Enttäuschung im Nachbarschaftsduell: 1. FC Köln unterliegt Bayer Leverkusen verdient

Keine Chance: Marvin Schwäbe ist beim Gegentor machtlos
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Enttäuschung im Nachbarschaftsduell: 1. FC Köln unterliegt Bayer Leverkusen verdient

Der FC hat die erhoffte Überraschung im Nachbarschaftsduell klar verpasst. Der 1. FC Köln unterliegt bei Bayer Leverkusen verdient 0:2. Die Niederlage wurde von einem Aufreger um die Fanszene begleitet.

Lukas Kwasniok hatte am Freitag erklärt, dass es ein perfektes Spiel brauche, um aus Leverkusen etwas mitzunehmen. Er sollte recht behalten. Denn die Kölner lieferten eben kein perfektes Spiel ab. Die Folge: Der 1. FC Köln unterliegt bei Bayer Leverkusen verdient 0:2. Martin Terrier und Robert Andrich trafen für Leverkusen.

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FC-Trainer Lukas Kwasniok sorgte mit seiner Aufstellung für eine kleine Überraschung. Denn erstmals in dieser Spielzeit schickte der Coach dieselbe Elf auf den Platz wie in der Vorwoche. Zudem berief der Trainer erstmals Nachwuchsspieler Cenny Neumann in den Kader. Bei Leverkusen fehlten mit Alejandro Grimaldo und Patrik Schick die beiden gefährlichsten Offensivspieler. Doch der erste ernste Aufreger fand ohnehin außerhalb des Stadions statt. Zwischen 500 und 600 Fans der aktiven Szene reisten schon vor dem Duell ab, da sie nicht mit den Einlasskontrollen einverstanden waren. Von „Nacktkontrollen“ war die Rede. Auch Teile der Leverkusener Fanszene verließen während des Spiels die Begegnung oder rollten ihre Fahnen ein.

Schwäbe stark in den Zweikämpfen

Auf dem Feld übernahm Leverkusen von Beginn an die Kontrolle. Der FC tat sich zunächst schwer, griffig in die Zweikämpfe zu kommen. Schon nach sechs Minuten holte sich Eric Martel unnötig den gelben Karton ab. Den Freistoß aus dem Halbfeld brachte Aleix García vor das Tor, aber Edmond Tapsoba war aus kürzester Distanz offenbar selbst überrascht und schob die Kugel am Tor vorbei (6.). Nur drei Minuten später machte es Christian Kofane besser. Nach Pass von Malik Tillman war der Angreifer durch, scheiterte aber an dem herauseilenden Marvin Schwäbe (9.). Tillman selbst versuchte es aus der Distanz, wählte aber das falsche Stockwerk (17.). Der FC stand in dieser Phase zu tief, fand kaum Entlastung und verschenkte aber auch zu viele Bälle im Spielaufbau.

Erst Mitte der ersten Halbzeit war Said El Mala auf der linken Seite mal durch. Der starke Pass mit dem Außenrist war für Luca Waldschmidt nur hauchdünn falsch getimed (23.). Auch die nächste Chance gehörte Waldschmidt, der in der Box zum Abschluss kam, die Kugel aber zu zentral auf Mark Flekken brachte (28.). Doch Leverkusen war auch weiterhin die bessere Mannschaft und hatte weiterhin Chancen. Unter anderem verpasste Robert Andrich bei einer Ecke den Ball frei stehend (32.), ein Versuch von Jonas Hofmann parierte Schwäbe stark (36.). Doch insgesamt verteidigte die Kölner Hintermannschaft ordentlich bis gut, ließ bis zur Pause nichts mehr zu, Köln sorgte aber auch nicht mehr für Gefahr.

Starker Schwäbe gleich doppelt machtlos

Kwasniok wechselte zur Pause, brachte mit Linton Maina, Cenk Özkacar und Ragnar Ache drei neue Spieler. Und der FC fand nun im Schlussdrittel auch deutlich mehr statt. Allerdings hätte Leverkusen die Führung erzielen müssen, als Sebastian Sebulonsen Tillman mit einem haarsträubenden Fehler in Szene setzte. Doch der US-Amerikaner setzte im Alleingang deutlich zu hoch an (50.). Keine zwei Minuten später hatte Ibrahim Maza das 1:0 auf dem Fuß, doch Schwäbe rettete den Versuch aus kurzer Distanz (52.), genauso wie bei einem Kopfball von Kofane (56.). Auf der anderen Seite hatte kurz zuvor Sebastian Sebulonsen mit einem Freistoß Flekken vergelich geprüft. Der Niederländer war auch beim Versuch von Maina aus knapp 20 Metern zur Stelle (61.).

Leverkusen hatte nach wie vor mehr Spielanteile, doch die Kölner waren deutlich besser im Spiel. Das reichte aber nicht. Nach einer tollen Flanke von Arthur ging der gerade erst eingewechselte Martin Terrier mit der Hacke zum Ball und vollendete artistisch (66.). Und nur wenige Minuten später war der Kölner Keeper erneut machtlos. Bei einem Eckball stieg Andrich am höchsten und köpfte ein (72.). Der zweite Gegentreffer zeigte beim FC Wirkung. Köln versuchte es zwar weiterhin, doch dem FC fiel nicht mehr viel ein, Leverkusen setzte weiterhin Nadelstiche. Treffer fielen aber in der Schlussphase nicht mehr.

Im letzten Spiel des Jahres empfängt der FC am kommenden Samstag den 1. FC Union Berlin mit Ex-Coach Steffen Baumgart.

1. FC Köln: Schwäbe – van den Berg, Martel (79. Sebulonsen), Sebulonsen – Kaminski, Huseinbasic (46.Özkacar), Krauß, Thielmann – Bülter (46. Bülter), El Mala (73. Lund), Waldschmidt (46. Ache); Tore: 1:0 Terrier (66.); 2:0 Andrich (72.)


Kann Luca Waldschmidt zur Konstante beim 1. FC Köln werden? Ein unermüdliches Startelf-Comeback

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Kann Luca Waldschmidt zur Konstante beim 1. FC Köln werden? Ein unermüdliches Startelf-Comeback

Die Kritik verstummt, die Form steigt. Gegen St. Pauli zeigte Luca Waldschmidt eine seiner stärksten Leistungen im Trikot der Geißböcke. Bei dem Stürmer deutet vieles auf einen nachhaltigen Aufwärtstrend hin beim 1. FC Köln: Luca Waldschmidts unermüdliches Startelf-Comeback.

Ein Startelf-Comeback, die Vorlage zum zwischenzeitlichen Führungstreffer und unbändige Aufopferungsbereitschaft. Luca Waldschmidts Auftritt gegen den FC St. Pauli war überzeugend und untermauerte seine anhaltend hohe Form der vergangenen Wochen. Auch von Beginn an lieferte er eine Leistung ab, die insbesondere seinem Trainer gefiel beim 1. FC Köln: Luca Waldschmidts unermüdliches Startelf-Comeback.

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Zwei Tage nach dem schmerzhaften Punktverlust sitzt der Stachel noch immer tief. Die späte Enttäuschung der Kölner vom vergangenen Wochenende durchzieht die Gespräche rund um den Club. Doch wer den Blick ausschließlich auf das unglückliche Gegentor richtet, übersieht schnell die die guten Seiten dieses Spiels. Denn bei der Rückschau auf den Samstag führt, fernab von allen berechtigten Diskussionen um den späten Ausgleich, kein Weg an einem Namen vorbei: Luca Waldschmidt. Der zuletzt oft kritisierte Angreifer zeigte gegen St. Pauli eine Leistung, die den Gästen permanent Kopfzerbrechen bereitete und die Offensive belebte.

