Pokal-Aus: FC zeigt zu spät Reaktion

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Pokal-Aus: FC zeigt zu spät Reaktion

Der 1. FC Köln ist in der zweiten Runde des DFB-Pokals ausgeschieden. Die Kölner unterlagen dem 1. FC Kaiserslautern nach 0:3-Rückstand 2:3. Zu allem Überfluss sah Florian Kainz die Rote Karte.

Steffen Baumgart hatte sich sicherlich eine Reaktion seiner Mannschaft nach dem 0:6-Debakel in Leipzig gewünscht. Er hat es Pokal gegen Lautern zu spät bekommen, der FC lag nach einer guten Stunde 0:3 zurück. Erst in der Schlussphase drehten die Kölner auf und kamen durch Treffer der Rückkehrer Jan Thielmann und Mark Uth wieder ran. Doch es war zu spät. Der 1. FC Köln scheitert im Pokal an Lautern und scheidet einmal mehr gegen einen unterklassigen Gegner aus.

Steffen Baumgart sorgte schon bei der Startelf für eine kleine Überraschung – zumindest war von den angekündigten Wechseln nicht sonderlich viel zu sehen. Einzig Benno Schmitz stand für den erkrankten Rasmus Carstensen in der Anfangsformation. Dabei ging es dem Trainer aber nicht darum, dass die Elf vom Debakel am Samstag Wiedergutmachung betreiben sollte. „Ich glaube, dass es für das Spiel genau die beste Mannschaft ist“, sagte der Trainer vor dem Spiel im ZDF. Wie Wiedergutmachung sah die Leistung der Kölner gerade im ersten Abschnitt auch wahrlich nicht aus. Dem FC war die Verunsicherung deutlich anzusehen, immer wieder brachten sich die Geißböcke durch individuelle Fehler selbst in Gefahr.

Hübers fälscht unglücklich zum 0:1 ab

Die erste Chance gehörte bereits den Pfälzern. Nach einer Ecke des ehemaligen Baumgart-Spielers Marlon Ritter kam Boris Tomiak aus der Distanz zum Abschluss, verzog aber. Auf der anderen Seite setzte Timo Hübers den Ball nach einer Ecke über das Tor, Luca Waldschmidt beim zweiten Standard neben das Gehäuse. Die Anfangsphase gehörte zwar dem FC, der fand aber einzig bei Standards eine Möglichkeit, Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu erzeugen. Lautern kämpfte sich zunehmend ins Spiel. Dass, was Baumgart noch am Montag gefordert hatte, zeigten die Pfälzer: Körpersprache, Einstellung und Mentalität. Unter anderem ließ Terence Boyd Jeff Chabot und Eric Martel wie Slalomstangen stehen, allerdings ohne dann aber gefährlich zu werden. Anschließend verlor Davie Selke unnötig einen Ball, Lautern schaltete schnell um, den Konter nutzte Richmond Tachie zu einem Distanzschuss, den Hübers ins eigene Netz abfälschte.

Der FC benötigte ein paar Minuten, um sich zu sammeln. Zwar übernahmen die Kölner wieder die Spielkontrolle, in der Vorwärtsbewegung fiel den Geißböcken aber nach wie vor wenig ein. Und wenn, fehlte einmal mehr die Präzision. In der Rückwärtsbewegung unterliefen den Kölnern dann aber immer wieder teils haarsträubende Fehler. Chabot setzte mit einem verunglückten Kopfball Boyd genauso in Szene wie Ljubicic mit einem Fehlpass. Überhaupt erwischte der Österreicher nicht seinen besten Tag. Kurz vor der Halbzeit hätte Boyd nach einem schönen Chip-Pass erhöhen können, doch Schwäbe war zur Stelle.

Thielmann mit starkem Comeback

Baumgart stellte zur zweiten Halbzeit taktisch um, zog Kapitän Florian Kainz zurück, dafür rückte Ljubicic auf die rechte Seite und Maina auf die linke. Die Maßnahme zeigte zunächst keine Wirkung. Denn zunächst schlugen die Lauterer einmal mehr zu und das erfolgreich. Ritter verlagerte den Ball auf Kenny Redondo, der sträflich frei stand und aus 15 Metern ins lange Eck einschob. Doch endlich zeigte der FC eine Reaktion. Linton Maina zog aus 20 Metern per Dropkick ab und traf die Latte. Anschließend setzte sich der schnelle Mittelfeldspiele auf der Außenbahn durch, seine Hereingabe verpasste Waldschmidt knapp. Nach gut 55 Minuten hatte Baumgart genug von Ljubicic gesehen und brachte Mark Uth. Und der 32-Jährige brachte gleich so etwas wie Kreativität ins Spiel. Einen Pass von Kainz legte der Offensivspieler geschickt auf Waldschmidt ab, der aber einmal mehr verzog. Genauso wie 120 Sekunden später von der Sechzehnerlinie.

Kainz sieht Rot

Aber auch Lautern blieb gefährlich. Einmal mehr setzte Ritter einen Mitspieler in Szene. Dieses Mal erneut Tachie, der von Hübers nur durch ein Foul zu stoppen war. Den anschließenden Freistoß verwandelte Ritter direkt. Baumgart brachte mit Steffen Tigges und Jan Thielmann zwei frische Kräfte. Und der Kölner Youngster brachte sich direkt perfekt ein. Zunächst holte der 21-Jährige einen Freistoß heraus, dann berührte Thielmann den Ball wohl mit der Fußspitze bei einem Freistoß von Kainz, der zum 1:3 führte. Köln wollte mehr, erhöhte endlich den Druck. Eine Hereingabe von Schmitz vollendete Uth zehn Minuten vor Spielende zum Anschlusstreffer. Der FC drückte nun auf den Ausgleich und schwächte sich selbst. Kainz sprang Tomiak von hinten in die Beine und sah die Rote Karte. Zuvor hatte bereits Eric Martel Gelb-Rot gesehen – allerdings auf der Bank.

In Unterzahl gelang dem FC der erhoffte Ausgleich nicht mehr. Dabei hätten die Kölner in der Schlussminute noch einen Elfmeter bekommen können. Der Ex-Kölner und FCK-Keeper Julian Krahl rang Steffen Tigges im Strafraum nieder, Schiedsrichter Sven Jablonski ließ weiterspielen.

1. FC Köln: Schwäbe – Schmitz, Chabot, Hübers, Pacarada – Martel (77. Huseinbasic), Ljubicic (57. Uth) – Waldschmidt, Kainz, Maina (68. Thielmann) – Selke (68. Tigges) ; Tore: 1:0 Tachie (21.), 2:0 Redondo (47.), 3:0 Ritter (64.), 3:1 Thielmann (71.), 3:2 Uth (81.) – Gelb-Rote Karte: Eric Martel – Rote Karte: Florian Kainz


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Jan Thielmann zurück im Kader. Comeback gegen Lautern?

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Jan Thielmann zurück im Kader. Comeback gegen Lautern?

Jan Thielmann steht am Dienstagabend erstmals wieder im Kader des 1. FC Köln. Der Youngster profitiert allerdings von einer Erkrankung von Rasmus Carstensen.

