Fast drei Wochen Pause: Von Profiteuren und Leidtragenden des 1. FC Köln

Die Mannschaft des 1. FC Köln vor dem Spiel
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Fast drei Wochen Pause: Von Profiteuren und Leidtragenden des 1. FC Köln

Die Länderspielpause im September dauert dieses Jahr erstmals nahezu drei Wochen. Die Vereine haben dadurch mehr Zeit, um an ihrer Taktik zu arbeiten, gleichzeitig muss das Training ohne die jeweiligen Nationalspieler stattfinden. Für einige Spieler des 1. FC Köln könnte die Pause genau zum richtigen Zeitpunkt kommen, für andere weniger.

Bereits nach vier Spieltagen gleicht die Saison des 1. FC Köln einer Achterbahnfahrt. Nach einem Weiterkommen im Pokal und einem furiosen 3:2-Auftaktsieg gegen Hoffenheim schien zunächst alles in Ordnung zu sein. In den drei anschließenden Spielen konnte die Mannschaft von René Wagner allerdings nicht mehr an diese Ergebnisse anknüpfen. Gegen Stuttgart, Bremen und den HSV holten die Geißböcke nur einen Punkt bei einem Torverhältnis von 3:7. Die Länderspielpause soll helfen, wieder in den Rhythmus zu finden. Die Unterbrechung kommt allerdings nicht für jeden Spieler gelegen.

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Zum Vorbereitungsstart auf das Derby gegen Borussia Mönchengladbach musste René Wagner am Montag auf neun fitte Spieler verzichten, die allesamt mit ihren Nationalmannschaften unterwegs sind. Fünf von ihnen gehören zudem zum absoluten Stammpersonal. In dem dezimierten und von Nachwuchsspielern aufgefüllten Trainingskader könnten einige der verbliebenen Profis nun ihre Chance wittern.

Pause zum richtigen Zeitpunkt

Unter Wagner hat sich in den ersten Wochen schnell eine vermeintliche Stammformation gebildet. Sebastian Sebulonsen und Luca Waldschmidt spielten dabei allerdings keine Rolle. Beide haben verletzungsbedingt den Saisonauftakt verpasst und mussten sich die ersten Spiele von der Tribüne anschauen. Jetzt sind beide wieder zurück und haben die Gelegenheit, auf sich aufmerksam zu machen. Sebulonsen wird dabei seinen Stammplatz zunächst wohl sicher haben. Nach der Verletzung von Alessio Castro-Montes wird der Norweger in die Startaufstellung rücken und will dafür sorgen, diese Position auch nach Rückkehr des Belgiers zu behaupten. Waldschmidt hingegen muss sich in der Offensive gegen große Konkurrenz durchsetzen. Da Said El Mala und Mikey Moore wohl weiterhin gesetzt sein werden, bleibt nur noch die dritte Offensivposition. Zuletzt hat hier Linton Maina gespielt und seinen Job auch gut gemacht. Der routinierte Waldschmidt hat nun jedoch zwei Wochen lang die Chance, auf sich aufmerksam zu machen.

Da die Defensive der Geißböcke auch in dieser Saison noch nicht die erhoffte Stabilität liefert, könnte eine Veränderung in der Innenverteidigung zur Option werden. Joel Schmied ist aktuell die dritte Wahl und könnte gegen Gladbach seine Chance erhalten. Als Nicht-Nationalspieler hat der Schweizer in Köln aktuell jeden Tag die Gelegenheit, sich zu zeigen. In anderen Situationen befinden sich derweil Paul Okon-Engstler und Isak Johannesson. Die beiden Mittelfeldspieler gehörten zunächst noch zum Stammpersonal, haben ihren Platz jedoch nach durchwachsenen Leistungen wieder verloren. Die Reise zur Nationalmannschaft könnte dabei eine angenehme Abwechslung sein. Beide zählen für ihr Land zu den Säulen im Mittelfeld. Dieses Vertrauen könnte dem Duo helfen stärker nach Köln zurückzukommen und am Geißbockheim wieder anzugreifen. Während Okon-Engstler mit Australien im ersten Spiel gegen Brasilien erst in der Nachspielzeit den Ausgleich hinnehmen musste, starteten die Isländer um Johannesson mit einem 1:1 gegen Estland in die Nations League.

Schlechtes Timing

Wagner dürfte sich in der verlängerten Pause einige Gedanken über seine Startelf gegen Gladbach machen und die Leistung aller Spieler verfolgen. Dadurch könnten Startelfplätze wackeln. Luka Lochoshvili wurde im Sommer aus Nürnberg verpflichtet. Eine seiner Hauptaufgaben sollte das Auflösen des Kölner Standardproblems sein. Nach vier Spieltagen ist ihm das noch nicht gelungen. Der FC ist weiterhin anfällig bei Ecken und Freistößen, strahlt selbst hingegen in der Offensive kaum Gefahr aus. Dazu kommen einige kleinere Unsicherheiten des Georgiers. Während er aktuell bei der Nationalmannschaft weilt, könnte er seinen Stammplatz verlieren, ohne selbst etwas dagegen tun zu können. Keine Chance auf seinen Platz in der Startelf dürfte Rav Van den Berg haben. Der Niederländer stand zuletzt nicht einmal mehr im Kader. Der 22-Jährige ist zudem ebenfalls für die Niederlande im Einsatz, weshalb er aktuell wenig Möglichkeiten hat, Wagner von sich zu überzeugen.

Der letzte Neuzugang am Geißbockheim in diesem Sommer war Borna Sosa. Der Kroate sollte sich auf der Linksverteidigerposition mit Gideon Mensah um den Stammplatz duellieren. Bislang ist davon jedoch wenig sichtbar. Mensah ist klar gesetzt, während für Sosa nur die Bank bleibt. Da der Ghanaer aktuell ebenfalls für seine Nationalmannschaft im Einsatz ist, hat der offensivstarke Sosa nicht einmal die Möglichkeit, sich im direkten Vergleich hervorzutun.

Wie steht es um René Wagner?

Für den Trainer der Geißböcke ist die Situation sowohl eine Chance als auch eine Herausforderung. Nach unglücklichen Auftritten hat der 38-Jährige deutlich mehr Zeit als üblich, um an den eigenen Schwächen zu arbeiten. Gleichzeitig können sich Spieler im Training zeigen und aufdrängen. Weniger förderlich ist jedoch die Tatsache, dass die halbe Startelf und ein Teil der Bank an diesen Einheiten gar nicht teilnehmen kann. Ein Großteil der Inhalte wird also an Spieler vermittelt, die diese auf dem Rasen gar nicht zwingend umsetzen werden. Wagner steht also vor der Aufgabe, die Zeit gut zu nutzen. Gleichzeitig müssen seine Stammspieler die neuen Vorgaben nach ihrer Rückkehr schnell umsetzen können. Das anstehende Derby wird sowohl für Wagner als auch für den FC zur Standortbestimmung.

