Der FC hat am Sonntag seine zweite Saison-Niederlage hinnehmen müssen. Und das unterm Strich verdient. Diskussionen gab es aufgrund einer VAR-Entscheidung beim 1. FC Köln: Das sagt Marvin Schwäbe zu seinem Elfer-Patzer.
Über den Elfmeter wurde viel diskutiert. Dass ein Foulspiel vorgelegen hat, war aber unstrittig. Auch beim 1. FC Köln: Das sagt Marvin Schwäbe zu seinem Elfer-Patzer.
Marvin Schwäbe ungewohnt unsicher
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Gewohnt aufgeräumt und souverän trat Marvin Schäbe nur wenige Minuten nach der 1:2-Pleite gegen Stuttgart in den Katakomben des Kölner Stadions zum Gespräch mit den Medienvertretern an. Dabei machte der Keeper keinen großen Hehl daraus, dass die viel diskutierte Szene mit Ermedin Demirovic durchaus als Elfmeter zu werten gewesen ist. „Ja, natürlich treffe ich ihn. Er läuft dann aber auch weiter. Da habe ich ein Stück weit die Hoffnung, dass es einfach weitergeht“, sagte der Kapitän des 1. FC Köln. „Aber ich treffe ihn und wenn man die Bilder sieht, glaube ich, muss man ihn dann auch einfach geben.“ Der Keeper hatte versucht, einen Ball zu klären, dabei den Stuttgarter Stürmer an der Wade erwischt. Demirovic spielte zunächst weiter, das Spiel lief weiter. Schließlich intervenierte der Video-Assistent. Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck entschied auf Strafstoß.
Martel zunächst wieder in der Innenverteidigung
Und die Diskussion entbrannte. Nicht ob des Fouls, das war wohl weitestgehend unstrittig. Vielmehr ploppten die Fragen auf, ob es noch einen Elfmeter hätte geben dürfen, wenn der Stürmer gemäß einer Vorteilssituation weiterspielt, ob der Assistent überhaupt hätte eingreifen dürfen, ob wirklich eine klare Fehlentscheidung vorgelegen hätte. Auch die Kommunikation zwischen Stuttgarter Bank und den Unparteiischen wurde vor allem von Thomas Kessler moniert. Dabei gehört zur aller Wahrheit, dass der Verursacher des Elfmeters gar nicht erst in die Situation hätte kommen müssen. „Ich lege den Ball ein bisschen zu weit vor. Ich hätte ihn im ersten Kontakt einfach direkt wegschlagen müssen“, sagte Schwäbe.
Tatsächlich neigt der Kölner Keeper schon mal gerne dazu, das Spiel bei Rückpässen ein wenig zu verlangsamen. Meist ohne jegliche Gefahr. Dieses Mal ging es nicht gut. „Ich wollte das Spiel dann irgendwie flach wieder weiter eröffnen, um ihn rauszuspielen. Das war in dem Moment dann die falsche Entscheidung“, sagte der Keeper. Dabei war schon das Zuspiel von Sebastian Sebulonsen sicher nicht optimal. Insgesamt war der Kölner Torhüter eigentlich wieder ein starker Rückhalt. Schwäbe parierte unter anderem mit einem starken Reflex einen Fallrückzieher von Tiago Tomas und der Kölner Kapitän hielt zudem einen weiteren Versuch von Demirovic weltklasse. Allerdings stand der Stürmer bei der Aktion im Abseits. An dem 1:1 hatte Schwäbe dann aber ganz sicher seine Mitschuld. Schon gegen RB Leipzig erwischte der Keeper nicht seinen allerbesten Tag.
Die Heimspiele gegen den VfB Stuttgart bleiben für den FC ein schweres Unterfangen. Auch, wenn die Geißböcke ihre Sache phasenweise gut machten, entschied am Ende das Momentum dann aber doch für die Gäste. Der 1. FC Köln verliert gegen Stuttgart verdient, aber unglücklich.
Am Sonntagabend verlor der FC im eigenen Stadion gegen die Mannschaft von Sebastian Hoeneß. Besonders der gegebene Elfmeter sorgte für Diskussionen. Der FC spielte insgesamt solide, konnte die anfängliche Führung aber nicht behaupten: Der 1. FC Köln verliert gegen Stuttgart verdient, aber unglücklich.
1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart
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Lukas Kwasniok wollte sich zum Schiedsrichter nicht länger äußern. Zu der Szene, die am Abend wohl die meist diskutierte in Müngersdorf war, betonte der Kölner Trainer nur, dass er noch nie ein Freund des Video-Assistenten war und es wohl auch nicht mehr werden wird. Der Frust war bei den Kölnern groß. Der Frust über die Entscheidung der Unparteiischen, einen verspäteten Elfmeter zu geben. Das Foulspiel war unstrittig, Marvin Schwäbe hatte Ermedin Demirovic am Bein getroffen. Doch dieser war weitergelaufen, als habe ihn nichts berührt. Möglicherweise gab es eine Empfehlung der Stuttgarter Bank, auf jeden Fall gab es Elfmeter. Für Thomas Kessler war diese Entscheidung Spiel entscheidend. Ob sie das am Ende wirklich war, ist rein spekulativ. Zweifelsfrei hätten die Kölner mit einer Führung im Rücken aber sicherlich lieber weitergespielt.
