Lukas Kwasniok entschied sich am Freitagabend gegen den Einsatz von Nachwuchskräften. Der Coach setzte Jakub Kaminski als Defensivspieler ein. Dadurch ging aber Offensivkraft verloren beim 1. FC Köln: Lukas Kwasniok setzt auf Jakub Kaminski statt auf den Nachwuchs.
Im Duell gegen den FC Augsburg setzte Lukas Kwasniok auf die Defensivkünste von Jakub Kaminski und entschied sich gegen einen seiner Nachwuchskräfte.
Lukas Kwansiok vor dem Spiel gegen den FC Augsburg (Foto: Sebastian Widmann/GettyImages)
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Lukas Kwasniok wollte sich in der vergangenen Woche nicht festlegen. Der Trainer der Geißböcke hielt einen Einsatz von Cenny Neuman oder einen von David Fürst gegen den FC Augsburg für durchaus denkbar. Bereits am Donnerstag fiel die erste Entscheidung. Fürst reiste gar nicht erst mit in die Fuggerstadt. Neumann stand zwar im Kader, kam aber noch nicht zu seinem Debüt. Für den 19-Jährigen war es die zweite Kader-Nominierung, doch zu einem Einsatz reichte es nicht. Noch nicht. Denn die beiden FC-Youngster könnten in den Überlegungen des Kölner Trainers künftig vielleicht eine größere Rolle spielen. Nach den Ausfällen von Sebastian Sebulonsen und Jan Thielmann fehlen den Geißböcken die etatmäßigen rechten Schienenspielern.
Puzzle statt Nachwuchskraft
Sollte Alessio Castro-Montes in der kommenden Woche noch nicht zur Verfügung stehen, wären die beiden Nachwuchsspieler sicher wieder eine Option. Auch unmittelbar vor dem Spiel gegen den FCA hatte der Kölner Coach betont, dass sie schon bald ihre Chance erhalten könnten, wenn auch nicht unbedingt von Beginn an. „Wir haben es am Mittwoch auch so trainiert, aber ich hatte noch nicht das Gefühl, dass sie am Freitagabend von Beginn an ihren Mann stehen könnten. Da hätte ich sie überfordert und ihnen keinen Gefallen getan“, sagte der Coach. Und so zog Kwasniok den beiden Talenten ein weiteres Puzzle vor. Und der 44-Jährige darf sich durchaus die Frage gefallen lassen, ob die Teile denn auch wirklich gut ineinander gepasst haben. So schob Kwasniok einmal mehr Jakub Kaminski auf die rechte Defensivseite zurück. Eine Rolle, die der Pole durchaus spielen kann. Kaminski lieferte auf der rechten Schiene erneut eine ordentliche Leistung ab. Mehr aber auch nicht.
In der Offensive ist der 23-Jährige aber durchaus gefährlicher. Das bewies Kaminski im Duell gegen die TSG Hoffenheim, wo der Pole einmal mehr zu den starken Kölnern gehörte, an fünf Torschüssen beteiligt war und den Ausgleich von Said El Mala sogar vorbereitete. Gerade in der Hinrunde zeigte Kaminski, wie wichtig er für den FC in dieser Rolle ist. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass dem FC spielerisch gegen die Augsburger so gut wie gar nichts einfiel. Kaminski gehört zu den Akteuren, die vom schnellen Umschaltspiel der Kölner profitieren. Zu diesen Momenten kam es im Grunde nicht, weil der FCA die Geißböcke (nach druckvoller Anfangsphase) anlaufen ließ, um genau diese Situationen zu unterbinden. Ob Kaminski dem Spiel also ein anderes Element verliehen hätte, darf zumindest hinterfragt werden.
Zudem ist der Sprung für die Nachwuchskräfte in den Profibereich nach wie vor ein großer. Es wird für den Kölner Trainer also ein Abwägen bleiben, ob der Nachwuchs wirklich schon bereit für mehr ist und Kwasniok auf Kaminski in vorderster Front weiterhin verzichten kann. Die Begegnung gegen den BVB spricht jedenfalls wieder für Umschaltmomente, allerdings auch für schnelle gegnerische Außenspieler.
Eigentlich sollte er für ein spielerisches Element in der Kölner Offensive sorgen. Doch so wirklich wollte das nicht gelingen beim Auswärtsspiel des 1. FC Köln: Luca Waldschmidt findet auch gegen den FC Augsburg nicht zur Form.
Seit Mitte Dezember stand Luca Waldschmidt gegen Augsburg mal wieder in der Anfangsformation. Allerdings wollte es bei dem Offensivspieler nicht rund laufen.
Luca Waldschmidt kam gegen Augsburg nicht so recht in Fahrt
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Es war in etwa eine Stunde gespielt als Luca Waldschmidt sich ein Herz nahm und aus gut 20 Metern einfach mal abschloss. Der Schuss wurde nicht so wirklich gefährlich, Waldschmidt kam auf einen gesamten xGoals-Wert von 0,05, vor allem aber war es der erste Versuch des Siegeners. Der Offensiv-Arbeitsbeweis las sich mit einem Abschluss, einer Vorarbeit sowie neun Pässen und 25 Ballkontakten. Wäre der 29-Jährige wie in den vergangenen Wochen als Joker eingewechselt worden, die Bilanz wäre insgesamt eine ordentliche gewesen. Nur stand Waldschmidt erstmals seit Dezember wieder in der Anfangsformation. Zuletzt hatte es für den ehemaligen Nationalspieler nur noch zum Edeljoker gereicht. In diesem Jahr stand Waldschmidt nie länger als 25 Minuten auf dem Platz, meist deutlich weniger.
Erneut eine eher schwache Leistung
Noch vor der Saison hatte Waldschmidt den Wunsch auf mehr Spielzeit geäußert, ihn gewisser Weise mit seiner Zukunft in Köln verbunden. Doch die ganz starken Bewerbungsunterlagen für mehr hat der Offensivspieler nicht abgegeben. Waldschmidt erwischte wieder einmal ein eher schwaches Spiel. Dem ehemaligen Nationalspieler fehlt die Konstanz. Dabei war die Idee seiner Aufstellung vermutlich, ein spielerisches Element zu bringen. Denn Augsburg stand bekanntlich tief, der FC brauchte spielerische Mittel und fand diese nicht. Dabei spulte der 29-Jährige wieder ordentlich Kilometer ab. Bis zu seiner Auswechslung nach gut 65 Minuten war Waldschmidt wieder am meisten von allen Spielern unterwegs, nicht das erste Mal in dieser Spielzeit. Und doch war der Ertrag eher ein mäßiger.
