Sportlich will es bei Rav van den Berg weiterhin nicht rund laufen. Der Innenverteidiger der Kölner ist in dieser Spielzeit außen vor. Den nächsten Rückschlag erlebte er erst jüngst bei der U21 der Niederlande. Nun aber könnte sich ein Ausweg bieten für den Spieler des 1. FC Köln: Was ist dran am Gerücht um Rav van den Berg?
Eigentlich hatte der Abwehrspieler der Geißböcke gehofft, bei dem Nachwuchs der Elftal Einsatzzeit zu bekommen und dadurch wieder in die Spur zu finden. Doch auch bei der U21 wurde van den Berg aus dem Kader gestrichen. Möglicherweise gibt es aber schon bald einen Ausweg.
Rav van den Berg spielt unter René Wagner keine Rolle
Denn wie gleich mehrere Portale berichten, soll van den Berg auf der Wunschliste von Westham United befinden. Die Hammers wollten den Niederländer schon im Sommer unter Vertrag nehmen, doch zu einem Transfer ist es bekanntlich nicht gekommen. Nun wagt der englische Club offensichtlich einen zweiten Anlauf. Das berichten unter anderem die Onlinportale transferfeed.com sowie 4-4-2.com. Tatsächlich spielt der Abwehrspieler bei den Geißböcken in dieser Saison keine Rolle. Unter René Wagner kam van den Berg in der vergangenen Saison nur im Duell gegen Eintracht Frankfurt zum Einsatz, spielte danach keine minute mehr. Und auch in dieser Saison ist der 22-Jährige außen vor, schaffte es zuletzt sogar nicht mal mehr in den Kader. „Es geht um Trainingsleistungen und Dinge, die wir jeden Tag beobachten. Rav weiß, an welchen Themen er arbeiten muss.“ Zuletzt sagte Wagner zudem: „Es wird immer wieder Situationen geben, in denen er nicht im Kader sein wird.“
Wie wahrscheinlich ist ein Transfer?
Das klingt nicht gerade danach, als würde man in Köln noch das große Vertrauen in einen Gamechanger bei van den Berg haben. Im Sommer 25 war van den Berg für mehr als acht Millionen Euro an den Rhein gewechselt. Der Innenverteidiger wurde damit zum teuersten Abwehrspieler der Vereinsgeschichte. Der Plan mit dem Niederländer war aber nicht nur eine sportliche Soforthilfe, Thomas Kessler erhoffte sich euch einen wirtschaftlichen Benefit. Sowohl Spieler als auch Verein planten wohl mittelfristig mit der Premier League. Van den Berg machte zumindest keinen Hehl daraus, dass die Bundesliga für ihn nur eine Zwischenstation in die erste englische Spielklasse sei. In Köln plant man mittelfristig damit, den Abwehrspieler zu einem höheren Preis abzugeben. Den Berichten zufolge, soll eine zweistellige Millionensumme im Raum stehen. Allerdings erscheint es fraglich, ob der englische Club wirklich bereit ist, für den Niederländer, der zuletzt gar nicht mehr zum Einsatz kam, so tief in die Tasche zu greifen. Zumal die Hammers dem Vernehmen nach an einer Soforthilfe interessiert seien. Denkbar wäre natürlich auch eine Leihe, denn das Potenzial des Abwehrspielers liegt unstrittig vor und van den Berg hat noch lange Vertrag.
In englischen Medien ist bislang noch nicht viel über das Interesse der Hammers bekannt.
Beim 1. FC Köln hat sich im Sommer einiges im Kader verändert. Mehrere Spieler haben den Verein verlassen und bei neuen Klubs eine neue Herausforderung angenommen. Für einige ging es dabei ins Ausland, andere blieben in Deutschland. Während manche Abgänge bereits früh feststanden, ergaben sich andere Wechsel erst im Laufe der Transferperiode. Entsprechend unterschiedlich sind auch die Voraussetzungen bei den neuen Vereinen. So schlagen sich die Sommerabgänge des 1. FC Köln.
Nur wenige ehemalige FC-Spieler haben bei ihren neuen Klubs bereits wichtige Rollen übernommen und regelmäßig Einsatzzeiten gesammelt. Deutlich mehr mussten sich zunächst hinten anstellen, hatten mit Verletzungen zu kämpfen oder warten noch auf den Durchbruch. So schlagen sich die Sommerabgänge des 1. FC Köln.
Zahlreiche Spieler haben den FC im Sommer verlassen
Jakub Kaminski: Kaum ein anderer Sommerabgang hinterließ beim FC wohl eine größere Lücke. Der Pole gehörte in der vergangenen Saison zu den Leistungsträgern, steuerte sieben Tore sowie fünf Vorlagen zum Klassenerhalt bei. Rund 17 Millionen Euro soll der Wechsel zu Benfica Lissabon dem FC eingebracht haben. In Portugal läuft es für Kaminski allerdings noch nicht wie erhofft. Nach zwei Startelfeinsätzen in der Europa-League-Qualifikation musste der Offensivspieler sechs Spiele auf einen weiteren Einsatz von Beginn an warten. In den ersten drei Ligaspielen saß er sogar über die komplette Spielzeit auf der Bank. Beim Europa-League-Auftakt gegen die AC Mailand hatte er mit einem Tor und einer Vorlage großen Anteil am 2:0-Auswärtssieg. Gegen den FC Porto setzte Benfica-Trainer Ruben Amorim anschließend erneut auf eine andere Lösung und ließ Kaminski die komplette Partie auf der Bank. Benfica verlor mit 1:3. Der Start in Lissabon ist für den ehemaligen Kölner damit bislang nicht zufriedenstellend.
Gelungenes Comeback von Eric Martel
Denis Huseinbasic: Nach vier Jahren beim 1. FC Köln sollte für den Mittelfeldspieler in Portugal ein neues Kapitel beginnen. Huseinbasic wechselte zum SC Braga, nachdem seine Einsatzzeiten beim FC zuletzt zurückgegangen waren. Der Start bei seinem neuen Klub verlief allerdings schwieriger als erhofft. In der Liga kam Huseinbasic bislang lediglich zweimal zum Einsatz und sammelte dabei 68 Minuten. In den verbliebenen Ligaspielen stand der 25-Jährige aufgrund einer Verletzung nicht im Kader. Auch beim letzten Spiel der Conference-League-Qualifikation bei Austria Wien fehlte Huseinbasic im Aufgebot. Am vergangenen Sonntag gab der 25-Jährige sein Comeback.
Dominique Heintz: Für den Routinier ging es im Sommer innerhalb Deutschlands weiter. Der erfahrene Innenverteidiger wechselte zu Fortuna Düsseldorf und sollte dort vor allem mit seiner Erfahrung helfen. In den ersten beiden Drittliga-Spielen kam der Linksfuß jeweils zum Einsatz: Einmal stand Heintz in der Startelf, einmal wurde er bereits nach 30 Minuten eingewechselt. Auch im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg spielte der 33-Jährige über die komplette Spielzeit. Fortuna verlor die Partie mit 1:5. Seitdem fehlt Heintz allerdings im Kader. Der Innenverteidiger fällt aktuell mit Oberschenkelproblemen aus und wartet deshalb auf sein Comeback.