Martel zunächst wieder in der Innenverteidigung
Doch zu diesem Zeitpunkt hatten die Kölner bereits den Faden ein wenig verloren. Der FC war stark in das Spiel gestartet, hatte früh die Führung durch Jakub Kaminski feiern dürfen und sich beinahe mit einem zweiten Treffer durch Ragnar Ache für die forsche Anfangsphase belohnt. „Wir hatten eigentlich unsere Chancen, wenn wir die besser nutzen, machen wir es ein bisschen enger“, sagte Marvin Schwäbe. Doch der FC nutzte diese Chance nicht und da der VfB sich immer besser zurecht fand, wurde tatsächlich die Luft für die Geißböcke dünner. Der Ausgleich durch Demirovic nach eben jener Entscheidung war zwar unglücklich, aber durchaus verdient.
Der Kölner Keeper trug eine Mitschuld, nahm diese aber auch einfach an. „Ich hätte den Ball im ersten Kontakt einfach direkt wegschlagen müssen“, sagte Schwäbe und gab zu, dass man den anschließenden Strafstoß nach Ansicht der Bilder auch geben müsse. So aber stand es 1:1 und der FC war plötzlich deutlich defensiver. „Wir wussten, dass wir auch Mal tiefer stehen müssen und verteidigen müssen. Ich finde, das hat unsere Mannschaft heute in weiten Strecken sehr sehr gut getan“, sagte Kessler. Das vielleicht auch, weil Lukas Kwasniok Eric Martel in die Innenverteidigung beorderte und Tom Krauß eine Spur offensiver ran durfte. Der Plan war wohl, dass die Defensive stabiler auflaufen würde als noch gegen Leipzig.
„Dann macht es Stuttgart gut“
Das gelang mindestens in Teilen, dennoch hatte der VfB durchaus Feldvorteile. „Dass wir die Stuttgarter jetzt nicht fußballerisch dominieren können, war klar. Da muss man dann auch ehrlich sein. Wir spielen dann auch nicht gut genug“, sagte der Kölner Coach. „Wir haben viel zu schnell den langen Ball gesucht und dadurch das Momentum nicht genutzt. Dann musst du sehr schnell sehr viel verteidigen.“ So kam der VfB phasenweise auf einen Ballbesitz von rund 60 Prozent. Die ganz großen Chancen blieben aber ebenfalls aus. „Dann verteidigst du gut, aber wenn du dann Ballgewinne hast, hast du den Ball dann wieder ein bisschen weggekickt“, sagte der Coach, der mit der Leistung insgesamt nicht gänzlich zufrieden war.
Der FC begann nach dem Wechsel forsch, wurde aber auch schnell wieder durch die individuelle Qualität des Gegners ausgebremst. Erst Mitte der zweiten Halbzeit wuchs der Kölner Druck ein wenig. „Da hatten wir mit dem Ball dann auch gute Passagen“, sagte Kwasniok. „Und genau in dem Moment, als wir das Gefühl hatten, das Stadion ist voll da, das geht vielleicht in unserer Richtung, macht es Stuttgart gut.“ Vor allem Angelo Stiller machte es mit einem Traum-Steckpass gut, setzte Josha Vagnoman ein, der wiederum locker vollendete – die Entscheidung. „Ich glaube, dass es eher ein Unentschieden-Spiel gewesen ist, aber man muss die Niederlage akzeptieren und am Freitag in Hoffenheim müssen wir gucken, dass wir ins Punkten kommen“, sagte Kwasniok. Denn das Polster des Saisonauftakts ist langsam aufgebraucht.
Der FC kassiert gegen Stuttgart die zweite Niederlage in Serie und das auch durchaus nicht gänzlich unverdient. Dabei machten es die Kölner phasenweise erneut ordentlich: Die Einzelkritik zum Spiel des 1. FC Köln gegen Stuttgart.
Geärgert wurde sich vor allem über den Elfmeter, die Niederlage ging aber insgesamt absolut in Ordnung. Die Einzelkritik zum Spiel des 1. FC Köln gegen Stuttgart.
1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart
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Stuttgart bleibt für den FC auch weiterhin eine schwere Aufgabe. Die Kölner unterliegen dem VfB unterm Strich wohl verdient, wenn auch ungücklich1:2. Dabei machten die Geißböcke phasenweise eine recht ordentliche Partie, schlugen sich recht gut. Die individuelle Qualität der Stuttgarter machte wohl neben dem strittigen Elfmeter den Unterschied.
Solide Leistung reicht nicht
Marvin Schwäbe
Wurde das erste Mal nach 15 Minuten von Tomas per Fallrückzieher geprüft. Wirkte zunächst sicherer als zuletzt in Leipzig. Dann aber mit einen haarsträubenden Aussetzer, als er zu lange den Ball hielt und Demirovic im Strafraum am Fuß traf und den Elfmeter verschuldete. Hatte in der zweiten Halbzeit bei einem Pfostentreffer Glück. Beim zweiten Gegentreffer machtlos.
Linton Maina
Ungewohntes Startelfdebüt des Flügelflitzers: Maina durfte von Beginn an sich hinten links bewähren. Seine Seite hielt der 26-Jährige meist dicht. Schaltete sich aber zu selten offensiv ein. In der zweiten Halbzeit kaum noch zu sehen. Durfte nach 63 Minuten für Huseinbasic Platz machen.
Timo Hübers
In der Defensive war Hübers wie die gesamte Dreierkette zunächst stabil. Im Passspiel wirkte der 29-Jährige etwas unsicherer als seine Nebenleute. Die Zweikampfquote konnte sich sehen lassen: 67 Prozent gewonnene Zweikämpfe.
