Matchday in Köln. Und zum ersten Mal steht René Wagner als Cheftrainer der Geißböcke an der Seitenlinie. Viel wollte der neue Trainer nicht über eine vermeintliche Startelf verraten. So könnte der 1. FC Köln gegen Frankfurt beginnen.
Für den 1. FC Köln steht am Sonntag das Duell bei Eintracht Frankfurt auf dem Programm. Im Vergleich zum wilden 3:3-Unentschieden gegen Borussia Mönchengladbach kann sich René Wagner gegen die Eintracht auf einige Rückkehrer freuen, muss allerdings auch den Ausfall eines Stammspielers verkraften. Durch die vielen Optionen hat der 37-Jährige bei seiner Aufstellung die Qual der Wahl.
René Wagner stellt das erste Mal seine Startelf auf
Der 1. FC Köln muss gegen Eintracht Frankfurt neben den Langzeitverletzten Luca Kilian und Timo Hübers auch auf Eric Martel verzichten. Der Mittelfeldspieler hatte kurz nach seinem Tor im Derby nach einem Ellbogenschlag gegen Joe Scally die Gelb-Rote Karte gesehen und steht dadurch für die Partie bei der SGE nicht zur Verfügung. Allerdings kann FC-Trainer Rene Wagner auch einige Rückkehrer begrüßen. So kann der 37-Jährige bei seinem Debüt an der Seitenlinie sowohl auf die bis dato verletzten Alessio Castro-Montes und Tom Krauß als auch auf den zuletzt gesperrten Sebastian Sebulonsen zurückgreifen. Jahmai Simpson-Pusey stieg überraschend nicht in den Bus nach Frankfurt ein, bleibt aus privaten Gründen zunächst zu Hause. Die Option, dass der 20-Jährige noch nachreist, ist gegeben aber unwahrscheinlich. Schmied kehrte ebenfalls ins Training zurück, wird aber noch keine Option sein.
Offensivreihe gesetzt
Wahrscheinlich scheint, dass zumindest ein paar der Rückkehrer sofort in die Startelf rutschen könnten. Zwischen den Pfosten wird erneut Marvin Schwäbe beginnen. Vor dem Schlussmann könnte Wagner weiterhin auf ein 4-2-3-1-System setzen. Auf den beiden Außenverteidigerpositionen werden voraussichtlich Kristoffer Lund links und Sebastain Sebulonsen rechts starten. In der Innenverteidigung besteht die womöglich größte Wahl. Hier kann Wagner aus Cenk Özkacar, Rav van den Berg und Dominique Heintz wählen. Aufgrund des wahrscheinlichen Ausfalls von Simpson-Pusey bleibt es wohl wie in den vergangenen Wochen bei Cenk Özkacar und van den Berg.
Im zentralen Mittelfeld könnten aufgrund der Sperre von Eric Martel als Doppelsechs Isak Johannesson und Tom Krauß, der gegen Gladbach kurzfristig passen musste, starten. In der offensiven Dreierreihe sind Said El Mala links und Jakub Kaminski als Zehner gesetzt. Auf der rechten Außenbahn hat Wagner mit Linton Maina und Jan Thielmann zwei Optionen auf Augenhöhe. Aufgrund des eventuell leicht höheren Einsatzes sowie der Tatsache, dass Thielmann in dieser Spielzeit auf dieser Position schon mehrmals überzeugte, hat der 23-Jährige eine wohl leicht bessere Chance. Die Position des Mittelstürmers wird Ragnar Ache einnehmen. Der ehemalige Lauterer kam in der Rückrunde immer besser in Fahrt und erzielte teilweise traumhafte Tore. Besonders die Körperlichkeit sowie das Tempo des Angreifers dürften im Duell mit Frankfurts Verteidigern eine wichtige Waffe werden.
Für den FC steht am Sonntag das Auswärtsspiel in Frankfurt an. Eine schwere Aufgabe, aber eine, die auch eine große Chance bietet für den 1. FC Köln: Denn die Konkurrenz patzt, der FC kann bei den Hessen also Boden gutmachen.
Bislang läuft der Spieltag für die Geißböcke wohl nach Plan. Wirklich absetzen kann sich zumindest kein Gegner. Für Heidenheim wird es langsam richtig eng. Aber auch Wolfsburg unterliegt bitter.
Dabei sah es zunächst sehr gut für den VfL Wolfsburg aus. Die Mannschaft von Dieter Hecking spielte bei dem Champions-League-Anwärter gut mit. Der VfL, der angeblich an einer Verpflichtung von Lukas Kwasniok für die kommende Spielzeit interessiert sein soll, ging sogar durch Jonas Wind in Führung. Alejandro Grimaldo glich nach einem umstrittenen Strafstoß aus, doch im direkten Gegenzug war der VfL erneut zur Stelle. Joakim Mæhle traf kurz nachdem er den Elfmeter auf der anderen Seite verursacht hatte. Und nur kurze Zeit später erhöhte Christian Eriksen ebenfalls durch einen Strafstoß. Erneut war es Grimaldo, der die Werkself wieder ran brachte. Nach dem Wechsel drehte Bayer auf. Der kurz zuvor eingewechselte Patrik Schick glich aus, Edmond Tapsoba, Ibrahim Maza und Malik Tillman brachten Leverkusen auf Erfolgskurs. Damit könnten die Kölner den Vorsprung auf die Wölfe ausbauen.
