Mittelfeldspielerin Taylor Ziemer verlängert bis 2028 beim FC
Simon Hense
Seit Mitte 2024 ist die Mittelfeldspielerin schon bei den Geißböcken – und wird das auch noch länger bleiben: Taylor Ziemer verlängert bis Sommer 2028 beim 1. FC Köln.
Vom niederländischen Club FC Twente kam Taylor Ziemer vor bald zwei Jahren zum FC. Jetzt verlängert die 27-Jährige ihren Vertrag bis Sommer 2028 – auch wenn sie momentan noch von einer Verletzung zurückkommt.
Taylor Ziemer verlängert beim 1. FC Köln bis Sommer 2028 (Foto: 1. FC Köln)
Seit bald zwei Jahren ist Taylor Ziemer Spielerin des 1. FC Köln. Im Sommer 2024 kam sie vom niederländischen Club FC Twente in die Domstadt. Und auch wenn die Mittelfeldspielerin momentan noch verletzt ist, scheint sie die Verantwortlichen bei den Kölnerinnen in ihren Einsätzen zuvor überzeugt zu haben. Denn die 27-Jährige verlängert ihren Vertrag bis Mitte 2028. „Taylor Ziemer ist eine wichtige Spielerin für uns. Umso mehr freuen wir uns, dass sie nach ihrer Verletzung bald wieder auf dem Platz stehen und unser Trikot tragen wird. Sie ist ein zentraler Bestandteil unserer Mannschaft und wird uns mit ihrer Qualität auch in Zukunft viel Freude bereiten“, erklärte Nicole Bender-Rummler, Direktorin Frauen- und Mädchenfußball beim FC.
Bisher 22 Ligaeinsätze
Auch Ziemer selber freut sich sehr über die Ausdehnung des Kontrakts. „Ich fühle mich beim FC sehr wohl und freue mich, weiter das FC-Trikot zu tragen. Ich kann es nicht abwarten, wieder mit der Mannschaft auf dem Platz zu stehen und als Profifußballerin den Traum weiterzuleben, den mein Vater und ich immer geteilt haben,“ so die Mittelfeldspielerin. Nach ihrem Wechsel nach Köln wurde die 27-Jährige 2024/25 direkt Stammspielerin und Leistungsträgerin. Bisher trug sie in insgesamt 22 Partien in der Bundesliga das Kölner Trikot. Dabei erzielte sie vier Tore und gab zwei Vorlagen.
Ausgebildet wurde die US-Amerikanerin in den USA. Dort lief sie für die Virginia Cavaliers und die Texas A&M Aggies. In der Zeit gewann die Mittelfeldspielerin zweimal den Gatorade Player of the Year award, der den besten High School-Athleten in Kalifornien überreicht wird. Außerdem durchlief Ziemer die Juniorinnen-Nationalteams der USA bis zur U19. In Europa spielte sie bereits in den Niederlanden für ADO Den Haag sowie eine Saison für den FC Twente. Dort wurde die 27-Jährige 2023/24 Meisterin und trug mit neun Treffern in 20 Einsätzen zum Titel bei, bevor sie im Sommer dann nach Köln ging. Außerdem war die Mittelfeldspielerin drei Spielzeiten in Island für Breiðablik im Einsatz und sammelte dort und mit Twente auch Erfahrungen in der Champions League.
Für einen verbessert sich die Quote: Anfällige Kölner Defensive trifft auf schwache Bremer Offensive
Simon Hense
Gegen Eintracht Frankfurt hatte die FC-Abwehr gerade bei den beiden Gegentoren nicht gut ausgesehen. Generell ist die Verteidigung eine der Problemzonen der Kölner in dieser Saison. Gegen Werder könnte es aber besser aussehen für die Defensive des 1. FC Köln: Schwache Abwehr trifft auf harmlose Bremer Offensive.
Vor dem wichtigen Aufeinandertreffen im Abstiegskampf plagen den 1. FC Köln und Werder Bremen genau umgekehrte Probleme: Während bei den Geißböcken die Defensive immer wieder Probleme macht, ist bei den Grün-Weißen eher der Angriff das Problem. Einer von beiden wird daher sicher von der Schwäche des jeweils anderen profitieren.
Die Kölner Defensive um Sebastian Sebulonsen stand gegen Frankfurt nicht immer sicher (Foto: Neil Baynes/Getty Images)
Es ist schon wieder eine Weile her, dass FC-Keeper Marvin Schwäbe in einer Partie nicht hinter sich greifen musste. Seit dem 1:0-Sieg am 20. Spieltag gegen den VfL Wolfsburg hat der Kölner Schlussmann keine weiße Weste mehr vorweisen können. Das liegt aber weniger am Kapitän, sondern mehr an seinen Vorderleuten. Denn die zeigen sich immer wieder anfällig für Aussetzer. Etwa bei den Gegentoren am vergangenen Wochenende gegen Eintracht Frankfurt. Beim 1:0 rückte Cenk Özkacar nicht auf Vorlagengeber Farès Chaibi raus, während gleichzeitig Denis Huseinbasic und Jakub Kaminski ebenfalls zu wenig Druck machten. Auch Linksverteidiger Kristoffer Lund rückte nicht mehr rechtzeitig ein. Gleichzeitig verloren Sebastian Sebulonsen und Rav van den Berg in der Mitte Torschütze Jonathan Burkardt aus den Augen. Der Niederländer unterlief kurz darum beim zweiten Gegentreffer außerdem einen langen Ball. Im Anschluss verteidigte die FC-Defensive dann nach Burkardts Hereingabe kollektiv nicht entschlossen genug.