Eric Martel: Lange musste der Sechser auf seinen ersten Einsatz für den 1. FSV Mainz 05 warten. Nachdem sich der Mittelfeldspieler mit dem 1. FC Köln nicht auf ein neues Arbeitspapier einigen konnte, wechselte er zu den Rheinhessen. In der Vorbereitung zog sich der Sechser allerdings eine Innenbandverletzung zu und verpasste dadurch große Teile der Sommervorbereitung sowie die ersten Pflichtspiele. Auch die Partie gegen Eintracht Frankfurt am dritten Spieltag kam für den 24-Jährigen noch zu früh. Ausgerechnet beim Kölner Rivalen Borussia Mönchengladbach feierte Martel schließlich sein Comeback und gleichzeitig sein Debüt für Mainz. Rund 25 Minuten vor dem Ende wurde er eingewechselt. Nicht einmal 15 Minuten später erzielte Martel die zwischenzeitliche 3:2-Führung für Mainz. Am Ende setzte sich der FSV mit 4:3 durch. Für Martel war es damit trotz der langen Verletzungspause ein gelungener Einstand bei seinem neuen Verein.
Auf Anhieb einen Stammplatz
Rasmus Carstensen: Zurück in die Heimat ging es für den Dänen. Nach seiner Leihe zum FC wechselte der Rechtsverteidiger fest zu Aarhus GF. Dort bekommt der Rechtsverteidiger regelmäßig seine Chancen, pendelt allerdings zwischen Startelf und Bank. In der dänischen Liga kam Carstensen bislang mehrfach zum Einsatz, ohne sich dauerhaft einen Platz in der ersten Elf zu sichern.. Insgesamt hat sich Carstensen damit bei Aarhus etabliert, muss sich seinen festen Platz in der Mannschaft aber weiterhin erarbeiten.
Emin Kujovic: Einen guten Start erwischte Emin Kujovic bei seinem neuen Verein. Nach seiner Leihe zum Wolfsberger AC in der Rückrunde kehrte der Mittelfeldspieler zunächst nach Köln zurück, ehe Anfang September der Wechsel zum ungarischen Erstligisten Zalaegerszegi TE folgte. Dort setzte man von Beginn an auf den 21-Jährigen. Kujovic stand in allen drei bisherigen Spielen für ZTE in der Startelf und absolvierte jeweils die komplette Spielzeit. Bei seinem Debüt gegen Puskas Akademia feierte er zudem einen 1:0-Sieg mit seinem neuen Team. Auch gegen Ujpest und im darauffolgenden Spiel blieb er über 90 Minuten auf dem Platz. Kujovic hat sich damit direkt eine wichtige Rolle bei seinem neuen Klub erarbeitet.
Auch die nächsten Leihen zahlen sich nicht aus
Cenk Özkacar: Für den Abwehrspieler ging es nach seiner Zeit in Köln zurück nach Valencia und anschließend in die Türkei. Der FC hatte auf eine feste Verpflichtung des Innenverteidigers verzichtet, sodass Özkacar im Sommer zu Trabzonspor wechselte. Dort kam er in der Europa-League-Qualifikation zunächst regelmäßig zum Einsatz und absolvierte gegen Ferencváros beide Spiele über die volle Distanz. In der Süper Lig ist seine Rolle dagegen deutlich kleiner. Bislang kam der 25-Jährige lediglich zu zwei kurzen Einsätzen, ansonsten musste er von der Bank zuschauen.
Kristoffer Lund: Geduld war auch bei dem US-Amerikaner nach seinem Wechsel zu Birmingham City gefragt. Der FC hatte nach seiner Leihe auf eine Festverpflichtung verzichtet, sodass der Linksverteidiger zunächst nach Palermo zurückkehrte und anschließend fest nach England wechselte. In sieben der ersten zehn Pflichtspiele blieb Lund bei Birmingham ohne Einsatz. Seine Chancen bekam er anschließend vor allem im Pokal und einmal in der Liga. Beim Ligaspiel in Norwich City sowie im EFL Cup gegen Brentford stand der 24-Jährige jeweils in der Startelf. In beiden Partien wurde Lund nach rund 60 Minuten ausgewechselt. Dazu kam ein kurzer Einsatz in einer weiteren Ligapartie. Ein Stammplatz ist für den ehemaligen Kölner damit bislang noch nicht in Sicht.
Felipe Chavez: Für den Peruaner ging es nach seiner Leihe beim 1. FC Köln zunächst zurück zum FC Bayern München. Der Rekordmeister verlieh den 19-Jährigen anschließend für die Saison an den 1. FC Magdeburg. Der Zweitligist besitzt dabei eine Kaufoption. Chavez wartet bei seinem neuen Klub bislang allerdings noch auf seinen ersten Startelfeinsatz. In der laufenden Spielzeit kam der Offensivspieler bereits in drei Partien auf den Platz, wurde dabei aber jeweils eingewechselt. Ein Tor oder eine Vorlage stehen bislang ebenfalls noch nicht zu Buche.
Der Bann ist gebrochen: Die Kölner Zweite hat nach zuletzt drei Niederlagen in Folge endlich wieder ein Erfolgserlebnis in der Regionalliga West feiern können. Das 4:3 gegen den VfB Hilden glich einer Achterbahnfahrt für die FC-Talente, an deren Ende der Trainer Manuel Hartmann Lob und Kritik äußerte. Bitter verlief die Premiere für einen Sommer-Neuzugang in der Schlussphase. Die wilde Achterbahnfahrt der U21 des 1. FC Köln.
Nach drei Niederlagen in Folge hat die U21 der Geißböcke wieder einen Sieg eingefahren und den Negativtrend gestoppt. Die Mannschaft von Manuel Hartmann hatte aber nicht nur Grund zur Freude.
Für Etienne Borie wird es eine besondere Genugtuung gewesen sein. Der 20-Jährige kam gegen den Aufsteiger zu seinem dritten Joker-Einsatz nach seiner wochenlangen Verletzungspause. Und nach gerade einmal zehn Minuten auf dem Platz gelang Borie das Tor zum 4:3, das letztlich der Siegtreffer für seine Mannschaft gewesen sein sollte. Gerade für das Selbstvertrauen des ehemaligen deutschen Junioren-Nationalspielers dürfte dieser Moment extrem wichtig gewesen sein. Immer wieder wurde Borie, der zwischenzeitlich bereits im erweiterten Kreis des Profikaders stand, in der Vergangenheit von Verletzungen ausgebremst.
Len Wördsdörfer zieht sich Nasenbeinbruch zu
„Es hat mich für ihn gefreut“, bekannte entsprechend auch Manuel Hartmann, „er hat nach seiner langen Verletzung im letzten Heimspiel schon Impulse gebracht, wo man sieht, welche Qualität er hat. Heute macht er ein schönes Tor, hat sich aufgerieben, auch defensiv.“ Zugleich betonte der Coach aber auch: „Ich will keinen zu sehr loben, weil wir heute sehr starke Einzelleistungen hatten.“ Zu nennen wäre da beispielsweise auch Nilas Yacobi, der den zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand mit seinem Doppelpack noch vor der Pause in eine 3:2-Führung drehte.
