Die Freude beim FC und seinen Anhängern war groß. Sieben Jahre nach dem letzten DFB-Einsatz von Jonas Hector haben die Kölner endlich wieder einen Nationalspieler. Beim 2:0-Sieg gegen die Serben feierte Said El Mala seine Premiere. Zudem darf sich der FC auch über das Debüt von Torwart Jonas Urbig freuen, da offenbar nun weitere Bonuszahlungen von den Bayern nach Köln fließen. Allerdings wird die Freude getrübt.
Die Fans des 1. FC Köln warteten am Donnerstagabend sehnlichst auf sein Debüt – nach der Halbzeit war es dann endlich so weit. Said El Mala kam mit der Nummer sieben auf dem Rücken ins Spiel für Kapitän Serge Gnabry und reihte sich auf der linken Seite ein.
Auch wenn dem 20-Jährigen die Nervosität ein wenig anzumerken war und noch nicht alles klappen wollte, überwog vor allem die Freude über das Debüt und den starken 2:0-Erfolg der deutschen Mannschaft gegen die Serben. Doch der FC hatte nicht nur Grund zur Freude wegen des El-Mala-Debüts. Auch Bayern-Keeper Jonas Urbig, der etliche Jugendabteilungen beim 1. FC Köln durchlief und in der Saison 2024/25 seine Premiere bei den FC-Profis feierte, stand erstmals für die deutsche A-Nationalmannschaft auf dem Platz.
Urbig sollte ursprünglich die neue Nummer eins bei den Geißböcken zwischen den Pfosten werden. Nach einigen Startschwierigkeiten in der Saison 2024/25 bekam Marvin Schwäbe jedoch wieder den Vorzug, woraufhin sich Urbig im Winter Richtung Säbener Straße verabschiedete. Für eine feste Ablösesumme von sieben Millionen Euro sicherte sich der FC Bayern die Dienste des Keepers. Hinzu kommen mögliche Bonuszahlungen, die primär an Einsätze geknüpft sind. Laut dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ hat der FC schon weitere zwei Millionen Euro kassiert, weil Urbig bereits über 30 Pflichtspiele (34 Einsätze, Stand: 2. Oktober 2026) für den deutschen Rekordmeister absolviert hat. Besonders lukrativ soll laut dem Bericht die Zusatzzahlung für ein Debüt bei der deutschen Nationalmannschaft sein, welche nun an die Kölner fließt. Laut dem Blatt kassiert der FC offenbar rund eine Million Euro für den Urbig-Einsatz gegen Serbien. Die Bonuszahlungen für Urbig laufen auch in Zukunft weiter und könnten inklusive der fixen Ablösesumme auf 15 Millionen Euro anwachsen.
Die Freude über das Geld ist wohl aber nur von kurzer Dauer, denn bei der Vertragsverlängerung von El Mala im vergangenen Sommer hat der Youngster laut einem Bericht der „Sportbild“ wohl mit dem FC einige Leistungsprämien vereinbart. Durch seinen ersten Einsatz im DFB-Dress muss der FC jetzt offenbar rund 100.000 Euro an El Mala abtreten. Weitere Bonuszahlungen fließen bei seinem fünften, zehnten und 15. Einsatz für Deutschland. Von der Urbig-Prämie wird am Ende also wahrscheinlich nicht mehr so viel übrig sein. Dennoch überwiegt am Geißbockheim aber wohl eher der Stolz, endlich wieder einen deutschen Nationalspieler in den eigenen Reihen zu haben.
Seit 2019 musste der 1. FC Köln auf seinen nächsten deutschen Nationalspieler warten. Am Donnerstagabend in München bereitete Said El Mala beim 2:0-Sieg von Deutschland gegen Serbien diesem Warten ein Ende. Nachdem der Kölner zunächst auf der Bank Platz nehmen musste, wurde er zur zweiten Halbzeit eingewechselt und lief damit erstmals für das DFB-Team auf. Dieser Einsatz soll nicht nur der Anfang einer langen Nationalmannschaftskarriere sein, sondern sich sowohl für El Mala selbst als auch für den FC lohnen.
Nachdem viele Fans es schon lange gefordert hatten, gab Said El Mala nun in der Nations League gegen Serbien sein Debüt für Deutschland. Bundestrainer Jürgen Klopp brachte den Flügelspieler in der Halbzeit, womit er zum 44. Nationalspieler in der Geschichte des 1. FC Köln und zum 999. der Verbandsgeschichte wurde. Bei seinem Debüt versuchte El Mala über die linke Seite immer wieder die serbische Abwehr vor Probleme zu stellen, auch wenn ihm am Ende das letzte Glück fehlte.
Said El Mala im Trikot der deutschen Nationalmannschaft
Come-on-fc.com berichtet aus der Allianz Arena in München
Jürgen Klopp befindet sich aktuell mitten in seiner ersten Länderspielphase als Bundestrainer. Nachdem es für den ersten Kader gegen die Niederlande in Amsterdam nur für ein Unentschieden reichte und das Team sein Heimspiel gegen Griechenland sogar verlor, war am Donnerstag in München gegen Serbien erstmals der zweite Kader im Einsatz – mit Erfolg. Während das erste Aufgebot deutlich näher am Kader der schwachen Weltmeisterschaft im Sommer war, stehen in der zweiten Gruppen viele junge und weniger erfahrene Spieler, die teilweise zum ersten Mal auf dieser Bühne auftreten. El Mala ist einer dieser Spieler. Letztendlich schlägt Deutschland die Gäste aus Serbien mit 2:0 und beschert Klopp damit seinen ersten Sieg.
Seit der Kaderbekanntgabe fieberten nicht nur FC-Fans auf das Debüt von El Mala hin. Für einen Einsatz in der Anfangsformation reichte es zunächst allerdings noch nicht. Stattdessen erhielt der Freiburger Derry Scherhant den Vorzug. Während der Halbzeitpause deutete sich dann allerdings das lang Erwartete an. Vor allen anderen Ersatzspielern kam der Kölner zurück auf den Rasen, um sich aufzuwärmen. Wenige Minuten später stand er umgezogen und einsatzbereit am Seitenrand. Für ihn blieb Kapitän Serge Gnabry in der Kabine, der bereits in den ersten beiden Partien zum Einsatz kam. Als kurz nach Wiederanpfiff der Wechsel durch die Stadionmikrofone verkündet wurde, schallte der Name des Youngsters durch die Arena wie bei kaum einem anderen.
