Der 1. FC Köln nutzte die XXL-Länderspielpause für ein Testspiel gegen den kleineren Stadtnachbarn Viktoria Köln. Im Sportpark Höhenberg trennte sich der FC am Ende mit 2:2 vom Drittligisten. Während die Nationalspieler fehlten, durften sich einige Spieler aus der U21 zeigen. Negative Höhepunkte der Partie waren die Verletzungen von Thijs Dallinga und Ragnar Ache, die beiden nach wenigen Minuten nicht weitermachen konnten.
In einer engen Partie tat sich der Bundesligist lange schwer und lag zur Halbzeit sogar zurück. Der Test dürfte erneut aufgezeigt haben, dass die Mannschaft von René Wagner noch einiges zu tun hat vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach am kommenden Wochenende. Ohne die abgestellten Nationalspieler fehlte es dem FC nach gutem Beginn über weite Teile der Partie an Ideen.
Jan Thielmann im Duell gegen die Viktoria aus Köln
come-on-fc.com berichtet aus dem Sportpark Höhenberg
Nachdem die Spieler des 1. FC Köln am vergangenen Wochenende kein Spiel bestritten, stand am zweiten Wochenende der Länderspielpause ein Testspiel gegen Viktoria Köln auf dem Plan. René Wagner schickte dabei seinen bestmöglichen Kader ins Rennen. U21-Innenverteidiger Assad Kotya-Fofana stand aufgrund Personalmangels ebenfalls in der Anfangsformation. Wie viele der Spieler beim Derby auf dem Platz stehen werden ist noch nicht absehbar, für die beiden Kölner Stürmer könnte es jedenfalls eng werden.
Die Anfangsphase bot zunächst das erwartete Bild. Der FC kontrollierte die Partie und setze den Drittligisten früh unter Druck. Ein wiederkehrendes Muster zu Beginn war das Wechselspiel zwischen Jan Thielmann und Sebastian Sebulonsen auf der rechten Seite. Thielmann rückte immer wieder weit in die Mitte ein, wodurch sich für Sebulonsen die Möglichkeit ergab weit aufzurücken. In der 12. Minute führte dann auch exakt dieses Muster zum Erfolg. Sebulonsen drang über rechts durch, brachte den Ball scharf vor das Tor, wo er von einem Viktoria-Verteidiger unabsichtlich ins eigene Tor befördert wurde (12.). Anschließend verlor der FC seine Kontrolle jedoch Mehr und Mehr. Die Partie gestaltete sich zunehmend offen und die Gastgeber kamen immer wieder zu Abschlüssen.
Seinen ersten Tiefpunkt erreichte das Spiel als Thijs Dallinga nach einem Zweikampf liegen blieb und anschließend den Platz verlassen musste. Die anschließende Überzahl, während sich Ragnar Ache noch bereit machte, nutzte die Viktoria umgehend aus. Nach einer Flanke von rechts kam Lucas Wolf in der Mitte frei zum Kopfball und bezwang Kapitän Ron-Robert Zieler aus kurzer Distanz (33.). Nur drei Minuten später schlug es direkt wieder ein. Dieses Mal war es Niklas Castelle der einen Abpraller verwertete (36.). Die schlechten Nachrichten aus FC-Sicht hörten auch in der Halbzeit nicht auf. Ache musste den Platz ebenfalls verlassen und wurde anschließend von Imad Rondic ersetzt.
Zähe zweite Halbzeit
Mit dem Schock der beiden Verletzungen in den Knochen fehlten den Kölnern im zweiten Durchgang zunächst jegliche Ideen. Stattdessen kamen die Gastgeber Mal um Mal zu gefährlichen Abschlusschancen. Das Highlight der zweiten Halbzeit war wohl ein Flitzer, der über den Platz zur Kölner Bank lief. Es dauerte bis in die 75. Minute bis Marius Bülter nach einer Ecke zum Ausgleich einköpfte.
Möglicherweise haben die Kölner weitere Verletzungen zu verkraften. Beim Testspiel gegen die Viktoria musste Stürmer Thijs Dallinga am Samstagnachmittag frühzeitig vom Platz. Der Niederländer wurde am rechten Bein behandelt. Für den Angreifer kam Ragnar Ache, der ebenfalls verletzt ausgewechselt wurde.
Der FC muss möglicherweise vorerst auf Thijs Dallinga und Ragnar Ache verzichten. Die Stürmer haben sich im Spiel gegen Viktoria Köln verletzt und mussten frühzeitig vom Platz. Wie es mit den Spielern nun weitergeht, steht aktuell noch nicht fest.
Das sah gar nicht gut aus, obwohl es gar nicht so richtig zu sehen war. Thijs Dallinga droht beim FC vorerst auszufallen. Der Stürmer stand im Duell gegen die Viktoria in der Anfangsformation und sollte und wollte Pluspunkte für die kommenden Aufgaben sammeln. Immerhin gilt das Duell zwischen ihm und Ragnar Ache als das umkämpfteste bei den Geißböcken. Doch schon nach gut 20 Minuten war die Begegnung für den Niederländer beendet. Dallinga ging in der Box in einen Zweikampf und anschließend schreiend zu Boden. Während viele FC-Fans einen Strafstoß forderten, kämpfte der Stürmer wohl eher mit Verletzungssorgen. Denn Dallinga blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Der medizinische Stab kam umgehend auf den Platz und nach kurzer Untersuchung war klar, der Stürmer wird nicht mehr weiterspielen können. Dallinga ging gestützt vom Platz und verabschiedete sich in die Katakomben.
