Das plant Lukas Kwasniok für seine Zukunft beim 1. FC Köln
Hendrik Broschart
Seit Anfang Juni ist Lukas Kwasniok neuer Trainer des 1. FC Köln im Amt und steht mit den Geißböcken vor seiner ersten Saison an der Seitenlinie in der höchsten deutschen Spielklasse. Nun sprach er über seinen ersten Wochen am Geißbockheim: Das plant Kwasniok für die Zukunft beim 1. FC Köln
Seit Anfang Juni ist Lukas Kwasniok Trainer der Domstädter. Nun hat der 44-Jährige im Phrasenmäher-Podcast von „Bild“ Einblicke in seine Anfangszeit bei den Geißböcken gewährt und auch konkrete Zukunftspläne geschmiedet: Das plant Kwasniok für die Zukunft beim 1. FC Köln
Gekommen, um zu bleiben: Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln
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Der Saisonstart des 1. FC Köln steht kurz vor der Tür, die Vorbereitung scheint so gut wie Abgeschlossen. Nur ein Test gegen Serie-A-Club Atalanta Bergamo kommenden Samstag im RheinEnergieStadion steht noch aus. Durch die Verpflichtung von Kristoffer Lund nimmt auch der Kader zunehmend Form an. Zudem wurde am Mittwochabend bekannt, dass der FC mit Innenverteidiger Cenk Özkacar bereits heute den neunten Neuzugang für die kommende Saison zum Medizincheck erwarten soll. Das wird vor vor allem einen freuen: Seit Anfang Juni ist Lukas Kwasniok neuer Trainer des 1. FC Köln im Amt und steht mit den Geißböcken vor seiner ersten Saison an der Seitenlinie in der höchsten deutschen Spielklasse. Im „Phrasenmäher“ Podcast der Bild sprach Kwasniok über seinen ersten Wochen am Geißbockheim und auch über seine Zukunft in der Domstadt.
Kwasniok: „Das nervt vielleicht auch mal“
Der Wechsel vom SC Paderborn zum 1. FC Köln stellt für Lukas Kwasniok einen bedeutenden Karriereschritt dar. Während der ostwestfälische Club rund 10.000 Mitglieder zählt, vereint der FC auf Anhieb mehr als das Zehnfache. Mit etwa 150.000 Mitgliedern gehört der Traditionsverein bekanntlich zu den größten Fußballclubs Deutschlands. Die neue Dimension seines Arbeitgebers ist Kwasniok durchaus bewusst: „Die Größe des Vereins ist tatsächlich anders. Die Anzahl der Mitarbeiter. Menschen, die es gut mit einem meinen wenn du zum Testspiel kommst. Da brauchst du schon etwas länger um mit dem Bus um den Eingang zu finden. Das ist aber etwas, was ich sehr genieße, etwas sehr spezielles. Man merkt wahrscheinlich erst eines Tages, wenn man es nicht mehr hat, wie toll das war. In dem Moment nervt das vielleicht auch- mich noch nicht, aber vielleicht in zwei, drei, vier Jahren kann so etwas auch anstrengend werden. Aber aktuell sauge ich jeden Moment auf”.
Plan für die Zukunft: So lange will Kwasniok beim FC bleiben
Kwasniok selbst ist erst vier Wochen am Werk bei den Geißböcken. Dennoch setzt sich der 44-Jährige bereits in dieser frühen Phase mit seiner Zukunft in der Domstadt auseinander: “Der Umzug läuft gerade und ich bin sehr zufrieden! Das Hauptmanko war in der Vergangenheit, dass die allermeisten eine zweijährige Mietbindung haben wollten. Da habe ich gesagt: Zur Einordnung: ich bin Trainer des FC. Da ist das mit zwei Jahren nicht automatisch der Fall, dass man hier überlebt. Aber logischerweise würde ich mir wünschen, dass es eher so endet wie in Paderborn und dass aus zwei Jahren vielleicht vier werden.“
Vorfreude auf Stadt, Fans und den Verein: Das sagt Marius Bülter über seinen Wechsel zum 1. FC Köln
Zwei ehemalige FC-Spieler haben ihn überzeugt: Das sagt Marius Bülter über seinen Wechsel zum 1. FC Köln
Marius Bülter im Test gegen Vitesse Arnheim
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Seit Ende vergangener Woche ist der Wechsel von Marius Bülter zum 1. FC Köln offiziell. Dass der 32-Jährige ein echter Wunschspieler seinerseits war, daraus machte Trainer Lukas Kwasniok zuletzt nach dem Test gegen Arnheim kein Geheimnis: „Das war auch schon ein absoluter Wunsch innerhalb des Trainerteams, auch nochmal jemanden dazu zu bekommen, der die Bundesliga kennt, der mit 32 aber nicht auf dem Weg nach unten ist, weil er erst seit vier, fünf Jahren in der Bundesliga ist. Das heißt, die Knochen haben noch nicht ganz soviel abbekommen. Der kann nochmal zwei, drei gute Jahre gehen und diese Energie, Explosivität und körperliche Wucht bringt uns weiter“. Das Bülter-Gesamtpaket aus Erfahrung, Torgefahr, Tempo und Vielseitigkeit hat es auch Mark Uth angetan. Der geriet angesichts des Transfers regelrecht ins Schwärmen: „Seine Qualität und sein Tempo, seine Haken und sein Torabschluss, die braucht es in der Bundesliga. Und er hat es schon bewiesen, dass er es kann“, so der 33-Jährige im Vorfeld des Tests gegen Arnheim.