Eric Martel
Rückte zu Beginn auf die Innenverteidigerposition und hielt zusammen mit Schmied und Hübers die Dreierkette. Machte seine Sache ordentlich. Beeindruckende Passquote von 100 Prozent. Wechselte dann mit Krauß die Position und spielte dann wieder auf der Doppelsechs. Insgesamt ein ordentlicher Auftritt des 23-Jährigen.
Joel Schmied
Schmied verteidigte stabil, vor allem in der Luft. Im Aufbauspiel etwas sicherer als sein Nebenmann Hübers. Holte sich in Halbzeit zwei bereits seine vierte gelbe Karte ab. Ging nach 85 Minuten runter.
Sebastian Sebulonsen
Hatte mit Führich in der Anfangsphase ein paar Probleme. Steigerte sich im Verlauf der ersten Halbzeit und hätte beinahe seinen ersten Saisontreffer erzielt. Im zweiten Abschnitt etwas offensiver unterwegs.
Offensiv konnte Johannesson in der ersten Halbzeit nicht viel beitragen. Dafür lief der Isländer im ersten Abschnitt die meisten Kilometer aller Feldspieler. Nach 63 Minuten war dann Schluss für ihn.
Tom Krauß
Krauß durfte neben Johannesson von Beginn an in der Zentrale ran. Räumte im Mittelfeld vieles ab. Wechselte mit Martel zur Pause die Position und rückte als Innenverteidiger die Dreierkette. Da dann nicht mehr so sicher. Verlor Vagnoman beim 1:2 aus den Augen.
Jakub Kaminski
Feierte schon nach vier Minuten sein 3. Saisontor, als er alleine vor Nübel eiskalt blieb. Mit seinen Tempo ein ständiger Unruheherd für die Stuttgarter Hintermannschaft. Belohnte sich fast mit seinen zweiten Treffer per Kopf nach einer Ecke. Spulte die meisten Kilometer mit 11,5 km aller Kölner ab. Bester Offensivspieler des Effzeh.
Jan Thielmann
War anfangs sehr giftig in den Zweikämpfen, konnte aber bis zur Halbzeitpause nur 13 Prozent seiner Zweikämpfe gewinnen. In der zweiten Hälfte mit etwas mehr Zug nach vorne und rannte viel, aber unglücklich bei vielen Entscheidungen. Nach 73 Minuten ausgewechselt.
Ragnar Ache
Ache feierte sein Starelfdebüt und feierte wettbewerbsübergreifend seine vierte Torvorlage in dieser jungen Saison. Belohnte sich fast selbst mit seinen ersten Pflichtspieltreffer, der allerdings kurz vor der Linie geklärt wurde. Gewann bis zur Halbzeit 67 Prozent seiner Zweikämpfe. Musste kurz nach der Pause nach einen Kopftreffer in der 63. Minute vom Feld.
Frischer Wind durch die Joker
Said El Mala
Kam in der 63. Minute für Ache in die Partie. Spielte wie zuletzt unbekümmert und hatte einige gute Offensivaktionen.
Denis Huseinbasic
Kam für Maina in der 63. Minute und spielte neben Martel auf der Doppelsechs. Fiel in seiner halben Stunde kaum auf.
Trotz einer unterm Strich ordentlichen Leistung hat der FC gegen Stuttgart verloren. Für Diskussionen sorgte vor allem der gegebene Elfmeter. Dementsprechend zeigten sich die Protagonisten nicht vollständig glücklich: Die Stimmen zum Spiel des 1. FC Köln gegen Stuttgart.
Der FC hat sein zweites Saisonspiel verloren, gegen den VfB Stuttgart gab es eine 1:2-Pleite für den 1. FC Köln: Eine entscheidende VAR-Entscheidung sorgt in Köln für mächtig Ärger.
Die Niederlage war unglücklich, sicherlich aber nicht unverdient. Dementsprechend enttäuscht war man auch bei den Geißböcken. Doch eine andere Szene führte zu deutlichen Worten beim 1. FC Köln: VAR-Entscheidung sorgt für Ärger.
Ermedin Demirovic trifft per Strastoß zum 1:1 (Foto: Lars Baron/GettyImages)
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Die Situation war alles andere als klar. Der Tritt von Marvin Schwäbe gegen Ermedin Demirovic war eindeutig, doch der Stürmer lief zunächst weiter, verlor dann den Ball im Zweikampf und dennoch gab es Elfmeter. „Ich sehe den Treffer ganz klar“, gab der Keeper zu. „Aber er läuft für mich erst weiter. Es ist eine schwierige Situation.“ Schwierig wurde die Situation, weil Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck sich die Szene nach einigen Minuten noch einmal anschaute, sehr lange anschaute und dann auf Elfmeter entschied. Zu diesem Zeitpunkt stand es 1:0 für den FC. Jakub Kaminski hatte die Geißböcke in Führung gebracht, Ragnar Ache hätte erhöhen können. Stuttgart fand anschließend besser ins Spiel. Nun aber fiel der Ausgleich eben durch Demirovic vom Punkt. Und das Spiel bekam sicherlich eine andere Wendung.
