Das 100. Rheinderby: Kuriose, legendäre Duelle und nun erneut ein Schicksalsspiel

Marcel Risse nach seinem Traumtor
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Das 100. Rheinderby: Kuriose, legendäre Duelle und nun erneut ein Schicksalsspiel

Für Lukas Kwasniok wird wohl ausgerechnet das 100. Bundesliga-Rheinderby zum Schicksalsspiel. Es ist aber nicht das erste Duell der beiden Rivalen, das über das Traineramt entscheidet. Zahlreiche kuriose Geschichten umwabern die Begegnung. Das sind die legendärsten Rheinderbys.

Zum 100. Mal stehen sich der 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach in der Bundesliga gegenüber. Das Duell gab es schon deutlich öfter. Gleich mehrere Geschichten umgeben die Partie und einige Spiele sind einfach nur legendär.

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Saison 1965/66: Schon in den 50er Jahren lieferten sich die Teams packende Duelle in der Oberliga. In der Bundesliga standen sich die Rivalen dann erstmals in der Spielzeit 65/66 gegenüber. Auf dem Bökelberg gewannen die Kölner 3:2, nachdem Jupp Heynckes die Fohlen früh in Führung gebracht hatte. Kurios wurde es im Rückspiel. Die Borussia sah bereits wie der sichere Sieger aus. Doch Toni Regh hatte noch die letzte Pointe des Spiels auf dem Fuß. Der Abwehrspieler hatte sich in der Begegnung verletzt und da Auswechslungen noch nicht erlaubt waren, schleppte sich Regh nur noch über den Platz. Möglicherweise verloren die Borussen den Kölner auch deswegen kurz vor Spielende aus den Augen, als der Verteidiger den viel umjubelten 2:2-Ausgleich erzielte.

Fernduell um die Meisterschaft

23. Juni 1973: Es ist wohl die berühmteste Einwechslung im deutschen Fußball. Denn Günter Netzer nahm sie bekanntlich selbst vor. Das allerdings im Pokal und nicht in der Meisterschaft. Der Wechsel zu Real Madrid steht längst fest, eigentlich wollte Netzer sich gar nicht erst auf die Bank setzen, nicht mit zum Endspiel reisen. Seine Mitspieler überreden ihn. In der Verlängerung erklärt der spätere Weltmeister seinem Coach Hennes Weisweiler, dass er jetzt spielen werde. Vier Minuten später erzielt Netzer den entscheidenden Treffer.

1. Oktober 1977: Tabellarisch waren die Rivalen weit von einem Topspiel entfernt. Der Tabellenvierte aus Köln traf auf den Neunten. Doch mit dem FC kam der aktuelle Pokalsieger zum amtierenden Meister. Und die beiden sollten sich später, am letzten Spieltag, ein spannendes Fernduell um die Meisterschaft liefern. In Gladbach sorgten Dieter Prestin und Herbert Neumann für die Halbzeitführung. Zwar verkürzte Rainer Bonhof, doch erneut Prestin, Harald Konopka und Dieter Müller stellten auf 5:1 aus Sicht der Geißböcke. Der Treffer von Allan Rodenkam Simonsen hatte nicht mehr so wirklich viel Bedeutung. Der 5:2-Erfolg der Kölner schon. Nie wieder erzielte der FC in Gladbach fünf Tore. Aber noch viel wichtiger. Am Ende der Spielzeit nutzte den Fohlen ein 12:0-Erfolg über Dortmund nichts mehr im Titelkampf. Die Kölner setzten sich aufgrund der Tordifferenz im Rennen durch – die Differenz betrug drei Tore.

Kuriose Tore und Geschichten

31. Januar 1998: Gleich zwei Mal gleich Jörgen Pettersson die Führung durch Karsten Baumann und Dirk Schuster aus. Doch wieder einmal haben die Kölner in der Schlussphase die Antwort. Wieder trifft ein Toni. Dieses Mal Toni Polster und das mit dem Hintern. Der FC gewinnt das Derby 3:2. Das sollte aber kein gutes Omen für das Duell am Samstag sein. Denn trotz des Erfolgs stiegen die Kölner am Ende der Spielzeit bekanntlich ab.

5. Februar 2002: Die Geschichte kann man sich nicht besser ausdenken. Im Jahr vor dem Derby hatte Arie van Lent seine Schuhe für einen guten Zweck versteigert. Doch jener gute Zweck hatte aus Gladbacher Sicht eine ärgerliche Nebenwirkung. Denn der Niederländer wollte einfach nicht mehr so richtig treffen. Fast ein halbes Jahr wollte ihm am Bökelberg kein Treffer mehr gelingen. Der Fan, der die Schuhe ersteigert hatte, hatte eine Idee. Van Lent bekam ein Paket mit den alten Schuhen und dem Wunsch diese zu tragen. Der Stürmer tat wie geheißen und erzielte prompt einen Hattrick beim 4:0-Erfolg der Borussia.

31. Januar 2004: Wie es geht testete Lukas Podolski schon wenige Wochen zuvor in der A-Jugend. Dort traf der Stürmer gegen Gladbach. Nun spielte der 18-Jährige sein erstes Derby bei den Profis und war erneut erfolgreich. Der FC gewann 1:0.

19. Juli 2015: Sieben lange Jahre musste die Kölner Anhänger auf einen Derbysieg warten. Nun aber wurde die Begegnung zum Schicksalsspiel aus Gladbacher Sicht. Denn Anthony Modeste erzielte den einzigen Treffer und brachte den Fohlen so die fünfte Niederlage in Folge bei. Für Lucien Favre zu viel. Der Trainer trat nach dem Derby zurück.

Das Tor des Jahres

19. November 2016: In Gladbach hatten die Kölner acht Jahre nicht mehr gewonnen. Das sollte sich eine Woche nach dem Karnevalsbeginn ändern. Anthony Modeste gliche die Führung von Lars Stindl aus. Dann kam in der Nachspielzeit der große Auftritt von Marcel Risse. Der Schienenspieler platzierte in der Nachspielzeit einen Freistoß aus 25 Metern im gegnerischen Tor und avancierte zum Derbyhelden. Der Treffer wurde später zum Tor des Monats und anschließend zum Tor des Jahres gewählt.

11. März 2020: Eigentlich hätte die Begegnung bereits im Februar stattfinden sollen und wäre dann nicht zu einem bitteren Meilenstein geworden. Aufgrund einer Orkanwarnung wurde die Begegnung in den März verlegt. Doch auch dort fand sie nicht unter „regulären Bedingungen“ statt. Denn mittlerweile hatte das Corona-Virus viele Teile des öffentlichen Lebens lahm gelegt. Das Derby avancierte damit zum ersten Geisterspiel der Bundesliga-Geschichte. Der FC unterlag den Fohlen 1:2.