Noch am vergangenen Samstag hatte die viereinhalb monatige Leidenszeit von Jan Thielmann vorerst ein Ende gefunden. Der 21-Jährige stand für die U21 des 1. FC Köln auf dem Platz. Jan Thielmann ist nun zurück im Kader der Profis. Gibt Thielmann sein Comeback im Pokal gegen Lautern?

Der Traum von der U21-Europameisterschaft endete eine gute Woche bevor sie begann. Jan Thielmann, gerade noch Torschütze beim Testspiel gegen eine Auswahl Südtirols, zog sich im Trainingslager des DFB eine Verletzung zu. Die Muskelverletzung stellte sich allerdings schnell schwerwiegender heraus, als zunächst angenommen. Wie FC-Trainer Steffen Baumgart in der vergangenen Woche erklärte, lag eine Muskelverletzung mit Sehnenbeteiligung vor. Das erklärt auch die lange Ausfallzeit. Denn seit dem stand Thielmann für die Kölner nicht mehr auf dem Spielfeld. Bis zum vergangenen Samstag. Nach viereinhalb Monaten hatte Thielmanns Leidenszeit ein erstes Ende. Das Kölner Eigengewächs stand für die U21 beim 5:1-Erfolg über Velbert auf dem Platz – 45 Minuten lang.

Thielmann wieder im Kader

Und auch am kommenden Samstag gegen Lippstadt hätte der Youngster eigentlich bei der Kölner Reserve auflaufen sollen. „Eigentlich wollten wir Jan noch eine Woche geben“, sagte FC-Trainer Steffen Baumgart am Montagmorgen auf der Pressekonferenz zum Pokalspiel. Die Hauptbelastung sollte bei der U21 stattfinden, Thielmann war also für die Mannschaft von Evangelos Sbonias vorgesehen. Doch die Erkrankung von Rasmus Carstensen ermöglicht dem 21-Jährigen auch das Comeback bei den Profis und das im emotionalen und wichtigen Pokalspiel gegen Kaiserslautern. Am Montagnachmittag bestätigte sich der Verdacht, den Baumgart am Morgen schon hatte. Carstensen fällt aus, Thielmann rückt nach.

Noch in der vergangenen Woche hatte Baumgart gesagt, dass er den Youngster bremsen müsse. Man müsse ihm Zeit geben. „Jan ist immer Jemand, über den wir uns Gedanken machen. Weil Jan schon viele muskuläre Verletzungen hatte. Da sind wir vielleicht ein bisschen vorsichtiger. Deswegen entscheide ich bei Jan ein wenig kurzfristig. Was Leistung, Einstellung und Training angeht, brauchen wir uns bei ihm gar keine Gedanken machen“, erklärte der Coach. Baumgart wolle lieber noch eine Woche warten. „Das tut ihm weh. Da ist er auch sauer auf mich. Aber da zögere ich ein wenig mehr“, so Baumgart weiter. Ob der Youngster eingesetzt wird, ist unter diesem Aspekt offen. Thielmann würde mit seinem Tempo sicherlich die rechte Seite beleben, zumal die linke Defensivseite der Lauterer ein möglicher Schwachpunkt sein könnte.


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Trotz Debakel kann sich der FC Hoffnung auf den Pokalerfolg machen

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Trotz Debakel kann sich der FC Hoffnung auf den Pokalerfolg machen

Nur wenige Stunden nach dem 0:6-Debakel gegen Leipzig hat der FC mit der Vorbereitung auf das Pokalspiel gegen Kaiserslautern begonnen. Der Fokus ist bereits neu gesetzt. Die Kölner Verantwortlichen rechnen mit einem anderen Gesicht.

Die Niederlage war deutlich, sie war verdient – das 0:6 hat bei den Kölnern Spuren hinterlassen. Dennoch gilt der Fokus bereits dem Duell gegen Kaiserslautern. Was dem FC für den Pokal Hoffnung machen kann.

Das 0:6-Debakel bei RB Leipzig hatte deutliche Spuren hinterlassen. Die Kölner Profis schlichen mit versteinerter Miene zu den rund 2000 mitgereisten Fans, während sich die Leipziger Spieler auf der anderen Seite des Stadions feiern ließen. Zwar konnte man den Geißböcken nicht hinter den leeren Blick schauen, das gegen Gladbach im Derby hart erarbeitete Selbstvertrauen dürfte allerdings dahin, es dürfte verpufft sein. Es wird in den Köpfen der Kölner zumindest arbeiten. Zu desolat trat der FC gegen die Sachsen auf, zu deutlich war der Klassenunterschied, zu bitter die Klatsche, als dass noch viel vom Schwung des 3:1-Erolgs übrig geblieben wäre. „Das war sehr enttäuschend. Wir wollten den Derby-Aufschwung mitnehmen, das hat nicht geklappt“, sagte Davie Selke.

Wenig Zeit zur Aufarbeitung als Vorteil?

Dabei könnte den Kölnern gerade das Derby aktuell als Mutmacher für das Pokalspiel gegen Lautern dienen. Immerhin ging es für die Kölner in einer ähnlichen Gemütslage gegen die Fohlen. Zwar kassierten die Geißböcke gegen Leverkusen „nur“ ein 0:3, doch der FC war ebenfalls deutlich unterlegen und konnte sich schließlich bei dem überragenden Marvin Schwäbe bedanken, dass es nicht auch gegen Werkself schon ein Debakel gegeben hat. Zwar mit ein wenig mehr Erholung nach der Länderspielpause, aber sicher nicht mit Schwung lief der FC gegen den Rivalen auf, war trotz anhaltender Negativserie das spielbestimmende, das dominante Team. Köln war aber vor allem die Mannschaft, die den Sieg in diesem hoch emotionalen Spiel mehr wollte, das Derby, den Kampf annahm. Mentalität und Glaube stimmten zumindest. Die aufgeheizte Stimmung war für den FC kein zusätzlich lähmendes Hindernis.

Das soll Baumgart nun auch für das Pokalspiel am Dienstag gelingen. „Ich bin überzeugt davon, dass das Trainerteam die Mannschaft bis dahin wieder aufrichten wird. In Kaiserslautern werden wir wieder ein anderes Gesicht zeigen“, sagte Christian Keller. Viel Zeit zur Aufarbeitung, wie zwischen den Nachbarschaftsduellen gegen Leverkusen und Gladbach, bleibt dem FC aber nicht. Gerade einmal 72 Stunden liegen zwischen dem Schlusspfiff in Leipzig und dem Anpfiff auf dem Betzenberg. Baumgart sieht darin aber überhaupt keinen Nachteil. „Es kann ja auch helfen, wenn du gleich wieder spielst“, sagte der Coach am Samstag im Sportstudio. So sollen sich die Akteure nicht lange mit dem Debakel aufhalten, der Fokus ist schon auf das Pokal-Highlight auf dem Betzenberg gerichtet. „Wir müssen das Spiel schnell abhaken, weil wir am Dienstag ein extrem wichtiges Spiel haben, für das wir unsere Kräfte sammeln müssen“, sagte auch Kapitän Florian Kainz. Ein extrem wichtiges für die Moral, aber wohl auch ein extrem schweres.