Mainz verabschiedet sich aus dem Abstiegskampf
Beim 1. FC Heidenheim darf wohl so langsam für die 2. Liga geplant werden. Das Team von der Ostalb kam trotz zweifacher Führung nicht über ein Remis gegen Gladbach hinaus. Der Rückstand zum Relegationsplatz beträgt sechs Spiele vor Saisonenede acht Zähler. Auch Werder Bremen mischt weiter mit. Der SVW kassierte eine bittere Niederlage gegen RB Leipzig. Bitter, weil es die Bremer eigentlich gar nicht schlecht machten. Vor allem im ersten Abschnitt begegneten sich die Teams lange auf Augenhöhe. Antonio Nusa brachte RB schon nach einer Viertelstunde in Front. Der Gastgeber spielte aber weiter mit, hoffte auf den Ausgleich. Doch nur wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff schlugen die Sachsen erneut zu. Dieses Mal war es Rômulo, der nach Vorarbeit von Christoph Baumgartner einschob. Erst in der Nachspielzeit verkürzte Salim Musah. Mit weiterhin 28 Zähler könnten die Geißböcke mit einem Erfolg bei der Eintracht an den Hanseaten wieder vorbeiziehen.
Zur Not in der kommenden Woche im Heimspiel in Köln. Mainz 05 dürfte sich wohl endgültig aus dem Abstiegskampf verabschiedet haben. Die Rheinhessen gewannen bei der TSG Hoffenheim 2:1 und haben nun 33 Punkte auf dem Konto, zwölf Zähler vor einem direkten Abstiegsplatz. Unentschieden spielten auch der FC Augsburg gegen den Hamburger SV. Nun müssen die Geißböcke „nur“ ihre Hausaufgaben machen. Auch St. Pauli spielt am Sonntag. Die Kiezkicker sind zu Gast bei Union Berlin.
Mit der Begegnung bei Eintracht Frankfurt steht für den FC das erste Spiel unter René Wagner als Cheftrainer an. Und möglichst sollen direkt die ersten Punkte her. Gleich mehrere Spieler kehrten unter der Woche ins Training zurück. Am Samstagnachmittag machte sich das Team auf den Weg zum Auswärtsspiel des 1. FC Köln: Das ist der Kader für Frankfurt.
Nach sieben sieglosen Spielen in Serie wollen und müssen die Geißböcke am Sonntag endlich wieder punkten. Für den FC geht es dazu nach Frankfurt. Doch die Eintracht befindet sich gerade im eigenen Stadion in recht guter Verfassung. Es wird also nicht leicht für den FC.
Said El Mala, Ragnar Ache und Felipe Chavez auf dem Weg zum Auto
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Für den FC geht es gegen Frankfurt um wichtige Punkte und nach sieben sieglosen Spielen in Folge wohl auch um das erhoffte Ende der Negativserie. Doch einfach wird das nicht. Die Eintracht ist in den vergangenen Wochen zu Hause eine Macht, hat die jüngsten drei Spiele gewonnen – alle zu Null. FC-Trainer René Wagner hat sich einen Matchplan zurechtgelegt, wie er das Defensivbollwerk knacken will. Für das Duell gegen die Hessen stehen dem neuen Trainer erstaunlich viele Spieler zur Verfügung. Seit dem 11. Spieltag hatten die Kölner Verantwortlichen bei der Kader-Zusammenstellung nicht mehr die Qual der Wahl. Und so kam Wagner bereits bei seinem ersten Spiel in die ungeliebte Rolle, Entscheidungen zu treffen, „die nicht so cool sind“. Der 37-Jährige hat gleich mehreren Spielern sagen müssen, dass sie zu Hause bleiben.
René Wagner auf dem Weg zum Bus
Jahmai Simpson-Pusey nicht dabei
So vor allem den jungen Spielern Youssoupha Niang, Fynn Schenten und Cenny Neumann, die für die U21 zum Einsatz kamen. Doch auch einen älteren Spieler hat es erwischt. Jahmai Simpson-Pusey ist ebenfalls nicht mit dabei und brach am Samstag nicht mit der Mannschaft auf. Wagner hatte bereits erklärt, dass er den potenziellen Streichkandidaten eine Tendenz gegeben habe. Der Innenverteidiger hatte im Interview mit come-on-fc.com noch erklärt, er nehme seine Rolle so oder so an. „Egal, wie die Entscheidung ausfällt, werde ich sie respektieren. Wenn ich nicht berücksichtigt werde, werde ich mich nicht hinsetzen und aufgeben. Dann werde ich noch härter an mir arbeiten, um Teil des Teams zu sein“, so der Abwehrspieler gegenüber come-on-fc.com. Nach Informationen von come-on-fc.com fehlt der 20-Jährige aus persönlichen Gründen und könnte eventuell nachreisen.
Diese Spieler sind am Sonntag in Frankfurt mit von der Partie
Tor: Marvin Schwäbe, Ron-Robert Zieler Abwehr: Sebastian Sebulonsen, Cenk Özkacar, Rav van den Berg, Kristoffer Lund, Dominique Heintz Mittelfeld: Felipe Chávez, Isak Johannesson, Tom Krauß, Said El Mala, Jakub Kaminski, Linton Maina, Jan Thielmann, Alessio Castro-Montes, Denis Huseinbasic, Florian Kainz Sturm: Ragnar Ache, Marius Bülter, Luca Waldschmidt
Verletzt, gesperrt oder nicht berücksichtigt: Luca Kilian, Timo Hübers, Joel Schmied, Youssoupha Niang, Fynn Schenten, Cenny Neumann, Jahmai Simpson-Pusey
Die Begegnung gegen Eintracht Frankfurt wird die erste als Chefcoach an der Seitenlinie für René Wagner. Und der neue Trainer steht vor keiner leichten Aufgabe, hat aber einen klaren Plan: So will der 1. FC Köln in Frankfurt punkten.