Bülter: Vorfreude auf Stadt und Verein
Und auch Marius Bülter musste nicht lange überlegen, als der FC sein Interesse an dem Stürmer hinterlegt hatte: “Wenn man schonmal in dem Stadion gespielt hat, weiß man, was für ein cooler Verein das ist. Darauf hatte ich einfach Bock. Die Gespräche waren gut und deswegen konnte ich mir das sehr gut vorstellen.” Der 32-jährige hat in seiner Karriere bereits die Trikots einiger Vereine tragen dürfen, die sich auf die Unterstützung von den Rängen verlassen können, wie etwa Schalke, Magdeburg oder auch Union Berlin. Auch beim FC blickt er mit Vorfreude auf die Fans: „Wenn man beim Fanfest sieht was da los ist und merkt wie viel den Fans der Verein bedeutet- dann freue ich mich darauf den Verein und die Stadt kennenzulernen.“
Viel Überzeugungskraft hat es demnach nicht gebraucht, um Bülter ans Geißbockheim zu lotsen. Dennoch: Zwei ehemalige FC-Spieler haben ihr übriges getan, um den Stürmer von einem Wechsel zu überzeugen: “Natürlich hat man nach Rat gefragt. Simon und Dominik (Simon Terodde und Dominick Drexler, Anm. d. Red.), mit denen habe ich auf Schalke zusammengespielt und die habe ich gefragt, ob es passen könnte und was mich erwartet. Beide haben nur positiv gesprochen und deswegen haben sie mich nochmal bestärkt.“
Bülter: „Nicht meine perfekte Position“
Ein Testspiel und ganze vier Trainingseinheiten hat Bülter nun unter seinem neuen Trainer Lukas Kwasniok bereits absolviert. Dabei hat der Ibbenbürener bereits die hohen Ansprüche Kwasnioks an sein Mannschaft am eigenen Leib erfahren dürfen: „Der Trainer fordert viel. Es ist vielleicht eine Andere Art Fußball. Auch daran muss man sich gewöhnen, der Trainer ist auch erst seine insgesamt vierte Woche hier. Das braucht ein bisschen seine Zeit.“ Spannend ist die Frage, wie Kwasniok letztlich mit Bülter plant. Der variable Offensivmann will sich nicht festlegen, auf welcher Position er sich persönlich am ehesten sieht. Fest steht seiner Meinung aber, welche Rolle auf dem Feld ihm eher nicht liegt: “In der Offensive gibts keine Position von der ich sage, die spiele ich am liebsten. Ich habe die letzten zwei Jahre vor allem Links, als Wingback gespielt, dass ist nicht meine perfekte Position, sondern dann schon eher weiter vorn.”
Bisher viele Experimente: Lukas Kwasniok hat seine Startelf noch nicht gefunden
Simon Hense
Bis jetzt hat Lukas Kwasniok in den Testspielen viel experimentiert. Auch im Test gegen Vitesse Arnheim war entgegen seiner Ankündigung eher noch keine Stammaufstellung erkennbar beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok muss seine Startelf noch finden.
Ein Testspiel gegen Atalanta Bergamo hat der FC in der Vorbereitung noch. Dabei steht eines fest beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok muss seine Startelf noch finden. Denn noch ist unklar, wer am Ende auf welchen Positionen das Vertrauen des Trainers bekommt, der schon viel in den bisherigen Begegnungen ausprobiert.
Spielt sich Luca Waldschmidt in die Startelf des 1. FC Köln?
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Fünf Testspiele hat der FC in der Vorbereitung bereits absolviert und jedes Mal eine unterschiedliche Mannschaft aufgeboten. Denn bis jetzt hat Lukas Kwasniok sehr viel experimentiert. Vor der Partie gegen Vitesse Arnheim hatte der Trainer dann aber angekündigt, dass die Aufstellung ein Hinweis sein würde, wer zu dem Stammspielern gehören könnte. „Wir werden die Spielzeit erhöhen. Jeder bekommt dann 60 Minuten und dann nähern wir uns immer mehr einer vermeintlichen Startelf an“, so der Coach. Nach dem Spiel lässt sich jedoch konstatieren, dass die erste Elf gegen den niederländischen Zweitligisten wohl eher nicht auch in der Bundesliga zum Einsatz kommen wird.
Abwehr-Experiment misslingt
Denn gerade in der Verteidigung hat Kwasniok doch wieder experimentiert. So stellte er in der ersten Hälfte mit Timo Hübers nur einen einzigen etatmäßigen Innenverteidiger auf. Die anderen beiden Positionen in der Dreierkette wurden von den eigentlichen Außenverteidigern Leart Pacarada und Sebastian Sebulonsen besetzt. Was nicht sonderlich gut funktioniert, sodass der FC nach 40 Minuten mit 0:3 zurücklag. „Die Ausrichtung war sehr offensiv gewählt und durch diese Fehlerhäufigkeit im Spielaufbau ist es uns zu Beginn auch schon um die Ohren geflogen“, erklärte Kwasniok seine Aufstellung. Auch offenbarte der Trainer, dass er schon den Gedankengang verfolgt hatte, „den Gegner im letzten Drittel zu bespielen.“ Abgesehen davon, dass es gegen Arnheim nicht gut geklappt hat, wird eine solche Herangehensweise für die Kölner in der Bundesliga nicht möglich sein. Als Aufsteiger wird der Verein in den meisten Partien eher Außenseiter sein. Kein Gegner wird auf dem Niveau agieren, dass die Domstädter ihn ins letzte Drittel drängen können. Das wäre nur vielleicht am Ende eines Spiels kurzzeitig möglich, wenn die Geißböcke etwa zurückliegen. Mit einer solchen Startelf wird der FC in der höchsten deutschen Spielklasse aber nicht auflaufen können.
Dazu kommt, dass Kwasniok auch noch nicht genau weiß, welche Rolle zum Beispiel für Neuzugang Marius Bülter die richtige ist. „Aber ich weiß jetzt in der Kürze der Zeit noch nicht, wie ich ihn am besten einbauen kann. Wird es eine Doppelspitze, mit drei vorne, mehr auf dem Flügel? Das wird sich jetzt zeigen“, sagte er nach dem Arnheim-Spiel. Außerdem kommt mit Kristoffer Lund noch ein neuer Linksverteidiger dazu, der auch ein Kandidat für die Startelf sein kann. Und auch weitere Transfers sind geplant, vor allem auf der Innenverteidiger-Position.
Spiel gegen Atalanta könnte eine Richtung geben
Die Aufstellung am vergangenen Sonntag dürfte daher nicht sonderlich viel mit der Mannschaft zu tun haben, die Kwasniok in der Bundesliga aufs Feld schicken wird. Langsam sollte der Coach sich allerdings auf eine mögliche Startelf festlegen, damit diese sich für den Saisonstart einspielen kann. Daher ist zu erwarten, dass das letzte Testspiel der Sommervorbereitung am kommenden Samstag gegen Atalanta Bergamo mehr Aufschluss liefern wird. In dem Härtetest gegen den Europa League-Sieger 2024/25 wird der FC nämlich der Außenseiter sein, wie eben auch häufig in der Bundesliga. Und bis dahin hat Kwasniok vielleicht schon eher eine Idee, wie er Bülter am besten einbinden kann und auch bereits Lund in ein paar Trainingseinheiten gesehen.