In den ersten Minuten nach seiner Einwechslung musste der Angreifer zunächst ins Spiel finden. Die beste Aktion von El Mala erfolgte anschließend in der 57. Minute, als er auf links den Ball bekam, sich diesen mit einem typischen El-Mala-Dribbling zurechtlegte und der Schuss anschließend leicht abgefälscht das lange Eck nur knapp verfehlte. Grundsätzlich war jedoch zu erkennen, dass die wenigsten Spieler bereits gemeinsam auf dem Platz standen. Laufwege wurden teilweise nicht gesehen und immer wieder schlichen sich kleine Fehler in der Abstimmung ein. Die junge deutsche Mannschaft war vor allem auf Sicherheit bedacht, was für den Kölner nicht zwingend von Vorteil war. Ähnlich wie beim FC probierte er jedoch immer, wenn sich die Gelegenheit bot, durch ein Dribbling die gegnerische Abwehrkette anzugreifen. Obwohl El Mala anschließend etwas unauffälliger wurde, braucht es nicht viel Phantasie für die Vorstellung, dass er irgendwann eine zentrale Rolle in dieser Mannschaft spielen kann.
Nationalmannschaftsdebüt als Geldsegen
Das Debüt in der Nationalmannschaft bringt Spielern mittlerweile oft mehr ein als nur Anerkennung. Laut Medienberichten winken El Mala nun Bonuszahlungen von einigen Sponsoren. Aber auch dem FC könnte der Einsatz des Flügelspielers mittelfristig mehr Geld in die Kasse spülen. Ein Teil des deutschen Kaders zu sein, kann den Marktwert eines Spielers schnell ansteigen lassen. Womöglich geht es im kommenden Sommer also nicht mehr um eine Ablöse von 50 Millionen Euro, sondern um eine deutlich höhere Summe. Sollte sich El Mala im Saisonverlauf im Team von Klopp etablieren, ist eine weitere rasante Marktwertsteigerung nicht unrealistisch.
Eine kleine Finanzspritze könnte der FC zusätzlich durch den Einsatz von Ex-Torwart Jonas Urbig erhalten, der ebenfalls in München debütierte. Durch sein erstes Spiel soll eine Klausel aktiviert werden, welche die ursprüngliche Ablöse noch einmal um über eine Millionen Euro erhöhen soll. Das Länderspiel gegen Serbien könnte sich aus Kölner Sicht also gleich mehrfach gelohnt haben.
Im großen Exklusiv-Interview mit come-on-fc.com spricht René Wagner über seinen Umgang mit Kritik, schwierige Entscheidungen und seinen Führungsstil. Dabei erklärt der Coach, was ihn „brutal“ geärgert hat und wann er auch mal laut werden muss beim 1. FC Köln: René Wagner gibt im Interview emotionale Einblicke.
Die ersten Wochen im Amt als Cheftrainer des 1. FC Köln waren für René Wagner sicherlich intensiv. So muss sich der Coach Kritik stellen und einen neu zusammengestellten Kader entwickeln. Dabei gilt es sowohl unbequeme Entscheidungen zu treffen als auch die eigenen Idee des Fußballs zu implementieren. Im großen Interview mit come-on-fc.com spricht der Trainer über seinen Umgang mit dem Druck, sein Verhältnis zu den Spielern und darüber, wieviel Harmonie einer Mannschaft eigentlich guttut.
René Wagner im Interview mit come-on-fc.com (Foto: come-on-fc.com)
Das Interview führten Matthias Wilhelm und Simon Bartsch für come-on-fc.com
Teil 2 des Interviews mit René Wagner erscheint am Samstagmorgen bei come-on-fc.com.
Herr Wagner, vor knapp zwei Monaten fühlte ich mich von Ihnen ziemlich ertappt. Im Trainingslager in Kitzbühel hatten Sie den Trainingsplatz gewechselt. Weil ich unbedingt Gideon Mensah aus der Nähe fotografieren wollte, bin ich hinter den Zaun geklettert und habe von dort fotografiert – also nicht aus dem offiziell vorgesehenen Bereich. Dann kamen Sie mit der Mannschaft auf den Platz und winkten ziemlich wild in meine Richtung. Wie gesagt, ich fühlte mich ertappt, bis eine Frau neben mir sagte: „Zu Hause ist er ganz anders.“ Sie haben Ihrer Mutter gewunken.
Wie wichtig ist es Ihnen gerade in diesem Beruf zu wissen, dass es Menschen gibt, die Sie unterstützen und denen es egal ist, ob Sie gewinnen oder verlieren?
René Wagner:Es wäre sehr schön, wenn es ihnen egal sein könnte. Sie fiebern bei den Spielen natürlich auch mit. Ich habe das Gefühl, dass es die Eltern oder nahe Familienangehörige teilweise noch viel härter mitnimmt, wenn man Spiele verliert. Umso schöner ist es, wenn man gewinnt. Den besten Job macht für mich tatsächlich meine Frau. Sie liest interessehalber den ein oder anderen Artikel. Sie ist aktuell der sicherste Anker, den ich habe.
Gibt es auch mal Kritik aus der eigenen Familie? Und können Sie diese dann reflektieren oder annehmen?
René Wagner:Kritik ist immer wichtig. Meine Frau würde sich aber niemals anmaßen, zu kritisieren, wie wir Fußball spielen oder wie wir arbeiten, weil sie sich mit der Materie nicht auskennt. Ich persönlich urteile deswegen auch nie über einen anderen Trainer, weil mir dazu der Kontext fehlt. Aber ich verstehe Menschen, die das tun, weil es ihr Job ist oder weil sie eine emotionale Verbindung zum Verein haben. Ich bin Trainer in der Bundesliga, dieser Job bringt Kritik mit sich. Ich kann das einordnen. Trotzdem darf ich mich davon nicht leiten lassen.
Sie standen schon in Hamburg und in Berlin unter Vertrag – Sie können die verschiedenen Standorte beurteilen. In Köln haben Sie die Stimmungen um Lukas Kwasniok oder Steffen Baumgart mitbekommen. Haben Sie das Gefühl, dass Medien und Fans in Köln mitunter besonders unfair sind?