Die Jagd um Punkte im Klassenkampf geht nach der Länderspielpause in die letzte Runde. Mit den Geißböcken will FC-Interimstrainer René Wagner in Frankfurt die Serie von sieben sieglosen Spielen durchbrechen und drei Punkte mit nach Köln bringen.
Luca Waldschmidt traf im Hinspiel gegen Frankfurt (Foto: Pau Barrena/Getty Images)
Wenn der FC am Sonntagnachmittag zum Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt antritt, ist die Entlassung von Lukas Kwasniok zwei Wochen alt. Und gerade durch die Länderspielpause wirkt es fast so, als sei der Trainerwechsel schon eine gefühlte Fußball-Ewigkeit her. Ist er nicht. Denn das Duell bei den Hessen wird die Premiere für René Wagner. „Die ersten Tage, die ersten fast zwei Wochen waren für mich natürlich eine neue Erfahrung. Ich habe versucht, bei mir zu bleiben und Ruhe auszustrahlen“, so Wagner. „Ich habe versucht, der Mannschaft die Sicherheit zu geben, dass das was wir jetzt hier machen auch Hand und Fuß hat.“ Nach zuletzt sieben sieglosen Spielen in Serie und zwei Erfolgen in 18 Begegnungen wird es in den kommenden Partien auch auf eine gewisse Sicherheit der Spieler ankommen.
„Das ist meine Stärke“
Wagner will vor allem über die Motivationsschiene den erhofften Impuls setzen. „Ich versuche immer, positiv zu bleiben, ruhig zu bleiben, sachlich, analytisch. Das ist, glaube ich, meine Stärke“, sagt der neue Coach. „Emotionen kann man in eine Mannschaft hineintragen über Sprache, über eine Ansprache. Man kann aber auch versuchen, dass in der täglichen Arbeit eine Bindung entsteht und dadurch Emotionen reinkommen. Das ist mein Ansatz. Ich will, dass wir als Gruppe funktionieren.“ Dass die Gruppe grundsätzlich funktioniert, hatte sie zuletzt im Rheinderby bewiesen, als sie gleich mehrfach zurückgekommen ist und immerhin noch einen Punkt holte, der dann wiederum für Kwasniok am Ende zu wenig war. Nun soll gegen Frankfurt zumindest der Beginn der Wende eingeläutet werden.
Die hat wiederum die Eintracht schon vollzogen. Mitte Januar wurde Dino Toppmöller entlassen und nach der 1:3-Heimniederlage gegen Leverkusen Ende Januar Albert Riera als neuer Coach installiert. Und seitdem ist die Eintracht im eigenen Stadion eine Macht. Die SGE fuhr zuletzt gegen Mönchengladbach, Freiburg und Heidenheim drei Heimsiege in Folge ein – und alle zu Null. Frankfurt sei eine Mannschaft, „die vielleicht ein oder zwei Gegentore zu viel bekommen, dann den Trainer gewechselt und somit das Problem auf jeden Fall erst einmal gelöst hat“, sagt Wagner. „Dass dann die Offensive ein bisschen ins Straucheln kommt, ist glaube ich logisch. Ich gehe aber stark davon aus, dass die Frankfurter jetzt die letzten Tage versucht haben, an ihrer Offensive zu arbeiten.“ Daran hätten aber auch die Kölner gearbeitet, erklärte der Trainer weiter.
„Ich muss dafür sorgen, dass die Mannschaft am Wochenende performt“
Und Wagner präsentierte auch einen Lösungsansatz wie die starke Frankfurter Defensive dann doch zu knacken sei. Schließlich gäbe es in der Mannschaft Unterschiedsspieler. „Wir müssen gucken, dass wir die ins Spiel bekommen. Ich glaube, dass wir über eine mannschaftliche Geschlossenheit gemeinsam ins letzte Drittel kommen können, vielleicht auch mal den Ball ein bisschen länger am letzten Drittel halten können, um einfach da gefährlicher die Box zu besetzen“, so Wagner. „Wir müssen schauen, dass die Jungs an dem Tag vielleicht einen guten Flankenfuß haben und sie den Ragy dann in der Box auch finden. Aber der Ragy wird es nicht alleine machen können.“ Dabei sind Flanken – wie berichtet – das große Manko der Hessen. Die Eintracht kassierte bereits 13 Gegentreffer nach Flanken – ist in dieser Kategorie das Liga-Schlusslicht.
Personell hat sich die Situation bei den Kölnern entspannt. Neben den beiden Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian fehlen der gesperrte Eric Martel sowie Joel Schmied, der laut Wagner noch keine Option für den Kader sei. Dennoch wird der Co-Trainer auch noch Akteure aus dem Kader streichen müssen. „Ich muss ein paar Entscheidungen treffen, die vielleicht nicht für jeden cool sind. Damit muss ich jetzt leben können, aber damit müssen auch die Jungs leben“, so Wagner. „Das hat nichts damit zu tun, dass ich vielleicht einige persönlich nicht leiden kann, sondern ganz im Gegenteil, bei den Jungs, die ich halt schon lange kenne wird es mir wahrscheinlich am meisten weh tun.“ Das werde bei der Entscheidungsfindung keine Rolle spielen. „Ich muss dafür sorgen, dass die Mannschaft am Wochenende bestmöglich performt“, sagt der Coach.