Die Gäste aus Hilden kamen nach der Pause allerdings zum Ausgleich – ein kritischer Moment für die U21, wie Hartmann anmerkte: „Das war für die Jungs ein sehr großer Nackenschlag.“ Der Übungsleiter ärgerte sich: „Wir kommen sehr lethargisch aus der Kabine, wo ich mir nicht erklären kann, warum das so ist.“ Der Coach versuchte mit seinen Wechseln neue Impulse zu geben – und setzte mit Etienne Borie auf den richtigen Joker. Bitter verlief der Nachmittag derweil für Len Wörsdörfer, der in der 72. Minute für Marvin Ajani ins Spiel kam und damit nach wochenlanger Verletzungspause seine Pflichtspiel-Premiere im FC-Trikot feierte. „Leider hat er sich dann in seiner zweiten Aktion die Nase gebrochen“, haderte Hartmann mit dem Unglück seines Schützlings. Doppelt bitter: Das Wechselkontingent war bereits ausgeschöpft, sodass die U21 für die Schluss-Viertelstunde zu zehnt überstehen musste.
Malek El Mala kehrt bald schon wieder zurück
„Nach drei Niederlagen in Folge haben die drei Punkte heute extrem gut getan“, sagte ein erleichterter Hartmann, „die Jungs haben sich am Ende den Sieg auch erkämpft.“ Dabei musste der Coach mit Malek El Mala auf einen Stammspieler im Sturm verzichten. Der 21-Jährige habe sich gegen Rhynern eine Verletzung am Fußgelenk zugezogen, sei „aber schon wieder auf dem Weg der Besserung“ und könne in rund zwei Wochen ins komplette Mannschaftstraining zurückkehren. Einen Wermutstropfen erkannte Hartmann aber auch nach dem befreienden Sieg: „Wir müssen weiterhin an den Themen arbeiten, warum wir so leicht Gegentreffer bekommen. Wo wir einfach defensiv nicht gut stehen, nicht mutig genug rausverteidigen und uns dann immer wieder angucken, dass wir da Tore fressen und das Spiel unnötig spannend machen.“
Mit Alessio Castro-Motes gibt es beim FC den nächsten Fall eines Spielers mit einer Muskelverletzung. Insgesamt kommen die Geißböcke seit Beginn der vergangenen Saison auf nahezu 20 Akteure, die ausfielen. Eine auffällige Zahl – doch der Vergleich mit der Konkurrenz und die Einschätzung eines Experten zeichnen ein differenzierteres Bild beim 1. FC Köln: Was steckt hinter den vielen Muskelverletzungen?
Schon wieder hat es einen Spieler des 1. FC Köln erwischt. Mit Alessio Castro-Montes fällt erneut ein Akteur mit einer muskulären Verletzung aus. Das Thema begleitet die Geißböcke bereits seit Monaten und das wirft zwangsläufig die Frage nach dem Warum auf. Doch sind so viele Muskelverletzungen seit Beginn der vergangenen Saison tatsächlich so außergewöhnlich und lässt sich für die Häufung überhaupt eine konkrete Ursache finden?
Alessio Castro-Montes vom 1. FC Köln (Foto: Alex Grimm/Getty Images)
Muskelverletzungen sind im Profifußball ein ständiger Begleiter. Doch wenn sich die Ausfälle bei einer Mannschaft auffällig häufen, stellt sich schnell die Frage nach den Ursachen. Mit der Blessur von Alessio Castro-Montes ist das Thema beim 1. FC Köln nun wieder aktuell geworden. Der 29-Jährige musste gegen den HSV angeschlagen ausgewechselt werden, eine Untersuchung bestätigte anschließend eine strukturelle Muskelverletzung. Für den FC ist es damit ein weiterer Ausfall, der in das Bild der vergangenen Monate passt. Ein Blick auf andere Bundesligisten zeigt allerdings zunächst: Der 1. FC Köln steht mit diesem Problem keineswegs allein da.
Nicht nur ein Kölner Problem
Seit Beginn der Saison 2025/26 kommen die Domstädter laut dem Online-Portal transfermarkt.de auf insgesamt 19 Muskelverletzungen. Das klingt zunächst nach einer beträchtlichen Zahl und zeigt, dass sich diese Thematik nahezu durch die ganze Saison zog. Im Vergleich mit anderen Ligakonkurrenten relativiert sich das Bild jedoch. Der rheinische Rivale und nächster Gegner, Borussia Mönchengladbach, kommt im selben Zeitraum auf 20. Der FC Bayern München sogar auf 22 (transfermarkt.de). Muskelverletzungen sind damit offenbar kein Phänomen, das ausschließlich den FC betrifft. Vielmehr bewegen sich mehrere Bundesligisten in einer ähnlichen Größenordnung. Der Blick auf die Zahlen macht deshalb deutlich, dass sich die Frage nach den Ursachen nicht allein auf Köln beziehen lässt.
Öffentliche Diskussionen und Rätselraten
Beim 1. FC Köln war die Häufung allerdings bereits im Laufe der vergangenen Saison auch öffentlich zum Thema geworden. Trainer Lukas Kwasniok sprach angesichts der damaligen Verletzungsserie von einer „kuriosen Situation“ und kündigte eine Ursachenforschung an. Zur Einordnung sprach come-on-fc.com damals mit Prof. Wolfgang Potthast von der Deutschen Sporthochschule Köln. Der Biomechanik-Experte warnte dabei vor vorschnellen Erklärungen: Muskelverletzungen seien nicht auf einen einzelnen Faktor zurückzuführen. Vielmehr könne eine ganze Reihe von Einflussgrößen eine Rolle spielen. Genau deshalb lasse sich eine solche Verletzungsserie auch nicht ohne Weiteres mit einer einzelnen Ursache erklären.
Verschiedene Gründe möglich
Dazu zählen unter anderem die Trainings- und Belastungssteuerung, individuelle körperliche Voraussetzungen, Ernährung oder muskuläre Dysbalancen. Auch Zusammenhänge mit der Wirbelsäule oder der neuronalen Ansteuerung können laut Potthast eine Rolle spielen. Gleichzeitig betonte der Wissenschaftler, dass es bislang keine einfache diagnostische Methode gibt, mit der sich zuverlässig bestimmen lässt, wann ein Spieler eine Pause vom Training benötigt. Gerade deshalb sei es sinnvoll, einzelne Verletzungen genau zu analysieren: Wann trat sie auf, unter welchen Bedingungen und welche individuellen Besonderheiten brachte der jeweilige Spieler mit? Eine solche Betrachtung könne helfen, wiederkehrende Muster zu erkennen und mögliche Ansatzpunkte für die Prävention zu finden.