René Wagner:Generell habe ich persönlich ein sehr starkes Fairnessbedürfnis. Aber ich würde nach einem Spiel nie sagen, Kritik ist unfair. Alle Menschen im Stadion äußern ihre Meinung aufgrund ihrer persönlichen Wahrnehmung, Spiele sind emotional und jeder hat eine andere Informationslage. Nach dem HSV-Spiel ist jeder Spieler, jeder im Staff, jeder Trainer, jeder Fan, jeder Verantwortliche aus dem Stadion gegangen und hat gesagt: „Scheiße, hier war mehr möglich.“ Man muss sich immer bewusst machen: Im Fußball laufen manchmal Sachen gegen uns, die nicht geplant sind und manchmal Sachen für uns, die auch nicht geplant sind. Wenn Mikey Moore das Tor macht, steht es kurz nach der Halbzeit 1:1. Wenn wir uns bei der Standardsituation anders verhalten, kommt vielleicht keiner drei Meter vor dem Tor frei zum Abschluss. Unsere Bewertungsgrundlage ist trotzdem immer unser Plan: Was hatten wir vor, was ist am Ende passiert und woran lag es, dass es nicht funktioniert hat. Daraus resultiert auch Frustration, deshalb kann ich enttäuschte Fans verstehen.
“Einem Spieler mitzuteilen, dass man ihm etwas nicht zutraut, ist wahrscheinlich das Unangenehmste, was es gibt“
Sie haben beim Amtsantritt und auch danach immer wieder die Kommunikation im Team hervorgehoben, das Vertrauen, die Beziehung zu den Spielern. Das ist ein sehr wichtiger Aspekt Ihrer Arbeit. Müssen Sie Ihre Spieler eigentlich persönlich mögen?
René Wagner:Wir haben 22 Feldspieler plus vier Torhüter – mit dem Staff sind wir fast 50 Leute. Es ist wie in einer Familie, ich glaube auch da ist es so, dass man zu der einen Tante vielleicht einen besseren Draht hat als zu anderen (lacht). Mir ist wichtig, dass jeder Spieler weiß, dass wir zwischenmenschlich alle gleichbehandeln. Aber ich kann natürlich nicht jedem Profi die gleiche Spielzeit geben. Da muss man auch immer den Menschen hinter dem Spieler sehen. Menschen machen Fehler – so wie in jedem anderen Job. Nur werden sie nicht jeden Tag in den sozialen Medien, im Internet, in den Zeitungen und im Fernsehen beurteilt. Ich versuche, jedem Spieler den gleichen Respekt zu geben, indem ich ehrlich, offen und klar mit ihm bin. Wenn sie nicht spielen, nenne ich ihnen die Gründe. Wenn sie spielen, sage ich ihnen aber auch: „Junge, du spielst gerade, aber wenn du so weitermachst, spielst du bald nicht mehr.“ Damit gewinnt man vielleicht nicht immer Sympathien, aber das ist der einzig mögliche Weg.
Ist es schwieriger, einem Spieler zu sagen, dass er nicht spielen wird oder dass Sie ihm gewisse Dinge nicht zutrauen?
René Wagner:Einem Spieler mitzuteilen, dass man ihm etwas nicht zutraut, ist wahrscheinlich das Unangenehmste, was es gibt. Das passiert aber auch nur in den seltensten Fällen. Einem Spieler, der aus der Jugend kommt, kann man manche Sachen vielleicht noch nicht zutrauen, weil er noch nicht so weit ist. Es ist aber auch nicht viel einfacher, einem Spieler zu sagen, dass er nicht spielen wird. Wenn die Erwartungshaltungen klar definiert sind, wird es für die Jungs zumindest nachvollziehbarer. Trotzdem gibt es aber auch Gefühlsentscheidungen, gerade wenn zwei Spieler beispielsweise nahezu gleichauf sind. Die tun am meisten weh, weil man sie nicht erklären kann. Sie sind dann für den Spieler auch nur schwer greifbar.
Im Trainingslager haben Sie vom „sozialen Leim“ innerhalb der Mannschaft gesprochen. Sie stellen das „Wir-Gefühl” in den Vordergrund. Gleichzeitig bedeutet Profifußball aber immer auch Konkurrenz, Egoismus, Enttäuschung. Wie viel Streit kann eine Mannschaft aushalten? Oder andersherum: Ist zu viel Harmonie irgendwann auch gefährlich?
René Wagner:Gesunde, konstruktive Kritik ist wichtig für eine Gruppe. Wir haben am Anfang über viele Themen gesprochen, die uns als Gemeinschaft wichtig sind, und wie wir miteinander umgehen müssen, um erfolgreich zu sein. Dazu gehört immer, dass man sich gegenseitig die Meinung sagen muss und sagen darf, weil wir sonst nicht weiterkommen. Das muss natürlich auf einer konstruktiven Ebene stattfinden. Im Fußball ist das oft allerdings gar nicht möglich: Auf dem Trainingsplatz darf auch mal ein „unkonstruktives“ Wort fallen.
„Wenn keiner dem anderen mehr die Wahrheit sagen kann, bringt es einen nicht voran“
In Kitzbühel hat Ihre Mutter in die Runde damals gefragt, ob das da ihr René sei, der da so schreit. Muss ein Trainer also auch mal laut werden?
René Wagner:Das gehört einfach dazu. Danach muss man aber auch wieder gut miteinander sein. Wenn man sich nur in den Arm nimmt und versucht, sich gegenseitig nicht wehzutun, ist das auf jeden Fall schädlich. Wenn keiner dem anderen mehr die Wahrheit sagen kann, bringt es einen nicht voran. Wenn es aber dahin geht, dass wir uns nur noch kritisieren und haltlose Kritik üben, ist das auch falsch. Es braucht eine konstruktive Balance. Laut kann man meiner Meinung nach werden, wenn es um etwas geht, das nicht verhandelbar ist.
Welcher Spieler hat Sie zuletzt so richtig auf die Palme gebracht und warum?
René Wagner:Gute Frage. Wenn mich einer auf die Palme bringen wollte, müsste er aktiv und mit Absicht etwas falsch machen. Das passiert nicht. Brutal geärgert habe ich mich zuletzt über die Riesenchance von Mikey Moore in Hamburg. Ich wusste, wenn wir aus der Halbzeit kommen und schnell das 1:1 machen, gewinnen wir das Spiel. Ich will einfach daran glauben, dass bei ihm neun von zehn solcher Chancen drin sind. Und wenn es dann die eine von zehn ist, die nicht reingeht, ärgert mich das brutal. Genau diese Momente können ein Spiel entscheiden – wie auch der Kopfball von Thijs Dallinga. Und sie sind so wichtig für die Entwicklung der Mannschaft. Eine Entwicklung verstärkt sich vor allem, wenn man gemeinsam Erfolgserlebnisse sammelt.
Mikey Moore hat sein Trefferglück ja jetzt wiedergefunden und bei der U20 von England zwei Mal getroffen.
René Wagner:Ich hoffe, dass es kein Glück war. Dann müsste ich davon ausgehen, dass er nicht neun von zehn macht, dann wäre es ein 50:50-Ding. Aber im Ernst: Der Junge ist gut, er ist top.