Ragnar Ache kommt für Dallinga und muss auch vom Feld
Was genau passiert ist, ist selbst auf den Videobildern nicht genau zu erkennen. Nur scheint der Kontakt mit dem Gegenspieler kein besonders schlimmer gewesen zu sein. Die Verletzung dagegen reichte aus, dass das Spiel für den Angreifer bereits beendet war. Eine Diagnose von Seiten des Vereins steht indes nur aus. Dallinga wird aktuell in der Mediapark-Klinik untersucht. Für den Niederländer kam Ragnar Ache, der sich nach einem kleinen Sprint ebenfalls an den Oberschenkel griff. Doch für Ache ging es zunächst weiter, zur Pause folgte der Wechsel. Auch Ache konnte nicht mehr weitermachen. Für beide Mittelstürmer steht nun die Untersuchung aus.
Ragnar Ache geht ebenfalls verletzt vom Platz
Dallinga wurde vom FC auch unter Vertrag genommen, um einen Backup für den verletzungsanfälligen Ache in den eigenen Reihen zu haben. Im Duell gegen Hoffenheim setzte der Stürmer mit einem Doppelpack bereits ein bemerkenswertes Ausrufezeichen. Zuletzt war es in der Box aber eher ruhig um den Stürmer. Nun ist die Hoffnung groß, dass es den Angreifer nicht schwerer erwischt hat.
Am Samstagnachmittag steht für die Kölner das Testspiel gegen den Stadtrivalen an. Um 14 Uhr wird die Partie im Sportpark Höhenberg angepfiffen. Alle Infos im Liveticker zum Testspiel des 1. FC Köln gegen Viktoria Köln.
Für die Geißböcke steht am Samstag ein weiteres Testspiel an. Dann ist die Mannschaft von Trainer René Wagner beim Drittligisten Viktoria Köln zu Gast.
Ellyes Skhiri will beim FC wieder durchstarten
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Herzlich Willkommen zum Liveticker des Testspiels der Begegnung zwischen dem 1. FC Köln und Viktoria Köln. Für René Wagner und sein Team geht es gegen den Zweitplatzierten der 3. Liga. Die Viktoria ist stark in die Spielzeit gestartet und geht mit drei Siegen aus den vergangenen drei Partien in die Begegnung mit den Geißböcken. Das letzte Aufeinandertreffen liegt anderthalb Jahre zurück. Damals spielte Said El Mala noch für die Viktoria und traf gegen die Mannschaft von Gerhard Struber zum zwischenzeitlichen 2:0. Nach einem Doppelpack von Luca Waldschmidt sowie einem Eigentor endete die Partie 3:2 für den FC.
Nach den ersten beiden Wochen Länderspielpause steht für den FC am Samstagnachmittag der Test im Sportpark Höhenberg an. Das Duell wird im Livestream übertragen. Um 14:00 Uhr erfolgt der Anstoß. Wer überträgt das Testspiel des 1. FC Köln gegen Viktoria Köln?
Die Reise der Nationalspieler des 1. FC Köln könnte auch weiterhin nicht unterschiedlicher ausfallen. Am Freitagabend gab es für die Kölner Profis Freud und Leid und zudem auch noch ein wenig Chaos. Wirklich rund lief es eigentlich nur für einen Akteur.
Gleich vier Spieler der Geißböcke waren am Freitagabend mit ihren Nationalmannschaften im Einsatz. Grund zur großen Freude gab es aber nur für einen Akteur, der damit weiteres Selbstvertrauen getankt haben dürfte.
Denn beim FC spielt Reigan Heskey aktuell keine große Rolle. Der Flügelspieler kam im Sommer mit großen Erwartungen, aber auch mit großer Konkurrenz. Denn mit Said El Mala steht nun ein neuer deutscher Nationalspieler auf seiner Position noch vor ihm. Umso besser, dass Heskey in der U19 der Three Lions Einsatzminuten sammeln kann. Und gegen die U19 der USA nutzte der Offensivmann diese auch für ein wenig Eigenwerbung, beim 2:1-Erfolg erzielte der Kölner einen Treffer. Am Montag steht das letzte Testspiel der englischen U19 an, dann geht es gegen den Nachwuchs von Belgien. Für Jahmai Simpson-Pusey verläuft die Länderspielwoche noch nicht so wie geplant. Der Innenverteidiger wartet bei der U21 Englands noch immer auf seinen ersten Einsatz. Wie schon gegen Kasachstan vergangene Woche saß der Abwehrspieler auch gegen die Slowakei am Freitagabend 90 Minuten auf der Bank.
Genauso wie Rav van den Berg. Der eigentliche Kapitän der U21 der Niederlande ist wie beim FC auch bei Oranje aktuell kein Thema. Immerhin stand van den Berg am Freitag gegen Slowenien im Kader, zum Einsatz kam der 22-Jährige aber nicht. Der Niederländer konnte somit auch kein Selbstvertrauen für den FC sammeln. Die letzte Chance auf Spielminuten steht am Dienstag im Duell gegen Bosnien an. Luka Lochoshvili spielte dafür 90 Minuten für Georgien. Doch die Länderspielphase ist für den Innenverteidiger nach Ergebnissen wohl auch eine zum Vergessen. Georgien holte in den bisherigen drei Spielen genau einen Punkt. Am Freitagabend gab es eine 0:1-Pleite gegen Ungarn. Noch größter dürfte aber der Frust bei Gideon Mensah sein. Der Linksverteidiger musste seine Länderspielreise frühzeitig abbrechen. Nach dem überraschenden Trainer-Aus bei den Black Stars wurde das Testspiel gegen Marokko abgesagt. Es soll Streit um Prämien gegeben haben.