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Die nächste große Bühne für Mikey Moore – und der FC schaut beim U20-Kapitän Englands aus guten Gründen ganz genau hin

Mikey Moore spielt aktuell für die U20 der Engländer
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Die nächste große Bühne für Mikey Moore – und der FC schaut beim U20-Kapitän Englands aus guten Gründen ganz genau hin

Erstes Spiel für die englische U20, direkt Kapitän, direkt getroffen. Es läuft bei Mikey Moore und das wird man beim 1. FC Köln gerne sehen. Nun wartet auf den Youngster der Geißböcke mit Frankreich die nächste große Bühne.

Mit Mikey Moore hat Thomas Kessler einen starken Offensivspieler an den Rhein gelotst. Bislang erfüllt der Engländer die Erwartungen. Am Nachmittag steht das nächste internationale Spiel an. Dann gegen die U20 von Frankreich.

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Der Stolz war Mikey Moore schon anzusehen, als er die englische U20 am vergangenen Freitagmittag mit der Kapitänsbinde aufs Feld führte. Beim Nachwuchs der Three Lions schlüpft der 19-Jährige nicht nur in ein anderes Jersey mit anderer Nummer (11), der Offensivspieler übernimmt eine andere Rolle. Er ist der Leader des Teams und das bei seinem Debüt. Moore gab eine besondere Premiere gegen Italien ab. Der Spielführer erzielte das zwischenzeitliche 2:0, war Dreh- und Angelpunkt in der Offensive. Nun folgt der zweite Auftritt und der Gegner hat es ebenfalls in sich. England trifft im spanischen La Nucia auf Frankreich. So richtig viele Zuschauer waren bei den bisherigen Spielen im Estadi Olímpic Camilo Cano nicht anwesend, dennoch hat das Duell gegen die Equipe tricolore etwas von großer Bühne. Denn beide Mannschaften sind mit Spielern gespickt, die bereits wichtige Faktoren ihrer Vereinsmannschaften sind, zum Teil zweistellige Millionen-Marktwerte erreichen, wie Angers Peter Prosper (12 Mio.) oder ManUs Ayden Heaven (30 Mio.).

Starker Auftritt bei den Three Lions

Mikey Moore braucht sich in dieser Liste nicht verstecken. Der 19-Jährige hat in seinem ersten Spiel genauso Spuren hinterlassen wie in den ersten Wochen beim FC. In Köln wird man die Spiele des englischen Nachwuchses mit Stolz, aber auch gesteigertem Interesse verfolgen. Denn es spricht viel dafür, dass sich der Youngster auf der aktuellen Reise den nächsten Funken Selbstvertrauen für mehr beim FC holt. Moore hat bei den Three Lions eine Leader-Position übernommen, geht voran und das bislang über die linke Seite.

Beim FC spielt er eine zentrale Rolle, er übernimmt den klassischen Spielmacher. Und damit eine Position, die es so in Köln länger nicht mehr gegeben hat. Dass Moore über die linke Seite kommt, ist keine Überraschung. Schon bei Tottenham wurde der Rechtsfuß immer wieder auf dem linken Flügel eingesetzt, er wird als nomineller Flügelspieler in den Kaderlisten aufgeführt. Die „Bild“ berichtete zuletzt, dass man Moore in Köln dagegen die Rolle des Zehners zugesagt habe.

Öffentlich haben sich die Kölner Verantwortlichen weniger eindeutig festgelegt. René Wagner betonte vielmehr die Vielseitigkeit seines Neuzugangs. „Das Schöne ist, dass er alles kann. Auf der Zehn spielen, zweite Spitze und auf beiden Seiten auf der Außenbahn“, sagte der Kölner Coach unlängst. Ihm ginge es vor allem darum, dass Moore und Said El Mala sich weiter einspielen. Zweiterer scheint natürlich ein weiterer Grund für Moores Spielmacher-Rolle zu sein. Denn in ihrem grundsätzlichen Profil gibt es durchaus Überschneidungen. Sowohl El Mala als auch Moore suchen das Eins-gegen-Eins und können vom linken Flügel mit dem rechten Fuß Richtung Tor ziehen. Würde Wagner beide Talente für diese Position einplanen, müsste sich der Trainer regelmäßig zwischen den beiden Topspielern entscheiden. Somit gehört die linke Seite der Nummer zehn, die Zehner-Position damit also der Nummer „47“. Denn auf der rechten Seite dürfte sich Linton Maina vorerst festgespielt haben.

Wenig Zeit, viel Impact

Für den FC gehen die internationalen Spiele des Talents aber weit über die Frage der Position hinaus. Denn viel Zeit bleibt den Kölnern bei der in Tottenham erhofften und genau beobachteten Entwicklung des Spielers bekanntlich nicht. Moore ist nur für eine Spielzeit ausgeliehen. Eine im Vertrag verankerte Kaufoption gibt es nicht und tatsächlich auch keine realistische Chance, dass Köln trotzdem einen Kauf eintüten könnte. Moore wird wieder zu den Lilywhites zurückkehren. Wenn überhaupt bestünde die Möglichkeit, die Leihe ein wenig auszudehnen.

Doch über etwaige Vertragsdetails ist nichts bekannt, würde wohl auch nur funktionieren, wenn sich Moore nicht so schnell wie erhofft weiterentwickelt. Und das will man in Köln nun auch nicht. Für den FC besteht die Aufgabe daher darin, aus der gemeinsamen Zeit sportlich möglichst viel herauszuholen – unabhängig der Position. Aber ganz sicher abhängig vom Zusammenspiel mit Said El Mala. Und der bekommt wohl ebenfalls seine Chance auf ganz großer Bühne.


FC-Profis im Länderspiel-Einsatz

Said El Mala

🇩🇪 Deutschland

  • vs. Serbien1. Okt, 20:45ZDF
  • bei Griechenland4. Okt, 20:45RTL

Isak Johannesson

🇮🇸 Island

  • vs. Estland26. Sep1:1
  • bei Luxemburg29. Sep, 20:45DAZN
  • vs. Bulgarien3. Okt, 18:00DAZN
  • bei Estland6. Okt, 20:45DAZN

Luka Lochoshvili

🇬🇪 Georgien

  • vs. Nordirland25. Sep0:1
  • vs. Ukraine28. Sep0:0
  • bei Ungarn2. Okt, 20:45DAZN
  • bei Nordirland5. Okt, 20:45DAZN

Paul Okon-Engstler

🇦🇺 Australien

  • bei Brasilien25. Sep1:1
  • bei Brasilien29. Sep, 12:00

Gideon Mensah

🇬🇭 Ghana

  • bei Elfenbeinküste24. Sep0:2
  • vs. Gambia29. Sep, 18:00
  • bei Marokko4. Okt, 20:00

Jahmai Simpson-Pusey

England England (U21)

  • vs. Kasachstan25. Sep4:2
  • vs. Slowakei2. Okt
  • vs. Irland6. Okt

Mikey Moore

England England (U20)

  • bei Italien25. Sep3:1
  • vs. Frankreich29. Sep, 11:30
  • vs. Deutschland3. Okt

Reigan Heskey

England England (U19)

  • bei Irland25. Sep1:0
  • vs. Norwegen29. Sep, 16:00
  • vs. Belgien5. Okt

Rav van den Berg

🇳🇱 Niederlande (U21)

  • bei Norwegen25. Sep0:0
  • vs. Slowenien2. Okt
  • vs. Bosnien & Herzegowina6. Okt

Nicht gesucht, nicht gefunden oder eine Systemfrage? Die aktuelle Situation der Stürmer des 1. FC Köln ist kompliziert

Ragnar Ache und Thijs Dallinga sollen beim FC Tore schießen
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Nicht gesucht, nicht gefunden oder eine Systemfrage? Die aktuelle Situation der Stürmer des 1. FC Köln ist kompliziert

Nachdem Thijs Dallinga herausragend in die Saison startete, konnte er zuletzt nicht mehr überzeugen. Ragnar Ache sucht zum Beginn der Spielzeit ebenfalls noch seine Konstanz. Beide Angreifer haben bisher Schwierigkeiten, ihre Stärken einzubringen. Liegt das an ihnen selbst oder doch am System von René Wagner?