Anfällige Defensive gegen schwache Offensive
Auch wenn der FC danach nochmal zurückkam und einen Punkt holte, kann so eine Defensivschwäche im Abstiegskampf fatal sein. Zur Wahrheit gehört dabei aber natürlich auch, dass die Geißböcke immer wieder Ausfälle verkraften mussten. Seit dem achten Spieltag fehlt mit Abwehrchef Timo Hübers ein wichtiger Stabilisator. Und bis auf Cenk Özkacar fielen auch alle anderen etatmäßigen Innenverteidiger sowie der eigentlich Außenverteidiger Sebastian Sebulonsen in dieser Spielzeit einmal oder öfter für mindestens zwei Spiele oder mehr hintereinander aus. So war es natürlich schwierig für die Defensive, sich einzuspielen. Trotzdem müssen die Kölner diese Probleme besser in den Griff bekommen, um im Abstiegskampf zu bestehen. Denn nur der Letzte Heidenheim (keinmal) und der Vorletzte Wolfsburg (einmal) spielten seltener zu Null als die Kölner in dieser Spielzeit (dreimal). Auch kassierte abgesehen von den beiden Abstiegskandidaten nur der FC Augsburg mehr Gegentore als der FC.
Mit Blick auf das Spiel gegen Werder Bremen am Sonntag gibt es aber eine Sache, die allen Kölnern Hoffnung machen kann, dass die Abwehr gegen die Grün-Weißen besser steht. Denn mit Werder kommt die drittschwächste Offensive der Liga in die Domstadt. Gerade mal 31 Tore hat Bremen bisher erzielt. Vor allem der Sturm ist dabei eine Problemzone, da es keinen regelmäßig treffenden Stürmer gibt. Bester Torschütze mit sieben Treffern ist mit Jens Stage ein Mittelfeldspieler. Es steht aber noch nicht fest, ob der Däne rechtzeitig für das Spiel gegen die Geißböcke fit wird, nachdem er schon am vergangenen Wochenende gegen Leipzig gefehlt hatte und unter der Woche phasenweise nur individuell trainieren konnte. So möchte auch sein Trainer Daniel Thioune das Risiko gut abwägen, dass er beim seinem besten Torjäger geht, wie er auf der Bremer Pressekonferenz am Freitag sagte. Wenn der 29-Jährige aber zu 100 Prozent fit ist, werde er starten – sicher sei das aber noch nicht.
Personalprobleme im Bremer Angriff
Umso schlimmer ist es für die Bremer, dass mit Justin Njinmah der zweittreffsicherste Profi (fünf Tore) ebenfalls mit leichten Verletzungsproblemen zu kämpfen hat. Der Angreifer musste das Training am Mittwoch vorzeitig abbrechen und absolvierte wie Stage am Donnerstag nur eine individuelle Einheit, wird aber wohl nach Köln mitfahren. Denn dahinter sind die Optionen rar. Victor Boniface, in den die Verantwortlichen vor der Saison große Hoffnungen gesetzt hatten, ist nach einem Knorpelschaden wohl weiter nicht fit. Der Stürmer war vor knapp anderthalb Wochen mit Übergewicht aus der Reha nach Bremen zurückgekehrt und muss erst nach und nach aufgebaut werden und ist deshalb mit sehr großer Wahrscheinlichkeit keine Kaderoption, wie sein Coach erklärte.
Keke Topp wiederum hat sich in der Länderspielpause einen Kreuzbandriss zugezogen, konnte die Erwartungen zuvor mit nur einem Treffer aber auch nicht erfüllen. Eine Option könnte Jovan Milosevic sein, der im Winter per Leihe aus Stuttgart kam und seitdem in neun Einsätzen drei Tore und eine Vorlage erzielte. Gegen Leipzig kam er jedoch nur als Joker, da der Stürmer zuvor drei Partien mit Rückenproblemen ausgefallen war. Alleine auf den Serben sollten die Werderaner ihre Hoffnungen daher nicht legen. Insbesondere, da dieser auch erst 20 Jahre alt ist. Genauso wie die andere Startelfoption Salim Musah. Der Angreifer hatte gegen Leipzig in seinem erst dritten Bundesligaeinsatz seinen ersten Treffer erzielt. Und sich für Thioune damit für die Startelf beworben. Wobei der Coach aber auch direkt bremste: „Wir dürfen dann auch von jungen Spielern nicht zu viel erwarten.“
Wer profitiert von der Schwäche des jeweils anderen?
So droht die ohnehin schwache Bremer Offensive gegen den FC noch weiter ausgedünnt zu sein. Und für die Kölner Defensive ist es damit vielleicht eine Chance, sich mal wieder sicherer zu präsentieren. Eine mögliche Stellschraube, damit das gelingt, dürfte für FC-Coach René Wagner die Rückkehr von Jahmai Simpson-Pusey sein. Der Innenverteidiger, der sich seit seinem Wechsel in die Domstadt auf Leihbasis im Winter sehr überzeugend präsentiert hat, steht dem FC nach der Geburt seines Sohnes am Montag wieder zur Verfügung. Und könnte mit seiner Ruhe im Spielaufbau und seiner Zweikampfstärke zu einem stabilisierenden Faktor werden.
Was aber schon jetzt definitiv feststeht: Eine Mannschaft wird auf jeden Fall am Wochenende von der Schwäche des jeweils anderen profitieren. Entweder die Kölner, die nach langer Zeit mal wieder zu Null spielen könnten. Oder die Bremer, die ihre schwache Torbilanz aufpolieren möchten. Dass sich die Personallage in der Kölner Verteidigung entspannt und gleichzeitig bei den Grün-Weißen Ausfälle in der Offensive drohen, könnte dabei den Ausschlag zu Gunsten der Geißböcke geben. Eine Garantie gibt es dafür aber natürlich nicht.
René Wagner kann gegen Bremen aus dem Vollen schöpfen – Auch Said El Mala rechtzeitig fit
Simon Hense
Am Sonntag steht für den FC der Abstiegskrimi gegen Werder Bremen an. In der Partie steht Trainer René Wagner bis auf die Langzeitverletzten der gesamte Kader zur Verfügung beim 1. FC Köln: Said El Mala ist rechtzeitig für das Bremen-Spiel fit.
Für das wichtige Spiel gegen Werder Bremen hat FC-Coach René Wagner eine Menge Optionen zu Verfügung. Eine davon wird auch Said El Mala sein, der wieder voll mittrainieren konnte.
