Auf den FC wartet eine schwere Aufgabe – doch die Party soll auch in Leipzig weitergehen
Simon Bartsch
Aktuell ist der FC wohl das Überraschungsteam der Bundesliga. Doch die Saison ist noch jung und die bevorstehende Aufgabe wird denkbar schwer. Und doch fahren die Kölner mit breiter Brust nach Sachsen. So will der 1. FC Köln in Leipzig punkten.
Die Geißböcke sind überraschend gut in die Spielzeit gestartet, nach vier Pflichtspielen noch ungeschlagen, doch die kommende Aufgabe wird nicht leicht. So will der 1. FC Köln auch in Leipzig punkten und die junge Erfolgsgeschichte weiterschreiben.
Kristoffer Lund und Joel Schmied vom 1. FC Köln
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Es hat nicht lange gedauert und Lukas Kwasniok hat in Köln wieder ein Feuer entfacht – oder wie es in Köln so gerne heißt, die Euphorie entfacht. „Unsere Aufgabe ist es doch, die Menschen zu emotionalisieren und zu euphorisieren“, sagte der Trainer am Donnerstag und erklärte, dass das auch alles andere als schlecht sei. „Viel schlimmer wäre es doch, wenn man nach drei Niederlagen fragen müsste, wie man sie euphorisiert bekommt. Wir wissen das schon einzuordnen.“ Eingeordnet stehen auf dem Tableau aktuell sieben Punkte, die am Ende der Saison zum Klassenerhalt beitragen sollen und im besseren Fall zu einer ruhigen Spielzeit führen können. Man solle „eben nicht immer alles auf die Goldwaage legen“, sagt Kwasniok und freut sich über die Spur Selbstironie, die er in Köln gerade erlebt.
„Wir sind der Underdog“
Zu der genauen Einordnung gehört allerdings eben auch, dass es in Köln dann auch schnell in eine andere Richtung gehen kann. Und das würde Kwasniok dann doch gerne zu verhindern wissen. Am liebsten mit drei Punkten aus Leipzig. Doch die Aufgabe ist keine leichte. RBL hat zwar eine schwache Saison hinter sich, der Kaderwert von rund 350 Millionen Euro spricht eine deutliche Sprache. Alleine die Verpflichtung von Neuzugang Conrad Harder kommt in die Sphären der gesamten Kölner Transferausgaben in diesem Sommer.
Dementsprechend ist für Kwasniok auch die Rollenverteilung klar. „Wir sind der Underdog und in dieser Rolle fühlen wir uns sehr wohl“, sagt der Coach. „Ich habe schon das Gefühl, dass sie mit dem Abschluss der Transferphase, sehr klar in ihren Überlegungen sind. Sie sind eine sehr sehr intensive Mannschaft. Sie haben die meisten intensiven Läufe, die meisten Sprints hinter den Bayern. Und das gilt es dann erst einmal zu kontrollieren. Sie haben sich die RB-DNA wieder auf die Fahne geschrieben.“
Einige Spieler fallen für Leipzig aus
Laut dem Kölner Coach lasse sich das gerade an den vergangenen Spielen ablesen. „Da haben sie einfach sehr wenig zugelassen“, so Kwasniok. „Und dass sie darüber hinaus gute Fußballer in ihren Reihen haben, ist jetzt auch nicht so verwunderlich. Wenn du ein paar Mark in der Tasche hast, dann kannst du auf dem Markt auch investieren.“ Und mit diesem starken und breiten Kader muss das Team gleich mehrere Ausfälle kompensieren. Xaver Schlager, Benjamin Henrichs und Antonio Nusa fallen definitiv aus. Auch Lukas Klostermann und Amadou Haidara stehen wohl nicht zur Verfügung und auch Max Finkgräfe fehlt.
Der Kader ist dünn besetzt, daher wird Timo Werner wohl in die Mannschaft rutschen. Der Matchplan ist für den Trainer ein eindeutiger. „Unsere Aufgabe wird es sein, diese hohe Intensität mitgehen zu können. Sonst haben wir keine Chance“, sagt der Trainer. „Wir laufen viel, aber jetzt müssen wir noch einen Zahn drauflegen.“ Immerhin stehen dem Kölner Coach bis auf die beiden Langzeitverletzten Rav van den Berg und Luca Kilian alle Spieler zur Verfügung. Kwasniok wird also einmal mehr die Qual der Wahl haben. Doch das fällt eher in die Kategorie Luxuspoblem.
Interview: „Für mich war relativ schnell klar, dass mein Weg mit dem FC weitergeht“
Hendrik Broschart
Am Samstag steht für den Sechser der Geißböcke die Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte an. Mit come-on-fc.com blickt der 23-Jährige auf den Saisonstart zurück und spricht über seine Rückkehr nach Leipzig mit dem 1. FC Köln: Eric Martel im Interview.
Die Rolle, die der Mittelfeldspieler bei den Kölner übernimm, ist eine große. Für seine Leistungen wurde Eric Martel jüngst von Lothar Matthäus mit Joshua Kimmich verglichen. Mit come-on-fc spricht der 23-Jährige über das Lob und die Last-Minute-Qualitäten des 1. FC Köln: Eric Martel im Interview.
Eric Martel gibt beim 1. FC Köln den Ton an
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Das Gespräch führten Hendrik Broschart und Simon Bartsch
Herr Martel, mit ein paar Tagen Abstand: Fühlt sich der wilde Ritt in Wolfsburg wie ein Sieg an oder wäre vielleicht sogar mehr drin gewesen?
Wenn man sich das Spiel von Anfang an anschaut, kann man natürlich sagen, dass mehr drin gewesen wäre, weil wir in der Anfangsphase vielleicht das ein oder andere Tor hätten erzielen können. Dann führst du vielleicht schon das 2:0. Wir hatten sehr viele Pausen im Spiel, in denen kein richtiger Spielfluss entstehen konnte. Auch die Abseitssituation und das Foulspiel waren ärgerlich für uns. Wir haben erneut gezeigt, dass wir bis zum Schluss an uns glauben und auch spät noch Tore erzielen können. Das ist die Stärke einer Mannschaft, die zusammenhält. Wenn man so spät ein Tor macht, fühlt sich das auf jeden Fall eher nach Sieg als nach Unentschieden an.