Waldschmidt sah sich in der jüngeren Vergangenheit immer wieder mit überzogenen Erwartungen konfrontiert. Nicht selten blieb er hinter ihnen zurück. Gegen St. Pauli präsentierte er sich jedoch wie befreit und setzte genau jene Akzente, die ihn bereits als Joker gegen Eintracht Frankfurt oder Borussia Mönchengladbach besonderen Wert verliehen. Entsprechend deutlich stellte sich Trainer Lukas Kwasniok nach der Partie vor seinen Stürmer. Auf die wiederkehrende Kritik angesprochen, sagte er: „Weder ich noch das Trainerteam oder die Mannschaft kritisieren ihn. Wir sind alle froh, dass er bei uns ist. Und ansonsten bekomme ich das relativ selten mit. Was in der Vergangenheit war, interessiert mich nicht, ich bewerte Leistungen.“

Waldschmidts Schlüsselrolle im Kwasniok-System

Diese Leistung war nicht zuletzt das Ergebnis einer anspruchsvollen Rolle, die Kwasniok ihm gegen die tiefstehenden Boys in Brown zugedacht hatte. Waldschmidt fungierte als Verbindungsspieler zwischen letzter und vorderster Kette, ein Job, der unermüdliche Laufarbeit, ständige Anspielbarkeit im überladenen Zentrum und das geduldige Suchen nach Lücken im dichten Gefüge der Hamburger Fünferkette verlangte. Immer wieder fand er kleine Räume, bot sich klug an und war gemeinsam mit Said El Mala an nahezu allen gefährlichen Offensivaktionen beteiligt. Auch beim zwischenzeitlichen 1:0 hatte er seine Füße im Spiel. Nach einem misslungenen Freistoß der Gäste reagierte Waldschmidt hellwach und setzte El Mala mit einem kraftvollen Anspiel tief in die gegnerische Hälfte in Szene, woraufhin der pfeilschnelle Angreifer zu seinem sechsten Saisontor vollendete. Zur Wahrheit gehört wohl auch, dass der Assist auch viel von eine, Befreiungsschlag hatte.

Ein eigener Treffer blieb Waldschmidt hingegen verwehrt, auch wenn er diesem Mitte der ersten Hälfte so nah kam wie in keiner anderen Szene. Über die linke Seite leitete er zunächst einen Angriff über Marius Bülter ein, dessen Hereingabe El Mala aus kürzester Distanz eigentlich nur noch verwerten musste. Pauli-Keeper Nikola Vasilj rettete in größter Not. Im Anschluss kam Waldschmidt selbst zum Abschluss, sein Versuch wurde jedoch geblockt und sprang vom Pfosten zurück ins Feld, bevor Vasilj auch gegen Sebastian Sebulonsen zur Stelle war. Waldschmidt ordnete die Szene später selbstkritisch ein: “Ich glaube, am Ende muss ich ihn vielleicht einen Tick eher nehmen, weil der Torwart schon ein bisschen auf die lange Ecke spekuliert hat. Ist ja so der Klassiker irgendwie, entweder man schießt ihn von da oder in die kurze Ecke. Das war so mein erster Gedanke danach”.

Mehr als nur ein feiner Techniker

Insgesamt war es wohl keine hundertprozentige Chance, die Waldschmidt nachts den Schlaf rauben wird. Doch es blieb die klarste Möglichkeit, seinen Positivtrend fortzuschreiben, den er schon gegen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach angedeutet hatte. Gerade weil seine Formkurve zuletzt spürbar nach oben zeigte, wäre ein Treffer die logische Vollendung eines erneut starken Auftritts gewesen.

Geht es nach seinem Coach, lag es gegen St. Pauli jedoch weniger an Waldschmidt selbst als vielmehr an den Umständen, dass ihm der verdiente Torerfolg verwehrt blieb. „Luca hat sich das durch Trainingsarbeit und Spielleistung einfach verdient. Heute hätte er seine Leistung krönen können. Sein Problem ist eher, dass wir in den Zwischenräumen nicht ganz so sauber sind und nicht in die nächste Ebene kommen, in der seine Stärken zur Geltung kommen.“ Selbst der vergebenen Großchance zum möglichen 2:0 konnte Kwasniok noch etwas Positives abgewinnen. „Was mich freut, ist, dass er sich die Chance erarbeitet hat, ein Spiel auf den zweiten Ball zu machen. Das ist nicht seine Kernkompetenz, denn er ist ja auch ein sehr feiner Fußballer. Aber diese Bescheidenheit zu haben, den Ball zu erkennen und dann wirklich um den zweiten zu kämpfen, das steht ihm auch gut zu Gesicht.“

Kwasniok: „Hoffe, dass die Kritik verstummen wird“

Es war also ein Waldschmidt-Auftritt ganz nach dem Geschmack seines Trainers: aufopferungsvoll, präsent in den entscheidenden Räumen und mit voller Intensität in jedem Laufduell. Der gelernte Mittelstürmer gehörte gemeinsam mit Eric Martel und Sebastian Sebulonsen zu den laufstärksten Spielern im Team der Domstädter und lieferte damit eindrucksvoll den Beweis, dass er längst mehr ist als lediglich ein feiner Techniker.

Behält der Offensivakteur seine aktuelle Form bei, dürften weitere Einsätze von Beginn nicht zur Debatte stehen. Für das brisante Duell mit Bayer 04 Leverkusen deutete Kwasniok bereits am Samstag an, welche Rolle er seinem Stürmer zutraut. “Er ist jetzt ein Kandidat für die Startelf in Leverkusen und sein linker Fuß ist für uns Gold wert. Das steht außer Frage.” Und so bleibt am Ende eine Botschaft, die fast wie ein Wunsch klingt: “Ich hoffe, dass die Kritik, die es anscheinend gibt, in Zukunft verstummen wird.”


Kommentar: Der 1. FC Köln hat eine große Chance liegen gelassen – in mehrfacher Hinsicht

Enttäuschte Spieler des 1. FC Köln nach dem 1:1
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Kommentar: Der 1. FC Köln hat eine große Chance liegen gelassen – in mehrfacher Hinsicht

Das 1:1 gegen St. Pauli fühlte sich für den FC und seine Fans wie eine bittere Niederlage an. Der späte Treffer fiel höchst unglücklich, aber der Sieg hätte auch früher schon entschieden sein können. Nun stehen vier sieglose Spiele in Folge in der Statistik des 1. FC Köln: Der FC hat eine Chance vertan.

Die Frustration über die verlorenen Punkte war am Samstag besonders groß. Zu recht, denn die Geißböcke hätten den Deckel früher draufmachenden können. Die Möglichkeit dazu hatte der 1. FC Köln: Der FC hat eine Chance vertan.

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Die Bilder und Worte der Kölner Protagonisten sprachen nach dem 1:1 gegen St. Pauli wohl für die Gefühlswelt der gesamten FC-Anhängerschaft. Während der Gegner sich über das Unentschieden nach neun Niederlage in Folge (in der Liga) freute, als hätten sie sogar einen Sieg errungen, saß Lukas Kwasniok mit versteinerter Miene auf der Trainerbank, seine Mannschaft ging mindestens genauso frustriert in die Katakomben. Kwasniok sagte später, es gehe ihm gar nicht gut, Marvin Schwäbe sprach von einem Scheißmoment, der den Sieg gekostet habe, Luca Waldschmidt von dem nervigsten Punkteverlust. Es war nicht nur ein nerviger Punktverlust, es war ein unnötiger und es war einer, der dem FC noch sehr wehtun kann.