Jeder Fußballfan weiß von klein auf: Stürmer müssen Tore schießen. Beim FC ist die Realität zum Saisonstart allerdings zum Teil eine andere. Sowohl Thijs Dallinga als auch Ragnar Ache werden in der Offensive als reiner Knipser nur selten gesucht. Wenn sie gefordert sind, dann hauptsächlich als Wandspieler. Müssen sich die Angreifer dem System anpassen oder doch eher anders herum? In jedem Fall muss im Sturmzentrum des 1. FC Köln etwas passieren.

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Nach den jüngsten Ergebnissen ist von der anfänglichen Euphorie beim FC nach dem Heimsieg gegen die TSG Hoffenheim nur noch wenig übrig. Thijs Dallinga wurde damals mit seinem Doppelpack zum Matchwinner und feierte einen perfekten Einstand im Trikot der Geißböcke. Zusammen mit Ragnar Ache, der bereits in der vergangenen Saison seine Qualitäten auf Bundesliga-Niveau gezeigt hatte, entstand schnell der Eindruck, dass der FC sein eigentlich seit Jahren schwelendes Sturmproblem gelöst hatte. Die letzten Spiele vor der Länderspielpause zeigten jedoch anderes. Sowohl Ache als auch Dallinga sahen in den Spielen gegen Stuttgart, Bremen und den HSV alles andere als glücklich aus. Beide Angreifer konnten ihre Stärken kaum ausspielen und warfen damit eine dringliche Frage auf: Setzt der 1. FC Köln seine Stürmer falsch ein?

Qualitäten in der Luft

Die 38. Minute dürfte vielen FC-Fans in Hamburg besonders schmerzhaft in Erinnerung geblieben sein. Gideon Mensah brachte den Ball von links punktgenau in den Strafraum. Dallinga kam aus kürzester Distanz frei zum Kopfball doch Daniel Heuer Fernandes bekam noch die Hände an den Ball und verhinderte den Kölner Führungstreffer. Nach dem verschossenen Elfmeter gegen Bremen ließ der Niederländer somit die nächste Großchance ungenutzt. Gleichzeitig zeigt die Szene aber auch, warum Dallinga und Ache für den FC wichtig sind.

Beide bringen ein ähnliches Profil mit: Sie können Flanken und hohe Bälle im Strafraum zu verwerten, sind körperlich präsent und bewegen sich clever zwischen den Abwehrreihen. Gerade beim Niederländer war in Hamburg zu sehen, wie gefährlich er werden kann, wenn er per Flanke gefunden wird. Die Präsenz in Luftzweikämpfen gehört auch bei Ache zu den Kernkompetenzen. Bei seiner Verpflichtung im vergangenen Sommer hat er selbst genau auf diese Qualität hingewiesen: „Vor allem das Spiel mit Flanken ist eine große Stärke von mir“, sagte der Stürmer damals. Trotzdem ist die Flanke im Kölner Angriff (mit anschließendem Abschluss) nur selten das Mittel der Wahl. Doch woran liegt das?

Falsch eingesetzte Stürmer?

Die Antwort darauf ist das Spielermaterial hinter der Spitze. Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina bringen viel Dynamik, Dribbelstärke und die Fähigkeit mit, selbst Lösungen zu kreieren. Sie sind aber keine klassischen Flankengeber. Der Mittelstürmer fungiert im System der Domstädter somit eher als Zielspieler, der lange Bälle festmachen und auf die nachrückenden Spieler ablegen soll. Eine Spielidee, die beide Stürmer durchaus limitiert und ihrer Stärken und Torgefahr beraubt. Die Szene in Hamburg zeigt exemplarisch, dass Dallinga in solchen Situationen Gefahr ausstrahlen kann. Ache traf später sogar nach einer Hereingabe. Die Frage ist, wie regelmäßig der FC ihnen diese Situationen verschaffen kann. Bisher war dies deutlich zu selten der Fall.

Mit Borna Sosa haben die Kölner nun einen Spieler im Kader, dem diese Ausrichtung entgegen kommen könnte. Der Linksverteidiger ist bekannt für seine Flankenqualität und kann von außen für die Hereingaben sorgen, die Ache und Dallinga brauchen. Gleichzeitig würde ein stärkeres Flankenspiel aber auch die Rollen von Said El Mala, Mikey Moore und Linton Maina verändern. Es geht also nicht einfach darum, möglichst viele Bälle in den Strafraum zu schlagen, sondern um die Frage, auf welche Mischung aus spielerischen Kombinationen, Dribblings und Hereingaben der FC setzen will, um alle Spieler bestmöglich einzusetzen. Bundestrainer Jürgen Klopp sagte bei seiner ersten Kadernominierung: „Wir haben nicht geguckt, was wir nicht haben, sondern wir haben geguckt, was wir haben.“ Womöglich würde eine solche Ansicht dem FC ebenfalls neue Perspektiven eröffnen.

Bewährtes System

Ansonsten muss die Frage erlaubt sein, ob sich der FC im Sturm vielleicht falsch aufgestellt hat. Denn die Profile der beiden Angreifer unterscheiden sich nur gering. Ein Konzept, dass nichtsdestotrotz bereits in Köln funktionierte. In der Saison 2021/22 stürmten mit Sebastian Andersson und Anthony Modeste ebenfalls zwei klassische Mittelstürmer für die Geißböcke. Modeste kam auf 32 Einsätze, Andersson aufgrund einer Corona-Infektion zum Saisonende auf 26. Unter dem damaligen Trainer Steffen Baumgart, dem der heutige Cheftrainer René Wagner assistierte, gelang den Kölnern die Qualifikation für die Conference League. Mit Benno Schmitz hatte der FC damals, genau wie jetzt mit Sosa, einen Spieler mit hervorragender Flankenqualität in den eigenen Reihen. Möglich aber, dass der Trainer sich das Mittel des Knipsers auch für die Schlussphase aufheben will, wenn andere Lösungen nicht mehr greifen.