In den vergangenen Spielzeiten waren späte Tore eher eine Qualität des von den Fans ungeliebten Nachbarn. Woher kommt diese plötzliche Stärke auf dieser Rheinseite?
Eric Martel: Unsere Einwechselspieler geben einen enormen Input. Man merkt einfach, dass die Mannschaft durch sie noch einen Energieschub bekommt. Dadurch schaffen wir es meiner Meinung nach, in den letzten Minuten noch einmal, einen Zahn zuzulegen und Tore zu erzielen.
„Es gibt auch keinen, der weniger als 100 Prozent gibt“
Die Mannschaft ist im Sommer wild durcheinandergewürfelt worden. Inklusive Said El Mala wurden zwölf Spieler integriert und doch macht das Team gerade nicht den Eindruck, als müsse es sich noch lange finden…
Eric Martel: Die Mannschaft wurde einfach sehr gut zusammengestellt. Die Spieler haben den richtigen Charakter und wollen Fußball spielen, wie es der Trainer vorgibt. Es gibt auch keinen, der weniger als 100 Prozent gibt. Deshalb hat es auch nicht lange gedauert, bis wir zueinander gefunden haben.
In der vergangenen Saison spielte oft die gleiche Elf und dann meist im gleichen taktischen System. Jetzt rotiert der Coach, zeigt sich flexibel in der Ausrichtung. Ist das nicht eigentlich eine große Umstellung? Immerhin gibt es auch harte Entscheidungen.
Eric Martel: Natürlich ist es eine gewisse Umstellung, aber bei uns ist das eigentlich kein großes Thema. Die Ergebnisse geben dem Trainer recht. Wir vertrauen ihm da zu 100 Prozent. Er stellt uns immer top auf das Spiel ein.
Die Ergebnisse sind in der Tat vielversprechend. Sieben Punkte aus drei Spielen. Hat Sie dieser Start überrascht?
Eric Martel: Es wäre gelogen, wenn ich behaupten würde, dass ich damit gerechnet hätte. Vor der Saison hätte ich das so sofort unterschrieben. Jetzt wissen wir alle, dass wir überraschen können. Das zeigen die Ergebnisse und die Spielweise. Aber letztendlich ist das bisher nur ein guter Start. Vor uns liegt noch ein ganz langer Weg. Natürlich ist es für die Mannschaft und unser Selbstvertrauen top, gleich sieben Punkte in drei Spielen zu holen. Trotzdem wissen wir genau, dass die Bundesliga qualitativ sehr hochwertig ist und man sich keine Schwäche erlauben darf. Wenn man nur ein bisschen lockerlässt, kann es ganz schnell wieder in die andere Richtung gehen.
Die ersten Experten sprechen schon von einer sorgenfreien Saison, vielleicht sogar vom FC als potenziellen Überraschungsteam. Neben Thomas Kessler hat auch Lukas Kwasniok einen ganz neuen Wind in das Team gebracht. Sie haben in den vergangenen Jahren schon viel in Köln miterlebt. Wie groß ist der Anteil des Trainers am aktuellen Erfolg?
Eric Martel: Lukas Kwasniok hat einen sehr hohen Anteil an der aktuellen Situation. Er stellt uns von Spiel zu Spiel immer wieder neu auf die Gegner ein. Man sieht auf dem Feld, was da an Input von ihm kommt und wie wir dann zusammen versuchen, gegen die Mannschaften zu spielen. Das funktioniert bisher ganz gut. Daher kann man schon sagen, dass das ein großer Verdienst des Trainers ist.
„Über seine Zukunft macht man sich ja immer Gedanken“
Der Coach hat ein sehr laufintensives Spiel implementiert. Ist das auch ein Grund, warum das mit der Mannschaft aktuell so ein perfekter Fit ist?
Eric Martel: Ich mag es, so intensiv zu spielen. Wir haben bewusst Spieler dazu verpflichtet, die diese Eigenschaften besitzen. So kannst du einfach viel Energie erzeugen. Jeder, der die Spiele zuletzt gesehen hat, der sieht, dass man mit einer hohen Intensität eine hohe Energie auslösen kann.
War dieser intensive Fußball denn auch Thema bei den ersten Gesprächen, die Sie mit Lukas Kwasniok im Sommer geführt haben.
Eric Martel: Natürlich war das ein wichtiger Punkt.
Als Sie im Trainingslager den Verbleib in Köln angekündigt haben, war das auf Ihre Art sehr sachlich. Es wirkte ein bisschen, wie im Vorbeigehen gedroppt. War es so eine einfache Entscheidung?
Eric Martel: Über seine Zukunft macht man sich ja immer Gedanken. Für mich war jedoch relativ schnell klar, dass mein Weg mit dem FC weitergeht.
Am Wochenende ploppten in türkischen Medien dennoch noch einmal Gerüchte über einen Blitz-Wechsel zu Besiktas auf. Vermutlich brodelte da mehr als gekocht wurde. Wie gehen Sie mit dieser Art des Transfer-Journalismus um? Ist da auch mal ein Schmunzeln dabei?
Eric Martel: Ich nehme das zwar wahr, aber letztendlich spielt das für mich keine Rolle. Ich habe klar gesagt, dass ich jetzt erstmal für den FC weiterspielen werde. Das ist jetzt einfach in meinem Kopf drin. Ich denke gar nicht ans Wechseln, sondern für mich steht die Entwicklung mit dem FC im Fokus. Und ja, mein voller Fokus liegt auf der Bundesliga.
Apropos Entwicklung: Thomas Kessler hat sich am Sonntag im „Doppelpass“ gewünscht, dass Sie und Michael Reschke doch mal einen Blick auf die aktuelle Entwicklung beim FC werfen könnten und es dann vielleicht ein wenig früher den nächsten Kaffee geben solle. Ist schon ein Termin vereinbart?