„Ich glaube, keiner im Stadion hat irgendwie eine Berührung gesehen“
„Am Ende trifft er ihn, ja. Am Ende läuft er aber auch weiter. Wenn er ihn trifft und er dann liegen bleibt, ist es für mich ein klarer Elfmeter“, sagte Tom Krauß. „So ist es für mich aber schwierig, weil er läuft halt einfach weiter und die Situation geht ebenfalls weiter.“ Ein paar Augenblicke. Dann griff der Video-Assistent Günter Perl ein und Jöllenbeck entschied doch auf Strafstoß. Und die beiden Unparteiischen regten Thomas Kessler zu ganz klaren Worten an. „Ich habe es mir jetzt ein paar Mal angeschaut, weil es in meinen Augen eine Spiel entscheidende Szene ist. Der Schiedsrichter ist glaube ich die ärmste Sau in dieser Situation. Ich glaube, keiner im Stadion hat irgendwie eine Berührung oder ein Foulspiel gesehen. Das Spiel lief dann auch noch weiter, der Spieler hat glaube ich die Berührung nicht einmal gemerkt“, sagte der Kölner Sportdirektor.
Tatsächlich beschwerte sich der gegnerische Stürmer noch nicht einmal nach dem Foulspiel. „Irgendwann wurde dann das Spiel unterbrochen und dann war auch noch keine Diskussion. Dann wurde heute der Kölner Keller von Deutz auf die Ersatzbank vom VfB Stuttgart gelegt. Ich hatte den Eindruck, in dem Moment, als der VfB dann die Zeit hatte, mal kurz aufs IPad zu gucken, hat irgendeiner in der Zeitlupe gesehen: ,Oh, da war doch was'“, sagte Kessler weiter. „Dann gab es einen riesen Tumult und in dem Moment war es in meinem Erachten so, dass dann nachgefragt wurde, ob da irgendwas war.“ Schiedsrichter Jöllenbeck schaute sich die Situation lange an, immer wieder. „Dass der Schiedsrichter, der – wie wir ja alle wissen – dann auch Herr des Hauses sein soll – für die Szene rausgeschickt wird, ist total unglücklich. Der muss auf Elfmeter entscheiden, wenn du dir das Standbild anschaust.“
„Das ist ein absolutes Rätsel“
„Aber ich glaube jeder, der diese Situation gesehen hat und der schonmal Fußball gespielt hat – und Günter Perl hat über 500 Mal auf hohem Niveau als Schiedsrichter auf dem Platz agiert – wie der sich auf diese Szene stürzen kann und den Schiedsrichter rausschicken kann, ist mir ein absolutes Rätsel“, so Kessler weiter. Kein Rätsel war allerdings der Kontakt von Schwäbe. Der war eindeutig. Schwäbe erklärte nach dem Spiel, er hätte den Ball früher wegschlagen müssen. „Natürlich nimmt Marvin den Ball nicht gut mit und es gibt auch eine Berührung. Wenn ich Schiedsrichter bin und das Standbild sehe, dann muss ich auch Elfmeter geben“, sagte Kessler. „Aber die Frage, die hier gestellt werden muss ist, warum wird auf dem Rücken des 1. FC Köln so eine Situation dann so bewertet und der Schiedsrichter wird dann rausgeschickt. Mich würde das sehr interessieren, ob so eine Situation auch so bewertet wird, wenn Bayern München gegen Borussia Dortmund spielt und es geht um die Deutsche Meisterschaft.“
Lukas Kwasniok wollte sich eigentlich nicht großartig äußern, gab dann doch noch ein Statement ab: „Den VAR gibt es seit sechs Jahren. Ich war nie ein Freund, ich bin kein Freund und werde es auch nie werden.“
Nach dem fulminanten Saisonauftakt ist der Motor der Geißböcke nun ins Stottern geraten. Der 1. FC Köln unterliegt dem VfB Stuttgart 1:2 und kassiert die zweite Saison-Niederlage in Serie. Dabei waren die Geißböcke früh in Führung gegangen.
Lukas Kwasniok hatte ein wildes Spiel für den Sonntagabend erwartet, er hat es bekommen, allerdings ohne Happy End. Der 1. FC Köln unterliegt dem VfB Stuttgart 1:2. Und das nach einem guten Start. Jakub Kaminski hatte die Geißböcke früh in Führung gebracht. Emedin Demirović glich noch vor der Pause aus. Nach dem Wechsel traf Josha Vagnoman für die Schwaben.
1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart
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Während der VfB Stuttgart auf ganzen sechs Positionen im Vergleich zum Duell gegen Celta Vigo unter der Woche wechselte, gab es bei Lukas Kwasniok zwei personelle Veränderungen. Zudem startete Tom Krauß auf der Sechs und Eric Martel rückte in die Innenverteidigung der Fünferkette. Linton Maina hatte es nach seinem guten Auftritt gegen Leipzig erstmals in der Liga in die Startelf geschafft, spielte auf der linken Außenbahn. Im Angriff startete wie erwartet Ragnar Ache zwischen Jakub Kaminski und Jan Thielmann für den verletzten Marius Bülter. Und die Stuttgarter hatten sich noch nicht richtig sortiert, da spielte Ache einen perfekten Ball in den Lauf von Kaminski, der von der linken Seite die Kugel ins lange Eck schob (3.). Keine zwei Minuten später schickte Krauß Ache, der war auch einen Schritt schneller als der herauseilende Alexander Nübel, aber Luca Jazquez krazte den Ball von der Linie (5.).
Erstaunlicher Elfmeterpfiff
Stuttgart schüttelte sich nach dem frühen Rückstand aber recht schnell und fand immer besser ins Spiel. Vor allem Chris Führich stellte Sebastian Sebulonsen zunächst vor einige Probleme. Und der VfB kam nun zu Möglichkeiten. Unter anderem scheiterte Tiago Tomás mit einem sehenswerten Fallrückzieher an Marvin Schwäbe (17.). Nur wenige Minuten später stand der Torhüter wieder im Mittelpunkt. Dieses Mal vertändelte der Keeper den Ball unnötig gegen Emedin Demirović und traf den Stürmer anschließend am Bein. Der Angreifer spielte zunächst weiter, bekam die Kugel dann abgenommen. Erstaunlicherweise schaute sich Schiedsrichter Matthias Jöllenbeck die Szene noch einmal an und entschied auf Elfmeter. Zwar hatte Schwäbe den Stürmer getroffen, doch dieser hatte erst munter weitergespielt. Demirović ließ sich die Chance nicht nehmen, verlud Schwäbe und glich aus (28.).