Wo genau die Ursachen für diese hohe Frequenz an Muskelverletzungen liegen, lässt sich somit jedoch nach wie vor nicht final beantworten. 19 Muskelverletzungsperioden bleiben für den 1. FC Köln damit eine Zahl, die auffällt. Der Vergleich mit Bayern und Gladbach zeigt allerdings auch, dass der FC mit dieser Problematik nicht alleinsteht – die beiden Konkurrenten kommen sogar auf noch höhere Werte. Der FC muss während der Suche nach dem Wieso weiterhin auf personelle Rückschläge vorbereitet sein. Denn die erneute Blessur von Castro-Montes ist bereits die vierte Muskelverletzung in der noch jungen Saison und beweist damit, dass das Problem auch in der aktuellen Spielzeit nicht verschwunden ist.
Im ersten DFB-Aufgebot von Jürgen Klopp stehen insgesamt vier Spieler, die zumindest Teile ihrer Ausbildung in den Nachwuchsmannschaften des 1. FC Köln verbracht haben. Obwohl die Situationen höchst unterschiedlich waren, bleibt die Frage, warum diese Spieler die entsprechende Entwicklung nicht in Köln nehmen konnten. Stattdessen haben alle den Club jung verlassen und den Durchbruch anschließend woanders geschafft. Konnte der FC aus diesen Fehlern etwas mitnehmen, oder lag es womöglich gar nicht an den Geißböcken?
Der 1. FC Köln glänzte speziell in den vergangenen Jahren durch hervorragende Jugendarbeit. Die U19 erreichte zuletzt zweimal hintereinander das Finale um die Deutsche Meisterschaft und auch die U17 gehört zu den besten Teams des Landes. Es dürfte also wenig überraschen, dass auch in der deutschen A-Nationalmannschaft einige Spieler am Geißbockheim ausgebildet wurden. Mit Yann-Aurel Bisseck, Florian Wirtz, Jonas Urbig und Chris Führich sind es insgesamt vier. Beim FC selbst durchsetzen, konnte sich damals jedoch keiner von ihnen.
Obwohl die Bedingungen im Kölner Grüngürtel mit vielen anderen Nachwuchsleistungszentren nicht vergleichbar sind, gehören die Jugendteams des 1. FC Köln seit einigen Jahren schon zu der deutschen Elite. Beispiele der letzten Jahre für Spieler, die sich beim FC selbst durchsetzen konnten sind Jan Thielmann, Timo Horn oder Salih Özcan. Dennoch schaffen den Sprung in den Profibereich in der Regel nur die allerwenigsten. Die Kunst ist jedoch, die größten Talente in den eigenen Reihen zu halten. Mit Blick auf die heutigen Nationalspieler muss konstatiert werden, dass das nicht immer der Fall war. Trotzdem ist diese Frage nicht so leicht zu beantworten, wie es zunächst den Anschein hat. Die Antwort ist mindestens vielschichtig.
Führich und Bisseck debütierten beide in der Saison 2017/18 für den FC in der Bundesliga. Während die Mannschaft über das ganze Jahr hinweg mit großen Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte, wurden immer wieder junge Spieler eingesetzt, um dem drohenden Abstieg entgegenzuwirken. Ändern konnte keiner von ihnen etwas und am Saisonende stiegen die Kölner abgeschlagen ab.
Bisseck galt damals als Top-Talent in der Innenverteidigung. Bei seinem Debüt gegen Hertha BSC wurde er zum damals zweitjüngsten Bundesligaspieler aller Zeiten. Durchsetzen konnte sich der gebürtige Kölner beim FC jedoch nie. Dreimal wurde er verliehen, bevor er 2021 endgültig abgegeben wurde. Bei keinem seiner Leihclubs überzeugte er und wurde häufig sogar in die zweite Mannschaft verwiesen. Der Verkauf an Aarhus GF im Sommer 2021 überraschte zu diesem Zeitpunkt niemanden mehr. Der Entwicklungsschub wurde dem Innenverteidiger lange zugetraut, tatsächlich folgte dieser jedoch erst in Dänemark. An eine Entwicklung, wie sie später folgte, glaubte in Köln damals keiner mehr.
Bei Führich war die Situation eine andere. Nach seiner Zeit in der A-Jugend von Rot-Weiß Oberhausen wechselte der Außenspieler 2017 zunächst in die zweite Mannschaft des FC. Trotz einiger Kaderberufungen spielte er am Ende nur zweimal für die Profis. 2019 trennten sich die Wege und Führich wechselte zu Borussia Dortmund. Die Erwartungen des Vereins und auch von ihm selbst konnte er nie erfüllen. Sein Abgang bekam damals kaum Aufmerksamkeit. Nach einer guten Saison in der zweiten Mannschaft des BVB und einigen Einsätzen im Profitraining ging es für den Techniker später über Paderborn nach Stuttgart. Beim VfB gelang ihm der Durchbruch und der Aufstieg zum Nationalspieler. Dass er überhaupt einmal für die Kölner gespielt hat, war vielen Fans bis dahin wohl gar nicht mehr bewusst. Auch bei Führich war es zu diesem Zeitpunkt also nicht absehbar, dass er irgendwann für Deutschland spielen würde.
Thronfolger ohne Chance
Bei Wirtz und Urbig handelt es sich hingegen um Spieler, deren Talent nie in Frage gestellt wurde. Beide verbrachten ihre gesamte Jugend beim FC und galten früh als Ausnahmetalente. Bei beiden Talenten wurde jedoch eine frühzeitige Karriereplanung verpasst, wodurch sie den Club verließen und woanders in kürzester Zeit zu Champions-League-Spielern wurden.
Urbig galt in ganz jungem Alter bereits als die Zukunft im FC-Tor. Nachdem er während seiner Leihen nach Regensburg und Fürth bereits in der 2. Liga auf sich aufmerksam machte, wurde er im Sommer 2024 nach dem Kölner Abstieg zur neuen Nummer eins erklärt. In den ersten Spielen leistete sich Urbig allerdings immer wieder kleine Wackler, die zu Gegentoren oder dem Verlust von defensiver Sicherheit führten. Zudem war Marvin Schwäbe noch da, der in der Bundesliga stets einen guten Job gemacht hatte. Nach einigen Spielen kam es zum Torhüterwechsel und von da an auch zum Aufschwung. Für Urbig war die Situation alles andere als zufriedenstellend, weshalb er den Verein verlassen wollte. Im Januar 2025 folgte der Wechsel zum FC Bayern. Der FC bekam eine stolze Ablöse von rund zehn Millionen Euro für seinen Ersatztorwart, während der eigene Torwart lieferte. Aus Kölner Sicht wohl der bestmögliche Deal – denn der Vertrag wäre im Sommer ausgelaufen. Die besseren Verhandlungskarten hatte der FCB, der den Spieler im Sommer ablösefrei geholt hätte.