Eric Martel: Wie gesagt, ich will die Hinrunde abwarten, um zu sehen, wie sich das Ganze entwickelt. Der Start in die Saison war natürlich ein guter, erster Schritt. Aber wie gesagt: Das ist erst der Anfang. Die Hinrunde ist noch lang. Wir werden sehen, wie es sich weiterentwickelt. Es ist aber ein positiver Trend zu erkennen.
„Natürlich fühle ich mich geehrt“
Positiv ist auch Ihre Entwicklung in den vergangenen Jahren beim FC. Auf dem Platz sind Sie einer der absoluten Leader und Leistungsträger. Sie sind nicht in den Mannschaftsrat gewählt worden. Eine Enttäuschung oder braucht es dieses Amt nicht, um eine Leader-Rolle zu übernehmen?
Eric Martel: Wir haben einen von den neuen und einen von den Spielern in den Rat gewählt, die schon da waren – so hat die Mannschaft es entschieden. Für mich ist das überhaupt kein großes Thema. Das hat keine Auswirkung auf meine Herangehensweise im Spiel oder in der Kabine.
Jüngst hat Sie Lothar Matthäus mit Joshua Kimmich verglichen, Sie als „Kimmich des 1. FC Köln“ bezeichnet und als einen der besten Sechser der Bundesliga hervorgehoben. Solches Lob von ganz oben: Wie gehen Sie persönlich mit solchen Vergleichen und Wertschätzungen um?
Eric Martel: Natürlich fühle ich mich geehrt, wenn so große Namen über mich sprechen. Das nehme ich auf und das freut mich auch. Letztendlich heißt es für mich aber, dass ich es weiterhin bestätigen muss. Und so gehe ich meine Aufgaben auch an: Ich versuche einfach, gut zu spielen und zu performen.
Am Samstag wartet die nächste schwere Aufgabe. Es geht gegen Leipzig und damit auch gegen Ihren Ex-Verein. Gibt es noch Verbindungen? Wie sehen Sie die Entwicklung?
Eric Martel: Nicht direkt zum Verein, aber die Familie meiner Verlobten wohnt in Leipzig und einige enge Freunde von uns. Deswegen ist das für mich schon ein besonderes Spiel.
„Wir müssen uns also auf einen starken Gegner einstellen“
RB wird in dieser Saison sicherlich den Anspruch haben, wieder ganz oben mitzuspielen. Was erwartet euch am Samstag?
Eric Martel: Die Mannschaft verfügt über sehr hohes Tempo und über eine sehr hohe individuelle Qualität. Wir müssen uns also auf einen starken Gegner einstellen. Wir spielen auswärts in Leipzig. Wir wollen wie in den letzten Spielen mit 100 Prozent ins Spiel gehen, weil wir sonst Probleme bekommen werden.
Sie haben im Nachwuchs in Leipzig gespielt. Die Nachwuchsarbeit in Köln ist seit einigen Jahren ein Thema, das immer wieder hochkocht. Wie nehmen Sie den Kölner Nachwuchs wahr?
Eric Martel: Allein die Ergebnisse zeigen schon, was für eine gute Arbeit bei uns geleistet wird. Es kommen immer wieder Jungs zu uns hoch in den Profikader. Zuletzt gab es die Deutsche Meisterschaft. Es ist doch schön zu sehen, dass unsere jungen Burschen auch so einen guten Job machen. Das spricht für die Jugendarbeit des FC.
Sie gehören ebenfalls noch zu den jüngeren Akteuren im Kader, haben einige Pflichtspiele aber schon abgespult und übernehmen Verantwortung. Stehen Sie den jungen Spielern da mit Rat zur Seite oder kommen die Jungs gar nicht mehr mit ihren Fragen?
Eric Martel: Wie Sie schon sagen, bin ich selbst noch relativ jung (lacht). Ich versuche schon, als Vorbild voranzugehen. Für mich ist es das Wichtigste, kontinuierlich Leistung abzurufen, im Training immer am Limit zu sein und wenn ich die Einsatzzeit bekomme, diese dann auch zu nutzen. Man muss immer versuchen, sich weiterzuentwickeln und zu verbessern. Gerade als junger Spieler ist es wichtig, viel aufzusaugen – vor allem von den Profis, die viel Erfahrung haben.
In der Rolle scheinen Sie sich sehr wohlzufühlen. Ihre Leistungswerte sind immer top. Sie gehören zu einem der laufstärksten Spieler der Liga. Jetzt ist Laufen essenziell für den Fußball, aber unter den Spielern nicht immer der beliebteste Part. Wie ist es bei Ihnen?
Eric Martel: Das liegt schon ein wenig an meiner Genetik. Ich konnte schon immer gut laufen. Es war nicht so, dass ich mir das erarbeiten musste. Es gehört natürlich auch Disziplin dazu. Aber ehrlich gesagt, Joggen, in der Freizeit, das ist gar nichts für mich. Wenn es um den Ball geht, mache ich das sehr gerne, außerhalb vom Fußball eher nicht (lacht).
Bloß kein „Angsthasenfußball“ – der FC kämpft gleich gegen mehrere bittere Statistiken an
Simon Bartsch
Sieben Punkte aus drei Spielen sprechen eine beeindruckende Sprache. So wirklich war mit dem Auftakt der Geißböcke sicherlich nicht zu rechnen. Die Brust ist breit, doch der kommende Gegner hat es in sich für den 1. FC Köln: Der FC muss auch die Statistik durchbrechen.
So wirklich rund lief es zuletzt für den FC eher selten gegen Leipzig. Nun aber steht da ein ziemlich perfekter Start für den 1. FC Köln: Doch der FC muss bei den Sachsen auch die Statistik durchbrechen.