Uth und Thielmann als Hoffnungsträger

Denn der Traditionsklub spielt in dieser Saison in der 2. Bundesliga eine gute Rolle, ist aktuell Sechster und mischt im Kampf um die Aufstiegsplätze mit. Allerdings zeigte sich Lautern zuletzt in der Defensive nicht ganz sattelfest. Gegen Düsseldorf gaben die Roten Teufel eine 3:0-Führung aus der Hand und verloren 3:4, gegen den HSV reichte am Wochenende eine 3:1-Führung nur noch zum Unentschieden – und das im eigenen Stadion. Kaiserslautern wird motiviert sein, ist aber längst keine Übermannschaft. Ein ähnliches Offensivfeuerwerk wie gegen Leverkusen und Leipzig haben die Kölner nicht zu erwarten.

Mut macht den Kölnern auch die Rückkehr von Mark Uth und Jan Thielmann. Gerade für den Youngster dürfte das Pokalspiel gegen Lautern eigentlich noch zu früh kommen, doch Baumgart kündigte schon an, dass er sich bei Thielmann immer erst kurzfristig entscheidet. Zudem gab der 21-Jährige am Samstag sein Comeback bei der U21. Uth wird wahrscheinlich ebenfalls noch kein Kandidat für die Startelf sein, der Offensivspieler gab aber immerhin sein Comeback beim 0:6 – wenn auch ein undankbares. „Ich habe nach dem Spiel zu Mark gesagt: Wenn ich eine sehr positive Sache aus diesem Spiel hier mitnehme, dann, dass er nach fast einem Jahr wieder Bundesliga gespielt hat“, sagte Keller am Samstag „Dass er eine sehr hohe Qualität hat, hat man schon in der ersten Aktion auf dem Platz gesehen.“


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Das Kartenhaus stürzt, wenn die Leistungsträger wackeln

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Das Kartenhaus stürzt, wenn die Leistungsträger wackeln

Nach der bitteren 0:6-Pleite gegen Leipzig fand FC-Trainer Steffen Baumgart überraschend deutliche Worte – auch bei seinen Spielern. Der FC präsentierte sich als fragiles Gebilde, das wie ein Kartenhaus zusammenfiel.

Bei RB kassierte der FC eine bittere Klatsche. Steffen Baumgart betonte, dass auch seine Leistungsträger zu viele Fehler gemacht haben. Doch das war nur ein Teil der Wahrheit für die Pleite des 1. FC Köln: Gründe für das Debakel gegen Leipzig.

Marvin Schwäbe konnte einem am Samstagabend schon ein wenig leid tun. Und das nicht, weil der Kölner Keeper sich beim 0:3 den Ball mit dem Rücken selbst ins Netz legte. Vielmehr, weil der Kölner Keeper der beste Spieler des 1. FC Köln im Duell gegen RB Leipzig war und doch ein halbes Dutzend Mal hinter sich greifen musste. Sechs Tore in einem Spiel sprechen nicht unbedingt für die Qualität des Torhüters. Doch zum einen war Schwäbe bei allen sechs Treffern chancenlos, zum anderen verhinderte der Kölner Keeper wie schon gegen Leverkusen Schlimmeres. Nur, dass Schwäbe damals den FC vor einem Debakel bewahrte, es dieses Mal aber nicht abwenden konnte. So kritisierte Steffen Baumgart nach dem Spiel einige Spieler, um auf der Pressekonferenz den Keeper zu loben. „Am Ende können wir uns noch bei Marvin Schwäbe bedanken, dass er die eine oder andere richtig gute Parade gezeigt hat“, sagte der Coach.

Kölner Defensive weit von Normalform entfernt

Der Kölner Trainer wusste natürlich sehr wohl, wo ein Problem am Samstagabend gelegen hatte. „Die Jungs, die über eine ganz lange Zeit stabil waren, haben heute ihren entscheidenden Fehler gemacht. Das tut schon weh“, sagte der Trainer ohne Namen zu nennen, deutete aber zwischen den Zeilen an, dass das Gebilde 1. FC Köln aktuell ein sehr fragiles ist. Wenn dann auch noch die Stabilisatoren ausfallen, fällt es wie ein Kartenhaus zusammen. Zumindest erweckte der FC gegen Leipzig genau dieses Bild. So erwischte auch Jeff Chabot wohl ausnahmsweise einen rabenschwarzen Tag. Der Innenverteidiger hatte eine gehörige Teilschuld an zwei Treffern, wirkte mit den schnellen Offensivkräften und bei einigen Tiefenläufen des Gegners überfordert. Zudem sah der Kölner Abwehrchef eine vollkommen überflüssige Gelbe Karte, die ein herzhaftes Eingreifen bei folgenden Abwehrversuchen zumindest erschwerte und die frühe Auswechslung bedeutete. Für ihn kam bereits zur Halbzeit Luca Kilian, der in dieser Saison noch nicht viel Einsatzzeit bekam und sich des Öfteren nur mit Foulspielen zu helfen wusste.

Noch vor wenigen Tagen hatte Baumgart Eric Martel als den Stabilisator der Kölner betitelt. Doch auch der Sechser war von seiner normalen Leistung ein großes Stück weit entfernt. Eine schlampige Ballbehandlung brachte Martel in einen unnötigen Zweikampf mit Amadou Haidara, der 21-Jährige wusste sich nur mit einer Ringereinlage zu helfen, die dann zum berechtigten Strafstoß führte. Martel leitete somit das Ungemach ein. Zwar steigerte sich der Mittelfeldspieler im Laufe der Partie, war einmal mehr der laufstärkste Spieler auf dem Platz und brachte 86 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler, wirklich glücklich wirkte der 21-Jährige aber nicht mehr. Ausgerechnet die beiden Kölner Defensiv-Konstanten, die beiden Spieler, die in der Jugend für Leipzig auf dem Platz gestanden haben, hatten maßgeblichen Anteil am Debakel.

FC findet kein Mittel

Natürlich nicht nur. Die ganze Mannschaft stand neben sich. So auch Leart Pacarada und Timo Hübers, bislang ebenfalls wichtige Stützen im Kölner Abwehrverbund. „Heute haben wir die Fehler gemacht, die du nicht machen darfst“, sagte Baumgart. „Wir legen vier Tore direkt vor und das sind individuelle Fehler, die dürfen nicht passieren.“ Tatsächlich hatte gerade die Kölner Defensive die Geißböcke in vielen Begegnungen im Spiel gehalten, oft noch Schlimmeres verhindert – zumindest lag die Krise bislang sicher nicht an Chabot und Co. Bis zum achten Spieltag hatte der FC nur 15 Gegentore zugelassen – am Samstag waren es sechs. Die Innenverteidigung gewann bislang im Schnitt rund zwei Drittel ihrer Zweikämpfe, bei Chabot waren es gegen Leipzig gerade einmal 40 Prozent.

Das angesprochene Manko der Kölner war aber nur ein Teil der Wahrheit. Das Gesamtbild hieß wohl eher zu viele individuelle Fehler, zu wenig individuelle Klasse, die der FC den Bullen entgegen zu setzen hatten. Nahezu in jedem Mannschaftsteil war RB einfach besser. Deutlich besser. So reichte ein taktischer Kniff, nämlich die Umstellung von Vierer- auf Dreierkette, um Köln aus dem Konzept zu bringen, wie Florian Kainz später bestätigte. Der FC fand nicht in sein Spiel und erst recht kein Mittel gegen die geballte Offensivkraft, das beeindruckende Tempo der Leipziger.