Nun kehrt Mensah früher als gedacht zum Geißbockheim zurück.
Mit dem Testspiel gegen Viktoria Köln am Samstagnachmittag endet die zweite Woche der ersten Länderspielpause der neuen Saison. Und das eine gute Woche vor dem wichtigen Duell gegen Borussia Mönchengladbach. Normalerweise deutet viel auf eine Generalprobe für den 1. FC Köln hin, doch das wird das Duell gegen den Stadtrivalen sicherlich nicht.
Dass Stadtduelle schon einmal eine gewisse Brisanz mit sich bringen, steht außer Frage. Die Partie gegen Viktoria Köln ist sicherlich nicht mit dem Derby kommende Woche zu vergleichen. Als Generalprobe für die Bundesliga-Partie kann die Begegnung aber auch aus anderem Grund nicht gelten.
Als der FC vor einem guten Jahr in die erste Länderspielpause der neuen Saison ging, wird Lukas Kwasniok wohl zufrieden durchgeatmet haben. Denn gerade einmal fünf Spieler musste der damalige Coach für die jeweiligen Nationalmannschaften abstellen, davon drei, die am Wochenende zuvor in der Startelf gestanden haben. Der Großteil des Kaders war am Geißbockheim geblieben, Kwasniok konnte mit nahezu der kompletten Mannschaft trainieren. Ein Jahr später ist die Situation eine andere. Neun Kölner Profis weilen derzeit bei ihren Nationalmannschaften, davon fünf Stammspieler und Leistungsträger. Seit Donnerstagabend ist einer auch offiziell deutscher A-Nationalspieler: Said El Mala. Wie so oft befindet sich der Coach dabei in einer Art Zwickmühle. „Aus Trainersicht ist es immer schöner, alle Spieler da zu haben. Wir freuen uns aber genauso, dass wir Spieler bei der Nationalmannschaft haben. Es ist ein Zeichen von Qualität“, sagt René Wagner im Interview zu come-on-fc.com.
Nur wenige Einheiten mit der kompletten Mannschaft
Aber genau diese Qualität fehlt dem Trainer im Testspiel am Samstag. Die kommende Derby-Elf kann Wagner gegen die Viktoria nicht ins Rennen schicken. So fehlt dem 38-Jährigen die komplette Hintermannschaft, die in den vergangenen Wochen aufgelaufen war. Immerhin ist Sebastian Sebulonsen aktuell in Köln. Der Norweger wird wohl in der Viererkette die rechte Seite von Alessio Castro-Montes übernehmen. Der Belgier fällt mit einer Muskelverletzung bis auf Weiteres aus. Das wohl ebenfalls gesetzte zentrale Mittelfeld mit Ellyes Skhiri und Tom Krauß wird sich weiter einspielen können, während in der Offensive das dynamische Duo Said El Mala und Mikey Moore fehlt. Das Duell mit Viktoria erfüllt deshalb einen anderen Zweck. Spieler, die zuletzt weniger zum Einsatz gekommen sind, können Spielpraxis sammeln. Die Nachwuchskräfte erhalten die Möglichkeit, sich unter Wettkampfbedingungen zu präsentieren, vielleicht für mehr zu empfehlen.
Somit finden die letzten Testläufe erst Mitte der kommenden Woche statt – und das wohl im Training. Gleich für drei Nationalspieler stehen am Dienstag noch Länderspiele an, die Rückkehr wird Mittwoch erfolgen, die nächste Trainingseinheit eventuell erst am Donnerstag. Wagner bleiben also nur wenige gemeinsame Einheiten, um seine Mannschaft auf die Borussia einzustellen. Das macht den Test gegen Viktoria zu einer ungewöhnlichen Generalprobe. Auf dem Kalender ist es das letzte Spiel vor Gladbach. Auf dem Platz dürfte es dagegen eher eine Mischung aus Belastungstest, Spielpraxis und Schaulaufen für die zweite Reihe werden.
René Wagner spricht im zweiten Teil des Interviews mit come-on-fc.com über die sportlichen Baustellen und die schwierigen Personalentscheidungen beim 1. FC Köln: René Wagner über El Mala, van den Berg und die Abwehr.
Wer spielt, wer nicht? Wo muss sich der FC noch verbessern? Und wie lange hält René Wagner an Spielern fest, wenn die erhoffte Entwicklung ausbleibt. Im zweiten Teil des großen Exklusiv-Interviews mit come-on-fc.com wieder Trainer bei den sportlichen Themen und einigen Personalien konkret.
Herr Wagner, man spricht ja immer ein bisschen von der Handschrift eines Trainers. Gab es für Sie hier in Köln schon Momente, in denen Sie dachten: Das ist der René-Wagner-Fußball, den ich sehen will?