Die vielleicht wichtigste Nachricht für alle FC-Fans, ob Said El Mala rechtzeitig fit wird, hatte FC-Coach René Wagner auf der Pressekonferenz vor dem Abstiegskrimi gegen Werder Bremen direkt zu Beginn: „Ihm geht es gut. Er hat heute voll trainiert, wird morgen voll trainieren. Und dann ist er eine Option, zu starten am Sonntag.“ Zuvor hatte der 19-Jährige diese Woche nicht voll trainieren können, nachdem er gegen Eintracht Frankfurt kurz vor Schluss angeschlagen ausgewechselt werden musste. Diese Probleme hat der Angreifer aber damit rechtzeitig überwunden, um den Geißböcken im Spiel gegen den direkten Konkurrenten von Anfang an zu helfen.
Viele Optionen für Wagner
Und auch ansonsten kann der Trainer personell aus dem Vollen schöpfen. Bis auf die Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian steht ihm der gesamte Kader zur Verfügung. Das führt jedoch dazu, dass Wagner einige schwierige Entscheidungen treffen muss. So konkurrieren zum Beispiel in der Mittelfeldzentrale durch die Rückkehr von Eric Martel mit noch Isak Johannesson, Denis Huseinbasic und Tom Krauß gleich vier Spieler um zwei Positionen. „Unter der Woche haben wir auch klar mit allen beteiligten Spielern kommuniziert. Da gibt es ein, zwei Positionen, da sind wir uns noch nicht ganz sicher. Da ist es fifty-fifty. Es gibt ein, zwei Positionen, die sind fix. Und das werden wir dann der Mannschaft am Sonntag mitteilen“, hielt sich der Coach noch bedeckt.
Ein Kandidat für die Startelf ist Alessio Castro-Montes. Der Schienenspieler hatte gegen Frankfurt sein Comeback nach längerer Verletzungspause gegeben und direkt zum Ausgleich getroffen. „Bei Alessio ist es so, dass er starten könnte. Da müssen wir aber entscheiden, ob es das Richtige ist, das Spiel jetzt schon zu beginnen, oder ob wir nochmal ein Spiel mehr brauchen, wo er vielleicht ein bisschen mehr Spielzeit bekommt in der zweiten Halbzeit. Aber das lassen wir uns alles noch offen für Sonntag“, so Wagner. Zwar nicht für die Startelf, aber immerhin wieder eine Option für den Kader ist außerdem Joel Schmied nach seiner Verletzungspause. Damit steht dem Trainer fast schon ein Überangebot in der Innenverteidigung zur Verfügung, da auch Jahmai Simpson-Pusey nach der Geburt seines Sohnes Anfang der Woche wieder eine Option ist.
Bremen defensiv deutlich stabiler geworden
Diese Optionen wird der Coach gegen Werder allerdings auch brauchen. Denn die Bremer haben sich zuletzt unter ihrem neuen Trainer Daniel Thioune deutlich verbessert gezeigt. „Es ist einfach eine sehr stabile Mannschaft gegen den Ball. Die schaffen es immer wieder sehr, sehr gefährlich umzuschalten, haben viele Spieler mit hoher Geschwindigkeit auf der letzten Linie“, erklärte Wagner seine Sicht auf den Gegner. Daher müsste seine Mannschaft Restverteidigung aufmerksam sein, aber auch selber auf Umschaltmomente setzen, da er dort bei den Bremern Probleme sehe. Trotzdem ist es für Wagner ebenfalls Teil des Planes, „das wir mit Ball weiter daran arbeiten, was wir die letzten drei Wochen besprochen haben. Dass wir auch mal Kontrolle über das Spiel bekommen.“ Mit dieser Mischung will der Trainer mit seiner Mannschaft am Sonntag dann endlich wieder einen wichtigen Sieg im Kampf gegen den Abstieg feiern.
Bülters beeindruckende Bremen-Bilanz: Schlägt der Werder-Schreck am Sonntag wieder zu?
Andreas Breuer
Nach einem bockstarken Saisonstart konnte Marius Bülter im weiteren Saisonverlauf nur selten überzeugen. Rechtzeitig vor der Partie gegen Werder meldete sich der 33-jährige nun mit seiner Vorarbeit zum 2:2 in Frankfurt zurück. Und eine besondere Statistik macht Hoffnung, dass der Stürmer im Abstiegskrimi eine wichtige Rolle spielen könnte beim 1. FC Köln: Marius Bülter trifft auf seinen Lieblingsgegner.
Viele seiner bisherigen Spiele gegen Werder Bremen dürfte Marius Bülter in guter Erinnerung behalten haben. Kann der FC-Stürmer im Abstiegskracher gegen die Hanseaten zum entscheidenden Trumpf für die Geißböcke werden?
Nach zwei Spieltagen hatte es Marius Bülter erst einmal allen gezeigt, die seinen Transfer von der TSG 1899 Hoffenheim zum 1. FC Köln kritisch gesehen hatten. Im Auftaktspiel gegen den 1. FSV Mainz 05 köpfte der 1,88 Meter große Offensivspieler eine Waldschmidt-Flanke mustergültig zum 1:0-Sieg in die Maschen. Eine Woche später schoss Bülter beim 4:1-Heimerfolg über den SC Freiburg nicht nur das 2:0, sondern bereitete zudem die Tore von Jakub Kaminski und Jan Thielmann vor. Und auch beim 3:3 am dritten Spieltag in Wolfsburg zeigte er eine ordentliche Leistung.
Schwierige Phase nach überragendem Start
„Bülti“ hatte also einen sehr entscheidenden Anteil daran, dass die Geißböcke ihr Punktekonto als Aufsteiger zu Saisonbeginn ordentlich füllen konnten. Nicht nur für den 1. FC Köln, sondern auch für den Neuzugang selbst ein Auftakt nach Maß. Und der ließ hoffen, dass der gebürtige Ibbenbürener dauerhaft die so dringend benötigte Verstärkung für die Kölner Offensive sein würde. Aber wie heißt es eben manchmal in Kölle: „Et bliev nix wie et wor“.
Nach einer verletzungsbedingten Pause an den Spieltagen fünf und sechs konnte sich der flexible Offensivspieler in der Hinrunde nur noch mit einer Torvorlage (beim 1:1 gegen den FC Augsburg) und einem Treffer (beim 3:4 gegen Eintracht Frankfurt) in die Scorer-Listen eintragen. Ansonsten folgte viel Leerlauf mit durchwachsenen bis schwachen Leistungen und zum Teil wenig Einsatzzeiten. So konnte auch Bülter nicht verhindern, dass der FC von den vergangenen 19 Bundesligaspielen gerade einmal zwei gewinnen konnte und bis auf Platz 15 abrutschte.
