante Saison. Dann wollen wir so früh wie möglich den Klassenerhalt fix machen. Alles, was darüber hinaus geht, nehmen wir natürlich gerne an – und ich glaube, in unserer Mannschaft steckt einiges drin. Das Ziel ist, in der Bundesliga zu bleiben.
Vor drei Jahren saßen wir in Donaueschingen im Trainingslager zusammen, jetzt hier. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir in drei Jahren wieder im Rahmen eines Trainingslagers mit Ihnen als Spieler des 1. FC Köln ein Interview führen?
Ich fühle mich hier sehr wohl, habe jeden Tag Spaß. Ich hoffe, dass ich noch lange hier spielen kann, vor allem in der ersten Liga und wir noch viele Erfolge zusammen feiern können. In drei Jahren trifft man sich dann vielleicht wieder. Dann vielleicht auch wieder in Donaueschingen (lacht).
Jordan Torunarigha mit dem HSV wohl einig: Der 1. FC Köln geht bei dem Wunschsspieler leer aus
Simon Bartsch
Der FC hat im Buhlen um einen Abwehrspieler offenbar das Nachsehen. Der Hamburger SV sichert sich Kölns Wunschsspieler: Der 1. FC Köln geht bei Jordan Torunarigha leer aus. Der Innenverteidiger hat sich mit den Rothosen wohl geeinigt. Eine offizielle Bestätigung steht aber noch aus.
Nach den beiden Top-Transfers in den vergangenen Wochen stockt der Transfer-Motor gerade ein wenig beim FC. Zumindest gibt es schlechte Nachrichten bei einem Wunschsspieler: Der 1. FC Köln geht bei Jordan Torunarigha leer aus. Der Abwehrspieler soll sich laut Sky-Experte Florian Plettenberg mit dem HSV einig sein.
Jordan Torunarigha im Zweikampf mit Erling Haaland (Foto: Boris Streubel/GettyImages)
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Es hatte sich bereits angedeutet, nun scheint der Deal auf der Zielgeraden. Jordan Torunarigha wechselt offensichtlich zum Hamburger SV und kommt somit nicht zu den Geißböcken. Der Abwehrspieler soll auf der Wunschliste der Geißböcke ziemlich weit oben gestanden haben. Doch wie Sky-Experte Florian Plettenberg nun berichtet, haben der Spieler und die Rothosen eine komplette Einigung erzielt. Der FC wird sich also andersweitig umsehen müssen. Schon am Wochenende hatte es erste Gerüchte über einen Wechsel des Innenverteidigers zum HSV gegeben. Die Rothosen sollten demnach im Buhlen um den 27-Jährigen die Nase vorne haben. Das könnte auch an Stefan Kuntz liegen. Der Sportvorstand des HSV hat mit dem 27-Jährigen bei der Junioren-Nationalmannschaft bereits zusammen gearbeitet. Das Kölner Interesse verwunderte nicht. Der gebürtige Chemnitzer spielte seit 2012 bei der Jugend von Hertha BSC, durchlief sämtliche Juniorenmannschaften und feierte auch sein Profi-Debüt für die Hertha.
Wie geht es in der Kölner Defensive weiter?
Im Januar 22 wurde der Innenverteidiger dann nach Belgien verliehen. Gent verpflichtete den Spieler im Anschluss für eine Ablöse von drei Millionen Euro. Aktuell wird der Marktwert des Abwehrspielers auf 4,5 Millionen Euro eingeschätzt. Nun soll es also die Einigung mit dem HSV geben. Dem FC geht damit der nächste Wunschspieler durch die Lappen. Auch Bochums Bernardo soll auf der Liste der Geißböcke gestanden haben. Der Brasilianer hat in der vergangenen Woche aber bei der TSG Hoffenheim unterschrieben. Auch Dresdens Jonas Sterner galt als potenzieller Kandidat, der Abwehrspieler spielt künftig bei Hannover. Der FC sucht auch weiterhin nach einem Abwehrspieler – und das unabhängig um die Situation von Timo Hübers. Der Kölner Kapitän hatte zuletzt angedeutet, dass er sich grundsätzlich einen Wechsel ins Ausland vorstellen könne. Konkrete Wechselabsichten gibt es aber nicht.