René Wagner:Ganz, ganz oft. Das können Teilbereiche des Spiels sein, aber auch Trainingsinhalte und wie wir uns miteinander verhalten. Um in einem Umfeld langfristig Erfolg zu haben, müssen die Kultur und die Erwartungshaltung an jedem einzelnen Tag klar sein. Im Spiel wird es aber immer Phasen geben, in denen der Zufall übernimmt, in denen Sachen nicht wie geplant laufen, in denen das Ergebnis etwas verändert, in denen wir uns anpassen müssen und das Spiel anders aussieht, als man es sich gewünscht hat. Nach fünf Spielen kann ich da nur Teilbereiche, Teilphasen und Momente in Spielen nennen. Letzte Saison war das Leverkusen-Spiel fast schon so etwas wie eine Benchmark, wo ich sagen würde: So wollen wir spielen, da sind wir zu Hause.
Würden Sie sagen, der aktuelle Kader ist gut genug, um den Fußball zu spielen, den Sie sehen wollen? Oder mussten Sie sich in größeren Bereichen schon an den Kader anpassen?
René Wagner:Als Trainer musst du immer auf Nuancen reagieren. Du holst einen Spieler, mit dem du dich lange beschäftigt hast. Dann lernst du den Menschen kennen, arbeitest zusammen und plötzlich fallen Dir neue Dinge auf. Darauf gehen wir bei jedem Spieler in der täglichen Arbeit ein. Dabei achten wir darauf, dass niemand überfordert und in Phasen oder Situationen gebracht wird, in die er nicht gehört. Wir haben zum Beispiel auf der rechten Seite Alessio Castro-Montes und Sebastian Sebulonsen. Und natürlich muss sich die taktische Rolle leicht verändern, je nachdem, wer spielt. Wir haben einen sehr vielfältigen Kader – und viele Spieler, die uns viel Freude bereiten werden, wenn sie nur annähernd ihr Potenzial ausschöpfen werden.
In den ersten fünf Spielen haben Sie fünfmal eine unterschiedliche Startelf beginnen lassen. Insgesamt waren es 16 verschiedene Spieler. Dennoch kristallisiert sich schon in weiten Teilen eine Stammelf heraus. In welchem Moment wird denn aus dem Ausprobieren eine feste Überzeugung?
René Wagner:Wir stellen an jedem Spieltag die Mannschaft aufs Feld, von der wir glauben, dass es die besten elf Spieler sind, die wir in dem Moment zur Verfügung haben. Ich persönlich bin ein Freund davon, einer Mannschaft eine gewisse Sicherheit zu geben. Trotzdem werde ich niemals versuchen, Spieler durchzuschleppen, nur um an meiner Stammelf festzuhalten. Jeder Spieler, der gerade nicht zu der Startelf gehört, muss das Gefühl haben, dass er in die Anfangsformation reinbrechen kann. Im Idealfall ist klar, dass jene elf Akteure am Wochenende spielen, die in dem Moment die elf besten Spieler sind und die beste Leistung zeigen. Und die Spieler 12 bis 16 sind gleichzeitig so knapp dran, dass sie von der Bank kommen, Gas geben und Impact haben. Viel Rotation ist eher etwas für Teams, die international spielen. Wenn ein Profi nach drei guten Spielen ein schlechteres gemacht hat, möchte ich ihm auch nicht direkt das Gefühl geben, er sei jetzt raus.
„Egal, was passiert, er bringt immer seine Leistung“
Sie haben im Sommer keinen Hehl daraus gemacht, wie wichtig Ihnen persönlich die Verpflichtung von Ellyes Skhiri war. Die gezeigten Leistungen geben Ihrem Gefühl recht. Diese Entwicklung war jedoch nach seiner vergangenen Saison nicht zwingend erwartbar. Wie wichtig ist Ellyes das Vertrauen, das Sie ihm schenken? Und in welchem Moment wussten Sie, dass er beim FC wieder funktionieren wird?
René Wagner:Ellyes ist ein Spieler, mit dem ich schon in meiner Zeit als Co-Trainer eng zusammengearbeitet habe. Alle im Verein haben sich gefreut, als er wieder hier war. Er arbeitet extrem hart. Er ist mir vor kurzem abends noch im Geißbockheim entgegengekommen, weil er gerade von einem Lauf zurückkam. Er ist ein Vollprofi und wir wussten, dass er unserer Mannschaft Stabilität, Halt und Struktur geben wird. Er bringt einfach eine Qualität mit, die unbestritten wichtig für uns sein wird. Auch in Frankfurt hat er sich so eingebracht: Denn egal, was passiert, er bringt immer seine Leistung.
René Wagner gibt im Training Anweisungen
Bei seiner ersten Zeit beim FC hat er auch Offensivqualitäten bewiesen, die in Frankfurt kaum zur Geltung kamen. Und jetzt ist er wieder hier und hat schon zwei Tore vorbereitet. Kennen Sie die Gründe?
René Wagner:Ellyes ist auf jeden Fall jemand, der Vertrauen braucht. Dadurch kann er vielleicht noch den einen oder anderen Prozentpunkt mehr rausholen. Wenn das am Ende der Hebel ist, um ihn dazu zu befähigen, Tore zu machen und zu assistieren, dann bin ich froh, dass wir den Hebel haben. Ich hätte mir für ihn aber genauso gewünscht, wenn es auch in Frankfurt so gelaufen wäre.
Mehr Stabilität wünschen sich viele Fans bei den Standards. Ihnen ist das Thema bekannt, spätestens nach letzter Saison sowieso und Sie haben im Sommer auch an Stellschrauben gedreht. Kevin McKenna wurde als Assistenztrainer installiert. Luka Lochoshvili ist gekommen, weil er beim ruhenden Ball stark in der Box ist. Wieso bekommen Sie das Problem nicht in den Griff?