Der VfB war in dieser Phase die Spiel bestimmende Mannschaft, kam zu diesem auf rund 60 Prozent Ballbesitz, der FC setzte auf Konter. Beide mit ähnlichem Erfolg. So richtig gefährlich wurde es nur noch selten. Unter anderem nach einem Freistoß von Kaminski aus dem Halbfeld, den Jeff Chabot vor dem freien Ache ins Aus beförderte. Allerdings hatte Ache offenbar im Abseits gestanden (43). Kurz vor dem Seitenwechsel kam Sebastian Sebulonsen nach einer Ecke noch aus der Distanz zum Abschluss, der Flaschuss rauschte knapp am Pfosten vorbei (45.+2). Es ging mit dem 1:1 in die Kabine. Die Teams kamen unerändert aus der Kabine. Allerdings spielte Martel nun auf der Sechs, Krauß wurde in die Innenverteidigung zurückgezogen.
Kaminski verfehlt knapp
Der FC erarbeitete sich aber wieder mehr vom Spiel, suchte wieder öfter den Weg nach vorne. Und Kwasniok wechselte nach einer Stunde, brachte Said El Mala und Denis Huseinbasic. Doch auch Stuttgart spielte weiter mit und hätte in Führung gehen können. Doch Tomás traf aus spitzem Winkel nur den Kölner Außenpfosten (70.). Auf der anderen Seite verfehlte El Mala mit einem Schuss aus der Box doch deutlich (80.). Kwasniok brachte mit Florian Kainz und Kristoffer Lund noch einmal frische Kräfte für die Schlussviertelstunde. Der nächste Abschluss gehörte aber Maximilian Mittelstädt, der nach einem Freistoß doch deutlich verzog. El Mala war schon präziser, scheiterte mit einem Versuch von der Sechzehnergrenze an Nübel (78.). Vielleicht der Startschuss für die Schlussoffensive? Der FC erhöhte zumindest noch einmal kurzfristig den Druck. Unter anderem verfehlte Kaminski mit einer verlängertene Ecke mit dem Kopf seinen zweiten Treffer (79.).
Doch das Tor erzielte der VfB. Nach einem schönen Steckpass von Angelo Stiller war Josha Vagnoman durch und vollendete mit einem Tunnel zum 2:1 für Stuttgart (81.). Der FC mühte sich zwar, kam aber nicht mehr so richtig vor das gegnerische Gehäuse. Erst in der Schlussminute versuchten es noch einmal El Mala und der eingewechselte Luca Waldschmidt, ohne Erfolg. Es blieb am Ende beim 1:2. Am kommenden Freitag steht das Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim an.
Die Kölnerinnen hatten in der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals keine Mühe mit dem Duell beim klassentieferen VfR SW Warbeyen und setzten sich souverän mit 6:0 (3:0) durch. Die Frauen des 1. FC Köln erreichen das Pokal-Achtelfinale.
Die FC-Frauen haben ihre englische Woche mit dem zweiten Sieg in Folge beendet: Die Frauen des 1. FC Köln erreichen das Pokal-Achtelfinale.
Marina Hegering für den 1. FC Köln (Foto: Christof Koepsel/Getty Images)
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Kölns Trainerin Britta Carlson änderte ihre Start-Aufstellung im Vergleich zum 2:1-Bundesliga-Erfolg in Essen vier Tage zuvor auf drei Positionen. Laura Vogt und Laura Donhauser rückten auf die Bank, Sylwia Matysik fehlte komplett. In Essen war sie bereits angeschlagen zur Pause ausgewechselt worden. Dafür starteten Ella Touon, Martyna Wiankowska und Vanessa Leimenstoll in die erste Elf. Anders als vor einem Jahr, als der FC in der ersten Runde im Pokal-Derby in Mönchengladbach nach Elfmeterschießen ausschied, wurden die Kölnerinnen diesmal ihrer Favoriten-Rolle beim Zweitliga-Schlusslicht in Kleve von Anfang an gerecht. Schon nach drei Minuten war die Partie nach einem FC-Doppelschlag vorentschieden.
Torefest der Kölnerinnen
Zunächst traf Vanessa Leimenstoll zum 1:0 (2.). Nur wenige Augenblicke später köpfte Marina Hegering eine Ecke zum 2:0 ein (3.). Und die Kölner Kapitänin, etatmäßige Innenverteidigerin, avancierte zur Torjägerin, ließ noch vor der Pause ihren zweiten Treffer folgen. Hegering zog in den Strafraum und vollstrecke mit einem platzierten Schuss ins lange Eck zum 3:0. Zu diesem Zeitpunkt bereits überfällig (35.).