Trotz Abstiegsnot: Zahlreiche Marktwerte steigen, El Mala verliert

Said El Mala vom 1. FC Köln
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Trotz Abstiegsnot: Zahlreiche Marktwerte steigen, El Mala verliert

Pünktlich zur anstehenden Länderspielpause hat das Online-Portal transfermarkt.de die Marktwerte der Bundesliga-Spieler aktualisiert. Erstaunlicherweise haben gleich mehrere Profis ihren Marktwert erhöht beim 1. FC Köln: Said El Mala verliert an Marktwert.

Wie immer Mitte März hat das Online-Portal transfermarkt.de die Marktwerte der Bundesliga-Profis angepasst. Und gleich mehrere Kölner Profis haben dazugewonnen. Allerdings gab es beim FC auch Verlierer.

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Dazu gehört rein nach dem Wert auch Said El Mala. Der Marktwert des Offensivspielers war bei der letzten Aktualisierung mit 40 Millionen Euro eingeschätzt worden. Nun hat der Angreifer fünf Millionen Euro verloren. Das dürfte auch mit der Nicht-Nominierung in der A-Nationalelf zusammenhängen. Denn für diese war der 19-Jährige im Herbst vor der letzten Aktualisierung berufen worden, kam aber bekanntlich nicht zum Einsatz. Zu Saisonbeginn lag der Wert des Angreifers noch bei 18 Millionen Euro. Dennoch ist El Mala auch weiterhin der „wertvollste“ Spieler der FC-Geschichte. Eine Abwertung musste auch Isak Johannesson hinnehmen. Der Isländer war zuletzt auf zehn Millionen Euro geschätzt worden, nun liegt der Marktwert bei acht Millionen Euro.

Niang steigert seinen Marktwert extrem

Auch eine erwartbare Entwicklung. Schließlich war der Isländer zuletzt kein Stammspieler mehr und in den Leistungen nicht auf konstant hohem Niveau. Der Marktwert von Florian Kainz wird nun mit einer Millionen Euro angegeben. Somit fällt auch der Österreicher ab. Doch trotz der anhaltenden Kölner Krise gibt es auch einige Gewinner. Unter anderem Youssoupha Niang, der nun mit zwei Millionen Euro gewertet wird. Der Youngster hatte zuletzt noch einen Wert von 500.000 Euro. Fynn Schenten wurde auf eine Millionen Euro aufgewertet (zuvor 800.000). Gewinner sind zudem auch Jahmai Simpson Pusey (von 4 auf 6 Millionen), Tom Krauß (von 3,5 auf 4,5 Millionen), Cenk Özkacar (von 2 auf 3 Millionen), Ragnar Ache (von 7 auf 8 Millionen). Insgesamt wurde der Kaderwert um eine knappe halbe Millionen Euro gesteigert.

Das ist ein Plus von 0,3 Prozent. Mit einem Kaderwert von 136 Millionen Euro liegen die Kölner auf dem 15. Platz im Ligavergleich. Den höchsten Wert erreichen die Bayern mit rund 966 Millionen Euro, auf dem letzten Platz liegt Heidenheim mit 65 Millionen. Den größten Zuwachs verzeichnet die TSG Hoffenheim. Die Sinsheimer konnten ihren Kaderwert um 25 Prozent steigern.


Umgekehrte Vorzeichen: Der 1. FC Köln kann sich nicht wie 2024/25 auf eine schwache Konkurrenz verlassen

Wie geht es weiter mit Lukas Kwasniok beim 1. FC Köln?
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Umgekehrte Vorzeichen: Der 1. FC Köln kann sich nicht wie 2024/25 auf eine schwache Konkurrenz verlassen

Vor einem Jahr gelang dem FC der Aufstieg auch deshalb, weil die anderen Top-Teams der zweiten Liga viele Punkte liegen ließen. Diese Saison punkteten zuletzt aber viele der anderen Abstiegskandidaten besser: Der 1. FC Köln kann sich nicht auf Fehler der Konkurrenz verlassen.

Seit mittlerweile sechs Partien haben die Geißböcke keinen Sieg mehr geholt. So hat der FC seinen Vorsprung auf die Abstiegsplätze verspielt. Denn im Gegensatz zur Vorsaison, als es im Aufstiegskampf bei allen Teams nur sehr langsam voranging, holte die Kölner Konkurrenz im Gegensatz zu den Domstädtern dieses Jahr zuletzt wichtige Punkte.

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Es hatte ein bisschen was von einem Schneckenrennen in der vergangenen Saison. Im Aufstiegskampf in der zweiten Liga ließen die Kölner immer wieder Punkte liegen. Das führte bekanntlich letztendlich zur Entlassung von Trainer Gerhard Struber nach einem schwachen Unentschieden gegen den späteren Absteiger Jahn Regensburg. Dann rettete aber mit zwei Siegen aus den letzten beiden Partien Friedhelm Funkel den Geißböcke doch noch den Aufstieg. Dass das überhaupt noch möglich war, lag allerdings zu großen Teilen an der Konkurrenz im Kampf um die vorderen Plätze. Denn nicht nur der FC strauchelte häufig. Die anderen Aufstiegskandidaten wie der HSV, Elversberg, Paderborn, Magdeburg oder Düsseldorf zeigten ebenfalls einige Schwächen und konnten die Kölner Patzer nicht nutzen. Etwa ein Jahr später im Abstiegskampf der Bundesliga stellt sich die Situation der Geißböcke jedoch anders dar.

Konkurrenz macht Druck

Denn erneut hat der FC bereits einige Chancen liegen gelassen, um dem eigenen Saisonziel – dem Klassenerhalt – ein Stück näher zu kommen. Nur zwei Siege aus den vergangenen 17 Spielen, also quasi nach einer kompletten Hin- beziehungsweise Rückrunde, sprechen eine deutliche Sprache. Während 2024/25 die Konkurrenz jedoch häufig für die Kölner spielte, feierten viele der anderen Abstiegskandidaten diese Spielzeit gerade in den vergangenen Wochen wichtige Erfolgserlebnisse. Von den Mannschaften zwischen einschließlich Platz Elf und Platz 17 holte kein Team weniger Punkte in den vergangenen fünf Spielen als die Geißböcke. Nur der VfL Wolfsburg kam ebenso wie die Domstädter auf magere zwei Zähler.

Der Hamburger SV konnte in dieser Zeit fünf Punkte einholen, Borussia Mönchengladbach, Mainz 05 und Werder Bremen sogar jeweils sechs. Die meisten Zähler heimste der FC St. Pauli mit sieben ein. Daran zeigt sich, dass sich die Kölner nicht wie in der vergangenen Saison darauf verlassen können, dass die Konkurrenz gerade in der Endphase schwächelt. Der Vorsprung, den die Geißböcke nach dem starken Start in die aktuelle Spielzeit hatten, ist inzwischen durch die vergangenen Wochen aufgebraucht. Ein Zähler beträgt der Abstand auf den Relegationsplatz noch.