Isak Johannesson im „Dilemma“ – Lukas Kwasniok bleibt aber gelassen
Simon Bartsch
Im Testspiel gegen Vitesse Arnheim erwischte Isak Johannesson einen ganz schlechten Tag. Der Isländer war mit individuellen Fehlern an mehreren Gegentoren beteiligt. Ungewohnt: Denn der Mittelfeldspieler war bislang einer der Leistungsträger beim 1. FC Köln: Isak Johannessons schwarzer Tag gegen Arnheim.
Mit rund 5,5 Millionen Euro ist Isak Johannesson der Königstransfer dieser Transferperiode. Doch gegen Arnheim erwischte der Isländer einen rabenschwarzen Tag. Kein Grund zur Panik für Lukas Kwasniok und den 1. FC Köln: Isak Johannessons schwarzer Tag gegen Arnheim.
Isak Johannesson im Zweikampf im Spiel des 1. FC Köln gegen Vitesse
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Die erste Halbzeit war noch nicht zu Ende gespielt, da beorderte Lukas Kwasniok seinen Mittelfeldspieler an die Seitenlinie. Der Coach redete auf Isak Johannesson ein, nahm dann auch eine leichte taktische Veränderung um den Isländer vor. Kein Wunder, der Neuzugang war im Duell gegen Vitesse Arnheim komplett von der Rolle. Schon nach wenigen Minuten verlor der Mittelfeldspieler in der Vorwärtsbewegung im Zweikampf den Ball, doch die Niederländer schlugen aus dem kapitalen Fehler keinen Profit. Johannesson, der sich immer wieder in die letzte Reihe fallen ließ und den offensiveren Part der Doppelsechs Eric Martel überließ, passte seinem Gegenspieler die Kugel in den Fuß. Dieses Mal ließ sich der Gegner nicht zwei Mal bitten und vollendete zum 0:1.
Johannessons Leistung „überrascht“ Kwasniok
Zwar machte auch die restliche Hintermannschaft gegen den Zweitligisten nicht die beste Figur, doch Johannesson blieb der Pechvogel des Spiels. „Ich fand, dass Isak aus diesem Dilemma nicht mehr so richtig herausgekommen ist“, erklärte Kwasniok später. Und tatsächlich verlor der Isländer erneut die Kugel im Gegenpressing, wieder fackelten die Niederländer nicht lang und erhöhten zum 0:2. Auch am dritten Gegentreffer war der Mittelfeldspieler nicht unschuldig. „Nach 45 Minuten habe ich ihn dann mal seitlich herausgeholt und gefragt, ob bei hm alles okay ist, weil ich das so von ihm nicht kenne“, sagte der Trainer. „Umso glücklicher bin ich, dass es heute passiert ist. Etwas, was recht schnell abgestellt werden kann, er war nicht so richtig online. Er hat verneint, ob bei ihm irgendwas vorliegt, weil uns das jetzt heute schon überrascht hat.“
Denn Johannesson war bislang in der Vorbereitung einer der Lichtblicke. Und der FC hat sich die Dienste des Mittelfeldspielers ja auch einiges kosten lassen. 5,5 Millionen Euro sollen die Kölner Richtung Düsseldorf überwiesen haben. Johannesson ist damit zumindest finanziell der Königstransfer dieser Sommerperiode. Während der Isländer in den bisherigen Spielen der Taktgeber, Motor im zentralen Mittelfeld war, nun ein etwas überraschender Auftritt. Für Kwasniok allerdings alles andere als ein Grund zur Panik. „Das wird ihn jetzt nicht aus der Bahn werfen. Ich bin mir sicher, dass ihm das in der Form und in der Häufigkeit nicht nochmal passieren wird“, sagte Kwasniok.
Das ist uns „um die Ohren geflogen“ – Lukas Kwasniok findet deutliche und (selbst-)kritische Worte
Simon Bartsch
Nach dem 7:4 gegen Vitesse Arnheim äußert sich FC-Coach Lukas Kwasniok kritisch. Vor allem aber sich selbst und seiner Einschätzung gegenüber. Der 0:3-Rückstand hat auch das Trainerteam überrascht. Dennoch gibt es auch gute Erkenntnisse aus dem Testspiel für den 1. FC Köln: Lukas Kwasniok zieht eine ehrliche Bilanz nach dem Test gegen Arnheim.
Noch läuft bei den Geißböcken nicht alles rund. Das soll sich bis zum Start in die Pflichtspielsaison noch ändern beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok zieht eine ehrliche Bilanz nach dem Test gegen Arnheim.
Imad Rondic im Testspiel gegen Arnheim
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Es ist erst wenige Wochen her, da wurde Lukas Kwasniok noch bei dem ein oder anderen Beobachter als ein zweiter Steffen Baumgart im Dienste der Geißböcke gehandelt. Spätestens seit Sonntagnachmittag dürfte aber wohl auch dem letzten FC-Fan klar sein, dass mit dem neuen Coach eben kein Baumgart 2.0 seine Zelte am Geißbockheim aufgeschlagen hat. Zumindest hätte man sich um Spieler und Schiebermütze gleichermaßen Sorgen machen müssen, wenn der FC unter dem Ex-Trainer die ersten rund 50 Minuten gegen einen niederländischen Zweitligisten so unter die Räder geraten wäre wie die Kölner am Sonntag gegen Arnheim. „Die Ausrichtung war sehr offensiv gewählt und durch diese Fehlerhäufigkeit im Spielaufbau ist es uns zu Beginn auch schon um die Ohren geflogen“, erklärte Kwasniok ganz sachlich und offenbarte, dass er schon den Gedankengang verfolgt hatte, „den Gegner im letzten Drittel zu bespielen.“
„Das war alles in Ordnung“
Doch diese Offensive brachte der FC im Schlussdrittel eben lange nicht auf den Platz und war darüber hinaus im eigenen Schlussdrittel viel zu anfällig. Kwasniok hatte eine überraschende Aufstellung mit nur einem etatmäßigen Innenverteidiger gewählt und musste dafür Lehrgeld bezahlen. „Wir haben schon gemerkt, dass sich der ein oder andere nichts so ganz wohl in der Rolle gefühlt hat“, sagte Kwasniok. Neben dem Gespür stand da nach 40 Minuten auch die nackte Zahl auf der Anzeigetafel: 0:3. Der Coach gab auch zu, überrascht gewesen zu sein, „wie viele Ballverluste“, sein Team sich da zusammenspielte. Alleine Isak Johannesson verlor gleich drei Mal die Kugel, zwei Mal mit Gegentoren als direkte Folge. Auch die weiteren Defensivspieler wurden viel zu leicht überspielt. So ging das 0:3 gegen den Club, der sich gerade extreme Sorgen um die Zukunft macht, vollkommen in Ordnung.