St. Pauli fand in der Offensive nicht statt

Das späte 1:1 fühlte sich für die Geißböcke wie eine Niederlage an. Zu recht, denn der FC stand gegen offensiv schwache Nordlichter so sicher, dass sich die Kiezkicker bis zum Ausgleich einen xGoals-Wert von 0,1 erspielt hatten. Auf gut Deutsch: St. Pauli strahlte über 90 Minuten mal gar keine Torgefahr aus. Die größte Chance vergab Abdoulie Ceesay, weil er sich trotz einer Serie von neun Niederlagen in Folge entschloss, ein Tor des Monats mit der Hacke erzielen zu wollen – vergeblich. Die Innenseite hätte mit großer Wahrscheinlichkeit schon zwei Minuten vor dem Ausgleich das 1:1 markiert. Bis dahin war von der von Kwasniok angekündigten spielstarken Mannschaft vom Millerntor nichts zu sehen. Zur Wahrheit gehört wohl auch, dass sich auch die Kölner in mehreren Phasen im Kreieren von Chancen richtig schwer taten.

Und dennoch kam der FC schon in den ersten 45 Minuten zu Großchancen, die der Begegnung frühzeitig eine Kölner Wendung hätten geben können. Genauso hätten Luca Waldschmidt, Ragnar Ache und Florian Kainz das Spiel nach der Said-El-Mala-Führung entscheiden müssen. Es wäre also viel zu leicht den rutschigen Boden als Schuldigen für das bittere Unentschieden auszumachen. Wobei der Treffer wohl ohne den Fehltritt von Marvin Schwäbe niemals gefallen wäre. Immerhin bezifferte die DFL die Torwahrscheinlichkeit bei dem Abschluss auf 1,9 Prozent. So aber landete die Kugel im Netz und am Ende stand das bittere Remis, der nervigste Punktverlust. Ein unnötiger und eben einer, der hinten raus sehr schmerzhaft werden kann.

Der Blick muss nach unten gerichtet werden

Denn am Ende des Tages setzt sich ein sehr negativer Trend der Kölner fort. Der FC hat zum vierten Mal in Folge nicht gewonnen, nur einen Sieg in den vergangenen acht Spielen eingefahren und in den vergangenen zehn Spielen nur noch 0,9 Punkte pro Schnitt eingefahren. Ein Schnitt, der auf die Saison hochgerechnet nichts anderes als akute Abstiegsgefahr bedeuten würde. Aktuell profitieren die Kölner noch von dem Polster, das sich der FC in den ersten drei Saisonspielen angefuttert hat. Der FC steht nach wie vor mit 16 Punkten aus 13 Spielen und Platz neun für einen Aufsteiger sehr gut da.

Die von Kwasniok und Kessler immer wieder angesprochene Tatsache, dass man als Bundesliga-Aufsteiger als Underdog gelte und der Klassenerhalt das eigentlich ausgegebene Ziel der Saison sein sollte, darf trotz des erfolgreichen Starts in die Spielzeit nicht aus den Augen verloren werden. Und tatsächlich muss der Blick so langsam nach unten gerichtet werden. Die Kölner haben nicht nur die große Chance verpasst, den Vorsprung auf den Relegationsplatz auf acht Punkte zu vergrößern, er ist durch das Remis auf fünf Zähler geschrumpft.

Am Ende zählen die Punkte

Und während der FC am kommenden Wochenende zum Nachbarn, aber eben auch zum Vizemeister reist, kommt es am Millerntor zum Keller-Duell zwischen St. Pauli und dem 1. FC Heidenheim. Bei einer Niederlage in Leverkusen ist es also alles andere als ausgeschlossen, dass der Vorsprung auf den Relegationsplatz auf nur noch zwei Zähler zusammenschrumpft. Eine Serie von fünf sieglosen Spielen in Folge würde der allgemeinen Zufriedenheit zudem nicht besonders gut tun. Aber: Selbst mit einer weiteren Pleite müssen die Alarmglocken in Köln sicherlich noch nicht schrillen. Die Saison ist lang, der FC hat eigentlich zu viel Qualität, um doch noch in den Abstiegskampf zu rutschen. Eigentlich. Denn am Ende zählen die Punkte. Und davon hat der FC zuletzt zu wenig gesammelt – egal, ob mit Glück oder mit Pech.

Weitere Gerüchte über Rückkehr: Steht Jusuf Gazibegovic wieder auf dem Zettel von Sturm Graz?

Jusuf Gazibegovic beim Training des 1. FC Köln
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Weitere Gerüchte über Rückkehr: Steht Jusuf Gazibegovic wieder auf dem Zettel von Sturm Graz?

Beim FC stehen die Zeichen für den Rechtsverteidiger auf Abschied. Doch es muss ein Abnehmer für den 25-Jährigen gefunden werden. Am Samstag ploppten neue Gerüchte auf, die aber wieder auf ein altes Ziel deuten: Steht Jusuf Gazibegovic vor der Rückkehr zu Sturm Graz?

Am Samstag stand er zwar wieder im Kader, Einsatzminuten gab es aber auch weiterhin nicht. Die Zeichen stehen längst auf Abschied. Beim FC werde man dem 25- Jährigen sicher keine Steine in den Weg legen. Steht Jusuf Gazibegovic vor der Rückkehr zu Sturm Graz?

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Bereits zum fünften Mal innerhalb der vergangenen sechs Pflichtspiele unterstrich Lukas Kwasniok seinen Faible für die Rotation in seiner Mannschaft mit mindestens vier Veränderungen zur Vorwoche. Am späteren Abend erklärte der Trainer die grundsätzliche Wechsel-Maßnahme mit einer möglichen Unberechenbarkeit. Einige feste Größen sind dabei aber wöchentlich gegeben. Stammspieler wie Marvin Schwäbe, Jakub Kaminski oder Eric Martel – vermutlich nun auch Said El Mala – kommen Woche für Woche von Beginn an zum Einsatz, Jusuf Gazibegovic gar nicht. Der Bosnier hat es in den vergangenen fünf Spielen immerhin vier Mal in den Kader geschafft. Allerdings wohl nur der Verletzungssituation geschuldet. Gazibegovic spielt unter Lukas Kwasniok keine Rolle und wird es auch in Zukunft nicht tun. Der Bosnier ist mit seiner Situation natürlich unglücklich, nach einer Lösung wird gesucht.

Klappt es mit der Rückkehr

Doch wie realistisch diese ist, ist nicht ganz klar. Der FC hat den Rechtsverteidiger vor einem knappen Jahr für rund zwei Millionen Euro unter Vertrag genommen. Gazibegovic sollte die große Baustelle auf der rechten Abwehrseite schließen. Auch aufgrund einer Verletzung kam der 25-Jährige in der 2. Bundesliga nicht so zum Zug wie erhofft. Und das hat sich in diese Saison herübertransportiert. Ein einziger Einsatz steht auf dem Konto. Sieben Mal wurde er nicht für den Kader nominiert. Wirklich bewerben konnte sich der Rechtsverteidiger also nicht. Auch deswegen hat der Bosnier seinen Kaderplatz in der Nationalmannschaft verloren. Ein Kaderplatz, der vor einem Jahr noch ein Stammplatz in der A-Elf war. Und da Bosnien noch die Chance auf die WM hat, träumt auch der 25-Jährige sicher vom Endturnier.