Am meisten ärgerte Baumgart aber die falsche oder fehlende Einstellung. „Wir können hier den Arsch voll kriegen, dafür ist die Qualität von Leipzig entsprechend. So darfst du nicht auftreten. Du darfst nicht den Kopf hängen lassen“, sagte der Coach. Dementsprechend durften sich die Spieler nach der Begegnung auch einiges anhören. Gegen Kaiserslautern wird am Dienstag mit Sicherheit ein anderer FC zu sehen sein.


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Der Ton wird rauer

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Der Ton wird rauer

Am neunten Spieltag der Bundesliga hat der FC die siebte Niederlage kassiert. Eine besonders bittere – gegen RB Leipzig hatten die Kölner nicht den Hauch einer Chance. Kein Wunder, dass sich die Tonlage in Köln ändert.

Trotz der anhaltenden Krise haben sich die Verantwortlichen des 1. FC Köln immer vor die Mannschaft gestellt. Das tun sie auch weiterhin, doch der Ton wird nach dem 0:6 beim FC rauer.

Steffen Baumgart ist wahrlich kein Mensch, der seine Emotionen gut verstecken kann. Wenn überhaupt ein Lächeln, das irgendwo innerlich stattfindet. Nun war dem Kölner Trainer am Samstagabend nicht gerade nach Lächeln zu Mute. Im Gegenteil: Baumgart schimpfte. Mit seinen Spielern, mit dem Schiedsrichter. Irgendwie beschlich den Zuschauer das Gefühl, er würde während des 0:6-Debakels, seiner höchsten Niederlage als FC-Trainer, mit allem schimpfen, was auch nur annähernd in seinem Sichtfeld landete. Nein, Baumgart war ganz und gar nicht glücklich. Und daraus machte er auch nach dem Spiel keinen Hehl. „Um RB Paroli bieten zu können, müssen wir anders auftreten. Die Sachen, die wir über einen langen Zeitraum gut gemacht haben, müssen wir auch heute gut machen. Davon haben wir heute aber sehr wenig gut gemacht“, sagte der Trainer.

Baumgart hadert mit den individuellen Fehler

Dabei hatte der FC Leipzig nicht nur kein Paroli geboten, die Kölner wurden phasenweise vorgeführt. Die Dominanz des Gegners war beeindruckend – zumindest für die Anhänger, die es mit den Sachsen halten, für FC-Fans war es ausgerechnet nach dem euphorisierenden Derbysieg eine bittere Bruchlandung. Zur Halbzeit lagen die Kölner bereits 0:4 zurück und das hochverdient. Tatsächlich hatten die Geißböcke Glück, dass es nicht schon nach 45 Minuten ein Halbes Dutzend gegeben hatte. Die einzige wirkliche Kölner Torchance vergab Luca Waldschmidt, der nach einer Flanke von Linton Maina aus wenigen Metern nur den Pfosten traf. Nach dem Wechsel schaltete RB einen Gang zurück, konnte das Ergebnis aber dennoch in die Höhe schrauben. Der FC war nur noch einmal durch Davie Selke gefährlich.

Dass Leipzig an diesem Abend besser war, ärgerte Baumgart dabei gar nicht so sehr, damit hatte der Trainer gerechnet. Vielmehr haderte er mit der Leistung seiner eigenen Mannschaft. „Wir waren RB in keiner Weise gewachsen – unabhängig davon, ob wir Fehler gemacht haben und die haben wir gemacht. Wir legen vier Tore direkt vor. Das sind Fehler, die dürfen nicht passieren“, sagte Baumgart. „Die Jungs, die über eine ganz lange Zeit stabil waren, haben heute ihren entscheidenden Fehler gemacht“, so der Trainer weiter, der vermutlich Spieler wie Jeff Chabot und Eric Martel meinte, die den Kölnern in den vergangenen Krisen-Wochen zumindest ein wenig Stabilität verliehen hatten. „Das tut schon weh. Wir können hier den Arsch voll kriegen, dafür ist die Qualität von Leipzig entsprechend. Aber so darfst du nicht auftreten“, wurde der Kölner Trainer dann doch deutlicher.

Baumgart zeigt sich selbstkritisch

Gerade die individuellen Fehler brachten Baumgart so richtig auf die Palme. So landete Eric Martel noch in der Anfangsphase auf dem Hosenboden, begrub dabei aber Amadou Haidara unter sich und Schiedsrichter Benjamin Brand musste auf den Punkt zeigen. Timo Werner verwandelte eiskalt. Ein Fehlpass von Chabot auf Haidara in der Vorwärtsbewegung sorgte für eine Unterzahl in der Rückwärtsbewegung: 0:2. Vor dem dritten Leipziger Treffer passte Leart Pacarada Haidara den Ball zu, der den nächsten erfolgreichen Angriff einleitete. Und unmittelbar vor dem Seitenwechsel schaute die Kölner Defensive beim vierten Streich einfach nur noch zu.

Und so soll der Kölner Trainer schon in der Kabine zur Pause laut geworden sein. Welche Tonart der Coach dort genau wählte, ist nicht bekannt. Dass sowohl Davie Selke als auch Florian Kainz aber betonten, dass die Worte des Trainers in der Kabine oder im Kreis bleiben sollten, sagt wohl mehr aus als die ausgesprochenen Worte. Sichtbar wurde der Frust dann wieder nach dem Spiel, als Baumgart einen Kreis bilden ließ und auf seine Spieler sichtbar enttäuscht einredete. „Den Kopf runternehmen, das ist keine Art und Weise“, sagte Baumgart später. Aber: „Ich nehme die Jungs auch gleich wieder in den Arm.“ Und nicht nur das, Baumgart stellte sich auch wieder vor seine Jungs. „Das hat dann auch was mit mir zu tun. Ich muss Lösungen anbieten und die waren heute nicht gut genug“, so der 51-Jährige selbstkritisch. „Ich bin derjenige, der sagt, wie es gehen kann. Und so geht es auf keinen Fall.“  

Deutliche Worte von Thomas Kessler

Ungewohnt deutlich kritisierten dagegen Thomas Kessler und Christian Keller die Leistung der Mannschaft. „Wir haben heute einiges gemacht, was du dir in der Bundesliga nicht erlauben kannst“, erklärte der Leiter der Lizenzspielabteilung. „Das sollte ein deutliches Ausrufezeichen für jeden Spieler sein, dass du so nicht Bundesliga spielen kannst.“ Kessler zeigte sich verwundert über das Ausmaß der Fehler. „Mir haben die ganzen 90 Minuten nicht gefallen“, resümierte auch Keller und betonte, dass der FC mit dem halben Dutzend Gegentoren noch gut bedient gewesen ist. Vor dem Pokalspiel gegen Kaiserslautern am Dienstag wird der Ton beim FC rauer. Die Kölner Verantwortlichen nehmen die Spieler in die Pflicht. Vielleicht ein wichtiger Wachmacher vor den „Wochen der Wahrheit“.  

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FC zurück auf dem Boden der Tatsachen

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FC zurück auf dem Boden der Tatsachen

Nach dem Derbysieg am vergangenen Wochenende ist der 1. FC Köln unsanft auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt worden. Bei RB kassierten die Kölner eine auch in dieser Höhe verdiente Klatsche.