Der Engländer wechselte im Winter leihweise an den Rhein. Mit come-on-fc.com spricht der 20-Jährige über die Ankunft in Köln, seine Rolle und seine Zukunft beim 1. FC Köln: Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview – Teil 1.
Nach seiner Ankunft bei den Geißböcken wurde der Engländer vom damaligen Coach Lukas Kwasniok sofort in kalte Wasser geworfen. Der 20-Jährige machte seine Sache ordentlich und überzeugte in der Kölner Innenverteidigung durch Ruhe und Übersicht. Im ersten vereinsexternen Exklusiv-Interview sprach der 20-Jährige mit come-on-fc.com über den Trainerwechsel beim 1. FC Köln und das anstehende Spiel gegen Eintracht Frankfurt.
Jahmai Simpson-Pusey im Exklusiv-Interview mit come-on-fc
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Das Gespräch führte come-on-fc.com
Herr Simpson-Pusey, seit drei Monaten sind Sie jetzt in Köln. Wie ist Ihr Eindruck von der Stadt und vom Verein?
Jahmai Simpson Pusey: Mein erster Eindruck von den Menschen und der Stadt ist durchweg positiv. Ich bin herzlich empfangen worden – auch von den Mitspielern. Sie waren unglaublich freundlich. Ich bin dankbar und glücklich, jetzt in diesem Umfeld sein zu dürfen.
Es waren turbulente erste Wochen. Sie haben in diesen drei Monaten am Geißbockheim schon viel miterlebt. Man sagt, die Menschen in Köln schwanken in ihrer Stimmung schnell zwischen „Himmel hoch jauchzend und zu Tode betrübt“. Würden Sie das so unterschreiben?
Jahmai Simpson-Pusey: In gewisser Weise schon. Die Fans freuen sich für uns und leiden auf der anderen Seite mit uns mit. Es hängt natürlich viel von den Ergebnissen ab. Die waren zuletzt nicht so gut. Wir wissen, dass wir besser werden müssen.
Sind die Emotionen der Fans anders als die in England?
Jahmai Simpson-Pusey: Es ist ein ganz anderes Niveau. Es ist hier lauter, viel lauter und verrückter. Die Fans singen 90 Minuten am Stück. Das spürt man im Spiel. Egal, ob man gewinnt, verliert oder unentschieden spielt, man wird immer unterstützt. Die Fans in Köln sind großartig.
Bei Ihrer Ankunft im Trainingslager in La Nucia, in Spanien warteten nachts eine Handvoll Journalisten auf Sie, haben Fotos und Videos gemacht. Was haben Sie in dem Moment gedacht?
Jahmai Simpson-Pusey: Das war für mich schon neu. Ich kam aus Schottland, war dort praktisch ein Niemand. Ich habe eine halbe Saison nicht gespielt, saß auf der Bank, stand nicht im Kader, war aber trotzdem topfit. Dann bin ich an einen Ort gekommen, an dem ich mich vom ersten Tag an willkommen gefühlt habe – von meiner Landung in Köln am Flughafen bis hin zur Ankunft im spanischen Trainingslager. Es war ein großer Unterschied, aber es war eine sehr sehr gute Erfahrung für mich.
Wer hat Ihnen beim FC von Ihren Mannschaftskollegen besonders bei der Eingewöhnung geholfen und wer sind die Spieler, mit denen Sie den engsten Kontakt haben?
Jahmai Simpson-Pusey: Die Mannschaft hat mich komplett gut aufgenommen. Aber es gibt schon ein paar Spieler wie Ragnar Ache, Denis Huseinbasic, Rav van den Berg oder Kristoffer Lund, mit denen ich mehr zu tun habe.
Ihr Wechsel im Winter hat den ein oder anderen FC-Fan überrascht. Wie liefen die Gespräche ab? Was hat den Ausschlag für den FC gegeben?
Jahmai Simpson-Pusey: Das Transferfenster rückte immer näher und ich hatte keinerlei Spielpraxis gesammelt. Ich wollte spielen, mich beweisen und Einsatzzeit sammeln. Dann bekam ich im Dezember eine Nachricht von meinem Berater: „Du bekommst heute Abend oder morgen einen Anruf“, hieß es. Meine Agentur hat mir viel über Club und Stadt erzählt – und das hat sich gut angehört. Seit meiner Kindheit wollte ich immer im Ausland spielen. Es war ein perfektes Match. Es gab viele Gespräche mit meinem Berater und dann war klar: Das passt. So ein Angebot kann man eigentlich nicht ablehnen, vor allem nicht nach einer langen Spielpause. Man wechselt von der schottischen Liga in die Bundesliga – ein riesiger Sprung. Eigentlich eine klare Sache.
„Er hat von der ersten Minute an mich geglaubt“
Wie haben Sie Lukas Kwasniok als Trainer wahrgenommen? Immerhin hat er Ihnen direkt den Kaltstart zugetraut, nachdem Sie bei Celtic nicht gespielt haben?
Jahmai Simpson-Pusey: Für mich ist er ein Top-Trainer. Ich bin ihm sehr dankbar für die Chance, die er mir gegeben hat. So konnte ich mich direkt beweisen. Er hat von der ersten Minute an mich geglaubt. Wahrscheinlich hat er mich vorher nicht oft spielen gesehen.
Drei Monate später hat sich die FC-Welt weitergedreht. Wie haben Sie persönlich den Trainerwechsel wahrgenommen?