Dass Kwasniok so sachlich reagierte, hing sicherlich zum einen mit der Bedeutung des Vorbereitungsspiels zusammen, zum anderen aber ganz sicher auch damit, dass die Geißböcke im Laufe des Spiels immer besser wurden und sich besser zurecht fanden. „Sehr wichtig und gut war die Energie. Es war nicht so, dass die Jungs nicht wollten, sondern sie sind dauerhaft drangeblieben“, so Kwasniok. „Beim 3:0 kann es natürlich dann auch schonmal einen Knick geben. Dann haben sie einfach weitergemacht und sich auch noch belohnt. Das war alles in Ordnung.“ So glichen Jakub Kaminski mit einem Doppelpack und Linton Maina aus. Doch so richtig in Ordnung war die Leistung der ersten 60 Minuten nicht – daran konnten auch die letzten zehn Minuten nichts mehr ändern.
„In Summe war nicht alles optimal“
Zwar kassierte dann die zweite Anfangsformation ebenfalls einen schnellen Gegentreffer, doch der FC war nun deutlich besser im Spiel, stand in der Defensive sicherer, war im Angriff gefährlicher. Und so belohnten Ragnar Ache mit einem Hattrick und Imad Rondic den FC. „Das war ein ganz wichtiger Fingerzeig auch in meine Richtung, dass die Jungs sich nicht von negativen Ereignissen auf dem Platz beeinflussen lassen“, sagte Kwasniok. „In Summe war nicht alles optimal, aber sieben Tore muss du erzielen und das haben wir getan. Jetzt gilt es zu bewerten und nichts schön zu reden und weiterzumachen, weil logischerweise vieles noch nicht da ist, wo wir uns das wünschen.“
Lukas Kwasniok im Interview: „Das ist aktuell ein perfektes Match“
Simon Bartsch
Seit einigen Wochen ist Lukas Kwasniok nun beim FC im Amt. Im zweiten Teil des Interviews spricht der Coach mit come-on-fc nicht nur über die Personalien Eric Martel und Said El Mala. Er äußert sich auch zu seiner Kaderplanung beim 1. FC Köln: Das sagt Lukas Kwasniok im Interview – Teil 2.
Der Coach verrät, wieviel Mitspracherecht er bei der Kaderplanung hat und wie er seine Kaderentscheidungen trifft beim 1. FC Köln: Das sagt Lukas Kwasniok im Interview – Teil 2.
Lukas Kwasniok im Interview mit come-on-fc.com
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Die Hälfte der Vorbereitung ist vorbei. Wie weit sind Sie denn gedanklich schon mit einem Gerüst für die Startformation.
Gedanklich sind wir nach dem Trainingslager schon ein gutes Stück weiter. Das Gesamtkonstrukt verändert sich in der Saison aber immer wieder. Wir haben erste Ideen, was zu Beginn der Saison funktionieren könnte. Aber es wird immer wieder Anpassungen geben. Ich habe noch nie eine Saison mit der Mannschaft beendet, mit der ich sie angefangen habe. Und das wird auch dieses Mal nicht so sein. Manchmal bekommt ein Spieler seine Chance erst nach zwölf Spieltagen, mal nach 24, aber dann muss er auch da sein. Je nach Leistung werde ich an den Spielern einfach nicht vorbeikommen.
Eric Martel hat vergangene Woche erklärt, dass er zumindest diese Saison beim FC bleiben wird. Wie wichtig ist diese Personalie?
Als ich mit Thomas Kessler über mein Engagement gesprochen habe, da hatte ich den Vertrag noch nicht signiert, haben wir auch darüber gesprochen, wie wichtig Eric als Anker dieser Mannschaft ist. Nicht nur mit seinen fußballerischen Qualitäten, sondern auch mit seiner Persönlichkeit, weil er beispielsweise immer gewinnen will. Er reißt damit andere mit. Eric weiß, was er am FC hat. Wir wissen, was wir an ihm haben. Das ist aktuell ein perfektes Match. Dass sich das dann im Laufe einer Saison ändern kann, das ist im Rahmen des Möglichen. Es ist aber genauso möglich, dass er im Winter sagt, dass er bleiben will.
„Darauf müssen wir reagieren“
Ist es denn eine besondere Herausforderung, einen Kader zu übernehmen, bei dem es so viele Fragezeichen gab und gibt oder ist es gerade besonders spannend, weil man den Kader mitformen kann?
Es liegt in der Natur der Sache, dass wenn du in der sportlichen Führung und im Trainerteam neue Persönlichkeiten hast, wenn die Transfersperre aufgehoben worden ist, dass es dann zu einem etwas größeren Umbruch kommt. Das ist nicht außergewöhnlich.
Wie läuft eine Kaderplanung mit Ihnen und Thomas Kessler ab. Schlägt der Sportdirektor Namen vor oder können Sie auch Wünsche äußern?
Es wäre schlimm, wenn nicht. Wir sind täglich dazu im Austausch, nicht nur Thomas Kessler und ich. Manchmal mit dem gesamten Scoutingteam, aber auch mit den Trainern. Wir sind im Fußball, da ist viel in Bewegung, auf dem Transfermarkt, aber auch in unserer Mannschaft, darauf müssen wir reagieren. Das Wichtigste dabei ist, dass wir uns vertrauen können. Deswegen bin ich guter Dinge, dass wir noch zwei, drei gute Transfers tätigen können.
Welche Namen stehen denn noch auf der Wunschliste?
Ich nehme Euch Journalisten jetzt doch nicht die Arbeit ab (lacht).