Ein Wechsel gilt mehr als wahrscheinlich, doch die Interessenten dürften gerade nicht Schlange stehen. Zumal der FC den vermeintlichen Königstransfer nicht mit einem größeren Verlust abgeben will. Schon seit Wochen halten sich Gerüchte, Sturm Graz könnte an einer Rückholaktion von „Gazi“ interessiert sein. Der Verein dementiert das. Erst am Samstag berichtete das österreichische Nachrichtenportal „meinbezirk.at„, dass man bei Sturm dann doch an einer Rückkehr des Rechtsverteidigers arbeite. Das Portal beruft sich auf Insiderinformationen. Tatsächlich läuft es gerade auf den Außen bei Graz nicht so wirklich rund, die Fans fordern Veränderungen. Gazibegovic soll eine Rückkehr durchaus offen gegenüber stehen. Ausgeschlossen scheint eine Rückholaktion also wahrlich nicht.

Allerdings scheint es ausgeschlossen, dass Graz die zwei Millionen Euro wieder zurücküberweist – falls denn auch vom Verein ein Interesse wirklich besteht. Wahrscheinlicher wäre wohl eine Leihe. Immerhin hat Gazibegovic noch Vertrag bis 2028 beim FC.


Ein unverschämt bitterer Abend für den 1. FC Köln

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Ein unverschämt bitterer Abend für den 1. FC Köln

Frust beim FC: Trotz Führung durch Said El Mala reicht es nur zu einem 1:1 gegen St. Pauli. Kurz vor Schluss sorgt ein unglücklicher Ausrutscher von Schwäbe für den späten Ausgleich durch Jones. 1. FC Köln: Ein Abend zum Vergessen.

Tränen, Frust und Ratlosigkeit beim 1. FC Köln: Gegen den FC St. Pauli erleben die Geißböcke einen Abend zum Vergessen.

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Es war ein Spiel, das FC-Trainer Lukas Kwasniok wohl noch lange begleiten wird. Mit leerem Blick verweilte er nach Abpfiff niedergeschlagen auf der Kölner Auswechselbank. Unglücksrabe Kwasniok ließ nach dem Abpfiff die 90 Minuten Revue passieren. Die Ratlosigkeit stand ihm dabei deutlich ins Gesicht geschrieben. Vermeintliche Tränen erklärte der Coach später im Sportstudio als Schweiß. Dennoch: Das 1:1 gegen den FC St. Pauli fühlt sich für den 1. FC Köln wie eine Niederlage an, so klar waren die Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Mannschaften verteilt. Nur einen einzigen Schuss auf den Kasten von Marvin Schwäbe benötigte die Elf von Alexander Blessin, um die drohende Niederlage abzuwenden.

Dabei sind späte Treffer in dieser Saison doch eigentlich eine Kölner Spezialität. Erst am vergangenen Spieltag sicherte Said El Mala beim 1:1 in Bremen mit einem glücklichen Treffer in der 90. Minute einen Punkt. Das Unentschieden gegen St. Pauli gestern war ein Schluck von der eigenen bitteren Medizin: „In Bremen hatten wir das Momentum in der letzten Minute auf unserer Seite. Heute hat nichts darauf hingewiesen. Von unseren 13 Ligaspielen war es heute das stabilste. Beide Teams hatten viel Respekt voreinander und verteidigten sehr stabil“, ordnete Lukas Kwasniok im Anschluss die Leistung seiner Elf ein.

El Mala: „Müssen uns das auf die Kappe schreiben“

Sicher ist, dass die Kölner am Samstagnachmittag weniger am Gegner als an ihrer eigenen Chancenverwertung scheiterten. Das gab auch Torschütze Said El Mala unumwunden zu: „Ja, wir müssen das 2:0 oder 3:0 einfach nach Hause fahren. Das müssen wir uns auf die Kappe schreiben. Dann sieht das hier ganz anders aus. Pauli hatte nichts“. Doch zur Wahrheit gehört ebenso, dass die Gäste äußerst konzentriert verteidigten und mit Nikola Vasilj einen Torhüter in überragender Tagesform zwischen den Pfosten hatten.

St. Pauli stand tief und stabil, kam im Umschaltspiel allerdings viel zu selten gefährlich nach vorne. Die Zuschauer sahen bis zur Pause insgesamt nur fünf Abschlüsse beider Teams. Nach dem Seitenwechsel musste die Partie zwangsläufig an Fahrt aufnehmen und genau so kam es. Bereits fünf Minuten nach Wiederbeginn bot sich den Kölner Fans der erste Moment zum Feiern. Nach einem Freistoß der Gäste beförderte Luca Waldschmidt den Ball weit aus der Gefahrenzone, wo Said El Mala noch vor der Mittellinie am schnellsten schaltete. Er zog davon, ließ Verfolger Pereira Lage hinter sich und blieb im Eins-gegen-Eins mit Vasilj völlig abgeklärt, sodass das 1:0 die logische Folge war.

Ein Ausrutscher kostet Köln den Sieg

In der Schlussphase löste Pauli-Coach Alexander Blessin seinen defensiven Ansatz auf und brachte mit Ricky-Jade Jones, Connor Metcalfe, Daniel Sinani und Abdoulie Ceesay maximale Offensivkraft von der Bank. Sinani und Jade-Jones sorgten wenige Augenblicke vor Spielende für die entscheidende Szene. Jones verlängerte eine Flanke von Danel Sinani höchst akrobatisch ins lange Eck. Im Fokus stand Marvin Schwäbe, der ausgerechnet bei dieser Aktion nicht trittfest war und auf dem nassen Rasen ausrutschte. Eine Parade wäre sonst wohl ein Leichtes für ihn gewesen. So fiel der überraschende Ausgleich: „Ich habe die längsten Stollen, die es gibt, auf dem Schuh. Und am Ende rutsche ich genau in dem Scheißmoment weg. Das tut extrem weh, ist extrem bitter. Es tut mir leid für die Mannschaft. Am Ende kann ich leider Gottes nicht viel ändern“, schlussfolgerte der Kölner Keeper.

Von allen Fußballgöttern verlassen

Für den FC bleibt nun nur, die Tränen rasch zu trocknen und den Fokus auf die nächste Aufgabe zu richten, wie auch Lukas Kwasniok betonte: „Wir müssen es leider akzeptieren. Aber deswegen werde ich jetzt trotzdem weiter im Fußball bleiben, auch wenn der liebe Gott heute nicht hingeschaut hat oder 20 Sekunden zu früh weggeschaut hat.“ Vielleicht zeigt sich der Fußballgott am kommenden Wochenende wieder gnädiger. Dann wartet das Auswärtsspiel bei Bayer Leverkusen. Zwar kassierte die Werkself eine überraschende 0:2-Niederlage, doch mit drei Punkten im Gepäck und einer breiten Brust wäre die Vorfreude auf das Duell mit der Elf von Kasper Hjulmand deutlich größer gewesen.


Said El Mala macht wieder El-Mala-Sachen und zündet den inneren „Turbo“

Said El Mala jubelt nach seinem Treffer gegen St. Pauli
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Said El Mala macht wieder El-Mala-Sachen und zündet den inneren „Turbo“

Mit seinem Sololauf brachte der 19-Jährige den FC auf Erfolgskurs gegen St. Pauli. Er ist aktuell die Lebensversicherung des 1. FC Köln: Said El Mala macht wieder El-Mala-Sachen.