Viel wurde über die Negativ-Serie von Steffen Baumgart gegen Leipzig und seinen Kumpel Marco Rose diskutiert, sie hat am Samstagabend einen bitteren Höhepunkt erfahren. Die Euphorie nach dem Derbysieg über Gladbach war für Köln jedenfalls nur von Kurzer Dauer. Der 1. FC Köln kassiert eine bittere 0:6-Niederlage bei RB Leipzig und liegt nun wieder auf einem direkten Abstiegsplatz. Beim 0:6 nach Toren von Timo Werner, Lois Openda (2), David Raum, Benjamin Sesko und Christoph Baumgartner unterliefen den Kölnern erschreckend viele individuelle Fehler. Zu allem Überfluss sah Mathias Olesen zehn Minuten nach seiner Einwechslung die Gelb-Rote Karte. Der einzige Lichtblick war das Comeback von Mark Uth.

Wie erwartet und eigentlich auch folgerichtig blieb Steffen Baumgart komplett bei der Erfolgself vom Derby, Marco Rose stellte dagegen vor allem taktisch um, setzte auf eine Dreierkette. Personell stand vor allem auch Timo Werner mal wieder in der Startelf. Die erste Chance hatte aber Leipzigs 60-Millionen-Euro-Stürmer Lois Openda, der von Benjamin Henrichs geschickt wurde, aus spitzem Winkel aber an Marvin Schwäbe scheiterte. Genauso wie Xavi Simons, der es von der Sechzehnerlinie versuchte. Der FC stand dagegen ungewöhnlich tief, lauerte auf Fehler, die Balleroberung und Umschaltmomente. Die Fehler machte aber der FC und das in einem viel zu hohen Maße. Den ersten machte Eric Martel. Der Sechser bekam den Ball gegen Amadou Haidara nicht unter Kontrolle, stoppte den Gegenspieler mit einer verunglückten Ringereinlage, die Schiedsrichter Benjamin Brand mit einem Strafstoß ahndete. Diesen verwandelte ausgerechnet der bis dahin blasse Werner souverän.

FC mit zu vielen individuellen Fehlern

RB hatte das Spiel im Griff, ließ so gut wie gar nichts in der eigenen Hälfte zu und setzte wenige, dann aber sehr gefährliche Spitzen. Der FC sorgte wenn überhaupt bei Standards für einen Hauch von Gefahr, mehr aber auch nicht. Nach einer halben Stunde brach Maina über die rechte Seite durch, Waldschmidt nahm den Ball direkt und setzte ihn an den Pfosten. RB ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Im Gegenteil: Der FC wirkte verunsichert, machte weiterhin unerklärliche individuelle Fehler und lud Leipzig damit ein. Nach einem Fehlpass von Chabot spielte Xavi Simons Openda perfekt in den Lauf und der Angreifer vollendete mit einem satten Schuss kaltschnäuzig. Leart Pacarada spielte ebenfalls einen haarsträubenden Fehlpass, Henrichs flankte in den Strafraum, in dem David Raum gegen drei (!) Kölner Abwehrspieler leichtes Spiel und nickte den Ball an den Pfosten. Von dort sprang er an den geschlagenen Schwäbe, der zum 0:3 aus Kölner Sicht traf. Und als wäre das noch nicht genug, erhöhte Openda mit einer starken Einzelleistung zum 4:0-Halbzeitstand. Zuvor hatte Simons nahezu im Alleingang die Kölner Defensive ausgehebelt.

Comeback von Uth einziger Kölner Höhepunkt

Baumgart wechselte bereits zur Halbzeit, nahm den verwarnten Chabot sowie Maina vom Platz und brachte Luca Kilian sowie Faride Alidou. Doch das Bild änderte sich nicht. So prüfte Werner mit seinen zweiten und dritten Abschlüssen den Kölner Keeper innerhalb weniger Minuten. Auf der anderen Seite spielte Dejan Ljubicic einen scharfen Ball in den Strafraum, aber Davie Selke vergab aus kürzester Distanz. Doch auch weiterhin dominierte RB das Spiel und vor allem den FC nach Belieben, war aber nicht mehr so zielstrebig wie noch im ersten Abschnitt. Chancen erarbeitete sich Leipzig aber weiterhin. So brachte Henrichs eine Flanke in den Strafraum, Openda traf den Ball nicht richtig. Leipzig hatte zu diesem Zeitpunkt mindestens einen Gang runtergeschaltet, tat nicht mehr als nötig.

Das brauchte RB auch nicht. Denn der FC schwächte sich auch noch selbst. Nur zehn Minuten nach seiner Einwechslung sah Mathias Olesen die Gelb-Rote Karte. Vor allem die zweite Verwarnung war hart, aber vertretbar. Unmittelbar vor dem Schlusspfiff durften dann die eingewechselten Benjamin Sesko und Christoph Baumgartner auch noch mal und erhöhten auf den 6:0-Endstand. „Der Trainer war in der Halbzeit schon nicht so gut drauf“, sagte Kainz. „Er hat uns schon gesagt, dass wir da durch müssen. Heute haben wir richtig einen auf den Deckel bekommen.“ Das einzige Kölner Highlight war das Comeback von Mark Uth – es hat schon schönere gegeben.

1. FC Köln: Schwäbe – Carstensen, Chabot (45. Kilian), Hübers, Pacarada – Martel, Ljubicic – Waldschmidt (70. Olesen), Kainz (70. Huseinbasic), Maina (45. Alidou) – Selke (77. Uth); Tore: 1:0 Werner (15.), 2:0 Openda (40.), 3:0 Raum (45.), 4:0 Openda (45.), 5:0 Sesko (89.), 6:0 Baumgartner (90.) – Gelb-Rot: Mathias Olesen (80.)

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FC holt sich mit starker Leistung den Derbysieg

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FC holt sich mit starker Leistung den Derbysieg

Der 1. FC Köln hat den ersten Ligasieg der Saison eingefahren und den ausgerechnet im Derby gegen Borussia Mönchengladbach und dazu noch hochverdient. Mit einer starken Leistung ist den Kölnern der Befreiungsschlag gelungen.

„Gerade in der aktuellen Situation, in der wir uns befinden, wollen wir schauen, dass wir punkten, um dann endlich wieder in ruhiges Fahrgewässer zu kommen“, hatte FC-Trainer Steffen Baumgart vor dem Duell gegen Borussia Mönchengladbach gesagt. Seine Mannschaft hat ihm den Gefallen getan und das eindrucksvoll. Der FC holt sich mit starker Leistung den Derbysieg. Florian Kainz mit einem Doppelpack vom Punkt und Luca Waldschmidt trafen für den FC, Nico Elvedi hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt. Köln verbesserte sich dadurch auf den 16. Tabellenplatz.

Baumgart wechselte seine Startelf im Vergleich zum Leverkusen-Spiel auf zwei Positionen. Linton Maina rotierte für Denis Huseinbasic in die Startformation, für Faride Alidou stand Luca Waldschmidt in der Anfangsformation. Zudem wechselte der Kölner Coach seine Formation, spielte mit Dejan Ljubicic und Eric Martel auf der Doppelsechs und Davie Selke als alleinige Spitze. Hatten die Kölner im Derby noch eine Portion Extra-Motivation gebraucht, sie holten sich diese nur wenige Minuten vor dem Spiel. Arm in Arm stand das Team vor den Ultras, ließ sich einschwören. Anschließend beeindruckten die Kölner Fans mit einer Pyro-Choreo, die allerdings zu einer deutlichen Spielverzögerung führte. Doch die Motivation war bei den Kölnern deutlich zu sehen.