René Wagner:Wenn es darauf diese eine Antwort gäbe, müssten wir nicht darüber sprechen. Es ist ein Thema, mit dem wir nicht zufrieden sind, ganz klar. Wir arbeiten daran, der Mannschaft jede Woche im Training und in der Analyse Sicherheit zu geben, sodass sich die Abläufe verbessern und das Vertrauen zurückkommt.
Luka Lochoshvili stand ja auch zweimal sehr knapp davor, ein Tor nach einem Standard zu erzielen. Ist doch nicht alles nur schlecht?
René Wagner:Das ist absolut erfreulich. Bei den Daten, die wir bei Offensivstandards betrachten, sind wir in den Top 5 und tatsächlich auf einem guten Weg. Da fließen nicht nur die Tore ein. Es geht um Chancen, erwartbare Tore und Abschlüsse. Wir hätten schon einige Treffer nach Ecken erzielen können.
„Natürlich gibt es irgendwann eine Grenze“
Auch unabhängig von den Standards hatte die Mannschaft defensiv bisher ein paar Probleme. Sie haben sich früh auf Lochoshvili und Jahmai Simpson-Pusey als Duo in der Innenverteidigung festgelegt. Ab welchem Punkt hinterfragen Sie auch selbst, ob es nicht nur an den Abläufen, sondern möglicherweise auch an personellen Entscheidungen liegt?
René Wagner:Innenverteidiger sind wie der Torhüter oft das letzte Glied in einer Fehlerkette. Sie sind natürlich diejenigen, die noch eingreifen können und dann vermeintlich den Fehler mit der größten Folge begehen. Beide Spieler stehen am Anfang ihrer Bundesliga-Karriere – und wir sind eine Mannschaft, die am Anfang ihrer Entwicklung steht. Wir erklären den Spielern, woran es lag und bewerten nicht blauäugig. Wir wollen, dass sie sich entwickeln. Und natürlich gibt es irgendwann eine Grenze, wo wir sagen: Wenn der Spieler sich nicht entwickelt, dann gibt es irgendwann einen anderen Spieler, der die Chance hat, es besser zu machen.
Zwei Dinge, auf die Sie sehr viel Wert legen, sind Kommunikation und klare Abläufe. Trotzdem hat Linton Maina nach dem Spiel gegen Werder gesagt, dass es Phasen gab, da wusste keiner so richtig, was er jetzt gerade eigentlich machen soll.
René Wagner:Wenn ich den Spieler nicht kennen würde und nicht wissen würde, was er in dem Moment gemeint hat, dann hätte ich ihn am nächsten Tag wahrscheinlich an die Wand genagelt (lacht). Das musste ich zum Glück nicht. Linton wollte damit ausdrücken, dass die Mannschaft es in diesen Phasen nicht geschafft hat, sich selbst wieder zusammenzurotten und zum Plan zurückzufinden. Es gibt solche Phasen in jedem Spiel und Fußball ist leider nicht Schach. Wenn eine neu formierte Mannschaft gemeinsam auf dem Platz steht, ist das normal. Meine Aufgabe ist es dann, den Jungs zu helfen. Es ist aber nicht so einfach, in unserem geilen Stadion einen Spieler an der gegenüberliegenden Seitenlinie zu erreichen und mit irgendwelchen Handbewegungen Anweisungen zu geben.
Zwei Spieler, die am Anfang noch in der Startformation standen, sind Isak Johannesson und Paul Okon-Engstler. Gerade sind beide nicht da, sondern auf Länderspielreise. Wie hilfreich ist es für die beiden, jetzt gerade diese positiven Erfahrungen mit der Nationalmannschaft zu machen? Oder hätten Sie sie lieber hier in Köln und im Training gehabt?
René Wagner:Aus Trainersicht ist es immer schöner, alle Spieler da zu haben. Wir freuen uns aber genauso, dass wir Spieler bei der Nationalmannschaft haben. Es ist ein Zeichen von Qualität. Paul und Isak sind zwei Spieler für die Zentrale. Mit Ellyes ist ein weiterer dazugekommen, der seine Position sicher hat, wenn er fit ist. Tom Krauß macht es bisher ebenfalls gut. Er liefert derzeit keinen Grund, ihn nicht aufzustellen.
Sie haben schon angekündigt, dass es harte Entscheidungen und auch Enttäuschungen geben wird. Ist es für Sie einfacher, einem Routinier wie Luca Waldschmidt oder einem Talent wie Reigan Heskey mitzuteilen, dass es für den Kader nicht gereicht hat?
René Wagner:Ich muss sagen, bei Reigan tat mir die Entscheidung richtig weh. Nicht, weil die Entscheidung so brutal schwer war. Sondern weil ich weiß, wie sich für ihn aktuell die Welt verändert. Er kommt hier nach Deutschland, er ist neu in der Mannschaft, er ist neu in einer Top-5-Liga. Er gibt jeden Tag Gas, kennt seine Themen, an denen er arbeiten muss. Gegen Stuttgart hat er gespielt, dann streiche ich ihn aus dem Kader. Das war bitter für ihn. Aber auch Reigan wird seine Spiele bekommen. Für Luca ist es natürlich auch nicht einfach und wir kennen seine Qualität. Er ist natürlich ein Spieler, der den Anspruch hat, immer im Kader zu stehen. Wenn man dann gegen einen Anspruch entscheiden muss, ist logischerweise das Gegenüber nicht glücklich.