Auch am Samstag war er wieder der Man of the Match beim 1. FC Köln: Said El Mala macht wieder El-Mala-Sachen. Der 19-Jährige ist nun der beste Torschütze der Geißböcke und der beste Teenager der Liga.

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Es fehlten noch nicht einmal 20 Sekunden und Said El Mala hätte dem FC einmal mehr drei wichtige Punkte beschert. So wie etwa gegen Hoffenheim als der Offensivspieler mit einem fantastischen Solo den einzigen Treffer des Spiels erzielte. Auch gegen St. Pauli war der 19-Jährige wieder ein absoluter Aktivposten, hätte schon nach acht Minuten den FC auf die Erfolgsspur bringen können, wenn nicht müssen, legte sich aber nach einem tollen Pass von Denis Huseinbasic den Ball ein wenig zu weit vor oder wartete einen Tick zu lange. Nach gut 20 Minuten machte El Mala nach einer scharfen Hereingabe von Marius Bülter eigentlich alles richtig, als er die Kugel aus kurzer Distanz akrobatisch aufs Tor brachte, aber bei den Nordlichtern stand mit Nikola Vasilj ebenfalls ein starker Mann auf den Platz, der schlimmeres für St. Pauli verhinderte.

„Vielleicht hatte ich da einen Turbo drin“

Der dritte Versuch saß dann aber und wie. „Ich brauche meistens nicht viele Momente und dann klingelt’s“, sagte der gebürtige Krefelder nach dem Spiel dem ZDF. Mit einem Klärungsversuch nach einem Standard schickte Luca Waldschmidt den Shootingstar auf die Reise. El Mala nahm Tempo auf, ließ sich auch von den Halteversuchen von Mathias Pereira Lage nicht aus dem Konzept bringen und vollendete souverän. „Ich hab das schon gespürt, aber ich wollte mich da nicht fallen lassen, weil ich wusste, dass ich schneller bin. Dann bin ich einfach losgelaufen. Vielleicht hatte ich da einen Turbo drin“, so El Mala. Und der Turbo bedeutete gleichzeitig den sechsten Saisontreffers des Kölner Youngsters, der damit alleiniger Top-Torjäger beim FC und vor dem Tor der erfolgreichste Teenager der Liga ist.

Dabei wurde El Mala erstmals auch Opfer der Kwasniokschen Rotation, startete etwas überraschend in der Spitze. Überraschend, weil der Coach noch am Donnerstag eine eher ungewohnte Rolle von Jakub Kaminski mit dem Stammplatz von El Mala vorab erklärte. Nun aber schien den Trainer die Frage nach der El-Mala-Position eher Überraschung beim 44-Jährigen auszulösen. „Das Tor macht er ja aus dem Zentrum“, sagte der Coach. „Wenn der Gegner mit fünf spielt, dann muss er ja erst einmal einen ausdribbeln und dann einen finden. Die Wahrscheinlichkeit ist im Zentrum dann einfach größer, wenn er dann einmal in ein Laufduell kommt.“ Kwasniok kündigte an, dass der FC so auch weiterhin spielen werde, weil Said auch besser werde, „wenn er in den Zwischenräumen besser wird und sich nicht nur auf das Dribbling konzentriert und uns noch unausrechenbarer macht“.

„Said hat unglaublich viel Tempo“

Im Sportstudio wurde der Coach später noch einmal explizit auf die Stärken des 19-Jährigen angesprochen. „Schnell laufen und dribbeln“, sagte der Trainer mit einem Augenzwinkern. „Es reicht offensichtlich um in der Bundesliga für Furore zu sorgen. Said hat unglaublich viel Tempo, vor allem auch, wenn er den Ball am Fuß hat. Da verliert er kein Tempo. Er hat die Gabe, nochmal zu beschleunigen, wenn es darauf ankommt. Das macht ihn zu einem sehr interessanten jungen Mann auf dem Fußballmarkt.“ Der ist bekanntlich groß. Auch, wenn El Mala selbst seinen Verbleib für den Winter bestätigt und einen Vertrag bis 2030 ohne Ausstiegsklausel hat, halten sich hartnäckig die Wechselgerüchte. Laut englischen Medien sei man beispielsweise in Brighton bereit rund 30 bis 35 Millionen Euro für den Offensivspieler zu bezahlen.

Kwasniok beschrieb den Youngster weiterhin als bescheiden und lernwillig. „Wir haben einen sehr interessanten jungen Mann, der einen guten Weg vor sich hat“, so Kwasniok, der aber auch direkt weitere Anforderungen stellte. „Jetzt gilt es, neue Herausforderungen anzugehen. 90 Minuten auf Dauer abzuliefern, ist etwas anderes. Es gibt Situationen, in denen er reifer werden muss, wenn er denn im kommenden Sommer bei einem großen Event dabei sein will.“ Das will er bestimmt. Und aktuell macht es die Anzeichen, als wäre die bisherige Leistungsexplosion erst der Anfang. Klar ist, mit jedem Treffer steigt sein Wert, genauso wie das Interesse.


Zu Gast im Sportstudio: Lukas Kwasniok spricht über Said El Mala und erklärt den Grund für seine Rotationen

Lukas Kwasniok beim Spiel seines 1. FC Köln gegen St. Pauli
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Zu Gast im Sportstudio: Lukas Kwasniok spricht über Said El Mala und erklärt den Grund für seine Rotationen

Nur wenige Stunden nach dem bitteren 1:1 gegen den FC St. Pauli war der Kölner Trainer zu Gast im aktuellen sportstudio. Lukas Kwasniok spricht über Said El Mala und sein Rotations-Prinzip.

Klare Worte vom Kölner Trainer: Lukas Kwasniok spricht im aktuellen sportstudio unter anderem über Said El Mala und sein Rotations-Prinzip bei den Anfangsformationen.

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Die Laune hatte sich schon deutlich verbessert, als Lukas Kwasniok Stunden nach dem bitteren 1:1 gegen den FC St. Pauli im aktuellen Sportstudio an die Torwand trat. Auf der Pressekonferenz nach dem Last-Minute-Remis hatte der Kölner Coach erklärt, dass es ihm gerade gar nicht gut gehe. In der ZDF-Sendung zu später Stunde betonte der Trainer zwar auch, dass dieser „Lucky-Punch sehr bescheiden“ gewesen sei, doch der unglückliche Punkt war nur am Rande ein Thema. Vielmehr gab der Trainer Einblicke in sein Dasein als Trainer des 1. FC Köln. Kwasniok betonte, einmal mehr, dass er im Sommer nicht für jeden Bundesligisten die Pausen-Pläne über den Haufen geworfen hätte. Für den FC war die Entscheidung wohl ziemlich schnell getroffen. „Es gibt Chancen im Leben, da kann man nicht nein sagen“, sagte der 44-Jährige.