Lukas Kwasniok beim Training des 1. FC Köln
Sie haben einige junge Spieler zu Hause gelassen, die sich nun erst einmal in der U21 beweisen sollen. In der jüngeren Vergangenheit gab es oft Kritik von Seiten der Fans, im Umgang mit jungen Spielern. Aber auch Frust und Enttäuschung bei dem ein oder anderen Youngster, der sich dann gegen den FC entschieden hat. Hat sich da ein anderes Selbstverständnis bei dem Nachwuchs eingeschlichen? Ein 18- oder 19-jähriger Nachwuchskicker kann doch nicht davon ausgehen, dass er sofort Bundesliga spielt.
Wenn ein Spieler aus meiner Sicht gut genug ist, dann spielt er auch. Und wenn er nicht gut genug ist, dann muss er eben weiterarbeiten – entweder in der U19 oder in der U21. Julian Pauli war in der vergangenen Saison die große Überraschung und da gab es auch keinen Trainer, der gesagt hätte, er sei zu jung. Wir wehren uns nicht gegen junge Spieler, die spielen. Und trotzdem wird es dann zum Thema, wenn sie erstmal keine Einsätze bekommen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht ausreichend gefördert werden, nein, die Spieler sind in dem Moment dann noch nicht so weit. Die allermeisten Spieler, die aus den U-Mannschaften rauskommen, brauchen zwei, drei Jahre in einer Übergangsphase in den Seniorenbereich.
„Wenn du das nicht kannst, musst du dir einen anderen Job suchen“
Einer der jungen Spieler, die aktuell im Fokus spielen, ist Said El Mala. Wie schätzen Sie den Youngster ein?
Er ist ein sehr guter Spieler. Er hat die Gabe, mit seinen Aktionen Spiele entscheiden zu können. Thierry Henry hat mal gesagt, dass er im ersten Spiel seiner Laufbahn verstanden hat, wie man sich verhalten muss, um als Team den größten Erfolg zu feiern und nicht nur um selbst zu glänzen. Das ist der entscheidende Prozess, um aus einem guten Spieler einen herausragenden Akteur für die Mannschaft zu machen. Und bei diesem Prozess werden wir ihn begleiten. Dazu gehören nicht nur Highlight-Momente, sondern auch Fleiß, Defensiv-Arbeit und Verbindung im Spiel mit dem Ball.
In der jüngeren Vergangenheit haben Sie gesagt, dass Fußball in erster Linie Entertainment ist. Ist da eine gewisse Diskrepanz zwischen Ergebnissport und Unterhaltung? Oder wie viel Unterhaltung kann der Fußball gebrauchen?
Ich glaube, das Entscheidende ist, sich vom Ergebnis ein wenig lösen zu können. Als Trainer ist es relativ einfach, wenn wir Spiele gewinnen, ist alles toll. Wenn wir Spiele verlieren, werden wir Trainer kritisiert. Wenn du das nicht kannst, musst du dir einen anderen Job suchen. Ich persönlich unterhalte lieber, in dem Glauben, dass man so auch positive Ergebnisse erzielen kann. Es gibt keine Garantie, dass du erfolgreich bist. Dann habe ich lieber unterhaltsamen Fußball gespielt – und einen guten Umgang mit der Mannschaft und mit den Fans. Es macht dann einfach mehr Spaß. Das Ergebnis kann ich als Trainer nur zu 50 und 60 Prozent beeinflussen.
Würden Sie sich dementsprechend als Entertainer beschreiben?
Ich glaube, dass man eine Mischung aus beidem sein muss. Auf dem Platz konsequent und anspruchsvoll, aber wenn es darum geht, den Jungs Dinge zu vermitteln, musst Du Dir immer wieder etwas einfallen lassen. Dazu gehört dann auch mal, dass ein Trainer wie im Trainingslager vom Zehn-Meter-Turm springen muss. Das war auch mein erster Sprung. Als ich da oben stand, dachte ich auch nicht, dass ich das mit links mache. Dann gilt es aber auch, die Jungs ein wenig zu animieren. Meine Haltungsnote war eher Kartoffelsack. Aber man muss auch mal über sich selbst lachen und sich selbst nicht zu wichtig nehmen können.
Kommen wir zurück zur Stadt Köln. Haben Sie mittlerweile eine Wohnung gefunden? Kann Köln beruhigt sein?
Ja, das Umzugsunternehmen ist mittlerweile bestellt.
Wie empfinden Sie die Kölner Fans, gerade die, die mit nach Bad Waltersdorf gereist sind?
Das hier zu erleben, war nochmal eine andere Stufe – und das im positiven Sinne. Das gibt einem Trainer Energie. Man steht eben nicht jeden Morgen auf und ist voller Tatendrang. Aber wenn man zum Training fährt und sieht die Menschen und was sie für uns alles auf sich nehmen, das ist schon sehr speziell und gibt dir einfach Power.
Das Gespräch führte Simon Bartsch
In Teil 1 des Interviews spricht der Trainer über die Fannähe des Vereins, die Besonderheiten des 1. FC Köln und seine Zeit bisher. Hier geht es zu Teil 1.
Lukas Kwasniok im Interview: „Es geht nicht darum, als sozialer, guter Mensch dazustehen, wir sind im Leistungssport“
Simon Bartsch
Seit einigen Wochen ist der Trainer nun im Amt. Im Trainingslager sprach der Coach mit come-on-fc nicht nur über die Fannähe des Vereins, die dann doch überraschende Realität beim FC und den Weg zum Ziel des 1. FC Köln: Das sagt Lukas Kwasniok im Interview.
Nach ein paar Wochen als Cheftrainer des 1. FC Köln hat Lukas Kwasniok seine ersten Erfahrungen mit dem Verein und der Mannschaft gesammelt. Der Coach äußert sich zu einer Zeit beim 1. FC Köln: Das sagt Lukas Kwasniok im Interview.
Lukas Kwasniok im Interview mit come-on-fc.com
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Herr Kwasniok, vor einigen Tagen beim Fan-Fest in Bad Waltersdorf haben wir Sie beim Zapfen, aber auch beim Bierverkauf beobachten dürfen. Haben Sie eine neue Berufung gefunden?