“Wir wissen, dass wir nicht mit Fußball glänzen müssen, sondern mit anderen Tugenden. Da mache ich mir aber keine Sorgen bei uns. Es hapert nie am Einsatz oder der Mentalität“, sagte Waldschmidt. „Wir müssen eng zusammenhalten und hart arbeiten, um da gemeinsam wieder Siege zu haben, ein gutes Gefühl zu bekommen und zu wissen, dass wir auch wieder gewinnen können.“ Ob der 29-Jährige gegen Dortmund dabei von Beginn an mithelfen kann, wird sich zeigen müssen.
Die Deutsche Fußball-Liga stimmt bei ihrer nächsten Mitglieder-Versammlung am Dienstag über die Einführung einer neuen U21-Liga zur Saison 2026/27 ab. Die Teilnahme daran soll für die 36 Vereine freiwillig sein und die Durchlässigkeit der Talente in den Profi-Fußball erhöhen. Das könnte auch beim 1. FC Köln der Fall sein: Lukas Berg spricht im Interview über die mögliche Einführung der U21-Liga und die FC-Bedeutung.
Lukas Berg, technischer Direktor beim 1. FC Köln, sprach im Interview mit come-on-fc.com über die Gedanken, die sich der FC zur möglichen U21-Liga macht und äußerte seine Wünsche zur Verbesserung der Talent-Förderung.
Lukas Berg vom 1. FC Köln
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Das Gespräch führte Daniel Mertens für come-on-fc.com
Herr Berg, wie stehen Sie und der 1. FC Köln zu den Planspielen rund um die Einführung einer neuen U21-Liga?
Lukas Berg: Wir begrüßen es, dass man sich im gesamten Land Gedanken darüber macht, wie wir den Übergang von Spielern aus dem Nachwuchs- in den Profifußball meistern. Wenn ich für uns hier am Geißbockheim spreche, investieren wir bereits unheimlich viel auf und neben dem Platz in der Akademie – insbesondere im Übergangsbereich – um das zu schaffen. Das ist an anderen Standorten auch so, weil es eine Lizenzierungsvorgabe ist. Aber wie viele selbst ausgebildete Talente schaffen wirklich den Sprung in die Profiligen? Im europäischen Vergleich sind das gemessen an dem Aufwand, der in Deutschland betrieben wird, zu wenig. Deswegen ist es gut, dass sich in Deutschland Gedanken gemacht werden und auch ins Ausland geschaut wird, um sich erfolgreiche Maßnahmen abzuschauen. Wir begrüßen das sehr.
Wie passt eine solche Liga in die Ausrichtung der Nachwuchsarbeit beim 1. FC Köln?
Lukas Berg: Wir müssen natürlich schauen, wie der Vorschlag in unsere Welt beim FC passt. Wir haben etwa vor knapp drei Jahren das Konzept der U21 komplett verändert. Wir haben uns damals Gedanken gemacht, wie wir den Übergang aus dem Nachwuchsbereich zu unseren Profis durchlässiger gestalten können. Wir sind, anders als andere Vereine, wirklich darauf angewiesen, dass wir hervorragende Jugendarbeit machen und diese auch Früchte trägt. Titel im NLZ-Bereich sind relativ wenig wert, wenn wir keinen der Jungs in der Profimannschaft sehen.
Wir müssen beim FC unsere Eigengewächse in den Profifußball bringen, weil wir uns nicht so auf dem Transfermarkt bewegen können wie andere Clubs, die für hohe Geldsummen am Ende der Ausbildungszeit junge Spieler aus dem Ausland transferieren. Das ist nicht unser Ansatz. Nicht nur, weil wir das nicht in diesem Maße können, sondern auch, weil wir es nicht wollen. Dementsprechend ist unsere Struktur im Übergangsbereich seit drei Jahren schon darauf ausgelegt, die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass möglichst viele selbst ausgebildete Nachwuchsspieler durchkommen.
“Für uns geht es vielmehr darum, was wir noch zusätzlich brauchen“
Was genau wurde beim 1. FC Köln seinerzeit verändert mit Blick auf die U21?
Lukas Berg: Früher hatten wir eine U23-Mannschaft. Das war eine Art Klub im Klub, wo es eher darum ging, die Klasse zu halten. Dementsprechend wurden auch viele Spieler von außen dazugeholt, die bereits Seniorenerfahrung hatten. Heute haben wir auf eine U21 umgestellt – also quasi unsere letzte Juniorenmannschaft, die aber unter Vollprofibedingungen arbeitet. Die Mannschaft ist so zusammengestellt, dass die Spieler, die für diese Mannschaft spielen, anschließend eine Profi-Perspektive besitzen. Es geht darum, in der U21 so viele Jungs so früh wie möglich aufs Feld zu bekommen, denen wir den Sprung in den Profi-Fußball zutrauen, ob nun bei uns oder in einem anderen Verein, das wird sich zeigen. Aber wir übernehmen oder verpflichten in der Regel keine Spieler mehr, bei denen wir annehmen, dass die Regionalliga schon das höchste der Gefühle ist. Das gilt natürlich nicht für unsere erfahrenen Spieler, die eine andere Rolle im Kader einnehmen. Natürlich wissen wir, dass die Mannschaft dadurch sehr jung wird und wir sportliche Ausschläge nach oben und nach unten in Kauf nehmen müssen.
Gibt es schon eine finale Entscheidung nach dem Abgleich der U21-Liga mit der Ausrichtung beim 1. FC Köln?
Lukas Berg: Aktuell sind in der Regionalliga West sieben Zweitvertretungen vertreten. Damit haben wir schon einmal zwölf Spiele nur unter U-Mannschaften über die gesamte Saison auf sehr hohem Niveau. Dazu kommen die Spiele gegen gestandene Seniorenteams. Die Regionalliga West bietet für uns aktuell in dieser Konstellation sehr gute Voraussetzungen, um unsere jungen Spieler frühzeitig an den Seniorenbereich heranzuführen. Wir haben für uns also schon viele Probleme gelöst, die an anderer Stelle jetzt unter anderem mit der U21-Liga angegangen werden. Diese ist natürlich für jene Vereine hoch interessant, die derzeit keine eigene U21 haben und ihre Top-Talente auf Spielzeit bringen müssen. Für uns geht es vielmehr darum, was wir noch zusätzlich benötigen.
„Wir wägen aktuell noch ab“
Was würde eine U21-Liga folglich für den 1. FC Köln bedeuten?