Jahmai Simpson-Pusey: Als ich in Schottland war, hatte ich bereits drei Trainer in einer Halbserie. Ein Trainerwechsel ist für mich also nichts Neues – solche Dinge gehören im Fußball dazu.
Mit René Wagner kommt der Nachfolger aus den eigenen Reihen. Was ist er für ein Trainer-Typ? Was macht er anders?
Jahmai Simpson-Pusey: Er hat sehr gute Ansätze. Er ist ebenfalls ein toller Typ, der mir sehr geholfen hat. Er spricht sehr gut Englisch, versteht, dass ich kein Deutsch spreche und es mir daher schwerfällt, manchmal die anderen Trainer zu verstehen. Er ist sehr hilfsbereit und ab und zu auch ein bisschen nachsichtiger mit mir (lacht). René weiß einfach, wie es ist, in ein anderes Land zu kommen. In den Trainingseinheiten haben wir einen ersten Eindruck gewonnen, aber wir haben noch kein Spiel unter ihm bestritten. Am Sonntag werdet Ihr sehen, was er vorhat.
Sie mussten zuletzt zwei Spiele zuschauen. Rav van den Berg und Cenk Özkacar haben ihre Sache aber gut gemacht, Joel Schmied ist wieder fit. Jetzt der Trainerwechsel. Machen Sie sich Gedanken darum, dass sie unter dem neuen Trainer eine andere Rolle einnehmen können?
Jahmai Simpson-Pusey: Egal, wie die Entscheidung ausfällt, werde ich sie respektieren. Wenn ich nicht berücksichtigt werde, werde ich mich nicht hinsetzen und aufgeben. Dann werde ich noch härter an mir arbeiten, um Teil des Teams zu sein.
Am kommenden Sonntag steht das Spiel gegen Frankfurt auf dem Plan. Was rechnet sich das Team aus? Worauf wird es ankommen?
Jahmai Simpson-Pusey: Wir müssen zusammenhalten. In fast allen Spielen seitdem ich hier bin, haben wir eine gute Leistung gezeigt. Uns fehlen manchmal einfach die Tore. Und damit meine ich nicht, dass es etwas mit den Angreifern zu tun hat, sondern ich sehe das eher strukturell. Am Sonntag werden wir wieder unser Bestes geben.
In Teil 2 des Interviews spricht Jahmai Simpson-Pusey über seine Karriereziele und die Zukunft beim 1. FC Köln.Das Interview erscheint am Dienstag.
René Wagner verzichtet auf große Worte und setzt auf Klarheit und Ruhe. Nach turbulenten Wochen wirkt sein Auftritt wie ein bewusster Gegenentwurf zur Ära Kwasniok. Diese neue Sachlichkeit zum entscheidenden Faktor werden für den 1. FC Köln: Klarheit, die guttut. Ein Kommentar zum neuen Trainer des 1. FC Köln.
Am Freitagnachmittag trat Interimscoach René Wagner vor die Medienvertreter, um Fragen für seine Chefcoach-Premiere am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt zu beantworten.
FC-Trainer René Wagner auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Frankfurt (Foto: Bucco)
Die Pressekonferenz von Interimscoach René Wagner vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt wurde mit Spannung erwartet. Am Sonntag steht der 37-Jährige erstmals als Cheftrainer in der Bundesliga an der Seitenlinie. Für den gebürtigen Dresdner ist das ein Meilenstein. Für den 1. FC Köln ist es vor allem eine Chance auf einen dringend benötigten Neuanfang. Und nach den 20 Minuten mit Wagner wird klar, worauf es ihm ankommt. Keine Selbstinszenierung, keine großen Versprechen, kein Blick auf die eigene Karriere. Wagner spricht über den Verein, über die Mannschaft, über das nächste Spiel. Das klingt banal, ist in Köln derzeit aber bemerkenswert. Es ist eine Haltung, die dem Club vielleicht zuletzt gefehlt hat. Mit Wagner ist Ruhe zurückgekehrt. Und diese Ruhe wirkt wie ein Gegenentwurf zu dem, was zuvor zu sehen war.
Neue Sachlichkeit am Geißbockheim
Denn mit Wagner ist eine angenehme Sachlichkeit ins Geißbockheim eingekehrt, die in den letzten Wochen unter Lukas Kwasniok verloren gegangen war. Der junge Trainer verzichtet auf endlose Monologe und eine übertrieben superlativische Sprache, wie sie sein Vorgänger auf den Pressekonferenzen zuweilen schon mal pflegte. Die PK-Auftritte unter Kwasniok waren zuweilen oft mehr Bühne für den 44-Jährigen selbst. Monologe, überladene Sprache, immer wieder der Versuch, Bedeutung zu erzeugen, wo Klarheit gefragt gewesen wäre. Es ging häufig um Wirkung, nicht immer um Inhalt.
Anstelle komplizierter Tennis-Metaphern oder ellenlanger Schachtelsätze präsentiert sich Wagner als Freund direkter und unmissverständliche Botschaften. Keine gedanklichen Umwege, keine rhetorischen Spielereien. Mit dem Ende der Ära Kwasniok hat sich der Ton in der Domstadt grundlegend verändert. Er ist leiser geworden, kontrollierter und damit vielleicht professioneller. Das mag weniger Schlagzeilen produzieren. Es ist aber möglicherweise genau das, was dieser Verein nach den vergangenen Wochen braucht. Wagner bietet bislang keinen Glanz durch langjährige Cheftrainer Erfahrung, aber er bietet etwas wertvolleres. Klarheit, Disziplin und die Konzentration auf das Wesentliche. Für den 1. FC Köln könnte genau das Zünglein an der Waage sein.