Ob Wagner die Idee seines Mentors in Erwägung zieht, wird sich im Verlauf der Saison zeigen. Die Szene in Hamburg hat aber anschaulich gezeigt, welche Gefahr entstehen kann, wenn einer der beiden in genau solche Aktionen kommt, wie sie zu ihrem Spiel passen. Wenn die Domstädter es schaffen, ihre Vorderleute so in Szene zu setzen, ist der FC um eine Option im letzten Drittel reicher. Dabei würden zumindest die Stärken der eigenen Stürmer bedient.

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Spieler des 1. FC Köln bei Nationalmannschaft: Warum Said El Mala für Jürgen Klopp interessant sein könnte

Said El Mala hofft nun auf seine Einsatzzeit in der A-Nationalmannschaft
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Spieler des 1. FC Köln bei Nationalmannschaft: Warum Said El Mala für Jürgen Klopp interessant sein könnte

Für Said El Mala beginnt am Montag ein neues Kapitel. Der 20-Jährige spielt bei Bundestrainer Jürgen Klopp für sein Debüt als A-Nationalspieler vor. Und tatsächlich spricht viel für einen ersten Einsatz am Donnerstag in München. Zumindest scheinen Spielidee und der Vergleich mit der Konkurrenz für den Kölner zu sprechen.

Am Sonntag verfolgte Said El Mala das Spiel der deutschen Nationalmannschaft von der Tribüne aus, am Donnerstag will er für genau diese auf dem Platz stehen. Und die Chancen stehen nicht schlecht.

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Nach einigen individuellen Einheiten – unter anderem am Geißbockheim – begann am Sonntag das Unterfangen Nationalmannschaft. Said El Mala war im Laufe des Tages zur Mannschaft gestoßen, am Abend folgte der erste gemeinsame Auftritt. Der zweite Kader der DFB-Elf verfolgte im Augsburger Stadion den Auftritt des ersten Kaders gegen Griechenland. Ausgerechnet ein gebürtiger Kölner überzeugte bei der 0:1-Pleite noch am meisten. Mit Yann Aurel Bisseck stand der jüngste FC-Profi der Vereinsgeschichte auf dem Platz, nun schickt sich der wertvollste FC-Profi der Vereinsgeschichte an, sein Debüt in der A-Nationalmannschaft zu feiern. Bei der großen Spieler-Inventur von Jürgen Klopp bekommt nun also Said El Mala die Chance, vorzuspielen. Wie berichtet wählt Jürgen Klopp zu seinem Amtsantritt einen anderen Ansatz als seine Vorgänger. Der Chefcoach will die XL-Länderspielphase nutzen, um möglichst viele Spieler zu sehen, hat 44 Akteure in den Kader berufen.

Klopp arbeitet mit klassischen Flügelspielern

Auch, wenn die DFB-Elf die Begegnung gegen Griechenland verloren hat, dürfte El Mala mit dem Gesehenen zufrieden gewesen sein. Denn wie erwartet setzte Jürgen Klopp in beiden bisherigen Begegnungen auf klassische Flügelspieler. Nominell übernahm Kevin Schade diese Rolle auf Linksaußen. Der 24-jährige Außenspieler des FC Brentford startete in beiden Begegnungen von Beginn an auf der linken Seite. Allerdings klebte der gebürtige Potsdamer nicht an einer Außenlinie, Schade tauschte seine Position ab und an mit Karim Adeyemi. Während der Spieler des FC Barcelona ordentlich Dampf machte, blieb Schade vor allem gegen die Griechen eher unauffällig. Vom großen Glück waren aber beide Flügelspieler nicht verfolgt. Dennoch zeigten die bisherigen beiden Begegnungen, welche Rolle El Mala einnehmen könnte. Denn in den Umschaltmomenten ging es schnell nach vorne. Gerade Adeyemi suchte auch immer wieder gerne den Weg von Außen ins Zentrum und dann den Abschluss.

Vorteil Said El Mala?

Ein Mittel, das El Mala beim FC bekanntlich immer wieder gerne anwendet. Von der Spielanlage scheint Klopps System durchaus zudem des Kölner Shootingstars zu passen. Tatsächlich kann sich der FC-Profi nun berechtigte Hoffnungen machen, in München am kommenden Donnerstag endlich sein Debüt zu feiern. Mit Derry Scherhant vom SC Freiburg befindet sich im zweiten Kader „nur“ ein weiterer nomineller Linksaußen. Auf den ersten Blick ähneln sich die Profile bemerkenswert: Sowohl El Mala als auch Scherhant kamen in der vergangenen Bundesliga-Saison auf 5,71 Dribblings pro 90 Minuten und waren auch ähnlich oft erfolgreich (2,77 El Mala, 2,64 Scherhant). Danach gehen ihre Profile jedoch auseinander. Während der Freiburger deutlich mehr mit zurück arbeitet, Zweikämpfe sucht und man ihm das vielleicht als mannschaftsdienlich auslegen könnte und häufiger den Ball erobert, zieht es El Mala wesentlich stärker zum Tor. Der Kölner kam pro 90 Minuten auf 3,15 Abschlüsse, Scherhant auf 2,09. Noch deutlicher wird der Unterschied bei den Schüssen aufs Tor (1,32 zu 0,67) und beim xG-Wert (0,46 zu 0,21).

El Mala ist damit nicht unbedingt der deutlich größere Dribbler der beiden – seine Besonderheit liegt vielmehr darin, wie häufig er aus seinen offensiven Aktionen selbst Torgefahr entwickelt. Ein Ansatz, der Klopp liegen dürfte. Allerdings gibt es natürlich weitere Spieler im Kader (Florian Wirtz, Lennart Karl, usw.), die diese Rolle ebenfalls einnehmen können und auch schon eingenommen haben. Vorerst wird sich dem 20-Jährigen nun ohnehin erst einmal die Chance bieten, sich im Training anzubieten. Denn El Mala sagte bereits in der vergangenen Woche im FC-Podcast: „Wer gut trainiert, der wird auch spielen – denke ich. Das liegt am Training. Ich hoffe, dass ich die Chance kriege, mich zu zeigen. Und dann liegt es nur an mir.“

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Personal-Update beim 1. FC Köln: Ohne die Nationalspieler, aber mit acht Nachwuchshoffnungen in die Vorbereitung

René Wagner beim Training des 1. FC Köln
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Personal-Update beim 1. FC Köln: Ohne die Nationalspieler, aber mit acht Nachwuchshoffnungen in die Vorbereitung

Der FC ist am Montag in die Vorbereitung auf das Derby gegen Mönchengladbach gestartet. In knapp zwei Wochen steht das Duell gegen den Rivalen an für den 1. FC Köln: Gleich acht Nachwuchshoffnungen füllen den Kader auf. Denn zahlreiche Spieler befinden sich mit ihren Nationalmannschaften auf Länderspielreise.

Ohne weitere Ausfälle, aber auch ohne die Nationalspieler ist der FC am Montag in die Vorbereitung auf das Duell gegen Mönchengladbach in zwei Wochen gestartet. Die gesamte Woche wird trainiert, bevor am Samstag das Testspiel ansteht.