Lukas Berg: Da sprechen wir von vielleicht zehn Spielen, die noch einmal dazukommen. Das führt zu einer deutlich höheren Belastung und dazu, dass man die Kader vielleicht noch einmal anders aufstellen muss. Der Vorschlag sieht ja vor, dass Spieler im Alter zwischen 16 und 21 Jahren zum Einsatz kommen dürfen. Was nicht passieren darf, ist, dass wir auf einmal zu viele Spiele haben und dann die Vereine in der neuen Spielrunde vermehrt Ergänzungsspieler einsetzen. Wir wägen daher aktuell noch ab, wie dieser Vorschlag zu unserer Ausrichtung passt, weil wir eben in dieser Stoßrichtung bereits einiges unternommen haben.
Eine Entscheidung, wie der FC Anfang abstimmen wird, ist folglich noch nicht gefallen?
Lukas Berg: Nein, wir wurden mitten in der Transferphase erst im Detail über die Pläne informiert. Wir wissen also noch gar nicht so lange, wie der detaillierte Modus aussieht, wer zum Einsatz kommen darf, wie viele Spiele es geben wird und wie die Organisation konkret ausgestaltet ist.
Wäre die Organisation für den 1. FC Köln stemmbar?
Lukas Berg: Das ist die Frage, die wir uns stellen: Wie kriegen wir das überhaupt mit unseren Platzkapazitäten am Geißbockheim hin? Da kommt wieder die altbekannte Problematik ins Spiel. Wenn man an der neuen Liga teilnimmt, verpflichtet man sich eben auch dazu, seine Plätze zur Verfügung zu stellen, sodass beispielsweise ein Spiel zwischen Hamburg und Mainz in der Mitte ausgetragen werden kann. Das ist für uns faktisch nicht möglich, weil wir bei den Platzkapazitäten jetzt schon an unsere Grenzen stoßen.
Wie schaut der Weg zur Entscheidungsfindung beim FC bis zur Mitglieder-Versammlung der DFL im März aus?
Lukas Berg: Wir sind dabei, eine interne Haltung zu entwickeln. Wir schließen noch gar nichts aus oder ein, weil wir es aus verschiedenen Perspektiven betrachten müssen. Was gewinnen wir dadurch und was ist sowieso schon über unsere eigene Struktur abgedeckt? Aktuell sind wir aber noch ergebnisoffen und es gibt keine Tendenz in eine Richtung. Ich sehe aber andere Probleme viel akuter.
„Das lässt das System nicht zu“
Welche?
Lukas Berg: Das sind die Parallelansetzungen der Spiele unserer Lizenzmannschaft und den U21-Junioren. Ich habe einmal mit Frank Schaefer über diese Thematik gesprochen. Und er sagte, dass man sich selbst zu seiner Zeit als Akademieleiter zwischen 2013 und 2015 die Zähne an diesem Thema ausgebissen habe. Er sagte: Das kannst du vergessen, da wird sich keiner bewegen. Aber das ist ein Thema, bei dem unsere Ausbildung ad absurdum geführt wird.
Bitte erläutern Sie uns die Auswirkungen der Parallel-Ansetzungen auf die Ausbildung der Talente.
Lukas Berg: Was passiert denn mit den Spielern im Übergangsbereich, die vielleicht fünf, sechs Wochen am Stück im Kader der Profis sind, weil sie gut trainieren, dadurch eine Kaderoption sind, aber dann in der Bundesliga kaum Einsatzzeiten bekommen? Es wäre perfekt, wenn die Jungs einen Tag danach 90 Minuten in der Regionalliga spielen könnten. Das lassen die parallelen Ansetzungen der Spiele aber nicht zu und behindern dadurch die Entwicklung der Spieler im Übergangsbereich massiv. Hinzu kommen zahlreiche Aspekte, die verloren gehen, wenn die Spiele parallel stattfinden. Es macht für die Entwicklung eines Spielers einen Unterschied, ob er vor 2000 oder 300 Zuschauern spielt.
Natürlich gibt es Sicherheitsaspekte, die bei den U21-Spielen beachtet werden müssen. Die möchten wir nicht wegdiskutieren – ganz im Gegenteil. Das Spiel muss sicher ablaufen können. Aber eine pauschale Parallelansetzung, um allen organisatorischen Herausforderungen aus dem Weg zu gehen, kann und darf nicht die Lösung sein. Hierdurch greift eine Drittpartei natürlich massiv in den Wettbewerb und in unsere tägliche Arbeit ein. Hier macht man sich das Leben durchaus einfach und uns ungleich schwerer.
Hat der 1. FC Köln schon mal etwas unternommen, um weniger Parallel-Ansetzungen zu erreichen?
Lukas Berg: Und ob! Wir haben vor einiger Zeit ein seitenlanges Positionspapier mit unserer Haltung an den Westdeutschen Fußballverband, den Deutschen Fußball-Bund und die ZIS (Zentrale Informationsstelle Sporteinsätze bei der Polizei, Anm. d. Red.) geschickt, leider ohne Erfolg. Wir waren als FC die treibende Kraft und alle anderen Lizenz-Vereine mit U21-Mannschaften in der Regionalliga West haben mitunterzeichnet. Wir haben detailliert argumentiert, warum wir in der Talente-Entwicklung behindert werden. Leider kam hier monatelang keine Reaktion, was schon sehr verwunderlich war. Nach mehrmaligen Nachfragen ist das Thema dann aber mehr oder weniger abgebügelt worden – sehr schade.
Der 1. FC Köln strebt mittelfristig den Sprung mit der U21 in die 3. Liga an. Lässt sich der Zeitplan genauer skizzieren?
Natürlich sind wir extrem ambitioniert und wollen perspektivisch aufsteigen. Die 3. Liga wäre noch einmal eine andere Umgebung mit anderen Stadien und anderen Gegnern, auf die unsere Jungs treffen würden. Wir gehen aber nicht hin und rufen den Aufstieg als Ziel aus. Wenn wir auf den aktuellen Kader schauen und alle Jungs nächstes Jahr noch einmal zusammenhätten, würden wir vielleicht direkt von Beginn an eine gute Rolle spielen . Aber wir haben einige Jungs dabei, denen wir den nächsten Schritt zutrauen und bei denen wir über den nächsten Schritt nachdenken, um den nächsten Impuls zu geben – entweder durch den Sprung in unseren Profikader oder über eine Leihe in eine höhere Liga. Wir wehren uns nicht gegen den Aufstieg, weil es die höchstmögliche Ausbildungsplattform wäre. Aber die individuelle Entwicklung der Spieler steht immer im Vordergrund. Da nehmen wir größere Umbrüche zu Beginn einer Spielzeit gerne in Kauf.