Bülter im Abstiegskampf zurück zu alter Stärke?
Trotzdem könnte er im anstehenden Abstiegsendspiel gegen Werder Bremen einer der zentralen Akteure werden. Dafür spricht zum einen, dass der 33-Jährige am vergangenen Spieltag in Frankfurt nur eine Minute nach seiner Einwechslung das 2:2 durch Alessio Castro-Montes vorbereitete. Die Formkurve des Stürmers könnte also gerade rechtzeitig zum Saison-Endspurt wieder nach oben zeigen. Zum anderen ist das Team von der Weser so etwas wie Bülters Lieblingsgegner unter den aktuellen Bundesligisten. Bereits fünfmal traf er in bisher elf Begegnungen gegen die Hanseaten (dreimal für Hoffenheim und zweimal für Union Berlin), davon sogar zweimal per Doppelpack. Gelänge es dem Angreifer, seine beeindruckende Bremen-Bilanz am Sonntag aufzupolieren, könnte das ein entscheidender Beitrag für den so dringend benötigten FC-Sieg im Kampf um den Klassenerhalt sein.
Und weil mit Saïd El Mala der Top-Torjäger des 1. FC Köln wegen einer Sprunggelenksblessur am Mittwoch und Donnerstag nicht mit der Mannschaft trainieren konnte und noch nicht feststeht, ob der Youngster rechtzeitig fit wird, dürften die Geißböcke um jede treffsichere Alternative im Angriff froh sein. Ein Bülter als Werder-Schreck, der an seine gute Form zu Saisonbeginn anknüpfen kann, wäre da Gold wert.
Schwierige Lage in der Zentrale: Felipe Chávez ist weiter nur fünfte Wahl
Simon Hense
Obwohl er einer von nur zwei Winterneuzugängen ist, hat Felipe Chávez bisher kaum gespielt beim FC. Der Mittelfeldspieler stand noch gar nicht in der Startelf. Und auch unter Wagner scheint die Situation sich nicht zu verbessern: Felipe Chávez ist weiter in einer schwierigen Lage beim 1. FC Köln.
Im Winter kam Felipe Chávez per Leihe mit Kaufoption von Bayern München zum 1. FC Köln. Seitdem stehen gerade mal vier Einsätze als Joker für den 18-Jährigen zu Buche. Und auch unter René Wagner ist das Talent anscheinend weit von viel Spielzeit oder sogar einem Startelfeinsatz entfernt.
Felipe Chávez hat bisher einen schweren Stand beim 1. FC Köln
Eigentlich hätte es Felipe Chávez Chance sein können am vergangenen Sonntag. Denn gegen Eintracht Frankfurt fehlte zum einen Eric Martel in der Mittelfeldzentrale gesperrt. Zum anderen wollte FC-Coach René Wagner Isak Johannesson nach dessen Reisestrapazen mit der isländischen Nationalmannschaft nicht von Beginn bringen. So blieben für den Platz neben dem gesetzt Tom Krauß nur noch zwei etatmäßige Optionen für den Trainer übrig: Denis Huseinbasic und eben Chávez. Für letzteren war es vielleicht die größte Möglichkeit seit seinem Wechsel in die Domstadt im Winter, das erste Mal in der Startelf zu stehen. Aber sein Trainer entschied sich gegen ihn für Huseinbasic. Am Ende spielte der 19-Jährige, der am heutigen Freitag Geburtstag feiert, sogar keine Minute.
Bisher maximal Joker
Es ist eine nachvollziehbare Entscheidung, dass Wagner im Abstiegskampf auf den erfahreneren Huseinbasic setzt und nicht auf den jungen Chávez. Gleichzeitig zeigt sich daran, wie schwer der Stand des Talents auch unter dem neuen Trainer ist. Schon unter Kwasniok kam der Winterneuzugang aus München nur zu vier Kurzeinsätzen und saß dreimal 90 Minuten auf der Bank. Wirklich Einfluss konnte der 19-Jährige in seinen wenigen Chancen nicht nehmen. Dabei könnten die Geißböcke seine Qualitäten gerade in den kommenden Spielen durchaus brauchen. Denn der peruanische Nationalspieler verfügt über eine starke Technik, eine hohe Spielintelligenz sowie einen guten Abschluss. Gerade die ersten beiden Aspekte würden den Kölnern in Spielen wie jetzt gegen Werder Bremen oder St. Pauli, in denen der FC wahrscheinlich mehr vom Spiel hat als etwa zuletzt gegen Frankfurt, gut zu Gesicht stehen. Oder sie hätten ihnen auch schon gegen Borussia Mönchengladbach und den Hamburger SV in der Theorie helfen können.
Dass er diese Qualitäten noch nicht einbringen konnte, liegt bestimmt auch an der geringen Menge an Minuten. Allerdings könnte ebenfalls ein Faktor sein, dass der erst frisch 19 Jahre alte Youngster den Sprung in die Bundesliga noch nicht geschafft hat, anscheinend für das Niveau noch nicht bereit ist. Das würde auch weiter erklären, warum sowohl Kwasniok als auch Wagner in der Regel anderen Spielern den Vorzug gaben. So ist der Mittelfeldspieler unter Wagner nach den Eindrücken des Frankfurt-Spiels wohl nur fünfte Wahl in der Mittelfeldzentrale. Und dürfte es damit weiter sehr schwer haben, auf mehr Einsatzzeit zu kommen.