Nach der Pause baute der FC die Führung standesgemäß aus. Sandra Jessen setzte ihren Lauf dieser Woche nach den zwei Treffern in Essen fort und erhöhte per Doppelpack auf 5:0 (62./79.). Die für Jessen eingewechselte Lydia Andrade setzte den Schlusspunkt zum 6:0 (87.). Die Auslosung des Achtelfinals findet am kommenden Sonntag ab 16.30 Uhr statt bei der Sendung „Skylights: Die #SkySportShow“. Dietmar Hamann wird die Lose ziehen unter der Aufsicht des DFB-Sportdirektors Rudi Völler. Die Achtelfinals werden zwischen dem 15. und 17. November ausgetragen. Das Endspiel steigt am 14. Mai 2026 im Müngersdorfer Stadion.
Am Sonntagabend startet der FC ins fünfte Bundesligaspiel der Saison. Dabei trifft der Aufsteiger auf den Tabellenneunten der vergangenen Saison und steht vor keiner leichten Aufgabe: Alle Informationen gibt es im Liveticker zum Duell zwischen dem 1. FC Köln und dem VfB Stuttgart.
Nach dem durchaus gelungen Saisonstart treten die Kölner am Sonntagabend wieder zu einem Heimspiel an. Gegen den VfB wollen die Kölner nach der Niederlage gegen Leipzig erneut punkten. Alle Informationen gibt es im Liveticker zum Duell zwischen dem 1. FC Köln und dem VfB Stuttgart.
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Herzlich Willkommen zum Liveticker der Begegnung zwischen dem 1. FC Köln und dem VfB Stuttgart. Der FC empfängt die Mannschaft von Sebastian Hoeneß am Sonntagabend um 17:30 Uhr im RheinEnergieSTADION. FC-Trainer Lukas Kwasniok sieht den Gegner zwar als „brutal“ starkes Team, traut seinen Jungs allerdings einiges zu. Nicht im Kader stehen an diesem Spieltag neben den Langzeitverletzten Luca Kilian und Rav van den Berg auch Marius Bülter. Alle Informationen zum Duell gibt es hier im Liveticker.
Rund 6000 stimmberechtigte Mitglieder kamen am Samstag zur 77. Vollversammlung des 1. FC Köln zusammen und befassten sich in einer turbulenten Veranstaltung mit zukunftsweisenden Themen des Vereins. Vorstands-Neuwahl, Entlastungen und scharfe Attacken: So lief die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln.
Mehr als acht Stunden dauerte die Veranstaltung, doch wirklich langweilig wurde es nicht. Vorstands-Neuwahl, Entlastungen und scharfe Attacken: So lief die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln.
Schätzungsweise 6000 stimmberechtigte Mitglieder kamen gestern zur 77. Vollversammlung des 1. FC Köln
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Kaum hatte man auf der Mitgliederversammlung des 1. FC Köln das neue Präsidium aus Jörn Stobbe, Ulf Sobek und Jörg Alvermann verkündet, da stand auch schon Björn Häuser durch die RheinEnergie Arena: „So simmer all hierhin gekomme, spreche mer hück all die selbe Sproch“. Versöhnliche Stimmung kam auf, die nicht immer mit der Veranstaltung im Einklang stand, die sich am Samstag über bewegte acht Stunden hingezogen hat.
Scharfe Töne prägten die Mitgliederversammlung
Denn dort waren zwischenzeitlich alles andere als harmonische Klänge zu vernehmen. In einer Ansprache wurden die bestehenden Risse zwischen dem Mitgliederrat und dem abgelösten Vorstand noch einmal besonders deutlich. Fabian Schwab, der für das Kontrollgremium des Vereins sprach, teilte mit: „Der Vorstand hat uns den Jahresbericht nicht vorgelegt. Daher können wir keine Stellungnahme dazu abgeben.“ Der Vorsitzende des Mitgliederrates fügte hinzu: „Damit können wir nicht unserer satzungsgemäßen Aufgabe nachkommen. Ich muss sagen, dass es damit nur bedingt ein Jahres- und Rechenschaftsbericht war.“ Schwab fasste die Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Gremium als „schwierig, schleppend und wenig konstruktiv“ zusammen.
Die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln geriet einmal mehr zum hitzig diskutierten Forum. Angriffe in Wortbeiträgen durch Mitglieder richteten sich gegen den scheidenden Vorstand und wiederholt auch gegen Carsten Wettich. Mehrere Redner rechneten mit der bisherigen Führung ab, andere schlugen sich offen auf die Seite einzelner Wahlkampfteams. So schallte es Während eines Beitrags in Richtung des Vorstands: „Sie können sich Ihre Internationalisierungsstrategie in den Hintern stecken.“ Auch an anderer Stelle fielen drastische Worte. Ein Redner erklärte: „Herr Ganaus hat mehr für den FC gemacht als Sie, Herr Vorstand”, und erinnerte damit an den Regensburger Torschützen, dessen entscheidendes Tor anschließend zur Trennung von Trainer Gerhard Struber und Geschäftsführer Sport Christian Keller führte. Die Reden spiegelten den Zwiespalt des Abends wider: Einerseits gab es emotionale Loyalitätsbekundungen für die Kandidaten, andererseits einen harten Abgesang auf die abtretende Vereinsführung.
Ende gut, alles gut: Erfolgreiche Entlastung des Scheidenden Vorstandes
Für den scheidenden Vorstand des 1. FC Köln hatte die diesjährige Mitgliederversammlung einen anderen Ausgang als noch im Vorjahr. Während die verweigerte Entlastung damals hohe Wellen schlug, stimmten die Mitglieder diesmal geschlossen für einen versöhnlichen Abschluss von Werner Wolf und Eckhard Sauren. Bei der Abstimmung wurde Präsident Wolf mit 77 Prozent entlastet, Vizepräsident Sauren erhielt sogar 79,4 Prozent. Anders stellte sich die Lage für Carsten Wettich dar. Er kam lediglich auf 60,86 Prozent Zustimmung. Dieses Ergebnis wirkte wie ein Fingerzeig. Denn gerade im Fall Wettich deutete die knappe Entlastung bereits auf das hin, was viele Mitglieder als Höhepunkt des Abends erwarteten. Die Abstimmung trug somit Züge einer Vorahnung, bevor über die zukünftige Ausrichtung des Vereins entschieden wurde.