Florian Kainz im Duell gegen RB Leipzig
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Tom Krauß gab am Mittwoch nach dem Training die Marschroute für das Duell gegen seinen Ex-Club aus Leipzig vor. „Wir kommen schon mit einer Brust, wollen das auf dem Platz zeigen und keinen Angsthasen-Fußball spielen“, sagte der Defensiv-Allrounder. Nach sieben Zählern aus drei Partien und inklusive Pokal vier ungeschlagenen Spielen in Serie ist die breite Brust auch nicht sonderlich verwunderlich. „Wir gehen wie in Wolfsburg als Underdog in das Spiel rein. Diese Rolle haben wir gut angenommen“, so Krauß weiter.
Allerdings ist genauso die Sorge vor Angsthasen-Fußball gegen Leipzig auch nicht weit hergeholt. Denn die Statistik spricht ganz sicher nicht für die Geißböcke. Im Gegenteil. Nur eine der bisherigen sieben Begegnungen bei RB konnte der FC für sich entscheiden. 2018 sorgten Vincent Koziello und Leonardo Bittencourt für den 2:1-Erfolg bei den Sachsen. In der vergangenen Bundesliga-Spielzeit gab es bekanntlich zudem zwei dicke Packungen. In Leipzig kassierte Köln eine 0:6-Klatsche, beim Rückspiel in Köln gab es ein 1:5. Den Kölner Ehrentreffer erzielte damals Sargis Adamyan.
Mit breiter Brust nach Leipzig
Zudem zeigen sich die Sachsen in dieser Saison bislang wieder zurück in der Spur. RBL holte bereits sechs Zähler, hat sich von der derben Bayern-Klatsche zum Saisonauftakt erholt. Mit einem weiteren Erfolg würde Leipzig am FC vorbeiziehen. Und die Chancen auf Punkte stehen auch nicht schlecht. Denn Leipzig hat noch nie gegen einen Aufsteiger verloren. In 36 Begegnungen gab es 31 Siege und fünf Remis. Zudem erzielte Leipzig gegen keine andere Mannschaft im Schnitt so viele Tore (2,4 pro Begegnung). Der FC wird also ein dickes Brett zu bohren haben.
Und dennoch fahren die Kölner nach gutem Start mit breiter Brust nach Leipzig. „Das können wir zurzeit, egal wo wir hinfahren“, sagte Lukas Kwasnoik. „Das haben wir uns erarbeitet, das haben sich die Jungs erarbeitet. Und genau das will ich ja auch sehen. Wir treten mit breiter Brust auf, machen uns aber nicht breiter als wir sind.“ Immerhin hat mit Köln erstmals seit acht Jahren wieder ein Aufsteiger nach den ersten drei Spielen sieben Punkte eingefahren. Vor neun Jahren waren die Geißböcke ähnlich gut in die Spielzeit gestartet. Damals spielte der FC im September auch gegen Leipzig. Es gab ein 1:1 in Köln.
Im Sommer wechselte Max Finkgräfe vom FC Richtung Leipzig. Bei den Roten Bullen läuft es für den Linksverteidiger aber alles andere als rund. Der 21-Jährige wartet noch auf seine ersten Minuten. Aber: Max Finkgräfe wird auch gegen den 1. FC Köln nicht spielen.
Vier Pflichtspiele und noch keine Einsatzminute – seinen Wechsel zu RB Leipzig dürfte sich der Linksverteidiger komplett anders vorgestellt haben. Und nun die nächste bittere Nachricht: Max Finkgräfe wird auch gegen den 1. FC Köln nicht spielen.
Max Finkgräfe kommt bei RB Leipzig noch nicht zum Zug
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Die Entscheidung pro RB Leipzig sei ihm nicht schwer gefallen, erklärte Max Finkgräfe im Juli als sein Wechsel zum Club aus Sachsen bekannt gegeben wurde. „Die Verantwortlichen um Marcel Schäfer haben mir einen klaren Weg aufgezeigt, der mich total überzeugt. Ich freue mich sehr auf den Trainingsstart in der kommenden Woche, um dann gemeinsam mit David Raum – einem aktuellen deutschen Nationalspieler – die linke Außenbahn zu beackern“, sagte das Kölner Eigengewächs.
Nur liegen diese Bemühungen beim 21-Jährigen aktuell eher brach. Schon in der Vorbereitung deutete sich an, dass es der Linksverteidiger schwer haben könnte. Finkgräfe kam in den Testspielen zum Einsatz, im letzten aber für eine B-Elf, die gegen eine B-Elf aus Lens antrat, während sich am gleichen Tag auch die A-Teams gegenüberstanden.
Bislang noch keine Einsatzzeit
Und so verwundert es nicht so richtig, dass der 21-Jährige in dieser Spielzeit noch gar nicht zum Einsatz gekommen ist. Gegen den FC Bayern München und im Pokal gegen Sandhausen stand der gebürtige Gladbacher nicht im Kader, gegen Heidenheim und Mainz saß er 90 Minuten auf der Bank. Finkgräfe dürfte sich seinen Wechsel nach Leipzig sicherlich anders vorgestellt haben.
Denn die sportlichen Gründe für den Abgang lassen sich mit der aktuellen Situation sicherlich nicht erklären. Finkgräfe suchte eine neue Herausforderung und war dem Vernehmen nach alles andere als glücklich über seine Situation in der vergangenen Saison unter Gerhard Struber. So sehr, dass ein Verbleib selbst unter einem neuen Trainer offenbar ausgeschlossen war.
David Raum soll seinen Vertrag verlängern
Dabei hätte der Fußball von Lukas Kwasniok dem etwas offensiver ausgerichteten Finkgräfe vielleicht eher gelegen als dem mittlerweile ausgemusterten Leart Pacarada. Doch das Tischtuch war offenbar zerschnitten. „Max hat uns nach offenen Gesprächen klar signalisiert, dass er seinen Vertrag beim 1. FC Köln nicht verlängern möchte“, erklärte Sportdirektor Thomas Kessler damals. „Wir hätten uns gut vorstellen können, den Weg gemeinsam mit Max weiterzugehen.“
Nun gehen die Kölner auf der linken Außenbahn bekanntlich einen neuen, einen anderen Weg. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Kristoffer Lund, der sich bislang sehr gut schlägt. Finkgräfe muss sich nun dem Duell mit David Raum stellen. Der Youngster hat einen Vertrag bis 2030 unterschrieben, ihm könnte also die mittelfristige Zukunft gehören. Könnte, denn in Leipzig ist man sehr daran interessiert, den Vertrag mit David Raum langfristig zu verlängern.