Die Wagner-Premiere steht kurz bevor
Das Auftreten Wagners lässt sich bereits als eine der Stellschrauben deuten, an denen in der Domstadt nachjustiert wird. Denn wie er selbst immer wieder betont, sind seinem Vorgänger sportlich kaum Vorwürfe zu machen, erst recht nicht in puncto Motivation oder Emotionalität. Umso spannender wird sein, wie die Mannschaft den neuen Ansatz gegen Frankfurt tatsächlich auf den Platz bringt.
Am Sonntag leitet René Wagner erstmals bei einem Pflichtspiel die Geschicke der Geißböcke. Über den viel zitierten Impuls hat der Trainer noch nicht gesprochen, aber es gibt Lösungsansätze beim 1. FC Köln: René Wagner will mit der richtigen Ansprache zum Erfolg.
Die Leistungen der Geißböcke waren in den vergangenen Spielen sicherlich nicht schlecht, das letzte Quäntchen zum Punktgewinn fehlte jedoch häufig. Interimstrainer René Wagner will kleine Dinge anpassen, damit sich der Erflog einstellt im Kampf um den Klassenerhalt und sieht dabei eine Möglichkeit in der Kommunikation.
René Wagner will vor allem den richtigen Ton treffen
Auch zwei Tage vor dem so wichtigen Auswärtsspiel bei Eintracht Frankfurt stehen noch Fragezeichen hinter der jüngsten personellen Veränderung bei den Geißböcken. Zumindest wollte sich René Wagner am Freitag nicht aus der Reserve locken lassen, an welchen Stellschrauben denn so ganz konkret gedreht wurde. Zumindest zur taktischen Ausrichtung und dem Personal wurde der 37-Jährige nur selten deutlich. Klar ist eigentlich nur, dass Said El Mala wie berichtet mit sehr großer Wahrscheinlichkeit beginnen wird, dagegen Joel Schmied keinen Kaderplatz für das Duell bei den Hessen erhalten wird. Am ganz großen Rad wird also nicht gedreht. „Wir kennen alle die Spieltagsleistungen der Jungs und die waren in der Regel gut. Bei den Sachen, die wir sehr gut gemacht haben, werden wir auch bleiben und stattdessen an den zwei, drei Dingen arbeiten, bei denen wir glauben, dass wir da noch ein paar Prozentpunkte mehr herausholen können“, so Wagner.
„Das ist meine Stärke“
Der Kölner Trainer wiederholte damit den Tenor der vergangenen Wochen. Da die Leistungen durchaus in Ordnung waren, seien ganz großer Veränderungen also nicht zu erwarten. Und so dürften die großen Skeptiker, die sich nach der Entlassung von Lukas Kwasniok große Veränderungen versprochen hatten, vergeblich auf das Umkrempeln warten. Denn der Schlüssel zur ergebnistechnischen Grenze liege, so der Subtext, eben nicht an der sportlichen Leistung, vielmehr auf einer anderen Ebene. „Ich versuche immer sachlich und analytisch zu bleiben, das ist meine Stärke. In Richtung Frankfurt müssen wir jetzt den Fokus und die Spannung erhöhen. Damit haben wir heute im Training begonnen und dann werde ich am Sonntag ein paar Worte wählen, die ich bislang als Co-Trainer noch nicht finden durfte“, so Wagner.
Motivation, Einstellung, Willen könnten also ein Teil der Lösung sein. „Emotionen kann man in die Mannschaft über die Ansprache hineintragen. Man kann aber auch versuchen, in der täglichen Arbeit eine Bindung zu den Spielern herzustellen. Das ist mein Ansatz. Ich will, dass wir alle als Gruppe funktionieren. Ich werde mir die Jungs im ein oder anderen Moment vor dem Spiel packen. Das ist einfach mein Weg und den werde ich jetzt die nächsten Spiele verfolgen“, so der neue Coach. Der Interimstrainer hatte schon unter der Woche versucht, möglichst viele Gespräche zu führen – möglichst jeden seiner Spieler zu erreichen.
„Solche Sachen sind mir wichtig“
Denn auch wenn Wagner angibt, dass sich durch seine Rolle auch das Verhältnis zur Mannschaft verändert habe, der persönliche Draht ist ihn nach wie vor wichtig. „Ich habe unter der Woche mit Matthias Köbbing gesprochen, weil ich auch von den Spielern gerne Sachen mitnehme. Vor vier Jahren hat er mir mal gesagt, dass Steffen Baumgart bisher der einzige Cheftrainer war, der von vier Torhütern gesprochen hat. Vom ersten, vom zweiten, vom dritten und vom vierten. Und das hat ihm einfach ein gutes Gefühl gegeben als vierter Trainingstorhüter auch Part der Mannschaft zu sein. Solche Sachen sind mir wichtig und wenn ich sowas höre, dann nehme ich das auf, nehme das für mich mit“, erklärte Wagner.
Am Ende des Tages wird es nicht nur über Motivation und die richtige Tonalität gehen. Das weiß natürlich auch Wagner, der auch spielerische und taktische Stellschrauben finden wird. Ob diese wiederum von Erfolg gekrönt sind, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.