FC mit Kaufoption
Dabei ist es bei einem gerade erst 19-Jährigen natürlich normal, dass der Schritt in die Bundesliga schwer fällt. Allerdings bleibt dann die Frage, wie sinnhaft die Leihe des Mittelfeldspielers ist, wenn dieser nicht viele Einsatzzeiten bekommt. Ein Punkt kann dabei natürlich sein, dass die Kölner um Geschäftsführer Thomas Kessler dachten, dass der Mittelfeldspieler schon weiter ist und eine größere Rolle spielen könnte. Ein weiterer Aspekt dürfte sein, dass die Geißböcke sich eine Kaufoption gesichert haben. Sie könnten das Talent also über den Sommer hinaus in der Domstadt halten, damit dieser seine zweifellos vorhandenen Anlagen weiter entwickeln kann. Allerdings hat der FC Bayern gleich zwei Rückkaufoptionen vereinbart. Eine für 2027 und eine für 2028. Wenn sich Chávez also nach der möglichen festen FC-Verpflichtung wie erhofft entwickelt, haben die Münchner weiter die Möglichkeit, ihn zurückzuholen.
Ob für eine mögliche solche Entwicklung aber Köln der optimale Ort ist, müssen alle Parteien im Sommer entscheiden. Vielleicht schafft es Chávez bis dahin doch noch, schon in dieser Spielzeit mit seinen Qualitäten auf dem Platz Einfluss zu nehmen und den Kölnern im Kampf gegen den Abstieg zu helfen. Auch wenn er dafür wohl erstmal weiterhin nicht allzu viele Chancen bekommen dürfte als fünfte Wahl hinter Krauß, Martel, Johannesson und Huseinbasic.
Weiter Interesse an Said El Mala – allerdings nicht nur von den Clubs
Simon Bartsch
Die Gerüchte um einen möglichen Wechsel des Kölner Talents reißen nicht ab. Und auch die Berater sollen Schlage stehen beim Topscorer des 1. FC Köln: Wird Said El Mala bald ausgerechnet von Rogon vertreten?
Obwohl FC-Geschäftsführer Thomas Kessler ein konkret vorliegendes Angebot für Said El Mala kürzlich noch dementierte, gehen die Spekulationen im Transferwirbel um den 19-Jährigen weiter. Nun sollen sich mehrere Berater um den Youngster bemühen – unter anderem wohl auch die dem FC bestens bekannte Agentur Rogon.
Für Said El Mala kam auch die Einheit am Donnerstag noch zu früh. Der Offensivspieler trainierte einmal mehr individuell. Ob es für das Heimspiel gegen Werder Bremen am kommenden Sonntag (15:30 Uhr, DAZN, Liveticker bei come-on-fc.com) reicht, wird sich in den kommenden beiden Tagen zeigen. Möglicherweise könnte es bereits eine Tendenz am Freitag auf der Pressekonferenz geben, wenn René Wagner vor seiner Heimspiel-Premiere spricht. Der neue Kölner Coach wird wohl nur ungerne auf El Mala verzichten. Immerhin ist der 19-Jährige mit zehn Treffern und vier Assists der absolute Topscorer der Geißböcke. Und obwohl El Mala aktuell auf dem Trainingsplatz dann eher wenig stattfindet, ist der Shootingstar weiterhin nahezu täglich Gesprächsthema rund um das Geißbockheim.
„Kein Angebot eines anderen Clubs“
Kein Wunder, nach wie vor steht der Wechsel des 19-Jährigen im Raum. Ein möglicher Schritt, der die Kölner Fans thematisch spaltet. Hier, die Anhänger, die sich einen langfristigen Verbleib wünschen, an die bessere Entwicklung in Köln glauben, da die Fans, die wiederum denken, dass ein Abgang im Sommer dem Verein ein extremes wirtschaftliches Plus einspielen würde. Geld, das die FC-Bosse für diverse andere Käufe oder Kaufoptionen nutzen könnten. Doch so sicher wie vor einigen Wochen noch kolportiert, scheint der Abgang dann wiederum nicht zu sein. So wurde unter anderem berichtet, dass der Spieler dem englischen Erstligisten Brighton & Hove Albion sein „Go“ gegeben habe. Ob dem so ist, werden nur wenige wissen. Konkrete Gespräche mit dem FC habe es aber offensichtlich noch nicht gegeben.
„Stand jetzt liegt uns kein Angebot eines anderen Clubs vor, mit dem wir uns ernsthaft beschäftigen müssten. Auch von Spielerseite gab es bislang keinen Wunsch, Gespräche mit anderen Vereinen aufzunehmen“, sagte Thomas Kessler erst jüngst dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Das Interesse ist dennoch groß. Wie berichtet, sind gleich mehrere Clubs an dem Offensivspieler dran. Neben Brighton sollen auch Chelsea und Newcastle ernsthaft interessiert sein. Über das nötige Kleingeld verfügen die englischen Vereine sicherlich. Dem Vernehmen nach schwebt dem FC eine Ablösesummer zwischen 45 und 50 Millionen Euro vor. Auch, wenn Kessler dem Stadt-Anzeiger gegenüber erklärte, es gebe keine Schmerzgrenze. Unterdessen soll es eine Art Wettbieten auch von Berater-Seite geben.
Und ausgerechnet die Agentur von Roger Wittmann hat wohl besonders gute Karten. Ausgerechnet, weil man beim FC die Agentur „Rogon“ als rotes Tuch betrachte. Die Agentur hatte gleich mehrere Spieler beraten, die Köln dann schließlich ablösefrei verließen. Laut „Kölner Stadt-Anzeiger“ habe es nicht nur bereits Kontakt gegeben, Rogon befinde sich aktuell in der „Pole-Position“. Kessler hatte zuletzt betont, dass der FC das Heft des Handelns in der Hand halte. Tatsächlich hat El Mala Vertrag bis 2030 – und darin keine Ablösesumme verankert. Dennoch scheint es mehr als nur unwahrscheinlich, dass der 19-Jährige diesen auch komplett erfüllen wird.
Der 1. FC Köln zeigt in Frankfurt einmal mehr seine Comeback-Qualitäten. Doch warum braucht der FC oft erst den Rückstand, um gefährlich zu werden, und gelingt gegen Werder Bremen endlich auch ein Spiel ohne Drama? 1. FC Köln: Die Comeback-Könige vom Rhein
Der 1. FC Köln untermauerte in Frankfurt einmal mehr seine Comeback-Qualitäten und mentale Widerstandskraft. Doch weshalb entfaltet der FC seine größte Gefahr so oft erst nach Rückständen? Und wird es gegen Werder Bremen diesmal gelingen, ohne Zittern bis zum Schluss zu spielen?