„Wenn im Fußball bei allen alles funktionieren würde, wäre es der langweiligste Sport aller Zeiten“
Sie haben eben schon angesprochen, dass es Entscheidungen gibt, bei denen Sie sich selbst nicht ganz sicher sind und am Ende das Bauchgefühl entscheidet. Trotzdem müssen Sie diese vor der Mannschaft und vor der Öffentlichkeit vertreten. Gab es Entscheidungen, an denen Sie selbst gezweifelt haben, bei denen Sie aber nach außen stark auftreten mussten?
René Wagner:Die gibt es immer. Wie gesagt, die härtesten Entscheidungen sind die, bei denen die Informationslage einfach keine Entscheidung hergibt. Entweder, weil beide Spieler etwas anderes mitbringen, beide aber passen würden oder, weil beide trainieren, beide performen, beide spielen könnten und beide der Mannschaft das Gleiche geben. Entscheidungen wie bei einer Auswechslung trifft man in dem Moment mit Überzeugung. Und muss im Nachhinein auch mal damit leben, dass es vielleicht nicht perfekt war. Wirklich weh tut es, wenn etwas spielentscheidend war. Das ist uns zum Glück noch nicht passiert. Wenn im Fußball bei allen alles funktionieren würde, wäre es der langweiligste Sport aller Zeiten.
Wann haben Sie zuletzt nach einem Spiel gedacht, da habe ich einen Fehler gemacht?
René Wagner:Nach jedem Spiel setze ich mich hin und analysiere, was passiert ist. Wir wollen ein Spiel so souverän wie möglich in unsere Richtung lenken, um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, es zu gewinnen. Aber auch wenn wir alles dafür tun, alles richtig machen, können wir trotzdem verlieren. Denn auf der anderen Seite steht ein Gegner, der das Gleiche vorhat oder individuell vielleicht sogar besser besetzt ist. Nach dem Spiel gegen Union Berlin haben wir uns natürlich gefragt, ob die drei Wechsel sinnvoll waren. (Der FC führte im Mai 2:0 und kassierte nach drei Wechseln in der Schlussphase noch zwei Gegentore; Anm. d. Red.)
Zu Beginn der Woche kamen etwas merkwürdige Trainergerüchte auf, eine mögliche Nachfolge von Horst Steffen, der ein Spiel der U21 gesehen hat, hat sich aber als falsch herausgestellt. Was machen solche Meldungen mit Ihnen, vor allem wenn Sie wissen, wie viel – oder in dem Fall eher wie wenig – tatsächlich dran ist?
René Wagner:Meine Frau hat es mir abends gezeigt. Mittlerweile fragt sie mich dann, ob da etwas dran ist. Ich hatte in keiner Weise das Gefühl, dass das stimmen könnte. Dafür entwickelt man ja auch mit der Zeit ein Bauchgefühl. Die Kommunikation innerhalb des Vereins ist ganz klar. Außerdem habe ich auch ein paar Gehirnzellen im Kopf, um das richtig einzuordnen (lacht). Mir tut es dann eher leid, wenn meine Frau zwei Stunden auf der Couch sitzt und sich fragt, was da los ist.
Zum Abschluss gehe ich noch einmal zurück nach Kitzbühel ins Trainingslager. Wenn wir in zehn Jahren im Trainingslager mit dem FC sind, Sie sind noch da und Ihre Eltern stehen neben mir. Was würden Sie sich wünschen, was sie dieses Mal zu mir oder in die Runde sagen?
René Wagner:Wenn ich in zehn Jahren hier noch Cheftrainer bin, dann muss viel Geiles passiert sein. Dann müssen wir wahrscheinlich darüber sprechen, dass wir in der Europa League ein bisschen weitergekommen sind. Oder sie erzählt, wie cool es im Berliner Olympiastadion war. Es müssen auf jeden Fall besondere Sachen sein, um bei einem Verein wie dem 1. FC Köln zehn Jahre im Amt zu sein.
Das zweiten Teil des Interviews mit René Wagner lest ihr am Samstagmorgen bei come-on-fc.com.
Knapp sieben Jahre nach dem letzten Länderspiel von Jonas Hector gibt es wieder einen Nationalspieler aus den Reihen des 1. FC Köln: Said El Mala feiert sein Debüt für die Nationalmannschaft. Der Kölner Shootingstar wurde gegen Serbien eingewechselt.
Schon im November letzten Jahres hatten viele FC-Fans genau darauf gehofft, nun ist es soweit. Der FC hat wieder einen deutschen Nationalspieler. Der Kölner Shootingstar wurde zur Halbzeit im Duell gegen Serbien eingewechselt.
Said El Mala selbst hatte die Marschroute für die Woche bei Bundestrainer Jürgen Klopp im FC-Podcast von Radio Köln vorgegeben. Er wolle einfach gut trainieren, es liege nun an ihm, so der Tenor des 20-Jährigen. Und offenbar hat das Training gefruchtet, denn Said El Mala bekommt sein Debüt. Der Kölner Youngster ist der 44. FC-Profi, der das Trikot der deutschen A-Nationalmannschaft trägt. Zuletzt hatte Jonas Hector den DFB-Adler auf der Brust. Der Linksverteidiger spielte bis 2019 für den DFB. Bei der WM 2022 hätte der Ex-Kapitän der Geißböcke wohl noch ein Comeback feiern können, doch Hector entschied sich dagegen. Nun reiht sich El Mala in eine illustre Runde von Kölner Ikonen ein, die das deutsche Trikot trugen – Spieler wie Wolfgang Overath, Pierre Littbarski und natürlich Lukas Podolski. Um 21:48 Uhr war es soweit. Der 20-Jährige kam in München beim Spielstand von 1:0 für Deutschland für Serge Gnabry.
Podolski jüngster FC-Profi im DFB-Dress
Dabei ist der junge Offensivspieler aber nicht der jüngste FC-Profi, bei seinem Debüt. Tatsächlich gibt es zahlreiche Kölner Ex-Spieler, die bei ihrer Premiere für die deutsche Auswahl deutlich jünger waren. Podolski ist bis heute mit 19 Jahren und zwei Tagen der jüngste Spieler. Der Weltmeister von 2014 feierte zehn Jahre zuvor sein Debüt gegen Ungarn, wurde für Fredi Bobic eingewechselt. Nun heißt es für El Mala Nations League. Sollte der Flügelspieler ein Tor erzielen wäre er hinter Podolski der zweitjüngste Kölner Torschütze für Deutschland. Neben El Mala stand mit Jonas Urbig ein Ex-Spieler des FC auf dem Platz, der nahezu seine komplette Jugend bei den Geißböcken verbrachte. Für den Euskirchener ist es ebenfalls das erste Länderspiel in der Nationalelf. Urbig gilt als großes Zukunftsversprechen. Der Keeper soll nicht nur bei den Bayern als Nachfolge von Manuel Neuer aufgebaut werden. Der FC hatte den Keeper für knapp zehn Millionen Euro (inklusive Boni) an den Rekordmeister verkauft.