Letztlich wäre das am Ende auch dieselbe Problematik in einer U21-Liga, oder?
Lukas Berg: Genau, die Sicherheitsaspekte würden auch in der neuen U21-Liga zum Thema, wenn es dann nochmals einen Wettbewerb gegen Borussia Mönchengladbach zum Beispiel gäbe. Da bin ich mal gespannt, ob die ZIS dann wieder sagt, dass wir aber morgens um 11 Uhr ohne Zuschauer spielen müssen. Dann erfüllst du wieder nicht den Auftrag, einen 17-Jährigen mal mit Zuschauern und der aktiven Fanszene in Kontakt zu bringen und mal zu erleben, wie gejubelt wird, wenn ein Tor fällt.
Der 1. FC Köln strebt mittelfristig den Sprung mit der U21 in die Dritte Liga an. Lässt sich der Zeitplan genauer skizzieren?
Lukas Berg: Natürlich sind wir extrem ambitioniert und wollen perspektivisch raus aus der Liga. Die Dritte Liga wäre noch einmal eine andere Umgebung mit anderen Stadien und anderen Gegnern, auf die unsere Jungs treffen würden. Wir gehen aber nicht hin und rufen den Aufstieg als Ziel aus. Wenn wir auf den aktuellen Kader schauen und alle Jungs nächstes Jahr noch einmal zusammen haben, steigert sich die Wahrscheinlichkeit natürlich. Aber wir haben Jungs dabei, denen wir den nächsten Schritt zutrauen und bei denen wir über eine Leihe nachdenken, um den nächsten Impuls zu geben.
Dadurch leidet dann natürlich wieder die Kader-Qualität. Wir wehren uns nicht gegen den Aufstieg, weil es die höchstmögliche Ausbildungsplattform wäre. Aber die individuelle Entwicklung steht absolut im Vordergrund. Und natürlich ist da auch Druck drauf, weil die Akademie Teil des Profi-Bereichs ist und auch liefern muss.
Würde dieser Grundgedanke bei einem etwaigen Aufstieg bestehen bleiben oder würde sich die U21 in der 3. Liga wieder zu einem Club im Club wandeln, wie Sie die ehemalige U23 bezeichneten?
Der FC war mit viel Selbstvertrauen nach Augsburg gefahren, kehrte aber mit leeren Händen zurück. Das durchaus verdient. Denn die Kölner boten eine besorgniserregende Leistung an. Die Abstiegsplätze kommen immer näher, die Lage spitzt sich zu beim 1. FC Köln: Ein Kommentar zur 0:2-Pleite in Augsburg.
Nach den Erfolgen zum Jahresbeginn war der Februar für den FC eher Magerkost. Ein Punkt aus den vergangenen vier Spielen ist zu wenig. Die Geißböcke müssen sich dringend etwas einfallen lassen. Denn die jüngste Leistung war schon besorgniserregend.
Der 1. FC Köln gegen den FC Augsburg (Foto: Sebastian Widmann / Getty Images)
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Die Begegnung gegen den FC Augsburg war vielleicht gerade einmal 20 Minuten gespielt, da passierte etwas höchst Erstaunliches: Manuel Baum und oder seine Mannschaft entschieden sich, das Fußballspielen gegen den FC weitestgehend einzustellen. Der Gastgeber hatte die ersten zehn Minuten einen kleinen Sturmlauf abgefeuert, hätte vielleicht zu diesem Zeitpunkt schon in Führung gehen können, hatte mehr als 70 Prozent Ballbesitz und Marvin Schwäbe schon zwei Mal in arge Bedrängnis gebracht. Doch nach gut 20 Minuten war mit dem Sturmlauf Schluss. Augsburg verließ die eindeutig erfolgversprechende Linie und verschanzte sich in der eigenen Hälfte, um die Geißböcke anlaufen zu lassen. Eine ungewöhnliche Maßnahme, aber eine offenbar durchdachte.
Nur noch zwei Punkte zum Relegationsplatz
Zumindest darf man davon ausgehen, dass Baum bewusst war, wie schwer es die Kölner beim Spielaufbau haben würden. Das kann im Vertrauen in die eigene Mannschaft begründet sein, vielleicht wusste der Augsburger Coach aber auch, dass der FC nicht wirklich viel zu Stande bringen würde. Es war schließlich nicht das erste Mal, dass die Kölner mit dem Ball überfordert schienen. Noch vor wenigen Tagen hatte Lukas Kwasniok erklärt, dass er sich sicher sei, dass Performance dann irgendwann auch mit Punkten belohnt werden würde. Die Gegenthese gibt dem Trainer dann irgendwie recht. Eine schwache Performance bringt auf der anderen Seite eben keine Zähler. Nachdem die Kölner gegen die TSG noch gute 30 Minuten nah an der besten Saisonleistung spielten, gehörte der Auftritt in Augsburg wohl zu den schwächsten.
Die Quittung ist eine schmerzhafte. Der FC hat im Februar genau einen Punkt aus vier Spielen geholt. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt nur noch zwei Zähler, mit ein wenig Pech und einem Wolfsburger Sieg ist es am Abend dann vielleicht nur noch ein Punkt. Jedem sollte mittlerweile bewusst sein, in welcher Lage sich die Geißböcke befinden. Der FC ist nicht etwa im Abstiegskampf angekommen, er befindet sich mitten drin. Und es ist alles andere als ausgeschlossen, dass die Kölner nach dem 25. Spieltag einen der untersten drei Plätze übernommen haben. Die Tabellensituation ist also durchaus ernst, wenn auch kein Grund, jetzt schon in Panik zu verfallen.
Schwierigkeiten mit dem Ball
Die Alarmglocken dürfen, nein sie sollten aber durchaus schrillen. Denn der Auftritt der Kölner war besorgniserregend. Dem FC fehlte eben wieder einmal mit dem Ball so ziemlich jede Idee, eine spielerische Komponente, die die Defensive des Gegners hätte aushebeln können. Das Spiel der Geißböcke war eindimensional, durchschaubar, harm- und zahnlos. Der ständige Versuch mit langen Bällen hinter die Kette zu kommen, scheiterte immer und immer wieder. Und die Frage wird durchaus erlaubt sein, warum man in Köln nicht früher auf mehr spielerische Komponenten gesetzt hat. Eine Frage, die nur Kwasniok beantworten kann und auf die der Trainer eine Antwort finden muss. Denn nach dem Duell gegen den BVB in der kommenden Woche warten gleich mehrere Gegner, die dem FC durchaus den Ball überlassen könnten. Der FCA hat den Kontrahenten gezeigt, mit welchen einfachen Mitteln die Kölner zu bezwingen sind.