Jakub Kaminski erzielte gegen Frankfurt den wichtigen Anschlusstreffer (Foto: Neil Baynes/Getty Images)
Für einen kurzen Moment schien es, als sei die Niederlage für die Kölner am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt ausgemachte Sache. In der 66. Minute brach Frankfurts Stürmer Jonny Burkhardt den Torbann und nur drei Minuten später erhöhte Arnauld Kalimuendo mit einem wuchtigen Schuss auf 2:0. Doch der Mannschaft von René Wagner gelang es, nach dem Doppelschlag zurückzukommen. Mit Treffern von Jakub Kaminski und Alessio Castro-Montes entführten die Kölner schließlich einen Punkt aus dem Deutsche-Bank-Park. Dieses Comeback könnte aber auch abseits der Tabelle für seine Spieler von enormer Bedeutung werden, ist sich Wagner sicher: „Wir haben in der ersten Halbzeit auch umstellen müssen, weil wir gemerkt haben, dass wir Probleme gegen den Ball hatten. Das haben wir dann getan, da haben die Jungs super mitgezogen. Und ja, dann kommen wir nach dem 2:0 so zurück. Wir haben uns bewiesen, dass wir in solchen Spielen auch noch zurückkommen können. Das sollte uns viel Kraft für die nächsten Spiele geben. Und daran werden wir festhalten.“
Köln kann Comeback
Die Comeback-Qualitäten der Geißböcke haben sie in dieser Saison bereits mehrfach unter Beweis gestellt. Tatsächlich ist die Wagner-Elf in dieser Kategorie sogar im Bundesliga-Vergleich fast absolute Spitze. In dieser Bundesliga-Saison holte der FC bereits zum neunten Mal nach einem Rückstand noch Punkte. Das gelang nur den Bayern häufiger (zehnmal). In Frankfurt waren die Kölner erstmals in dieser Saison einem Rückstand von zwei Toren gewachsen.
Mit 0,183 Toren pro Schuss ab der 76. Minute liegt die Abschlussausbeute in diesem Zeitfenster deutlich über der der übrigen Spielphasen. Zum Vergleich: In den ersten 15 Minuten beträgt die Quote noch solide 0,167, fällt dann aber insbesondere zwischen der 61. und 75. Minute drastisch auf lediglich 0,051 Tore pro Abschluss ab. Gerade diese Phase wirkt wie ein klarer Bruch im Offensivspiel. Zwar kommt Köln hier auf immerhin 59 Abschlüsse, doch nur drei davon finden den Weg ins Tor. Das ist die schwächste Verwertung aller Spielabschnitte und deutet auf mangelnde Präzision oder Entscheidungsqualität im letzten Drittel hin.
Warum der FC erst spät gefährlich wird
Ein Blick auf die Chancenqualität mittels xG-Werten zeichnet ein differenzierteres Bild. In der Schlussphase generiert Köln mit 12,27 Expected Goals den höchsten Wert. Das spricht für eine starke Effizienz vor dem Tor oder eine zunehmende Spielkontrolle in den letzten Minuten, die mutmaßlich durch das Ausnutzen der Wechselfenster entsteht und die gegnerischen Abwehrketten zunehmend ermüdet und mürbe macht. Dadurch können schnelle Kölner Umschaltmomente mehr Durchschlagskraft entfalten. Dazu verfügen die Geißböcke über die passenden, offensive Spielerprofile auf der Bank, welche es dem ehemaligen Coach Lukas Kwasniok und nun auch Wagner überhaupt erst ermöglichen, dieses taktische Mittel zu nutzen. So brachte Wagner gegen Frankfurt beispielsweise erst Linton Maina in der 75. Minute und kurz darauf noch Castro-Montes, Marius Bülter sowie Luca Waldschmidt. Mit frischen Kräften wurde dann Frankfurts Verteidigung um Arthur Theate, Aurélien Amenda und Robin Koch – die es bis dahin bereits mit dem unermüdlichen Jakub Kaminski, Said El Mala und Ragnar Ache zu tun hatte – geknackt.
Steigt am Sonntag das nächste Spektakel?
Diese besondere kölsche Qualität könnte für das anstehende Heimspiel gegen den SV Werder Bremen wieder gefragt sein. Denn die Rheinländer gewannen keines der letzten vier Heimspiele, holten daraus nur zwei der zwölf möglichen Punkte. In jeder dieser vier Partien kassierte der FC mindestens zwei Gegentore. In dieser Bundesliga-Saison spielten die Kölner nur einmal zu null, am 20. Spieltag beim 1:0 gegen Wolfsburg. Dazu kommt, dass nach zehn erfolglosen Gastspielen in der Bundesliga zuletzt der Bremer Knoten platzte. Es gab zwei Auswärtssiege in Folge – dem 4:1 bei Union folgte ein 1:0 in Wolfsburg. Werder-Coach Daniel Thioune hatte seine ersten drei Bundesliga-Spiele mit Werder verloren, in den folgenden fünf Spielen gelangen drei Siege, jeweils gegen Teams aus der unteren Tabellenhälfte.
Vieles spricht also dafür, dass die Geißböcke am Sonntag erneut ihre herausragenden Comeback-Qualitäten unter Beweis stellen müssen. Es spräche aber natürlich auch nichts gegen einen unaufgeregten 2:0-Heimsieg. Den könnten die Domstädter nach mittlerweile neun sieglosen Spielen sicher gut gebrauchen.
„Dann sind wir schwer zu schlagen“: Das fordert U21-Coach Sbonias vor dem Bonn-Spiel
Daniel Mertens
Die U21 des 1. FC Köln strebt nach doppelter Wiedergutmachung: Das Team von Trainer Evangelos Sbonias will am Sonntag (14 Uhr) nach zuletzt vier Niederlagen am Stück endlich wieder gewinnen – und das just beim Bonner SC. Das Hinspiel gegen den Aufsteiger endete nämlich ebenfalls mit einer Niederlage.