Waldschmidt trifft nur den Innenpfosten

Denn der FC war von Beginn an heiß auf das Derby und deutlich besser im Spiel. Bereits nach vier Minuten kam Timo Hübers nach einer Ecke frei zum Kopfball, setzte den Ball aber knapp übers Tor. Beim nächsten Eckball setzte Waldschmidt zum Schuss an, der Ball wurde von Manu Koné geblockt. Allerdings mit der Hand und das auf der Sechzehnerlinie. Nach Eingriff des VAR entschied Schiedsrichter Deniz Aytekin auf Strafstoß. Kainz verwandelte in seinem 400. Pflichtspiel gewohnt sicher und erzielte somit sein zweites Saisontor.

Und der FC blieb dran, ließ Gladbach zunächst überhaupt nicht ins Spiel kommen und hätte früh erhöhen können, sogar müssen. Nach einer perfekten Flanke von Leart Pacarada traf Jeff Chabot die Latte. Dejan Ljubicic ließ nach Traumpass von Pacarada im Sechzehner Marvin Friedrich links liegen, Borussen-Keeper Moritz Nicolas rettete gerade noch zur Ecke. Maina und Waldschmidt vergaben aus der Distanz. Erst Mitte der ersten Halbzeit gab auch die Borussia ein erstes Lebenszeichen ab. Franck Honorat versuchte es aus spitzem Winkel, verfehlte das Tor aber deutlich. Sehr viel knapper wurde es wenige Minuten vor dem Seitenwechsel beim agilen Waldschmidt, der aus 20 Metern den Innenpfosten traf. Es blieb beim verdienten 1:0 zur Pause, das aber deutlich höher hätte ausfallen müssen.

Kainz erneut vom Punkt

Gladbach änderte nach dem Seitenwechsel die Taktik und fand auch ein wenig besser ins Spiel, doch Köln bliebt zunächst das gefährlichere Team. So kratzte Pacarada einen Ball noch von der Grundlinie, Selke war aber offensichtlich selbst überrascht und bekam am Elfmeterpunkt seine Füße nicht rechtzeitig sortiert. Anschließend fing Kainz einen Pass von Weigl ab, spielte ebenfalls Selke frei, dessen Schuss aber geblockt wurde. Wieder nutzte der FC seine viele Möglichkeiten nicht, die Borussia brauchte so gut wie keine. Wie aus dem Nichts kam Gladbach zum Ausgleich. Eine Ecke von Honorat köpfte Nico Elvedi ins Netz. Der FC ließ sich nicht aus der Ruhe bringen, spielte weiter nach vorne. Nach einem Foulspiel an Ljubicic griff der VAR ein weiteres Mal ein, wieder war es Koné, den es traf. Aytekin zeigte die Rote Karte.

Bei der nächsten Aktion gab es wenig zu diskutieren. Eigentlich. Nicolas traf nach einer Ecke Luca Waldschmidt mit der Faust am Kopf. Aytekin zeigte direkt auf den Punkt. Doch dieses Mal war Kainz alles andere als souverän, lupfte den Ball auf die Fäuste des Keepers. Und wieder griff der Schiedsrichter ein, denn Gladbachs Torhüter hatte sich zu früh bewegt. Beim insgesamt dritten Versuch machte es der Kölner Kapitän besser. In Überzahl und mit der Führung im Rücken spielte der FC weiterhin befreit auf, ließ aber weiterhin zu viele Chancen liegen. Unter anderem rettete Nicolas stark bei einer Direktabnahme von Waldschmidt. Der Angreifer machte es aber wenige Minuten vor Spielende besser. Der eingewechselte Denis Huseinbasic legte ab, Waldschmidt traf zum 3:1-Endstand. Die Kölner verbessern sich durch den Erfolg auf den 16. Tabellenplatz.

1. FC Köln: Schwäbe – Carstensen, Chabot, Hübers (79. Kilian), Pacarada – Martel, Ljubicic – Waldschmidt, Kainz (88. Huseinbasic), Maina (72. Alidou) – Selke (88. Tigges); Tore: 1:0 Kainz (9., HE), 1:1 Elvedi (63.), 2:1 Kainz (76., FE), 3:1 Waldschmidt (90.)

Welche Lehren kann Steffen Baumgart aus dem Testspiel ziehen

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Welche Lehren kann Steffen Baumgart aus dem Testspiel ziehen

Mit einem lockeren 15:0 hat sich der FC gegen den SC Germania Reusrath durchgesetzt. Gegen einen Bezirksligisten ein erwartbares Ergebnis. Zwar sollten die Geißböcke dem Spiel nicht zu viel Bedeutung beimessen, ein paar Lehren kann FC-Trainer Steffen Baumgart dennoch aus dem Spiel ziehen.

Auf viel Gegenwehr ist der 1. FC Köln im Spiel gegen den SC Germania Reusrath nicht getroffen. Das 15:0 gegen den Bezirksligisten war für die Kölner Profis vermutlich nicht mehr als ein lockerer Trainingskick. Dennoch: Diese Lehren kann Baumgart aus dem Testspiel ziehen

Das Ergebnis auf der Anzeigetafel wirkte schon beeindruckend, auch wenn es aufgrund eines Stromausfalls zwischenzeitlich nicht zu sehen war. 15:0 stand dort nach ziemlich genau 90 Minuten in roten Ziffern auf dem Display im Jahnstadion in Langenfeld. 15:0 setzte sich der 1. FC Köln gegen den SC Germania Reusrath durch, hochverdient. Große Aussagekraft hat das Ergebnis aber nicht, die Kölner Profis werden sich weder Frust von der Seele geschossen noch großes Selbstvertrauen getankt haben. Gegen den Bezirksligisten war das Ergebnis zu erwarten und hätte durchaus auch noch höher ausfallen können, vielleicht sogar müssen. Dass sich die meisten Kölner Akteure in Szene setzen und ihre individuelle Klasse unter Beweis stellen konnten, sollte daher auch nicht sonderlich überraschen.

Uth brennt auf das Derby

Und doch taten sich einige Spieler hervor und Steffen Baumgart wird einige Lehren aus dem Testspiel ziehen können. Der Kölner Coach hatte vor dem Spiel angegeben, dass es ihm gar nicht so sehr um die Tore ginge. Dennoch wird der Trainer mit der Ausbeute gerade seiner Stürmer oder Offensivkräfte zufrieden gewesen sein. Florian Dietz, Sargis Adamyan, Mark Uth, Steffen Tigges und Luca Waldschmidt trafen allesamt doppelt und legten jeweils auch Tore auf. Die etatmäßige Nummer eins im Sturm Davie Selke war krankheitsbedingt ausgefallen. Das Toreschießen, wenn auch gegen einen Bezirksligisten, hat die Kölner Offensive jedenfalls nicht verlernt.