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Fünf Tage hatte der FC in der vergangenen Woche am Stück frei. Nun geht es am Geißbockheim weiter. Allerdings nicht für den gesamten Kader. Wie berichtet, befinden sich neun Kölner Profis mit ihren Nationalmannschaften auf Länderspielreise. Unter anderem hofft Said El Mala auf sein Debüt. Am Abend spielt zudem Luka Luchoshvili mit Georgien gegen die Ukraine in der Nations League (18 Uhr). Zudem fehlen der Langzeitverletzte Timo Hübers sowie Alessio Castro-Montes, der mit einer Muskelverletzung bis auf Weiteres fehlen wird. Um den Kader aufzufüllen, werden gleich acht Nachwuchshoffnungen bei den Geißböcken am Profi-Training teilnehmen. Im Sommer waren sechs Spieler über die gesamten Wochen der Vorbereitung dabei. Die Young Goats durften sich auch im Trainingslager in Kitzbühel zeigen. Sie wurden allerdings wieder in die U21 geschickt. Jonathan Friemel, David Fürst, Kristiyan Irmiev und Nilas Yacobi waren dabei.

Fünf Trainingseinheiten, drei öffentlich

Zwei Akteure sind dagegen nicht mehr dabei. Patrik Kristal spielt mittlerweile für Thun und Maik Afri Akumu ist mit der U19 der DFB-Auswahl im Einsatz. Doch der Kader wird noch weiter aufgefüllt. Mit Assad Kotya-Fofana, Luis Stapelmann, Luc Dabrowski und Etienne Borie hat René Wagner vier weitere Young Goats hochgezogen. Alle spielen eigentlich in der U21, warum zum Teil am Wochenende noch im Einsatz. In dieser Woche stehen für den FC gleich fünf Trainingseinheiten an. Das Training an Dienstag und Mittwoch findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Donnerstag und Freitag können sich die Zuschauer wieder einen Eindruck von der Mannschaft machen. Das gilt auch für Samstag, denn da steht das Testspiel gegen Viktoria Köln an. Das Spiel beginnt um 14 Uhr im Sportpark Höhenberg. Wagner wird sich dort Eindrücke seiner B-Elf holen können. Vielleicht drängt sich der ein oder andere Spieler dann auf – möglicherweise auch Talente aus der U21.

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„Kaderplatz für Malek“: Warum Malek El Mala weiter auf seine FC-Chance warten muss

Malek El Mala will es bei den Profis schaffen
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„Kaderplatz für Malek“: Warum Malek El Mala weiter auf seine FC-Chance warten muss

Während Said El Mala aktuell auf sein Länderspiel-Debüt in der A-Nationalmannschaft wartet, hofft Bruder Malek El Mala noch auf die Bundesliga. Aktuell ist der Spieler einmal mehr verletzt und liefert damit den Grund, warum er bislang auf den Durchbruch warten muss.

Gegen Hilden stand Malek El Mala nicht auf dem Platz. Der Stürmer der U21 ist aktuell wieder verletzt. Zwar ist man sich beim FC sicher, dass der 21-Jährige den Durchbruch schaffen kann. Doch die Verletzungen werfen den Spieler immer wieder zurück.

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Als Imad Rondic Anfang September in den Kader der Profis zurückbeordert wurde, war die Überraschung groß. Zum einen, weil der Stürmer erst wenige Wochen zuvor ausgemustert worden war und seitdem mit keiner Mannschaft trainiert hatte. Zum anderen, weil René Wagner mit dem Angreifer den Kader auffüllte, obwohl sich gleich mehrere Nachwuchstalente in der Vorbereitung im Sommer aufgedrängt hatten und dafür auch in höchsten Tönen gelobt wurden. Und dann gibt es da ja noch eine weitere Offensivkraft, der man den Durchbruch in der Bundesliga ebenfalls schon bald zutraut – so zumindest der kommunizierte Tenor. Seit der Verpflichtung der Brüder Said und Malek El Mala werden die Kölner Verantwortlichen nicht müde zu betonen, dass Malek ebenfalls das Potenzial für die höchste deutsche Spielklasse habe. Nur scheint der Weg dorthin weiterhin ein sehr weiter zu sein. So weit, dass es der 21-Jährige bis heute nicht einmal in den Bundesliga-Kader geschafft hat.


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Der nächste Rückschlag

„Malek hat ein Riesenpotenzial. Er ist ein guter Junge, der aber leider, sowohl in seiner Phase bei der Viktoria als auch bei uns, sehr viel verletzt war“, hatte Thomas Kessler vor gut zwei Wochen auf einer Talk-Veranstaltung des „Kölner Stadt-Anzeigers“ und des „Express“ erklärt und konkret zu der „Bevorzugung“ von Rondic. „Eigentlich ist so ein Kaderplatz dann für Malek, aber für ihn ist es gerade viel wichtiger, 90 Minuten in der U21 zu spielen als zwei, drei Minuten eingewechselt zu werden.“ Tatsächlich geht es den Verantwortlichen darum, dass der ältere der El-Mala-Brüder über einen längeren Zeitraum verletzungsfrei bleibt. Das war schon im Sommer ein Thema, als es verwunderte, dass der Stürmer im Gegensatz zu einigen Nachwuchshoffnungen nicht mit ins Trainingslager reisen durfte. „Malek muss jetzt mal über einen längeren Zeitraum gesund bleiben. Er hat nach zwei verletzungsanfälligen Jahren Nachholbedarf.“

Auf dem Weg der Besserung

Und genau darin liegt das Problem. Malek El Mala hat schon ein extremes Verletzungspech. Unter anderem schleppte sich der Spieler bei der Viktoria mit Bänderverletzungen herum, in der vergangenen Saison setzte ihn vor allem ein Muskelbündelriss mehr als die Hälfte der Spielzeit außer Gefecht. Erst im Mai stieg der Angreifer bei der Kölner U21 wieder ins Spielgeschehen wieder ein. Nach einer ordentlichen Vorbereitung nun der nächste Rückschlag. Während Bruder Said auf sein Debüt bei der Nationalmannschaft hofft, arbeitet der 21-Jährige einmal mehr an seinem Comeback. Denn im Spiel gegen Rhynern zog sich der Stürmer eine Verletzung am Sprunggelenk zu und muss nun doch wieder zuschauen. Immerhin nicht lange. Trainer Manuel Hartmann verriet gegenüber come-on-fc.com, dass sich der Angreifer auf dem Weg der Besserung befände und in zwei Wochen vielleicht schon wieder angreifen könne. Dennoch scheint der Sprung zu den Profis weit weg zu sein.

Denn die Verletzungen werfen den Spieler nicht nur sportlich zurück, auch der Beweis, dass El Mala über einen längeren Zeitraum gute Leistungen in der Regionalliga bringen kann, wird so immer wieder auf Null gesetzt. „Sobald wir den Eindruck haben, dass er in der Lage ist für mehr, dann wird er auch die Chance bekommen, oben dabei zu sein“, sagte Kessler. Den Eindruck können die FC-Bosse aktuell noch nicht haben.

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Nachwuchsspieler des 1. FC Köln: Große Talente, starke Profi-Vorbereitung, warme Worte – und doch keine Chance unter Wagner?