Noch einige Duelle mit der direkten Konkurrenz

Gleichzeitig haben es die Geißböcke aber noch in der eigenen Hand. Denn gegen einige der Konkurrenten stehen noch direkte Duelle an. Zum Beispiel am Wochenende das Derby gegen Gladbach oder zwei beziehungsweise drei Partien später gegen Bremen und St. Pauli. Punkte in diesen Begegnungen sind für Lukas Kwasniok und seine Mannschaft Pflicht. Hoffnung macht dafür vielleicht, dass der FC in vielen Spielen zuletzt zumindest ordentliche Leistungen zeigte.

Das sah vor einem Jahr noch anders aus. Denn 2024/25 spielte der FC häufig spielerisch dürftigen Fußball, holte so aber trotzdem genügend Punkte, um dank der Schwächen der anderen Top-Mannschaften am Ende aufzusteigen. Während die Auftritte diese Saison – gemessen natürlich jeweils am Niveau im Vergleich zum Rest der Liga – besser sind, fehlen jetzt jedoch noch mehr als vor einem Jahr die Ergebnisse. Und wegen der zuletzt erfolgreicheren Konkurrenz können die Geißböcke nicht darauf vertrauen, dass sich der Abstiegskampf wie vor einem Jahr der Aufstiegskampf zu einem Schneckenrennen entwickelt.


Der zweite Allrounder, eine Maschine und Wegbereiter für Kaminski in der Offensive

Jakub Kaminski und Tom Krauß vom 1. FC Köln
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Der zweite Allrounder, eine Maschine und Wegbereiter für Kaminski in der Offensive

Aufgrund der anhaltenden Verletzungsmisere musste Jakub Kaminski beim 1. FC Köln immer wieder auf anderen Positionen aushelfen. Das hat sich nun geändert. Denn ein weiterer Akteur macht seine Sache hinten rechts gut: Tom Krauß wird zum zweiten Allrounder beim 1. FC Köln.

Zwei Mal in Serie spielte Tom Krauß auf der Position des Rechtsverteidigers und löste die Aufgabe gut. So gut, dass er wohl auch gegen Gladbach dort auflaufen könnte. Lukas Kwasniok ist von den Fähigkeiten des gelernten Sechsers überzeugt. Denn das ermöglicht wiederum Jakub Kaminski die Besetzung der Idealposition.

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Auch, wenn sich die personelle Lage zuletzt ein wenig entspannte, die Situation rund um die Ausfälle ist bei den Geißböcken nach wie vor eine beachtliche. Für das Derby gegen Mönchengladbach werden Trainer Lukas Kwasniok wohl mehr als ein halbes Dutzend Spieler aus unterschiedlichen Gründen fehlen. Wie ein roter Faden zieht sich die Personalsituation durch die Saison. Obwohl er allen Grund hätte, hadert der Coach nur sehr selten mit dem Verletztenstand, sucht viel eher dann doch kreativ seine Lösungen. Nicht umsonst spielte Jakub Kaminski gefühlt bis auf den Innenverteidiger und den Keeper jede Position bei den Geißböcken. Für den Trainer tatsächlich ein Dilemma. Denn Kwasniok sprach dem Polen vor der Saison ein Positions-Versprechen aus, das er aufgrund des personellen Engpasses und dann eben der Polyvalenz des Spielers nicht halten konnte.

„Es müsste schon mit dem Teufel zugehen“

Kaminski bewies aber, dass er eigentlich in vorderster Front für den FC die größte Waffe ist. Das wusste auch Kwasniok, der dann noch eine andere Lösung gefunden hat: Tom Krauß. „Ich habe einfach mit dem Tom einen zweiten Allrounder, den du wie eine Maschine überall hinstellen kannst. Mit anderen Stärken und Schwächen als Kuba, aber er führt einfach dazu, dass der Kuba wieder weiter vorne spielen kann“, erklärte Kwasniok am Donnerstag. Gegen den BVB und den HSV spielte der 24-Jährige als rechter Teil der Viererkette und löste die Aufgabe gerade in der Defensive stark. So, als wäre auch diese Position keine ungewohnte für den Defensivspieler, der zu Beginn der Saison auch schon als Innen- und Linksverteidiger agierte. „Tom ist ist einfach ein Soldat. Ich bin sehr happy, dass er bei uns ist“, lobte Kwasniok.

Dabei hatte sich der gebürtige Leipziger eigentlich im Zentrum festgespielt, ging dort zudem mit Leidenschaft und Willen im Stile eines Leaders voran. „Ich hätte ihn logischerweise auch lieber jetzt eben im Mittelfeld zum Abgreifen, aber so wie er das einfach als Rechtsverteidiger dann auch spielt, ist es für uns Gold wert“, sagte der Coach. Und eben auch, weil Krauß damit den Weg für Kaminski in der Offensive wiederum frei macht. Das sei gegen den HSV auch schon mal unsauber gewesen, „aber je länger er dann wieder in dieser Offensive frei spielen wird, desto öfter kommt er in diese Abschlusssituation“, erklärte Kwasniok. „Dann wird er in der Entscheidungsfindung auch besser werden. Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, denn der Fußball ist so schnelllebig, aber es müsste mit dem Teufel zugehen, wenn er dann noch mal rechter Verteidiger eines Tages spielen wird.“

Immerhin gibt es aber Licht am Ende des Personal-Tunnels. Mit Sebastian Sebulonsen ist der nominelle Rechtsverteidiger wieder zurück, sitzt gerade nur seine Gelbsperre ab. Auch Jan Thielmann wäre eine Option. Denn Lukas Kwasniok hätte sicher nichts dagegen, seine beiden Allrounder auf den eigentlichen Idealpositionen aufzustellen.


Said El Mala und der verloren gegangene Spaß am Dribbeln

Lukas Kwasniok wechselt den entkräfteten Said El Mala aus
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Said El Mala und der verloren gegangene Spaß am Dribbeln

Der Druck ist dieser Tage deutlich zu spüren am Geißbockheim. Vor allem vom Kölner Talent versprechen sich viele Anhänger eine gute Leistung gegen Gladbach. Dabei scheint dem 19-Jährigen die Leichtigkeit ein wenig abhanden gekommen zu sein beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok kritisiert Druck auf Said El Mala.

Geht es nach FC-Coach Lukas Kwasniok könnte der Kölner Angreifer weit bessere Leistungen abrufen – wäre da nicht der enorme Hype um das Talent. Das Interesse an seiner Person scheint Said El Mala zuzusetzen.