Das Drama um Florian Wirtz
Bei den Kölner Fans gehört Wirtz wohl nicht gerade zu den Lieblingen. Doch auch beim Offensivmann war die Situation kompliziert. In der U19 der Geißböcke war der heutige Liverpool-Star der absolute Leistungsträger. Trotzdem ließ sich der Verein lange Zeit, um an den Spieler bezüglich einer Vertragsverlängerung heranzutreten. Womöglich waren sich die Verantwortlichen zu sicher, dass der Kölner in Köln bleiben würde. Stattdessen wechselte Wirtz auf die andere Rheinseite zu Bayer Leverkusen. Dort wurde er in kürzester Zeit ein elementarer Bestandteil des Profi-Kaders. Nach dem Triumph bei der U21-Europameisterschaft ließ auch der erste Einsatz in der A-Nationalmannschaft nicht lange auf sich warten. Während Wirtz innerhalb weniger Monate zu den besten Spielern Deutschlands aufstieg, blieb in Köln vor allem eine Frage: Wie konnte man es verschlafen, diesen Spieler frühzeitig an den eigenen Verein zu binden?
Verträge und Ablösen
Ein zentraler Aspekt bei Transfers junger Spieler ist häufig die Vertragslage. Natürlich können auch Talente versuchen, sich durch langes Abwarten eine bessere Verhandlungsposition zu verschaffen. Anstatt Gespräche mit dem Verein führen zu müssen, können sich interessierte Clubs direkt an den Spieler wenden und ihn nach Ablauf seines Vertrags verpflichten, wobei Talent und Berater zusätzlich ein ordentliches Handgeld winkt. Für den abgebenden Verein stellt sich dadurch ein Jahr vor Vertragsende häufig eine schwierige Frage: Wird der Spieler gehalten, mit dem Risiko eines ablösefreien Abgangs im nächsten Jahr, oder wird versucht, den Youngster zu verkaufen, so lange noch die Chance besteht? Situationen, in denen Spieler über Jahre ausgebildet werden und schließlich ablösefrei wechseln, sollen wohl im Idealfall vermieden werden. Solche unangenehmen Erfahrungen hat der FC unter anderem schon bei Spielern wie Tim Lemperle, Justin Von der Hitz oder Justin Diehl machen müssen.
Im professionellen Fußball spielen zudem Berater und Egos eine sehr große Rolle. Junge Spieler sehen sich oft zu Höherem bestimmt, als den aufgezeigten Weg über Leihen und die zweite Mannschaft. Die Berater, die an den Transfers üppig mitverdienen, befeuern die Wechselgedanken oft zusätzlich. Die Vereine geraten dadurch in Situationen, in denen der Verkauf des wechselwilligen Spielers häufig der beste Ausweg ist.
Aber auch wenn die Spieler den Verein nur auf Leihbasis verlassen, setzen sie sich nicht zwangsläufig langfristig durch. Gerade bei Talenten, die mehrfach verliehen werden, muss irgendwann entschieden werden, wie lange dieser Weg noch fortgesetzt werden soll. Neben der Beteiligung am Gehalt blockiert der Spieler auch einen potenziellen Kaderplatz für die Zeit nach seiner Rückkehr. Das Vertrauen in die Entwicklung nimmt ebenfalls mit der Zeit ab. Ein Verkauf ist dementsprechend häufig die logische Konsequenz. Die Entwicklung danach ist dennoch nicht absehbar. Manchmal benötigt es wohl einen Tapetenwechsel, um sein volles Potenzial auszuschöpfen.
Die Zukunft der Talente beim 1. FC Köln
Aus FC-Sicht ist es schade, Spieler in der Nationalmannschaft zu sehen, die im eigenen Verein nie diese Rolle gespielt haben. Dennoch gehört es zu der Arbeit eines Fußballvereins dazu, dass sich auf der einen Seite nicht jeder Spieler so entwickelt wie verhofft und auf der anderen Seite Spieler abgegeben werden, die woanders aufblühen. Gleichzeitig ist mindestens offen, ob sich all diese Spieler in Köln genauso entwickelt hätten. Bisseck und Führich suchten lange nach der passenden Station, während Urbig und Wirtz bei ihren neuen Clubs unter ganz anderen Bedingungen trainiert haben. Beim Blick auf die DFB-Auswahl stellt sich für FC-Fans daher nicht nur die Frage nach eigenen Versäumnissen. In einigen Fällen kommt auch der Gedanke: Wären diese Fehler überhaupt alle vermeidbar gewesen?
Der Saisonauftakt verlief bei den Geißböcken bislang eher durchwachsen. Vier Punkte aus vier Spielen ist sicherlich okay, aber ausbaufähig. Dabei zeichnen sich einige Spieler ab, die bereits mit guten Werten überzeugen. Allerdings hinkt der 1. FC Köln im Ligavergleich an vielen Stellen hinterher: Diese Spieler überzeugen mit starken Statistiken.
Die ersten Wochen in der neuen Saison sind aus Kölner Sicht sicherlich als durchwachsen zu beschreiben, doch es gibt einige Spieler, die mit guten Leistungen und Werten herausstechen.
Mit vier Punkten aus vier Spielen ist der FC zumindest ordentlich in die neue Saison gestartet. Zwar hätten die Geißböcke sicherlich gerne mehr Zähler aus den Partien gegen die direkte Konkurrenz aus Hamburg und Bremen eingefahren, der Sieg gegen die TSG Hoffenheim war auf der anderen Seite vielleicht nicht so eingeplant gewesen. Zwar mangelte es zuletzt an der nötigen Effizienz, doch über sechs Tore in vier Ligaspielen braucht man sich in Köln sicherlich nicht beschweren. Aus der unteren Tabellenhälfte haben nur Eintracht Frankfurt (9) und Hoffenheim (7) mehr erzielt. In die Scorerliste haben sich dementsprechend mehrere Spieler schon mehrfach eingetragen. Isak Johannesson und Linton Maina kommen auf jeweils drei Scorer. Dabei erzielte der Isländer zwei Treffer und führt gemeinsam mit Thijs Dallinga die interne Torschützenliste an. Linton Maina, erzielte einen Treffer, bereitete aber zwei Treffer vor. Genauso viel wie Ellyes Skhiri.
Said El Mala gab derweil die meisten Torschüsse der Kölner ab. Zehn Mal versuchte es der Shootingstar in der Liga, war aber erst einmal erfolgreich. Es folgen Thijs Dallinga, Mikey Moore und Ragnar Ache mit jeweils acht. Spannend: Dallinga kommt im Schnitt in 90 Minuten auf 4,5 Abschlüsse und liegt damit im Ligavergleich sogar in der Top-5. Die verpasst Moore knapp bei den Schüssen, die auch wirklich aufs Tor kommen. Dort erreicht der Engländer 57 Prozent, Rang sieben in der Liga, zwei Plätze vor El Mala mit 55 Prozent. Mit 2,14 Torschussvorlagen in 90 Minuten setzt Maina seine Mitspieler im Schnitt am häufigsten ein.