Die Talente des 1. FC Köln
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Nachwuchsspieler des 1. FC Köln: Große Talente, starke Profi-Vorbereitung, warme Worte – und doch keine Chance unter Wagner?

Während der Sommervorbereitung haben einige Talente des 1. FC Köln ihre Chance im Training der Profis erhalten. René Wagner betonte dabei immer wieder, welch positiven Eindruck die Jungböcke hinterließen. Nachhaltig festspielen konnte sich allerdings keiner. Mittlerweile sind alle entweder verliehen oder zurück in der U21 von Trainer Manuel Hartmann. Eine Zukunft im Verein ist dennoch nicht ausgeschlossen.

Neun Spieler des FC befinden sich auf Länderspielreise. Somit stehen die Chancen nicht schlecht, dass der Kader in den kommenden Tagen mit U21-Spielern aufgefüllt wird. Mit Kristiyan Irmiev, Jonathan Friemel, David Fürst, Nilas Yacobi, Maik Afri Akumu und Patrik Kristal waren schon sechs Nachwuchsspieler während der gesamten Vorbereitung Teil des Profikaders. In einen Spieltagskader schaffte es bisher lediglich Friemel und das auch nur, weil zu dem Zeitpunkt noch kein zweiter Linksverteidiger zur Verfügung stand. Mit der Verpflichtung von Borna Sosa rutschte aber auch er endgültig aus dem Aufgebot. Zurück im Regionalliga-Alltag sind Profi-Einsätze für die eigenen Talente aktuell scheinbar in weiter Ferne.

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Der 1. FC Köln glänzt seit Jahren mit hervorragender Jugendarbeit. Die A-Jugend erreichte in den vergangenen zwei Saisons jeweils das Finale um die Deutsche Meisterschaft, gewann dieses 2025 sogar und erreichte in der abgelaufenen Saison das Achtelfinale der UEFA Youth League. Obwohl der FC nicht alle diese Spieler halten konnte, sind doch einige immer noch für die Geißböcke im Einsatz und sollen in Zukunft ihre Chance im Herrenbereich erhalten. Den direkten Sprung in den Profikader schaffte zuletzt lediglich Stürmer Fynn Schenten, der unter Wagner allerdings keine Rolle mehr spielte und aktuell in die Niederlande zu Roda Kerkrade verliehen ist. Wie die Perspektive der anderen Spieler zurzeit aussieht, ist unklar.

Schwerer Stand für den Nachwuchs

Nachdem im Sommer zeitnahe Profi-Einsätze der Nachwuchsspieler noch möglich erschienen, ist die Perspektive wenige Wochen später bereits eine ganz andere. Der Kader von Wagner ist groß und nahezu jede Position ist mindestens doppelt besetzt. Zudem scheint der Übungsleiter der Geißböcke bevorzugt auf erfahrenere Spieler zu vertrauen. Während sein Vorgänger gelegentlich junge Spieler einfach mal reinschmiss, ist Wagner weniger experimentierfreudig. Ausnahmen sind Jahmai Simpson-Pusey, der sich unter Ex-Trainer Lukas Kwasniok bereits in die Mannschaft spielte, sowie die beiden Top-Talente Said El Mala und Mikey Moore.

Das Verhalten des Trainers wirkt teilweise widersprüchlich zu seinen Worten aus dem Sommer. Selbst als Thijs Dallinga am zweiten Spieltag ausfiel, rückte kein Spieler aus dem Nachwuchs nach, obwohl gerade in der Offensive mit Spielern wie Malek El Mala, Maik Afri Akumu und Nilas Yacobi einige spannende Kandidaten zur Verfügung stünden. Stattdessen stand der zuvor Aussortierte Imad Rondic im Aufgebot und durfte sogar ein paar Minuten Spielzeit sammeln. Ein klares Zeichen an die jungen Herausforderer, dass sie zurzeit nicht gefragt sind.

Welche Perspektive gibt es?

Trotz vermeintlich klarer Rollen könnte sich die Situation um die jungen Kicker nun wiederholen. Aufgrund der Länderspielpause fehlen Wagner neun Spieler im Training. Um dennoch intensive Einheiten in der Vorbereitung auf das Derby gegen Borussia Mönchengladbach absolvieren zu können, gilt eine erneute Berufung einiger Talente in das Profi-Training als wahrscheinlich. Nach dem bisherigen Verlauf wäre auch diese Entscheidung jedoch nur von kurzer Dauer. Unter diesen Umständen stellt sich auch die Frage nach der generellen Zukunft der Spieler beim FC. In den letzten Jahren sind mit Spielern wie Justin Diehl, Jason Ponente-Ramirez oder Justin Von der Hitz einige Talente abgewandert, da sie woanders eine bessere Perspektive gesehen haben als beim FC. Gladbach-Profi Jens Castrop betonte mehrfach, dass er in Köln nie die Chance bekommen habe, sich zu beweisen.

Daher hat sich die Strategie in den letzten Jahren am Geißbockheim ein wenig gewandelt. Die Verantwortlichen suchen früh die Gespräche und greifen immer wieder auf Leihen zurück, um den eigenen Talenten Spielzeit zu ermöglichen. Am Dienstag wurde zudem der Vertrag von Kristiyan Irmiev „langfristig“ verlängert. Er gehörte zu der Gruppe, die im Sommer mit den Profis trainierte und scheint vom aufgezeigten Weg überzeugt zu sein, obwohl er zunächst nur für die U21 eingeplant ist. Mit Spielern wie Yannick Mausehund, Jaka Potocnik und Patrik Kristal sind mehrere Spieler zurzeit verliehen und sollen anschließend gestärkt nach Köln zurückkehren. Dieses Modell könnte auch für Irmiev interessant werden. Trotzdem hilft es jedem Verein bei Vertragsverhandlungen und Verpflichtungen junger Spieler, wenn diese sehen, dass der Weg zu den Profis möglich ist.

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Der 1. FC Köln startet wieder ins Training – doch erstaunlich wenige Profis werden die Gunst der Stunde nutzen können

René Wagner gibt im Training Anweisungen
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Der 1. FC Köln startet wieder ins Training – doch erstaunlich wenige Profis werden die Gunst der Stunde nutzen können

Der 1. FC Köln startet nach ein paar freien Tagen wieder ins Training. In knapp zwei Wochen steht das Derby auf dem Programm. Doch der Teil der Mannschaft ist mit den Nationalteams unterwegs. Eigentlich die Chance für die Reservisten, sich in den Fokus zu spielen. Doch die hält sich dann wiederum auch in Grenzen.

Eine gute Woche nach der bitteren 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV und knapp zwei Wochen vor dem Derby gegen Borussia Mönchengladbach startet der FC am Montag in die verlängerte Vorbereitung auf das kommende Duell. Und die unter erschwerten Bedingungen – immerhin ist ein doch beachtlicher Teil der Mannschaft mit den jeweiligen Nationalmannschaften unterwegs.