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Es lief die 81. Minute, das zweite Bundesliga-Spiel der aktuellen Saison. Der 1. FC Köln hatte Ende August den SC Freiburg zu Gast und ein Kölner Talent hämmerte nach nur 13 Minuten auf dem Platz den Ball unter den Querbalken des gegnerischen Tors – 4:0. Der erste FC-Treffer von Said El Mala war der Beginn eines kometenhaften Bundesliga-Aufstiegs. In den folgenden 15 Begegnungen der Hinrunde traf der 19-Jährige sechs weitere Male und bereitete drei Treffer vor. Eine Leistung, die sich der Youngster wohl in seinen kühnsten Träumen so nicht hätte vorstellen können. Leistungen, die zwangsläufig auch zu einer Marktwertexplosion und dann auch einer Berufung für die deutsche A-Nationalmannschaft, vor allem aber zu einer Befriedigung einer großen Sehnsucht geführt haben. Der Sehnsucht nach einem Kölner Star, einer Identifikationsfigur.

Im Fokus der Öffentlichkeit

Zuletzt schien El Malas Leichtigkeit etwas verloren gegangen zu sein. Denn der sportliche Aufstieg ist nur die eine Seite der Medaille. Mit der El-Mala-Euphorie der Fans, die sogar einen eigenen Song für den Youngster kreierten, steigerte sich zwangsläufig auch das mediale Interesse – sei es bei der Berichterstattung oder eben auf Social Media. Ein Kölner Shootingstar war geboren und die Aufmerksamkeit sollte nicht nur im Kreis der Kölner Anhänger bleiben. Auch das nationale sowie internationale Interesse am Angreifer ließ nicht lange auf sich warten. Der Versuch, den Youngster zu schützen und keinen Hype loszutreten, ging nach hinten los und wäre ob der sportlichen Entwicklung des Spielers ohnehin nicht aufzuhalten gewesen.

In Köln reift ein Talent heran, das Träume weckt, ein Aushängeschild werden kann, den Spaß am Fußball transportiert und mit dem man sich identifizieren kann. So avancierte El Mala in rekordverdächtiger Geschwindigkeit zum aktuellen Star des 1. FC Köln, binnen kürzester Zeit stand der 19-Jährige komplett im Fokus der Öffentlichkeit. Für den jungen Akteur selbst sicherlich keine leichte Aufgabe, sicherlich ein hoher Druck, den in ihn gesetzten Erwartungen auch gerecht zu werden – doch auch eben nun mal Business.

Grenzen sind überschritten

Die Tragweite der Auswirkungen der Öffentlichkeit auf den Spieler sprach FC-Trainer Lukas Kwasniok am Donnerstag auf der Pressekonferenz an, nachdem es während der Woche Gerüchte um eine Zusage des Talents für einen Wechsel nach England gegeben hatte: „Ob das stimmt oder nicht, spielt gar keine Rolle, führt aber offensichtlich dazu, dass ein 19-jähriger Spieler, wo wir alle sagen ,Den müssen wir schützen` jetzt in dieser komischen sozialen Welt offensichtlich durchbeleidigt wird“, so Kwasniok. Grenzen seien überschritten und es sei traurig, dass demjenigen, der so etwas fahrlässig in die Welt setzt, keine Konsequenzen drohen.

Die Kritik am Transferjournalismus ist nachvollziehbar. Er basiert zwangsläufig auf Spekulationen, ist getrieben vom Verlangen nach Exklusivität und ja, auch von Aufrufzahlen und Auflagen. Er beruht aber meist auf Informationen, die die Journalisten von Beratern oder aus dem Umfeld der Spieler oder Vereine erfahren. Und er ist ganz sicher nicht dafür verantwortlich, dass ein Hype um einen Spieler entsteht. Es ist eben nicht die Frage nach Ei oder Huhn. Der Hype um Said El Mala ist in erster Linie durch die Leistungen des Spielers und der dadurch entfachten Euphorie bei den Fans entstanden. Allerdings ist durch die Berichterstattung sicherlich auch eine gewisse Erwartungshaltung und damit eben auch der Hype wiederum befeuert worden.

Kwasnioks Kritik

Kwasniok rang auf der Pressekonferenz vor dem Derby gegen Gladbach nach Worten und Fassung, wollte keine Brandrede halten, tat aber genau das. Es sei einfach pervers, was heutzutage mit 18-, 19-Jährigen passiere, was für einen Druck sie aushalten müssten. Und der Trainer holte noch weiter aus: „Ich glaube, dass wir ihnen irgendwann eins nehmen: Die Freude an dem, was sie am liebsten machen. Und das ist Fußball spielen“, so der 44-Jährige. „Am liebsten dribbelt Said – und wenn man sich das anschaut die letzten drei, vier, fünf Spiele – er arbeitet mehr, aber er dribbelt nicht mehr so viel. Da sind wir alle in der Verantwortung, dass wir ihm das ein bisschen genommen haben.“ Deutliche Worte des Coaches.

Nur ging dabei ein wenig unter, dass Kwasniok selbst, genauso wie der Bundestrainer die Arbeit nach hinten in den Fokus des Stürmers brachte. Zudem hatte der Trainer vor wenigen Wochen die gefühlte Leistungsdelle mit einer anderen El-Mala-Fokussierung des Gegners erklärt. Er habe es mittlerweile einfach schwerer, weil sich die Gegner auf ihn einstellen würden, war damals der Tenor. Am Wochenende wird der Youngster die Chance erhalten, mit seinen Dribblings für positive Schlagzeilen zu sorgen. Darüber wird berichtet werden – unabhängig der Wechselgerüchte, rein sportlich – im Positiven wie im Negativen.


Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby

Lukas Kwasniok beim Heimspiel des 1. FC Köln gegen den Hamburger SV
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Schicksalsspiel oder nicht? Unterschiedliche Wahrnehmung vor dem Derby

Kurz vor dem Derby am kommenden Samstag steht Lukas Kwasniok mächtig unter Druck. Auf der Pressekonferenz vor Gladbach sprach der Coach über das „Narrativ“ des Schicksalsspiels und betonte die Kölner Stärke und den Zusammenhalt des Vereins. Gemeinsam werde man auch schlechte Zeiten überstehen beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok kämpft vor dem Derby um seinen Job

Das Derby gegen Gladbach hat am Wochenende besondere Brisanz. Denn für Lukas Kwasniok soll wohl ein Schicksalsspiel bevorstehen. Der Trainer selbst ist da anderer Auffassung und kämpft um seinen Job bei den Geißböcken.

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Als Lukas Kwasniok vor etwas mehr als acht Monaten seinen Dienst beim 1. FC Köln antrat, da wollte sich der Coach nicht auf ein festes Saisonziel einlassen. Der Trainer setzte ein breites Grinsen auf und kündigte an, am Ende der Saison auf jeden Fall vor dem großen Rivalen aus Mönchengladbach stehen zu wollen. Eine Antwort, die den meisten Fans sicherlich gefiel. Acht Monate später könnte ausgerechnet die Mannschaft vom Niederrhein die Aussage bitterböse einholen. Denn auch wenn Lukas Kwasniok verständlicherweise eine andere Auffassung von dem bevorstehenden Spiel hat, es könnte das letzte für den 44-Jährigen als Trainer werden. Zumindest würde eine Freistellung nach einer ähnlich bitteren Bilanz den im Fußball üblichen Mechanismen entsprechen – wohlgemerkt nicht nur in Köln.