Lukas Kwasniok: Nein, auch wenn ich das nicht zum ersten Mal gemacht habe – im FC-Dress natürlich schon. Wenn du im Amateurfußball groß wirst, dann wirst du bei den Sportfesten auch für den Bierwagen eingeteilt. Insofern bin ich eigentlich geübt, aber der Zapfhahn lief nicht so gut. Es war schon sehr schaumig. Aber im Ernst: Wir wollen nahbar bleiben, deshalb habe ich das gerne gemacht. Ich glaube, in Köln ist es ganz wichtig, den Menschen das Gefühl zu geben, dass du Teil dieses Clubs bist. Wahrscheinlich ist diese Verbundenheit bei keinem anderen Verein in Deutschland so sehr ineinander verwurzelt wie hier. Die Menschen in Köln geben einem das Gefühl, der FC gehört zu der Stadt und die Stadt zum FC. Das ist schon sehr, sehr speziell.
Haben Sie das bei Ihrem Amtsantritt so erwartet?
Natürlich wurde mir erzählt, wie es in Köln so ist. Es ist ein bisschen so, wie wenn dir erzählt wird, dass sich mit einem Kind das Leben verändert, dann denkst du auch: ,Ja, ja – Danke für den Hinweis‘. Und wenn es dann soweit ist, merkst du, dass sich tatsächlich alles verändert hat. So ähnlich war das jetzt beim FC. Du versuchst dich darauf einzustellen und wenn es dann soweit ist, ist es doch nochmal etwas anderes.
Wie wichtig ist es, als Trainer Inhalte, Ideen oder eben Spielweisen dem Team “gut verkaufen“ zu können?
Verkaufen ist für mich der falsche Begriff. Du musst die Jungs davon überzeugen, dass das, was du machst, ein erfolgreicher Weg sein kann. Insofern würde ich aus „Verkaufen“ „Überzeugen“ machen. Du musst sie von deiner Idee begeistern können. Und ihnen zeigen, dass dieser Weg uns ans Ziel führen kann. Jeder Spieler hat schon verschiedenste Trainer gehabt und mit der Erfahrung fühlen sie sehr schnell, ob der Trainer wackelt, in dem, was er tut oder ob er von seinem Weg absolut überzeugt ist.
Sie sind ein sehr kommunikativer Trainer, suchen das Gespräch mit den Spielern, scheinen bereits ein Vertrauen aufzubauen. Wie wichtig ist für Sie ein enges Vertrauensverhältnis?
Das Vertrauensverhältnis baut sich erst mit der Zeit auf. Es wäre fatal, wenn die Jungs mir jetzt schon komplett blind vertrauen würden. So schnell geht das nicht. Das ist ein Prozess, aber es ist natürlich das Ziel. Die Jungs sollen auf das Feld gehen und erkennen, dass sie einen Wettbewerbsvorteil haben, weil sie Dinge machen oder eben nicht machen. Das müssen sie aber erst einmal spüren und fühlen. Deswegen habe ich aktuell noch nicht diese Erwartungshaltung. Wir haben schon ein gutes Verhältnis. Erstmal beobachte ich die Dinge lange, ohne sie zu bewerten.
Lukas Kwasniok im Trainingslager in Bad Waltersdorf
„Das wird immer ein Teil von mir sein“
Eine Bewertung haben Sie nach dem Spiel gegen Fortuna Köln getroffen, einige Spieler scharf kritisiert. Hätten Sie gedacht, mit der Mannschaft schon weiter zu sein oder haben Sie einige der Jungs anders eingeschätzt?
Ich habe das nicht als schlimme Aussage empfunden. Nach so einem Spiel, bei dem wir teilweise nicht auf Augenhöhe mit einem Regionalisten waren, muss ich nicht um den heißen Brei rum reden und so tun, als ob es reichen würde. Bei allen Jungs, mit denen wir hier im Trainingslager arbeiten, habe ich das Gefühl, dass alle das Potenzial haben, am ersten Spieltag in der Startelf zu stehen. Zum Trainingslager sind vier Jungs dazu gekommen mit Eric, Jan, Said und Seb. Also mussten wir Entscheidungen treffen, weil ich kein Freund von einem Trainingslager mit 33 Spielern bin. Es geht nicht darum, als sozialer, guter Mensch dazustehen, wir sind im Leistungssport.
Ihre Aussagen wurden von vielen Fans als erfrischend ehrlich und authentisch wahrgenommen. Gibt es denn auch Momente, in denen Sie sich im Nachhinein besser gebremst hätten?
Im FC-Dress ist mir das noch nicht passiert. Es wird immer ein Teil von mir sein, dass ich – für andere ungewohnt, für mich normal – Dinge klar anspreche.
Eins Ihrer Mottos ist „Work hard, be smart“. „Work hard“ haben wir nun einige Wochen hautnah miterlebt, wie sieht „be smart“ aus?
„Be smart“ bedeutet dann auch mal einen Trainingstag freizugeben. Wir arbeiten drei, vier Tage sehr hart und machen dann einen Tag frei. Ich mag es einfach nicht, nur zu trainieren, um Beobachtern das Gefühl zu geben, hier wird richtig durchgezogen. Das ist für mich Zeitvergeudung – viel wichtiger ist es, dass auch der Kopf zwischendurch regenerieren kann.
„Dann macht auf einmal alles Sinn“
Wie weit sehen Sie den Kader nach der Hälfte der Vorbereitung?
Ich bin zufrieden. Auch mit dem Trainingslager. Wir sind deutlich weiter als nach den ersten beiden Wochen. Es ist schon eine exponentielle Kurve zu erkennen. Das war das klare Ziel unseres Trainingslagers. In letzten Einheiten war eine ganz andere Haltung und Herangehensweise zu erkennen. Die Jungs haben meine Ideen so langsam verinnerlicht und wir sind auf einem guten Weg. Es gibt aber noch viele Themen, die wir noch gar nicht angegangen sind, wie zum Beispiel die Arbeit gegen den Ball.
Ihre Spieler sprachen zum einen davon, dass das Training aktuell sehr intensiv ist, sie erklärten aber auch, dass es gar nicht so einfach sei, die Spielidee zu adaptieren. Ist die so komplex?
Die Jungs sind aus der Vergangenheit einen anderen Ansatz gewohnt, und zwar im körperlichen Bereich als auch im gedanklichen. Es ist nicht komplex, es ist anders – ein anderer Spielstil, andere Spiel- und Belastungsformen. Die einzelnen Elemente passen immer besser, und Du merkst: die Zahnräder greifen ineinander und dann macht auf einmal alles Sinn. Dass es in den ersten Wochen hakt, ist ganz normal.