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Dünne Personaldecke bei den Geißböcken. Mit Jahmai Simpson-Pusey, Luka Lochoshvili, Gideon Mensah, Mikey Moore und Said El Mala fehlen René Wagner in den kommenden Tagen fünf Spieler, die bislang zum absoluten Stammpersonal gehören. Dementsprechend hält sich die Aufarbeitung der Problemfelder und Beackerung der Baustellen erst einmal in Grenzen. Komplett wird die Mannschaft wohl nur noch auf drei Einheiten vor dem Spiel gegen die Fohlen kommen. Auf der anderen Seite bietet sich aber möglicherweise einigen Spielern die Chance, die Gunst der Stunde zu nutzen, um sich mit guten Trainingsleistungen oder einem starken Testspiel in den Dunstkreis der Startelf zu bewegen.

Nur drei Abwehrspieler sind vor Ort

Sollte man zumindest meinen. Doch so wirklich viele Chancen bieten sich den Spielern eigentlich gar nicht. Tatsächlich werden Stand jetzt gerade einmal zwölf Feldspieler aus dem nominellen Kader an den Einheiten teilnehmen können. Mit Borna Sosa, Sebastian Sebulonsen und Joel Schmied sind drei dieser Profis Abwehrspieler. Die besten Chancen, sich aufzudrängen hat wohl Schmied. Der Innenverteidiger ist aktuell die Nummer drei hinter Simpson-Pusey und Lochoshvili. Da die Defensive zuletzt erheblich wackelte, könnte es tatsächlich zu einer Umstrukturierung des zentralen Abwehrverbunds kommen. Mensah wird ganz sicher nicht davon betroffen sein. Der Linksverteidiger ist aktuell die absolute Konstante in der letzten Kette. Auf der rechten Seite ist Sebulonsen aufgrund der Verletzung von Alessio Castro-Montes wohl ohnehin gesetzt.

Während der Rest der Defensive also mit den Nationalteams unterwegs ist, ist die aktuelle Doppelsechs in Köln. Ellyes Skhiri hatte unlängst seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft Tunesiens erklärt, Tom Krauß ist von der deutschen doch weit entfernt. Beim FC führt der Weg aktuell nur schwerlich an den beiden Mittelfeldspielern vorbei. Zumal der erste Auftritt von Isak Johannesson bei der Nationalmannschaft Islands nicht überragend war, Paul Okon-Engstler ist aktuell hinter dran. Eine Kette weiter vorne sind ebenfalls zwei Plätze wohl fest vergeben. Said El Mala und Mikey Moore sind aus der ersten Elf nicht wegzudenken. Beide werden nach ihrer Rückkehr die Stammplätze wieder übernehmen. Bleibt also noch ein dritter Platz, um den sich Stand jetzt mit dem in Topform auflaufenden Linton Maina, Luca Waldschmidt, Jan Thielmann und Marius Bülter vier Spieler streiten. Die besten Karten hat aktuell Maina.

In der Sturmspitze steht wohl der spannendste Kampf an. Thijs Dallinga und Ragnar Ache treten also in den kommenden Tagen in ein direktes Duell. Allerdings hätte es das wohl auch ohne die Länderspielpause am Geißbockheim gegeben. Somit haben wohl die U21-Spieler, die den Kader sicherlich verbeitern werden, die besten Chancen, sich in den Fokus zu spielen. Das haben sie im Sommer bekanntlich auch schon – und spielen nun doch in der U21.

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Nach Pokal-Sieg der FC-Frauen: „Da müssen wir konsequenter und genauer werden“ – DFB-Pokal-Achtelfinale mit Bundesliga-Duell am Geißbockheim

Britta Carlson bei einem Spiel der FC-Frauen
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Nach Pokal-Sieg der FC-Frauen: „Da müssen wir konsequenter und genauer werden“ – DFB-Pokal-Achtelfinale mit Bundesliga-Duell am Geißbockheim

Die Fußballerinnen des 1. FC Köln stehen im Achtelfinale des DFB-Pokals. Trainerin Britta Carlson zeigte sich nach dem Schlusspfiff erleichtert, haderte aber mit der Ausbeute in der Offensive. Für die nächste Runde bescherte Rachel Rinast ihrem Ex-Verein ein Bundesliga-Duell am Geißbockheim. Die Frauen des 1. FC Köln treffen im Achtelfinale auf RB Leipzig.

Nach der Begegnung gegen Hertha BSC zeigte sich FC-Trainerin Britta Carlson kritisch, aber durchaus zufrieden. Auch das Los für das kommende Achtelfinale ist gezogen. Es geht am Geißbockheim gegen RB Leipzig.

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Britta Carlson war in erster Linie erleichtert, nachdem die Pokal-Hürde bei Hertha BSC genommen war: „Es war ein typischer Pokalsieg, der mühsam war“, konstatierte die Trainerin des 1. FC Köln und resümierte: „Wir waren die ersten 20 bis 25 Minuten gut im Spiel, haben sehr guten Fußball gespielt, hätten schon das eine oder andere Tor mehr machen müssen. Leider haben wir dann durch individuelle Fehler, die passieren können, ein Gegentor bekommen und uns dadurch zu sehr aus der Ruhe bringen lassen.“

“Da müssen wir konsequenter und genauer werden“

Die Halbzeit habe ihrer Mannschaft geholfen, um die Sinne wieder zu schärfen. „Wir sind wieder stark aus der Pause gekommen, haben wieder Druck gemacht und uns viele Situationen erarbeitet.“ Dennoch konstatierte Carlson: „Der letzte Pass oder auch die letzte Flanke hat uns heute etwas gefehlt, obwohl wir uns viele Möglichkeiten über außen gegen einen tiefstehenden Gegner freigespielt hatten.“ Die Trainerin forderte entsprechend: „Da müssen wir konsequenter und genauer werden. Die Chancen, die wir haben, müssen wir machen.“

Dennoch unterstrich die Übungsleiterin auch die Qualität des Gegners, der in der zweiten Liga als Aufsteiger derzeit immerhin auf dem zweiten Platz steht: „Wir hatten aber auch einen Gegner, der das sehr gut gemacht hat. Ein Kompliment an die Hertha, die uns bis zum Schluss das Leben schwer gemacht.“ Lobende Worte fand die Trainerin auch für Dora Zeller, die nach dem Schlusspfiff als Spielerin des Tages ausgezeichnet wurde: „Ich freue mich für Dora, die die ganze Woche Vollgas gegeben hat, einen guten Impact hatte und für uns getroffen und der Mannschaft zum Sieg verholfen hat.“ Zeller selbst strahlte nach der Partie: „Das war mein erster Startelfeinsatz beim FC nach meiner Verletzung. Und der Pokal ist ja immer etwas Besonderes. Deswegen habe ich mich sehr gefreut, dass ich von Anfang an gespielt habe. Ich habe Gas gegeben und freue mich, dass ich auch ein Tor geschossen habe.“

Im Achtelfinale empfängt der 1. FC Köln den Liga-Rivalen RB Leipzig am Geißbockheim. Dies loste die Ex-FC-Spielerin Rachel Rinast am Sonntagnachmittag auf Sky aus. Das Duell findet zwischen dem 31. Oktober und 2. November im Franz-Kremer-Stadion statt. Bemerkenswert: Nur wenige Tage später, am 9. November, treffen beide Teams erneut in Köln aufeinander zum Duell in der Bundesliga.