„Diese Ansage gab es nie“

Die Vorfreude auf das Derby, sicherlich eins der Highlights im Programm der Kölner Protagonisten, dürfte insofern zumindest ein wenig getrübt sein. „Ich glaube jede Aufgabe, jede Situation, die vor dir im Leben liegt, kannst du je nach Mindset unterschiedlich gewichten und bewerten und du kannst es natürlich als Problem wahrnehmen, hast Angst vor irgendwas, du kannst es wahrnehmen als Herausforderung“, sagte der Coach. „Du kannst es aber eben auch als Gelegenheit und Chance wahrnehmen und das ist halt ein Mindset von Leistungssportlern, die gewinnen wollen.“ Der Kölner Trainer will die aktuelle Situation also eher als Gelegenheit, als Chance sehen. Gut möglich, dass es seine letzte Chance ist. Schon vor einigen Wochen wurde kolportiert, dass dem Coach ein Ultimatum auferlegt worden sei.

Kwasniok müsse aus den Begegnungen gegen Dortmund, Hamburg und Gladbach mindestens vier Punkte holen hieß es. Bislang ist es einer, die Partie gegen die Fohlen steht noch aus. Allerdings soll es einen etwaigen Dialog gar nicht gegeben haben. „Also, ich habe die Frage vor drei Wochen, vor zwei Wochen und jetzt eine Woche später auch noch mal beantworten dürfen und es hat sich genauso wenig an dieser Konstellation geändert: Diese Ansage gab es nie“, sagte der Trainer deutlich. Kwasniok ergänzte, er wisse, worauf er sich beim 1. FC Köln eingelassen habe und wie schon in der vergangenen Woche hatte Kwasniok sich auch dieses Mal ein paar Worte zurecht gelegt, die seine Wahrnehmung der aktuellen Situation darstellen sollten.

Schlechte Bilanz

In der vergangenen Woche erklärte Kwasniok, dass die bisherigen Trainerwechsel bei den Vereinen stattgefunden hätten, die sich deutlich weiter oben in der Tabelle wähnten. Ein Punkt. Allerdings werden die Trainerentlassungen auch mit den sportlichen Leistungen zu tun gehabt haben. Nun deutete der 44-Jährige an, dass das vermeintliche Schicksalsspiel, der Druck ein aufgebauschtes Narrativ sei. Kwasniok erklärte, dass man es in Köln in den vergangenen Jahren immer mit Trainerwechseln in kritischen Situationen versucht habe, mit „der Unterstützung der Medien“. In Köln wolle man gemeinsam stark sein, so der Coach weiter. „Wir sind – glaube ich – sehr sehr gut aufgestellt, den Verein auch auf links drehen zu können, um einfach gewappnet für die Zukunft zu zu sein, denn jeder will arbeiten wie in Freiburg, festhalten, wenn es mal irgendwie schlecht läuft. Aber gleichzeitig versucht man über sehr viel medial Begleiterscheinung und Berichterstattung die Dinge doch zu konterkarieren.“

Kwasniok sei beeindruckt, wie die Vereinsführung mit „diesen Dingen“ umgehe. Die Zahlen haben allerdings wenig mit „Konterkarieren“ zu tun. Der FC hat aus den vergangenen 17 Spielen (also eine Partie gegen jeden Gegner der Liga) elf Punkte geholt, nur zwei Siege. Dass mit einer solchen Bilanz die Trainerfrage gestellt wird, ist wohl verständlich. Und das eher selten von den Medien. Vielmehr in den Sozialen Medien, in denen der Trainer nach den Kommentaren einen eher schweren Stand hat. Dass über die Situation aber diskutiert wird, ist auch dem Trainer klar. „Das liegt doch auf der Hand“, sagt Kwasniok. „Das Wichtige ist einfach die Emotionen, die es rund um den Verein gibt, sowohl positiv als auch negativ, dann eben auch aufkommen zuzulassen.“ Sie müssten aber eben sachlich analysiert werden.

Zur Analyse des Coachs gehörte dann wiederum eine weitere Einordnung: „Nach den ersten Spielen der Saison haben keine Daten dafür gesprochen, dass wir dauerhaft dort oben bleiben würden. Jetzt sagen die Daten aber auch, dass wir in der Rückrunde eigentlich besser sind als in der Hinrunde“, sagte Kwasniok. Damals habe der FC überperformt, nun würde man nach den Ergebnissen unterperformen. An der Einstellung der Mannschaft liegt es laut Coach nicht. “Die Jungs hauen sich rein, geben ihr letztes Hemd“, so Kwasniok. „Und ich hoffe und glaube, dass man spürt, dass der Trainer auch alles tut für die Möglichkeit, dauerhaft Trainer beim 1. FC Köln bleiben zu können. Dass ich darum kämpfe, dass ich alles dafür tue.“


Said El Mala und Jakub Kaminski fit für das Derby und „Optionen für die Startelf“

Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz des 1. FC Köln
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Said El Mala und Jakub Kaminski fit für das Derby und „Optionen für die Startelf“

Vor dem Duell gegen Borussia Mönchengladbach gibt es positive Nachrichten beim 1. FC Köln: Said El Mala und Jakub Kaminski sind fit fürs Derby. Und laut Lukas Kwasniok sind sie auch eine Option für die Startelf.

Die erste Entwarnung deutete sich bereits beim Training hinter verschlossenen Türen an. Said El Mala und Jakub Kaminski waren bei der Einheit am Donnerstagmorgen wieder mit von der Partie. Und sie werden es auch am Samstag im Derby gegen Borussia Mönchengladbach sein (15.30 Uhr, im Liveticker bei come-on-fc.com).

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Lukas Kwasniok stellte den Spielern sogar einen Startelf-Platz für die Begegnung in Aussicht. „Sie haben gestern pausiert und heute wieder alles mitgemacht“, sagte der Coach und wurde dann noch konkreter. „Said, Kainzi und Kuba werden ganz normal dabei sein, sollte jetzt nicht noch etwas Außergewöhnliches passieren. Aber danach sieht es jetzt ja nicht aus“, sagte Kwasniok. Tatsächlich hatte sich Said El Mala am Mittwoch krank gemeldet, war dann am Donnerstag aber wieder dabei. Florian Kainz und Jakub Kaminski hatten im Training etwas abbekommen und aus reiner Vorsicht am Mittwoch individuell trainiert. Gerade bei El Mala und Kaminski wird es wohl somit keine Änderungen in der Startelf geben. Immerhin gehören die beiden zu den Topscorern der Mannschaft.