Unterm Strich bleibt eine grauenhafte Bilanz, eine beängstigend schwache Leistung und eine wichtige Erkenntnis: Mit einem Auftritt wie gegen den FCA wird es am Ende nicht reichen – ganz sicher.
Die 0:2-Niederlage gegen den FC Augsburg gewinnt am Samstag noch ein wenig an Brisanz für den 1. FC Köln: Die Konkurrenz überrascht und erhöht den Druck.
Für den FC wird die Situation im Abstiegskeller noch ein wenig brisanter. Die Kölner unterlagen bekanntlich dem FC Augsburg 0:2. Am Samstag überraschten aber die Keller-Kinder. Bis auf Heidenheim punktete die direkte Kölner Konkurrenz. Zum Teil sogar dreifach.
St.Pauli feiert das Tor gegen die TSG Hoffenheim. (Foto: Sebastian Widmann / Getty Images)
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Lukas Kwasniok brachte es nach dem 0:2 gegen den FC Augsburg am Freitagabend auf den Punkt. Der Trainer der Geißböcke sprach davon, dass der Druck natürlich nun weiter wachsen würde. Kein Wunder, der FC holte aus den vergangenen vier Spielen gerade einmal einen von zwölf möglichen Punkten. Die Folge: Die Abstiegsplätze kommen immer ein Stückchen näher. „Wir haben immer das Gefühl, ein Spiel gewinnen zu können. De facto ist es so, dass wir zu viele nicht gewinnen“, sagte Lukas Kwasniok. „Wir holen zu wenig Punkte. Das ist einfach zu wenig, wenn du dich von unten absetzen willst. Ansonsten bist du bis zum Schluss dabei.“ Nach den Samstagsspielen hat sich die Situation für den FC noch einmal deutlich verstärkt und der Druck ist nochmal gewachsen.
St. Pauli überrascht Hoffenheim
Sollten die Kölner Anhänger auf Erfolge der Favoriten gegen die direkte Konkurrenz gehofft haben, so wurden sie in den Begegnungen eines besseren belehrt. Der FC rutscht auf den 13. Tabellenplatz ab, das ist aber eher das kleinere Problem. Mit dem Last-Minute-Elfmeter setzte sich Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Union Berlin durch und zog an den Kölnern vorbei. Da aber St. Pauli überraschend 1:0 in Hoffenheim dreifach punktete und Werder Bremen das Keller-Duell gegen den 1. FC Heidenheim 2:0 gewann, beträgt der Vorsprung der Kölner auf den Relegationsplatz nur noch zwei Punkte. Sollte der VfL Wolfsburg in Stuttgart die Überraschung gegen den VfB schaffen und am Sonntag auch drei Punkte einfahren, würde der Vorsprung sogar nur noch einen Punkt betragen.
Und der FC hatte sogar noch ein wenig Glück im Unglück. Denn der 1. FSV Mainz stand ebenfalls vor einer großen Überraschung, führte bis kurz vor Schluss 1:0 bei Bayer 04, bevor Laterkusen wieder einmal zuschlug. Am kommenden Samstag empfängt der FC den BVB. Ebenfalls eine schwere Aufgabe. Sollten die Kölner gegen Dortmund verlieren, könnten die Geißböcke auf einen der Abstiegsplätze abrutschen.
Mit der Niederlage gegen den FC Augsburg ist der FC tiefer in die Abstiegsnot geschlittert. Denn schon am Samstag könnte das Polster weiter zusammenschrumpfen. Allerdings ist das kein Muss. Der 1. FC Köln könnte Glück im Unglück haben.
Mit viel Selbstvertrauen ist der FC nach Augsburg gereist, ohne Punkte ist die Mannschaft von Lukas Kwasniok zurückgekommen. Am Samstag hat die Konkurrenz die Chance, nachzuziehen. Einfach wird das nicht. Und doch droht die große Gefahr, dass das Polster schon nach dem 24. Spieltag im Grunde aufgebraucht ist.
Cenk Özkacar und Isak Johannesson vom 1. FC Köln (Foto: Sebastian Widmann / Getty Images)
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Nach dem fulminanten Spiel gegen die TSG Hoffenheim war die Partie gegen den FC Augsburg ganz schön magere Kost. Die Kölner taten sich gegen destruktive Fuggerstädter schwer. In der Offensive fiel dem FC so gut wie gar nichts ein. „Gefühlt haben wir uns vor allem im zweiten Drittel schwer getan. Wir haben den Ball viel bei den Innenverteidigern gehabt und sind von da nicht so richtig ins Spiel gekommen“, sagte Luca Waldschmidt. „Wir sind nicht in den Flow gekommen, um den Ball laufen zu lassen.“ Und dadurch steht am Ende des Tages eine 0:2-Pleite. Aus den vergangenen vier Spielen holte der FC nur einen von zwölf möglichen Punkten. Zum ersten Mal unter Lukas Kwasniok mussten die Geißböcke damit drei Auswärtsniederlagen in Folge hinnehmen.
Punktepolster im Kampf um den Klassenerhalt
Vor allem aber ist der FC mit dem 0:2 endgültig im Abstiegskampf angekommen. Denn mit ein wenig Pech könnte das bisherige Punktepolster nahezu aufgebraucht sein. Vor dem Spiel beim FCA hatten die Kölner noch vier Zählern Vorsprung auf den Relegationsplatz. Sollte es schlecht für die Geißböcke laufen, könnten Mainz und Gladbach am FC vorbeiziehen und der Vorsprung auf Platz 16 bis auf einen, der auf den direkten Abstiegsplatz auf zwei Zähler zusammenschrumpfen. „Jetzt ist klar, dass der Druck etwas größer wird. Das ist ganz logisch. Wir versuchen, unser Bestes zu geben“, sagte Lukas Kwasniok. Dabei haben die Kölner möglicherweise noch ein wenig Glück im Unglück. Denn die Konkurrenz steht zum Großteil vor schweren Aufgaben.
Einzig Werder Bremen und der 1. FC Heidenheim tragen ein direktes Duell aus. Ungleich schwerer sind zumindest auf dem Papier die Aufgaben für Mainz, St. Pauli und Wolfsburg. Die Rheinhessen sind zu Gast bei Bayer Leverkusen, der VfL beim VfB Stuttgart und die Kiezkicker spielen bei der TSG Hoffenheim. Siege bei den Champions-League-Anwärtern wären wohl Überraschungen. Gladbach empfängt am Nachmittag den 1. FC Union Berlin, Hamburg am Sonntag RB Leipzig. Zwar würden die Kölner auch bei Überraschungen einen Platz über der Linie belegen, doch mit dem Heimspiel gegen Dortmund wartet das nächste große Kaliber.