„Wir unterstützen ihn dabei, damit er hier beim FC sein Potentialmaximum erreichen wird“
Ein anderer Spieler ist Rav van den Berg. Wie weit ist er vom Kader aktuell entfernt?
René Wagner:Wir haben aktuell vier Innenverteidiger – davon spielen zwei. Joel war zuletzt derjenige, der die Position auf der Bank bekommen hat. Jetzt liegt es an Rav selbst: Er kennt die Gründe, warum er im Moment nicht zum Zug kommt, genauso kennt er aber auch die Mittel und Wege, wie er zurück in die Mannschaft finden kann.
Ein Spieler, der in der letzten Saison schon eine Entwicklung gemacht hat, ist Said El Mala. Würden Sie sagen, er ist immer noch ein Talent oder ist er da schon lange rausgewachsen? Und was fehlt ihm noch, um wirklich ein internationaler Top-Spieler werden zu können?
René Wagner:Said ist ein junger Spieler mit einer brutalen Qualität. Er ist aber auch ein junger Spieler, der noch ganz viel lernen muss. Es ist sehr schwer für jemanden, der so eine kristallklare Unterschiedsfähigkeit hat, weil sich die Gegner inzwischen teilweise mit zwei Spielern dagegenstellen, um ihn zu verteidigen. Im Vergleich zur vergangenen Saison ist die Situation jetzt eine andere für ihn, er ist im zweiten Jahr, und damit verbunden sind neue Themen, an denen er arbeitet und mit denen er umgehen muss. Wir unterstützen ihn dabei, damit er hier beim FC sein Potentialmaximum erreichen wird.
Ein weiteres Talent in Ihren Reihen ist Mikey Moore. Präsident Jörn Stobbe hat gesagt, dass er ohne Sie nicht nach Köln gekommen wäre. Was haben Sie ihm gesagt?
René Wagner:Wir haben einfach offen und ehrlich darüber gesprochen, was wir hier von ihm erwarten. Natürlich waren wir auch sehr früh an ihm dran. Es hilft sicher, wenn man einen jungen Spieler früh überzeugt, dass er bei der Mannschaft den Unterschied machen kann. Wir haben ihm die Perspektive aufgezeigt, dass er hier Spielzeit sammeln kann, wenn er performt. Was letztlich den Ausschlag gegeben hat, kann ich nicht sagen, mit Sicherheit hat es auch geholfen, dass in seiner Muttersprache mit ihm sprechen konnte.
Herr Stobbe hat auch gesagt, dass Sie bei Said einen großen Einfluss auf die Verlängerung hatten. Welche Wege haben Sie ihm aufgezeigt, dass der nächste Entwicklungsschritt für ihn beim FC eher erfolgen kann als bei einem internationalen Topteam?
René Wagner:Auch da war es ein direkter, ehrlicher und klarer Umgang miteinander. Er weiß, was wir von ihm erwarten – und welche Schritte er hier gehen kann. Aus meiner Sicht schätzt er den offenen Austausch sehr und fordert ihn ein. Deshalb fühlt er sich wohl hier. Und er weiß natürlich auch, dass er hier Fußball spielt, wenn er seine Leistung bringt. Das ist das, was er am liebsten macht.
Er kam als das große Versprechen, sollte den FC sportlich und sicher auch wirtschaftlich voranbringen. Zuletzt schaffte es der Niederländer noch nicht einmal mehr in den Kader der Geißböcke. So ploppten zuletzt Gerüchte über einen Wechsel im Winter auf. Doch was würde ein Abgang von Rav van den Berg für den 1. FC Köln bedeuten?
Rav van den Berg spielt beim 1. FC Köln derzeit sportlich kaum eine Rolle. Umso überraschender kam in den vergangenen Tagen plötzlich ein unerwartetes Transfergerücht auf. West Ham United soll sich mit dem Niederländer beschäftigen, sogar eine Ablösesumme von mehr als 15 Millionen Euro steht im Raum. Eine solche Summe würde angesichts der bisherigen Entwicklung des 22-Jährigen durchaus überraschen. Für den FC wäre ein potenzielles Angebot nicht nur finanziell ein Thema. Auch mit Blick auf die Kaderplanung ist die Personalie van den Berg interessant.
Rav van den Berg soll angeblich auf dem Zettel von West Ham stehen
Sportlich konnte van den Berg die Erwartungen, die mit seiner Verpflichtung verbunden waren, bislang nicht erfüllen. Die Domstädter hatten im vergangenen Sommer rund acht Millionen Euro für den Innenverteidiger an den englischen Zweitligisten Middlesbrough überwiesen, nachdem dieser dort mit guten Leistungen auf sich aufmerksam gemacht hatte. Auch in Köln begann van den Berg durchaus vielversprechend, ehe ihn eine Verletzung zurückwarf. Danach gelang es ihm nicht, dauerhaft an die ersten guten Eindrücke anzuknüpfen. Mit dem Trainerwechsel verlor er zusätzlich an Boden und steht inzwischen deutlich hinter anderen Innenverteidigern in der Rangfolge. Immerhin saß der Abwehrspieler bei der U21 der Niederlande am Freitag wieder auf der Bank.