Zwei weitere Alternativen

Weitere Alternativen bieten sich zudem für den Trainer in der Breite des Kaders an. Denis Huseinbasic und Jan Thielmann fielen zuletzt aus, waren unter der Woche aber wieder im Training involviert. „Denis und Jan sind die ganze Woche dabei. Sie sind damit Kaderoptionen“, so der Trainer weiter. „Joel Schmied, Fynn Schenten und Alessio Castro-Montes stehen aufgrund von Verletzungen und Krankheiten nicht zur Verfügung.“ Das gleiche gilt für die beiden gesperrten Jahmai Simpson-Pusey, der gegen Dortmund die Rote Karte sah und Sebastian Sebulonsen, der sich gegen den HSV den fünften gelben Karton abholte. Timo Hübers und Luca Kilian werden in dieser Spielzeit sicher keine Rolle mehr spielen.

Thema wird auch die Rolle von Said El Mala sein, nachdem der Youngster nicht für die A-Nationalmannschaft berufen wurde. Lukas Kwasniok wollte sich zu der Nicht-Nominierung nicht äußern, sagte, es stehe ihm nicht zu, die Situation zu bewerten. „Ich bewerte die Leistung von Said nach innen und damit bin ich äußerst zufrieden“, sagte Kwasniok. „Alles andere liegt nicht in meiner Hand. Fakt ist, er macht eine Entwicklung. Der andere Fakt ist, wir haben in Deutschland sehr viele gute Spieler gerade im Offensivbereich. Said ist einer davon.“


Said El Mala nicht für A-Nationalmannschaft nominiert, Jonas Urbig schon

Said El Mala erwischte beim 1. FC Köln nicht seinen besten Tag
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Said El Mala nicht für A-Nationalmannschaft nominiert, Jonas Urbig schon

Der Traum der Fußball-Weltmeisterschaft ist für den Kölner Shootingstar wieder ein Stückchen weiter entfernt. Said El Mala ist nicht für die A-Nationalmannschaft nominiert. Der FC-Profi reist zu den Länderspielen der U21.

Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte es vor einigen Wochen in einem Interview bereits durchscheinen lassen. Jetzt ist es für Said El Mala Realität, der Kölner Youngster wurde nicht für die A-Nationalmannschaft nominiert.

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Zuletzt hatte Nagelsmann erklärt, dass die 50 Prozent Einsatzzeit beim FC „zu wenig“ für ihn seien. Der Bundestrainer merkte zudem an, dass der Kölner Youngster noch in Sachen Defensivarbeit zulegen müsse. In den vergangenen vier Spielen hatte El Mala dann für den FC drei Mal von Beginn an auf dem Platz gestanden, erzielte in dieser Zeit zwei Treffer, bereitete einen weiteren vor. Zudem wurde El Mala auch gerade für seine Arbeit gegen den Ball gelobt. Dem Bundestrainer hat die positive Entwicklung offenbar nicht ausgereicht. El Mala wird also nicht mit der DFB-Elf zu den Länderspielen gegen die Schweiz (27. März) und Ghana (30. März) reisen. Damit dürfte eine Teilnahme an der WM für den Kölner auch ein Stückchen weiter entfernt sein.

Jonas Urbig bei A-Team dabei

Nagelsmann hatte im Interview mit dem „Kicker“ erklärt, dass der aktuelle Kader viel von dem WM-Kader haben würde. Das bedeutet sicherlich nicht, dass der Zug für die nun nicht nominierten Kandidaten abgefahren ist. Zumal El Mala auf Abruf steht. Die Chancen sind aber sicher nicht die größten. Der 19-Jährige reist dafür aber mit der U21. Das Team von Antonio Di Salvo trifft in der EM-Qualifikation auf Nordirland (27. März, 18 Uhr) und Spitzenreiter Griechenland (31. März, 18 Uhr). Zwar war der Kölner Youngster im November bei der A-Nationalmannschaft, kam aber nicht zum Einsatz und musste sogar früher wieder abreisen – das war allerdings vorab abgesprochen.

Ein ehemaliges Kölner Eigengewächs ist allerdings nominiert worden. Jonas Urbig wird als dritter Torwart den DFB-Tross auf der Länderspielreise begleiten. Noch am Mittwochabend stand der Keeper bei den Bayern im Achtelfinale der Champions League gegen Atalanta Bergamo im Tor. Im Anschluss verriet der Keeper im Grunde schon seine Nominierung. „Mir wurde es gerade gesagt, aber ich habe noch nicht auf mein Handy geschaut“, sagte Urbig. „Wenn es dann zu einer Nominierung kommen sollte, ist das etwas, worüber ich mich freue.“


Die Wende nach der Wende? Im Schicksals-Derby könnte sich für den 1. FC Köln ein Kreis schließen

Lukas Kwasniok im Spiel des 1. FC Köln bei Borussia Mönchengladbach
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Die Wende nach der Wende? Im Schicksals-Derby könnte sich für den 1. FC Köln ein Kreis schließen

Der 1. FC Köln hat beim 1:1 gegen den Hamburger SV zwar eine solide Leistung gezeigt, ein Befreiungsschlag im Abstiegskampf blieb aber aus. Während FC-Trainer Lukas Kwasniok derzeit weiterhin die Rückendeckung vom Kölner Sportchef Thomas Kessler genießt, könnte nun ausgerechnet das 100. Bundesliga-Derby gegen Borussia Mönchengladbach zum Schicksalsspiel werden. Gelingt dem 1. FC Köln im Derby der Turnaround?

Nach dem Remis gegen den HSV in der Vorwoche brauchen die Geißböcke unbedingt Punkte. Am liebsten schon am Wochenende im Derby. Ausgerechnet das leitete eigentlich die Wende in der Hinrunde ein – mindestens emotional.

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Gladbachs Trainer Eugen Polanski rührte mit seiner Mannschaft erstmal Beton an und überließ dem FC weitestgehend das Feld. Vermutlich ein wenig aus Respekt vor dem starken Saisonstart des kölschen Kontrahenten. Eventuell aber auch, weil der VfL-Übungsleiter zuvor beim Gegner bereits ein Problem ausgemacht hatte, das sich wie ein roter Faden durch den weiteren Verlauf der Saison zieht. Den Geißböcken fehlt es gegen defensiv agierende Teams meist an spielerischer Kreativität und Durchschlagskraft. Und so kam die 1:3-Derby-Niederlage nach einer der schwächsten Saisonleistungen des 1. FC Köln auch nicht völlig überraschend, hatte aber weitreichende Folgen.