Der 1. FC Köln bleibt gegen Augsburg weitestgehend harmlos und verpasst ein „dreckiges“ 0:0. Dabei spielte nicht nur die Verletzungsmisere eine Rolle auf Seiten der Domstädter. Geißbock im Leerlauf: Der 1. FC Köln findet beim FCA den Vorwärtsgang nicht.
In einer enttäuschenden Begegnung finden die Kölner keine spielerischen Lösungen. Und darauf wird es in den kommenden Wochen ankommen.
Gegen Augsburg tat sich die FC-Offensive schwer (Photo by Sebastian Widmann/Getty Images).
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Lukas Kwasniok machte keinen Hehl aus seiner Meinung zu der Offensivleistung seiner Mannschaft gegen den FC Augsburg: “Die Jungs arbeiten, die maschieren, aber heute waren wir – so ehrlich muss man sein – zu torungefährlich. Wir haben zwar die Kopfball-Aktion von Martel gehabt, aber ansonsten waren wir zu ungefährlich, um ein Tor zu erzielen. Dann musst du eigentlich ein dreckiges Null zu Null mitnehmen”. Die Geißböcke entwickelten Torgefahr, wenn überhaupt, nur durch Standardsituationen. Der angesprochene Martel-Kopfball war das Resultat einer cleveren Eckball-Variante, bei der der kopfballstarke Mittelfeldspieler mit kräftiger Mithilfe seiner blockenden Teamkollegen frei zum Abschluss kam – der Querbalken rettete für die Augsburger. Tief in der Nachspielzeit hatten die Kölner erneut Pech: Diesmal war es Cenk Özkacar, dessen Kopfball durch den Augsburger Innenverteidiger in höchster Not von der Linie gekratzt wurde. Ein „dreckiges 0:0“, so Kwasniok später, wäre angesichts der Chancenarmut im Spiel sicherlich angemessen gewesen.
Strippenzieher Simpson-Pusey: Bemüht, jedoch ohne Aussicht auf Erfolg
Der Matchplan der Geißböcke war leicht zu durchschauen. Jahmai Simpson-Pusey, der für Joel Schmied in die Anfangself rotiert war, hatte die anspruchsvolle Aufgabe, Augsburgs seit der Hinrunde wiedererstarkte Offensive mit dem neuverpflichteten portugiesischen Stürmer Rodrigo Ribeiro und dem torgefährlichen Franzosen Claude Maurice zu stoppen. Gleichzeitig kam den jungen Engländer auch ein Schlüsselpart für das Kölner Angriffspiel zu, denn Simpson-Puseys Vertikalpässe in die Spitze auf Ragnar Ache waren phasenweise das einzige offensive Element im Spiel des 1. FC Köln. Und dabei haperte es gewaltig: Der Großteil von Simpson-Puseys Anspielen verpuffte und Ache hatte es mit Noahkai Banks, Keven Schlotterbeck und Cedric Zesiger zu tun, die ihn bei seiner Paradedisziplin, dem Festmachen und Ablegen des Balls für die Nachrückenden Offensiven, empfindlich störten.
Kwasniok: „Eine halbe Stunde war das Maximale der Gefühle“
Auch Said El Mala konnte in der Jokerrolle nicht überzeugen. Der Flügelstürmer hatte zwar vereinzelte Ballaktionen und seine berüchtigten Tiefenläufe, doch das Eins-gegen-Eins perlte an der Augsburger Hintermannschaft ab. Und das nicht ohne Grund. El Malas Einsatz war für die Partie fraglich gewesen, der Youngster war in der Vorbereitung auf den gestrigen Abend „am Anschlag“, so Kwansiok, und musste mit einer Muskelverhärtung pausieren. Mehr als dreißig El-Mala-Minuten gegen Augsburg waren für ihn einfach nicht drin: „Eine halbe Stunde war das Maximum. Er hat diese Woche einfach nicht trainiert. Er hat keinen Sprint gezogen.”
Wie schon unter der Woche hob der Cheftrainer der Geißböcke nach dem Spiel gestern Abend hervor, dass ihm das Wohl seiner Spieler am wichtigsten ist: „Unabhängig vom Ergebnis muss man sachlich und ruhig im Sinne des Spielers handeln. Das haben wir heute gemacht. Ich kann mir schon vorstellen, dass man sich das wünscht, wenn man nicht in dieser Blase ist und keine Verantwortung trägt. Aber diesen Wunsch konnte ich mir selbst auch nicht erfüllen. Vergangene Woche hat er ein Tor und einen Assist gemacht, und ich hätte ihn auch gerne von Beginn an auf dem Platz gehabt. Aber es geht nicht um meine Wünsche, sondern um die Medizin.“
Die Tugenden sind gefragt
Die Zahnlosigkeit der FC-Offensive kann als Produkt mehrerer Faktoren verstanden werden. Dazu kommen tief stehende und disziplinierte Augsburger, ein überspielter Unterschiedsspieler und Pech bei den ohnehin schon raren Torgelegenheiten. „Wir wissen, dass wir nicht mit Fußball glänzen müssen, sondern mit anderen Tugenden”, meint Luca Waldschmidt, der im Übrigen gegen die Augsburger sein erstes Spiel von Anfang an in diesem Kalenderjahr bestreiten durfte. „Da mache ich mir bei uns aber keine Sorgen. Es hapert nie am Einsatz oder der Mentalität. Wir müssen eng zusammenhalten und hart arbeiten, um wieder Siege zu erzielen, ein gutes Gefühl zu entwickeln und zu wissen, dass wir auch wieder gewinnen können“, analysierte er weiter.
Am Freitagabend trafen die Geißböcke auf die Fuggerstädter. Der FC verlor 0:2 gegen die Mannschaft von Manuel Baum. Nach der Partie äußerte sich unter anderem Lukas Kwasniok: Stimmen zum Duell des 1. FC Köln beim FC Augsburg.
Mit einer schwachen Leistung und null Punkten müssen die Geißböcke die Rückreise nach Köln antreten. Nach dem Duell fand unter anderem Lukas Kwasniok deutliche Worte.