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Sebastian Sebulonsen vor Comeback beim 1. FC Köln: Doch seine Position ist wohl nicht mehr dieselbe

Sebastian Sebulonsen könnte gegen Gladbach beginnen
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Sebastian Sebulonsen vor Comeback beim 1. FC Köln: Doch seine Position ist wohl nicht mehr dieselbe

Zu Beginn der Vorbereitung gab es zumindest extern keine Zweifel, dass Sebastian Sebulonsen den Stammplatz sicher hätte. Doch eine Verletzung bremste den Norweger aus. Nun wird sich das durch die Verletzung von Alessio Castro-Montes wohl wieder ändern beim 1. FC Köln: Sebastian Sebulonsen kehrt wieder in die Startelf zurück, doch der Stammplatz scheint ein ganz anderer zu sein.

Eigentlich könnte die Geschichte vom wechselnden Stammplatz schnell erzählt sein. Doch möglicherweise steckt deutlich mehr dahinter. Sebastian Sebulonsen wird wohl seinen verlorenen Stammplatz vom verletzten Alessio Castro-Montes zurückerhalten, doch die Rolle dürfte sich durchaus verändert haben.

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Als im Sommer fleißig über den kommenden Kader spekuliert und diskutiert wurde, waren einige Positionen ganz offenbar außen vor. Marvin Schwäbe war beispielsweise nie wirklich ein ernstes Thema, Tom Krauß oder Isak Johannesson auch nicht. Ein Stammplatz, der ebenfalls schon in den Wochen rund um das Trainingslager in Kitzbühel vergeben schien, war der von Sebastian Sebulonsen. Der Norweger hatte sich schon in der vergangenen Spielzeit in der ersten Elf festgespielt. 33 Mal stand Sebulonsen im Kader, 33 Mal stand er auf dem Platz, 30 Mal von Beginn an. Der Rechtsverteidiger, der sich aber auch auf anderen Positionen austoben durfte, war weder aus der Mannschaft von Lukas Kwasniok noch aus der von René Wagner wegzudenken. Und da auch der Auftakt in die Vorbereitung der neuen Spielzeit reibungslos verlief, gab es zumindest extern wenig Zweifel daran, dass der Abwehrspieler seinen Platz in der neuen Saison sicher habe.

Castro-Montes spielt die Rolle anders

Zumal in der öffentlichen Wahrnehmung tatsächlich ausschließlich über ein Backup auf der linken Seite für Gideon Mensah diskutiert wurde, weil der Plan mit Castro-Montes wohl der des Backups für Sebulonsen sein sollte. Nur änderte sich die Situation des Norwegers Anfang August. Sebulonsen fiel aufgrund einer muskulären Verletzung mehrere Wochen aus, verpasste den Pokal und den Liga-Auftakt. Vor dem Spiel gegen Werder Bremen meldete sich der 26-Jährige zurück und kam direkt für 25 Minuten zum Einsatz. Als wiederum Castro-Montes in der Folgewoche einige Tage aufgrund von muskulären Beschwerden kürzer treten musste, deutete viel auf eine Startelf-Rückkehr des Rechtsverteidigers hin. Doch der Belgier erholte sich schneller als wohl angenommen. „Monti“ lief gegen den HSV von Beginn an auf. Für Außenstehende eine überraschende Entscheidung – schließlich hatte Sebulonsen die gesamte Woche ohne Probleme zu 100 Prozent absolviert.

Ob Wagner mit der Nominierung von Castro-Montes ein Risiko eingegangen ist, ist rein spekulativ. Einen Zusammenhang zwischen der aktuellen Verletzung und den Beschwerden vor dem HSV-Spiel kann man ohne weitere Informationen nicht herstellen. Die Kölner Mediziner hätten den Spieler aber sicherlich nicht angeschlagen auf die Platte geschickt. Dass sich Wagner für Castro-Montes entschied, dürfte vor allem taktische Gründe haben. Denn nach den ersten Spielen der neuen Saison festigt sich der Eindruck, dass Castro-Montes die Position des Rechtsverteidigers anders auslegt als der Norweger – oder auslegen soll. Möglicherweise erklärt sich daraus, der aktuelle Stammplatz, den der Belgier weiterhin hatte. Das untermauert auch ein Blick in die Statistik, die allerdings nur bedingt als wirklicher Beweis gelten kann. Vor allem, weil wohl die bisherigen Spiele des Belgiers aus dieser Spielzeit mit denen des Norwegers aus der Vorsaison verglichen werden müssen.

Daten zeigen eine Tendenz

Castro-Montes kommt in dieser Saison auf 34,31 Pässe pro 90 Minuten, bei Sebulonsen waren es in der vergangenen Spielzeit 29,26. Wesentlich größer wird die Differenz aber, wenn es Richtung gegnerisches Tor geht. Castro-Montes spielt aktuell 5,25 Pässe pro 90 Minuten ins letzte Drittel, Sebulonsen kam auf 3,3. Auch bei den Vorwärtspässen liegt der Belgier mit 11,63 zu 9,42 deutlich vorne, bei den Pässen in den gegnerischen Strafraum sind es 2,81 zu 2,13. Bemerkenswert ist dabei, dass die stärkere Einbindung in Richtung gegnerisches Tor nicht mit einer niedrigeren Passquote einhergeht. Die liegt bei Castro-Montes mit 75,4 Prozent nahezu exakt auf dem Niveau von Sebulonsen in der vergangenen Saison mit 75,5 Prozent. Bei den Flanken ist der Unterschied dagegen nur gering: Castro-Montes kommt auf 2,44 pro 90 Minuten, bei Sebulonsen waren es 2,28. Allerdings sei auch betont, dass die Abweichungen sich in Grenzen halten, aber eine Tendenz abbilden.

Dabei wäre es sicherlich zu leicht, zu behaupten, Castro-Montes ist aufgrund der Daten der offensivere Rechtsverteidiger. Möglicherweise spielt die taktische Ausrichtung dann eine größere Rolle. Denn auch dort gibt es in der neuen Saison andere Vorzeichen. Eine offensichtliche Erkenntnis der letzten Spiele könnte zum Beispiel sein, dass Spieler wie Linton Maina, häufiger ins Zentrum ziehen wie ein Jan Thielmann. Dadurch entstehen auf den Außen Räume, in die Castro-Montes leichter vorstoßen kann. Der Kölner hielt selbst immer wieder die Breite und besetzte die Außenbahn. Für Sebulonsen bestand dadurch weniger Notwendigkeit, permanent außen nachzuschieben. Rückt Maina nach innen, stellt Castro-Montes die Breite her und wird dadurch zwangsläufig stärker in die Ballprogression eingebunden.

Für Sebulonsen ergibt sich nun eine besonderen Situation. Der Norweger hatte sich festgespielt, die Position aufgrund einer Muskelverletzung verloren, die ihm nun die Tür erneut öffnet. Der 26-Jährige bekommt also möglicherweise seinen Stammplatz zurück, seine Aufgabe könnte zumindest in Teilen eine andere sein.

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