Neben Hübers stehen bekanntlich noch Joel Schmied und Dominique Heintz im Kader. Heintz spielte eine starke Saison. Ob der Routinier das Tempo der Bundesliga mitgehen kann, wird sich zeigen müssen. Schmied tat sich in der vergangenen Spielzeit schwer. Dazu gibt es mit Julian Pauli und Neo Telle verheißungsvolle Talente. Wie es mit Elias Bakatukanda weitergeht, ist noch nicht bekannt. Ein weiteres Transferziel der Kölner soll angeblich Clemens Riedel sein. Doch auch der Abwehrspieler wird von anderen Clubs umworben.
Jordan Torunarigha: Geht der 1. FC Köln bei dem Transferziel leer aus
Simon Bartsch
Der FC arbeitet mit Hochdruck am Kader für die kommende Saison. Vor allem in der Defenisve wollen die Geißböcke nachlegen. Dementsprechend stehen auch Innenverteidiger auf der Wunschliste. So wie Jordan Torunarigha: Der 1. FC Köln droht aber wohl erneut leer auszugehen.
Nach den Transfergerüchten rund um den FC ist die Wunschliste der Geißböcke erstaunlich lang. Möglicherweise wird sie um einen Namen verkürzt. Nämlich um Jordan Torunarigha: Der 1. FC Köln droht leer auszugehen.
Jordan Torunarigha im Fokus des 1. FC Köln
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Noch vor wenigen Tagen kursierten Gerüchte, dass der Abwehrspieler bereits in einer Kölner Klinik zum vermeintlichen Medizincheck gesehen wurde. Eine Ente. Nun verdichten sich nämlich die Anzeichen, dass ausgerechnet der Hamburger SV den Zuschlag bei dem Abwehrspieler erhält. Schon am Sonntagmorgen waren die ersten Gerüchte in den Sozialen Medien aufgetaucht. Mittlerweile berichtet auch die „MoPo“ von einer HSV-Tendenz und einem möglichen Wechsel. Demnach wolle der 27-Jährige bis zum Ende der kommenden Woche eine Entscheidung über seine Zukunft getroffen haben. Der Vertrag des ehemaligen Juniorennationalspielers läuft bei Gent bekanntlich aus. Torunarigha wäre demnach ablösefrei zu haben. Der Abwehrspieler will das belgische Team auch verlassen. Der FC ist bekanntlich interessiert. Doch eben nicht nur die Geißböcke. Wie berichtet ist auch Borussia Mönchengladbach und der Hamburger SV an einer Verpflichtung interessiert. Zudem haben schon einige internationale Clubs unter anderem aus England angeklopft.
Interesse auch von Panathinaikos Athen
Die „MoPo“ berichtet zudem von einem Interesse von Panathinaikos Athen. Doch die Tendenz geht wohl zum Hamburger SV. Die Rothosen sollen im Buhlen um den Innenverteidiger die Nase vorne haben. Das könnte auch an Stefan Kuntz liegen. Der Sportvorstand des HSV hat mit dem 27-Jährigen bei der Junioren-Nationalmannschaft bereits zusammen gearbeitet. Ein Kölner Interesse verwundert nicht. Der gebürtige Chemnitzer spielte seit 2012 bei der Jugend von Hertha BSC, durchlief sämtliche Juniorenmannschaften und feierte auch sein Profi-Debüt für die Hertha. Im Januar 22 wurde der Innenverteidiger dann nach Belgien verliehen. Gent verpflichtete den Spieler im Anschluss für eine Ablöse von drei Millionen Euro. Aktuell wird der Marktwert des Abwehrspielers auf 4,5 Millionen Euro eingeschätzt.
Nun soll also der HSV gute Karten haben, anscheinend die besten. Dem FC würde dann der nächste Wunschspieler durch die Lappen gehen. Auch Bochums Bernardo soll auf der Liste der Geißböcke gestanden haben. Der Brasilianer hat aber bei der TSG Hoffenheim unterschrieben. Auch Dresdens Jonas Sterner galt als potenzieller Kandidat, der Abwehrspieler spielt künftig bei Hannover.