Unter der Woche war spekuliert worden, ob Said El Mala nach dem Trauerfall in der Familie am Sonntag spielen werde. Das steht offenbar nicht zur Diskussion beim 1. FC Köln, im Gegenteil: René Wagner gibt Said El Mala eine Startelf-Garantie.
Viel wollte René Wagner auf der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt noch nicht über seine Pläne verraten. Zwischen den Zeilen gab der Coach dann aber doch eine Startelf-Garantie.
Nach dem freien Tag am Donnerstag trainierten dann am Freitag auch wieder die Nationalspieler beim FC mit. Kölns neuer Coach René Wagner erklärte am Freitag auf der Pressekonferenz, er habe die Intensität für die beiden letzten Einheiten vor dem Duell gegen Eintracht Frankfurt ein weinig erhöht. Mit dabei war auch wieder Said El Mala, der mit der U21 der deutschen Nationalmannschaft unterwegs war und nach zwei Siegen, der Tabellenführung und einem nicht unwichtigen Treffer mit ordentlich Selbstvertrauen zurückgekehrt sein dürfte. Allerdings kehrte El Mala auch mit einem tragischen Erlebnis zurück: Die Großmutter des 19-Jährigen war vergangene Woche verstorben (come-on-fc berichtete).
Support von den Mannschaftkollegen
Wagner suchte per Telefon das Gespräch zu seinem Offensivspieler. Daran, dass der Linksaußen nun aber aussetzt, gab es wohl keine Gedanken. „Die U21 hat ihn top aufgefangen. Er hat mir erzählt, dass er da von den Jungs viel Support bekommen hat. Die Mannschaft hier hat sich um ihn gekümmert. Das ist ein Trauerfall und logischerweise war er traurig. Aber ich glaube, er wünscht sich einfach am Sonntag ein gutes Spiel zu machen und eine top Leistung zu bringen“, so Wagner. Wie wichtig der Stürmer für den FC ist, zeigt alleine die Statistik. El Mala kommt mittlerweile auf zehn Tore. Wie berichtet fehlt dem Youngster nur noch ein Treffer, um Lukas Podolski zu überholen, der in seiner Premierensaison für die Geißböcke ebenfalls zehn Mal traf.
El Mala ist der absolute Torjäger der Geißböcke und alleine aufgrund der Punkteausbeute auch ein wenig die Überlebensgarantie. Und doch hatte es der 19-Jährige unter Lukas Kwasniok nicht geschafft, dauerhaft in der Startelf zu stehen. Auch deswegen ist die Teilnahme an der WM mindestens fraglich. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass der Offensivspieler nicht konstant immer gute Leistungen abrief. Und so wird auch bei den Kölner Fans weiterhin diskutiert, welche Rolle der Shootingstar in Köln spiele, ob er besser als Startelf-Spieler oder Joker geeignet sei. Wagner fand indes noch eine ganz andere Kategorie: „Er ist für mich ein Unterschiedsspieler. Und das kann er von der Bank tun, das kann er vom Start weg tun. Aber ich glaube, dass wir und keinen Gefallen tun, ihn aktuell nicht in der Startelf zu haben“, so der Kölner Coach.
Klingt fast so, als hätte zumindest ein Spieler seinen Startelf-Platz für das Duell gegen Frankfurt sicher.
Zwei Tage vor dem Spiel gegen Eintracht Frankfurt hat sich die Personalsituation beim FC erstaunlich entspannt. Und das führt zu einer spannenden Situation beim 1. FC Köln: René Wagner vor harter Kader-Entscheidung.
Mehrere Spieler kehrten aus ihren Verletzungen zurück, Sperren sind abgelaufen und die Nationalspieler unversehrt zurück. Das stellt René Wagner erstmals vor eine schwere Aufgabe.
Gerade einmal vier Profis des 1. FC Köln waren in den vergangenen Tagen mit ihren Nationalmannschaften auf Länderspielreise. Einzig der 1. FC Heidenheim stellte aus der Bundesliga weniger ab. Zwar sprechen Nationalspieler bekanntlich auch immer für die Qualität einer Mannschaft, doch der neue FC-Trainer dürfte über die wenigen Nominierten angesichts seines neuen Jobs und der Eingewöhnung alles andere als unzufrieden mit der Personallage gewesen sein. Zumal sich diese in der vergangenen Woche nach und nach immer weiter entspannt haben. Ausgerechnet mit dem Hinspiel gegen Eintracht Frankfurt fing beim FC die Verletzungsmisere an. Joel Schmied fiel nach der Begegnung aus und leitete damit einen gefühlten Dauer-Krankenstand ein. Tatsächlich fehlten dem FC seitdem immer mindestens vier Spieler durchgehend. Und vor dem Duell gegen die Hessen ist nicht nur Joel Schmied wieder fit, de facto fallen verletzt „nur“ die beiden Langzeitverletzten Timo Hübers und Luca Kilian aus. Eric Martel sitzt seine Sperre ab.
Auf welche Spieler setzt René Wagner?
Unter der Woche meldeten sich neben Schmied auch Alessio Castro-Montes und Tom Krauß wieder fit. Zudem haben Jahmai Simpson-Pusey und Sebastian Sebulonsen ihre jüngsten Sperren abgesessen. FC-Trainer René Wagner stehen somit 22 Feldspieler und die drei Torhüter zur Verfügung – und das ohne die Youngster Fynn Schenten und Youssoupha Niang, die wohl bei der U21 eingesetzt werden. Und somit steht für den Kölner Coach auch eine erste unangenehme Aufgabe bereits. Wagner muss bei der Nominierung des Kaders auf einige Akteure verzichten. Dem Spieltagskader gehören schließlich nur 20 Spieler, meist zwei Torhüter und 18 Feldspieler an. Heißt: Wagner muss für die Begegnung gegen Frankfurt gleich mehrere Spieler aus dem Kader streichen. Auf der Pressekonferenz an Karfreitag wollte der 37-Jährige natürlich namentlich keine Tendenz abgeben. Nur soweit, dass die Kader-Nominierung für Schmied zu früh käme.