Florian Wirtz übernahm zum zweiten Abschnitt für den für El Mala ausgewechselten Gnabry die Kapitänsbinde.
Mit come-on-fc.com spricht der Kölner Coach im Interview exklusiv über die jüngsten Trainergerüchte, äußert sich zu Linton Mainas Aussage und zu Rav van den Bergs Zukunft. Vor der Veröffentlichung des großen Interviews am Freitagmorgen gibt es vorab schon einige beeindruckende Einblicke des Cheftrainers des 1. FC Köln: René Wagner spricht über Gerüchte, Maina und van den Berg.
Es waren bereits bewegende Wochen für René Wagner beim 1. FC Köln. Nach einem durchwachsenen Start in die Saison wird bereits über die sportliche Entwicklung, einzelne Personalentscheidungen sowie angebliche Alternativen auf der Trainerposition diskutiert. Mit come-on-fc.com sprach der Coach über die aktuellen Themen und nahm Stellung – zum Teil fand er dabei bemerkenswert deutliche Worte.
Das Interview führten Matthias Wilhelm Simon Bartsch für come-on-fc.com
Das vollständige Interview mit René Wagner erscheint am Freitagmorgen bei come-on-fc.com. Drei Aussagen gibt es jetzt schon vorab.
Zu Beginn der Woche kamen etwas merkwürdige Trainergerüchte auf, eine mögliche Nachfolge von Horst Steffen, der ein Spiel der U21 gesehen hat, hat sich aber als falsch herausgestellt. Was machen solche Meldungen mit Ihnen, vor allem wenn Sie wissen, wie viel – oder in dem Fall eher wie wenig – tatsächlich dran ist?
René Wagner:Meine Frau hat es mir abends gezeigt. Mittlerweile fragt sie mich dann, ob da etwas dran ist. Ich hatte in keiner Weise das Gefühl, dass das stimmen könnte. Dafür entwickelt man ja auch mit der Zeit ein Bauchgefühl. Die Kommunikation innerhalb des Vereins ist ganz klar. Außerdem habe ich auch ein paar Gehirnzellen im Kopf, um das richtig einzuordnen (lacht). Mir tut es dann eher leid, wenn meine Frau zwei Stunden auf der Couch sitzt und sich fragt, was da los ist.
„Dann hätte ich ihn am nächsten Tag wahrscheinlich an die Wand genagelt“
Zwei Dinge, auf die Sie sehr viel Wert legen, sind Kommunikation und klare Abläufe. Trotzdem hat Linton Maina nach dem Spiel gegen Werder gesagt, dass es Phasen gab, da wusste keiner so richtig, was er jetzt gerade eigentlich machen soll.
René Wagner:Wenn ich den Spieler nicht kennen würde und nicht wissen würde, was er in dem Moment gemeint hat, dann hätte ich ihn am nächsten Tag wahrscheinlich an die Wand genagelt (lacht). Das musste ich zum Glück nicht. Linton wollte damit ausdrücken, dass die Mannschaft es in diesen Phasen nicht geschafft hat, sich selbst wieder zusammenzurotten und zum Plan zurückzufinden. Es gibt solche Phasen in jedem Spiel und Fußball ist leider nicht Schach. Wenn eine neu formierte Mannschaft gemeinsam auf dem Platz steht, ist das normal. Meine Aufgabe ist es dann, den Jungs zu helfen. Es ist aber nicht so einfach, in unserem geilen Stadion einen Spieler an der gegenüberliegenden Seitenlinie zu erreichen und mit irgendwelchen Handbewegungen Anweisungen zu geben.
Ein anderer Spieler ist Rav van den Berg. Wie weit ist er vom Kader aktuell entfernt?
René Wagner:Wir haben aktuell vier Innenverteidiger – davon spielen zwei. Joel war zuletzt derjenige, der die Position auf der Bank bekommen hat. Jetzt liegt es an Rav selbst: Er kennt die Gründe, warum er im Moment nicht zum Zug kommt, genauso kennt er aber auch die Mittel und Wege, wie er zurück in die Mannschaft finden kann.
Das ausführliche Interview mit René Wagner lest ihr am Freitagmorgen bei come-on-fc.com.
In der neuen Folge des FC-Podcasts spricht BAP-Frontmann Wolfgang Niedecken über seinen Weg zur Musik, sein Verhältnis zum 1. FC Köln und seinen ersten Besuch im Müngersdorfer Stadion. Der Sänger erlebte Höhen und Tiefen mit dem Verein und seine Lieder werden bei den Spielen bis heute gespielt. Was der Club für ihn bedeutet, beantwortet er mit einem Wort: Heimat.
Wolfgang Niedecken hat die FC-Geschichte nicht nur miterlebt, sondern war ein Teil von ihr. Als Kind hat er die Spiele noch vor dem Radio verfolgt, später stand er nur wenige Meter entfernt, als 1978 vor dem Rathaus das Double gefeiert wurde. Obwohl BAP weit über die Kölner Stadtgrenzen bekannt ist, trägt der Musiker die Stadt und den Verein tief im Herzen.