Viel wichtiger als die Tore war in der Offensive aber die Erkenntnis, dass Mark Uth eine Stunde problemlos durchhielt. Nicht nur das, dem gebürtigen Kölner war wie auch schon in der Saisonvorbereitung die Vorfreude auf den nächsten Pflichtspieleinsatz anzusehen. Nach seiner Auswechslung absolvierte der Offensivspieler noch einige Sprints. Vermutlich, um sich auch weiter für das Derby gegen Gladbach in Form zu bringen. Uth brennt auf sein Pflichtspiel-Comeback und gegen das Derby. Auch Eric Martel gab 45 Minuten lang Vollgas, der Sechser wurde zur Halbzeit ausgewechselt, scheint aber wie Comebacker Florian Dietz keine Probleme gehabt zu haben. Nach dem Leverkusen-Spiel hatte der Sechser offenbar noch leichte Beschwerden am Fuß.

Kilian erzielt drei Treffer

Zudem schenkte Baumgart vielen Spielern Spielzeit, die zuletzt wenig oder gar nicht zum Zug gekommen waren. Waren es gegen Bergisch Gladbach noch die Youngsters, die sich in den Vordergrund spielten, überzeugten nun auch einige Akteure, die zuletzt eher hinten anstanden. So wie Dimitrios Limnios, der seine Chance ganz offensichtlich nutzen wollte. Der Mittelfeldspieler, der nicht in den Kader Griechenlands für die EM-Qualifikationsspiele berufen wurde, machte im ersten Durchgang ordentlich Tempo über die rechte Seite, brachte eine Hereingabe nach der nächsten und fand im Zentrum auch seine Abnehmer. Hätten Tigges und Uth sich in der Anfangsphase besser sortiert, hätte Limnios mindestens vier Tore vorbereiten können, so waren es die ersten beiden von Luca Waldschmidt. Limnios erinnerte wie auch Adamyan (ebenfalls nicht für die Nationalmannschaft im Einsatz) an die Leistungen der Vorbereitungen, als die beiden noch auftrumpften.

Auch Luca Kilian, der in der Liga auf keine 15 Minuten Spielzeit kommt, überzeugte. Und das nicht wegen seiner windschnittigen neuen Frisur, der Abwehrspieler stand in der Defensive gegen die zugegeben schwache Reusrather Offensive genauso sicher wie sein Pendant Dominique Heintz und schaltete sich zudem immer wieder in die Angriffsbemühungen der Kölner ein. Mit drei Treffern war Kilian der erfolgreichste Kölner Spieler. Der 24-Jährige hätte mit ein wenig mehr Spielglück sogar noch mehr Tore erzielen können. So blieb es am Ende beim 15:0. Das Ergebnis wird für Baumgart gegen den Bezirksligisten zweitrangig sein – der Klassenunterschied war zu deutlich, der Gegner zu harmlos, Viel wichtiger war dem Trainer daher, dass seine Mannschaft bis zum Ende konzentriert geblieben ist und bis zum Spielende auf weitere Tore gespielt hat.


FC gewinnt das Testspiel gegen Reusrath deutlich

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FC gewinnt das Testspiel gegen Reusrath deutlich

Der 1. FC Köln hat das Testspiel gegen den SC Germania Reusrath erwartungsgemäß mühelos für sich entschieden. Gegen den Bezirksligisten gewann der FC 15:0. Unter anderem Mark Uth und Florian Dietz erzielten einen Doppelpack, Luca Kilian traf sogar drei Mal.

FC-Trainer Steffen Baumgart hatte zu Beginn der Woche noch betont, es ginge ihm in dem Testspiel gegen Reusrath nicht um die Tore, vielmehr um die Spielabläufe. Der Kölner Trainer bekam gegen den Bezirksligisten vor 2000 Zuschauern beides. Der FC feiert ein Schützenfest gegen Reusrath, setzte sich 15:0 durch.

Wie angekündigt stellte FC-Trainer Steffen Baumgart den Rekonvaleszenten Mark Uth auf, der das Team als Kapitän auf das Feld führte. Auch Eric Martel und Luca Waldschmidt standen in der Startelf. Ansonsten schenkte der Coach einigen Spielern das Vertrauen, die zuletzt weniger oder gar nicht gespielt hatten. So sorgten Dimitrios Limnios und Steffen Tigges nach wenigen Minuten für die erste Chance. Der Grieche, der noch keine Einsatzzeit in dieser Saison erhalten hat, flankte ins Zentrum und Tigges brachte den Ball Richtung Tor. Wenige Minuten später legte Waldschmidt auf Uth ab, der aus spitzem Winkel das Außennetz traf. Ins Netz traf dagegen Waldschmidt mit einem Schuss aus 16 Metern nach einen Einwurf von Limnios. Reusraths Torhüter Tim Hechler machte nicht die beste Figur, konnte den Ball aber auch erst spät sehen. Dafür zeigte der Keeper einer beeindruckende Parade bei einem weiteren Kopfball von Tigges aus kurzer Distanz.

Dietz trifft beim Comeback doppelt

Köln dominierte den Bezirksligisten nach Belieben, Reusrath schaffte es nicht aus der eigenen Hälfte heraus. Vor allem über die rechte Seite, über den starken Limnios und Rasmus Carstensen, spielten sich die Geißböcke immer wieder vor das gegnerische Tor. Der FC erspielte sich Chance um Chance, war aber in vielen Situationen nicht kaltschnäuzig genug, spielte vielleicht einen Pass zu viel. Zunächst vergaben Uth und Dominique Heintz aus aussichtsreicher Position, dann wurde Sargis Adamyan im letzten Moment geblockt.

Nach gut 20 Minuten war es dann aber wieder Waldschmidt, der nach einer scharfen Hereingabe von erneut Limnios bedacht einschob. Der ehemalige Nationalstürmer eröffnete damit das muntere Toreschießen. Keine 120 Sekunden später war nämlich auch der emsige Uth endlich erfolgreich. Nach einem Handspiel im Strafraum traf der Rückkehrer vom Punkt. Kurz darauf legte Uth perfekt auf Martel ab, der auf das 4:0 erhöhte. Vor dem Seitenwechsel trafen dann Luca Kilian nach Vorarbeit von Adamyan und Tigges nach Vorlage von Waldschmidt zum 6:0-Halbzeitstand.

Nach dem Wechsel gab dann auch Florian Dietz sein Comeback. Der FC machte da weiter, wo er vor dem Wechsel aufgehört hat – mit Toren. Zunächst traf der ebenfalls stark aufspielende Adamyan nach einer Flanke des in der Halbzeit ebenfalls eingewechselten Pierre Nadjombe. Anschließend erhöhte Uth mit einem sehenswerten Distanzschuss nach Vorlage von Denis Huseinbasis sowie Dietz nach Vorarbeit von Tigges. Der Stürmer bedankte sich keine 120 später ebenfalls mit einer Vorlage und Tigges machte die Zehn voll. Und der FC blieb dran. Auch Kilian durfte sich ein zweites Mal in die Torschützenliste eintragen, so wie kurz darauf auch Dietz und Adamyan. Reusrath schaffte es auch weiterhin nicht, sich zu befreien, der FC ließ dagegen nicht nach, blieb haushoch überlegen und legte noch einmal nach. Zunächst erhöhte Kilian mit seinem dritten Treffer per Elfmeter, Huseinbasic erzielte in der Schlussminute den 15:0-Endstand.

Der FC setzte sich gegen den Bezirksligisten verdient durch, zu viel Bedeutung sollten die Kölner dem Spiel aber nicht beimessen. Mehr als ein lockerer Trainingskick war es für den FC nicht.