„Ich will unberechenbar bleiben“

Einer der Beweggründe war aber sicherlich das gute Match mit Thomas Kessler. „Das war auch einer der Gründe, warum ich gesagt habe, das kann etwas werden. Nicht nur, weil sie in der Vergangenheit große Erfolge hatten und die liegen ja auch schon ein paar Jährchen zurück“, sagte der Trainer. „Auch, weil man das Gefühlt hat, da ist eine gewisse Herzlichkeit in der Stadt und es gibt eine Aufbruchstimmung im Verein. Kess ist ein Teil davon. Und ich hatte das Gefühl, dass ich mich einbringen kann.“ Kwasniok glaubt, der FC sei an dieser Position gut aufgestellt. „Trotzdem geht es darum, Spiele dazu parallel auch zu gewinnen“, so der Trainer. „Entwicklungen vorantreiben geht immer nur mit positiven Ergebnissen. Es wird Zeit, dass wir einen Dreier einfahren und das am besten am kommenden Samstag in Leverkusen.“

Der Kölner Coach ist ebenfalls Teil einer Entwicklung, will beim FC eine Basis für eine positive Zukunft legen. Und das mitunter mit etwas überraschenden Mitteln. So zum Beispiel die Rotationen in seiner Anfangsformation. Auch am Samstag veränderte der Coach die Startelf auf vier Positionen im Vergleich zur Vorwoche. „Ich will unberechenbar bleiben, aber ohne mich selbst zu verwirklichen. Das Ziel ist immer, das nächste Spiel zu gewinnen“, sagte Kwasniok. „Da ist es als Aufsteiger und Underdog der Liga auch hilfreich, eine gewisse Kreativität an den Tag zu legen, um den Gegner zu überraschen. Wenn wir immer gleich spielen würden, hätten wir mit den Möglichkeiten, die uns jetzt zur Verfügung stehen, nicht ganz so hohe Wahrscheinlichkeiten gegen die Topteams zu gewinnen.“

„Wenn die keinen Bock haben…“

Um zu gewinnen, spielt aber auch die Verbindung zwischen Team und Trainer eine wichtige Rolle. „Da musst du sie schon mitnehmen“, sagt Kwasniok. „Sie müssen ja auch ein Stück weit für dich laufen. Wenn die keinen Bock haben, dann kannst du denen sonst etwas erzählen.“ Dabei beschreibt sich der Coach schon als väterlicher Freund. Denn der sei auch dazu da, den Spielern schon mal die Wahrheit zu sagen. „Ich bin kein Politiker, ich bin Trainer und als Trainer musst du ihnen auch mal Dinge sagen, die sie nicht hören wollen“, so der Coach. „Da die Mischung zu finden, ist nicht immer ganz einfach, weil die Wahrheit auch wehtun kann.“ So gerade bei den Spielern, die aktuell wohl ein wenig hinten dran sind.

„Langsam können wir ihn von der Leine lassen“

Und vielleicht auch bei denen, die es zu Saisonbeginn zumindest in Sachen Anfangself waren. Said El Mala musste beispielsweise erst einmal auf sein erstes Spiel über 90 Minuten bis zum vergangenen Spieltag warten. In der vergangenen Wochen gab es dann auch den ersten Auftritt in der Medienrunde. Mittlerweile sieht man El Mala häufiger vor dem Mikrofon. „Langsam können wir ihn von der Leine lassen. Das ist so wie mit der Spielzeit. Da haben wir uns Zeit gelassen, ihm Zeit gegeben. Wenn er von Beginn an spielt und so liefert, dann darf er auch öfter vor die Kamera“, sagt der Trainer mit einem Lächeln und schwärmt von den Stärken seines Youngsters. „Said hat unglaublich viel Tempo. Vor allem auch, wenn er den Ball am Fuß hat, da verliert er kein Tempo“, sagt der Coach. „Er hat die Gabe nochmal zu beschleunigen, wenn es darauf ankommt. Das macht ihn zu einem sehr interessanten jungen Mann auf dem Fußballmarkt.“

Schon am Donnerstag hatte der Trainer gesagt, wenn sein Shootingstar abliefert, würde er auch wieder 90 Minuten bekommen. Das könnte also am kommenden Samstag der Fall in Leverkusen sein. An der Torwand musste der Kölner Coach übrigens weitere harte Momente hinnehmen. Kwasniok versenkte im Gegensatz zu seinen Kontrahenten nicht einen Ball. „Ich wollte meine Spieler nicht im Schatten stehen lassen“, sagte der Trainer, der zuvor angedeutet hatte, mehr Tore schießen zu wollen „als Zieler und Bülter zusammen“. Das waren ebenfalls Null.


Last-Minute-Schock in Köln: Der 1. FC Köln verschenkt Sieg in letzter Minute

Eric Martel vom 1. FC Köln
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Last-Minute-Schock in Köln: Der 1. FC Köln verschenkt Sieg in letzter Minute

Der FC bleibt auch im vierten Spiel in Serie sieglos. Der 1. FC Köln spielt gegen den FC St. Pauli 1:1. Said El Malas Führung glich Ricky-Jade Jones in letzter Sekunde aus.

Noch am Donnerstag hatte Lukas Kwasniok von der spielerischen Stärke des Gastes geschwärmt. Diese Qualität blieb der Gast am Samstag aber weitestgehend schuldig. Und dennoch reichte es für Köln nicht zu einem Sieg. Der 1. FC Köln spielt gegen den FC St. Pauli 1:1. Die Führung von Said El Mala glichen die Gäste in der Nachspielzeit aus.

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Wie erwartet nahm Lukas Kwasniok Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche vor. Den Ausfall von Dominique Heintz kompensierte der Coach mit Rav van den Berg. Doch Kwasniok nahm noch weitere Wechsel vor. So starteten Tom Krauß, Denis Huseinbasic und Luca Waldschmidt für Cenk Özkacar, Alessio Castro-Montes und Isak Johannesson. Letzterer hatte von Kwasniok schon unter der Woche eine schöpferische Pause verschrieben bekommen. In der Offensive startete Said El Mala als Spitze, flankiert von Marius Bülter und Waldschmidt. Der FC suchte auch direkt den Vorwärtsgang. Doch es dauerte acht Minuten bis auch eine erste Chance dabei heraussprang. Huseinbasic steckte stark durch auf El Mala, der ging alleine aufs Tor zu, legte sich dabei aber den Ball zu weit vor.

El Mala erzielt die Führung

St. Pauli setzte in dieser Phase eher auf Umschaltmomente, spielte oft den langen Ball, doch der FC stand sicher. Erst nach einer guten Viertelstunde schlug Irvine Jackson mal eine Kugel vors Tor, fand aber keinen Mitspieler. Nach einem leichten Stockfehler von van den Berg, erspielte sich der Gast die erste Ecke, die aber folgenlos blieb. Vielleicht eine Art Weckruf. Nach einer scharfen Hereingabe von Bülter rettete Paulis Keeper Nikola Vasilj in höchster Not gegen El Mala aus kurzer Distanz, den Nachschuss setzte Waldschmidt an den Pfosten, einen weiteren Versuch spielte Sebastian Sebulonsen zu zentral (20.). Doch dem FC fiel auch weiterhin nicht so richtig viel ein. Gerade im letzten Schlussdrittel passierte insgesamt doch wenig. Allerdings kam vom Gast noch weniger.

Gegen Ende der ersten Halbzeit traute sich St. Pauli zunehmend mehr, übernahm sogar kurz die Spielkontrolle, war aber weiterhin komplett ungefährlich. So ging es torlos in die Kabine. St. Pauli kam etwas entschlossener auf das Feld, versuchte, auf mehr Spielanteile zu kommen. Doch der FC schlug eiskalt zu. Nach einem Gäste-Freistoß aus dem Halbfeld, schickte Waldschmidt mit einem langen Ball El Mala auf die Reise. Der Offensivspieler ließ sich trotz mehrfachen Zugreifens von Mathias Pereira Lage nicht aus der Ruhe bringen und vollendete eiskalt (51.). Der FC war fortan wieder besser im Spiel, wollte offenbar mehr. Doch nach wie vor fehlte der Zug zum Tor.