Das Gespräch führte Simon Bartsch
In Teil 2 des Interviews spricht der Trainer über Eric Martel und Said El Mala, die Kaderplanung mit Thomas Kessler und die Hintergründe seiner Kaderentscheidungen. Der zweite Teil erscheint Montagmorgen.
Guter Auftritt der Eigengewächse des 1. FC Köln: doch die Transfers erschweren die Situation
Simon Bartsch
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Ragnar Ache vom 1. FC Köln
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Viel hätte nicht gefehlt und Youssoupha Niang hätte sich mit einem sehenswerten Treffer fast schon akrobatisch in das Testspiel gegen Bergisch Gladbach eingefügt. Doch der 19-Jährige ließ die Vorarbeit von Linton Maina trotz vollem Einsatz ungenutzt. Dabei scheint der Mittelrheinligist ein gutes Pflaster für den Kölner Nachwuchs zu sein. Schon vor zwei Jahren drehten gerade die Eigengewächse im Testspiel gegen Bergisch Gladbach auf. Damals im September 23 überzeugten Youngster wie Damion Downs, Meiko Wäschenbach oder Julian Pauli. Dieses Mal zeigten sich eben Niang, Neo Telle, Fayssal Harchoui, und Etienne Borie. Die letzteren beiden trugen sich sogar in die Torschützenliste ein. Borie erzielte das 6:1, Harchaoui erhöhte auf 7:1.
Youngster fordern Spielzeit ein
Ganz offensichtlich brauchen sich die Kölner keine großen Sorgen um die Zukunft zu machen. Das Potenzial für den nächsten Schritt scheint der Nachwuchs der Geißböcke zu haben. Ob es für die Kölner Eigengewächse aber viel Einsatzzeit bei den Profis geben wird, darf zumindest hinterfragt werden. Sieben Profi-Debüts gab es in der vergangenen Spielzeit unter Gerhard Struber. Ausgerechnet Struber, ist man geneigt zu sagen. Denn der Österreicher wurde wie auch schon seine Vorgänger für eine mangelnde Jugendarbeit kritisiert. Gemessen an den Debüts war die Kritik überzogen. Dass diese aber an der ein oder anderen Stelle doch ihre Berechtigung hatte, könnte der Fall Max Finkgräfe sein, der sicherlich auch aufgrund der mangelnden Spielzeit sich dazu entschied, nun bei RB Leipzig die Aufgabe des Herausforderers zu suchen.
Und genau da könnte auch in dieser Spielzeit eine gewisse Gefahr lauern. Denn der FC nimmt wieder Geld in die Hand, um den Kader zu verstärken. Thomas Kessler hat bislang Spieler verpflichtet, die den Kölnern direkt weiterhelfen können, vermutlich werden. In der Innenverteidigung, auf den Außen im Sturm – es sollen auf weiteren Positionen Akteure mit Bundesliga-Erfahrung folgen. Selbst für einen Spieler wie Julian Pauli, der am Samstag tatsächlich ein richtig gutes Spiel machte, wird es wohl wieder eng werden, wenn die FC-Bosse einen Innenverteidiger aus dem Hut zaubern. So viele Debüts wie in der Vorsaison wird es mit großer Wahrscheinlichkeit also nicht mehr geben. Zumal die Talente mit dem – aus Kölner Sicht – größten Potenzial eigentlich verliehen werden sollen, um dann doch Spielpraxis zu generieren.
In Bezug auf Youngster Elias Bakatukanda sagte Thomas Kessler vor wenigen Wochen, dass es ihm lieber sei, der Innenverteidiger solle „nicht 13 Mal zehn Minuten spielen, sondern 30 Mal 90 Minuten.“ Für Niang, Borie und Harchaoui wird es die Spielzeit wohl in der U21 geben. Dabei sind Profidebüts aber alles andere als ausgeschlossen.
Die ersten Duftmarken sind gesetzt: Diese Spieler zeigen bereits gute Frühform
Simon Bartsch
Lukas Kwasnoik hat sich im Testspiel gegen Bergisch Gladbach am Samstag erste Eindrücke von seinen Spielern machen können. Auch, wenn die Aussagekraft überschaubar ist, gab es erste Erkenntnisse beim 1. FC Köln: Diese Spieler überzeugten gegen Bergisch Gladbach.
Natürlich lief noch nicht alles rund, aber es gab schon die ersten Eindrücke beim 1. FC Köln: Diese Spieler überzeugten gegen Bergisch Gladbach.
Ragnar Ache vom 1. FC Köln
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Lukas Kwasniok war der Stellenwert des Testspiels gegen den SV Bergisch Gladbach am Samstagnachmittag durchaus bewusst. „Die Sterne haben wir nicht vom Himmel gespielt. Das war nach fünf Trainingstagen nicht unbedingt erwartbar. Es geht immer darum, in den ersten Tagen Erkenntnisse zu gewinnen“, sagte der Coach. Und auch diese werden sich angesichts des Gegners, der gerade erst begonnenen Vorbereitung und der Fragezeichen im Kader in Grenzen gehalten haben. Wirklich viele Spielformen oder taktischen Varianten wird das Team bislang noch nicht eintrainiert haben. „Die Erkenntnisse sind die, dass es ein Anfang war und in keinster Weise mehr. Wir müssen intensiv an Ballbesitzstrukturen arbeiten. Auch das Spiel gegen den Ball. Damit werden wir im Trainingslager anfangen“, erklärte der Coach daher auch.
„Ein guter Einstand hat selten geschadet“
Und doch haben die ersten Spieler bereits Duftmarken gesetzt. Im ersten Abschnitt waren das in der Offensive vor allem Florian Kainz und Linton Maina. Und das nicht nur, weil die beiden die ersten beiden Tore vorbereiteten beziehungsweise erzielten. Beide Akteure werden sich einem harten Konkurrenzkampf stellen müssen. Denn mit Jakub Kaminski und Said El Mala hat der FC auf der Außenbahn noch einmal kräftig nachgerüstet. El Mala weilte noch im Sonderurlaub, scharrt aber laut der FC-Bosse bereits mit den Hufen und machte bei der U19-Europameisterschaft auf sich aufmerksam. Kaminski spielte in der zweiten Halbzeit und hatte dort auch seinen Anteil an zwei Treffern. Vor allem seine Laufwege zur Grundlinie mit dem Rückpass zum Offensivspieler scheinen ein Mittel werden zu können.