Zuletzt blieb die U21 der Kölner viermal hintereinander ohne Punkte und rutschte daher auch in der Tabelle ab. Gegen den Bonner SC soll diese Niederlagenserie am Wochenende gebrochen werden.
Es war ein bitterer Nachmittag damals Mitte Oktober, als die U21 des 1. FC Köln den Bonner SC zu Gast hatte im Franz-Kremer-Stadion. Die FC-Talente ließen ihre Chancen zum Führungstreffer ungenutzt – und kassierten in der Schlussminute den entscheidenden Gegentreffer zur 0:1-Niederlage. Solche Last-Minute-Knockouts sollten der U21 insbesondere nach der Winterpause noch häufiger passieren. Zuletzt kassierte das Team sogar vier Niederlagen in Serie. Die FC-Talente haben damit ihre gute Ausgangslage in der Tabelle verspielt, im Saison-Endspurt droht sogar der Sturz bis auf Platz zwölf. Das wäre eine Bilanz, mit der die Verantwortlichen – allem vorgetragenen Fokus auf die Talente-Entwicklung zum Trotz – sicher im Mai nicht zufrieden wären.
Balance zwischen Defensive und Offensive als Baustelle
Schon am Sonntag könnte sich der Bonner SC mit einem Heimsieg in der Tabelle an der U21 vorbeischieben. Trainer Evangelos Sbonias schob diese Rechenspiele im Gespräch mit unserer Redaktion jedoch beiseite: „Ich beschäftige mich nicht damit, dass Paderborn und Bocholt kommen und wir auf Platz zwölf abrutschen können. Das ist nicht mein Thema. Mein Thema ist, dass wir am Wochenende das Spiel verloren haben und dafür gibt es ganz klare Gründe, die vermeidbar gewesen wären. Das müssen wir besser machen und darum geht es. Dann werden wir auch wieder Spiele gewinnen.“
Sbonias sieht als seine Baustellen, „eine Balance zu kriegen von Offensive und Defensive, Intensität gegen den Ball und eine gute Box-Verteidigung zu haben und seine Chancen zu nutzen“. Des Trainers Schlussfolgerung lautete: „Kommen diese Themen halbwegs zusammen, dann sind wir ganz schwer zu schlagen. Das war in der Saison auch schon ein, zwei Mal der Fall in Phasen, in denen wir gepunktet und Siegesserien hingelegt haben.“ Zuletzt habe es jedoch die vom Coach angesprochene Balance nicht gegeben: „Dann verliert man Spiele.“ So blickte Sbonias zurück auf das Düsseldorf-Spiel: „Wir sind bei zwei Standard-Gegentoren zu gierig, um ein Tor zu machen, vernachlässigen ein wenig die Defensive und fressen einen Konter. Das darf uns gegen Bonn nicht passieren.“ Die Kölner müssen im Sportpark Nord auf Etienne Borie verzichten. Der Offensivspieler habe laut Sbonias zu Wochenbeginn eine Muskelverletzung im Training erlitten: „Er wird damit ausfallen.“
Trio aus der U19 mit Chancen auf Regionalliga-Spielzeit
Dafür könnte Sargis Adamyan nach seiner Zwangspause wieder ein Kandidat für die Startelf sein: „Er trainiert voll mit und ist natürlich dann auch ein Faktor für das Wochenende.“ Gerade bei Standards könnte der Armenier helfen, der gegen Düsseldorf als Joker zu einem Kurzeinsatz kam, dabei jedoch noch unauffällig blieb. Aus der U19 trainierten in dieser Woche David Fürst, Luis Stapelmann und Jonathan Friemel mit der U21. Letzterer verlängerte in dieser Woche seinen Vertrag beim FC. Das Trio besitzt auch gute Chancen auf Regionalliga-Spielzeit am Sonntag, wie Sbonias verriet: „Bei den Jungs, die jetzt bei uns trainieren, kann es gut sein, dass sie alle am Sonntag im Kader sind.“ Das sicher auch vor dem Hintergrund, dass die U19 am Sonntag das weite Auswärtsspiel in der Nachwuchsliga beim SSV Ulm absolvieren muss.
Jahmai Simpson-Pusey: „Der Wechsel nach Köln war wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen in meinem Leben“
Simon Hense
Am vergangenen Sonntag fehlte Jahmai Simpson-Pusey dem FC noch aus einem guten Grund: Der 20-Jährige wurde Vater. Für das wichtige Spiel gegen Werder Bremen ist der Innenverteidiger aber wieder eine Option. Und die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass er spielen wird, denn der Engländer ist direkt eingeschlagen beim 1. FC Köln: So sieht Simpson-Pusey seine ersten Monate in Köln.
Gegen Eintracht Frankfurt hatte die Kölner Defensive einige wackelige Momente. Mehr Stabilität könnte die Rückkehr von Jahmai Simpson-Pusey bringen, der FC-Coach René Wagner gegen Werder Bremen wieder zur Verfügung steht.
Nachdem seine Teamkollegen am vergangenen Wochenende beim Debüt von Trainer René Wagner nach 2:0-Rückstand immerhin noch einen Punkt holten, gab es für Jahmai Simpson-Pusey, der nicht im Kader gestanden hatte, einen Tag später etwas ganz anderes zu feiern: Der Engländer und seine Partnerin sind Eltern eines Sohnes geworden. Darum war es für den 20-Jährigen auch klar, dass er gegen die Eintracht fehlen würde, wie er am Rande des Trainings am Donnerstag erklärte: „Die Familie ist wichtiger als der Fußball.“ Für das Spiel gegen Werder Bremen am kommenden Sonntag ist der Innenverteidiger aber wieder eine Option für die Geißböcke.
„Wir müssen gewinnen und brauchen eine gute Leistung“
Und die können den Innenverteidiger, der im Winter per Leihe von Manchester City kam, die ihn zuvor an Celtic Glasgow verliehen hatten, definitiv gebrauchen. Denn seit seiner Ankunft war Simpson-Pusey, wenn er verfügbar war, einer der wichtigsten Spieler in der sonst eher anfälligen Kölner Defensive. Das habe er selber nicht vor seinem Wechsel erwartet, so der Defensivspezialist. Vor allem, weil er es vorher nicht gewohnt war, in einer so großen Liga anzutreten. „Direkt zu spielen, war ein kleiner Schock. Aber ich habe das Gefühl, dass ich gut damit umgegangen bin“, erklärte der Verteidiger zu seinem Kaltstart in Köln. Bei seiner vorherigen Station in Glasgow hatte Simpson-Pusey in der Hinrunde vor seinem Wechsel nämlich gerade mal ein Spiel für die erste Mannschaft bestritten.