Der Weg wird für den 21-Jährigen nicht leichter werden. Den Kölnern spülte der Transfer weitere Millionen in die Kassen, die offensichtlich sinnvoll eingesetzt wurden. Zudem soll der FC eine Weiterverkaufsgebühr kassieren, sollte Finkgräfe aus Leipzig weiterziehen. Am Samstagabend steht also das Spiel gegen seinen Ex-Club an. Das aber ohne den Linksverteidiger, der verletzt ausfallen wird.
Lukas Kwasniok nimmt einen FC-Profi besonders in die Pflicht: „Er ist noch nicht am Limit“
Simon Bartsch
Möglicherweise kommt es am Samstag nach der jüngsten Nicht-Nominierung zum Comeback beim 1. FC Köln: Denn Lukas Kwasniok nimmt Linton Maina in die Pflicht und erwartet offensichtlich eine Reaktion seines Offensivspielers.
In der vergangenen Woche stand er überraschend nicht im Kader, nun könnte es das schnelle Comeback geben beim 1. FC Köln: Aber Lukas Kwasniok nimmt Linton Maina noch einmal besonders in die Pflicht.
Lukas Kwasniok bei der PK des 1. FC Köln
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Die Überraschung war schon eine große als Linton Maina am vergangenen Freitag nicht in den Bus zum Zug Richtung Wolfsburg stieg. Der Offensivspieler war von Trainer Lukas Kwasniok für die Begegnung bei den Wölfen nicht nominiert worden. Gerade nach der vergangenen Spielzeit eine doch überraschende Entscheidung. Immerhin hatte Maina mit seinen zahlreichen Scorerpunkten großen Anteil am Aufstieg der Geißböcke, war einer der Leistungsträger und hatte wohl auch nicht ganz umsonst beim Aufstiegsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern seine Vertragsverlängerung unter dem Jubel der zig Tausend Fans bekannt gegeben. Die Ausbootung kam ein wenig aus dem Nichts, hatte aber durchaus mit der Leistung des Spielers zu tun.
Das „Herz am rechten Fleck“
„Ich behaupte, dass ich zu Linton ein super Verhältnis habe. Er ist ein ganz feiner Mensch, ein ganz feiner Junge“, sagte der Kölner Trainer am Donnerstag auf der Spieltags-Konferenz. „Ich bin mir recht sicher, dass er noch nicht an seinem absolut persönlichen Limit ist. Er war in der vergangenen Saison ein ganz wichtiger Faktor. Aber da haben wir auch in der zweiten Liga gespielt.“ Dass sich das Niveau und auch die Qualität im Kader verändert haben, haben auch andere Spieler in dieser Saison schon erfahren müssen. Nicht umsonst auch Leart Pacarada, der beispielsweise ausgemustert wurde. „Ich will das aller letzte Quäntchen aus ihm herausquetschen. Und dazu sind manchmal auch unpopuläre Maßnahmen vonnöten“, sagte Kwasniok. „Linton ist ein Mensch, der das Herz am recht Fleck hat. Ich werde den Teufel tun, ihn jetzt fallen zu lassen.“
Vielmehr wolle Kwasniok Maina ans Limit pushen. „Er wird nach einer guten Trainingswoche auch wieder höchstwahrscheinlich im Kader sein“, so der Trainer. „Bei mir ist es sicher nicht so, dass wenn du einmal draußen bist, dass das dann in Stein gemeißelt ist. Du hast immer die Chance, dich wieder reinzuarbeiten. Es wäre jetzt nicht so überraschend, wenn er vielleicht eine entscheidende Rolle am Samstag spielen könnte.“ Für den Offensivspieler wäre es die sechste Begegnung gegen Leipzig. Die bisherige Bilanz ist bei drei Niederlagen und zwei Remis nicht gerade optimal. Aber möglicherweise ändert sich die Bilanz mit einem Maina am Limit.
Der FC-Wahlcheck von COFC – Das sagen die Kandidaten zur aktiven Fanszene des 1. FC Köln
Hendrik Broschart
In zehn Tagen steht die wichtige Wahl bei den Geißböcken auf dem Plan. Die Mitglieder des 1. FC Köln wählen den neuen Vorstand. Um bei der Wahlentscheidung zu helfen, hat come-on-fc.com mit den Präsidentschaftskandidaten gesprochen. Wahl beim 1. FC Köln: So stehen die Teams zur aktiven Fanszene
Nur noch wenige Tage bis zur Vorstandswahl bei den Geißböcken. Die Mitglieder des 1. FC Köln wählen den neuen Vorstand und haben somit die Chance, die Zukunft mitzugestalten. Fakt ist, mit dem Wechsel in Präsidium soll sich einiges ändern beim 1. FC Köln: So stehen die Teams zur aktiven Fanszene
Sven-Georg Adenauer, Jörn Stobbe und Wilke Stroman im Faktencheck
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Für alle die, die nicht die Zeit für längere Wahlveranstaltungen haben, sich nicht auf Wahlprogramme fokussieren können oder wollen, werden wir in den kommenden Tagen einige Fragen, die den Fans auf der Seele brennen, von den Teams beantworten lassen. Dazu haben wir mit allen Präsidentschaftskandidaten gesprochen. Die Aufgabe: Beantwortet die wichtigsten Fan-Fragen in 20 Sekunden.
Selten hat eine Choreografie der Südkurve für so viel Aufsehen gesorgt wie beim letzten Rheinderby: Das Banner mit dem Messer-Motiv im Spiel gegen Fortuna Düsseldorf erhitzte nicht nur die Gemüter im Stadion, sondern rief auch NRW-Innenminister Herbert Reul auf den Plan. Brisantes Detail: Die FC-Verantwortlichen hatten die Aktion genehmigt – in der Hoffnung auf ein randalefreies Derby. Wie viel Gestaltungsraum sollten die Verantwortlichen gewähren? Wo ziehen sie die Grenze zur Provokation? Vor dem Hintergrund der anstehenden Vorstandswahl beim 1. FC Köln stellt sich zwangsläufig die Frage, wie sich die Kandidaten zur aktiven Fanszene positionieren werden.