Wie so viele Kölner hat auch Niedecken den FC als seinen Herzensverein in die Wiege gelegt bekommen. Für den 75-Jährigen muss es auch genauso sein. „Da darf man auch ruhig beratungsresistent sein“, erklärt er. Seine ersten Erinnerungen an den Club sind ebenfalls noch präsent. Als Junge nahm ihn sein Bruder häufiger mit zum Geißbockheim. Bis heute ist das Trainingszentrum im Grüngürtel ein absoluter „Herzensplatz“ für den Kölner. Sein Bruder brachte ihn dann auch zum ersten Mal mit ins Müngersdorfer Stadion. An das genaue Ergebnis erinnert sich der Musiker nicht, nur an „einen hohen Sieg für uns.“
Trotz einiger Nummer-eins-Alben spielt der FC im Kalender von BAP eine wichtige Rolle. Wenn möglich werden die Konzerttermine an die Spieltage angepasst. Generell ist Niedecken während Spielen nur eingeschränkt für andere Dinge zu gebrauchen. „Dann muss ich FC gucken“, erklärt er. Auch im Wohnhaus des Kultsängers ist der Geißbockclub mehr als nur vertreten. Ein ganzer Flur ist in Rot und Weiß dekoriert und gleicht eher einer „FC-Fankneipe“. Sein persönliches Highlight ist ein Poster, das einst von der gesamten Doublesieger-Mannschaft aus dem Jahr 1978 unterschrieben wurde. Generell ist die Beziehung zum eigenen Verein für den 75-Jährigen etwas ganz Besonderes: „Einem Menschen, der von Fußball keine Ahnung hat, dem kannst du das nicht erklären.“
An sein erstes Autogramm erinnert sich Niedecken auch noch. Als kleiner Junge besuchte er eine Autogrammstunde seines Idols Hans Schäfer in einem Kölner Möbelhaus. Später wurde der Weltmeister von 1954 ein guter Freund und war ein Teil des Musikvideos der Neuauflage des Klassikers „FC, Jeff Jas“. In dem Ausschnitt sitzen die beiden gemeinsam im Stadion und schauen sich ein Spiel der Domstädter an. Obwohl die Kölner ihr Pokalspiel gegen Rostock an diesem Tag verloren, ist es für Niedecken bis heute eine ganz besondere Erinnerung. Über die Jahre entwickelten sich auch Freundschaften zu anderen großen Persönlichkeiten des Vereins. Ex-Stürmer Toni Polster rief ihn damals sogar persönlich an, um ihn über den verpassten Klassenerhalt zu berichten.
Besonderer Moment für Co-Trainer
Zur Musik fand Niedecken damals durch die Beatles. Heute behauptet er, die britische Band hätte „sein Leben verändert“. Später war es der Kölner selbst, der gemeinsam mit seiner Band hunderttausende Zuhörer begeisterte. Bei einem Konzert der Rolling Stones in Müngersdorf stockte der Ticketverkauf, weshalb BAP als Vorband einsprang und den Ticketverkauf noch einmal ankurbelte. „Wir haben denen das Ding vollgemacht“, erinnert er sich.
Einen schönen Moment gab es zudem, als Armin Reutershahn sich dem Podcast für einige Minuten anschloss. Der Kölner Co-Trainer ist schon lange großer BAP-Fan, besuchte selbst viele Konzerte und ersteigerte sogar nach einem Auftritt die Setlist der Band. Obwohl er damals kein Kölsch beherrschte, begeisterte und begleitete ihn die Musik einen großen Teil seines Lebens.
Niedecken und seine Musik zählen für viele Menschen wohl genauso zu Köln wie für ihn der FC.
Während Said El Mala seinem ersten möglichen Einsatz bei der DFB-Elf entgegenfiebert, wird am Geißbockheim trainiert. Zwar nicht mit allen Profis, aber dennoch mit voller Kapelle und vor allem an offensichtlichen Schwachstellen. Der 1. FC Köln nutzt Einheit fürs Standardtraining. Darin liegt bekanntlich eine große Baustelle.
In wenigen Stunden könnte der FC einen neuen Nationalspieler haben. Said El Mala befindet sich in den Startlöchern für das Spiel der DFB-Auswahl in München. Ohne insgesamt neun Nationalspieler wird derweil am Geißbockheim trainiert.
Diskussionen beim Training des 1. FC Köln am Donnerstag
So ein wenig schienen Wetter und Trainingsinhalt am Donnerstagvormittag beim FC zusammen zu passen. Nachdem sich die Sonne am Mittwochnachmittag noch von ihrer schönsten Seite vom Geißbockheim verabschiedete, hatte es sich am Mittwoch bereits eingeregnet. Und passend zu den dunklen Wolken über dem Geißbockheim befasste sich ein Schwerpunkt der Einheit mit der aktuell wohl größten Baustelle der Geißböcke: den Standards. Die Bilanz erscheint verheerend. Der FC hat in der Offensive in dieser Saison noch nicht einen Treffer nach einem ruhenden Ball erzielt, auf der anderen Seite aber inklusive Pokal fünf kassiert. Die Statistik ist also keine gute, nimmt man aber nun die der vergangenen Saison mit dazu, zieht sich diese Schwäche nun schon seit über einem Jahr wie ein roter Faden durch die Kölner Box. Damals waren es 20 Gegentreffer nach Standards. Beim FC wird man nicht müde zu betonen, dass man das Thema kenne – behoben ist es damit aber noch nicht.
Nur gehört zur ganzen Wahrheit eben auch, dass sich die Geißböcke in der Offensive in guter Gesellschaft mit Clubs wie Dortmund, Leipzig oder Leverkusen befinden, die ebenfalls noch nicht nach einem Standard getroffen haben und, dass die Kölner sich in dieser Saison schon einige Möglichkeiten nach Standards erarbeitet haben. Alleine Luka Lochoshvili verfehlte das Tor in zwei Begegnungen äußert knapp. Tatsächlich bewegen sich die Kölner in den angekommenen Zuspielen und Flanken nach dem ruhenden Ball im Mittelfeld der Liga. Und dennoch ist die Summe der geschossenen und kassierten Tore unterm Strich zu hoch beziehungsweise zu hoch. Auch deswegen stand die kurze Einheit am Donnerstag unter dem Motto Standards verbessern. Dabei waren sich die Spieler unter einander nicht immer ganz einig. Es wurde diskutiert, viel gesprochen – Dinge, die René Wagner bekanntlich bei seiner Arbeit in den Fokus rückt.
Die beiden Staff-Mitglieder Denis Huckestein und Kevin McKenna griffen immer wieder ein, verbesserten, sprachen mit dem Team. Für Tom Krauß war die Einheit nach einem Zusammenprall frühzeitig beendet. Am Freitag ist eine weitere öffentliche Einheit anberaumt. Und dann kommt es am Samstag zum Testspiel gegen Viktoria Köln. Bei den Geißböcken werden sich dann auch einige Nachwuchskräfte zeigen dürfen. Mehr zu dem Thema gibt es im großen René-Wagner-Interview bei come-on-fc.com am Donnerstag und Freitag.
Es wäre eine überraschende Wende, aber auch eine logische Win-Win-Situation. Der 1. FC Köln denkt wohl über eine Leihe von Jakub Kaminski nach. Das berichtet die Bild am Donnerstagvormittag. Der Pole ist bei Benfica noch nicht so wirklich angekommen. Überzeugte eher selten und spielt in Portugal bislang eher eine kleine Rolle.