Bei seinem möglicherweise nächstem Einsatz am Wochenende gegen Werder Bremen steht dann für den Verein direkt eine ganze Menge auf dem Spiel. Die Geißböcke sind momentan 15. mit nur einem Punkt Rückstand auf den 14. Werder. Mit einem Sieg könnte der FC also an den Bremern vorbeiziehen. Gleichzeitig haben die Kölner jedoch nur zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, auf dem momentan St. Pauli steht, und könnten somit am Ende des Spieltags auf den Platz 16 abrutschen. Simpson-Pusey ist die Bedeutung, die der Partie gegen Werder damit zukommt, bewusst: „Es ist sehr wichtig. Wir müssen gewinnen und brauchen eine gute Leistung.“
Unklare Zukunft im Sommer
In Köln fühlt sich der 20-Jährige bereits nach ein paar Monaten sehr wohl. „Der Wechsel nach Köln war wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen in meinem Leben. Ich bin sehr glücklich mit dem Team, den Menschen um mich herum. Ich dankbar für die Möglichkeit, die ich bekommen hab“, so der Abwehrspieler. Dabei hatte Simpson-Pusey schon vor seiner Ankunft gesehen, was für ein großer Verein der FC ist. Dabei gefällt im Gegensatz zu England, dass die Fans auch einzelne Trainingseinheiten sehen können und es weniger abgeschottet ist: „Ich mag, wie es hier gemacht wird. Die Fans spielen eine große Rolle für den Club, da ist es nur richtig, dass sie uns an manchen Tagen trainieren sehen können.“
Ob die Fans den Innenverteidiger aber auch über den Sommer hinaus in Köln spielen und trainieren sehen können, steht noch nicht fest. „Das ist eine Frage, die ich nicht beantworten kann“, meinte der Engländer. Zumindest habe es noch keine Gespräche gegeben. Der FC besitzt für den Abwehrspieler eine Kaufoption. Allerdings hat Simpson-Puseys Stammverein Manchester City wiederum eine Rückkaufoption. Bevor in der Hinsicht aber konkrete Entscheidungen getroffen werden, wird sich der 20-Jährige nun erstmal voll auf den Abstiegskampf mit dem FC und auf das Spiel gegen Werder Bremen am Sonntag fokussieren. Und dabei vielleicht noch mehr Argumente für eine Verpflichtung sammeln.
Nächster FC-Nationalspieler? Verband mit Interesse an Köln-Profi
Luca Kaiser
Vier FC-Spieler waren in der vergangenen Länderspielpause für ihre (U-)Nationalmannschaft unterwegs. In der Zukunft könnte noch ein fünfter Spieler dazukommen beim 1. FC Köln: Spielt Linton Maina bald für Kenia?
Der 1. FC Köln könnte bald einen neuen Nationalspieler in den eigenen Reihen haben. Linton Maina soll das Interesse des kenianischen Fußballverbandes auf sich gezogen haben. Der Verband will den Kölner in den kommenden Wochen von sich überzeugen.
Linton Maina könnte vielleicht bald für Kenia spielen
Bei den Geißböcken spielte er zuletzt nicht die größte Rolle, dafür aber bald vielleicht in einer Nationalmannschaft: Linton Maina könnte zukünftig für Kenia auflaufen. Wie der Kicker berichtet, soll Kenias Trainer Benni McCarthy großes Interesse am Offensivspieler haben und in den kommenden Wochen nach Deutschland reisen wollen, um den 26-Jährigen vom kenianischen Verband zu überzeugen. Maina, der Sohn eines Kenianers ist, lief in seiner bisherigen Karriere ab der U16 für die Jugendmannschaften des DFB auf, erhielt nach der U20 jedoch keine weiteren Einladungen für Deutschland.
In Köln nicht gesetzt
Mit einer Entscheidung für Kenia würde sich für den Flügelspieler jedoch keine WM-Chance ergeben, da die Nation zuletzt mehrfach an der Qualifikation sowohl für die Weltmeisterschaft als auch für den Afrika-Cup gescheitert waren. Trotzdem könnte es für den Kölner eine interessante Option sein, weil Kenia neben Uganda und Tansania eines der Gastgeberländer für den im kommenden Jahr anstehenden Afrika-Cup ist. Damit ist die Nation für das Turnier als Teilnehmer gesetzt und möchte die Mannschaft dafür anscheinend mit einigen Spielern aus Europa besser aufstellen. Denn neben dem schnellen Dribbler in Diensten der Geißböcke habe Kenia auch Sadiki Chemwor aus der Jugend des FC Bayern München und Andre Gitau von der zweiten Mannschaft von Mainz 05 im Visier.
In Köln hat Maina in der laufenden Saison seinen Stammplatz jedoch verloren. Der ehemalige deutsche U-Nationalspieler kommt wettbewerbsübergreifend auf lediglich acht Startelfeinsätze sowie zwölf Partien als Einwechselspieler. Gerade im Januar hatte sich der 26-Jährige aber in guter Form gezeigt und innerhalb von vier Ligaspielen zwei Tore und eine Vorlage erzielt, seine einzigen Torbeteiligungen in dieser Spielzeit. Dann bremste den Flügelspieler allerdings ein Rippenbruch aus. Seitdem pendelte der Angreifer in den vergangen vier Spielen wieder zwischen Bank und Startelf. Trotzdem dürften alle Kölner hoffen, dass der ehemalige Hannoveraner in den letzten Wochen der Saison noch einmal wie zu Beginn des Jahres Fahrt aufnimmt und dazu beiträgt, den FC in der Klasse zu halten. Vielleicht hilft eine potenzielle Nominierung für Kenia dem Angreifer und gibt ihm für den Endspurt nochmal einen entscheidenden Push.