Lukas Kwasniok wirkt nicht sonderlich glücklich
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“Wir waren zu ungefährlich“
Luca Waldschmidt:„Generell wäre schon mehr drin gewesen, aber wenn man das Spiel sieht, dann eher nicht. Wir waren zu ungefährlich. Außer in den letzten fünf Minuten, wo hier und nochmal eine brenzliche Situation war, waren wir wenig zwingend.“
„Gefühlt haben wir uns vor allem im zweiten Drittel schwer getan. Wir haben den Ball viel bei den Innenverteidigern gehabt und sind von da nicht so richtig ins Spiel gekommen. Wir sind nicht in den Flow gekommen, um den Ball laufen zu lassen. Augsburg stand tief, das ist dann auch nicht immer so einfach. Am Ende haben wir den Gegner zu wenig bedroht und zu wenige Lösungen gefunden. Wir hatten viele einfache Ballverluste.“
Zum ersten Gegentor: „Ich habe es nicht mehr genau im Kopf, aber ich glaube, der (Noahkai Banks, Anm. d. Red.) läuft in der eigenen Hälfte los. Da müssen wir ihn besser stören. Er darf nicht bis zur Grundlinie kommen und spätestens da müssen wir die Flanke blocken.Da sind viele Themen, die man vorher abarbeiten kann, bis es zum Tor kommt.“
“Wir wissen, dass wir nicht mit Fussball glänzen müssen, sondern mit anderen Tugenden. Da mache ich mir aber keine Sorgen bei uns. Es hapert nie am Einsatz oder der Mentalität. Wir müssen eng zusammenhalten und hart arbeiten, um da gemeinsam wieder Siege zu haben, ein gutes Gefühl zu bekommen und zu wissen, dass wir auch wieder gewinnen können.“
„Das war unmöglich“
Lukas Kwasniok: „Wir haben da echt dran zu knabbern. Es ist ein sehr zerfahrenes Spiel gewesen. Es war nicht viel los. Wir haben den Gegner in der ersten Halbzeit ein, zwei Mal eingeladen. Ansonsten war es ein neutrales Spiel. Wir haben dann eine Kopfballchance nach dem Eckball von Martel. Da hatten wir auch ein bisschen Glück. Beim Eric war es schon eine Dunkelgelbe Karte, deswegen habe ich ihn dann auch runtergenommen. Als das Spiel dann tendenziell eher so in in unsere Richtung ging, ohne dass wir jetzt torgefährlich geworden sind, steht es dann 0:1. Das macht er gut (Rodrigo Ribeiro, Anm. d. Red.) und dann steht es 0:1, dann laufen wir hinterher, ohne die ganz klaren Chancen zu haben – bis dann zum Schluss das Quäntchen Glück eben auch fehlt. Das macht die Situation dann auch nicht einfach.“
„Wir haben immer das Gefühl, ein Spiel gewinnen zu können. De facto ist es so, dass wir zu viele nicht gewinnen. Wir holen zu wenig Punkte. Aus den vergangenen vier Spielen haben wir einen Punkt geholt. Das ist einfach zu wenig, wenn du dich von unten absetzten willst. Ansonsten bleibst du bis zum Schluss dabei. Das ist jetzt für einen Aufsteiger auch nicht ganz so überraschend, aber wenn du das Gefühl hast, du hättest auch ein, zwei, drei Punkte mehr haben können, dann musst du halt da sein. Das waren wir nicht. Ein Sieg wäre völlig vermessen gewesen, ich glaube aber schon, dass du hier einen Punkt entführen kannst. Dann darf aber das 1:0 nicht fallen. Das sind diese Momente, denen wir einfach hinterher laufen.“
Zu einer früheren Einwechslung von Said El Mala: „Das war unmöglich. Ich war happy, dass er uns heute zur Verfügung gestanden hat. Alles andere wäre verantwortungslos gewesen. Eine halbe Stunde war das Maximale der Gefühle. Er hat diese Woche einfach nicht trainiert. Er hat keinen Sprint gezogen. Unabhängig vom Ergebnis muss man sachlich-ruhig im Sinne des Spielers handeln. Das haben wir heute gemacht. Ich kann mir schon vorstellen, dass man – wenn man nicht in dieser Bubble ist und in der Verantwortung steht – dass man sich das wünscht. Aber diesen Wunsch konnte ich uns selber auch nicht erfüllen. Vergangene Woche hat er ein Tor und einen Assist gemacht und ich hätte ihn auch gerne von Beginn an auf dem Platz gehabt. Aber es geht nicht um meine Wünsche, sondern um die Medizin.“
“Jetzt ist klar, dass der Druck etwas größer wird. Das ist ganz logisch. Wir versuchen, unser Bestes zu geben. Die Jungs arbeiten, die maschieren, aber heute waren wir – so ehrlich muss man sein – zu torungefährlich. Wir haben zwar die Kopfball-Aktion von Martel gehabt, aber ansonsten waren wir zu ungefährlich, um ein Tor zu erzielen. Dann musst du eigentlich ein dreckiges Null zu Null mitnehmen. Das haben wir leider nicht geschafft. Nächste Woche kommt Dortmund, da hast du dann wieder nichts zu verlieren. Dann müssen wir irgendwann gegen einen der Großen punkten.“
Am Freitagabend kommt es für den FC in Augsburg zum Flutlicht-Spiel. Der Schiedsrichter der Begegnung ist für die Kölner kein Unbekannter und die Erinnerungen sind nicht die besten. Tobias Welz leitet die Partie des 1. FC Köln in Augsburg.
Nach dem Remis gegen Hoffenheim steht nun das nächste schwere Spiel für den FC auf dem Programm. Geleitet wird die Begegnung von Tobias Welz und die Erinnerungen an den Schiedsrichter sind nicht nur gute.
Tobias Welz leitet die Partie des 1. FC Köln gegen Augsburg
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Am Freitagabend startet die Bundesliga mit der Begegnung des FC in Augsburg in den 24. Spieltag. Der Unparteiische ist für die Geißböcke wahrlich kein unbekannter. Eine gute Bilanz mit dem Schiedsrichter aus Wiesbaden hat der FC allerdings nicht. Insgesamt pfiff der 48-jährige Polizeibeamte seit 2012 20 Spiele der Geißböcke. Dabei weist Tobias Welz eine aus Kölner Sicht negative Bilanz bei den Begegnungen des 1. FC Köln auf. Nur fünf Spiele konnte der FC unter seiner Leitung gewinnen, zwölf haben die Geißböcke verloren. Statistisch gesehen also kein Glücksbringer für die Kölner.