Der Flügelflitzer ist mit einer xGoals-Effizienz von 0,88 auch der kaltschnäuzigste Kölner Offensivspieler. Allerdings ist der Wert bei einem Treffer auch sehr dünn und kaum vergleichbar. Dazu kommt seine bekannte Stärke im Tempo: Mit 34,8 km/h wurde bislang kein anderer FC-Profi schneller geblitzt. Die Zahlen unterstreichen damit, dass Maina aktuell zu den effektivsten Kölner Offensivspielern gehört.
Ellyes Skhiri ligaweit die Nummer eins
Mit einem Tempo von 34,8 km/h liegt Maina nur knapp vor Borna Sosa mit 34,5 km/h, Platz drei geht an Said El Mala (34,3 km/h). Ligaweit schafft es nur Maina in die Top-20 (18). Auch in der Defensive gibt es einige beeindruckende Werte. Vor allem Ellyes Skhiri überzeugt mit einem. Der Tunesier kommt auf eine Passquote von 98 Prozent und ist damit der sicherste Zuspieler der gesamten Liga. Allerdings gilt auch hier, dass die noch geringe Zahl an Spielen und Einsatzminuten die Aussagekraft einschränkt. Jahmai Simpson-Pusey wiederum gewinnt 62 Prozent seiner Defensivduelle und damit mehr als jeder andere regelmäßig eingesetzte Kölner Abwehrspieler.
Dass der 20-Jährige trotz seines schwächeren Auftritts beim HSV bislang zu den Konstanten der Defensive gehört, lässt sich also auch an den Zahlen ablesen. Simpson-Pusey liegt hauchdünn vor Alessio Castro-Montes. Allerdings hat der Belgier wiederum mehr Defensivaktionen in 90 Minuten erfolgreich bestritten (9,64). Die Liste führt allerdings Paul Okon-Engstler mit mehr als 10 an.
Die Top-Performer des 1. FC Köln
Höchste Passquote
Die passsichersten FC-Profis der Saison
Ellyes Skhiri
1. FC Köln
98%
Passquote
Luka Lochoshvili
1. FC Köln
93%
Passquote
Jahmai Simpson-Pusey
1. FC Köln
92%
Passquote
Gideon Mensah
1. FC Köln
89%
Passquote
Tom Krauß
1. FC Köln
87%
Passquote
Erfolgreiche Defensivaktionen
Erfolgreiche Defensivaktionen pro 90 Minuten
Paul Okon-Engstler
1. FC Köln
10,1
pro 90 Min.
Alessio Castro-Montes
1. FC Köln
9,6
pro 90 Min.
Ellyes Skhiri
1. FC Köln
8,65
pro 90 Min.
Jahmai Simpson-Pusey
1. FC Köln
8,6
pro 90 Min.
Gideon Mensah
1. FC Köln
7,1
pro 90 Min.
Laufleistung
Die meisten gelaufenen Kilometer
Tom Krauß
1. FC Köln
41,9
Kilometer
Jahmai Simpson-Pusey
1. FC Köln
39,6
Kilometer
Luka Lochoshvili
1. FC Köln
39,3
Kilometer
Gideon Mensah
1. FC Köln
38,2
Kilometer
Alessio Castro-Montes
1. FC Köln
36,8
Kilometer
Die meisten Zweikämpfe insgesamt sucht im übrigen Ragnar Ache. Der Stürmer ging bereits in 45 Zweikämpfe, gewann aber weniger als die Hälfte. Ausgerechnet in der Kategorie des Volumens schneiden die Geißböcke enttäuschend ab. Nur ein FC-Profi schafft es in der Liga in die Top-50 der abgespulten Kilometer. Tom Krauß belegt mit 41,9 Kilometern Rang 48 – und erst auf Platz 75 folgt mit Jahmai Simpson-Pusey der zweite Geißbock. Krauß ist auch bei den intensiven Läufen der einzige Kölner in der Liste der besten 50 auf Rang 39. Minimal besser fällt die Bilanz bei den Sprints aus. Dort liegt Krauß mit 72 auf Platz 25, Gideon Mensah schafft es mit 67 auf Platz 39, Isak Johannesson mit 56 auf Platz 46. Die Zahlen liefern nach vier Spieltagen nur eine Momentaufnahme. Denn die individuellen Werte dürfen nicht über die des Mannschaftsverbund täuschen.
Die Frauen des 1. FC Köln haben ihre Pflichtaufgabe in der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals erledigt. Auswärts bei Hertha BSC gewannen die Kölnerinnen mit 2:1 und sicherten sich damit ihr Ticket für die nächste Runde. Im Schatten des Berliner Olympiastadions hatten die Gastgeberinnen dem FC nur phasenweise etwas entgegenzusetzen. Die Kölner Tore erzielten Dora Zeller und Pauline Bremer.
Obwohl das Pokalfinale der Damen traditionell in Köln stattfindet, enttäuschte der FC in den letzten Jahren in diesem Wettbewerb. In den vergangenen beiden Saisons war jeweils früh gegen einen Zweitligisten Schluss. In Berlin wurde die Mannschaft von Trainerin Britta Carlson ihrer Favoritenrolle jedoch gerecht. Am Ende standen ein 2:1-Sieg und das Weiterkommen.
In den ersten Minuten zeichnete sich schnell ein Spiel auf ein Tor ab. Der FC probierte früh, das Spiel an sich zu reißen. Durch hohes Pressing wurden die Berliner Spielerinnen früh unter Druck gesetzt und zu Ballverlusten gedrängt. Den ersten Abschluss hatte Stürmerin Pauline Bremer, die von Sophie Nachtigall durch einen tiefen Ball in Szene gesetzt wurde. Der Abschluss landete schließlich jedoch nur im Außennetz (3.). Die verdiente Führung folgte nur wenig später. Nach einer Hereingabe von links kam Nachtigall im Sechzehner zum Abschluss. Schlussfrau Inga Lux konnte den Ball zunächst entschärfen, beim Nachschuss von Dora Zeller aus kurzer Distanz war sie jedoch machtlos (14.). Für die Ungarin war es der neunte Treffer bei ihrem 50. Einsatz im FC-Trikot.
Im Anschluss glich sich die Partie jedoch immer weiter an. Der FC überließ der Hertha mehr und mehr das Spiel und wurde zunehmend passiv. Nach einem Fehler im Aufbau kam Hertha-Stürmerin Elfie Wellmann zum Abschluss. Der Schuss der Berlinerin ging nur knapp am linken Pfosten von Torhüterin Lisa Schmitz vorbei. Die Spielerinnen von Britta Carlson streuten regelmäßig einfache Fehler ein und verloren ihre anfängliche Spielkontrolle. Nach einem unsauberen Rückpass von Amelie Bohnen auf Laura Vogt spritze Wellmann dazwischen und tauchte anschließend alleine vor Schmitz auf. Die Berliner Toptorschützin blieb eiskalt und schob zum Ausgleich ein (37.). In der Nachspielzeit des ersten Durchgangs hatte der FC dennoch die Gelegenheit, sofort wieder in Führung zu gehen. Jubilarin Zeller traf mit ihrem Kopfball jedoch nur die Unterlatte. Ein kurzer Schock sorgte die Behandlung von Vanessa Leimenstoll, die nach einem Zweikampf mit einer Kopfverletzung liegen blieb. Kurze Zeit später ging es für die Außenspielerin allerdings weiter.