Denn während Gladbach mit dem Erfolg einen wichtigen Schritt in Richtung Tabellenmittelfeld machte, wendete sich das Blatt mit diesem Spiel aus FC-Sicht zum Negativen. In den folgenden 16 Partien holte die Truppe von Köln-Coach Kwasniok nämlich gerade einmal elf Punkte. Berechnet man das Derby in der Hinrunde mit ein, sind es also elf Zähler in quasi einer Halbserie. Und damit eine zweifellos abstiegsreife Bilanz.

Kwasniok zwischen soliden Leistungen und fehlenden Punkten

Zum Rückrunden-Derby schließt sich nun gewissermaßen der Kreis, wenn auch unter veränderten Vorzeichen. Die Borussia aus Mönchengladbach holte nach dem Hinrundenspiel gegen die Kölner noch 19 weitere Zähler und hat sich aktuell immerhin vier Punkte Vorsprung auf Platz 16 erspielt. Unterdessen ist die Distanz des FC zum Relegationsrang auf ein mageres Pünktchen geschmolzen. Und so abgedroschen der Begriff des „Schicksalsspiels“ auch klingen mag: Genau zu diesem könnte das anstehende rheinische Duell (Samstag, 15:30 Uhr, Liveticker bei come-on-fc.com) nun werden.

In erster Linie für Lukas Kwasniok. Dem Kölner Cheftrainer kann man auf der einen Seite zugutehalten, dass seine Mannschaft sich nach wie vor ordentlich präsentiert und bislang in keinem Spiel auseinanderfiel. So kann der FC auch weiterhin das beste Torverhältnis der Tabellenkeller-Teams vorweisen. Zudem haben die Kölner noch einige Gegner auf Augenhöhe vor der Brust (Come on FC berichtete). Und es damit selbst im Fuß, den drohenden Abstieg in diesen ‚Sechs-Punkte-Spielen‘ zu verhindern.

Auf der anderen Seite spricht die Punkteausbeute der letzten Wochen aber gegen Kwasniok. Zwar ist dessen Verhältnis zu Kölns Sportboss Thomas Kessler offenbar weiterhin intakt – und es gibt zudem zumindest kein öffentlich verkündetes Ultimatum für den Chefcoach. Es gilt allerdings als wahrscheinlich, dass das Schicksal Kwasnioks als FC-Trainer eng an den Ausgang der Partie gegen Mönchengladbach geknüpft ist. Sollten die Geißböcke das Derby nicht gewinnen, wäre Kwasniok vermutlich nur noch schwer zu halten.

Schicksalsspiel als große Chance im Abstiegskampf

Die Begegnung mit dem alten Rivalen kann man aber durchaus auch als Schicksalsspiel für den FC selbst sehen. Denn trotz eines Kaders, der grundsätzlich das Zeug für einen gesicherten Mittelfeld-Tabellenplatz haben sollte, sowie stets ansprechenden Leistungen gegen die Top-Mannschaften der Liga, ist die Lage prekär. Das Kölner ‚Projekt Bundesliga‘ läuft nach nur einer Saison Gefahr, schon wieder beendet zu werden.

Ein Derby-Sieg könnte also dazu beitragen, genau dieses Szenario vorerst abzuwehren. Ähnlich wie für Borussia Mönchengladbach in der Hinrunde könnte die Partie nun in der Rückrunde auch für den 1. FC Köln zum Wendepunkt werden. Ein Wendepunkt, durch den die Geißböcke den Negativ-Trend stoppen, sich eine solide Ausgangsposition für die restlichen Spiele im Abstiegskampf verschaffen. Und womöglich auch einen in solchen Situationen branchenüblichen Trainerwechsel verhindern können.


Einerseits, andererseits: Soll Said El Mala den 1. FC Köln im Sommer verlassen? Gründe dafür und dagegen

Said El Mala jubelt nach dem Ausgleich gegen den FC Augsburg
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Einerseits, andererseits: Soll Said El Mala den 1. FC Köln im Sommer verlassen? Gründe dafür und dagegen

Wie ein roter Faden ziehen sich die Transfergerüchte um Said El Mala durch die Saison. Nun soll der Kölner Youngster Brighton die Zusage gegeben haben. Die Entscheidung über den Abschied liegt aktuell einzig beim 1. FC Köln: Ein Pro und Contra zu einem möglichen Transfer von Said El Mala.

Es ist kaum vorstellbar, dass Said El Mala mit dem FC in die 2. Bundesliga geht. Aktuell sieht es so aus, als würde der Youngster die Geißböcke so oder so im kommenden Sommer verlassen. Tatsächlich gibt es dafür gute Gründe. Allerdings auch gute, die für einen Verbleib sprechen. Die COFC-Reporter Hendrik Broschart und Simon Bartsch haben die Argumente gesammelt.

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Einerseits…

Als Christian Keller im Sommer der Transfersperre nach und nach junge Talente unter Vertrag nahm und direkt wieder verlieh, da mag der ein oder andere Fan einen gewissen blinden Aktionismus beim damaligen Sportchef ausgemacht haben. Der Tenor „Hauptsache etwas machen“ hätte zwar nicht so wirklich zu dem Analysten Keller gepasst, eine etwaige Motivation wäre angesichts der trostlosen Transferzeit aber durchaus verständlich, wenn auch nicht zwingend logisch gewesen. Dass sich unter den verpflichteten Spielern ein absoluter Rohdiamant befinden würde, war nicht abzusehen, ist aber genauso eingetreten. Nicht nur das: Der kometenhafte Aufstieg von Said El Mala ist beeindruckend. Newcomer der 3. Liga, Bundesliga-Debüt, Topscorer der Geißböcke und Fast-Nationalspieler.

Erinnerungen an Lukas Podolski

Es ist nur folgerichtig, dass die Kölner Fans dem Shootingstar zu Füßen liegen und genauso folgerichtig ist der Vergleich zu Lukas Podolski. Am Geißbockheim gibt es zum ersten Mal seit dem Weltmeister von 2014 ein Eigengewächs, dass schon in seiner Premieren-Saison das Zeug zur Kölner Identifikationsfigur hat. Schon jetzt flitzen die El-Mala-Trikots in sämtlichen Größen über die Sportplätze des Rheinlands. Mit seinen 19 Jahren ist der gebürtige Krefelder der absolute Star der Mannschaft. Der Hype, dessen Ursprung den Medien nachgesagt wird, der aber zum Großteil der erstaunlichen Leistung des Offensivspielers geschuldet ist, ist die logische Konsequenz der unermesslichen Sehnsucht nach einem neuen Prinzen. Der Youngster ist Balsam auf der zuletzt doch arg geschundenen und strapazierten Geißbock-Seele.