Sportlich will es bei Jakub Kaminski gerade so gar nicht rundlaufen. Der 24-Jährige wollte die Länderspielpause eigentlich nutzen, um sich wieder in den Fokus bei Benfica Lissabon zu spielen. Doch Kaminski verletzte sich im ersten Länderspiel der Polen gegen Bosnien, musste bereits nach gut 20 Minuten vom Platz und fällt für die weiteren Spiele aus.
Jakub Kaminski soll wieder im Fokus der Kölner stehen
Auch bei Benfica ist die Situation bislang alles andere als einfach. In der Liga kam der polnische Nationalspieler genau einmal in sieben Spielen zum Einsatz. Ansonsten hieß es für den Schienenspieler immer 90 Minuten zuschauen. Dabei geht es offensichtlich auch anders. Beim 2:0 gegen AC Mailand in der Europa League erzielte Kaminski ein Tor und bereitete ein weiteres vor. Dennoch reichte die Bewerbung offenbar nicht aus. Der Pole ist weiterhin in Portugal nur zweite Wahl und dementsprechend unzufrieden mit seiner Situation. Zur Erinnerung: Kaminski kam aus einer ähnlichen Situation im Sommer 2025 aus Wolfsburg zum FC. Damals hatte er bei den Wölfen auch nicht mehr die Leistung gebracht, die man von ihm und die er sich selbst erwartet hatte. In Köln drehte der Spieler auf, wurde zu einem der absoluten Leistungsträger, Topscorer und Publikumslieblinge. Ex-Trainer Lukas Kwasniok bezeichnete den Spieler als den „besten des Kaders“.
Das Vertrauen zahlte der Spieler so zurück, dass der FC im Sommer die Kaufoption zog und Kaminski für rund 5,5 Millionen Euro fest verpflichtete. Doch durch seine Leistung wurden auch andere Vereine auf den Spieler aufmerksam. Und da es im Vertrag eine feste Ausstiegsklausel gab, war klar, dass Kaminski den Verein verlassen würde. Der Weg zog ihn nach Portugal, der 24-Jährige unterschrieb einen Vertrag bis 2031, Köln kassierte rund 17 Millionen Euro. Und nun könnte der Weg ihn aber wieder zurück nach Köln führen. Wie die „Bild“ berichtet, sollen sich die FC-Verantwortlichen mit einer Rückhol-Aktion des Spielers beschäftigen. Und das bereits im Winter. Sollte sich die Situation für den Spieler nicht grundlegend ändern, könnte es demnach die Chance geben. Der FC wäre in dem Fall sicherlich eine Option für den Spieler. Immerhin kennt er große Teile der Mannschaft, das Kölner Umfeld, den Trainer und weiß, dass er beim FC funktioniert.
Allerdings gab es im Sommer auch reichlich Interessenten aus England. Und die Premier League hat Kaminski immer wieder als Wunschziel genannt. Insofern überraschte sein Wechsel nach Portugal auch sehr. Nun würde die FC-Fans eine Winter-Überraschung sicherlich freuen. Aufgrund der Länge des Vertrags wäre wohl nur eine Leihe denkbar, möglicherweise wieder mit Kaufoption. Damit sind die Kölner bekanntlich gut gefahren. Doch es gibt noch ein weiteres Aber: Denn aktuell sind die Kölner in der Offensive eigentlich gut aufgestellt. Mit Said El Mala und Mikey Moore sind zwei Plätze in der Startelf fest vergeben. Die dritte Option ist aktuell der wieder erstarkte Linton Maina.
Bei kaum einem Verein der Bundesliga spielt die Heimat eine so große Rolle wie bei den Geißböcken. Dementsprechend verwundert es nicht, dass der FC gemeinsam mit seinem Ausrüster den 150. Geburtstag von Willi Ostermann mit einem speziellen Jersey feiert. Der 1. FC Köln stellt sein neues Sondertrikot vor.
Es war bereits kommuniziert, nun ist es auch offiziell vorgestellt: Der FC bringt ein Sondertrikot zu Ehren des Komponisten Willi Ostermann heraus. Dieses ist ab sofort in den Fanshops erhältlich.
FC-Spieler präsentieren sich in den neuen Trikots (Foto: 1. FC Köln)
Die große Überraschung ist es nicht mehr, das neue Sondertrikot der Geißböcke dürfte dennoch viele Kölner Anhänger in die Fanshops führen. Es ist eine Hommage an Willi Ostermann, die Kölner Legende. „Das erste Sondertrikot der neuen adidas-Ära setzt die Tradition kölscher Designs fort und ehrt den größten Heimat- und Liederdichter unserer Stadt“, erklärt Philipp Liesenfeld, Geschäftsführer Marketing & Vertrieb beim 1. FC Köln. „Wir feiern Willi Ostermann und das Andenken an ihn mit einem Design, das die besondere Beziehung der Menschen zur Stadt, zum kölschen Brauchtum und zum FC sichtbar macht. Dieses Trikot trägt das Heimweh nach Köln in die Welt.“ Und „Heimweh nach Köln“, das wohl bekannteste Lied des Komponisten, ist auch auf dem Trikot verewigt – anhand der Partitur, die man auf dem weinroten Jersey zu finden ist. Das Design inklusiver goldener Applikationen ist an den Farben des historischen Gehrocks der Gesellschaft orientiert.
„Das Sondertrikot ist ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit mit unserer Stadt, unserem kulturellen Erbe und dem Lebensgefühl, das Willi Ostermann bis heute verkörpert. Für uns ist dieses Projekt eine besondere Ehre und ein wunderbarer Auftakt in unser Jubiläumsjahr, in dem wir den 150. Geburtstag und 90. Todestag unseres Namensgebers sowie das 60-jährige Bestehen unserer Gesellschaft feiern“, sagt Ralf Schlegelmilch, Präsident der Willi Ostermann Gesellschaft Köln 1967 e.V. Neben der Partitur von „Heimweh nach Köln“ gibt es noch weitere Verbindungen zu Ostermann, eine eingestickte Unterschrift, das Jubiläumslogo der Gesellschaft und eine Ostermann-Medaille im Nacken. Das Trikot werden die Geißböcke erstmals gegen den FC Schalke 04 am 24. Oktober tragen. Eine Woche zuvor laufen bereits die Kölner Fußballerinnen in der Bundesliga im Duell gegen den HSV mit dem Trikot auf.
Seit dieser Saison ist adidas wieder der Ausrüster der Geißböcke. Gemeinsam mit dem Welt-Unternehmen sollen die Trikot-Absätze optimiert werden. Willi Ostermann wurde am 1. Oktober 1876 in Mülheim geboren. „Heimweh nach Köln“ oder „Ich mööch zo Foß noh Kölle jon“ ist sein bekanntestes Lied.