„Also die aktive Fanszene ist natürlich wichtig, die bringt Stimmung ins Stadion, sorgt für tolle Atmosphäre. Aber sie darf im Verein keine Sonderrolle einnehmen. Sie muss sich auch den Regeln unterwerfen und sich genau an die Regeln halten, wie andere auch.“
Sven-Georg Adenauer (Team Adenauer)
„Die aktive Fanszene ist so wichtig für den FC, als Teil unserer großen, großen Familie. Und die aktive Fanszene ist so viel mehr als Stimmung, auch wirklich vereinspolitisch unheimlich aktiv, also ein ganz wichtiger Bestandteil.“
Jörn Stobbe (Team FC)
„Die aktive Fanszene ist ein unfassbar wichtiger Teil in unserem Verein. Ich glaube, wir sind alle unfassbar dankbar über die tollen Choreografien, die wir bekommen, sofern sie mit unseren Werten im Einklang stehen.“
Wilke Stroman (Next Level FC)
In den kommenden Tagen erscheint jeden Tag eine Kernfrage und die kurzen Antworten der Kandidaten zu dem jeweiligen Thema.
Sind die Neuzugänge der Schlüssel für mehr Treffsicherheit beim 1. FC Köln?
Simon Hense
In der vergangenen Saison war sie noch ein großes Problem, jetzt ist sie eine Stärke: Der FC hat in den ersten Spielen eine sehr gute Chancenverwertung. Das liegt vor allem an einem Faktor beim 1. FC Köln: Die Chancenverwertung ist besser dank der Transfers.
Bereits acht Tore erzielten die Kölner in den ersten drei Partien. Dabei zeigten sich die Angreifer ziemlich effizient für den 1. FC Köln: Die Chancenverwertung ist besser dank der Transfers.
Jakub Kaminski erzielte schon zwei Tore für den FC
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In der abgelaufenen Saison in der zweiten Liga sind die Fans des 1. FC Köln immer wieder ein bisschen an ihrer Mannschaft verzweifelt. Denn auch wenn sich der FC gerade in der Anfangsphase der Spielzeit einige Chancen herausspielte, vergaben die Profis diese einfach viel zu oft. So hätte Köln am Ende eigentlich deutlich mehr Treffer erzielen müssen, als sie es gemacht haben. Mit einer Chancenverwertung wie in der vergangenen Saison würden es die Geißböcke in der Bundesliga schwer haben. Aber nach den ersten drei Begegnungen lässt sich festhalten: Die Schwäche von vor einem Jahr hat sich in eine Stärke verwandelt. Aus 4,7 expected Goals erzielten die Kölner schon acht Tore.
Neuzugänge als wichtiger Faktor
Und das scheint vor allem an einem Faktor zu liegen. Denn sechs der acht Treffer gehen auf das Konto von Neuzugängen oder Spielern, die in der vergangenen Saison verliehen waren. So kommen Marius Bülter und Jakub Kaminski jeweils auf zwei Tore, Isak Johannesson und Said El Mala auf eines. Daran zeigt sich, dass es dem FC gelungen ist, die Qualität in der Offensive über Transfers deutlich zu erhöhen. Das ist besonders insofern bemerkenswert, dass mit Tim Lemperle und Damion Downs die beiden treffsichersten Spieler der abgelaufenen Saison den Verein im Sommer verlassen haben. Diese Abgänge scheint der FC nicht nur gut aufgefangen zu haben, er hat sie anscheinend durch Profis ersetzt, die über eine gewisse, wahrscheinlich sogar höhere Kaltschnäuzigkeit verfügen als Downs und Lemperle zumindest in der vergangenen Spielzeit.
Dabei ist der einzige klassische Mittelstürmer, den die Geißböcke verpflichtet haben, bisher noch nicht über die Rolle als Joker hinausgekommen. Denn bis jetzt hat Ragnar Ache, der seine Qualität als Vollstrecker in der zweiten Liga beim 1. FC Kaiserslautern unter Beweis gestellt hat, noch keinen Treffer erzielt. Aber der 27-Jährige hat schon mehrere wichtige Vorlagen in der Liga und im Pokal gegeben. Und bis der Angreifer soweit ist, dass er selber auch mehr in Abschlusspositionen kommt und vielleicht von Anfang an spielt, treffen halt die anderen Neuzugänge in der Offensive.
Lukas Kwasniok und der 1. FC Köln: Wie gut passt das emotional zusammen?
Simon Hense
Seit Anfang Juli betreut Lukas Kwasniok inzwischen seine Mannschaft beim FC. In der Zeit hat der Coach schon die eine oder andere Schlagzeile hervorgerufen. Wie gut passt Kwasniok nach etwa zwei Monaten zum 1. FC Köln?
Sieben Punkte nach drei Spielen, die 2. Runde des DFB-Pokals – natürlich gibt es immer mehr Befürworter des Coachs und immer weniger kritische Stimmen über die Art des Trainers: Wie gut passt Kwasniok nach etwa zwei Monaten zum 1. FC Köln?
Lukas Kwasniok coacht beim 1. FC Köln
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Es war wohl eine der Aktionen, die bis jetzt in seiner noch kurzen Amtszeit für am meisten Aufsehen gesorgt hat: Beim ersten Bundesligaspiel der Saison trug Lukas Kwasniok das Heimtrikot des 1. FC Köln. Damit sorgte der Coach für ein gewaltiges Echo. Viele FC-Fans feierten die Aktion ihres neuen Trainers und sahen es als ein Bekenntnis, dass er sich in seiner Zeit in der Domstadt komplett mit dem Verein identifiziert. Genau das betonte Kwasniok auch selber immer wieder, zuletzt in einem Interview mit der Sport Bild: „Ich lasse mich voll auf den FC ein. Es ist eine besondere Verbindung in einem guten Moment.“ In der vergangenen Spielzeit gab es bekanntlich einige Kritiker, die das Gefühl hatten, Gerhard Struber würde genau das eben nicht tun. Auch bei Timo Schultz schien das Verhältnis zu Köln ein angespanntes.