Wie schon im ersten Durchgang drängten die Domstädterinnen auch nach der Pause auf einen schnellen Treffer. Nach einer Ecke von Laura Feiersinger stieg Bremer in der Mitte am höchsten und traf per Kopf zum 2:1 (51.). Im weiteren Spielverlauf kontrollierte der FC die Partie, wobei Großchancen auf beiden Seiten weitestgehend ausblieben. Eine positive Nachricht des zweiten Durchgangs war außerdem aus Kölner Sicht das Comeback von Celina Degen, die nach Verletzung erstmals wieder auf dem Platz stand. Nach einer ordentlichen Partie steht der Bundesligist nun im Achtelfinale. Die Auslosung für die nächste Runde findet am Sonntag statt. In der Liga empfangen die Kölnerinnen nächste Woche Samstag (16 Uhr) den SC Freiburg im Franz-Kremer-Stadion. Die wichtigste Erkenntnis des Tages: Der Traum vom Pokalfinale in Köln lebt noch.
Am Samstagnachmittag teilte der DOSB mit, dass München den Zuschlag als Bewerber für die Vergabe der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044 bekomme. FC-Präsident Jörn Stobbe unterstützte in der Vergangenheit die Bewerbung der Region und äußerte sich zum Olympia-Aus von „KölnRheinRuhr“.
Aus seiner Enttäuschung über die Absage für die Kölner Region machte Jörn Stobbe keinen Hehl. Dennoch blickt der Präsident des 1. FC Köln positiv in die Zukunft.
Jörn Stobbe bei der Kickoff-Veranstaltung zur Kölner Olmypia-Bewerbung
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Nun ist es also offiziell. München sticht die Region „KölnRheinRuhr“ aus und geht für Deutschland als Bewerber ins Rennen um die Vergabe der Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044. Das entschied der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Samstagnachmittag. Somit ist die Chance, mit Köln als „Leading City“ auch Wettbewerbe im Kölner Stadion stattfinden zu lassen, verstrichen. „Natürlich sind wir enttäuscht, dass Köln nicht den Zuschlag erhalten hat – gerade, weil unsere Bewerbung so überzeugend war. Das Bewerbungsteam um Oberbürgermeister Torsten Burmester und die beteiligten Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen haben in den vergangenen Monaten herausragende Arbeit geleistet“, erklärt FC-Präsident Jörn Stobbe.
„Für Köln bedeutet die Entscheidung keineswegs das Ende unserer Ambitionen“
Stobbe äußerte sich im Januar 2026 bereits zur Bewerbung. „Olympia an Rhein und Ruhr wäre eine riesengroße Chance für unsere gesamte Region“, sagte der 60-Jährige auf Anfrage von come-on-fc.com. „Richtig angegangen, würden die Olympischen Spiele einen Quantensprung in Sachen Infrastruktur und Wachstum für ganz NRW bedeuten, der weit über den Sport hinaus wirkt.“ Diesen wird es nun also nicht geben. „Für Köln bedeutet die Entscheidung keineswegs das Ende unserer Ambitionen. Im Gegenteil: Die Bewerbung hat eindrucksvoll gezeigt, über welches Potenzial unsere Sportstadt im Schulterschluss mit ganz Nordrhein-Westfalen verfügt. Auf dieser Grundlage wird der 1. FC Köln gemeinsam mit dem Stadtrat und dem Sportamt die Entwicklung Kölns als Sportstadt weiter vorantreiben. Gleichzeitig nehmen wir die Entscheidung sportlich und gratulieren München herzlich zur Ernennung als deutsche Kandidatenstadt – für die nächsten Schritte wünschen wir von Herzen viel Erfolg.“
München muss sich nun gegen Mitbewerber wie Katar und Indien durchsetzen. Die erste Entscheidung für den Ausrichter 2036 soll es im Sommer 2029 geben.
Der Nachwuchs des FC kann doch noch gewinnen. Nach drei Niederlagen in Folge hat die Reserve der Geißböcke drei wichtige Zähler eingefahren. Die U21 des 1. FC Köln gewinnt gegen Hilden 4:3. Dabei waren weite Phasen der Begegnung aber recht vogelwild.
Die U21 der Geißböcke kassierte zuletzt drei Niederlagen in Serie und bewegte sich in der Tabelle nach unten. Der Negativtrend ist nicht nur gestoppt, die Kölner U21 feierte am Samstag einen wichtigen Heimsieg. Sorge bereitet unterdessen die Verletzung von Len Wörsdörfer, der mit einer Trage vom Platz musste.
Nilas Yacobi von der U21 des 1. FC Köln erzielte einen Doppelpack
Kölns Trainer Manuel Hartmann musste seine Startelf ändern. Unter anderem, weil mit Maik Afri Akumi und Gil Neves gleich zwei Spieler mit U-Nationalmannschaften unterwegs waren. Dennoch übernahmen die Kölner Spieler von Beginn an die Initiative. Sowohl Jonas Arweiler als auch Niklas Yacobi kamen zu zwei frühen Abschlüssen. Doch der erste Treffer fiel auf der anderen Seite. Nach einem Foulspiel von Keeper Mikolaj Marutzki in der Box trat Phil Zimmermann an und verwandelte sicher. Der Gegentreffer zeigte zunächst Wirkung. Die Kölner Reserve tat sich in den folgenden Minuten schwer, hinterließ mit Sockfehlern und Fehlpässen einen wackligen Eindruck in der Defensive. Allerdings spielte die Hartmann-Elf auch weiter nach vorne und belohnte sich schließlich. Kristiyan Irmiev spielte auf Luiz Labenz, der in bester Stürmer-Manier zum Ausgleich traf. Doch die Freude währte nicht lange. Nur sieben Minuten nach dem 1:1 war Etienne Feese in der Box zur Stelle und brachte den Gast wieder in Front.
Yacobi trifft doppelt
Ein weiterer Strafstoß gab dem Spiel die nächste Wende. Dieses Mal aber zeigte der Unparteiische auf den anderen Punkt. Nach einem Handspiel von Nick Sangl, verwandelte Nilas Yacobi. Und das Kölner Talent hätte den FC schon vor der Halbzeit komplett auf die Erfolgsspur bringen können. In den Folgeminuten kam der Offensivspieler zu drei guten Möglichkeiten. Den dritten Versuch verwertete er zum 3:2 (41.). Hilden kam mit Schwung aus der Kabine und brauchte auch nicht lange, das auf die Anzeige zu bringen. Armin Deljkovic blieb aus zwölf Metern eiskalt, erzielte den erneuten Ausgleich. Es ging auch weiterhin hin und her. Mit den besseren Möglichkeiten für den FC. Arweiler, Ajani und Yacobi blieben Aktivposten. Die beste Chance vergab in dieser Phase Assad Kotya-Fofana nach einem Eckball. Hartmann brachte für die Schlussphase noch einmal frische Kräfte und das zahlte wsich recht schnell aus.