Zuletzt schaffte es der Niederländer beim FC wiederum zweimal in Folge nicht in den Kader. Insgesamt kommt der 22-Jährige unter FC-Coach René Wagner auf gerade einmal einen Einsatz. „Wir haben aktuell vier Innenverteidiger – davon spielen zwei. Joel Schmied war zuletzt derjenige, der die Position auf der Bank bekommen hat“, sagte der FC-Coach im Interview mit come-on-fc.com. „Jetzt liegt es an Rav selbst: Er kennt die Gründe, warum er im Moment nicht zum Zug kommt, genauso kennt er aber auch die Mittel und Wege, wie er zurück in die Mannschaft finden kann.“ Bislang scheint der Weg aber ein recht weiter zu sein.
Wird ein Abgang realistisch?
Gerade deshalb dürften mögliche Abwanderungsgedanken des jungen Innenverteidigers nicht wirklich überraschend kommen. Dennoch erscheint ein ein möglicher Vorstoß von West Ham in dieser finanziellen Größenordnung derzeit nur schwer greifbar. Einen Spieler, der beim FC aktuell keine sportliche Rolle spielt, für mehr als 15 Millionen Euro zu verpflichten, wäre angesichts seiner bisherigen Zeit in Köln eine durchaus ungewöhnliche Konstellation. Komplett ausgeschlossen ist ein solches Szenario bei englischen Vereinen mit Blick auf ihre Transferaktivitäten allerdings nicht. Zusätzlich kennt Van den Berg den englischen Fußball aus seiner Zeit bei Middlesbrough und hat dort bereits Erfahrungen in der Championship gesammelt und sich so einst ins Visier des FC gespielt. Für den Spieler selbst dürften die Hammers also eine spannende Option sein. Zumal der Niederländer seine Zukunft auch in England sieht.
Wie fängt der FC einen möglichen Abgang auf?
Viel entscheidender wäre für den FC ohnehin die Frage, wie ein möglicher Abgang aufgefangen werden könnte. In der Innenverteidigung ist die Situation bereits jetzt speziell. Timo Hübers arbeitet nach seiner langen Verletzungspause weiter an seinem Comeback und ist für einen Einsatz zum Winter derzeit keine sichere, sogar eher eine sehr unwahrscheinliche Option. Gleichzeitig sind mit Julian Pauli und Elias Bakatukanda zwei weitere Innenverteidiger verliehen. Pauli spielt bei Odense BK, Bakatukanda beim VfL Osnabrück – beide sollten bei ihren Leihstationen eigentlich wichtige Spielpraxis sammeln. Eine vorzeitige Rückkehr im Winter wäre zwar denkbar, könnte aber ihre persönliche Entwicklung negativ beeinflussen.
Sollte aus dem bislang kolportierten Interesse tatsächlich ein konkreter Vorstoß werden, müsste sich der FC deshalb eigentlich schon vorher mit möglichen Alternativen beschäftigen. Denn ein Abgang van den Bergs wäre zwar angesichts seiner aktuellen sportlichen Rolle nicht ohne Weiteres ein Verlust für die Startelf, würde die Breite im Abwehrzentrum aber trotzdem verringern. Das Gerücht um die vermeintlich hohe Ablöse erscheint derzeit angesichts der bisherigen Leistungen schwer vorstellbar. Sollte West Ham daraus allerdings tatsächlich ein konkretes Angebot machen, müsste Köln bereits wissen, wie die entstehende Lücke geschlossen werden soll. Dann wäre es nicht mehr nur ein überraschendes Transfergerücht, sondern eine Frage, auf die die sportliche Führung möglichst schon eine Antwort in der Hinterhand haben sollte.
Das Online-Portal transfermarkt.de hat seine neuen Marktwerte der Bundesliga veröffentlicht. Und wenig überraschend hat Said El Mala die nächste Stufe erreicht. Der Youngster des 1. FC Köln knackt die 50-Millionen-Markte. Doch nicht für alle Kölner Spieler geht es aufwärts, es gibt auch bittere Einbußen.
Für Said El Mala gibt es gleich doppelt Grund zur Freude. Der FC-Spieler feierte am Donnerstag sein Debüt in der Nationalmannschaft, ist der 44. FC-Profi im DFB-Dress. Am Freitag folgte die Aufwertung seines Marktwerts beim Online-Portal transfermarkt.de. Dort wird der Youngster nun mit 50 Millionen Euro eingestuft.
Thomas Kessler scheint es bereits geahnt zu haben, als er im Sommer angeblich die Marke von 50 Millionen Euro als Grenze für Gespräche mit Interessenten für Said El Mala ausgerufen. Die Überraschung hält sich aber auch in Grenzen, aber am Mittag hat das Online-Portal transfermarkt.de die neuen Marktwerte der Bundesligisten bekannt gegeben und der des Kölner Shootingstars ist noch einmal gestiegen. El Mala wird nun auf 50 Millionen Euro geschätzt. Der Kölner Youngster ist damit einmal mehr einer der großen Gewinner beim FC. Und Kesslers 50 Millionen Euro scheinen gerechtfertigt. Nur hat der Geschäftsführer diese Summe erstens nie selbst genannt und zweitens dürfte die geforderte Ablöse sich mittlerweile dann doch noch ein wenig erhöht haben. El Mala war bereits zuvor der wertvollste FC-Profi der Vereinsgeschichte. Im internen Ranking bleibt Mikey Moore auf 18 Millionen. Der Wert hat sich dementsprechend nicht verändert.