Risiko für Zündstoff
Doch auch bei Kwasniok gab es in den sozialen Medien ein paar Misstöne. So kursierte hier und da der Vorwurf des Anbiederns. Der Trainer würde das Trikot nur anziehen, um sich bei den Fans beliebt zu machen. Es gibt aber deutlich mehr Anhänger, die gerade die Authentizität und Bodenständigkeit des neuen Trainers mögen. Bei ihnen kommt gut an, wie Kwasniok Dinge offen anspricht und sich aus ihrer Sicht nicht verstellt. „Man darf nicht immer alles auf die Goldwaage legen. Die Kölner singen gern, aber sie lachen auch gern und bringen dabei eine gehörige Portion Selbstironie zum Ausdruck“, sagte Kwasniok in einem Interview der „Welt am Sonntag“ bezogen auf die Fans, die bereits Europapokal-Lieder anstimmten. Der Trainer hat verstanden, wie er die Fans auf seine Seite bringt, vielleicht sogar wie Köln tickt. „Hier genießt man den Moment, aber niemand wird sich darauf ausruhen.“
Kwasniok fordert Leistung, Intensität und Willen und ist damit Sprachrohr der Anhänger. Zudem lässt er sich auf die Fans ein, spricht nach dem Training mit ihnen, nimmt sich Zeit. „Ich mag es nicht, wenn die Menschen das Gefühl haben, ich arbeite hier einfach nur einen Job ab“, sagt Kwasniok. Mit dieser Art erinnert er an die Anfangszeit von Steffen Baumgart, den viele Fans damals als einen von ihnen ausgemacht hatten. Es scheint ein gutes Match zu sein, auch wenn es für andere Fans offenbar ein wenig „to much“ wirkt. So eckte Kwasniok direkt zu Beginn nach dem zweiten Testspiel mit seiner Aussage an, dass es bei manchen Spielern noch nicht oder nicht mehr für die Bundesliga reicht. Doch gerade das bisherige Auftreten der Mannschaft lässt die Kritiker zunehmend verstummen. Sieben Zähler aus drei Spielen, gegen Mannschaften, die sich durchaus mehr versprochen haben, sind eine eindeutige Sprache.
Wie wird Kwasniok mit Gegenwind umgehen?
Und mit jedem Erfolg und jeder guten Leistung wird das Hadern weniger. Es dürfte durchaus spannend werden, wie der Trainer sich nach außen gibt und dann auch wahrgenommen wird, wenn es beim FC in dieser Saison mal nicht so gut laufen sollte. In Paderborn hatte der Coach mit öffentlichen Aussagen ein paar Mal für ganz schön Wirbel gesorgt. Etwa im Dezember 2024, als er seinen Spielern mangelnde Qualität attestierte und „Kracher“ als Neuzugänge forderte. Das löste selbst im vergleichsweise ruhigen Paderborn viel Unruhe aus. Wenn Kwasniok solche Aussagen in Köln treffen sollte, könnte das in dem noch größeren und emotionaleren Umfeld ganz schön für Zündstoff sorgen. Denn in seinem Auftreten mäßigen oder mit seinem Aussagen zurückhalten wird sich Kwasniok bestimmt auch weiterhin nicht. Und vermutlich auch weiter im Trikot am Spielfeldrand stehen. Egal, was die Kritiker sagen.
Marius Bülter wird Spieler des Monats August beim 1. FC Köln
Redaktion
Im August startete der FC in die neue Spielzeit. Mit der neuen Saison startet auch eine besondere Abstimmung wieder beim 1. FC Köln: Marius Bülter wird Spieler des Monats August.
Ein Neuzugang hat sich im August ganz besonders in den Vordergrund gespielt beim 1. FC Köln: Marius Bülter wird Spieler des Monats August.
Marius Bülter jubelt nach seinem Treffer gegen Mainz (Foto: Alex Grimm/Getty Images)
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Den Saisonstart hätten sich die Geißböcke vielleicht weniger nervenaufreibend vorstellen können, aber wohl kaum viel erfolgreicher. Denn mit sieben Punkten aus drei Ligaspielen und dem – wenn auch knappen – Erreichen der zweiten Runde des DFB-Pokals, hat Trainer Lukas Kwasniok mit seiner Mannschaft das doch schwere Auftaktprogramm gut begonnen. Zusammen mit elf Neuverpflichtungen und Leih-Rückkehrer Said El Mala gab es auch bereits einige Lichtblicke auf dem Platz. So überzeugte Youngster El Mala bisher zwar nur als Joker, dafür heizte der 19-Jährige der Mannschaft aber jeweils ordentliche ein und brachte nochmal neuen Schwung in die Schlussphasen der Partien.
60 Prozent der Stimmen gehen an den Gewinner
Doch nicht nur El Mala ist ein neues Gesicht beim 1. FC Köln, das für Schlagzeilen sorgt. Auch Neuzugang Jakub Kaminski gehörte die Aufmerksamkeit der Fans, der Medien und das Lob des Trainers. Denn der gebürtige Pole lieferte bisher gleich zweimal in der Bundesliga ab und traf den gegnerischen Kasten. Im Duell gegen den VfL Wolfsburg am vergangenen Wochenende sicherte er den Kölnern mit seinem Treffer in der 14. Minute der Nachspielzeit einen Punkt und stellte den zuvor von Marius Bülter gehaltenen Rekord des spätesten Liga-Tors ein. Dieser hatte im Mai 2023 beim Auswärtsspiel des FC Schalke 04 in der 12. Minute der Nachspielzeit den 3:2-Siegtreffer erzielt.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass Kaminski (22 Prozent) und El Mala (13 Prozent) bei der Wahl des Spielers für den Monat August des 1. FC Köln die Plätze zwei und drei belegen. Platz eins geht an den ehemaligen Rekordhalter Bülter. Dieser traf bereits zwei Mal für den FC, sammelte zusätzlich jedoch noch zwei Scorerpunkte durch seine Vorlagen im Duell gegen den SC Freiburg. Die Treffer erzielte der 32-Jährige in den Begegnungen gegen Mainz und Freiburg. Gegen die Mainzer traf Bülter auch das erste Mal in der Bundesliga. Mit einem großen Vorsprung und 60 Prozent der Stimmen geht der Titel des FC-Spielers des Monats August an den Stürmer.