Strafanzeige von FC-Fan gegen Schiedsrichter Welz
Besonders bei einem Bundesligaspiel ist Tobias Welz bei den Geißböcken nicht in guter Erinnerung geblieben: Beim Spiel des FC am 12. Spieltag der Abstiegssaison 2017/18 bei Mainz 05 war Welz als Video-Assistent tätig. Die spielentscheidende Szene passierte in der 42. Minute: Pablo de Blasis zog mit dem Ball im Strafraum nach innen zwischen Konstantin Rausch und Frederik Sörensen. De Blasis kam zu Fall, Schiedsrichter Dr. Felix Brych zeigte sofort auf den Punkt. Sörensen sollte den Mainzer gefoult haben, obwohl keinerlei Berührung in der Zeitlupe zu erkennen war. Eine klare Schwalbe des Argentiniers. Dennoch griff Welz als VAR nicht ein. Der folgende Elfmeter von Daniel Brosinski brachte den Mainzern die 1:0-Führung ein, die letztendlich auch das Endergebnis darstellte. Der FC verlor das Spiel aufgrund einer Schauspieleinlage, die der Videoassistent Welz durch die Fernsehbilder belegen konnte, es aber nicht tat.
Das brachte insbesondere einen FC-Fan so sehr auf die Palme, dass dieser nach dem Spiel Strafanzeige gegen Tobias Welz erstattete. „Das war eindeutig Betrug von Herrn Welz. Es geht um Millionen, es geht um Wetteinsätze, es geht um hunderttausende Fans“, sagte ein FC-Fan damals dem Kölner Stadt-Anzeiger. Eine kuriose Seltenheit im Fußball, die Welz bestimmt auch nicht kommen sehen hat. Zuletzt leitete der Unparteiische die Begegnung gegen die Bayern in der zweiten Runde des DFB-Pokals – und übersah die Abseitsstellung vor dem 1:1-Ausgleich.
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Seit seinem Winterwechsel hat Felipe Chávez nur eine Minute für den FC gespielt – auch wegen des harten Spielplans. Das könnte sich in der kommenden Zeit gegen die direkte Konkurrenz aber ändern beim 1. FC Köln: Chávez kann sich in den nächsten Wochen beweisen.
Gegen Leipzig spielte der Mittelfeldspieler nur eine Minute, gegen Stuttgart und Hoffenheim saß er die ganze Zeit auf der Bank: Noch ist Felipe Chávez nicht richtig in Köln angekommen. Das dürfte aber auch an den starken Gegnern gelegen haben. In den kommenden Wochen, wenn der Spielplan für die Geißböcke zumindest tabellarisch leichter wird, bekommt das Talent wahrscheinlich seine Chance beim 1. FC Köln.
Winterneuzugang Felipe Chávez vom 1. FC Köln
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180 Minuten wären maximal möglich gewesen, herausgekommen ist eine einzige: Seit seinem Wechsel zum 1. FC Köln Anfang Februar hat Felipe Chávez noch so gut wie gar nicht gespielt. In den vergangenen beiden Partien gegen den VfB Stuttgart und 1899 Hoffenheim saß das Talent sogar jeweils nur auf der Bank. Ein Grund dafür war aber auch die große Qualität der Gegner, gegen die der FC klarer Außenseiter war. „Hoffenheim, Stuttgart und Leipzig schaffen es, dich sehr schnell einfach unter Druck zu setzen und ein großes Feld herzustellen. Das heißt, es geht viel mehr hin und her. Du selbst musst kompakter verteidigen und in die Umschaltaktionen kommen“, meinte Lukas Kwasniok auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen den FC Augsburg. Das liegt dem Neuzugang eher weniger. Denn der zentrale Mittelfeldspieler ist in Sachen Körperlichkeit und Tempo eher schwächer.
Spielerische Stärke in den kommenden Wochen von Bedeutung
Seine Stärken hat Chávez mehr im Bereich Spielverständnis. Mit seiner guten Übersicht und Technik soll der 18-Jährige dem Kölner Spiel mehr spielerische Finesse verleihen. Diese Qualitäten waren in den Duellen mit Top-Teams zuletzt eben weniger gefragt. In den kommenden Wochen könnte aber die Zeit für den von Bayern München geliehenen Profi reif sein. Denn in den nächsten sieben Spielen trifft der FC auf fünf Gegner aus der unteren Tabellenhälfte. So geht es unter anderem gegen den FC Augsburg, den Hamburger SV, Borussia Mönchengladbach, Werder Bremen und St. Pauli. Teams, die die Geißböcke alle schlagen können und teilweise auch müssen, um die Klasse zu halten.
In diesen Partien werden die Kölner wahrscheinlich häufig mehr Ballbesitz als die Gegner haben oder zumindest mehr Ballbesitz als in den vergangenen drei Begegnungen. So überlässt zum Beispiel der FC Augsburg, gegen den die Kölner am Freitagabend ran müssen, gerne dem Kontrahenten den Ball. Eine Situation, in der Chávez mit seiner spielerische Stärke glänzen kann. So kann das Talent dem FC-Spiel dringend benötigte Impulse geben. Dass die Geißböcke diese nötig haben, zeigt sich an ihrer Bilanz gegen die kommenden sieben Gegner aus der Hinrunde: Gerade mal sechs Punkte holten die Domstädter in diesen Begegnungen. Nur gegen den HSV gelang ein Sieg. Ein Grund dafür war häufig, dass die Kölner sich mit dem Ball gegen kompakte Defensiven schwer taten, Chancen herauszuspielen. Eine Schwäche, die Chávez beheben könnte.
„Er spielt eine Rolle in unseren Überlegungen“
Für den 18-Jährigen kommen also nun die Wochen, in denen er sich beweisen kann und muss. Dafür, dass der Winterneuzugang seine Chancen bekommt, spricht zusätzlich, dass mit Isak Johannesson und Denis Huseinbasic die anderen beiden spielstärkeren, zentralen Mittelfeldspieler eher weniger überzeugen konnten. Letzterer reiste gar nicht erst mit nach Augsburg. „Er spielt eine Rolle in unseren Überlegungen“, sagte daher auch Kwasniok mit Blick auf das Spiel über Chávez. „Mal schauen, ob er uns von Beginn an helfen oder uns von der Bank Impulse geben kann.“
Ob der Coach den Youngster wirklich schon von Anfang an bringt, ist zwar nicht unmöglich, aber wohl eher unwahrscheinlich. Denn das Mittelfeldduo aus Tom Kraus und Eric Martel machte seine Sache gegen Hoffenheim sehr gut. Und gegen den FCA wird trotzdem auch die Physis eine Rolle spielen, da die Augsburger sehr robust agieren. Das spricht wieder eher gegen den Nationalspieler Perus. Aber selbst wenn das Talent am Freitagabend noch nicht spielt, wird Chávez in den nächsten Wochen gegen die direkten Konkurrenten bestimmt seine Chance bekommen, um sich zu beweisen.