Mit breiter Brust gegen Leverkusen

Kwasniok reagierte und brachte mit Ragnar Ache und Johannesson neue Kräfte. Doch eine „alte“ Kraft hätte wohl alles klar machen können. Waldschmidt war plötzlich durch, ging alleine aufs Tor zu, doch der Abschluss aus 16 Metern war zu platziert. Für die Schlussphase kamen auch noch Florian Kainz und Linton Maina. St. Pauli erhöhte noch einmal den Druck, blieb aber weiterhin ungefährlich. Die beste Chance hatte noch Ache, der im Alleingang am gegnerischen Keeper scheiterte (90. +2). Der Nachschuss von Kainz hätte auch sitzen müssen. Dafür machte es St. Pauli dann doch besser. Ricky-Jade Jones köpfte den Ball Richtung Kiste, Schwäbe sah unglücklich aus: 1:1 (90.+4). Am kommenden Samstag ist Köln zu Gast bei Bayer Leverkusen (18.30 Uhr).

1. FC Köln: Schwäbe – van den Berg, Martel, Sebulonsen – Kaminski, Huseinbasic (73. Johannesson), Krauß (82. Kainz), Thielmann – Bülter (73. Ache), El Mala (82. Maina), Waldschmidt (88. Lund) ; Tore: 1:0 El Mala (51.), 1:1 Jones (90.+4)


Das „Sender-Empfänger-Problem“ des 1. FC Köln: Nur ein Einzelfall gegen Bremen?

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Das „Sender-Empfänger-Problem“ des 1. FC Köln: Nur ein Einzelfall gegen Bremen?

Das 1:1 in Bremen kann nicht über eine äußerst wacklige erste Halbzeit des 1. FC Köln hinweg täuschen. Erst nach dem Seitenwechsel fand Köln mehr Stabilität, doch der Auftritt verdeutlichte eindrucksvoll, wie fragil die Abwehr ist beim 1. FC Köln: Kommunikationsfehler mit Folgen

Beim Duell mit dem SV Werder Bremen sammelten die Domstädter viele Erkenntnisse. Gegen die Norddeutschen spielte der 1. FC Köln eine erste Hälfte zum Vergessen.

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Auf der Pressekonferenz nach dem schmeichelhaften 1:1 des FC gegen den SV Werder Bremen nahm Trainer Lukas Kwasniok kein Blatt vor den Mund. Seine Mannschaft habe früh in der Defensive Schwächen offenbart, so Kwasniok: „Gleich zu Beginn, als Werder eine große Chance hatte, haben wir drei, vier Duelle einfach nicht so bestritten, wie man es in der Bundesliga tun muss, um zu bestehen. Nach einem langen Abstoß musst du im Zweikampf eben auch mal als Sieger hervorgehen. Das war nicht der Fall.“

Der 44-Jährige beließ es jedoch nicht bei der Analyse der Zweikampfschwäche, sondern suchte auch bei sich selbst nach Ursachen für die wacklige Anfangsphase. Seine Erklärung fiel gleichwohl ebenso direkt aus wie seine Kritik: „Wir hatten in der ersten Halbzeit offensichtlich ein Sender-Empfänger-Problem. Also der Trainer als Sender und die Mannschaft als Empfänger. Die Jungs haben das aber eben auch nicht so umgesetzt, wie ich es mir vorgestellt habe. Das ist aber kein Vorwurf an die Spieler, sondern eher ein Vorwurf an meine Kommunikation im Vorfeld. Sie wollten, aber sie haben gar keinen Zugriff bekommen, weil sie falsch angelaufen sind. Das war einfach bitter.“

Desolates Abwehrverhalten der Kölner in der ersten Hälfte

Das Kölner Abwehrverhalten innerhalb der ersten 45 Minuten wurde ihnen beim Führungstreffer der Bremer zum Verhängnis. Das 1:0 durch Marco Friedl war die direkte Folge der Passivität, mit der der FC in dieser Phase verteidigte. Nach einer Ecke des Bremers Romano Schmid segelte der Ball ungehindert durch den Strafraum und landete schließlich auf dem Kopf von Alessio Castro-Montes. Dessen Klärungsversuch prallte jedoch lediglich bis an die rechte Strafraumkante, wo Jens Stage den Ball unbedrängt aufnehmen durfte. Der Bremer konnte ungestört in den Strafraum passen, wo der Ball schließlich bei Marco Friedl landete.

Es wäre jedoch zu einfach, Castro-Montes die alleinige Schuld für den Treffer zuzuschreiben. In besagter Szene kann man die gesamte Kölner Hintermannschaft in die Verantwortung nehmen. Friedls Gegenspieler Marius Bülter und Eric Martel ließen den Österreicher einfach entwischen. Schwäbe blieb bei dem wuchtigen Kopfball aus kürzester Distanz ohne Chance, hätte möglicherweise rauskommen müssen. Der Werder-Kapitän vollendete aus kurzer Distanz und verwandelte Bremens Überlegenheit in dieser Phase in die zwischenzeitliche Führung. Bereits am Freitag hatte Lukas Kwasniok die Standardschwäche seines Teams eingeordnet und dabei betont: „Es ist eben nicht so, dass, wenn du in der Defensive ein guter Kopfballspieler bist, du automatisch in der Offensive torgefährlich wirst.”

Diese Aussage lässt sich, wie die Szene beim Bremer Führungstreffer vermuten lässt, offenbar auch in die andere Richtung übertragen. Die Kölner Verteidiger wirkten in diesem Moment weder klar in der Zuordnung noch konsequent im Zweikampfverhalten. Werder nutzte diese Nachlässigkeiten konsequent aus.

Kwasniok: „Haben uns den Punkt in der zweiten Halbzeit verdient“

Nach der Pause schien die Mannschaft die Botschaften ihres Trainers für das Spiel gegen die Elf von Horst Steffen deutlicher vernommen zu haben. Die Hereinnahme von Mittelfeldallrounder Tom Krauß und Außenverteidiger Kristoffer Lund für Castro-Montes und Isak Jóhannesson verlieh dem Spiel der Kölner die dringend benötigte Stabilität. Mit Ausnahme eines haarsträubenden Fehlpasses von Lund, der Romano Schmid eine Großchance ermöglichte, aber nur dank des stark reagierenden Marvin Schwäbe ohne Folgen blieb, präsentierte sich der FC im zweiten Durchgang deutlich gefestigter. Gegen das präzise Bremer Umschaltspiel agierten die Kölner nun kompakter, griffiger und defensiv weit weniger anfällig als noch in der enttäuschenden ersten Hälfte.