Und das zu recht. Denn Bülter beweist bisher eine hohe Effizienz. Vor dem Duell gegen Wolfsburg am vergangenen Wochenende, bei dem Schiedsrichter Bastian Dankert das Tor des 1,88 Meter großen Angreifers wegen eines zuvor verübten Fouls von Joel Schmied nicht gelten ließ, war jeder Torschuss ein Treffer. Grund genug, den Preis der FC-Fans verliehen zu bekommen.
Kujovic erneut der Matchwinner: U21 dreht Derby gegen Gladbach in Überzahl
Daniel Mertens
Die U21 antwortet auf den Negativ-Trend vor Monatsfrist mit einer Siegesserie: Das 2:1 (0:1) gegen Borussia Mönchengladbachs U23 war bereits der dritte Regionalliga-Erfolg in Serie für die FC-Talente. Die U21 des 1. FC Köln gewinnt im Derby gegen Gladbach.
Beim Derby-Sieg profitierten die Kölner auch von einer 40-minütigen Überzahl. Der Matchwinner war wie schon am Samstag in Bochum Emin Kujovic. Die U21 des 1. FC Köln gewinnt im Derby gegen Gladbach.
Emin Kujovic von der U21 des 1. FC Köln
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Kölns Trainer Evangelos Sbonias änderte seine Startelf im Vergleich zum 1:0-Erfolg in Bochum vier Tage zuvor nur auf einer Position: Neo Telle ersetzte Yannick Mausehund in der Innenverteidigung. Die Haupttribüne des Franz-Kremer-Stadions war trotz der vermeintlich unattraktiven Anstoßzeit am späten Mittwochmittag gut gefüllt. Unter den 700 Zuschauern befand sich mit Boris Schommers auch ein bekannter Ex-Trainer des 1. FC Köln, der jahrelang im NLZ am Geißbockheim tätig war und von vielen alten Weggefährten herzlich begrüßt wurde. Die Gäste vom Niederrhein erwischten den besseren Start in das Derby der Zweitvertretungen. Die beste Chance hatte jedoch zunächst der FC, doch Malek El Malas Schuss war zu ungefährlich (8.). Auf der Gegenseite parierte Luis Hauer aus kurzer Distanz und spitzem Winkel stark gegen Kilian Sauck, nachdem dieser Etienne Borie abgeschüttelt hatte (9.).
Sargis Adamyan setzt ersten Akzent
Nicht ganz unverdient fiel der Mönchengladbacher Führungstreffer: Yannik Dasbach flankte den Ball von der rechten Kölner Abwehrseite in den Strafraum und im Rücken Neo Telles stieg Jan Urbich am höchsten und köpfte vom Fünfmeterraum aus zum 0:1 ein (22.). Das Tor schien jedoch ein Weckruf gewesen zu sein, doch Malek El Mala vergab die Chance zum schnellen Ausgleich: Nach einem Zuspiel Safyan Toures brachte der Stürmer das Kunststück fertig, den Ball innerhalb des Fünfers freistehend neben das Tor zu schießen (25.). Ein scharfer Flachschuss von Borie wurde noch abgefälscht und strich knapp unten am langen Eck vorbei (35.). Auch ein Freistoß von Emin Kujovic verfehlte das Tor nur um wenige Zentimeter (41.).
Direkt nach der Pause setzte der bis dahin blasse Sargis Adamyan den ersten Akzent. Der Kopfball am ersten Pfosten nach einer Flanke von Marvin Ajani war jedoch kein Problem für den Gäste-Torwart Maximilian Neutgens (48.). Bei einem hohen Kölner Zuspiel in die Spitze wollte Michel Lieder den Ball mit ausgestrecktem Fuß annehmen, traf dabei jedoch den anstürmenden Kölner Safyan Toure zwar unabsichtlich, aber deutlich. Der Schiedsrichter Lukas Dahmann zeigte dem Mönchengladbacher ohne zu zögern die rote Karte (55.). Die Kölner nutzten die Überzahl direkt aus: Neutgens wehrte eine scharfe Hereingabe von Marvin Ajani genau vor die Füße Etienne Bories ab. Der ließ sich die Chance nicht nehmen und schoss trocken zum 1:1 ein (59.).
Entscheidung durch Emin Kujovic
Die FC-Talente drückten dem Spiel in der Folgezeit ihren Stempel auf, kamen aber zu keinen gefährlichen Torchancen. Stattdessen hatten die Gäste eine gute Gelegenheit, doch Urbichs Freistoß von der Strafraumgrenze verfehlte das Kölner Tor um Haaresbreite (73.). Die Entscheidung gelang, wie schon am vergangenen Samstag in Bochum, wieder Emin Kujovic: Der Mittelfeldspieler trat eine Ecke von der linken Seite, die an den zweiten Innenpfosten klatschte und von dort ins Tor sprang zum 2:1 (79.). Für die U21 geht es am Samstag (14 Uhr) bei Rot-Weiß Oberhausen weiter.
1. FC Köln U21: Hauer – Ajani, Dabrowski, Telle (77. Mausehund), Özkan (88. Neumann) – Kujovic, Harchaoui (85. Zimmermann) – Borie, Adamyan, Toure (77. Kristal) – M. El Mala (46. Yacobi). Tore: 0:1 Urbich (22.), 1:1 Borie (59.), 2:1 Kujovic (79.). Zuschauer: 700. Besonderes Vorkommnis: Rote Karte gegen Lieder (BMG/55.).