1. FC Köln: Pentke (46.) – Carstensen (46. Nadjombe), Kilian, Heintz, Finkgräfe – Martel (46. Huseinbasic), Waldschmidt (46. Dietz), Adamyan, Limnios (46. Alidou) – Tigges (60. Baktukanda), Uth (60. Downs) ; Tore: 1:0 Waldschmidt (9.), 2:0 Waldschmidt (23.), 3:0 Uth (26., HE), 4:0 Martel (29.), 5:0 Kilian (40.), 6:0 Tigges (43.), 7:0 Adamyan (53.), 8:0 Uth (56.), 9:0 Dietz (57.), 10:0 Tigges (59.), 11:0 Kilian (68.), 12:0 Dietz (71.), 13:0 Adamyan (77.), 14:0 Kilian (86.,FE), 15:0 Huseinbasic (90.)

Leverkusen lässt dem FC keine Chance

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Leverkusen lässt dem FC keine Chance

Der 1. FC Köln geht mit einer bitteren Pleite und als Tabellenschlusslicht in die Länderspielpause. Im Nachbarschafts-Duell bei Bayer Leverkusen kassierten die Kölner eine verdiente 0:3-Niederlage.

Das Nachbarschafts-Duell hat also doch keine eigenen Gesetze. Zumindest nicht am 7. Spieltag der Fußball-Bundesliga und nicht für die Geißböcke. Bayer Leverkusen zeigt dem FC die Grenzen auf, setzt sich wie erwartet verdient gegen die Kölner durch. Nach Toren von Jonas Hofmann (22.), Jeremie Frimpong (32.) und Victor Boniface (67.) verabschiedet sich Leverkusen mit einem 3:0-Erfolg und als Tabellenführer in die anstehende Länderspielpause, der FC als Schlusslicht. Zum ersten Mal seit vier Jahren belegen die Kölner den letzten Platz. „Wir haben gegen einen unglaublich guten Gegner gespielt“, sagte Florian Kainz. „Der Marvin hat uns heute einige noch rausgeholt.“

Baumgart musste seine Mannschaft notgedrungen einmal mehr umbauen. Für den verletzten Linton Maina gab Faride Alidou sein Startelf-Debüt. Allerdings spielte der Neuzugang zunächst neben Selke in der Spitze, Florian Kainz kam über die linke Seite, Dejan Ljubicic begann im Zentrum, Denis Huseinbasic auf der Acht. Überraschend stand Eric Martel dann ebenfalls in der Startelf. Der 21-Jährige hätte nach seiner Achillessehnenverletzung eigentlich erst gegen Gladbach wieder auflaufen sollen, die anhaltende Verletzungsmisere machte einen früheren Einsatz aber nötig.

Leverkusen drückend überlegen

Es war noch keine Minute gespielt, da war Martel bereits gefordert. Der Sechser kam dem Ex-Kölner Florian Wirtz nicht rechtzeitig hinterher. Der Nationalspieler zog aus 16 Metern ab, scheiterte aber an Marvin Schwäbe. Leverkusen machte erwartungsgemäß das Spiel, aber der FC versteckte sich in den Anfangsminuten nicht. Unter anderem kam Jeff Chabot nach einer Ecke zum Kopfball, setzte das Leder aber knapp über das Tor. Doch die Werkself war dem FC drückend überlegen, sorgte vor allem über die Außen für enormes Tempo und dadurch auch immer wieder durch Bälle in den Rückraum für Gefahr. So rettete Schwäbe gegen Victor Boniface aus kurzer Distanz, anschließend blockte Chabot einen Abschluss des Stürmers. Auch Wirtz probierte es einmal mehr aus der Distanz, fand erneut im Kölner Torhüter seinen Meister.

Leverkusen schnürte den FC teilweise ein, zog ein Powerplay auf und belohnte sich nun auch für die Offensivbemühungen. Boniface legte ab auf Alex Grimaldo, der spielte weiter auf Wirtz, der wiederum mit der Hacke Jonas Hofmann bediente. Der Mittelfeldspieler schob problemlos ein. Der FC protestierte zwar, weil Boniface den Ball mit der Hand berührt hatte, doch Schiedsrichter Felix Zwayer blieb bei seiner Entscheidung. Und Bayer spielte munter weiter. Grimaldo ließ Carstensen wie eine Trainingsstange stehen, passte scharf in den Sechzehner, gleich drei Kölner Abwehrspieler rutschten am Ball vorbei, Frimpong nicht: 2:0. Der FC fand überhaupt kein Mittel gegen den Nachbarn, in der Offensive so gut wie gar nicht statt und in der Defensive keine Lösungen gegen den Tempofußball von Bayer. Einzig Schwäbe verhinderte Schlimmeres. So kratzte der Keeper einen Schlenzer von Grimaldo aus dem Winkel.

Wie aus dem Nichts kam der FC kurz vor dem Seitenwechsel doch noch zu seiner Chance. Kainz spielte Selke stark frei, dessen Schuss gerade noch von Jonathan Tah geblockt wurde. Die anschließende Ecke wurde dann ebenfalls gefährlich. Martel kam aus fünf Metern zum Kopfball, brachte den Ball aber nur auf Bayer-Keeper Lukas Hradecky. Auch den Abpraller brachte der Sechser nicht im Tor unter.

Schwäbes Glanzparaden helfen nicht

Nach dem Wechsel gab Leverkusen weiterhin wie erwartet den Ton an. So war es auch in diesem Durchgang Wirtz, der Schwäbe zu der ersten Glanzparade zwang. Doch Baumgart stellte um. Huseinbasic spielte nun neben Martel um das Zentrum zu stabilisieren, Alidou kam über die rechte Seite. Tatsächlich kam der FC nun zu mehr Ballbesitz, offener wurde das Spiel aber nicht. Auch, weil sich die Kölner das Leben selbst schwer machten. So lud Carstensen mit einem haarsträubenden Fehlpass Boniface ein, der Stürmer legte trotz guter Position quer auf Frimpong und wieder war Schwäbe zur Stelle. Anschließend verfehlte Wirtz aus der Distanz. Gerade als die Kölner das Spiel ein wenig besser in den Griff bekamen, schlug Leverkusen erneut zu. Frimpong schickte Hofmann perfekt in die Tiefe. Der Ex-Gladbacher legte auf den mitgeeilten Boniface ab, der zum 3:0 einschob.

Und ohne die Kölner Nummer eins hätte es noch schlimmer kommen können. Alleine Boniface scheiterte noch zwei Mal am Kölner Keeper. Der FC kam wenn überhaupt durch Standardsituationen noch vor das gegnerische Gehäuse, gefährlich wurde der FC aber nicht mehr. Der FC kassiert also im siebten Spiel die sechste Niederlage und verabschiedet sich als Tabellenschlusslicht in die Länderspielpause. Dann folgt das nächste Derby gegen Borussia Mönchengladbach – vielleicht hat das dann seine eigenen Gesetze.

1. FC Köln: Schwäbe – Carstensen (90. Kilian), Chabot, Hübers, Pacarada – Martel (75. Tigges) – Kainz, Huseinbasic (75. Olesen), Ljubicic – Selke (90. Downs), Alidou (62. Finkgräfe) Tore: 1:0 Hofmann (22.), 2:0 Frimpong (32.), 3:0 Boniface (66.)