Drama um zahlreiche Wortmeldungen
Kurz vor der Abstimmung über das neue Präsidium stand die Mitgliederversammlung des 1. FC Köln kurz vor der Entgleisung. Noch einmal meldeten sich rund 50 Mitglieder zu Wort. Es herrschte also ein großes Mitteilungsbedürfnis unter den Anwesenden. Entsprechend empört reagierten einige, als sie ihr Rederecht eingeschränkt sahen, die Redezeit kurzerhand verkürzt wurde. Ein Mitglied brachte seinen Protest deutlich zum Ausdruck: „Wir müssen berücksichtigen, dass Demokratie Zeit braucht. Ich möchte darum bitten, dass alle Rednerinnen und Redner die Chance bekommen, sich zu äußern.“
Die Unruhe im Stadion erreichte wohl ihren Höhepunkt, als der ehemalige FC-Trainer Roland Koch in einem Pladoyer für das Team Adenauer die Redezeit überzog und nur nach mehrfacher eindringlicher Aufforderungen die Bühne verließ. So machte Michael Vesper gegenüber Koch deutlich: “Also bitte Roland Koch! das geht nach hinten los wenn man sich so verhält” und Werner Wolf ergänzte: “Wir haben Angst, dass uns die Veranstaltung entgleitet. Wenn wir das Recht, sich zu äußern, entziehen, dann ist das Ergebnis anfechtbar. Deswegen bitte ich um Disziplin.”
Werner Wolf überreicht das Zepter an Jörn Stobbe
Bei den Vorstandswahlen des 1. FC Köln setzte sich das Team Stobbe am Ende klar durch. Der Vertrauensentzug der Mitglieder blieb aus und fügte sich dem emotionsgeladenen Abschied von Werner Wolf an. Zum Abschluss seiner Rede fand Wolf bewegende Worte: „Die vergangenen sechs Jahre waren die intensivsten und prägendsten Zeiten meines Lebens. Ich wollte dem Verein etwas zurückgeben. Heute gebe ich mein Amt demütig und dankbar zurück.“ Unter lang anhaltendem Applaus verabschiedete er sich schließlich mit den Worten: „Ab jetzt bin ich einfach nur noch Fan. Vielen Dank für unvergessliche sechs Jahre.“
Seinen Platz an der Spitze des Vereins übernahm am gestrigen Abend das Team um Jörn Stobbe, das sich mit einem deutlichen Wahlergebnis durchsetzen konnte. Direkt nach dem Votum betonte das neue Präsidiumsmitglied: „Wir schauen morgen erst einmal auf die Mitglieder, auf die ganzen Unterstützer. Wir wollen auch die überzeugen, die uns nicht gewählt haben. Ich glaube schon, dass die Grenzen da ein bisschen vermischt sind. Wir haben eine riesige Chance, mit ihnen richtig etwas zu rocken“, sagte dieser im Anschluss.
Nach hitzigen Debatten, persönlichen Angriffen und zahlreichen emotionalen Wortmeldungen gelang es schließlich doch, den Vorstandswahlen ein versöhnliches Ende zu setzen. Die turbulente Versammlung mündete somit in einen Neuanfang, den viele Mitglieder als überfällige Chance begreifen.
Am 5. Spieltag der Fußball-Bundesliga empfängt der FC den VfB Stuttgart. Pünktlich zum Duell in Köln hat die Mannschaft von Sebastian Hoeneß in die Spur gefunden. Dementsprechend steht der FC wohl vor einer schweren Aufgabe. Das erwartet den 1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart.
Mit sieben Punkten aus vier Spielen ist der FC überraschend gut in die Saison gestartet. Nur gegen RB Leipzig mussten sich die Geißböcke geschlagen geben. Gegen den VfB will der FC nun wieder punkten, doch die Aufgabe ist keine leichte: Das erwartet den 1. FC Köln gegen den VfB Stuttgart.
Eric Martel im Duell gegen den VfB Stuttgart (Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images)
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Form: Nach einer positiven Vorbereitung, in der der VfB lediglich eine Niederlage einstecken musste, starteten die Schwaben mit einer 1:2-Niederlage im Supercup gegen den FC Bayern München in die Saison. Zu Beginn der Bundesliga gastierte Stuttgart bei Union Berlin. Gegen die Eisernen musste das Team von Trainer Sebastian Hoeneß erneut eine 1:2-Niederlage einstecken. Nach dem Weiterkommen im Elfmeterschießen bei Eintracht Braunschweig in der ersten Runde des DFB-Pokals gewann der VfB mit 1:0 gegen Borussia Mönchengladbach. Im Anschluss an die Länderspielpause verloren die Jungs aus Cannstatt nach einer Führung noch mit 1:3 beim SC Freiburg, bevor sie am vergangenen Spieltag den FC St. Pauli mit 2:0 schlugen. Unter der Woche startete der VfB in die Europa League. Hier gewann Stuttgart mit 2:1 gegen den spanischen Erstligisten Celta Vigo.