Erfrischend spielte Julian Pauli auf. Der 19-Jährige kam zu Beginn des zweiten Abschnitts und spielte seinen Stiefel souverän runter. Der gebürtige Londoner wirkte dabei sogar sicherer als so mancher gestandener Mannschaftskollege, was allerdings durchaus auch am Gegner und der Ausrichtung gelegen haben könnte. Denn im zweiten Abschnitt stand der FC einfach sicherer. Einen richtig guten Eindruck hinterließ vor allem aber Ragnar Ache, der nur einen Kurzeinsatz zum Einstand bekam. Ache kam zur zweiten Halbzeit und machte schließlich Platz für Malek El Mala. Zuvor hatte der Stürmer ein Tor geschossen, ein weiteres eingeleitet. „Es ist für jeden schön, wenn er ein Tor gemacht hat“, sagte Lukas Kwasniok. „Ich freue mich für die Jungs, wenn sie Tore erzielen – bei Ragnar nicht mehr als bei anderen. Aber ein guter Einstand hat selten geschadet.“
Und schon am Freitag hat Ache die Chance, nachzulegen. Dann geht es im nächsten Testspiel gegen Fortuna Köln (18 Uhr). Mit großer Wahrscheinlichkeit werden sich dann die nächsten Spieler in den Fokus schießen wollen.
Diese nicht unwesentlichen Erkenntnisse sammelte Lukas Kwasniok beim Testspiel des 1. FC Köln
Simon Bartsch
Gegen den Mittelrheinligisten Bergisch Gladbach hat der FC einen verdienten 7:1-Erfolg eingefahren. Erwartungsgemäß lief im ersten Testspiel noch nicht alles rund beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok sammelt die ersten Erkenntnisse.
So richtig zufrieden war der neue Coach der Geißböcke noch nicht mit dem Auftritt des 1. FC Köln: Lukas Kwasniok sammelt die ersten Erkenntnisse und kündigt harte Arbeit an.
Tom Krauß bei seinem ersten Spiel für den 1. FC Köln
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24 Spieler, keiner mit mehr Einsatzzeit als 45 Minuten und das Duell gegen einen Oberligisten – den ganz großen Aha-Effekt wird Lukas Kwasniok am Samstagnachmittag beim Testspiel gegen den SV Bergisch Gladbach wohl nicht gehabt haben. Dessen war sich der Trainer natürlich bewusst. „Die Erkenntnisse sind die, dass es ein Anfang war und in keinsterweise mehr“, sagte der Coach nach dem verdienten 7:1-Erfolg über den Mittelrheinligisten. Gerade im ersten Abschnitt hatte der neue Trainer einige Probleme ausgemacht. Wohl vor allem in der Defensive. Dem Gegentreffer war ein katastrophaler Fehler vorausgegangen und auch sonst wirkte die letzte Kette nicht immer sattelfest. „Die Jungs hatten in der ersten Halbzeit ein spielsystematisches Problem, dass das im 3-4-3 nicht so gut zum 4-3-3 passt, weil der Sechser nicht kontrolliert werden kann“, sagte Kwasniok, der aber kein Problem hatte, sein System in der Pause anzupassen, vielleicht auch der Idee geschuldet, möglichst viele Spieler einzusetzen.
„Ich habe gesucht und gesucht“
Etwas überraschend hatte der Trainer Steffen Tigges auf dem linken und Jacob Christensen auf dem rechten Flügel aufgeboten. In den vergangenen Wochen als Experiment eingestuft, vielleicht dann auch so ein wenig eine Notlösung. „Es liegt ja in der Natur der Sache, dass du kreativ werden musst, wenn Positionen im Kader nur einfach besetzt sind. Es ist jetzt nicht so, dass sich Jaxe (Jacob Christensen Anm. d. Red). auf der Rechtsverteidigerposition wohl fühlt“, sagte der Trainer. „Ich habe gesucht und gesucht und keinen gefunden. Da musste er ran. Tigges hat es bei Osnabrück schon gespielt. Kreativität ist gefragt. Jetzt müssen wir es bewerten.“ Eine Bewertung wird natürlich angesichts der Spieldauer und der Qualität des Gegners schwer werden. Gegen den SV machten es beide Akteure ordentlich – abgesehen von Christensens Fehlpass zum 1:3 – mehr aber auch nicht.
Die ganz großen Antworten auf die wohl bohrenden Fragen der Kaderlücken wird der Trainer noch nicht gefunden haben. „Die Vorbereitung ist immer ein wenig wie „Wer wird Millionär“. Wenn du nicht weißt, wie die Antwort ist, wer am ersten Spieltag spielt, dann musst du nach und nach Antworten ausschließen. Nach dem Motto werden wir verfahren“, sagte Kwasniok. Das Motto klingt ein wenig nach „try and error“ und verdeutlicht, dass der FC noch am Kader nachbessern muss. Zwar mag Tigges die Position mal bei Osnabrück gespielt haben, der etatmäßige Angreifer hat die Niedersachsen aber auch bereits vor sechs Jahren verlassen und wurde seitdem eben im Sturm eingesetzt. Wirklich viel Aussagekraft bot die Begegnung gegen Bergisch Gladbach da noch nicht.
„Wir müssen den nächsten Step gehen“
Auch über eine mögliche Ausrichtung und Aufstellung sagte die Begegnung nicht viel aus. Wenn auch mit Akteuren wie Florian Kainz, Linton Maina oder Ragnar Ache die ersten Spieler einen sehr positiven Eindruck hinterließen. Kwasniok kündigt derweil sehr viel Arbeit an. „Jetzt müssen wir mal an der Intensität arbeiten, an den Abläufen“, so der Trainer. „Wie stelle ich mir ein paar grundsätzliche Dinge vor. Und jetzt geht es dann um Detailarbeit aus einer gewissen Systematik. Bisher habe ich das alles frei spielen lassen. Wir müssen jetzt den nächsten Step machen. Das wird auch in der nächsten Woche der Fall sein, bevor wir dann ins Trainingslager fahren und dann auch in die Arbeit gegen den Ball einen gewissen Fokus legen.“ Und: „Ich freue mich drauf. Aber wie alle gesehen haben, es ist Arbeit.“ Vielleicht die wesentlichste Erkenntnis.