„Es gibt eine Tendenz“
„Es gibt eine Tendenz für Sonntag für den Kader. Ich habe mit ein, zwei Spielern schon gesprochen, bei denen die Tendenz besteht“, so Wagner. „Vielleicht auch mit Jungs, die vielleicht auch enttäuscht sind, nicht mitzufahren. Aber das versuche ich, frühzeitig zu kommunizieren.“ Es scheint gut möglich, dass es den ein oder anderen Innenverteidiger trifft. Noch vor wenigen Wochen war die Zentrale der Defensive die Sollbruchstelle. Über Wochen fielen fünf der sieben Innenverteidiger aus. Das zu einer Zeit, in der Lukas Kwasniok noch auf eine Dreierkette setzte, also notgedrungen einen Akteur nicht auf seiner Primär-Position spielen ließ. Nun aber stehen Wagner mit Rav van den Berg, Cenk Özkacar, Jahmai Simpson-Pusey und Dominique Heintz gleich vier Innenverteidiger zur Verfügung. Da auch Sebulonsen und Krauß zur aller größten Not aushelfen könnten, wäre der Verzicht eines weiteren Abwehrspielers durchaus eine Option. Möglich aber auch, dass der Trainer den Rekonvaleszenten noch ein wenig Pause geben will.
„Ich muss jetzt Entscheidungen treffen, die nicht für jeden cool sind. Damit muss ich leben können. Aber damit müssen auch die Jungs leben können. Es hat nichts damit zu tun, wie lange ich die Spieler kenne“, sagte Wagner. „Bei den Jungs, die ich lange kenne, wird es am meisten wehtun.“ Der neue Coach betonte aber auch, dass es ihm nicht leicht fallen würde, aber er durchaus bereit wäre, die wichtigen Entscheidungen zu treffen.
Durch den Trainerwechsel bei den Geißböcken dürften sich einige Akteure wieder ihre Hoffnung auf mehr Spielzeit machen. Darunter vielleicht auch der Stürmer, der zwar als Joker immer auflief, zuletzt aber nicht mehr traf für den 1. FC Köln: Platzt für Marius Bülter nun der Knoten?
Der Saisonauftakt war vielversprechend, die vergangenen Wochen eher mau. Marius Bülter steht sinnbildlich für den Saisonverlauf der Geißböcke. Nun könnte gegen die Eintracht der Knoten platzen. Immerhin hat der Angreifer im Hinspiel getroffen.
So richtig tief ins Detail wollte Jan Thielmann am Dienstag nicht gehen, als das Kölner Eigengewächs über die Impulse nach einem Trainerwechsel sprach. Negative Äußerungen über den Vorgänger von Interimscoach René Wagner gab es keine. Für den neuen Trainer hatte der 23-Jährige dagegen schon einige positive Worte übrig. Und Thielmann deutete an, dass es unter dem „neuen“ Trainer auch neue Chancen geben könne. „Durch einen Trainerwechsel erhofft man sich immer neuen, frischen Wind. Gerade die Spieler, die beim alten Trainer vielleicht ein bisschen hintendran gestanden haben, haben jetzt nochmal eine neue Chance. Deswegen ist man ein bisschen sensibler, jeder bietet sich an“, so Thielmann. „Er hat auch einen guten Draht zu den erfahrenen Spielern. Er wird eine gute Mischung finden aus Spielern, die neu dabei sind, und dem alten Stamm.“
Letzter Treffer gegen die Eintracht
Zu den erfahrenen Spielern gehört zweifelsohne Marius Bülter. Doch der Stürmer betrieb in den vergangenen Wochen eher wenig Eigenwerbung. Seit November wartet der 33-Jährige auf einen Treffer. Und das, nachdem die Saison für Bülter perfekt begonnen hatte. Der Angreifer stand sinnbildlich für den fulminanten Saisonauftakt, den der FC hingelegt hat. Alleine in den ersten beiden Begegnungen erzielte Bülter zwei Treffer, bereitete zwei weitere vor. Eine Achillessehnenreizung und ein Magen-Darm-Infekt warfen den Spieler aus der Spur. Auch die Geburt seines ersten Kindes hatte laut dem damaligen Trainer Lukas Kwasniok Einfluss auf die Leistung des Routiniers. Es folgte noch ein Assist gegen den FC Augsburg und eben im November ein weiterer Treffer. Und das ausgerechnet gegen Eintracht Frankfurt. Das 2:4 bedeutete noch einmal einen Funken Hoffnung, den Luca Waldschmidt sogar mit dem 3:4 noch weiter auflodern ließ.
Dabei ist der 33-Jährige einer der Dauerbrenner bei den Geißböcken, kommt auf 27 Einsätze, wenn auch oft von der Bank. Doch so richtig rund läuft es nicht mehr für den Offensivspieler, der noch bis zum Sommer 2027 Vertrag beim FC hat. Bislang überzeugte der Angreifer durch seine Laufbereitschaft und seinen Einsatzwillen. Doch gehört zur Kernkompetenz eines Stürmers eben noch mehr.