Dominant am Ball, aber laufschwach
Abschlussfreudig: In den ersten drei Spielen gaben die Profis vom VfB bereits 62 Torschüsse ab. Damit stehen die Schwaben in dieser Statistik gemeinsam mit RB Leipzig hinter dem FC Bayern München, der 104 Abschlüsse vorzuweisen hat, auf dem geteilten zweiten Platz.
Dominant mit Ball: Mit 58 Prozent Ballbesitz gehört der VfB in dieser Spielzeit zu den stärksten Teams. Gemeinsam mit dem FC Bayern haben die Jungs von Trainer Sebastian Hoeneß den zweitmeisten Ballbesitz der Liga. Nur Borussia Dortmund hatte in den ersten vier Spielen mit 60 Prozent noch mehr den Ball als Stuttgart.
Hereingaben: Stuttgart schlug in dieser Saison die drittmeisten Flanken. Mit 49 Hereingaben werden die Schwaben in dieser Statistik nur von Borussia Mönchengladbach, die 61 Flanken vorweisen, und Mainz 05 mit 72 Hereingaben überholt.
Laufschwach: Im Hinblick auf das Laufen ist Stuttgart aktuell das schlechteste Team der ganzen Liga. Mit lediglich 344,8 gelaufenen Kilometern, 394 Sprints sowie 1655 intensiven Läufen sind die Schwaben in allen drei Kategorien Schlusslicht. Zum Vergleich. Der FC lief in den ersten vier Spielen knapp 140 Kilometer mehr als die Stuttgarter.
Spannende Neuverpflichtungen: Mit den Abschieden von Enzo Millot und Nick Woltemade mussten die Stuttgarter die Abgänge von zwei Stammspielern hinnehmen. Allerdings brachten die Verkäufe der beiden dem VfB einen enormen Spielraum hinsichtlich potenzieller Neuzugänge. Nachdem die Schwaben mit Lorenz Assignon, Chema, Noah Darvich, Lazar Jovanovic und Tiago Tomas bereits einige spannende Spieler verpflichtet hatten, folgten mit Bilal El Khannnouss und Badredine Bouanani kurz vor Ende des Transferfensters zwei weitere Neuverpflichtungen, die schon zeigten, was in ihnen steckt. Nachdem El Khannouss bereits gegen den FC St. Pauli getroffen hatte, sorgten die beiden gegen Celta Vigo für den Sieg.
Taktische Formation
Formation: In den vergangenen drei Partien ließ Sebastian Hoeneß seine Mannschaft in einem 4-2-3-1-System auflaufen. Dabei waren Alexander Nübel im Tor sowie Maximilian Mittelstädt und Finn Jeltsch in der Viererkette gesetzt. Die zweite Innenverteidigerposition machten Ramon Hendriks und Jeff Chbot unter sich aus. Während Chabot in den vergangenen beiden Ligaspielen zum Einsatz gekommen war, begann Hendriks gegen Celta Vigo. Da Jeltsch aller Voraussicht nach gegen den FC ausfallen wird, dürften die beiden in Köln gemeinsam die Innenverteidigung bilden. Auf der Rechtsverteidigerposition liefern sich Josha Vagnoman und Lorenz Assignon ein enges Duell. Assignon stand gegen Vigo in der Startelf und spielte 90 Minuten durch. Im zentralen Mittelfeld liefern sich Angelo Stiller, Atakan Karazor und Chema sogar einen spannenden Dreikampf, bei dem Stiller jedoch im Normalfall gesetzt ist.
Während Karazor zu Saisonbeginn die Nase vorn hatte, erhielt Chema in den vergangenen zwei Spielen das Vertrauen von Hoeneß. In der Offensive ist Ermedin Demirovic als Stürmer gesetzt. Dahinter haben die beiden Neuzugänge Bouanani und El Khannouss sowie Jamie Leweling eindeutig den Status der Stammspieler. Die drei bringen enorme Geschwindigkeit sowie Kreativität ins Spiel des VfB. Bei Ballbesitz tritt der VfB dominant auf, ist sich aber auch nicht zu schade, mit schnellen Gegenstößen oder Flanken zu agieren. Besonders auffällig sind die offensiv ausgerichteten Außenverteidiger, die sich bei jedem Angriff einschalten. In der Defensive probieren die Schwaben, das Zentrum eng zu halten und auf den Außen immer wieder zu doppeln.
Das sagt der Trainer
Lukas Kwasniok über Stuttgart: „Sie versuchen mit ihrem Ballbesitzspiel, den Gegner zu dominieren. Du wirst leiden müssen. Du wirst verteidigen müssen. Sie haben durch die Neuzugänge gefühlt frischen Wind in die Gruppe bekommen. Die Jungs können nicht nur kicken, sondern auch marschieren. Wenn man sich Assignon und El Khannouss anschaut. Die können nicht nur Fußball spielen, sondern die marschieren, die malochen und arbeiten sehr mannorientiert gegen den Ball. Ich glaube, mit den Fans im Rücken kann es ein wildes Spiel werden, da beide Mannschaften nach vorn spielen wollen.
Mögliche Aufstellung von Stuttgart: Nübel – Vagnoman, Hendriks, Chabot, Mittelstädt – Karazor, Stiller – Bouanani, El Khannouss, Leweling – Demirovic
Ausfälle beim VfB: Justin Diehl (Rückstand nach muskulären Problemen), Finn Jeltsch (Muskelverletzung im Adduktorenbereich), Silas (nicht berücksichtigt), Leonidas Stergiou (Rückstand nach Syndesmoseverletzung) und Deniz Undav (Innenbandanriss im linken Knie).