Nachdem sich der 1. FC Köln in der vergangenen Saison nur knapp in der Bundesliga halten konnte, haben im Sommer einige Veränderungen stattgefunden. René Wagner wurde vom Interims- zum festen Cheftrainer befördert, einige Spieler verließen die Geißböcke und andere wurden neu verpflichtet. In der Sommervorbereitung deuteten sich zudem interessante Entwicklungen an. Haben sich diese nach den ersten vier Spieltagen bestätigt?
Die Vorbereitung im Sommer ist für die Fans, aber auch für Trainer und Verantwortliche ein erster Anhaltspunkt für die anstehende Spielzeit. Die Intensität nimmt wöchentlich zu und jedes Testspiel liefert neue Erkenntnisse. Manche Dinge finden sich nachher genauso während der Saison wieder, andere sind wenige Wochen später schon wieder vergessen. Beim 1. FC Köln ist das nicht anders. Zwischen neuen Rollen, Vorbereitungskönigen und sicheren Stammplätzen war vieles dabei, was mittlerweile nur noch zum Teil gültig ist.
Obwohl René Wagner bereits zum Ende der vergangenen Saison den FC betreute, sollte diese Spielzeit ein Neuanfang sein. Der 38-Jährige konnte den Kader nach seinen Vorstellungen anpassen, sich mit der Mannschaft intensiv vorbereiten und seine eigenen Ideen umsetzen. Die Aufstellungen in den Testspielen und Trainingseinheiten variierten dabei häufig, sodass lange keine klare Tendenz erkennbar war. Dennoch lieferte die Vorbereitung regelmäßig neue Erkenntnisse.
In der FC-Offensive galten diesen Sommer drei Spieler als positive Überraschungen: Luca Waldschmidt, Marius Bülter und Youssoupha Niang. Einige Wochen später ist die Situation der drei Stürmer unterschiedlich. Niang wurde kurz vor Saisonstart an den FC St. Pauli verliehen, um Spielzeit zu sammeln. Waldschmidt hingegen verletzte sich noch vor dem ersten Pflichtspiel. Beim Auswärtsspiel in Hamburg stand er erstmals in dieser Saison auf dem Platz, der Ex-Nationalspieler dürfte es allerdings schwer haben, an den etablierten Offensivakteuren um Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina vorbeizukommen. Bülter stand zwar schon mehrfach in der Anfangsformation, konnte bisher allerdings noch nicht überzeugen. Für ihn dürfte die Luft in der Offensive ebenfalls dünn werden und fürs Erste wohl nur der Bankplatz bleiben. Bei Waldschmidt und Bülter ist es zudem nicht das erste Mal, dass sie nach guten Vorbereitungen in den Pflichtspielen enttäuschen.
Isak Johannesson sucht in seiner zweiten Saison beim FC ebenfalls noch nach seiner Rolle im Team. Während der Vorbereitung schien er diese im offensiven Mittelfeld gefunden zu haben. Gegen Würzburg im Pokal traf er zudem doppelt und sicherte damit das Weiterkommen. Im Anschluss konnte der Isländer allerdings nicht mehr an diese Leistungen anknüpfen. Im offensiven Mittelfeld ist Talent Moore gesetzt und auf der Doppelsechs hat er hinter Skhiri und Krauß das Nachsehen. Die Suche nach seiner Rolle geht für Johannesson also vorerst weiter.
Ähnlich ernüchternd verlief der Saisonstart für Schmied. Der Schweizer galt lange als heißer Kandidat für die Position neben Lochoshvili und bekleidete diese in Test- und Trainingsspielen auch regelmäßig. In den ersten Pflichtspielen war die Realität jedoch eine andere: Jahmai Simpon-Pusey startete und Schmied sammelte bisher in der Bundesliga lediglich am ersten Spieltag eine Minute Spielzeit, um den Sieg zu sichern und Zeit von der Uhr zu nehmen. Eine Veränderung seiner Situation ist im Moment nicht absehbar. Bemerkenswert ist wie berichtet auch der Umgang mit den U21-Spielern, die sich ebenfalls zeigen dürften, von denen es aber keiner dauerhaft in die Nähe des Profikaders geschafft hat.
Vom guten Eindruck zum Stammplatz
Früh zeigte sich, dass Tom Krauß unter Wagner eine noch größere Rolle spielen soll als in der Vorsaison. Der Sechser war von Beginn an unangefochten und stand bisher in jeder Partie in der Startelf. Während um ihn herum bereits mehrfach rotiert wurde, ist Krauß bisher die Konstante im Kölner Zentrum. Selbst nach der Verpflichtung von Ellyes Skhiri, mit dem er zuletzt ein Duo bildete, stand sein Stammplatz zu keinem Zeitpunkt in Frage.
Ähnliches gilt für Neuzugang Luka Lochoshvili. Nachdem der Georgier im Sommer aus Nürnberg verpflichtet wurde, avancierte er sofort zum Stammspieler in der Abwehr. Besonders seine Kopfballstärke wurde immer wieder hervorgehoben. In der zunächst breit besetzten Innenverteidigung setzte sich der 28-Jährige auf Anhieb gegen Konkurrenten wie Joel Schmied, Rav Van den Berg und Julian Pauli durch. Trotz kleinerer Unsicherheiten hielt Wagner bisher an seiner Nummer 24 fest.
Seine starke Form aus der Vorbereitung konnte auch Linton Maina bestätigen. Der Flügelspieler pendelte beim FC in den letzten Jahren meistens zwischen Startelf und Auswechselbank und kämpfte regelmäßig mit Formschwankungen. In den ersten Testspielen überzeugte Maina jedoch und bestätigte diese Form später in den ersten Pflichtspielen. Gegen Würzburg und Hoffenheim hatte der 27-Jährige in beiden Spielen entscheidenden Anteil an den späten Siegen und spielte sich damit in die erste Elf. Maina ist gut drauf und aktuell wohl nur schwer aus der Anfangsformation zu verdrängen. Wenn er diese Form konservieren kann, wird der ehemalige deutsche Junioren-Nationalspieler für den FC in dieser Saison noch sehr wichtig.
An diesen Beispielen zeigt sich jedoch, dass die Vorbereitung zwar ein Indikator sein kann, letztendlich jedoch erst die Pflichtspiele aussagekräftig sind. Dennoch weiß der FC aus eigener Erfahrung: In einer langen Saison kann jeder Spieler wichtig werden, manchmal sogar völlig unerwartet.