So haben sich, trotz der schwachen ersten Hälfte, den Ausgleich durchaus verdient- zumindest laut Coach Kwasniok: „Wir haben uns den Punkt mit der zweiten Halbzeit verdient. […] Wir hatten das Gefühl, dass wir noch ein Tor erzielen können, und die Kontrolle über das Spiel. Dennoch denkt man, wenn die Großchance von Luca Waldschmidt nicht reingeht, dass es heute eng wird. Aber das Spiel dauert 90 Minuten plus X und dann hatten wir mit dem abgefälschten Schuss das nötige Glück auf unserer Seite. Die Jungs haben bis zum Schluss alles gegeben. Über 95 Minuten gesehen war es nicht unverdient, auch wenn der Spielverlauf dann ein bisschen glücklich für uns war.“

Alarmzeichen vor dem Duell mit St. Pauli

Unklare Zuteilungen, zu große Abstände zu den Gegenspielern und insgesamt unzureichender Zugriff in den Zweikämpfen sind beim FC nichts Neues mehr. Selten jedoch traten diese Defizite so deutlich zutage wie in den ersten 45 Minuten in Bremen. Die Partie offenbarte schonungslos, wie sehr die Kölner Defensive ins Schwimmen geraten kann, wenn Abstimmung und Zweikampfintensität nicht stimmen. Nun bleibt abzuwarten, ob Lukas Kwasniok beim anstehenden Heimspiel gegen den FC St. Pauli am kommenden Samstag von Beginn an Gehör bei seiner Mannschaft findet und ob die fragilen Mechanismen in der Defensive rechtzeitig stabilisiert werden können.


Immer wieder Said El Mala: Fehlt dem FC ein Plan B?

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Immer wieder Said El Mala: Fehlt dem FC ein Plan B?

Beim Remis in Bremen bewahrte Said El Mala den FC mit einem späten Treffer vor der dritten Niederlage in Folge. Nach dem Auftritt im Weserstadion stellt sich die Frage, wie wichtig das Talent für den FC ist. Ist der 1. FC Köln zu abhängig von Said El Mala?

Für die Kölner lief im Aufeinandertreffen mit dem SV Werder Bremen nur wenig zusammen – mit Ausnahme von Said El Mala. Der 19-Jährige stemmte die Offensivbemühungen der Rheinländer quasi im Alleingang. Ist der 1. FC Köln zu abhängig von Said El Mala?

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In dieser Saison setzt FC-Coach Lukas Kwasniok bekanntlich auf eine offensive Ausrichtung, die vor allem durch maximale Flexibilität geprägt ist. Eine Konstante in seinem Ansatz ist das Auflaufen von Said El Mala. Der 19-Jährige stand in allen zwölf bisherigen Spielen auf dem Platz, drückte dem Kölner Spiel zunächst durch hocheffektive Kurzeinsätze seinen Stempel auf. Am gestrigen Nachmittag folgte nun im Weserstadion die erste Bundesligapartie über die vollen 90 Minuten. Dies hing laut Kwasniok auch mit dem Spielverlauf im Bremen zusammen: „Ich hatte das Gefühl, dass die Spieler, die in der Lage sind, ein Tor zu erzielen, auf dem Feld bleiben müssen. Wir mussten leider verletzungsbedingt einen Wechsel vornehmen. Ich konnte daher nicht auch noch Linton Maina als weiteren Offensivspieler bringen. Es ist uns fast um die Ohren geflogen. Aber wenn du hinten liegst, brauchst du Spieler auf dem Feld, die Tore erzielen können. Kainz kann ein Tor erzielen, Waldschmidt, Kaminski und Thielmann können alle ein Tor erzielen und Said eben auch.“

Zwischen Übermut und Torerfolg

Dass El Mala derzeit für das Angriffsspiel seiner Mannschaft unverzichtbar ist, wurde gleich von Beginn an deutlich. Bereits nach 15 Minuten setzte der Krefelder das erste Ausrufezeichen. Die erste nennenswerte Gelegenheit des Spiels gehörte Köln: Der Flügelspieler bekam den Ball links an der Mittellinie, ließ den Bremer Karim Coulibaly aussteigen und schoss den Ball über das Tor. Den freistehenden Marius Bülter im Zentrum übersah er dabei geflissentlich. Anschließend kippte das Kölner Offensivspiel in eine längere Phase der Ideenlosigkeit, da Bremen bei den eigenen Offensivaktionen kaum Räume öffnete und äußerst abgeklärt verteidigte, ohne sich auf riskante Aktionen einzulassen.

El Mala suchte im weiteren Verlauf immer wieder den Weg nach vorn, blieb jedoch ebenso häufig hängen. Im Duell mit Bremens Amos Pieper und Yukinari Sugawara tat er sich lange schwer, echte Torgefahr auszustrahlen. Im Eins-gegen-Eins hatte der hochveranlagte mehrfach das Nachsehen. Auch nach dem Geschmack von Trainer Kwasniok agierte sein Schützling in dieser Hinsicht etwas zu übermütig: „Ich sehe ihn jeden Tag im Training. Ihn zeichnet aus, dass er sich von misslungenen Aktionen nicht beirren lässt. Er macht immer weiter. Der nächste Schritt wird sein, mal ein oder zwei Aktionen auszulassen und der Mannschaft Zeit zu geben, nachzukommen, um dann den Gegner zu überraschen.“

In der Schlussphase des Spiels zog El Mala das Tempo noch einmal an und setzte den eingewechselten Luca Waldschmidt mit einer maßgeschneiderten Hereingabe sehenswert in Szene. Dessen Volleyschuss strich nur um Zentimeter an seinem nächsten Jokertor vorbei. Der Ausgleichstreffer zum 1:1-Endstand fiel angesichts der Bemühungen dann durchaus erwartungsgemäß.

Bülter: „Wenn er Tore schießt, dann machen wir das gerne“

Nach dem Unentschieden gegen Werder Bremen könnte man sich die Frage stellen, ob nicht zu viel Verantwortung auf den Schultern von El Mala lastet- zumindest angesichts der Form der anderen Offensivakteure im Kader der Geißböcke. Marius Bülter, Jakub Kaminski und Jan Thielmann wurden von den diszipliniert verteidigenden Bremern um Trainer Horst Steffen nahezu vollständig aus dem Spiel genommen. Mit der frühen Verletzung von Dominique Heintz nach nur zwölf Minuten fiel zudem eine potenzielle offensive Wechseloption weg.

Die Wahrheit ist zudem: Der auf El Mala zugeschnittene Matchplan ging am Ende auf. Das wussten auch seine Mitspieler zu würdigen. „Er tut uns einfach extrem gut in gewissen Situationen mit seiner Leichtigkeit, seinem Abschluss und seiner Unbekümmertheit“, sagte Kölns Torwart Marvin Schwäbe nach dem Abpfiff über den Torschützen. Neben diesem erwartbaren Lob nahm Bülter seinen jungen Mannschaftskameraden jedoch auch in die Pflicht. „Mit seinen Eins-gegen-Eins-Situationen ist er immer wieder für Überraschungen in unserem Spiel verantwortlich. Das hilft uns. Hier und da verliert er auch mal den Ball, dann müssen wir hinterherlaufen. Wenn er aber immer wieder Tore schießt, dann machen wir das gerne“, so der 32-Jährige.

El Mala: „Was gäbe es Schöneres…“

Fest steht, dass nach dem Auftritt gegen Bremen beim 1. FC Köln keine allgemeine Zufriedenheit aufkommen kann, auch nicht, wenn El Mala am Ende den Worst Case verhindert hat. Zudem bleibt offen, ob im kommenden Heimspiel gegen St. Pauli erneut so viel Last auf den Schultern des Kölner Supertalents liegen wird. El Mala selbst blickte im Interview mit FC-TV voller Vorfreude auf die Partie gegen die Hamburger: „Wir wissen, dass Pauli ein unangenehmer Gegner sein wird. Die haben das 1:1 in München bis zur 90. Minute gehalten. Aber wir spielen zuhause. Was gäbe es da Schöneres, als drei Punkte einzufahren?“