So legte Harchaoui schon ab auf den eingewechselten Etienne Borie, der überlegt ins gegnerische Tor einschob (73.). Die Gäste erhöhten noch einmal den Druck, wollten den Ausgleich, doch der FC verteidigte leidenschaftlich. Der zuvor eingewechselte Len Wörsdörfer musste derweil nach einem Zusammenstoß mit einer Trage vom Platz gebracht werden. Für den FC reichte es auch in Unterzahl zum erhofften Sieg. Bereits am kommenden Freitag steht das Auswärtsspiel bei der zweiten Mannschaft des FC Schalke 04 an.
Gegen den HSV hatte der FC zwar einige Torchancen, trotzdem tat man sich gegen die tief stehenden Hanseaten häufig schwer. Besonders aus der Mittelfeldzentrale fehlte es an spielerischen Ideen beim 1. FC Köln: Wer soll die Kreativität aus dem Zentrum geben?
Aktuell scheint sich René Wagner auf Tom Krauß und Ellyes Skhiri als Doppelsechs festgelegt zu haben. Die Kombination hat jedoch vor allem mit dem Ball ihre Limitierungen. Das könnte gerade im anstehenden Derby gegen Borussia Mönchengladbach zum Problem werden. Dem FC fehlen im Ballbesitz die Ideen.
Tom Krauß ist bisher im Zentrum des 1. FC Köln gesetzt
Es hatte ein bisschen was von einer Dauerschleife in der ersten Halbzeit zwischen dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV am vergangenen Samstag. Die Rothosen zogen sich die meiste Zeit tief in die eigene Hälfte zurück, während der FC immer wieder probierte, eine Lücke in diesem dichten Block zu finden. Das gelang ihnen auch hin und wieder, häufig vor durch Einzelleistungen von Mikey Moore oder Said El Mala. Bei der Großchance von Thijs Dallinga kurz vor dem Hamburger Führungstreffer, wurde der Niederländer von einer präzisen Flanke von Gideon Mensah gefunden. Der FC hatte also seine Abschlüsse, Zählbares kam dabei allerdings nicht heraus. Dennoch blieb besonders ein Bereich im Kölner Spiel, der für noch mehr spielerische Lösungen sorgen sollte, in der Chancenkreation eher blass: das Mittelfeldzentrum.
Dort liefen wie schon im Spiel zuvor gegen Werder Bremen Tom Krauß und Ellyes Skhiri auf. Ein Duo, das seine Stärken primär im Spiel gegen und nicht mit dem Ball hat. Dementsprechend hatten die beiden gerade gegen den tiefen Hamburger-Block zu wenige Ideen, um diesen zu knacken. Es kamen kaum spielerische Akzente aus der Kölner Zentrale. Das führte dazu, dass sich die Geißböcke phasenweise sehr schwer taten, Gelegenheiten und Torchancen herauszuspielen. Gerade Krauß konnte in dieser Hinsicht nicht überzeugen. Als aggressiver Leader hat er zwar einen großen Wert für die Mannschaft, aber speziell in Partien, in denen der FC mehr Ballbesitz hat, könnten seine spielerischen Limitierungen zum Problem werden.
Skhiri auf der anderen Seite zeigt zumindest immer wieder Ansätze, wie bei seiner Flanke zum Kölner Anschlusstreffer durch Ragnar Ache kurz vor Schluss. Der Tunesier weist mit überragenden 97,5 Prozent nach vier Spieltagen momentan die beste Passquote der Liga auf, das könnte jedoch auch daran liegen, dass der Sechser eher das Risiko meidet und lieber den sichereren Pass wählt, anstatt die Tiefe zu suchen. Dabei braucht es gegen einen tief stehenden Gegner gerade solche Pässe, die das Tempo des Spiels ändern und es nicht zu statisch werden lassen. Ansonsten kann der Gegner in der Defensive Lücken zu leicht schließen, sofern sich solche überhaupt ergeben.
Ähnliche Herausforderung im Derby
Im Derby nach der Länderspielpause gegen Borussia Mönchengladbach könnten die Kölner vor einer ähnlichen Herausforderung wie in Hamburg stehen. Die Elf vom Niederrhein dürfte nach 16 Gegentoren an den ersten vier Spieltagen, ähnlich wie der HSV, speziell darauf bedacht sein, die Verteidigung zu stabilisieren. Dafür haben sie mit Alexander Blessin einen neuen Trainer verpflichtet, der aus seiner Zeit bei St. Pauli dafür bekannt ist, viel Wert auf eine gute Defensive zu legen. Daher ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Borussia dem FC in Müngersdorf den Ball überlässt, zunächst tief steht und auf Umschaltsituationen lauert.
In dem Fall braucht es aus Kölner Sicht auch mehr Lösungen aus dem Mittelfeldzentrum. Nur dürfte die Frage sein, wie sehr Trainer René Wagner seinen Alternativen auf der Sechs vertraut. Mit Isak Johannesson haben die Geißböcke einen Spieler in den Reihen, der für die nötige Kreativität steht. Allerdings kämpft der Isländer seit seinem Wechsel in die Domstadt im vergangenen Sommer mit Leistungsschwankungen und fehlender Konstanz. Außerdem fühlt sich der 23-Jährige am wohlsten in einer etwas offensiveren Rolle. So fallen auch seine Schwächen in der Defensive weniger ins Gewicht. Diese dürften auch ein Grund sein, warum in den vergangenen beiden Spielen Krauß und Skhiri den Vorzug erhielten.
Schwierige Entscheidung für Wagner
Eine weitere Möglichkeit wäre ein Einsatz von Paul Okon-Engstler. Der 21-Jährige wäre spielerisch gerade im Vergleich zu Krauß ein Upgrade. In der Vorbereitung hatte der Mittelfeldspieler außerdem bereits angedeutet, dass er das Potential für die Bundesliga hat. Gegen den HSV schaffte es der Sommerneuzugang jedoch nicht einmal mehr in den Spieltagskader. Ein eindeutiger Hinweis darauf, dass der australische Nationalspieler in der Rangordnung derzeit hinter den anderen drei Kandidaten steht. So braucht Okon-Engstler für Wagner wohl noch etwas Zeit, um sich an das Niveau in der höchsten deutschen Spielklasse anzupassen.
Damit steht der Coach allerdings vor einer Zwickmühle: Spielerisch kann er zumindest nicht vollständig zufrieden sein mit seinem Zentrum. Gleichzeitig bergen die Alternativen Risiken und haben andere Nachteile. Daher ist es gut möglich, dass der Trainer auch im Derby auf des bekannte Duo vertraut und vielleicht darauf setzt, dass Skhiri das Angedeutete weiter bestätigt. Ansonsten müsste der Rest der Mannschaft die spielerischen Defizite vermehrt auffangen. Glücklicherweise stehen gerade in der Offensive mit Spielern wie Said El Mala und Mikey Moore gleich mehrere Kreativspieler auf dem Rasen. Ohne das Zentrum wird es trotzdem nicht gehen.