In einer idealen rot-weißen Welt würde diese Liaison von gestillter Sehnsucht eines Kölner Stars und sportlicher Leistung niemals enden dürfen. Die Fußball-Welt ist weder rot-weiß noch ideal, dennoch lief auch ein Lukas Podolski drei Jahre für die Profis des FC auf, bevor es die spätere Legende in die weite Welt zog. Warum sollte El Mala nicht den gleichen Weg gehen? Dass der 19-Jährige kein fertiger Spieler ist, seine Baustellen hat, steht außer Frage. Der Youngster fühlt sich in Köln wohl, kennt das Umfeld, hätte einen Verein, bei dem er viel Spielzeit sammeln würde und sich so weiterentwickeln könnte. Es ist alles andere als gesagt, dass El Mala in England oder bei den Top-Teams Europas seine Einsatzzeit bekommen würde.

Was ist finanziell möglich?

Die verehrenden Kölner Fans würden dem Youngster sicherlich den ein oder anderen sportlichen Fehltritt verzeihen, wie sie es einst auch bei Prinz Poldi gemacht haben. Zweifelsfrei sind die kolportierten Millionen von 35 bis 45 Millionen Euro reizvoll, immerhin gibt es im Sommer einige Ablösen zu zahlen, die die Leihkonstrukte mit sich bringen, aber ist bei El Mala nicht noch mehr möglich? Mal angenommen, der 19-Jährige fährt doch mit zur WM und spielt ein starkes, ein erfolgreiches Turnier – bei der nächsten Einschätzung des Online-Portals transfermarkt.de würde die Ablöse sehr schnell die 50, vielleicht die 60-Millionen Euro-Marke knacken. Und dann würden andere englische Clubs andere Summen auf den Tisch schmeißen.

Auch mit einem weiteren erfolgreichen Jahr in der Bundesliga würde der Marktwert wohl noch einmal steigen. Der Vertrag läuft bekanntlich noch bis 2030, es gibt keine Ablöse. Der FC kann also locker eine weitere Saison die Entwicklung des Spielers abwarten und dann statt einer Hand beide Hände aufhalten. Vor allem aber zeigt die aktuelle Saison die sportliche Bedeutung des Youngster. Said El Mala hat neun Treffer erzielt, vier weitere vorbereitet. El Mala ist damit nicht nur an nahezu jedem dritten Treffer der Geißböcke direkt beteiligt, der Offensivspieler hat den Kölnern durch seine Tore viele Punkte beschert. Punkte, ohne die die Situation im Abstiegskampf nahezu aussichtslos wäre. Es wird schwer einen adäquaten Ersatz zu finden. Und in der jüngeren Vergangenheit haben die über Jahre hinweg nicht ersetzten Leistungsträger zu massiven Problemen geführt.

Andererseits…

Ein möglicher Wechsel von Said El Mala zu Brighton & Hove Albion hätte das Potenzial, zum Musterbeispiel für die strategische Neuausrichtung im erzielen hoher Transfererlöse durch die Ausbildung vielversprechender Talente zu werden. Aus Vereinssicht ist die Argumentation nahezu zwingend. Eine Ablösesumme von rund 35 Millionen Euro plus Boni, wie die „BILD“ zuletzt hat verlauten lassen, würde El Mala nicht nur zum teuersten Abgang der Vereinsgeschichte machen und den bisherigen Rekord von Anthony Modeste (Der Franzose ging damals für 29 Millionen nach China zu TJ Tianhai) klar übertreffen. Das wäre kein bloßer Transfererfolg, sondern ein Statement. Köln würde eindrucksvoll demonstrieren, dass der eingeschlagene Weg trägt. Junge Spieler verpflichten, entwickeln und gewinnbringend verkaufen. Ein Deal dieser Größenordnung wäre die Bestätigung dieses Modells in Reinform.

Endlich Ruhe im El Mala-Hype

Auch mit Blick auf das stets rumorende Innenleben des Klubs spricht vieles für einen Schnitt. Die Beziehung zwischen El Mala und Trainer Lukas Kwasniok entwickelte sich in dieser Saison zum wiederkehrenden Diskussionsthema. Jede Entscheidung rund um den Offensivspieler wurde seziert, jede Personalie aufgeblasen. Zwischenzeitlich entstand der Eindruck eines abgekühlten Verhältnisses. Ein Wechsel würde diese Dauerdebatte abrupt beenden und dem Umfeld des 1. FC Köln die dringend benötigte Ruhe verschaffen. Der Fokus könnte wieder konsequent auf dem Sportlichen liegen, statt auf Nebenschauplätzen. Es würden wieder Pressekonferenzen vergehen, an denen Kwasniok keine Frage zu El Mala beantworten müsste, was der FC-Coach sicherlich begrüßt.

Sportlich wirkt der Schritt ebenso folgerichtig. El Mala hat in der Bundesliga nachdrücklich bewiesen, wie schnell er sich an ein höheres Niveau anpassen kann. Der Sprung aus der dritten Liga galt einst als Wagnis, entpuppte sich jedoch als Erfolgsgeschichte. Heute steht ein Spieler, der nicht nur mithält, sondern Spiele prägt. Vor diesem Hintergrund verliert die Frage nach der vermeintlich zu großen Premier League an Gewicht. Vielmehr drängt sich der Eindruck auf, dass genau jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

El Mala ist bereit für den nächsten Schritt

Brighton bietet dafür nahezu ideale Bedingungen. Der Klub steht wie kaum ein anderer für nachhaltige Spielerentwicklung auf höchstem Niveau. Junge Talente erhalten Vertrauen, Verantwortung und eine klare sportliche Perspektive. Gleichzeitig fungiert der Verein als Sprungbrett in die europäische Spitze. Für El Mala könnte der Wechsel an die Südküste Englands genau der entscheidende Zwischenschritt sein, um sich dauerhaft auf Topniveau zu etablieren. Ein nicht zu unterschätzender Faktor ist zudem das familiäre Umfeld. Berichten zufolge wäre auch ein Wechsel von Malek El Mala Teil des Gesamtpakets. Für Said El Mala wäre das ein entscheidender Stabilitätsanker.

Sein Bruder spielt eine zentrale Rolle in seiner Entwicklung. Dass ein früherer Wechsel zu Borussia Dortmund unter anderem an diesem Punkt scheiterte, unterstreicht die Bedeutung dieses Aspekts. In Brighton könnte er sportlichen Fortschritt und persönliches Gleichgewicht miteinander verbinden. Hinzu kommt die Arbeit unter Fabian Hürzeler. Der Trainer gilt als eines der spannendsten Profile im europäischen Fußball. Seine intensive, fordernde Spielweise verlangt den Spielern körperlich und mental alles ab. Genau darin liegt für El Mala eine große Chance. Bereits unter Kwasniok wurde deutlich, wie sehr ihn ein solches System fordert. In der Premier League wird diese Intensität zum Dauerzustand. Für einen Spieler mit seinem Potenzial gibt es kaum ein besseres Umfeld, um den nächsten Entwicklungsschritt zu erzwingen und sein Maximum abzurufen.