Doch es gibt durchaus noch weitere Profiteure. Unter anderem Reigan Heskey. Der Wert des U19-Nationalspielers wird nun auf zwei Millionen Euro geschätzt, zuvor bewegte sich der Engländer noch im sechsstelligen Bereich. Luka Lochoshvili wird jetzt mit 4,5 Millionen Euro angegeben. Der Georgier lag zuvor bei 2,5 Millionen Euro. Allerdings haben die Geißböcke für den Spieler dem Vernehmen nach rund fünf Millionen Euro bezahlt. Auch Paul Okon-Engstler ist auf zwei Millionen Euro gestiegen. Wo es Gewinner gibt, gibt es natürlich auch Verlierer. So ist Rav van den Berg auf fünf Millionen Euro abgerutscht. Der Niederländer stand zuletzt bei sieben. Auch Ellyes Skhiri büßt bitte ein, ist nach der schwachen WM, dem Austritt aus der Nationalmannschaft und dem Wechsel nach Köln nur noch die Hälfte, nämlich 2,5 Millionen Euro wert.
Die Frauen des 1. FC Köln treffen am Samstag um 16 Uhr auf den SC Freiburg. Mit dabei: Sophie Nachtigall. Die 22-Jährige hat sich beim FC nach dem Wechsel im Sommer aus dem Breisgau auf Anhieb einen Stammplatz erarbeitet und will ihren Anteil weiteren Höhenflug des FC leisten. Dabei musste Nachtigall schon einen schweren Moment in dieser Saison durchstehen.
Für die Frauen des 1. FC Köln heißt es am Samstag gegen den SC Freiburg zu bestehen. Aktuell liegen die Fußballerinnen zwei Punkte und drei Tabellenplätze vor den Freiburgerinnen.
Sophie Nachtigall vom 1. FC Köln (Foto: come-on-fc.com)
Für Sophie Nachtigall wird das Duell des 1. FC Köln mit dem SC Freiburg am Samstagnachmittag (16 Uhr) zu einem besonderen Termin. Erst im Sommer wechselte die Offensivspielerin aus dem Breisgau ans Geißbockheim. Nun steht bereits das Wiedersehen mit ihrem ehemaligen Verein an. „Ich bin hierhergekommen, um dem FC zu helfen und natürlich mich auch selbst weiterzuentwickeln“, erklärte Nachtigall ihren Wechsel im Vorfeld der Partie nochmals in dieser Woche. In Köln bekommt sie dafür bislang reichlich Gelegenheit: In vier von fünf Ligaspielen stand die 22-Jährige in der Startelf und hat sich damit bereits als feste Größe etabliert.
“Nichts Schlimmeres passiert“
Dabei musste Nachtigall zuletzt auch schwierige Momente verkraften. Gegen Union Berlin wurde sie nach einem Kopftreffer benommen vom Platz begleitet. Die anschließenden Untersuchungen gaben Entwarnung. „Für mich war es in dem Moment von Anfang an selbst nicht so schlimm, ich war einfach ein bisschen unter Schock und hatte ein bisschen Probleme“, erinnerte sich Nachtigall, „dann ist es bei Kopfverletzungen umso wichtiger, dass die Entscheidung einem abgenommen wird und zur Sicherheit alles untersucht wird. Es war gut, dass wir so eine schnelle medizinische Betreuung haben und ich dementsprechend schnell wusste, dass nichts Schlimmeres passiert ist.“
Nur eine Woche später war sie bereits wieder im Einsatz – und musste in München die schwere Verletzung ihrer Mitspielerin Sandra Jessen miterleben, die ihrerseits vom Platz begleitet werden musste. „Solche Verletzungen, wenn man mit der Trage vom Platz muss, sind für das Team irgendwie auch ein Cut im Spiel“, schilderte Nachtigall. Gerade in solchen Situationen werde deutlich, wie eng sportlicher Erfolg und die Sorge um eine Mitspielerin miteinander verbunden sind. Sportlich läuft es für den FC derweil bestens. Mit neun Punkten aus fünf Spielen haben die Kölnerinnen den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte hingelegt. In der Tabelle liegt Köln aktuell auf Rang fünf – und damit zwei Punkte sowie drei Plätze vor Freiburg.
“Mein Team sieht in mir ein Bindeglied zwischen der Mittelfeldreihe und der Offensive“
„Wir haben einfach eine gute Mischung aus erfahrenen und jungen Spielerinnen“, verriet Nachtigall einen Teil des Erfolgsrezepts. Was im Training erarbeitet werde, setze die Mannschaft derzeit gut um. Tore und eine stabile Defensive sorgen für die bislang starke Bilanz. Auch Nachtigall selbst nimmt dabei eine wichtige Rolle ein: „Mein Team sieht in mir ein Bindeglied zwischen der Mittelfeldreihe und der Offensive. Ein wildes Element oder kreative Spielerin, die vorne die Mitspielerinnen in Szene setzen und auch selbst Torgefahr ausstrahlen kann.“
Gegen Freiburg könnte sich nun der Kreis ihres Sommerwechsels schließen. Für Nachtigall ist es das erste Pflichtspiel gegen ihren ehemaligen Club im FC-Trikot. Und vielleicht gelingt ihr ausgerechnet gegen Freiburg der zweite Saisontreffer. Bisher traf sie einmal am dritten Spieltag beim 4:0-Erfolg in Mainz.